Zwischendurch hereingeschaut …

Die Zeit geht rasant ins Land. Ich muss mich einfach einmal zwischendurch bei Ihnen melden.

Sie haben es ja selbst gemerkt, die Vögel haben ihren Rucksack umgeschnallt und ziehen in Scharen in den Süden, man wird beim Spazieren ungeniert mit Kastanien beworfen, ALDI hat Laubsauger im Angebot der Woche (hoffentlich kaufen nicht so viele diese Lärmkisten), Frühnebel hängt zwischen den Bäumen … Herbst! Und meine Armbanduhr zeigt an, dass seit dem letzten Post hier mehr als zwei Wochen vergangen sind. Jaha, die kann das! Die hangelt sich von Beitrag zu Beitrag und zählt penibel mit. P+18 steht dort. P für Post, +18 für die verstrichenen Tage.
(Jetzt glauben Sie doch nicht alles! ^^)

Dieses Jahr verläuft bei mir einfach anders. Andere Umstände ziehen andere Abläufe und ein anderes Verhalten nach sich. Wollte ich warten, bis ich Ihnen durch Touren und Erkundungen wieder umfassend Neues präsentieren kann, würde der Stift zwischenzeitlich eintrocknen und Sie begännen mit den Füßen zu scharren. In den Fingern juckt es mich trotzdem, die Frage ist nur, wie schaut in einem solchen Fall der Alternativpost für Sie aus?
Bloggerkollegin Donna vom Blog Garden Walk Garden Talk sprach gerade in ihrem sehr interessanten Beitrag Why so trivial?  über das Phänomen, dass einem beim Bloggen – ganz speziell bei einem eng eingegrenzten Themenbereich und sich dadurch unweigerlich wiederholenden Anlässen und Fotomotiven – mitunter manches Selbstgeschriebene auf einmal so trivial erscheint.
Zu trivial, um es zu posten?
Meine Ansprüche an Beiträge sind prinzipiell auch anders, liegen höher, über der Trivialstufe. Diese Vorstellung vom fertigen Artikel wiederum katapultiert Ansammlungen von Trivialem automatisch hinaus in die Wüste.
Trotz oder gerade im Fall umfangreicher Texte, versucht ein Schreiber, nichts doppelt und dreifach und nur
in anderen Worten wiederzukäuen. Es liegt einem sehr daran, Unwichtiges zu eliminieren und „gefühlte“ Belanglosigkeiten sehr kritisch zu betrachten.
Ist es tatsächlich belanglos oder trägt es doch zum Verständnis bei?
Für wen erscheint es überhaupt trivial? Für den, der schreibt? Oder für den Leser?
Was ich selbst als trivialen Einwurf empfinde, weil mir die Details bereits bestens bekannt sind, muss am anderen Ende noch lange nicht als ein solcher Inhalt empfunden werden. Ich wage fast zu behaupten, dass mitunter ein bewusst platzierter trivialer (im Sinne von anspruchsloser) Einschub innerhalb einer die ganze Aufmerksamkeit erfordernden Abhandlung fast so etwas wie eine kurze Erholungsphase für den Geist darstellt, bevor er erneut ernsthaft bei der Sache ist und weiter aufnimmt. Ziel ist es, für den Leser so zu schreiben, dass er zwischendurch Entlastung hat. So, wie beim Sporttraining Lockerungsübungen für die Muskeln eingeplant sind. Dann läuft es unangestrengt und hinterlässt keinen abschreckenden Muskelkater.
Ich denke mir folglich, so unterschiedlich, wie die Themen hier stets sind, so verschieden darf auch die Form sein. Vielleicht dient ein Beitrag wie der heutige insgeheim eher meiner eigenen Entspannung, wer weiß das schon – nur Sie werden vermutlich nicht gleich zusammenbrechen, wenn es für Sie alternativ um völlig unspektakuläre Dinge geht.
Sie kennen außerdem die Taste und wissen um die Freiheit, einfach etwas wegzuklicken …

Es fiel das Wort Entspannung. Mir ist schon allein deshalb danach, weil die Stadt sich gerade sehr laut präsentiert. Geht es Ihnen auch so, dass Dauerlärm Sie mürbe macht? Manche können es gut ab, aber ich werde davon fix und foxi. Baustellen in der Nähe, meine Straße nebenan als Umleitungsstrecke mit ewig langem Rückstau und laufenden Motoren vor geschlossener Bahnschranke, eine Halbmarathon-Veranstaltung am vergangenen Wochenende fast vor der Tür, das Oktoberfest, das bis Anfang Oktober jeden Abend bis in die Puppen zu hören ist, der Verkehr auf der Bahnstrecke sowie für zwei Wochen zusätzlich Fluglärm, weil eine Start- bzw. Landebahn am Flughafen überholt wird und sämtliche  Flugzeuge nun meinen Stadtteil überfliegen.

Großveranstaltungen mit entsprechend weiträumigen Sperrungen sind auch im Innenstadtbereich Hamburgs mehr geworden. Bei meiner Hausbank wird das dazugehörige Parkdeck saniert, das Betongefräse tönt seit einer gefühlten Ewigkeit. Ebenso wird eine komplette Parkebene im Einkaufszentrum saniert. Fehlen die Abstellmöglichkeiten dort, wirkt sich das sofort auf die eh schon kritische Parksituation im Umfeld aus. Was ich zu Fuß oder mit dem Rad erledigen kann, mache ich daher lieber auf die Art, nur neulich ließ sich etwas nicht ohne Auto bewerkstelligen.
Es hatte sich endlich eine Parkmöglichkeit ergeben, als eine Frau in ein am Straßenrand abgestelltes Auto
stieg und Anstalten machte wegzufahren. Also Blinker an und dahinter gewartet. Nur leider setzte sich so ein dazukommender Oberrüpel dazwischen und klaute mir den Platz. Tat zunächst so, als hätte er mich nicht gesehen, hielt es aber selbst danach nicht für nötig, die Lücke wieder zu räumen oder sich zu entschuldigen.
Es nützt ja nichts sich anzulegen, denn es ändert meist nichts am Fakt des besetzten Platzes. Ich revanchiere mich eher in anderer Form, fahre gern das Seitenfenster herunter, warte bis derjenige aussteigt, schaue ihn sehr ernst und besorgt an und sage:
„Sie wissen schon, dass so etwas Pech bringt … Unglück anzieht?“
Ich versichere Ihnen, es hängt alles davon ab, wie überzeugend Sie dabei wirken. Man muss Ihnen abnehmen, dass Sie quasi der Abkömmling eines Voodoo-Meisters sind.
Wenn so etwas wie „Pffft!“ oder „Haha!“ zurückkommt, sollten Sie nachlegen.
„Es ist natürlich Ihre Sache, ob Sie heute vorsichtig sind oder nicht. Mein früherer Nachbar ist damals ein paar Stunden später von der Leiter gefallen. Komplizierter Bruch. Langwierige Sache. Der hatte übrigens auch MIR den Platz geklaut …“

Selbst wenn Ihr Gegenüber sehr cool und überlegen tut, Sie können sicher sein, dass ihn das den ganzen
Tag beschäftigen und leicht verunsichern wird. Wenn er sich abends am Herd die Finger verbrennt, schiebt
er das auf den Parkplatzklau, der Pechgedanke nistet sich ein und das nächste Mal lässt er es sein.
Ich kann so stets sehr gut mit dem Verlust der Lücke und meinem ersten Ärger fertig werden.

Hamburg - Straßenfest am Mühlenkamp (Winterhude) - 11.09.2016 (Stände und Luftballons)

Hamburg – Straßenfest am Mühlenkamp (Winterhude) – 11.09.2016

 

Ansonsten war ich kürzlich mit meiner Stepptanztruppe für einen Auftritt beim Straßenfest im Mühlenkamp (Hamburg-Winterhude) eingeladen. Bei uns ist die kleine Herausforderung, dass wir nicht in einer festen Gruppe auftreten, sondern uns anlassbezogen oder nach Terminmöglichkeiten unterschiedlich zusammen-
mischen. Uns allen ist gemein, dass wir die gleiche Trainerin haben, jedoch die einzelnen Kurse an völlig unterschiedlichen Standorten üben. Die Choreographie kennen alle, nur je nachdem, wer und wie viele bei einem Auftritt teilnehmen, variiert die Aufstellung und die Verteilung der einzelnen Parts. So treffen wir uns etwas eher vor Ort, besprechen letzte Details und gehen möglichst einmal alles praktisch durch.
Bei der letzten Probe war der Fußboden wahnsinnig glatt, worauf ich überhaupt nicht vorbereitet war. Es war
ein gebohnerter Parketttanzboden, der für normale Tänze mit herkömmlichen Tanz- oder Turnschuhen taugt, aber nicht unbedingt gedacht ist für Schuhe mit Metallsohlen. Sie kommen sich vor, als liefen Sie mit Gleitschuhen auf einer vereisten Pfütze. Man muss sich sagenhaft konzentrieren, darf die Schritte nicht zu schwungvoll und ausladend machen, was einen im Ablauf natürlich irritiert. Es funktioniert nicht wie sonst …
Den anderen ging es nicht viel anders als mir. Wir trösteten uns damit, dass dafür der Bühnenboden bestimmt stumpf sein würde. Dort werden meist irgendwelche Platten zusammengesteckt, und dann ist mehr das Problem, dass gelegentlich zu breite Spalte gelassen werden.
Als wir hinkamen – Überraschung! Auch der Untergrund der Bühne entpuppte sich als spiegelglatt. Immerhin konnte es einen nicht mehr erschüttern. In dem Moment war ich ungemein froh, dass mich das kurze Training zuvor präpariert hatte. Dennoch gar nicht einfach, auf der Bühne nicht rückwärts in das dort stehende Schlagzeug zu flutschen.

Ich hätte Ihnen gern etwas von der Stepperei gezeigt, doch der USB-Stick mit einem Handyvideo, das ein Zu-
schauer aufnahm, kursiert noch in der Gruppe. (Und da wäre ebenfalls noch die Frage zu klären, ob alle ihre Zustimmung zur Veröffentlichung geben. Wir werden sehen …)

An dem Tag herrschte herrliches  Spätsommerwetter, so bin ich in der Wartezeit vor dem Auftritt ein wenig herumspaziert. Von einer Brücke am Beginn des Mühlenkamps kann man auf den Langen Zug schauen. Das ist keine Waggonansammlung auf einem Abstellgleis, sondern so nennt sich etwas, das wie ein schmaler Arm der Außenalster wirkt, der in Höhe Bellevue in östlicher Richtung abzweigt. In Wirklichkeit verbirgt sich dahinter jedoch die Osterbek, die zur Alster hinfließt und auf dem letzten Stück, bevor sie dort mündet, den Namen Langer Zug trägt. Wie dem auch sei, Sie werden vermutlich auch sagen, Wasser ist Wasser.

Hamburg - Blick vom Mühlenkamp (Brücke) auf den Langen Zug (Richtung Außenalster) mit Kanus

Hamburg – Blick vom Mühlenkamp (Brücke) auf den Langen Zug (Richtung Außenalster)

 

Hamburg - Blick von der Brücke im Mühlenkamp auf den Langen Zug (andere Seite)

Hamburg – Blick von der Brücke im Mühlenkamp auf den Langen Zug (andere Seite)

 

An warmen Tagen ist hier viel los, Spaziergänger biegen auf ihrem Weg um die Außenalster hier spontan ein, mit dem Alsterdampfer kommen Gäste zum gemütlichen Kaffeetrinken mit Blick aufs Wasser …

Hamburg - Langer Zug mit Alsterausflugsboot und Tretboot in Schwanenform

Hamburg – Langer Zug mit Alsterausflugsboot

 

… es wird gepaddelt, gerudert, Tretboot gefahren und direkt an der Ecke Mühlenkamp/Körnerstraße lassen sich sogar Bretter für das Stehpaddeln ergattern. Ein SUP-(Stand Up Paddling)Verleih hat dort seinen Sitz.

Hamburg - Blick vom Mühlenkamp auf den Langen Zug. Die Stehpaddler sind unterwegs ...

Hamburg – Blick vom Mühlenkamp auf den Langen Zug. Die Stehpaddler sind unterwegs …

 

Schon schön, solche anziehenden Punkte und Freizeitmöglichkeiten mitten in einer großen Stadt vorzufinden. Diese Ecken mit viel Grün und Wasser entschädigen immer für steigenden Straßenlärm, Baustellen oder Beton-ansammlungen anderenorts.

Mit diesen optischen Eindrücken verabschiede ich mich zunächst und wünsche Ihnen einen entspannten Ausklang des Wochenendes!
Haben Sie eine schöne Zeit!

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© by Michèle Legrand, September 2016
Michèle Legrand

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Prärie. Und eine Wüste mit „Kakteenen“ … Unterwegs im Loki-Schmidt-Garten, Hamburg

Als ich vor Jahren das allererste Mal den Botanischen Garten in Klein Flottbek (so hieß er zunächst)
besuchte, war ich reichlich verblüfft – und zwar über meine Reaktion! Enttäuschung! Völlig unerwartet.
Nanu, so soll …? DAS ist …? Dieser erste Eindruck … Soll man etwas darauf geben?
Sofort hurra, für immer klar oder unverzagt abgehakt? Durchgefallen, wird zukünftig links liegengelassen?
Die Frage ist: Woran liegt es? Was stört, was enttäuscht? Damals warf ich prüfende Blicke in alle Richtungen. Eine Art genaue Bestandsaufnahme, die dann die Entscheidung fürs Wiederkommen bewirkte. Mit jedem weiteren Besuch gefiel mir die Gartenanlage besser und besser. Eigenartig? Reine Gewöhnung? Nein!
Ich werde Ihnen die Auslöser für den nicht sehr positiven ersten Eindruck verraten, genauso die für den späteren Sinneswandel.

Das Gartengelände im westlichen Hamburg gibt es seit 1979. Damals wurde der alte Botanische Garten in den Wallanlagen der Stadt (Planten un Blomen) aufgelöst, denn der Platz dort war relativ begrenzt. So zog Garten samt Botanischem Institut mehr an den Stadtrand auf eine 24 ha große Fläche. Loki Schmidt, als erfahrene Hobby-Botanikerin, engagierte Naturschützerin, Expertin besonders der bedrohten Pflanzenarten und obendrein Hamburgerin, hegte zu Lebzeiten engen Kontakt, unterstützte lange Jahre die Botanischen Gärten, zeigte stets großes Interesse und unermüdlichen Einsatz, und so erhielt der Botanische Garten Klein Flottbek – zwar nicht zu ihren Lebzeiten – aber nach ihrem Tod (2010) im späten Oktober 2012 in Gedenken an sie einen neuen Namen: Loki-Schmidt-Garten. Wenn Sie den Park betreten, lächelt sie Sie verhalten an. Die Bronzebüste von Manfred Sihle-Wessel steht bereits seit 2005  inmitten von Blumen. So sieht Frau Schmidt, wer an ihr entlangflaniert, Sie wiederum können ihr einen Moment Gesellschaft leisten.

Natürlich gibt es das alte Planten un Blomen als Parkanlage weiterhin! Ein traumhaftes Gelände mit seinen Wasseranlagen und all der Blumenpracht! Aus der Ära des Alten Botanischen Gartens sind obendrein noch die Tropengewächshäuser erhalten. Als Hamburger oder als Stammleser des Blogs ist Ihnen dies nicht unbekannt. Wenn Sie heute neu hinzustoßen, finden Sie ansonsten über die eigens dafür eingerichtete Kategorie rechts auf der Startseite des Blogs den Weg zu diversen Artikeln mit zahlreichen Fotos.
Dort wo seit dem Jahr 2000 die Bucerius Law School ihren Sitz hat, befand sich vor dem Umzug nach Klein Flottbek das alte Botanische Institut.

Hamburg - Das markante Gebäude der Bucerius Law School am Platz des ehemaligen Botanischen Instituts (Planten un Blomen)

Hamburg – Das markante Gebäude der Bucerius Law School am Platz des ehemaligen Botanischen Instituts (Planten un Blomen)

Neuer Botanischer Garten
Vermeiden Sie es auch, wenn irgend möglich, mit bestimmten Erwartungen an einen noch unbekannten Ort
zu gehen? Mit einem schon vorgefertigten Bild? Man ist allerdings nicht ganz davor gefeit, Vorstellungen zu entwickeln, denn wenn das Gehirn Verbindungen zwischen alt und neu knüpft und Parallelen sieht, dann gaukelt es einem ungefragt etwas vor. Mir schwebte im Falle von Klein Flottbek offenbar ein zweites Planten un Blomen vor, üppiges Wachstum und bei aller Pracht und Anlage gleichzeitig diese Natürlichkeit. Harmonie. Dann kam es etwas anders …

Es war noch vor der Jahrtausendwende, als ich mich das allererste Mal auf den Weg machte. Ich erinnere mich
nicht mehr an das genaue Jahr, jedoch daran, dass es Ende Mai war. Die Kälte in dem vorangegangenen Winter hatte lang getobt, nichtsdestotrotz hatte mein Garten daheim mit Maibeginn lebhaften Austrieb gezeigt. Einige der frühen Zwiebelpflanzen hatten noch geblüht, die Stauden schon kräftig losgelegt, an Sträuchern und Bäumen spross das Laub. Ein frischer Anblick mit vielen Farbtupfern. Vor allem zeigte sich so gut wie keine nackte Erde mehr, welche im Winter gern gähnende Leere im Garten vortäuscht und unweigerlich für eine gewisse Tristesse sorgt.

Wie anders zu der Zeit das Erwachen der Natur in Klein Flottbek! Ganz offensichtlich bot sich den vielen freistehenden Pflanzen auf den großen Flächen relativ wenig Schutz vor Wind und Wetter. Dadurch herrschte dort ein anderes Mikroklima, ein raueres. Die Vegetation war eindeutig zurück, der Austrieb sehr spärlich und mehr zu erahnen als vorhanden.
So trat etwas hervor, was mich massiv störte. Überall eingesteckt, dicht an dicht, ragten weiße Plastikschilder auf halbhohen Plastikspießen aus dem Boden! Sie trugen Namensbezeichnungen, Informationen, über die ich im Prinzip froh bin, aber an dem Tag überkam mich das Gefühl, inmitten eines kahlen Schilderwalds zu stehen. Ich konnte mir überhaupt nicht vorstellen, dass die weitläufigen, öde wirkenden Flächen sich ein paar Wochen später in grüne Oasen und ein großes Blütenmeer verwandeln sollten. Damals schaute ich suchend in alle Himmelsrichtungen und dachte, was wirkt es doch noch unharmonisch, unfertig …
Ein ähnlicher Anblick wie der, der einen im Fall von Neubaugrundstücken erwartet. Gerade ist das Haus fertig, der Schutt fort, der Boden planiert. Grob werden erste Wege angelegt, zusätzlicher Mutterboden trifft ein, der Hauseigentümer beginnt mit der Gestaltung der Beete und der Bepflanzung. Drei Halme Rasen sprießen, ein Rankgitter reckt sich traurig allein in die Höhe, noch staksige Stecklinge sollen einmal eine Hecke bilden …
Zur anstehenden Einweihungsparty werden Sie eingeladen und mit stolz geschwellter Brust verkündet der Gastgeber: „Ich habe jetzt einen Garten! Mit Apfelbaum!“
Sie wissen, wie das dann aussieht. Gar nicht anders aussehen kann! So ein Garten entsteht nicht von heute auf morgen. Der Apfelbaum ploppt nicht fertig aus der Erde. Hat nicht sofort die endgültige Höhe, eine schattenspendende Krone und Sie ernten auch nicht gleich einen Zentner Cox Orange. Genauso wenig sieht die frische, zarte Pflanzenreihe wirklich schon nach Hecke oder Sichtschutz aus. Prinzipiell wirkt alles neu Gesetzte zunächst ziemlich verloren.
Ein weiterer Fakt ist, dass – selbst wenn der Gesamtplan für den Garten durchaus von Anfang an fertig ist, d. h. die grundsätzliche Anlage und Aufteilung feststeht – man in der Realität nie alles auf einmal erschafft, sondern sich nach und nach immer einen weiteren Teil der Anlage vornimmt, sich dabei oft erst die weiteren Gestaltungsideen für Detailarbeiten ergeben oder die Mittel dafür da sind.

Ich konnte mir damals im Botanischen Garten gerade so eben einreden, dass dort im angelegten, werdenden „Wald“ die noch zierlichen Sumpfzypressen bald grün werden würden, der Farn demnächst austreiben, in trockenen Bachläufen Wasser fließen würde und sich im aufgetragenen Geröll des Alpinums kleine Staudentriebe zeigen würden. Es half nichts, in dem Moment wirkten die Beete nichtssagend und das Gelände zwar großzügig, aber trotz leichter Höhenunterschiede in Form von Aufschüttungen eher fad. Die größte Aufmerksamkeit erregte damals bei mir neben den weißen Steckschildern das Unkraut im Alpinum. Das Kraut
ist robust und hatte sich breitgemacht. Das Zeug gedeiht bei kalten Temperaturen vielfach schon eher als der gewollte Rest …

So wie Ihnen die Umstände bezüglich Apfelbaum und Warten klar sind, so ließ sich für mich eindeutig festmachen, welche Umstände hinsichtlich Botanischer Garten und Missfallen anlagen. Es war ein rein temporäres Problem. Grund genug, später und vor allem zu einer anderen Jahreszeit wieder herzukommen.

Es hat tatsächlich gut vier Jahre gedauert, ehe ich den nächsten Versuch startete. Im Fall eines noch recht jungen Gartens verändern die zusätzlichen Wachstumsjahre das Gesamtbild merklich. Bäume legen in dieser Zeit nicht nur an Größe, sondern auch an Stammumfang zu, zunächst einzeln stehende Sträucher wachsen zu Gehölzgruppen zusammen, Lücken am Boden schließen sich langsam.
Für ein noch einmal komplett anderes Empfinden sorgt im Botanischen Garten das Einsetzen des Sommers.
Die Kahlheit der kalten Ruhesaison gerät in Vergessenheit. Wenn die Tage länger werden und die Sonne den Boden erwärmt, bricht es aus großen, dunklen Erdschollen unaufhaltsam hervor und plattes Land wird auf einmal zu einem 3D-Erlebnis. Alles drängt ungestüm ans Licht, will hoch hinaus …

Auf einmal lebt der Loki-Schmidt-Garten. Blütenmeer mit Farbenpracht, Blattvariationen, Düfte, Insekten, Wassergemurmel, das Spiel von Licht und Schatten … Futter für alle Sinne!
Und nun nimmt man sie wahr: Die belaubten Bäume, die vereinzelt zu sehr stattlichen Exemplaren heran-
wuchsen! Irgendwann ist es soweit, verstrichene Jahre haben dafür gesorgt, dass sich – besonders in der grünen Jahreszeit –  ein harmonisches Bild, zusammen mit all dem anderen neu Angepflanzten, ergibt. Die Gehölze verbinden, doch genauso gelingt es ihnen zu gliedern, und damit schaffen sie einzelne Bereiche innerhalb des Gartens. Sie lenken damit Ihren Blick! Früher schauten Sie stets ungebremst in die Ferne und hatten damit das meiste auf Anhieb überschaut. Etwas langweilig. Heute entdecken Sie hingegen Meter um Meter, tasten sich voran, das ist entschieden interessanter.

Hamburg - Loki-Schmidt-Garten (Szene am flachen Wasser)

Hamburg – Loki-Schmidt-Garten

 

Hamburg - Loki-Schmidt-Garten (Wasser, Moorbereich)

Hamburg – Loki-Schmidt-Garten

 

Hamburg - Loki-Schmidt-Garten - Am See

Hamburg – Loki-Schmidt-Garten – Am See

Mittlerweile kann ich der Anlage sogar im Winter viel Positives abgewinnen, denn das, was einem Garten in dieser Zeit Struktur und ein Gerüst verleiht, ist 37 Jahre nach dem Start in Klein Flottbek nun in einem ganz anderen Ausmaß vorhanden als beispielsweise in den ersten beiden Jahrzehnten seiner Existenz. Selbst in der kahlen Saison locken zahlreiche Stellen, denn im Laufe der Jahre sind neue Themen aufgegriffen und umgesetzt worden.

Hamburg - Loki-Schmidt-Garten - Idyll in der Nachmittagssonne ...

Hamburg – Loki-Schmidt-Garten – Idyll in der Nachmittagssonne …

 

Hamburg - Loki-Schmidt-Garten

Hamburg – Loki-Schmidt-Garten

 

Wenn Sie also in Hamburg einen Spaziergang im Grünen unternehmen möchten, dann sollte der Loki-Schmidt-Garten in Ihre engere Wahl kommen.

Hamburg - Loki-Schmidt-Garten - Wie ein Gemälde von Monet ...(Teichszene in typischen Farben)

Hamburg – Loki-Schmidt-Garten – Wie ein Gemälde von Monet …

Übrigens: Es gibt dort zwar keinen Spielplatz, trotz allem ist es gerade für jüngere Kinder ein sehr interessantes Terrain! Ich bitte das nicht so zu verstehen, dass Sie als Eltern auf Biegen und Brechen botanische Früherziehung betreiben sollen, ich erwähne es, weil der  Aufenthalt ein großes Vergnügen und Abenteuer ist, für Bewegung sorgt und Kinder dabei ganz nebenbei etwas lernen können. (Es gibt sogar eigene Veranstaltungen für Kinder!)

Hamburg - Loki-Schmidt-Garten (violette Bepflanzung)

Hamburg – Loki-Schmidt-Garten

Wieso interessant?
Sie hätten eine völlig falsche Vorstellung vom Botanischen Garten, wenn Sie sich einfach einen Rundweg vorstellten, der irgendwann abgelaufen ist. Einen Weg, an dessen Seiten es keinen Abzweig gibt, wo sich links uns rechts nicht viel hinsichtlich der Art der Bepflanzung ändert. Das wäre ermüdend. Kinder würden mit Recht am Ende drei Kreuze machen, froh, es endlich hinter sich zu haben.

Hamburg - Loki-Schmidt-Garten - Vielfältige Landschaftsformen ...(Heidebereich)

Hamburg – Loki-Schmidt-Garten – Vielfältige Landschaftsformen ….

 

Hamburg - Loki-Schmidt-Garten- Der kleine Kerl auf dem Topfrand wollte mit aufs Bild ... (junges Rotkehlchen)

Hamburg – Loki-Schmidt-Garten- Der kleine Kerl auf dem Topfrand wollte mit aufs Bild …

Tatsache ist jedoch, dass es unterschiedliche Themenbereiche gibt und dazu existiert ein großzügig angelegtes Areal, welches in seiner Gestaltung verschiedene Regionen der nördlichen Erdhälfte wiedergibt. Somit entsteht während eines Spaziergangs hier ein Moorgefühl, dort eine Vorstellung vom Dünenleben.

Hamburg - Loki-Schmidt-Garten

Hamburg – Loki-Schmidt-Garten

Auf leichten Erhöhungen bietet das Alpinum einen Eindruck von der Pflanzenwelt im Hochgebirge bevor ein Stückchen weiter die vorderasiatische Steppe wartet. Und von dort geht es nach China und Japan.
Der Japanische Garten entstand gleich zu Beginn der Anlage des Botanischen Gartens und wurde von Yoshikuni Araki kreiert. Das ist der Gartenarchitekt, der danach auch die Japangärten in Planten um Blomen gestaltete.

Der andere sehr interessante Weg führt Richtung Alaska, von dort südwärts durch die Rocky Mountains und die Prärie bis hinunter nach Florida. Thematisch und pflanzlich gesehen.

Wunderschön die Blütenpracht der Prärie im Sommer …

Hamburg - Loki-Schmidt-Garten - Der fruchtbaren nordamerikanischen Langgrasprärie (mit Stauden!) nachempfunden ....

Hamburg – Loki-Schmidt-Garten – Der fruchtbaren nordamerikanischen Langgrasprärie (mit Stauden!) nachempfunden …

 

Hamburg - Loki-Schmidt-Garten - Auch der Gelbe Sonnenhut (Rudbeckia fulgida) gehört in die Prärie ...

Hamburg – Loki-Schmidt-Garten – Auch der Gelbe Sonnenhut (Rudbeckia fulgida) gehört in die Prärie …

 

Hamburg - Loki-Schmidt-Garten - Sommerliche Blütenpracht (Juli-Sept.) in der Prärie ....

Hamburg – Loki-Schmidt-Garten – Sommerliche Blütenpracht (Juli-Sept.) in der Prärie ….

Ebenso so reizvoll und dabei einen vollkommen anderen Anblick bieten die Sumpfzypressen am Wasser (Florida, Everglades). Von ihren Zweigen hängt im Sommer häufig das Louisiana-Moos herab.
Araukarien fallen ins Auge, diese bizarr geformten, recht dunklen Koniferen, die typisch für Südamerika
(Chile)
sind und ihr Aussehen im Winter nicht ändern, womit wieder etwas gefunden wäre, wofür sich ein Entdeckungsgang auch in dieser Saison lohnt  …

Hamburg - Loki-Schmidt-Garten - Farne und ein Wasserlauf unter den Sumpfzypressen ...

Hamburg – Loki-Schmidt-Garten – Farne und ein Wasserlauf unter den Sumpfzypressen …

 

Hamburg - Loki-Schmidt-Garten - Im Reich der Sumpfzypressen ...

Hamburg – Loki-Schmidt-Garten – Im Reich der Sumpfzypressen …

Die kleinen verschlungenen Wege und Pfade durch das Unterholz, entlang an Bachläufen oder hinauf auf kleine Erhebungen, sie sind es, die besonders Kinder faszinieren und den Besuch spannend machen. Wer Libellen entdeckt, dicke Hummeln auf Präriestauden, Schmetterlinge, Fische im See und Teichhühner am Uferrand oder auch ein Eichhörnchen über sich an einem Zapfen knuspeln hört, der denkt nicht an „Wann
sind wir endlich fertig …?“, sondern ist ständig am Erforschen und Erkunden.

Loki-Schmidt-Garten - Eichhörnchen am knuspeln ... (auf dem Zweig einer Sumpfzypresse)

Hamburg – Loki-Schmidt-Garten – Eichhörnchen am knuspeln …

 

Hamburg - Loki-Schmidt-Garten - Parkidylle im Botanischen Garten - Wer genau hinschaut, entdeckt das Eichhörnchen wieder ...

Hamburg – Loki-Schmidt-Garten – Parkidylle im Botanischen Garten – Wer genau hinschaut, entdeckt das Eichhörnchen wieder …

Weitere Highlights für Kinder sind der geheimnisvolle Bambusgarten (gleich am Eingang links) und vor allem auch der Nutzpflanzenteil! Nutzpflanzen, das mag sich trocken anhören, ist es jedoch absolut nicht. Der Bereich stellt sich für den Besucher als „Anbaufelder in klein“ mit diversen Gemüse- und Kräuterarten dar. Wer keinen eigenen Garten hat, wessen Kinder bisher vielleicht nur TK-Packungen oder die Gemüseabteilungen im Supermarkt kennen, der kann dort vieles endlich einmal als komplette Pflanze erleben. Mit Grün, mit Blüte, mit Frucht. In luftige Höhe strebend (Dill) oder im Boden steckend (Zwiebeln).

Hamburg - Loki-Schmidt-Garten - Nutzpflanzenbereich (hohe blühende Kräuterpflanzen)

Hamburg – Loki-Schmidt-Garten – Nutzpflanzenbereich

 

Hamburg - Loki-Schmidt-Garten - Nutzgarten mit Zwiebeln und Konsorten ...

Hamburg – Loki-Schmidt-Garten – Nutzgarten mit Zwiebeln und Konsorten …

Dicke Kürbisse in allen Farben und Formen liegen am Boden, räkeln sich, im Blätter- und Rankenwirrwarr halb versteckt.

Hamburg - Loki-Schmidt-Garten - Nutzpflanzenbereich - Kürbis (gelb)

Hamburg – Loki-Schmidt-Garten – Nutzpflanzenbereich – Kürbis

 

Hamburg - Loki-Schmidt-Garten - Nutzpflanzenbereich mit Kürbissen und Zucchinis

Hamburg – Loki-Schmidt-Garten – Nutzpflanzenbereich mit Kürbissen und Zucchinis

 

Hamburg - Loki-Schmidt-Garten - Kürbis im Nutzgarten (orangerot)

Hamburg – Loki-Schmidt-Garten – Kürbis im Nutzgarten

Es gedeihen unterschiedlichste Salatpflanzen und zahlreiche Kohlsorten, es gibt diverse Möhrenarten, Würzpflanzen u. v. m.

Hamburg - Loki-Schmidt-Garten - Kohlsorten,, Salate, Gemüse und Kräuter im Nutzgartenbereich ...

Hamburg – Loki-Schmidt-Garten – Kohlsorten,, Salate, Gemüse und Kräuter im Nutzgartenbereich …

 

Die Liebhaber von Mittelmeerpflanzen kommen ebenso auf ihre Kosten, wie Rhododendronanhänger. Stauden-
freunde und Heilpflanzenfans werden fündig, auch diejenigen, die sich speziell für Bibelpflanzen interessieren. Wer Lust hat, kann im Tast- und Duftgarten fühlen und schnuppern. Nicht immer funktioniert jede Duftquelle – oder aber, meine Nase hat zwischendurch schlapp gemacht.

Hamburg - Loki-Schmidt-Garten- (gelb) an den Gewächshäusern

Hamburg – Loki-Schmidt-Garten

Selbst ein farbenfroher und sehr fröhlich wirkender Bauerngarten inklusive eines kleinen Bauernhauses ist vorhanden. In ihm ein Shop, der hauptsächlich am Wochenende geöffnet wird. Mit Kindern sollte man unbedingt um das Häuschen herum gehen. Dort steht noch allerlei uraltes Gerät, das sicher Gefallen findet!

Hamburg - Loki-Schmidt-Garten - Bauerngarten mit kleiner Kate

Hamburg – Loki-Schmidt-Garten – Bauerngarten mit kleiner Kate

 

Hamburg - Loki-Schmidt-Garten - Bauerngarten mit typischen Stauden wie Phlox, Cosmea, Schafgarbe (Achillea) etc.

Hamburg – Loki-Schmidt-Garten – Bauerngarten mit typischen Stauden wie Phlox, Cosmea, Schafgarbe (Achillea) etc.

In der Wüste …

Ich hatte auf meinem Spaziergang einen Vater mit seinem kleinen Sohn vor mir. Die Mutter samt kleiner Schwester im Tragesack hatten sie zeitweise abgehängt. Der junge Mann hatte ein bestimmtes Ziel: die Wüste. Der Wüstengarten der Loki-Schmidt-Anlage wurde 2005 eingeweiht, hat zwei große, inzwischen schon recht berühmte, leuchtendblaue Glaspyramiden, die der verstorbene Scheich und ehemalige Präsident der Ver-
einigten Arabischen Emirate spendete und erstreckt sich über eine Fläche von immerhin 3.000 m². In den Pyramiden findet sich Lesenswertes zum Thema.
Ein Teil des Wüstenbereichs beschäftigt sich mit der typischen Oasenlandwirtschaft, zeigt, wie der Mensch anbaut und begrünt, stellt jedoch ebenfalls Faktoren dar, die zur Wüstenbildung beitragen. Im restlichen
Bereich sind Pflanzen anzutreffen, die es im extrem Trockenen aushalten. Sukkulenten beispielsweise.
„Papa, wo geht das zur Wüste? Ist es noch weit?“
„Die ist dort drüben.“ Der Vater zeigte voraus und schwenkte die Hand leicht nach rechts. „Siehst du die Pyramiden?“, fragte er.
„Was ist das?“
Der Vater erklärte den Begriff, der Sohn entdeckte die beiden Glasspitzen.
„Neben den Pyramiden auf der rechten Seite. Da ist es.“
„Papa, müssen wir denn auf dem großen Weg gehen?“
„Nein, wir können auch hier den Pfad quer durch die Pflanzen hinauf nehmen und schauen dann vom kleinen Hügel auf die Wüste herunter.“
„Oh ja, so machen wir das!“ Der Nachwuchs war sofort einverstanden. „Papa, und in der Wüste, da sind dann die Kakteenen, nä?“
Ich gebe zu, ich horchte auf. Sind Sie auch so begeistert? Da kennt ein kleines Kind altersbedingt noch nicht die Bedeutung des Worts Pyramide, aber es weiß schon, dass das Wort Kaktus einen besonderen Plural hat. Weiß, das sind keine Kaktüsse oder Kaktüsser. Kann sich nur nicht mehr ganz entsinnen, wo das aufgeschnappte Wort genau endete. Ich finde, ein im Ansatz richtiger, nur noch einmal verlängerter Plural, ist gefühlt doch um Klassen besser als ein komplett falscher.

Die beiden pirschten sich durch die teilweise hohen Stauden eines großen Beets. Sie nahmen flott die leichte Steigung und warteten oben auf einer Bank auf die Restfamilie.
Als Mutter und Babyschwester die beiden erreicht hatten, fragte die Frau ihren Mann:
„Warum musstet ihr denn ausgerechnet hier entlang gehen?“
„Wieso?“, kam es erstaunt zurück.
„Na, ist seid mitten durch die Giftpflanzen …!“
„Echt? Hab ich gar nicht mitbekommen“, wand sich der Gemahl etwas unwohl heraus.
Bei Giftpflanzen wurde Sohnemann prompt hellhörig und ließ Kakteenen vorerst Kakteenen sein. Gift klang plötzlich interessanter.
So kam es, dass sich die Familie stattdessen das Beet erneut vornahm und diesmal ganz gezielt auf giftige Pflanzen aufmerksam machte und vor attraktiv aussehenden Früchten und Beeren warnte.

Es gibt so einige Pflanzen, die enorm verlockend aussehen!

Hamburg - Loki-Schmidt-Garten - Giftpflanzen - Ital. Aronstab (Arum italicum)

Hamburg – Loki-Schmidt-Garten – Giftpflanzen – Ital. Aronstab (Arum italicum)

 

Hamburg - Loki-Schmidt-Garten - Herbstanemonen (zählen ebenfalls zu den Giftpflanzen, ihr Pflanzensaft ist schwach giftig)

Hamburg – Loki-Schmidt-Garten – Herbstanemonen (zählen ebenfalls zu den Giftpflanzen, ihr Pflanzensaft ist schwach giftig)

Kakteenen. Ich habe sie gerade immer noch im Kopf … Pluralformen sind schon ulkig, oder? Wie war das gleich beim Kürbis? Nach dem Kaktusprinzip hieße der Plural Kürben bzw. Kürbenen. Und die Giftpflanze von eben? Mehrere davon? Aronstabse – oder lieber Aronstäber? Was halten Sie von Eisenhütern, die im Garten sprießen? Man könnte im Edelrestaurant einmal unschuldig nach Artischöckern fragen und als Nachtisch für alle Ananässer und Papayen bestellen …

Besondere Pflanzen …

Apropos Artischocke! Ich habe mir beim Herumspazieren im Loki-Schmidt-Garten noch etwas für Sie herausgepickt, was mir diesmal – in der zweiten Augusthälfte –  besonders gefiel.
Kennen Sie diese Pflanze?
Das ist eine Wilde Artischocke, auch Karde genannt (Cynara cardunculus), die ursprüngliche Form der Gemüseartischocke. Hat sie nicht traumhafte Blüten? Mir gefallen sie in jedem Stadium.

Ob noch als Knospe …

Hamburg - Loki-Schmidt-Garten - Sich entwickelnde Blüte einer Wilden Artischocke (Cynara cardunculus)

Hamburg – Loki-Schmidt-Garten – Sich entwickelnde Blüte einer Wilden Artischocke (Cynara cardunculus)

… voll erblüht ….

Hamburg - Loki-Schmidt-Garten - Wilde Artischocke, Karde (Cynara cardunculus) in Blüte

Hamburg – Loki-Schmidt-Garten – Wilde Artischocke, Karde (Cynara cardunculus)

 

… oder während des Welkens und Vertrocknens.

Hamburg - Loki-Schmidt-Garten - Auch beim Verblühen schön: Wilde Artischocke, Karde (Cynara cardunculus)

Hamburg – Loki-Schmidt-Garten – Auch beim Verblühen schön: Wilde Artischocke, Karde (Cynara cardunculus)

Die Früchte sind auch bei dieser Wildart essbar. Es heißt, unsere Geschmacksnerven werden von der Artischocke in einer Weise beeinflusst, dass danach getrunkenes Mineralwasser plötzlich süß schmeckt.
Schon ausprobiert? Tun Sie es ruhig, sie hat nur 17 Kalorien pro 100 g. Ihr Saft soll sich positiv auf die Cholesterinwerte auswirken und liefert einen kleinen Nachschub an Mineralien und Ballaststoffen sowie Eisen, Protein, Vitamin C und B6.

Wenn Sie Enzian und sein leuchtendes Blau mögen, werfen Sie einen Blick auf diese Variante. Es ist ein Schwalbenwurz-Enzian oder auch Schwalbenschwanz-Enzian (Gentiana asclepiadea), der auf engen Raum eine sehr ansehnliche Blütenanzahl produziert.

Hamburg - Loki-Schmidt-Garten - Enorm blau und voller Blüten: Der Schwalbenwurz-Enzian (Gentiana asclepiadea)

Hamburg – Loki-Schmidt-Garten – Enorm blau und voller Blüten: Der Schwalbenwurz-Enzian (Gentiana asclepiadea)

 

Während bei einigen Blüten dieses besondere Blau bekannt ist, hatte ich es noch nie bei Beeren oder Früchten einer Pflanze gesehen. Hier entdeckte ich die perlenartigen blauen Schönheiten an der Tasmanischen Flachslilie (Dianella tasmanica).

Hamburg - Loki-Schmidt-Garten - Blaue Perlen an der Tasmanischen Flachslilie (Dianella tasmanica)

Hamburg – Loki-Schmidt-Garten – Blaue Perlen an der Tasmanischen Flachslilie (Dianella tasmanica)

Die zierlichen Blüten, die früher im Jahr in Rispen angeordnet erscheinen, sind eher blau-violett.
Was mich interessieren würde, ist, wie die Staude aus „Down Under“ im Botanischen Garten die hiesigen Winter übersteht, denn offiziell kann sie Frost nur bis zu -7 °C vertragen. Sie schien neu gepflanzt. Ob Winterschutz an Ort und Stelle reicht – oder wird sie wieder hereingenommen bis zum Frühjahr?

Noch ein blauer Vertreter, der im Sommer lange blüht:

Eryngium amethystinum, der Stahlblaue Mannstreu …

Hamburg - Loki-Schmidt-Garten - Eine weitere blaue Zierde im Garten: Eryngium amethystinum, der Stahlblaue Mannstreu

Hamburg – Loki-Schmidt-Garten – Eine weitere blaue Zierde im Garten: Eryngium amethystinum, der Stahlblaue Mannstreu

 

Diese Lilie zeigt ihre verführerische Pracht zurzeit gleich im Eingangsbereich des Botanischen Gartens:

Lilium-Orienpet-Hybride „Scheherazade

Hamburg - Loki-Schmidt-Garten - Blüht gleich am Eingang in voller Pracht: Lilium-Orienpet-Hybride "Scheherazade" (rot-weiß-gelbe Lilienart)

Hamburg – Loki-Schmidt-Garten – Lilium-Orienpet-Hybride „Scheherazade“

 

Man könnte noch so viel zeigen, doch für heute soll es genug sein. Vielleicht führt Ihr Weg Sie einmal dorthin. Es ist eine sehr schöne und entspannende Art, sich Luft, Bewegung und etwas für die Sinne zu gönnen.

Hamburg - Loki-Schmidt-Garten - Blumenrabatte mit Dahlia-Hybride "Bednall-Beauty*

Hamburg – Loki-Schmidt-Garten – Blumenrabatte mit Dahlia-Hybride „Bednall-Beauty*

 

Sie können Ihr Ziel per Auto ansteuern, es gibt einen Parkplatz. Ein Bus hält vor dem Eingang. Doch wenn Sie mit der S-Bahn hinfahren, werden Sie schon am Bahnhof Klein Flottbek auf den Garten eingestimmt …

Hamburg - Der Zugang zur S-Bahn-Station Klein Flottbek mit Pflanzenmotiven an den Wänden ...

Hamburg – Der Zugang zur S-Bahn-Station Klein Flottbek mit Pflanzenmotiven an den Wänden …

 

Der Loki-Schmidt-Garten hat sich ansprechend entwickelt. Die natürliche Veränderung durch Wachstum, die Erlangung einer gewissen Reife, das ist ein Punkt, doch dank der vielen Menschen, die im Botanischen Garten wirken, die forschen, die Ideen umsetzen, die ständig Hand anlegen (und hier gibt es zu den Hauptamtlichen eine große Anzahl an ehrenamtlichen Helfern), dank ihnen ist es möglich, einer solchen Anlage wirklich Gestalt zu geben, ihr Leben einzuhauchen und sie vor allem auch am Leben zu erhalten!
Ich bin immer wieder erstaunt, wie finanziell alles bewerkstelligt wird, ohne dass bisher Eintritt verlangt wird …
So ist er der Botanische Garten allen zugänglich, und das ist eine feine Sache.

Damit möchte ich mich für heute verabschieden. Ich hoffe, Sie haben sich ein Bild vom Garten in Klein Flottbek machen können und würde mich freuen, Sie bald wieder hier zu treffen.

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© by Michèle Legrand, Sept. 2016
Michèle Legrand - freie Autorin

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Sommer in der Stadt: Im Stadtpark und bei Trude

Ich nutze momentan das schöne Wetter und bin draußen, wann immer es geht. Wer weiß, wie lange es so noch anhält, und mein Reservoir an Sommer und Sonnenschein, ebenso der Vitamin-D-Speicher, sie sind beide noch nicht aufgefüllt. Auch heute kamen beim Spazieren wieder etliche Kilometer zusammen. Jules Pédo, mein kleiner Schrittzähler, Sie erinnern sich vielleicht, hatte ordentlich zu tun und geriet bei der Hitze dementsprechend ein bisschen ins Keuchen.

Es reizt angesichts des blauen Himmels gerade ausgesprochen wenig, sich lange vor den Computer zu setzen. Ein halbes Stündchen werde ich mich jetzt allerdings doch an meinen Laptop begeben, um Ihnen ein paar aktuelle Eindrücke hierzulassen. Ganz frisch von unterwegs.

Hamburg - Stadtpark - Im Hintergrund das "Landhaus Walter"

Hamburg – Stadtpark – Im Hintergrund das „Landhaus Walter“

Eines meiner Ziele war der Hamburger Stadtpark. Dort präsentierte sich im großen Garten des Restaurants „Landhaus Walter“ eine Ausstellung mit dem Namen „Hamburg zeigt Kunst – Das Kreativfestival“.
Mehr als 150 Künstler zeigten an Stellwänden ihre Werke. Bilder, gemalt unter Anwendung unterschiedlichster Techniken auf Leinwand, Papier, aber auch auf Holzplanken! Gewebte Motive, als Collage erstellte Bilder, Werke mit plastischen Elementen, Gedrucktes, realistische und abstrakte Darstellung, überwiegend eigene Motive, aber auch Anleihen bei Gemälden alter Meister …  Und Fotografien gab es.
Es waren einige sehenswerte Bilder dabei, denen Ideen zugrunde lagen, die gut und ausgefallen waren und deren Technik sich ebenso abhob!
Also eine interessante Veranstaltung unter freiem Himmel, die mir gefallen hat – nur Urheberrechte, Persön-
lichkeitsrechte, Hausrecht und all die ganzen Dinge verhindern wieder einmal, dass Fotomaterial dazu nutzbar wäre.  Hin und wieder zeigten schon entsprechende Sticker mit durchgestrichener Kamera an der Stellwand, dass Fotografieren bei zumindest diesen Künstlern unerwünscht war. Ich habe mich daraufhin für entspanntes Schauen und nicht für gezielte Kontaktaufnahme und Einzelgespräche entschieden. Somit belasse ich es einfach bei der Aussage, dass Sie sich das Kreativfestival für ein eventuell nächstes Mal durchaus vormerken können. Es lässt sich zudem sehr gut mit einem Besuch des Stadtparks und einem längeren Spaziergang verbinden.

Stadtpark

Ich habe das große Gelände, die grüne Lunge der Stadt, hinterher komplett durchstreift. Sie können sich kaum vorstellen, was für ein Betrieb dort bei schönem Wetter herrscht! Dann wird spaziert, geradelt, gejoggt. Man trifft sich in Gruppen zum Grillen, was auf einer großen Wiese erlaubt ist. Die Grills stehen an solchen Sommertagen dicht an dicht, und über Stunden ziehen Rauchschwaden und Essensgerüche durch große Teile des Parks …

Hamburg - Sommerwetter und Hochbetrieb am Stadtparksee ....(Sonnenbader)

Hamburg – Sommerwetter und Hochbetrieb am Stadtparksee ….

 

Es wird sich gesonnt, es wird Fußball oder mit der Frisbeescheibe gespielt, gelesen, geklönt und Kinder-
geburtstag gefeiert. Besonderer Andrang herrscht rund um den Stadtparksee, den Menschen und Hunde gleichermaßen lieben.
Bei diesem Sommerwetter ist natürlich das daneben liegende Naturfreibad der absolute Renner.

Hamburg - Sommer am Stadtparksee ... (Im Hintergrund das Freibad)

Hamburg – Sommer am Stadtparksee – Im Hintergrund das Freibad

 

Hamburg - Stadtparksee

Hamburg – Stadtparksee

 

Am See gibt es weiterhin die Möglichkeit, sich Boote auszuleihen. Auch die Stehpaddler sind dort unterwegs. Die Idee zu rudern oder zu paddeln haben naturgemäß ein paar mehr Menschen. So hätte der Bootsverleih heute eindeutig zusätzliche Boote gebrauchen können …

Hamburg - Bootsverleih am Stadtparksee - Alle Boote sind unterwegs ... (leere Bootsstege)

Hamburg – Bootsverleih am Stadtparksee – Alle Boote sind unterwegs …

Als ich mich auf den Heimweg machte und zur  S-Bahn-Station Alte Wöhr ging, kamen mir von dort weitere Menschenmassen entgegen, die Picknickkörbe, Schüsseln, Decken, Klappstühle und Kugelgrills mit sich trugen. Der Stadtpark hatte also noch ein paar Besucher mehr aufzunehmen und unterzubringen …

TRUDE

Ich legte noch einen Halt am Barmbeker Bahnhof ein, denn dort fand an diesem Sonnabend direkt am Museum für Arbeit ebenfalls eine Sonderveranstaltung statt. „Barmbek schwingt – Das Hofsommerfest auf dem Bert-Kaempfert-Platz“. (Es heißt wirklich schwingt und nicht swingt.)
Nette Atmosphäre, doch völlig unabhängig davon steht auf eben diesem Außengelände ständig TRUDE – und die möchte ich Ihnen abschließend gern noch vorstellen. TRUDE ist eine Schildvortriebsmaschine und war zum Zeitpunkt ihres Einsatzes die größte der Welt. Wenn Schildvortriebsmaschine nicht auf Anhieb eindeutig klingt, dann denken Sie an den (neuen) Elbtunnel, den, durch dessen Röhren die Autobahn A7 führt und an Tunnel-
bohrmaschinen.

TRUDE steht für Tief Runter Unter Die Elbe.

Hamburg - TRUDE - (Museum für Arbeit in Barmbek) - Schneidrad der Schildvortriebsmaschine

Hamburg – TRUDE – (Museum für Arbeit in Barmbek)

Was Sie auf dem Foto sehen, ist das Schneidrad für die Bohrmaschine, die für den Bau der vierten Elbtunnel-
röhre
eingesetzt wurde. Zusammen mit dem Part der Anlage, an deren Spitze dieses Schneidrad montiert war, ergab sich für die Schildvortriebsmaschine eine Gesamtlänge von immerhin 60 Metern!
Das Rad hier hat einen Durchmesser von 14,2 m und wiegt für sich bereits 380 Tonnen, die komplette Maschine brachte es auf insgesamt 2000 t. Von Oktober 1997 bis März 2000 ackerte sich TRUDE unermüdlich unter der Elbe hindurch und schaffte es so, eine Röhre mit einer Länge von 2560 m anzulegen. Wenn man die Aus- und Einfahrrampen für die vierte Röhre mitrechnet, kommt man sogar auf eine Gesamtlänge von 4400 m.
Das Schneidrad konnte später nicht anderswo für weitere Zwecke und neue Projekte genutzt werden, weil TRUDE speziell für ihre Aufgabe unter der Elbe konzipiert war, d. h. für die dort herrschenden geologischen Verhältnisse entwickelt wurde. Anderswo wären TRUDEs 111 Schälmesser für weiches Gestein und 31 Rollenmeißel für Hartgestein vermutlich unangebracht und ihr Einsatz uneffektiv gewesen.
Vor der drohenden Verschrottung wurde TRUDE jedoch glücklicherweise bewahrt. Das Schneidrad wurde demontiert, in Einzelteilen zum jetzigen Standort transportiert und anschließend in halbjähriger Arbeit wieder zusammengesetzt. Nun steht es seit September 2001 hier.

Ende der Laptopzeit! Die halbe Stunde ist herum. Leicht drüber …  Ich muss mich etwas sputen,  denn gleich startet eine Sendung über die französische Atlantikküste auf arte, die ich mir sehr gern ansehen möchte.
Machen Sie es gut und haben Sie einen schönen Sonntag!

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Quellen für das Zahlenmaterial zu TRUDE:
Museum für Arbeit, Infotafel
Wikipedia-Artikel über Tunnelbohrmaschinen

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© by Michèle Legrand, August 2016
Michèle Legrand - freie Autorin - ©Fotograf Andreas Grav

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Vom Fällen, Folgen und Fabulieren …

Ein bisschen ulkig ist das schon. Erst ist es im Norden ewig trüb und nass. Man spürt, das innerliche Dibbern geht allmählich los. Es fehlen Licht und Wärme, es drängt einen unheimlich, wieder einmal länger spazieren zu gehen. Was wäre es doch traumhaft, den Stadtlärm etwas auszublenden, Frischluft zu tanken und umwerfend, obendrein ein paar Aufnahmen an einem freundlichen Ort zu machen. Trocken. Im Grünen. Im Bunten! Nach Zeiten grauen Himmels.
Mittlerweile kamen Sonne und sommerliche Temperaturen Anfang der Woche tatsächlich zurück, es klappte auch mit dem Plan des Losziehens. Doch nun kommt der Haken: Ich habe jetzt zwar reichlich Bildmaterial und den Kopf voller Ideen – was definitiv nach einem Blogpost für Sie riecht! – allerdings fehlt mir nun die Zeit, die neue Ausbeute zu sichten, Fotos zu bearbeiten und zig lose Gedanken einzufangen und zu sortieren.
Was tun? Inhaltliche Zugeständnisse machen oder eher Blogenthaltsamkeit üben? Flexibilität zeigen?
Es läuft auf letzteres hinaus. Halbheiten wären nicht das Wahre, andererseits ist mir trotz allem nach Bloggen! So treffen wir uns heute hier völlig zwanglos, ich lasse das mitgebrachte „Grünmaterial“ noch ein bisschen vor sich hin garen, und wir werfen uns stattdessen auf das, was die nasse Woche davor ergeben hat. Sind trotzdem unterwegs – und am Ende wissen Sie sogar, weshalb die Überschrift so heißt, wie sie heißt.

Während der Regen noch Dauergast im Norden war, musste ich an einem dieser Tage zur Mundsburg. Stellen Sie sich als Auswärtiger keinen Ausflug zu einem trutzigen, alten Gemäuer mit Ritterrüstung im Foyer vor, das alles gab es dort nie. Wir sind auch nicht auf dem Land, sondern direkt in Hamburg, dort wo die Stadtteile Uhlenhorst und Barmbek-Süd aufeinandertreffen.
Gehen Sie am besten gedanklich knappe 300 Jahre zurück. Zu der Zeit lebte ein Herr Mund (Johann Hinrich) in dieser Gegend, erwarb das Gelände der ehemaligen Immenhöfe und errichtete auf einem Teil des Grunds für sich ein ziemlich beeindruckendes Gebäude. Schon hatte es den Namen Mundsburg weg. Klingt auch netter als Protzbau. Diese Mundsburg gibt es zwar seit 1813 nicht mehr, doch Anfang der Siebziger Jahre unseres letzten Jahrhunderts, entstanden genau in dem Bereich drei Hochhäuser. Das Haus vorne an der Kreuzung steht sogar direkt am Platz der früheren Mundsburg und hat aus diesem Grund den alten Namen erhalten.

Hamburg - Die Hochhäuser aus den Jahren 1973-1975 an der Mundsburg (Mundsburg Tower vorne)

Hamburg – Die Hochhäuser aus den Jahren 1973-1975 an der Mundsburg (Mundsburg Tower vorne)

Wie Sie sehen, handelt es sich um sich ähnelnde Hochhaustürme, und der Begriff Burg hierfür erinnert mich gerade kolossal an manch touristische Ballungszentren, in denen Riesenhotels in diesem Stil erbaut wurden,
die man ihrerseits gern als Bettenburgen bezeichnet.
Die Häuser hier prägen das Stadtbild ganz enorm – verstärkt natürlich noch durch ihr gehäuftes Auftreten. Jeder sieht sie bereits aus großer Entfernung. Sie befinden sich gar nicht unmittelbar an der Außenalster, bis dahin sind es Luftlinie noch einmal ungefähr 1,5 km. Doch selbst dann, wenn jemand nicht dort, sondern irgendwo am gegenüberliegenden Alsterufer spaziert und über die ganze Wasserfläche hinüberschauen muss, fallen sie ihm sofort ins Auge. Man spricht nicht umsonst sogar heute noch von einer der höchsten Wohnanlagen nicht nur Hamburgs, sondern Deutschlands.

Hamburg - Außenalster - Die Mundsburg Tower von überall her im Blick ...

Hamburg – Außenalster – Die Mundsburg Hochhäuser von überall her im Blick …

 

Hamburg - Außenalster, Anleger Rabenstraße - gegenüber die Hochhäuser an der Mundsburg

Hamburg – Außenalster, Anleger Rabenstraße – gegenüber die Hochhäuser an der Mundsburg

Im linken Turm (am Winterhuder Weg) aus dem Jahr 1975, befinden sich z. B. 26 Etagen, die Gesamthöhe beträgt 97 m. Das Gebäude mit dem Namen Mundsburg an der Ecke (Kreuzung Winterhuder Weg/Hamburger Straße) wurde bereits 1973 fertiggestellt. Es hat sogar 29 Etagen und ist 101 m hoch. Die Tatsache hat mich etwas irritiert, denn lediglich vier Meter Höhenunterschied ergeben trotzdem gleich ganze drei Etagen mehr.
Es muss also bauliche Unterschiede bei Deckenhöhe sowie Anlage der Geschosse geben.

Heute liegt entlang der Hamburger Straße die sogenannte Hamburger Meile, ein Einkaufszentrum mit einer sich über sage und schreibe 700 m erstreckenden Einkaufszeile – oder Shopping Mall, wie es neudeutsch so schön heißt. Als Kunde trifft man dort auf ca. 150 Läden und ein großes Angebot an Cafés und Restaurants. Ein Kino mit zahlreichen Sälen ist vorhanden, Firmen haben sich in der Gebäudeanlage (im Office Tower) niedergelassen, Wohnungen befinden sich im sogenannten Apartment Tower sowie kleinere Mietwohnungen im Haus im Winterhuder Weg. Auch die Hamburger Verwaltung ist mit der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration wie auch mit der für Schule und Bildung präsent. Selbst das für mich zuständige Finanzamt Barmbek-Uhlenhorst hat dort seinen Sitz, weshalb mich mein Weg (so wie heute) ab und zu dorthin führt.

Vom Dach der Hochhäuser aus hat man einen sagenhaften Panoramablick. Am schönsten ist die Aussicht Richtung Wasser und Innenstadt. Das Leben auf dem Wasser, die grünen Uferzonen, ansehnliche Gebäude zu beiden Seiten und dann das sich Abzeichnen der Silhouette von Rathaus- und Kirchtürmen. Ich war vor ewigen Jahren ganz oben auf einem der Türme. Damals kannte ich jemanden, der dort arbeitete. Wahrscheinlich kann man heutzutage als Besucher des Zentrums nicht einfach nach Lust und Laune hinauffahren. Inzwischen wurden auf den Hochhäusern auch Antennen für den Mobil- und den Richtfunk installiert, was noch einmal gegen den öffentlichen Zugang spricht.
Es gibt jedoch seit einigen Jahren einen Beach Club, nur nicht oben auf der Dachterrasse eines Turms, sondern auf dem Parkdeck der Hamburger Meile in etwa 40 m Höhe. Auch von dort lässt es sich schon relativ weit schauen.

Bei Regen ist das alles natürlich eine ziemlich trübe und verhangene Angelegenheit. Ich möchte Ihnen daher außer Hochhäusern und viel Beton vor grauem Himmel noch den gut 100 Jahre alten U-Bahnhof Mundsburg (1906-1912 erbaut) zeigen, der schon vom Gebäudestil her und zusätzlich durch seine roten Fassade interessanter und farbenfroher wirkt.

Hamburg - U-Bahnhof Mundsburg

Hamburg – U-Bahnhof Mundsburg

Die Linie der U3 führt hier entlang. Früher, bis in die 70er Jahre hinein, hielten am Bahnhof Mundsburg auch mehrere Straßenbahnlinien. Heute immerhin noch Busse, und außerdem entstand auf dem Vorplatz mittlerweile eine Ausleihstation für die Nutzer des Stadtrads.

Hamburg - Der Turm der St. Gertrud Kirche

Hamburg – Der Turm der St. Gertrud Kirche

Was rechts gerade noch neben dem Bahnhof hervorlugt, ist der Turm der St. Gertrud Kirche. Die Kirche
(erb. 1882-85) ist sogar noch etwas älter als der Bahnhof und hat ihren Platz idyllisch gelegen in der Straße Immenhof direkt am Kuhmühlenteich.

Hamburg - St. Gertrud Kirche am Kuhmühlenteich (Uhlenhorst)

Hamburg – St. Gertrud Kirche am Kuhmühlenteich (Uhlenhorst)

Sie wirkt hoch, nicht wahr? Dennoch ist sie mit 88 m Turmhöhe niedriger als die Hochhausbauten an der Mundsburg.

Auf dem Weg dorthin kommt man übrigens an einem Drachen vorbei. Der ist genauso echt wie die Mundsburg.

Unechte Drachen in der Nähe von unechten Burgen ....

Unechte Drachen in der Nähe von unechten Burgen …

 

Doch zurück zur St. Gertrud Kirche. Sehen Sie die acht im Kreis um einen Baum aufgestellten Steinsäulen? Auf der einen Seite sind Namen zu entdecken, auf der Rückseite jeweils ein Ausspruch, der Luther zuzuschreiben ist. Die dort eingemeißelten Namen stehen stellvertretend für acht Gemeinden, die sich überlegt hatten, Martin Luther zu Ehren anlässlich seines 400. Geburtstags im Jahr 1883 einen Baum zu pflanzen. Die Luthereiche.
So weit, so gut. Nur betrachten Sie doch bitte einmal den Stamm der Eiche. Ein mittlerweile über 130 Jahre alter Baum? Hält diese Aussage ihrem kritischen Blick stand? Müsste der nicht …

Hamburg - Die Luthereiche an der St. Gertrud Kirche

Hamburg – Die Luthereiche an der St. Gertrud Kirche

Erwischt! Diese Eiche hier ist wesentlich jünger. Sie wissen, dass die Nachkriegswinter extrem kalt ausfielen.
In den frostigen Monaten des Winters 1945/46 musste die erste Luthereiche als Brennholz herhalten. Die Menschen froren einfach zu sehr … Später hat man den jetzigen Baum als Ersatz gepflanzt.

Als ich von dort aufbrach, wurde ich von einer Graugans, die sich mit Artgenossen am Kuhmühlenteich herumtrieb, verfolgt. Sie watschelte hartnäckig hinter mir her, was mir allmählich Sorgen bereitete, denn die Hauptstraße rückte immer näher. Ich stoppte, machte ihr mit dem nötigen Ernst klar, dass ich zur U-Bahn
gehen würde, woraufhin sie kurz nachzudenken schien und danach tatsächlich umdrehte.

Dort wo die Straße Immenhof wieder auf die Straße Lerchenfeld trifft, ist der Sitz der Hochschule für Bildende Künste (HFBK), Hamburg.

Hamburg - Die Hochschule für Bildende Künste (HFBK) am Lerchenfeld

Hamburg – Die Hochschule für Bildende Künste (HFBK) am Lerchenfeld

So, nachdem Sie mittlerweile wissen, wofür „Fällen“ (Eiche) und „Folgen“ (Gans) steht, fehlt nur noch der Begriff „Fabulieren“

Daheim angekommen, hatte es sich eingeregnet. Der Umstand brachte mich nach langer Zeit wieder einmal dazu, mich Twitter etwas ausgiebiger zu widmen. Seit 2009 bin ich mit von der Partie, doch im Vergleich zu den drei Anfangsjahren, werde ich heute vergleichsweise selten schreibaktiv und blende mich selbst zum Lesen nur kurz ein.
Ich kann dem Nachrichtendienst immer noch viel Positives abgewinnen, es gibt gelegentlich sogar wunderbare Gesten und sehr lobenswerte Aktionen! Zudem finde ich die Menschen, die ich damals mochte, immer noch genauso nett, freue mich über diverse weltweite Kontakte, schätze weiterhin schnelle Informationen, Neuigkeiten, erheiternde Tweets …
Doch für mich hat sich im Vergleich zur Anfangszeit eindeutig zu viel in eine Richtung verändert, die mir gar nicht behagt. Zu unkritisches Betrachten und ungeprüftes Verbreiten, zu viel Pöbelei, überzogene Selbstdarstellung und häufig sehr plumpe, äußerst aufdringliche Selbstvermarktung. Zu viel, was sich ewig wiederholt, zu viel Nachahmerei. Reichlich Häme, Respektlosigkeit, krankhaftes Heruntermachen. Dazu die mehrheitlich herablassenden Begleittweets zu diversen Fernsehsendungen, automatisches Mitgeschrei,  absolut Nichtssagendes, die immergleichen Sinnsprüche und Weisheiten, die als Eigenwerke herüberkommen sollen.
Wohlgemerkt, Twitter ist nicht nur so! Doch Ungemütlichkeit und Lärm haben massiv zugenommen.

In den ersten Jahren nach Twittereinführung und noch bis etwa 2011/2012 machten das beschriebene Verhalten und entsprechende Inhalte einen verschwindend geringen Anteil am Gesamtgeschehen aus. Das Hauptaugenmerk lag eindeutig auf anderen Dingen. Information, Spontaneität, Originalität, Authentizität, Austausch. Zurückblickend habe ich den Eindruck, die Likes für einen Tweet und seine Weiterverbreitung (Retweet) spielten zunächst absolut nicht die Rolle, die sie heute spielen. Starallüren, die Liebäugelei mit der Internetberühmtheit, das wilde und vor allem völlig wahllose Ansammeln von Folgern etc. waren nicht dermaßen verbreitet, Lorbeeren ernten keine Sucht, Wetteifern verlief lange nicht so verbissen. Aber auch dieses hin und zurück Gefälligkeitstweeten und das Fav-ich-dich-favst-du-mich-Verhalten (Inhalte unwichtig) kamen erst viel später auf.
Ich möchte fast behaupten, das persönliche Twitterverhalten, die Tweetinhalte etc. waren nahezu frei von Erwartungen und Hintergedanken. Vorbedingungen? Eine Strategie? Nicht vonnöten. Vorrang hatte der Spaß an der Sache. Und der ist – zumindest mir – in beträchlichem Maß abhanden gekommen.
Wenn ich heute Tweets aussende, dann sind es kleine Anmerkungen zu Alltagssituationen, zu persönlichen Erlebnissen – gern mit einem Hang zum Komischen. Es sind Fotos mit einem Kommentar. Oder es ist zwischendurch etwas über den bei mir aktuell veröffentlichten Blogpost dabei. Der Tweet mit Link kommt aber nur ein einziges Mal in die Timeline und wird nicht über Wochen alle paar Stunden erneut auf die Menschheit losgelassen.

Damals habe ich das interessierte und ernsthafte Kommunizieren miteinander genossen und ansonsten – außerhalb von Gesprächen – ganz bewusst und völlig ungeniert Unsinn getwittert. Wortspielereien. Das fließt mir in dieser Form heute nicht mehr so frei aus der Feder, was ein Zeichen dafür ist, dass mir das Brett, an das ich etwas heften soll, offensichtlich nicht mehr so zusagt. Die Distanz hat sich vergrößert. Es ist überhaupt sehr abhängig von der Tagesverfassung, ob ich Twitter aufrufe oder nicht. Ich bevorzuge für den Fall generell Listen, die ich dann gezielt durchgehen kann. Nach Personen, Sprachen oder Themen unterteilt. Ungefiltert ertrage ich das nicht mehr. Da wird man förmlich erschlagen …
Listen mit fixen Teilnehmern hingegen helfen mir, dass ich Kontakte nicht aus den Augen verliere, garantieren, dass ich Inhalte finde, die mich interessieren. Oder Twitterer und Tweets, über die ich herzlich lachen kann.

Vor kurzem kursierten zu meiner Überraschung Retweets einer Reihe von mir teilweise völlig entfallenen eigenen Uralttweets. Alle sechs oder sieben Jahre alt. Follower hatten sie irgendwo wieder hervorgekramt. Beispiel gefällig? Das verschafft Ihnen eine Vorstellung davon, was Ihnen heutzutage (sollten Sie bei Twitter aktiv sein) von meiner Seite erspart bleibt. ^^

Die alten Fabulierzeiten  /  @ ladyfromhamburg auf Twitter

  • Steht ein Stier am Strom und starrt auf den Stör. Sagt der Stör:
    „Stier nicht so, du störst!“

  • Bekommt ein Pudel eine neue Frisur verpasst, die danach Trend wird,
    wird der Pudel dann zum Setter?

  • „Er lag in den Wehen und stöhnte.“
    „Er …?“
    „Ja, sicher! Der Kerl fiel angetrunken in den Schnee. Bein gebrochen …“

  • Sprach die Scholle barsch zur Forelle: „Du sollst nicht immer so in den
    Karpfenteich hechten!“

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Und damit wünsche ich Ihnen ein schönes Wochenende! Schluss für heute. Das nächste Mal geht es via Blog auf blühendes Terrain. Vielleicht sind Sie wieder mit von der Partie.

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PS:
Sollten Sie weitere (sogar sonnige) Bilder sehen oder mehr zum Kuhmühlenteich nebst Kirche u. a. lesen wollen, so wäre dieser Beitrag von 2013 noch interessant für Sie:

Unterwegs entdeckt – Alle machen’s: Marienkäfer, Bulldoggen, Polizisten, Angler …

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© by Michèle Legrand, August 2016
Michèle Legrand ©Foto Andreas Grav (Ausschnitt)
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Der Verband …

Sind Sie eigentlich mehr ein mitfühlender Mensch oder eher der etwas schadenfrohe Typ?
Tatsächlich? Immer lieb und verständnisvoll?
Wie sieht es aus mit gelegentlich nur schwer unterdrücktem Grinsen?
So ein klein wenig? Nein? Nie …?
Falls Sie sich und Ihr Verhalten nicht genau einschätzen können und Unsicherheit bezüglich des Typs
herrscht, dürfen Sie Ihre spontane Reaktion auf eine Begebenheit gleich hier testen.

Sie saßen gestern mit mir in der U-Bahn. Eine jüngere Mutter neben mir auf der Zweiersitzbank,
gegenüber auf den beiden Plätzen hatten die Tochter und der Vater des Kindes Platz genommen.

„Kann ich mal die Tüte haben?“, fragte die ca. Sechsjährige.
„Welche denn?“, wollte meine Sitznachbarin wissen.
Die, wo die Pferde drin sind“, sagte die Kleine.
Ihre Mutter suchte in den diversen Taschen, nahm schließlich aus einem der Beutel eine noch original
verpackte Bettwäschegarnitur und reichte sie hinüber. Leuchtende Augen! Pferdebettwäsche! Der Traum
vieler weiblicher Wesen – zumindest in einem bestimmten Alter. Sie strich liebevoll mit den Fingern über
die durchsichtige Plastikfolie und schmachtete den darunter zu sehenden Pferdekopf an. Rundlich und freundlich wirkte er. Ein sehr sanfter Blick gehörte dazu. Die wuschelige Mähne hing in langen Fransen bis
über die dunklen Kulleraugen. Ein Pferdefan findet das ja ungemein attraktiv.
„Mama, kann ich das aufmachen?“
„Warte doch bis wir zu Hause sind, Jasmin.“
„Och, nöö … Kann ich nicht ein bisschen …? Ich will nur das Pferd fühlen.“
Das Pferd? Nun, ein Pferd auf Stoff schien auf jeden Fall „echter“ und somit fühlbarer zu sein als eines unter Plastikfolie.
„Also gut“, gab ihre Mutter nach, „du kannst zum Reingreifen die Packung oben öffnen. Siehst du, hier …
Aber nichts rausziehen!“

„Okay.“
Das Kind war beschäftigt, die Eltern bald in eine rege Unterhaltung verwickelt. Die Packung hatte oben als Verschluss eine überlappende und an der Packungsrückseite anhaftende Plastiklasche, die zusätzlich über die gesamte Breite noch mit einem Tesafilmstreifen gesichert war. Die Kleine hielt das nicht auf. Sie pulte geduldig den Anfang des Streifens los und zog ihn danach komplett ab, ohne dass sich das Ding verzwirbelte oder an ihr haften blieb. Sie nahm rechtzeitig die zweite Hand zur Hilfe und hielt den Streifen nun – straff gespannt – links und rechts jeweils an den Enden fest.
„Mama …?“
Loswerden wollte sie den Klebestreifen natürlich schon irgendwie. So konnte sie ihr Pferd nämlich nicht befühlen. Mama war jedoch in ihr eigenes Gespräch vertieft und bekam nichts mit. Hörte der Vater vielleicht besser?
„Papa, du …?“
Der war offensichtlich ebenso gefangen von der gemeinsamen Unterhaltung mit seiner Frau.
„Papa …, soll ich dir einen Verband machen?“
Es schien sich mehr um einen Automatismus zu handeln, dass sein Kopf sich bewegte und er zustimmend nickte. Seine Tochter wickelte daraufhin das klebrige Ding mit Geschick und Hingabe rund um seinen Arm, irgendwo auf halber Höhe zwischen Ellenbogen und der Armbanduhr. Der neue Verband lag eng an. Sie
drückte den Streifen ringsherum noch zusätzlich ein bisschen fest. Bildschön war es geworden …
„Mama, Papa, guckt mal …!“
„Toll, Jasmin“, erwiderte Mama. Nur schaute sie zu diesem Zeitpunkt gar nicht bewusst hin.

Die Kleine widmete sich nun zufrieden dem Pferd auf dem Stoff und wieherte ab und zu fröhlich vor sich hin.
Drei Stationen später ging es für die Familie ans Aussteigen.
„Jasmin, gibst du mir bitte die Bettwäsche wieder. Ich muss sie jetzt wegstecken.“
Beim Versuch, die Verpackung zu verschließen, fluppte die Lasche prompt wieder hoch.
„War da nicht noch etwas zum Zukleben?“, erkundigte sich Jasmins Mama.
„Das hat Papa doch jetzt als Verband!“, meinte Töchterlein daraufhin sehr stolz.
Zwei Elternaugenpaare richteten sich auf besagten Verband.

Und dann hätten Sie das Entsetzen sehen sollen, als der Vater bemerkte, dass sein stark behaarter Unterarm äußerst sorgsam umklebt worden war! Offenbar kamen alte Erinnerungen an schmerzvolle Pflasterent-
fernungen oder eventuell sogar an tatsächlich erlittene Enthaarungsdramen unvermittelt wieder hoch …
Er fluchte los, bekam sich wieder unter Kontrolle und zupfte schließlich äußerst zaghaft an einem Ende des Klebestreifens. Ihm fehlte der Mut, diese Fummelaktion fortzusetzen – ganz zu schweigen vom Mumm, den Streifen einfach beherzt herunterzureißen!
Jasmin verstand die ganze Aufregung natürlich überhaupt nicht, die Mutter wiederum verkniff sich krampfhaft ein Lachen. Sie kämpfte vorbildlich um ihre Beherrschung, was ihr auch auf bewundernswerte Weise bereits nach Sekunden gelang.  Sie schaffte es daraufhin sogar, ihren Mann mit der Aussicht auf ein daheim durch vorheriges Einweichen schmerzfreies Abnehmen seines Verbandes“ zu beruhigen.
Ja, ja, die kleine Dramen des Alltags …

Wie fiel denn nun Ihre spontane Reaktion aus? Kam Mitleid mit dem Manne auf? Nein, oder? Mitleid bringt auch nichts. Aber vielleicht ein Quäntchen Mitgefühl? Und trotzdem dieser Anflug eines leichten Grinsens? Nebst einer Prise Erleichterung, dass es jemand anderen traf? Na, nun rücken Sie schon damit heraus …

Was der Test bei mir ergab? In dieser Situation zumindest war ich eindeutig ein Mischtyp …

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© by Michèle Legrand, August 2016
Michèle Legrand - Michèle. Gedanken(sprünge) @wordpress.com

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Sammelleidenschaft …

Ich kam diese Woche in meinem Viertel an einer Apotheke vorbei. Die Auslage im Schaufenster war auf das Thema Urlaubszeit zugeschnitten. Was sollte man vor dem Aufbruch in die Ferien bedenken, was für alle Fälle in seiner mobilen Reiseapotheke mit dabei haben. Was tun im Fall von Reisekrankheit? Sie kennen bestimmt auch Leute, die im Flugzeug grün werden …
Gestatten Sie mir eine Frage, bevor ich fortfahre? In der Auslage Ausgestelltes bringt mich gerade darauf.
Sind Sie Sammler? Oder haben Sie früher einmal eifrig bestimmte Dinge zusammengetragen?

Vielleicht werden Sie jetzt fast unmerklich die Brauen heben und sich fragen, was genau gerade mit Sammeln gemeint ist. Aktiv sammeln? Intensiv und ernsthaft? Nur zum Betrachten oder auch zum Benutzen? Oder geht
es eher um das etwas gebremste, passivere Sammeln, d. h. ein unaufgeregtes Zugreifen, wenn es sich gerade
so ergibt und einem etwas über den Weg läuft? Keine Recherche vorab, kein Suchen nach neuen Quellen?
Ein gewisser Sammeltrieb, aber keine Sammelwut?
Schließlich die Frage, welche Sammelobjekte überhaupt zur Debatte stehen. Matchbox-Autos? Tote Fliegen? Hubschrauber? Alte Fliedersorten? Fahrradklingeln? Toaster? Der SPIEGEL?
Sie haben völlig recht, wir sollten es konkretisieren.

Ich meine zum einen nicht dieses sich von nutzlosem oder altem Plunder nicht trennen können oder gleichgül-
tiges und nahezu wahlloses Aufbewahren bis in alle Ewigkeit. Also kein Sammeln im Sinne von horten! Dabei entsteht höchstens eine Faulheits- und Raumzustellsammlung oder – sobald es krankhafte Züge annimmt (Stichwort Messie) – bei Zwangssammelitis mit Stapelmanie eine zunehmende Vermüllung.
Streichen Sie gedanklich also bitte sämtliche Zeitungsstapel, Kartonagen und Pfandflaschen im Keller oder sonstige „gesammelten“ Dinge, die einfach noch da sind, weil sich bisher keiner erbarmte, sie zu entsorgen.
Es muss schon etwas sein, was mit Kalkül zusammengesucht wurde und für den Erhalt gedacht ist.

Ich meine zum anderen hier und heute ebenfalls nicht das Sammeln von berühmten Gemälden, einmaligen Antiquitäten, Riesendiamanten, historischen Erstauflagen, extrem seltenen Oldtimern, Luxusyachten oder ähnlichen Objekten, für deren Erwerb jemand zunächst Milliardär sein müsste, um dann aus dieser Situation heraus, gewissermaßen unter Druck geraten, forsch und sammelwütig loszulegen, weil das Kapital ja irgendwie angelegt werden muss.

Mir schwebt noch nicht einmal das Sammeln überhaupt gekaufter Waren vor. Vergessen Sie daher ebenfalls Überraschungseier, Diddl-Maus-Schreibblöcke, CDs, Star-Wars-Fanartikel, Handys, Handtaschen/Schuhe bestimmter Hersteller, Hutnadeln, Zinnfiguren, Teddybären, Sonnenbrillen, Krimis, Fingerhüte, Kuhglocken etc.
Was dann noch bleibt?
Es geht um das Ansammeln von Gegenständen, die nahezu kostenfrei zu beziehen sind. Ich denke an eine lässig bis eifrige Kollektion von Gratisbeigaben, Proben, Werbeartikeln oder von nicht direkt Abfall, aber doch zumindest bestimmten Überbleibseln eines Produkts.

In diesen Bereich gehören ganz eindeutig ebenso die Dinge mit Erinnerungswert wie Ansichtspostkarten, erhalten von urlaubenden Familienangehörigen, Freunden und Bekannten. Genauso zählen dazu die Tickets besuchter Konzerte, entwertete Fahrkarten (Rom), Eintrittsbelege (Louvre), Fremdwährung in Münzform (Einzelstücke – als Reiseandenken und weil das Motiv schön ist) …
Mögliche weitere Sammelobjekte wären die unterwegs ergatterten Streichholzheftchen und -schachteln, Bierdeckel, Korken, alte Telefonkarten, zusammengetragene Rezepte, aber auch Banderolen von Zigarren. Ach ja, und es gelten sämtliche Sammelteile natürlichen Ursprungs, seien es nun Milchzähne, Haarlocken oder etwas aus der freien Natur wie Kiesel, Hühnergötter, Lavabrocken, Muscheln, Federn, Blüten und Blätter, bizarr geformte Wurzeln, Kastanien, Fossilien

Wir haben es inzwischen ziemlich stark eingegrenzt. Somit müsste die eingangs gestellte Frage nun korrekt so lauten: Haben oder hatten Sie eine Schwäche für bestimmte Dinge, die zu sammeln für Sie absolut keine hohen Ausgaben nötig machte? War der Wunsch danach so ausgeprägt, dass Sie zumindest eine Zeitlang auf Beutezug gingen?
Lassen Sie mich raten …
Haben Sie Duploriegel geplündert und die Sticker gesammelt? Die Blumen von der Pril-Flasche gepult?
Kleine Figuren aus Cornflakes-Packungen gerettet? Nein? Dann haben Sie womöglich ganz bestimmte Briefe mit seidenen Bändern umwickelt und in liebevoll verzierten Kartons aufbewahrt. Auch nicht?
Ich hab’s! Sandproben! Haben Sie die archiviert? Eher Wolkenfotos? Eventuell haben Sie ja auch sämtliche Artikel zu Ihrem Leib- und Magenthema ausgeschnitten und in Ordner geklebt. Penibel gelistet. Ja?
Sie müssen nichts ausplaudern, wenn es ein Geheimnis bleiben soll, aber ich verrate Ihnen zwei, drei Beispiele der Kategorie „nahezu kostenfrei“,  die ich als Kind und Jugendliche gesammelt habe bzw. in späteren Jahren eine Weile reizvoll fand, das Sammeln allerdings ab einem gewissen Zeitpunkt nicht weiter verfolgte. Sie werden das Warum mit Sicherheit gleich besser nachvollziehen können.

Es fing ganz bescheiden an. Ich hob als Kind irgendwann einige Briefmarken auf. Hatte sie zunächst in einer Art Schatzkästchen. Nach einer Weile gesellte sich ein kleines Album zum Aufbewahren hinzu. Als meine Oma auf meine Vorliebe aufmerksam wurde, erhielt ich von ihr die Marken aller Briefe, die ihre Schwester ihr regelmäßig aus der ehemaligen DDR schickte. Dort gab es neben den – wie bei uns damals fast ausschließlich üblichen –  meist recht nichtssagenden Politikerköpfen (oft als Zeichnung) oder etwas hölzern wirkenden Bildchen mit geometrischen Mustern außerdem jede Menge wirklich schöner Pflanzen- und Tiermotive. Ganze Serien! Ich würde durchaus behaupten, dass ich Vogelarten anfangs hauptsächlich durch die Abbildungen auf ostdeutschen Briefmarken kennengelernt habe.
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Briefmarken der ehemaligen DDR mit Vogel- und Tiermotiven
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Als Anni, Omas Schwester, hörte, was mich erfreute, bekam ich noch einige Marken extra. Das waren die, die sie daraufhin in ihrer Familie sammeln ließ und zusätzlich in das Kuvert legte. Was den Brief natürlich schwerer und das Frankieren teurer machte und folglich automatisch die Anzahl der Marken darauf noch einmal erhöhte.
Briefmarken der ehemaligen DDR mit Tiermotiven
Ich habe nie profimäßig gesammelt. Nie einen festen Plan gehabt, als Kind zumindest nie eine Pinzette benutzt, keine druckfrischen Blöcke bevorzugt, nie den MICHEL-Katalog gefilzt, um Preise zu prüfen. Oh, ich war durchaus vorsichtig mit ihnen, aber der Zackenrand interessierte mich nicht so brennend. Ich schaute mir einfach gern die Motive nach Themen sortiert im Album an. Es formten sich spontan kleine Geschichten im Kopf …
Später war es meine Mutter, die lange Zeit aus dem Büro einer Schuhimportfirma Briefmarken mit nach Hause brachte. Von da an waren Marken aus Italien und ebenfalls bunte und phantasievolle Motive aus dem asiatischen Raum angesagt. Ich fand es immer wieder verblüffend, wie unterschiedlich die Motivauswahl der einzelnen Länder ausfiel.

Meine Oma hatte das Sammeln irgendwann so verstanden, dass sie meinte, sie würde mir mit zusätzlich im Fachhandel gekauften, zellophangeschützten Marken eine Freude zum Geburtstag machen, doch ich konnte sie gerade noch davon abbringen.
Das wollte ich gar nicht!
Ich hatte nie den Ehrgeiz, Serien komplett zu bekommen. Ich empfand auch keinesfalls den Drang, meine Sammlung unbedingt auf Philatelistentreffen zu erweitern oder dort zu tauschen. Ich verschenkte Duplikate unter Schulfreunden und das war’s. Wenn von ihnen jemand im Gegenzug eine für mich hatte, umso besser. Doch es war keine Bedingung. Es ging auch nie um „Wertausgleich“. Ich freute mich einfach riesig über ein besonderes Motiv, und es war mir herzlich egal, aus welchem Land die Marke kam, ob es sie häufig oder selten gab und ob ein richtiger Sammler diese belächelte oder nicht.
Wenn mir ein Bild extrem gut gefiel, dann hob ich die Marke selbst dann auf, wenn sie leicht eingerissen war. Ooooh! BANAUSE! Ja, ja, ich weiß … ^^ Nur jeder hat eben seine eigenen Prioritäten, und Sammeln hat schließlich stets mit Liebhaberei zu tun, aber nicht zwangsläufig immer mit Perfektionismus.

Sammeln hat für mich übrigens ebenso mit entspanntem Zeitvertreib zu tun. Mich hat es amüsiert, wenn ich beim Anschauen meiner Neuzugänge entdeckte, dass Boris Becker auf einer Marke aus Paraguay zu sehen war …
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Briefmarken - Boris Becker auf einer Marke aus Paraguay ...
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Und schauen Sie hier! So hat meine Oma das Kaufverbot für Marken geschickt umgangen: Mein Opa und sie haben mir aus ihrem Spanienurlaub einen Brief geschickt. Wenig Text innen, aber dafür außen „vollgetackert“…

Alter Brief aus Spanien mit kompletter Briefmarkenserie ...
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Während ich in einer international tätigen Firma arbeitete, legte in den ersten Jahren zunächst der Seniorchef seine Hand auf sämtliche Marken der eingehenden Post. Doch der Begriff Senior verrät Ihnen bereits, der gute Mann war nicht mehr ganz so jung. Als der Ruhestand ihn und seine Hand entfernte, rückte ich quasi in der Hierarchie nach. Nun bekam ich die Marken. Viele! Die Folge war, dass bei mir schon nach wenigen Monaten eine Art Widerwillen gegen neue Haufen hochkam. Es artete alles in richtiger Arbeit aus. Wie sollte man bloß hinterherkommen mit all dem Sichten, Aussortieren (es wiederholte sich sehr viel), Abweichen, Trocknen und Einordnen in Alben … Und wollte ich das überhaupt? Da war gar keine Zeit mehr für das Entstehen und Vorbeiziehen der wunderbaren Geschichten!
Ich zeigte die weiße Flagge, was wiederum einen anderen Kollegen beglückte. Die Firma hatte einen neuen Markenabnehmer …
Und heute? Ich hebe zwar hin und wieder noch eine Marke mit ungewöhnlichem Motiv auf, doch das geschieht definitiv zu selten, um noch als vollwertiges Sammeln durchzugehen.

Eine andere kleine Schwäche entwickelte ich für bestimmte zierliche Glasflakons. Diese Parfumminiaturen zogen mich an! Die Miniexemplare, die den kunstvollen Originalflakons bis ins Detail glichen!
Es gab sie geraume Zeit als Beigabe in Parfümerien und Drogerien, zumindest, wenn man einen etwas umfangreicheren Einkauf getätigt hatte oder dort als Stammkunde bekannt war. Ich ging deshalb nicht extra öfter einkaufen, freute mich dafür allerdings umso mehr, wenn es wieder soweit war und mir mit einem Lächeln ein neuer kleiner Flakon über den Verkaufstresen gereicht wurde.

Glasflakons - ParfumminiaturenDas Ergänzen weiterer Miniaturen hörte für mich in dem Moment auf, als der Handel bemerkte, dass mittlerweile viele Kunden diese Beigaben liebten, das Sammeln der kleinen Flakons um sich gegriffen hatte und es sogar schon besondere Setzkästen dafür gab. Man war wohl plötzlich der Ansicht, mit den gläsernen Objekten der Begierde müsste sich – verdammt noch mal! – doch Geld machen lassen. Und siehe da, von heute auf morgen war es vorbei mit den Geschenkminiaturen.
Bitte? Gratis? Ja, wo kommen wir denn da hin!
Die Proben gab es fortan nur noch zu kaufen. Es geschah gleich auf die protzige Art und Weise; in recht teuren und überkandidelten Geschenkschachteln mit drei, sechs oder noch mehr Flakons. Es sollte sich ja lohnen.
Mir verging die Lust. Gar nicht so sehr deshalb, weil ich hätte zahlen müssen, sondern eher aus dem Grund, dass die Verpflichtung bestand, gleich mehrere Teile auf einmal zu kaufen und der betreffende Gegenstand dabei obendrein plötzlich zu einem Massengut wurde. Jeder Käufer hatte nun (Entschuldigung, ich muss kurz gähnen) die exakt gleichen, vom Handel bestimmten Minimodelle, und wenn etwas alle war, wurde eben nachgeordert. Doch wenn das Angebot in seiner Vielfalt eingeschränkt wird und zugleich die dann bestehende geringe Auswahl mit einem Mal im Überfluss vorhanden ist, wird vorher Attraktives unattraktiv, denn es verliert seine Besonderheit.

Sammelobjekt und -umstände hatten sich für mich damals massiv verändert. Natürlich waren die Flakons nicht plötzlich hässlich oder völlig reizlos, doch der Spaß an der Sache, die Vorfreude auf eventuell Kommendes, die Unkenntnis darüber, was es wohl diesmal sein würde, genauso wie einfach die pure, fast kindliche Freude, eine besondere Aufmerksamkeit, ein Geschenk zu erhalten – all diese Gefühle waren abhanden gekommen.
Sammeln ohne jegliche Gefühlsregung ist sinnlos. Sammeln ohne Leidenschaft ist wie Sammeln ohne Grund. Fast noch schlimmer! Man kann es sich gleich sparen. Es muss einen inneren Antrieb geben! Eine Faszination, Erfüllung, etwas, das zum Weitermachen verleitet.

Einige Sammler, die sich einem bestimmten Gegenstand verschrieben haben, verspüren einen besonderen Ehrgeiz. Sie sind hungrig danach, immer weiter die Sammlung ergänzende Teile aufzuspüren, etwas irgendwann einmal zu komplettieren. Oder träumen davon, zumindest derjenige zu sein, der in einem bestimmten Bereich die meisten Sammelstücke vorweisen kann.  Andere wiederum sammeln, weil ihnen vor allem der Kontakt zu und Austausch mit Gleichgesinnten Spaß macht. In Internetzeiten ist dies so einfach wie nie zuvor. Wer früher einen Aushang beim Krämer anheftete und auf Resonanz aus der Region hoffte oder teuer eine Annonce in den Heimatspiegel setzte, um endlich Tauschpartner für seine Oblaten, Münzen oder Briefmarken zu finden, der surft heute weltweit und findet in Sekundenschnelle andere Sammler mit dem gleichen Hobby.

Sie erinnern sich an die am Anfang erwähnte Auslage im Schaufenster der Apotheke? Passend zum Thema Reisekrankheit wird dort im Moment als Leihgabe eine Sammlung ausgestellt. Sie dürfen dreimal tippen, um welchen Sammelgegenstand es geht …
Es ist eine Spucktüten-Sammlung!

Spucktütenausstellung in der Adler-Apotheke in Wandsbek - Juli 2016 (Air-Sickness-Bags)

Spucktütenausstellung in der Adler-Apotheke in Wandsbek – Juli 2016


Ja, genau, die berühmten Air-Sickness-Bags, die im Flieger stets in der Ihnen zugewandten Seite der Rückenlehne Ihres Vordermannes stecken und das Schlimmste verhindern sollen.
Mein allererster Gedanke beim Anblick der vielen Tüten in gleich mehreren Fenstern war: Mensch, ist der aber in der Welt herumgekommen! Mit wie vielen Fluglinien dieser Sammler schon unterwegs war! Enorm!
Doch dann meldeten sich schnell gehörige Zweifel, ich habe mich ein wenig umgehört und weiß inzwischen, dass man theoretisch tierisch unter Luftkrankheit leiden und das Fliegen kategorisch verweigern dürfte und dennoch Spucktütensammler sein könnte.
Wie man trotzdem an die Tüten kommt?
Vernetzung! Da wären zunächst die weltweiten Sammlerkontakte, darüber hinaus hat man überall seine Leute an den Flughäfen (oder kennt jemanden, der jemanden kennt …). Man schreibt die Fluglinien obendrein direkt an, und man tauscht intensiv untereinander. Wer tatsächlich selbst fliegt, sieht natürlich zu, dass er nicht nur die eine ihm zustehende Tüte am Platz unbenutzt(!) mit zurückbringt …

Spucktütenausstellung in der Adler-Apotheke in Wandsbek - Juli 2016 (Air-Sickness-Bags)

Spucktütenausstellung in der Adler-Apotheke in Wandsbek – Juli 2016

Der Wert einer Spucktüte steigt dramatisch, wenn es eine Fluglinie entweder nur kurz gab bzw. ebenfalls dann, wenn eine langjährig aktive Airline mittlerweile nicht mehr existiert, also kein Tütennachschub erhältlich ist. Es ist fast wie bei den Briefmarken. Je älter und seltener, desto gefragter, je unversehrter (druckfrisch, knickfrei, nicht vergilbt), desto wertvoller. Seine begehrten Trophäen stapelt man selbstverständlich nicht in lumpigen Schuhkartons, sondern heftet sie ordentlich und einzeln in Klarsichtfolien ab.
Sie machen sich keine Vorstellung, wie viele Fluglinien es gibt, wie international ausgerichtet gesammelt wird und wie das Tauschgeschäft floriert! Rainer Schwartz, einer der Herren, der Tüten für die Apothekenausstellung zur Verfügung stellte, listet auf seiner Internetseite  seine Sammlung auf, nennt Tauschobjekte und Gesuche. Das sind alles urlange Listen! Seine Sammlung umfasst mittlerweile 2268 unterschiedliche Spucktüten von insgesamt 781 Fluglinien aus 153 Nationen!
Auf einer weiteren Homepage lässt sich ersehen, dass Sammler tatsächlich in jeder Ecke der Welt anzutreffen sind.

Vielleicht sind Spucktüten aber doch nicht Ihr Traumobjekt für die eigene Kollektion? Dann könnten Sie beispielsweise immer noch Nussschalen sammeln. Natürlich auch Einkaufchips. Apfelkerne! Eierkartons! Oder wie wäre es mit Autogrammen? Irgendwem laufen Sie doch sicher über den Weg. Wenn er bisher nicht prominent ist, wird er es vielleicht noch …

Können Sie erkennen, wer einmal für mich etwas unterzeichnet hat? Die vielen Unterschriften auf dem unteren Foto stammen von Mitgliedern einer (ehemaligen) Band …
Autogramm

Autogramm

Autogramm
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Sie sehen, es gibt Möglichkeiten ohne Ende – inklusive vieler solcher Sammelideen, die relativ kostenneutral sind. Das Schöne an denen ist, man kann dabei das Sammeln bei anhaltender Begeisterung und Freude einerseits ewig weiterführen, man kann es aber, dadurch, dass kein hoher Einsatz notwendig war, auch ohne finanzielle Verluste leichten Herzens wieder sein lassen. Den Bestand verstauen und behalten oder einem aktiven Sammler schenken und damit eine Freude  machen.
Oder aber, Sie werden mit dem Vorhandenen kreativ! Sie funktionieren den Bestand kurzerhand um, erstellen etwas Neues. Aus Ihren Nussschalen entstehen Rasseln, die Steinen arrangieren und verkleben Sie zu charakterstarken Figuren, mit den gepressten Blättern oder ihren ausgeschnitten Artikeln und Fotos erstellen Sie Collagen.

So etwas habe ich übrigens anlässlich der Verabschiedung meiner Glasflakon-Sammelzeit gemacht …

Collage Parfumflakons - © Michèle Legrand
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Heute sammle ich fast … Stopp! Für heute machen wir Feierabend!

Ich wünsche Ihnen einen schönen Wochenausklang! Gönnen Sie sich ein möglichst entspanntes Wochenende!
Wussten Sie schon, dass es fürs Relaxen die äußerst begehrten grünen Ruhesammelpunkte gibt …? ^^

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© by Michèle Legrand, Juli 2016
Michèle Legrand - freie Autorin - ©Fotograf Andreas Grav

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40 Kommentare

Der eine gibt, der andere klaut …

Ich überlegte eben so für mich, wie sich unser heutiges Treffen korrekt einordnen ließe. Wer von uns platzt
jetzt bei wem herein, hm? Handelt es sich eher um einen Besuch meinerseits bei Ihnen samt Lesemitbringsel oder besuchen Sie vielmehr gerade mich? Rein gefühlt. Ganz spontan empfunden …
Hielten Sie es für an der Zeit? Oder schaue ich bei Ihnen nach dem Rechten?
Es ist letztendlich Jacke wie Hose, wer weiß schon, was den Magneten angeknipst hat, doch da wir nun sowieso zusammenhocken, lassen Sie uns doch kurz entspannt plaudern. Danach driften wir frohgemut auseinander und jeder geht wieder seiner Wege.
Wo wir sowieso
Wissen Sie, welchen Satz ein um die Ecke lebender Mitmensch mir gegenüber gern verwendet? „Wo ich Sie gerade sehe …“ Es könnte im Prinzip ein so harmloser Ausspruch sein. Ein Gesprächsstart im Fall eines urplötzlich auftauchenden Gedankens und zwar in Verbindung mit einem rein zufälligen Aufeinandertreffen, oder? Alles Täuschung! Schmu!
Das mag gelegentlich zutreffen, nur sobald von der besagten Person betont beiläufig dieses „Wo ich Sie gerade sehe …“ fällt, artet es in der Folge unter Garantie für mich in Arbeit aus. Es ist stets zuverlässig der Einleitungssatz für Sonderwünsche und Extrawursteinforderung … Aber das nur am Rande.

Der Startschuss für neue Entdeckungen größeren Umfangs ist übrigens weiterhin nicht gefallen, doch Sie glauben gar nicht, was sich dafür als Ausgleich alles zur Unterhaltung und gewollten wie ungewollten Beschäftigung im unmittelbaren Umfeld tut. Vor der eigenen Tür, im Garten, in der Familie.

Kennen Sie diesen Sketch mit Heinz Ehrhardt, in dem sich ein etwas kurioser Dialog zwischen ihm und einer Dame entwickelt? Es beginnt darin nämlich nicht nur jeder Satz, sondern ausnahmslos jedes Wort mit dem Buchstaben „G“! Die Erinnerung daran blitzte kürzlich auf, als mir – völlig unbeabsichtigt, das Wort Geburtstag war der Auslöser – ein kurzer Satz exakt so geriet. Wenn ich spaßeshalber einmal den G-Wort-Faden aufnehme, ergibt sich für Sie als nächstes folgende Schilderung:
Gemahl Geburtstag. Gern gesehene Gäste geladen. Gratulanten gekommen. Geschenke gebracht! Gatte gedankt. Gemütlich gemeinsam Gebackenes gefuttert. Gruppenklönschnack geführt. Großelterndasein genossen.
Grummeln ganz gewaltig! Gewitter! Guss! Garten getränkt, Gehweg geflutet, Gangwillige gelinde geschockt. Gummistiefel günstig. Gäste (gratis) gefahren.
Geschirr gespült. Gabentisch geringfügig geplündert. Genießerisch Gläschen Gutes geleert. Gemahl geneckt. Gattengeburtstag gelungen …
Nun wissen Sie Bescheid bzw. wurden mit Infos grob gefüttert.

Ist es bei Ihnen im Familien- oder Bekanntenkreis eigentlich auch so, dass Geburtstage vorzugsweise gehäuft auftreten? Geburtstagsdrängelei gefolgt von Geburtstagsdurststrecke? Hier gibt es das durchaus. Lange nichts, aber dann Geschubse. Dicht beieinander – einmal sogar am gleichen Tag!
Ich fürchte allerdings, so etwas wie das ideale Datum kann man nicht richtig planen. Oder was meinen Sie? Nehmen Sie meine Eltern. Die beiden hatten das damals grundsätzlich eigentlich gar nicht so schlecht hinbekommen. Terminlich, meine ich. Mit mir. Rein theoretisch. Da zeigte sich rund um den mutmaßlichen Entbindungstermin eine bildhübsche größere Lücke im Kalender. Doch im Endeffekt hatte ich meinen eigenen Kopf und kam gleich mehrere Wochen zu früh. In die Wochen zwischen errechnetem und tatsächlichem Termin fielen die Geburtstage von Opa G., Opa H. und Oma M. Exakt am Geburtstag meiner Oma M. erblickte ich das Licht der Welt. Sie fand das toll!
Mein Opa G. war jedoch enttäuscht. „Wenn meine Enkeltochter schon partout so viel eher kommt, dann hätte sie doch auch an meinem Geburtstag kommen können!“ Opa H., der Mann von Oma M., fing nun ebenfalls mit Beanstandungen an: „Also mein Geburtstag war viel näher dran am errechneten Termin. Eigentlich stände es mir zu!“
Ich selbst bedauerte schon bald mein schlechtes Timing. Als Kind machte mich diese Duplizität der Ereignisse ein bisschen sauer, da wir ständig an meinem Ehrentag zur Geburtstagsfeier meiner Oma kommen sollten. Da saß ich dann Stunden unter „alten“ Leuten und musste grundsätzlich den Kindergeburtstag nachfeiern. Was man in dem Alter ganz schlimm findet!
Später, als ich ins Teenageralter kam und es mir gar nicht mehr so wichtig war, am eigentlichen Geburtstag zu feiern, einigten wir uns auf einmal darauf, jährlich zu wechseln, so dass jeder einmal an seinem echten Ehrentag zum Zuge kam. Wir mussten trotz allem „wo und wann“ stets lebhaft neu klären, weil Omachen jedes Jahr aufs Neue felsenfest davon überzeugt war, dass sie wieder „dran“ sei. So wurden im Fall der Fälle entweder die Beweisfotos vom Vorjahr herausgekramt, oder es wurde der Einfachheit halber gleich auf das Vorrecht verzichtet.
Wäre ich weitere neun Tage eher auf die Welt gekommen, hätte ich mit meiner Mutter zusammen Geburtstag gehabt. Ob das vorteilhafter gewesen wäre?
Herrschaften! Da gibt es so viele unbelegte Tage und wo landet man? Auf einem bereits besetzten Tag und obendrein noch mitten im Pulk! Die Geburtstage von Freunden schieben sich ulkigerweise ebenfalls oft in diesen Zeitraum. Das könnte am Sternzeichen liegen! Oder an den Elementen! Also etwas um die Ecke gedacht. Ich meine an der Vorliebe für einige Tierkreiszeichen. Man wählt seinen Freundeskreis nicht selten danach aus, dass einem beim Gegenüber Wesenszüge und Eigenarten vertraut und sympathisch sind. Im Gespräch kommt es dann später heraus. „Ach, echt? Auch Waage/Krebs/Widder?“ Gleiche Sternzeichen sorgen für eng beieinander liegende Geburtstage. Dass die Chemie womöglich eher stimmt, bewirken manchmal auch gleiche Elemente, und diese Vorliebe könnte wiederum die Monatshäufung in einem anderen Quartal erklären. „Was Sie nicht sagen! Sie sind auch ein „Wasser-/Feuerzeichen“?
So langsam kommen wir der Sache auf die Spur.

Einer gibt, der andere klaut. Was hat es nun damit auf sich? Geht es um Materielles? Oder um Aufwand, womöglich um geschenkte oder geklaute Zeit? Fürs Lesen des Blogs etwa? Ach, wo denken Sie hin! Ich hatte nicht Sie oder mich im Sinn. Wen stattdessen, das werde ich Ihnen gern verraten.

Genau am Tag seines Geburtstags fand mein Mann auf den Stufen der Eingangstreppe die wirklich wunderschön aussehende, farblich auffallende Feder eines Stammgastes. Das Geschenk des Eichelhähers. Für ihn zum Ehrentag! Habe ich steif und fest behauptet …

Feder eines Eichelhähers

Feder eines Eichelhähers

Etwas später entdeckte ich auf der Terrasse direkt auf der Gartenbank deponiert ein weiteres Präsent. Eine Walnuss vom Eichhörnchen. Vermutlich ausgebuddelt, denn momentan gibt es noch keine frische Ernte. Außerdem war die Schale grün übermoost. Eine Nuss extra zum Geburtstag. Ganz klar. Der Gemahl blieb gegenüber dieser Theorie zwar weiterhin skeptisch, freute sich dennoch. Verdeckt. Heimlich.

Juli - Igelbesuch in der Abenddämmerung auf der Terrasse ....Am Abend in der Dämmerung, die Gäste waren schon daheim, erschien der Igel. Nach langer Zeit zum ersten
Mal! Er hatte kein sichtbares Geschenk dabei, kümmerte sich aber intensiv um die Reduzierung der Ameisen. An dem Tag waren zudem Horden von Flugameisen geschlüpft. Er vertilgte die bei solch massenhaftem Auftreten etwas lästigen Krabbelviecher, obwohl Ameisen (und auch Schnecken) im Gegensatz zur landläufigen Meinung gar nicht zu seinen Haupt- und Lieblingsspeisen gehören!

Abendbesuch ... (Igel auf der Terrasse)

Abendbesuch …

Er ist sonst viel eher hinter Käfern, Ohrwürmern, Larven von Nachtfaltern, Tausendfüßlern oder Regenwürmern her. Diesmal also Ameisen. Eindeutig eine weitere Aufmerksamkeit anlässlich des Geburtstags! ^^ (Der Gemahl ahnte es bereits. Doch wahrscheinlich muss es ihm der Igel selbst sagen, bevor er es glaubt. Männer brauchen handfeste Beweise.)

 

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Sie sehen, es gibt eine ganze Menge Geber. Oder sie sind zwar Nehmer, geben jedoch gleichzeitig selbst etwas …

Juli - Sehr beliebt bei Hummeln, Schwebfliegen und Schmetterlingen _Stachys (Ziest)

Juli – Sehr beliebt bei Hummeln, Schwebfliegen und Schmetterlingen: Stachys (Ziest)

Wer sich allerdings echt mies und überhaupt nicht geburtstagskonform verhielt, war dieses Luder! Eine besonders dreiste Nacktschnecke. Ich habe sie in flagranti erwischt, als sie über der Tomate hing. Ein Klauer
am helllichten Tag!

Nacktschnecke macht sich über Tomaten her

Dieses Luder ….

Im Vergleich zur Größe ihres Körpers, fressen diese Schleimer unheimlich viel. Schauen Sie nur, was für ein großes Loch an der Tomate entstand!

Nacktschneckenfraß an Tomate (Frucht und Blatt)

Nacktschneckenfraß an Tomate (Frucht und Blatt)

Wo lässt die das alles bloß! Wie groß ist eigentlich der Magen einer Nacktschnecke?
Wissen Sie was, wir klären das ein anderes Mal! Ein Blick auf die Uhr verrät mir nämlich gerade, dass ich für heute enden muss.
Alles Gute für Sie – und bis demnächst!

Oh, Moment! Wo ich Sie gerade sehe …! Danke fürs Hereinschauen!

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© by Michèle Legrand, Juli 2016
Michèle Legrand - Michèle. Gedanken(sprünge) @wordpress.com

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39 Kommentare

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Gerrit Jan Appel, Autor

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