Archiv für die Kategorie Gedicht

Die Verabredung – oder Wege, die sich kreuzen …

Michèle Legrand at WordPress.comVon Zeit zu Zeit überkommt es mich, und ich veröffentliche etwas aus dem ganz weiten Feld der Dichtung, die hier im Blog sogar ihre eigene Kategorie (‚Gedichte‘ – zum besseren Wiederfinden) hat!
Gedicht heißt übrigens nicht automatisch und zwangsläufig, dass gereimt werden muss …
Es gibt Anlässe, die sich bedichten lassen, und es gibt für mich  die pure  Lust darauf. Anlässe sind real, Lust darauf hingegen heißt nicht automatisch, dass es autobiografisch ist.

Die Verabredung

http://boo.fm/b843409
(Die Hörvariante via Audioboo)

Wäre sie an ihm vorbeigegangen
hätten sich ihre Wege „nur so“ gekreuzt?
Und er?
Wäre sie ihm überhaupt aufgefallen?
Vielleicht hätten sie sich beachtet …
Aber hätten sie sich getraut
Hallo zu sagen,
gemeinsam ein Stück zu gehen …
Kaffee zu trinken,
zu erzählen, zu lachen,
zu schweigen?
Wie sie es taten …
Wer weiß es schon im Nachhinein –
mit Sicherheit.

Sie trafen sich.
Das erste Mal.
Sie gingen nicht aneinander vorbei,
weil einer den anderen erwartete.
Nur woher kannten sie sich?
Es gab viele Arten,
sich über den Weg zu laufen …
Ihre Pfade hatten sich bereits gekreuzt –
„nur so“ – irgendwann
lange vor diesem Tag

Und sie hatten sich beachtet.

©Juni 2012 by Michèle Legrand

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Begehren

Kleine Geschichte vorweg. Ich wollte dieses Gedicht gestern schon einstellen, saß auf der Terrasse mit allem technischen Gerät und meinte, in der dort gerade herrschenden, vermeintlichen Ruhe, schnell ein Gedicht von einer Minute für die Audioversion einsprechen zu können.
Eine Amsel, die mir vorher schon Gesellschaft geleistet hatte (in stiller Form, Regenwürmer aus dem Rasen zupfend), fühlte sich durch die Piepsgeräusche beim Tastendrücken auf dem Diktiergerät gestört. Sie protestierte lautstark und wiederholt. Sie narrte mich auch mehrfach gekonnt, indem sie mich starten ließ und erst nach zehn Sekunden dazwischenfunkte.
Es wurde nichts, bzw. wurde anders als gewollt….

Heute morgen nun die Variante ohne Amsel.

https://www.sugarsync.com/pf/D6851760_7339928_864551
(Sollte der Audioplayer streiken, bitte nachstehenden Link verwenden:
https://www.sugarsync.com/pf/D6851760_7339928_864551 )

Begehren

Manch einer begehrt technische Geräte,
manch einer begehrt ständig auf,
Begehren auch nach Beifall, Titel,
nach Urlaub, Macht, Geld, Onlinekauf.

Doch ist’s Begierde, nicht Begehren,
hat mit der Seele nichts zu tun.
Ist Drängen nach Besitz und Wohlstand –
nach Dingen, die grad opportun.

Begehren heißt jedoch sich sehnen
nach etwas, was zum Kauf nicht steht.
Verzehren nach dem einen, jenen,
der schon an deinem Blick errät,
dass Begehren niemals Schein ist,
nie vorgetäuscht, nie terminiert.
Allein Herz, Seele und Gedanken –
sagen dem Körper ungeniert,
ich komm zu dir aus freien Stücken,
hab’ Verlangen, weil du mich willst,
empfinde köstliches Entzücken,
wenn du, auch du so überquillst.
Gefühle, völlig ungelenkt,
unbeherrscht, ungebremst, unzensiert,
Begehren ist, wenn man nicht denkt,
nur fühlt, lauscht, explodiert.

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Küssen

https://www.sugarsync.com/pf/D6851760_7339928_710589

(Falls der Audioplayer sich nicht abspielen lässt, bitte folgenden Link zur Hörvariante nehmen,
der auf die Seite von Audioboo führt –>  „Küssen“  http://boo.fm/b713265 )

Es braucht schon zwei.
Das Küssen.
Zwei, die Küssen mögen.
Zwei, die einander küssen wollen.
Ohne Aufforderung.
Ohne Tag des Kusses als Anlass.
Ohne Einladungserinnerung.
Einladend hingegen kann es sein –  das Lächeln, der Blick,
Nur eben so, einfach weil du da bist.
Weil der Wunsch urplötzlich da ist –
Aus heiterem Himmel
Einfach so
Schon wieder
Du – nur du…

Nichts ist so traurig, wie darum bitten müssen.
Nicht betteln, das tust du dir nicht an.
Du kannst auch niemanden zwingen…
Ein Pflichtkuss ist unpersönlicher als Hände schütteln.
Nichts ist so traurig, wie ein erneuter, vergeblicher Versuch.
Und der andere versteht nicht.
Lässt dich stehen,
Sehnt nicht,
Merkt nicht,
Braucht nicht.
Aber du wünschst es sehr
Doch es bist
Du – nur du…

Küssen ist nicht ein ungeliebter Punkt
auf der Liste der täglich zu absolvierenden Pflichten,
nicht etwas, das du im Vorbeigehen widerwillig erledigst,
nicht etwas, wofür du eine Erinnerungsnotiz benötigst,
nicht etwas, was zahlenmäßig erfasst wird.
Es ist Nähe und Wärme
Es ist Verstehen und Vertrauen
Es ist Gefühl, Anziehung
Es ist Sehnsucht und Verlangen
Küssen ist Liebe
Zu dir
Küss mich.
Du – nur du …

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Wenn … Es ist dein Leben

Audioversion des Gedichts.
(Nachtrag: zurzeit nicht möglich, das Sugarsync als Dienst hier nicht mehr aktiv.)

-> https://www.sugarsync.com/pf/D6851760_7339928_16553

Wenn …

Wenn du von der Vergangenheit schwärmst,
Nennen sie dich einen Träumer –
Obwohl – es ist nicht so, dass du alles verklärst,
All deine Erinnerungen Zuckerträume sind,
Du in der Vergangenheit lebst…

Wenn du von der Zukunft schwärmst,
Nennen sie dich leicht spöttisch einen hoffnungslosen Idealisten –
Obwohl – es ist nicht so, dass du alles rosarot siehst,
Allein das bald, später, irgendwann Kommende glorifizierst…

Wenn du sagst: ich lebe im Heute und Jetzt,
Nennen sie dich ignorant,
Und erzählen dir, du müsstest dich für die Vergangenheit
Und die Zukunft interessieren.
Als würde das eine das andere ausschließen…

Du schriebst ihnen nie vor, was sie zu tun hätten.
Doch es gab dir zu denken…
Nur sag’ selbst:
Was ist das Leben, wenn es ein anderer für dich führt?
Wenn du lebst, dann so, dass du dich lebendig fühlst,
Mit all deinen Erinnerungen, mit all deinen Zukunftsvisionen,
Und vor allem mit deinem Sein im Jetzt – hier und heute.
Kein anderer kann dein Leben für dich führen,
In deinem Sinne führen,
Kein anderer sollte dir dein Leben vorschreiben,
Deinen Weg festlegen.

Lass sie reden,
Wenn sie versuchen dir einzureden,
Dein Tun sei höchst lächerlich, weltfremd, konservativ, naiv,
Dein Verhalten sei ignorant, borniert, engstirnig, albern, rückständig
oder gar egoistisch …
Allein das Kennen so vieler negativer Eigenschaften
Und das Auslassen jeglicher positiver Aspekte,
Der überdeutliche Mangel an Toleranz,
Die fehlende Differenzierung –
Sollte dir zu denken geben.

Wenn du für dich beschließt,
eine andere Position einzunehmen,
etwas in deinem Leben anders zu gewichten,
eine Sache zu ver-rücken,
macht es dich gleich zum Verrückten?
Bist nicht vielleicht du eher das Wesen,
Welches den Wirrungen des Lebens
Nicht nur ausgeliefert, entrüstet, resigniert entgegenstolpert,
Sondern das vielmehr erfährt,
Dass sein Schatz an Erfahrungen aus der Vergangenheit,
Sein Zutrauen in die Zukunft sowie
Sein Lebensmut, sein Glaube, seine Intuition
Ihm wertvolle Gefährten sind
Auf diesem aufregenden, aber auch unbekannten Weg,
Der sich Leben nennt.

Deine Gefährten, deine Tag- und Nachtbegleiter – wegweisend.
Etwas, wonach andere zeit ihres Lebens vergeblich suchen?
Die, die dich den Träumer, den Idealisten nennen…
Die, die dich belächeln, kritisieren oder gar bevormunden.
Die, die reden, aber nicht verstehen,
Die, die reden, aber nicht zuhören,
Die, die reden und verpassen.
Immer wieder.

Lächle zurück, lass sie reden
Denn zu guter Letzt:
Wer kann beurteilen, was richtig ist, was falsch?
Für dich.
Du.

© by Michèle Legrand, Mai 2011

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Zerstört

Mir hat es in den letzten Tagen angesichts der katastrophalen Ereignisse in Japan twittermäßig ein wenig die Stimme verschlagen.
Es wurde viel gesagt, geschrieben und diskutiert. Was ich heute hier poste, ist in meinem Kopf. Es ist mein Sehen, meine Anteilnahme, mein Mitgefühl, mein Unverständnis vielleicht auch und meine Hoffnung für die Zukunft. Eingepackt, moderat, trotzdem nicht weniger intensiv.

Zerstört

Alles vernichtet.
Alles unter Schlamm.
Niedergewalzt. Wie Spielzeug
der Gewalt der Natur ausliefert,
danach den Folgen,
die das Risiko Technik mit sich bringt –
verschärft durch die Umstände…

Menschen ließen ihr Leben.
Menschen suchen
Menschen verloren ihr Habe,
ihr Heim, die Familie!
Und bisher kein Ende.
Was wird noch alles nachkommen?
Wie lange werden sie leiden?
Wie viele Vermisste wird man überhaupt finden?
Wie viele werden noch sterben?
Wie viele erkranken – jetzt oder später?

Nie aufhören wird die Trauer um die,
die nie wiederkommen werden…
Und doch
es wird ein neuer Tag kommen,
und mit ihm ein Funken Hoffnung.
Die Erde wird zur Ruhe finden
– vielleicht noch nicht heute –
ihr Grummeln und Beben beenden, bald…
Greifen Rettungsmaßnahmen?
Wie ist letztendlich das gesamte Ausmaß der Schäden –
der Nachwirkungen….?

Fragen über Fragen.
Wenn, wenn, wenn …
wenn das technische  Desaster „im Griff“ ist,
falls es das je sein wird,
wenn sich die Wolken verziehen,
der Himmel aufreißt,
die Wassermassen versickern und versiegen.
Dann beginnt das
Aufräumen,
Wiederherrichten,
Ersetzen,
Aufbauen.

Doch Menschen kann man nicht ersetzen!
Kann man einen Überlebenden „wiederherrichten“?
Möge der Körper diese Torturen überstehen.
Mögen Seelenqualen heilen.
Möge das Ereignis zum Denken anregen,
zum Nachdenken, Überdenken, Umdenken…
Auch hier.

Was genau heißt „sicher sein“?
Wann ist „genügend“ Sicherheit,
und wer entscheidet, ob dem so ist?
Wer kann ein Risiko abschätzen?
Wer darf aus Unwissenheit
oder sogar leichtfertig abwiegeln
oder Märchen verbreiten?
Märchen über nicht vorhandene Gefahren,
über Umstände, die ’nie‘ eintreten werden?

Was ist denn die Natur wert? Die Erde? Was das Leben?
Was ist ein Menschenleben wert?
Fahrlässig handeln kann töten.
Fahrlässig handeln ist unakzeptabel.
Unwissenheit ebenso, zumal, wenn es Entscheidungsträger betrifft.
Wissen und Ignorieren hingegen
ist nicht nur unakzeptabel, sondern auch widerwärtig.

Sollte all das Furchtbare, was gerade passiert,
nicht nur Trauer und Elend hinterlassen,
sondern zum Nachsinnen verleiten,
dann hätte es wenigstens noch etwas bewirkt
und nicht nur

zerstört.

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Mitten ins Herz

Vor etwa einem Jahr hatten wir auch im März die ersten schönen Frühlingstage. Damals schrieb ich dazu ein paar Zeilen auf http://www.goodsnewstoday.de. Die Geschichte enthielt auch ein kleines Gedicht, und was mich jetzt dazu veranlasst hat, es wieder hervorzuholen, ist die Tatsache, dass ich festgestellt habe, dass damals noch Raoul Haagen selbst die Audio-Version gesprochen hat! Hier also ein Verweis auf seine angenehme Stimme
http://goodnewstoday.de/gute_nachrichten/2010/03/18/reicht-das-eigentlich/

Das Gedicht habe ich mir separat herausgepickt, weil mir gerade danach ist und um es heute einmal in der weiblichen Variante zu posten.

Mitten_ins_Herz.MP3
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Der Tankdeckel

Der_Tankdeckel.MP3
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Der Weg zur Firma führt vorbei
An einer Esso Tanke.
Der Blick hinauf bewirkt sofort,
Dass ich jetzt gar nicht schwanke.
Man hat am Montag – wie schon oft
Den Preis zurückgenommen.
Drum soll das Auto heute früh,
Auch Super neu bekommen.

Herangefahr’n an Säule drei
Und hurtig aus dem Wagen.
Der Spritgeruch zu früher Stund‘,
Schlägt etwas auf den Magen.
Die Klappe auf am rechten Heck
Jetzt nur noch Deckel drehen
Danach den Rüssel in den Tank,
und nach dem Wasser sehen.

Doch Pustekuchen, Deckel zu!
Sitzt schräg wohl im Gewinde.
Er dreht und dreht, nur geht nicht auf
Fragt nicht, wie ich das finde.
Finger tasten, bohren suchend,
Und du sprichst gut ihm zu! –
Genervte Blicke schon verbuchend,
Naht Rettung nun im Nu.

Ein Herr vor dir ist fertig grad,
Doch mal schau’n, ob er was weiß.
„Ham Sie das auch schon mal gehabt?“
Er: „Ach ne, wat für’n Scheiß!“
Gewalt probiert er nunmehr aus,
Quetscht Deckel und dreht heftig.
Das Resultat löst Kummer aus,
Der Deckel knirscht gar kräftig,

Er fühlt sich an wie zweigeteilt,
Ein Spalt ist in der Mitte
Ein Teil nun im Gewinde weilt,
Das andere schräg  – na bitte!
Was soll man tun, die Zeit sie drängt
Und and’re Leute stehen
Der Platz ist langsam arg beengt
Weil mehr jetzt komm‘ als gehen.

Gut, Klappe zu, Aktion vertagt
Zunächst folgt Bürojob.
Auch wenn es mir nicht ganz behagt
Nach diesem Oberflop.
Kolleginnen, sie diskutier’n
Wie so etwas passiert.
Doch mich würd‘ viel mehr interessier’n
Wie man es repariert!

Am Mittag denke ich, wohl an,
Dir bleibt’s wohl nicht erspart
Die Fahrt zur Werkstatt ist gleich dran‘
Zum Meister Sven mit Bart.
Kollege Markus hat auch Schluss
Läuft ein paar Schritte mit
„Wo steht dein Auto heute denn?
>Hab gehört, s’ist nicht ganz fit …“

Er guckt sich kurz die Sache an,
Haut auf den Deckel kräftig
Dann schuckelt er ein bisschen rum,
Der Wagen wackelt heftig.
Nach links gedreht, nach rechts gedreht
Ein weiterer Klaps mit Kraft
Deckel sitzt grad, er öffnet sich,
>Und schließt – hurra! Geschafft!

Bedanke mich voll Euphorie
Er: „Ach, komm, ist doch banal!“
Er grinst und gibt nun flüsternd zu:
„S’war nicht das erste Mal…“
So sag‘ ich heut‘ ganz überrascht,
Das hätt‘ ich nicht gedacht,
Dass so ein Klaps am rechten Ort
Ein Auto „heile“ macht.

Danke, Markus!

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Treffpunkt

 

Treffpunkt.MP3
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Der Weg zwischen den Steinen,
Die Hecken gestutzt
So still.
Man könnte ein Blatt fallen hören,
Nur gibt es keines
Weggefegt.
Wie ein Labyrinth, verlassen –
Kein Mensch zu sehen
Viel zu kalt.

Die Abzweigung gefunden,
An den Engeln vorbei
Zum Treffpunkt…
Der Platz nahe der alten Buche,
Ein schmales Stück Erde.
Polierter Granit.
Die kleine Säule steht noch da
Wie ein Wachturm zum Schutz
Schon vier Jahre

Es war schon jemand hier gewesen.
Rosen auf dem gefrorenen Boden.
Leuchtend rot.
Ich lasse dir meine auch hier.
Sie haben die Farbe der ‚Louise Odier’,
Die du so mochtest.
Willst du wissen, was seit dem letzten
Mal passiert ist?
Ich weiß, es ist schon wieder länger her, dass
Ich kam.
Warte, ich erzähle es dir…
Und wehe, du lachst!

Die Turmuhr schlägt, wie die Zeit wieder rennt!
Die Blumen noch ein wenig verschieben,
Der Mantel schlurft auf dem Boden –
Ich weiß.
Die eiskalten Hände in die Taschen schieben
Den Schal fast bis zu den Ohren …
Und gehen.
Bis zum nächsten Mal.

Nein! Nicht zurückschauen!

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Tauwetter

Tauwetter.MP3
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Dsc02865_2_tauwetter

Der Himmel grau, doch fort die Kälte,
der Schnee, er schmilzt – das Eis, es taut.
Tropfen vom Baum und Schneemann-Schmelze,
s’ist auch lang her, dass er gebaut.

Geglitsche auf den Gehwegplatten,
du schleichst voran, willst heil nach Haus’.
S’ist so, wie wir’s im Vorjahr hatten,
manch einer traut sich gar nicht raus.

Nach Eis und Glätte jetzt die Fluten,
du watest wie ein Storch umher –
kein noch so guter Winterstiefel,
hält nun auf Dauer trocken mehr.

Geschafft, daheim – und ohne Sturz,
du wickelst ab den Schal,
schaust durch das Fenster in den Garten,
wie wirkt doch alles wieder kahl.

Kein Gewand aus weißem Glitzer
ziert mehr die Tanne links von dir.
Die Äste strecken sich nach oben,
häng’n nicht mehr runter auf halb vier.

Dsc02879_2_wolkenfronten

Trüb, so scheint es, ist die Zeit,
die Wolken hängen tief –
der Frühling, er scheint noch so weit –
er überhörte, dass man rief …

Dsc02876_2_wolken_reien_auf

Doch halt, ein Sonnenstrahl erscheint,
kitzelt dich an der Nase,
du blinzelst in das grelle Licht –
wie kurz ist oft die Phase
der Wärme, die dich lächeln lässt,
die öffnet dir das Herz –
die richt’ge Zeit des langen Lichts,
beginnt wohl erst im März.

Sieh! Es reißt auf – und mehr und mehr,
verschwinden graue Fronten,
Tauwasser rinnt mit Macht herab, wo sich einst Käfer sonnten.
Schau diesem kleinen Rinnsal nach,
das Richtung Gulli fließt,
es schwindet, gibt  die Erde frei,
bald alles wieder sprießt.

Dsc02872_2_blauer_himmel

Präg’ dir das Bild des Himmels ein,
so klar, so schön, so blau!
Hast du’s im Herzen, ist’s auch dort,
wenn er längst wieder grau.

Fühlst du die Wärme, die da fließt?
Das Licht, das wohl dir tut?
Ich wünsch’ dir, dass du es genießt.
Tau auf  – hab’ nur den Mut!

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Wiederkehrendes

Ich schaue gerade aus dem Fenster.
Es ist 17.10 h und stockfinster. Ach Licht, du fehlst mir schon so ein bisschen …

Manchmal kommt das Licht – nicht…
Der Wecker am Morgen
Schafft es kaum, dich wach zu bekommen.
Ein wenig Helligkeit nach Stunden.
Zur Kaffeezeit schon Dunkelheit.
Dein Teelichte-Verbrauch steigt rasant.
Wälzt Kataloge und spielst mit dem Gedanken,
Dir eine Tageslichtlampe zu kaufen.
Überlegst, sinnierst, vergleichst – ewig.
Und eh’ du dich versiehst
Hat sich der Frühling herangeschlichen.
Und du ziehst los. Nun,
Um eine Sonnenbrille zu ergattern.
Oder ein Rollo.
Denn – manchmal kommt viel Licht – jetzt …

Wiederkehrendes.MP3</
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Törichtes Weib 3 - weiter gehts...

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