Archiv für die Kategorie Foto

Grade, Gabeln und Gordon

Kann es sein, dass wir uns schon eine ganze Weile nicht mehr gelesen haben? Mir kommt es fast so vor …

Wie ist Ihnen denn unser vorzeitiger Hochsommer bisher bekommen? Damit, dass die Wärme so lange anhält, hat auch keiner gerechnet, oder? Ich werde mich hüten, mich über Sonnenschein zu beschweren, doch es war zwischendurch schon extrem heiß. Seit Wochenbeginn ist der Himmel über Hamburg etwas bedeckter, es bleibt kühler, was zwischendurch erholsam ist.
Dass diese Veränderung stattfindet, ist gewissermaßen auch logisch, denn morgen wird in meinem Bezirk für ein paar Wochen wieder der alljährliche „Sommerbeachclub“ eröffnet, was komischerweise stets schlechteres Wetter auslöst. Automatisch. Kaum stehen die Klappstühle im Sand parat, kaum wedeln die Palmen und diverse Cocktails warten auf Abnehmer, schon fällt das Thermometer. Und mit Vorliebe ist die Eröffnung obendrein der Startschuss für ausgiebige Regenfälle.

Nur, in unseren Breitengraden wochenlang ganz ohne Regen auszukommen – wie wir es bundesweit erlebt haben –, ist mehr als seltsam. Gerade bei Hitze! Wie schnell bei den konstant hohen Temperaturen mit brennender Mittagssonne aus grünem Gras braune Steppe wurde, hat man überall gesehen. Genauso das rasante Vertrocknen der Seitenstreifen entlang der Straßen oder das traurig Herabhängende in Anlagen, für
die sich keiner zuständig fühlt. Das meiste erholt sich zum Glück später wieder. Es müsste dazu nur regnen …

Bei mir im Garten kam ich wiederum gar nicht umhin zu gießen, denn speziell durch Umpflanzaktionen und Aussaaten hatte ich ein paar heikle Bereiche mit empfindlichen Kandidaten, die diese Dürre sonst nicht über-
lebt hätten.

Die Vögel kommen ständig zum Trinken, und täglich erscheint abends der Igel, nippt erst an der Vogeltränke und hält danach Ausschau nach Erdbeeren.
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Igel am Rande der Terrasse bei seinem abendlichen Streifzug ....
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Auf der Terrasse wächst eine Walderdbeere. Leider (für ihn) in einem höheren Topf, wodurch er nicht an die Früchte herankommt. Nun pflegt er entweder eine Art Teamwork mit den Amseln und frisst die Reste, die sie
ihm nach dem Picken davon am Boden zurücklassen, oder aber – der Kerl ist blitzgescheit! – er schubst mit Schwung den Topf an, so dass sehr reife Erdbeeren herunterfallen!
(Die Fotos sind in der Dämmerung aufgenommen, etwas aufgehellt, daher leider krisselig.)
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Igel in der Dämmerung zwischen Tontöpfen auf der Suche nach Nahrung ...
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Igel in der Dämmerung auf Erdbeersuche

Igel in der Dämmerung auf Erdbeersuche

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Am Freitag vor zwei Wochen fiel der ersehnte Regen. Der erste Niederschlag seit Anfang Mai! Ein kräftiger Landregen, in der Nacht gab es noch einmal Nachschlag. Heftig, so dass es über die Dachrinne hinausschoss, aber recht kurz. Zum Glück kein Unwetter mit umstürzenden Bäumen oder volllaufenden Kellern. Und weil es
so harmlos ausfiel und hochwillkommen war nach all den Wochen, wurde es auch von allen bejubelt.
Regen! Endlich!
Dass man sich darüber im sonst nassen Norden einmal freuen würde, kann man selbst kaum glauben.

Ich war noch während des Regens barfuß draußen im Gras. Die Vögel um mich herum im Gebüsch flippten aus vor Begeisterung, ihr euphorisches Gezwitscher nahm gar kein Ende. Das Laub sah toll aus! Die Blätter wirkten nicht mehr eingestaubt und schlapp, sondern wie frisch poliert, und sie richteten sich stolz auf. Zwei heiße Tage später lechzten sie allerdings bereits wieder nach Wasser.

Es war ungewohnt zu lesen, dass Urlauber, die ihre Ferien auf den Balearen oder in Kalifonien verbrachten, angesichts der dort vorherrschenden, wesentlich niedrigeren Temperaturen fast ein bisschen düpiert re-
agierten. Doch wenn man im nur mäßig temperierten, dicht bewölkten Palma de Mallorca erfahren muss, dass derweil im heimischen Ulm, Castrop-Rauxel, Neumünster, Erfurt oder Aurich entschieden molligere Zeiten herrschen und auch die Strände an Ost- und Nordsee mit Traumwetter locken, kann man die Reaktion nachvollziehen. Erstaunlich war für mich die Tatsache, dass selbst in Skandinavien schon im Mai diese Sommertemperaturen herrschten. Im wirklich hohen Norden!

Aber was wollte ich Ihnen eigentlich heute erzählen? Ich muss gestehen, in den Wochen der Hitze und mit weiterhin einigen familiären Sorgenmomenten hier daheim, war ich nicht unterwegs, und für längere Blogartikel fehlte sowieso die Muße.
Manchmal lande ich in solcher Situation am Abend bei Twitter. Hinterlasse dort eine kurze Bemerkung, poste ein Foto vom Tag, lese vielleicht auch nur ein paar Minuten mit. So etwas bekommt man selbst müde noch in
den Tagesplan geschoben und hat auf die Art nicht das Gefühl, man sei komplett abgeschnitten von allem. Angenehm, wenn man nach Lust und Laune aktiv werden kann, es aber nicht sein muss.
Nun schrieben mir kürzlich zwei Blogstammleser, sie wären selbst nicht bei Twitter und würden es vermissen, dass hier im Blog rechts auf der Startseite nicht mehr meine Tweets auftauchten. (Ich hatte die direkte Ver-
bindung zu Twitter aus Datenschutzgründen entfernt.) Das wäre – so hieß es weiter – sonst „immer so nett“ gewesen, dort mitzulesen.

Aus diesem Grund lasse ich den Nichttwitterern unter Ihnen heute eine kleine Auswahl spezieller Tweets hier – ohne dass Sie dafür Daten preisgeben müssen.

Sie können zum einen sehen, dass es bei Twitter einen kleinen Reimwettbewerb gibt, der unter dem Hashtag #reimbattle läuft. Vorgegeben werden drei Wörter, die in einem Gedicht unterzubringen sind. Auch wenn es nicht alle so eng sehen, ist es eigentlich der Ehrgeiz, einerseits mit der normalen, sehr begrenzten Tweetlänge auszukommen und andererseits dabei etwas halbwegs Sinnvolles zusammenzubasteln – was angesichts ungewöhnlicher Wörter und vor allem merkwürdiger Wortkombinationen nicht immer ganz einfach ist!

Für nachfolgenden Reim lautete die Vorgabe: Verwende die Begriffe Wunschbrunnen, Diät und Brillenband
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Gedicht Wunschbrunnen für Reimbattle Twitter

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Ein weiteres Mitmachprojekt von @ DasFotoprojekt läuft unter dem Hashtag #JedeWocheEinFoto. Jeden Sonntagabend um 20 Uhr wird ein Motto für die kommende Woche mitgeteilt. Begriffe wie Zukunft, Natur, Symbol, Nostalgie, Rückspiegel, Erinnerungen, zweckentfremdet u. v. m. werden fotografisch umgesetzt und in der laufenden Woche gepostet. Wichtig ist, dass es sich um neu erstellte Bilder, nicht um Archivaufnahmen handelt.
Letzte Woche gab es ein besonders reizvolles Thema, bei dem die Interaktion entsprechend hoch ausfiel.
Die Aufgabe lautete: Bilderrätsel!

Ich habe Ihnen meinen Tweet samt Foto zum Mitraten heute hier eingestellt. Haben Sie eine Idee?
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Bilderrätsel für Fotoprojekt Twitter (Gabelstapler)

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Und zum Abschluss möchte ich Ihnen noch den Tweet zu einem Anruf hinterlassen, den ich kürzlich erhielt. Vielleicht kennen Sie die gelegentlich etwas gebrochen Englisch sprechenden Herren, die manchmal vorgeben, im Auftrag von Microsoft/Windows anzurufen. Um Ihnen – fürsorglich wie sie sind – bei Computer- oder Sicherheitsproblemen zu helfen. Sie müssten bitte vorher nur kurz Ihr Passwort preisgeben …
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Gordon am Telefon - Tweet zu einem Phishing-Anruf
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Ach, all diese Gordons, Petes und Jims … Sie fallen nicht auf dieses dreiste Phishing herein, nicht wahr?

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Konnte der eventuell vorhandene Tweets-Hunger vorerst ein wenig gestillt werden? Ja? Das ist gut, denn ich müsste jetzt Feierabend machen für heute. Jedoch nicht, ohne Ihnen weiterhin schöne, sonnige, dabei jedoch nicht zu heiße Zeiten zu wünschen!
Vielleicht lesen wir uns bald wieder. Es würde mich freuen.

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© by Michèle Legrand, Juni 2018
Michèle Legrand

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Schiffsbetrieb am Galgenmoor – Das traditionelle Schaufahren der Modellbauer in Cloppenburg

Sollten Sie einmal angesprochen und zu einer Veranstaltung nach Cloppenburg (Niedersachsen) ins Galgenmoor eingeladen werden, dann stellen Sie sich alles darunter vor – nur keine gruselige Angelegenheit.

Glauben Sie mir, auch wenn sich der Teilbegriff Galgen schon reichlich tödlich anhört und der Zusatz Moor die düstere Vorstellung durchaus verstärkt – es ist lediglich ein Name. Einer, der heute mehr für Idylle steht, als für Aufhängen oder Versacken im Morast.
In unserer Zeit handelt es sich um einen im Westen Cloppenburgs gelegenen Ortsteil, und hauptsächlich ist damit der (Bade-)See gemeint. Rund 400 m lang, etwa 90 m breit. Das Ganze eingerahmt von Bäumen und anderem Grün sowie begleitet von allgegenwärtigem Vogelgezwitscher. Um den See führt ein Rundwanderweg. Östlich und nordwestlich weitet sich der Baumbestand noch aus, ansonsten schließt ein Wohngebiet mit vielen Gärten an.
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Cloppenburg - Am Galgenmoor - Blick auf den See im Mi mit frischen Baumgrün und Spiegelungen im Wasser

Cloppenburg – Am Galgenmoor

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Vor urlanger Zeit waren die Bodenbedingungen im Galgenmoor wirklich so, wie man sie sich in einer Moor– bzw. kargen Heidelandschaft vorstellt. Diese damalige Kargheit begünstigte Auswehungen, die wiederum den See entstehen ließen. Attraktiv für alle, die die Natur mochten! So strömten sie heran, die Spaziergänger und die, die ein Bad nehmen wollten. Bei Eis im Winter wurden die Kufen untergeschnallt und ein paar Runden gedreht.
Das Galgenmoor wurde ein Luft- und Lichtbad und 1927 bereits zu einem Naturdenkmal.

Einen Galgenberg gibt es heute noch. Er befindet sich etwas östlich vom See. Sie wissen sicherlich, dass Sie – wann immer die  Bezeichnung Berg in Norddeutschland auftaucht – kein Zugspitzenkaliber erwarten dürfen. Eher ein Hügelchen. Aber da wir auf dem platten Land nun einmal nichts anderes haben, heißt alles, was Maulwurfshaufen überragt, eben Berg.
Der Spitze des Galgenbergs ragt immerhin 187 m über NN auf.  Ziehen Sie jetzt die Höhe ab, die Cloppenburg sowieso über NN liegt, bleiben immerhin noch gut 140 m. Nur, ob hier jemals ein Galgen gestanden hat, darüber streiten sich die Gemüter.
Manche sagen ja. Die letzte Hinrichtung soll danach zum Ende des 18. Jahrhunderts stattgefunden haben. Als Beleg dienen zwei Skelette, die man bei Sandabtragungen entdeckte. Da in einem anderen Bereich in einer Sandgrube weitere Knochenüberreste auftauchten, könnte diese Theorie natürlich stimmen. Ein absoluter Beweis für die Existenz des Galgens sind beide Funde indes nicht.
Und diese anderen ca. 300 Urnen und Grabbeigaben, die ein Bauer auf seinem Land am Nordufer um die Wende des 20. Jahrhunderts entdeckte, die deuten auf eine Begräbnisstätte hin, die allerdings aus vor-
christlicher Zeit stammen muss.

Vielleicht fragen Sie sich, weshalb ausgerechnet das Galgenmoor Ziel des Tages werden sollte. Ich will es
Ihnen gern verraten.
Es findet dort alljährlich Anfang Mai ein Hobbytreffen von Modellbauern statt, die am See zu einem Schaufahren ihrer Marineschiffe zusammenkommen. Dabei geht es nicht um Modelle moderner Schiffe, sondern die meisten Vorbilder waren Schiffe der Kaiserlichen Marine, d. h. die Originale stammen aus der
Zeit 1872 bis 1918.
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Cloppenburg - Galgenmoor - Schaufahren der IG Marine auf dem See

Cloppenburg – Galgenmoor – Schaufahren der IG Marine auf dem See

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Cloppenburg - Galgenmoor - Schaufahren der Marineboote

Cloppenburg – Galgenmoor – Schaufahren der Marineboote

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Cloppenburg - Galgenmoor - Schaufahren der Marineboote_

Cloppenburg – Galgenmoor – Schaufahren der Marineboote

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Lothar Wischmeyer aus Cloppenburg, selbst ein begnadeter Modellbauer, veranstaltet seit 14 Jahren das jährliche Treffen am Galgenmoorsee. Mitglieder der IG MARINE sowie vom „Arbeitskreis Historischer Schiffbau“ nutzen die Gelegenheit zum Austausch, vor allem aber die eher seltene Chance zum gemeinsamen Fahrbetrieb.
Besucher sind willkommen, Spaziergänger gesellen sich gern spontan dazu. Da mein Mann seit Jahrzehnten Mitglied im Arbeitskreis ist und schon sein ganzes Leben Schiffsmodelle baut, zog es ihn natürlich dorthin.
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Cloppenburg - Galgenmoor - Schaufahren der IG Marine auf dem See

Cloppenburg – Galgenmoor – Schaufahren der IG Marine auf dem See

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Seit es diese Treffen in Cloppenburg gibt, sind die Anreisen zumindest für einige Modellbauer etwas kürzer geworden. Vor dieser Zeit wurden derartige Meetings in Wuppertal (NRW) und Rendsburg (SH) ausgerichtet. Wenn die Veranstaltung im hohen Norden angesagt war, stöhnten alle aus den südlichen Bundesländern über die Entfernung oder blieben gleich daheim. Hieß der Austragungsort Wuppertal, hatte wiederum die nord-
deutsche Teilnehmerschaft das Nachsehen und erschien nur spärlich.
Nun brechen jedes Jahr aus allen Richtungen und Bundesländern die „Schiffseigner“ mit ihrem Modell im Kofferraum zum Galgenmoor auf – oder stoßen auch mal mit leeren Händen dazu, wenn sie einfach nur schauen, sich wiedersehen und fachsimpeln möchten.
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Wir sind am Morgen aus Hamburg Richtung Cloppenburg aufgebrochen. Der erste wirklich größere Tages-
ausflug seit 2016, doch die Tagesform ließ es zu. Die gute Wetterlage feuerte natürlich zusätzlich an.
Wissen Sie, woran mir aufgefallen ist, dass wir uns wesentlich weiter von daheim entfernten als sonst?
Es gab kaum noch Fahrzeuge mit Hamburg-Kennzeichen!
Die Strecke nach Osnabrück und weiter Richtung Ruhrgebiet ist nicht nur gut, sondern auch bunt gemischt befahren. Sie sehen bald so nette Kennzeichen wie DO-G, NOR-M, BOT-E, OD-IN, H-UT oder AUR-A. Mit dem Hamburger Kennzeichen HH können Sie in dieser Hinsicht leider überhaupt keinen Blumentopf gewinnen. Hier aber ließen sich sogar Sätze kreieren: H-AT  NOR-M PI-LZ  AUR-A?  Oder auch: DO-G  H-IT  MA-N.

Als wir ankamen, ging es schon recht geschäftig zu. Die Modellbauer versammeln sich jedes Jahr am Südufer des Sees und nutzen die dortige große Holzplattform am Wasser, die explizit für Veranstaltungen gedacht ist.
Mitte letzten Jahrhunderts drohte der See eine Zeitlang zu versanden, wurde im Abstand von gut zehn Jahren zunächst durch eine Interessengemeinschaft (1974), später durch die Stadt Cloppenburg selbst ausgebaggert und zuletzt 1985 durch Uferbefestigung, Sandfang und eben die Errichtung des richtig großen Holzstegs verschönert.
Zu den Treffen werden dort lange Bänke und Tische aufgestellt, auf denen zahlreiche Modellschiffe auf nähere Betrachtung geradezu warten. Einige sind als reine Standmodelle gebaut, sollen also gar nicht ins Wasser. Die anderen, die am Schaufahren teilnehmen, finden dort vor oder nach ihrem Einsatz einen Ausstellungsplatz.
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Cloppenburg - Galgenmoor - Blick vom gegenüberliegenden Seeufer auf die Holzplattform mit der Veranstaltung

Cloppenburg – Galgenmoor – Blick vom gegenüberliegenden Seeufer auf die Holzplattform mit der Veranstaltung

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Bei der Umgestaltung 1985 entstand obendrein auf einer kleinen Insel im See ein Schwanenhaus. Heute wird es jedoch nicht von den eleganten, weißen Tieren bewohnt, sondern von einer Kolonie Nilgänse, die sich dort breitgemacht gemacht hat. Wir haben es hier mit Neozoen zu tun, eingewanderten Tieren, die ursprünglich aus Afrika stammen, doch offenbar mit dem hiesigen Klima bestens zurechtkommen.
Nilgänse (Alopochen aegyptiaca) verfügen über einen ziemlichen Dickkopf. Ihr Verhalten ist nicht gerade zimperlich. Eher aggressiv, penetrant, speziell zur Brutzeit. Sie tolerieren kaum Konkurrenz  – und dadurch wird diese Art invasiv. Sie breitet sich unverhältnismäßig aus und verdrängt im Laufe der Zeit vielerorts leider komplett die heimische Wasservogelpopulation. Speziell auf Stockenten haben sie es abgesehen, die werden rabiat vertrieben.
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Cloppenburg - Galgenmoor - Schaufahren Modellboote - An der Insel vorbei ....

Cloppenburg – Galgenmoor – Schaufahren Modellboote – An der Insel vorbei ….

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Haben Sie Nilgänse schon einmal gesehen? Sie laufen auf auffällig hohen, rötlichen Beinen, die Flügel sind mehrfarbig und fast als bunt zu bezeichnen. Auf dem Rücken fällt ein Farbton auf, den ich als Fuchs(rot)braun beschreiben würde, und sie haben einen sehr markanten, braunen Fleck rund ums Auge. Eine Einrahmung. Ich hätte Ihnen gern ein Foto zur Ansicht mitgebracht, nur Nahaufnahmen scheiterten infolge einer recht kuriosen Begebenheit, die mir diese Chance vermasselte.
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Bei unserer Ankunft am See starteten die Teilnehmer des Treffs mit ihren Modellbooten gerade ein Formationsfahren. Selbstverständlich war ich grundsätzlich auch als nicht direkt beteiligter Nur-Angehöriger eines Modellbauers mit dem nötigen Ernst bei der Sache. Doch ich muss unumwunden gestehen, ich konnte trotz bewundernswert akkurater Fahrmanöver ein Lachen bald nicht mehr unterdrücken.
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Cloppenburg - Galgenmoor - Schaufahren der Modelle auf dem See - Die Nilgänse starten ebenfalls

Cloppenburg – Galgenmoor – Schaufahren der Modelle auf dem See – Die Nilgänse (rechts) starten ebenfalls ….

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Während vom Steg aus mehrere Boote in Reihe hintereinander auf den See hinausfuhren, einen kleinen Halbkreis zogen und in eleganter Kurve allesamt Richtung Westen schwenkten, startete die Nilganstruppe von ihrer Insel mit einem ebensolchen Formationszug auf den See. In östlicher Richtung. So fuhren beide Gruppen nach kurzer Zeit direkt aufeinander zu.
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Cloppenburg - Galgenmoor - Marineschiffe und Nilgänse auf Kollisionskurs ...

Cloppenburg – Galgenmoor – Marineschiffe und Nilgänse auf Kollisionskurs …

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Es war hochspannend! Zu Beginn sah es tatsächlich so aus, als wollten die Nilgänse selbst angesichts einer Flotte grauer Schiffe nicht klein beigeben. Sie hielten unbeeindruckt weiter ihren Kollisionskurs.
Als Modellbauer hätte ich an diesem Punkt ein wenig Sorge um mein Boot gehabt. Nicht so hier. Vielleicht kennen sich die Herrschaften schon vom Vorjahr. Die Herren an ihren Funksteueranlagen öffneten allenfalls
die Reihe minimal zu einem leichten V. Die Gänse glitten in diese Öffnung hinein.
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Cloppenburg - Galgenmoor - Es scheint zunächst fast, als würden sich Marine und Vogelvolk arrangieren ...

Cloppenburg – Galgenmoor – Es scheint zunächst fast, als würden sich Marine und Vogelvolk arrangieren …

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In dem Moment, als sich Marineboote und Gansgeschwader direkt Seite an Seite befanden und die Tiere sich zusätzlich wohl etwas eingekesselt vorkamen, war es mit ihrer Ruhe vorbei. Verschwunden aller Mut. Auf die vorher zur Schau gestellte Coolness folgte wildes Geschnatter mit teils richtig lauten, erbost klingenden Rufen. Die Vögel richteten sich erregt im Wasser auf, schlugen hektisch mit den Flügeln. Da all ihre Drohgebärden die Schiffe nicht vertreiben konnten, entschied sich das Inselvolk kurzerhand zur Aufgabe und zur gemeinsamen Flucht. Ende des Gefechts. Sieg für die Kaiserliche Marine.

Die Nilgänse kehrten danach bis zum Ende der Veranstaltung nicht zurück. Daher gibt es hier lediglich die herangezoomten Aufnahmen vom Aufeinandertreffen auf der anderen Seeseite.

Nach diesem Manöver kehrten die Boote zunächst ans Ufer zurück oder drehten einzeln weitere Runden …
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Cloppenburg - Galgenmoor - Schaufahren der Marineboote - Allein auf weiter Flur ... (Einzelnes Fahrmodell zieht seine Bahn auf dem See)

Cloppenburg – Galgenmoor – Schaufahren der Marineboote – Allein auf weiter Flur …

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Manche Boote starten beim jährlichen Schaufahren ihren Ausflug aufs Wasser in einem kleinen, in Ufernähe angelegten, Hafen …
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Cloppenburg - Galgenmoor - Kleine Hafenanlage in Ufernähe beim Schaufahren der IG Marine

Cloppenburg – Galgenmoor – Kleine Hafenanlage in Ufernähe beim Schaufahren der IG Marine

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… oder ihre Besitzer manövrieren dort ein wenig.
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Cloppenburg - Galgenmoor - Manövrieren an der kleinen Hafenanlage beim Schaufahren

Cloppenburg – Galgenmoor – Manövrieren an der kleinen Hafenanlage beim Schaufahren

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Andere, gerade diejenigen, die mit sehr großen, schweren und durch diverse Aufbauten zusätzlich sehr unhandlichen Modellen hier vertreten sind, setzen ihre Boote meist vom Holzsteg aus in den See. Das wird durch einen extra tiefer angelegten Teilbereich der Plattform schon einmal generell erleichtert, doch wesent-
lich besser geht es, wenn man dazu eine spezielle Haltevorrichtung für sein Fahrmodell benutzt.
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Cloppenburg - Galgenmoor - Das Modell des Linienschiffs "HESSEN" in der Haltevorrichtung ...

Cloppenburg – Galgenmoor – Das Modell des Linienschiffs „HESSEN“ in der Haltevorrichtung ….

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In dieses Metallgestänge wird der Rumpf eingelassen, das Ganze – an der oberen Querstange gehalten –
zu Wasser gelassen. Genauso funktioniert es beim Herausnehmen nach der Fahrt. Längs des Stegs anlanden, hinhocken, Halterung eintauchen, Schiff mit dem Tragegestell einfangen und hochhieven.
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Cloppenburg - Galgenmoor - Modell vor bzw. nach der Fahrt mit seiner "Ein- und Aussteighilfe"

Cloppenburg – Galgenmoor – Modell vor bzw. nach der Fahrt mit seiner „Ein- und Aussteighilfe“

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Cloppenburg - Galgenmoor - Wenn einem fürs Foto die FÜRST BISMARCK einmal aus der Nähe gezeigt wird ...

Cloppenburg – Galgenmoor – Wenn einem fürs Foto die FÜRST BISMARCK einmal aus der Nähe gezeigt wird …

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Auch als Nichtmodellbauer gab es für mich einiges zu entdecken. Mir wurde also keineswegs die Zeit lang am Galgenmoorsee. Ich traf bei der Gelegenheit auch einige Hobbykollegen meines Mannes wieder, die ich ewig nicht gesehen hatte. Sogar einen Bekannten, der vor mehreren Jahrzehnten unser Hochzeitsgast war!
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Cloppenburg - Galgenmoor - Der See, vom Westufer aus blickend

Cloppenburg – Galgenmoor – Der See, vom Westufer aus blickend

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Natürlich habe ich mich zwischendurch doch hin und wieder abgesetzt. Ich bin um den See gelaufen. Hoffte, die Nilgänse noch einmal zu entdecken, doch sie waren wohl noch zu aufgeregt oder schwer beleidigt nach der Störung. Dabei können sie fast von Glück sagen, dass sie in heutiger Zeit hier leben, denn stellen Sie sich vor, wären die Einwanderer bereits Mitte des 19. Jahrhunderts nach Cloppenburg gezogen, hätten sie – statt nur mit der Miniaturmarine – Bekanntschaft mit den seinerzeit am Galgenmoor stationierten Dragonern gemacht.

Damals reichten die Kapazitäten der Oldenburger Kasernen nicht aus. Einige Soldaten des Oldenburgischen Dragoner-Regiments wichen hierher aus, bis sich die Lage besserte und sie 1884 zurückkehren konnten.
Bis dahin aber führten sie im Galgenmoor Schießübungen durch. Damit ihre Kanonenkugeln nicht gefährdeten oder wahllos in der Gegend landeten und Schäden anrichteten, feuerten sie auf die vorhandenen Sanddünen. (Sie erinnern sich? Die karge Gegend mit den Auswehungen …) Einen dieser Kugelfänge sieht man als Spaziergänger heute noch in der nordwestlichen Uferecke des Sees. Er trägt passenderweise den Namen Kugelberg.
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Cloppenburg - Galgenmoor - Schaufahren - Ganz hinten am Ufer der Kugelberg

Cloppenburg – Galgenmoor – Schaufahren – Ganz hinten am Ufer der Kugelberg

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Sie merken, dass auch hier die Bezeichnung „Berg“ wieder heillos übertrieben wirkt. Norddeutsch eben. Kugelhügel oder Kugelfanghäufchen beschriebe die Sache eher.

Was hätten sich die Nilgänse erst über die damaligen Zustände aufgeregt! Kein vernünftiger See zu der Zeit, immer dieser Radau, kein Rückzug ins Schwanenhaus, welches ja noch nicht existierte  – und zu allem Übel auch noch im Visier der Dragoner! Ständig diese herumflitzenden Kanonenkugeln …

Nun, damals hatten sie es am Nil, generell auf dem afrikanischen Kontinent, vermutlich  besser. Hätten die Briten sie nicht mit nach Europa gebracht und seit dem 18. Jahrhundert als Ziergeflügel gehalten, wären sie vielleicht nicht vor knapp 50 Jahren via Holland nach Deutschland eingewandert.
Irgendeinem gelingt es ja immer, aus der Gefangenschaft auszubüxen. Das kennen wir bereits von anderen Tierarten wie Marderhunden, Waschbären, Bisam, Nutria etc. (Selbst von Schildkröten, Halsbandsittichen und Nandus!)
Für die Nilgänse war der Weg von der Insel zum Kontinent jedenfalls kein Hindernis.
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Cloppenburg - Galgenmoor - Herrliches Wetter, idyllische Umgebung .... (Uferbereich mit herabhängenden Weidenzweigen)

Cloppenburg – Galgenmoor – Herrliches Wetter, idyllische Umgebung ….

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Nachdem der mir angetraute Modellbauer genug gesehen und geplaudert hatte, machten wir uns wieder auf den Heimweg. Das Auflösen der Gruppe gestaltet sich traditionell bröckelweise. Die Zeit des Aufbruchs jedes Einzelnen ist meist abhängig von der Länge der bevorstehenden Heimfahrt.
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Cloppenburg - Galgenmoor - Schaufahren der Modellboote - Guter Blick von der Plattform auf das Geschehen ...

Cloppenburg – Galgenmoor – Schaufahren der Modellboote – Guter Blick von der Plattform auf das Geschehen …

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Cloppenburg - Galgenmoor - Schaufahren der Marineboote

Cloppenburg – Galgenmoor – Schaufahren der Marineboote

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Falls Sie einmal im Mai unversehens Lust auf Modellschiffe, auf Schaufahren, auf einen See, auf Ruhe von der Stadt oder aber auf ein Nilgansgeschwader verspüren, wissen Sie nun, wohin Ihr Weg Sie führen könnte.  Richtung Cloppenburg. Zum Galgenmoor.
Im Frühjahr ist auch mückentechnisch noch alles im grünen Bereich. Planen Sie hingegen im Sommer einen Ausflug an den Galgenmoorsee, sorgen Sie ein bisschen vor, sollten die Viecher Sie besonders gern haben. Neben den Nilgänsen fühlen sich auch die stechenden Plagegeister sehr wohl hier …
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Das war’s für dieses Mal vom Galgenmoor, vom Schaufahren und von den Bewohnern des Sees!
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Hinweis für Modellbau- und Schiffsinteressierte:

Fotos der Veranstaltung vom 5. Mai 2018, auf denen Sie mehrere Modelle aus der Nähe betrachten können, finden Sie z. B. beim Arbeitskreis Historischer Schiffbau.
http://www.arbeitskreis-historischer-schiffbau.de/termine/veranstaltungen/clop17/

Dort zu sehen sind u. a. Aufnahmen des japanischen Kreuzers SHIKISHIMA, des Panzerkanonenboots SMS WESPE, der HMS MOHAWK, des Zerstörers MÖLDERS (D 186), des englischen Monitors HUMBER von 1914 und eines Monitors aus der M-Klasse von 1915.
Weiterhin Bilder von SMS VON DER TANNSMS GROSSER KURFÜRST, vom Kleinen Kreuzer Emden II sowie dem Leichten Kreuzer EMDEN III.
Des Weiteren die eines französischen Minensuchers und eines Minensuchbootes vom Typ M 35.
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Cloppenburg - Galgenmoor - Schaufahren der Marineboote auf dem See

Cloppenburg – Galgenmoor – Schaufahren der Marineboote auf dem See

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Quellen:
Einzelne Daten und Informationen entstammen:
– Gedenksteinen am See sowie der Informationstafel der Interessengemeinschaft
– Wikipedia-Arikeln (Galgenmoor, Cloppenburg, Nilgänse)
– Einem Bericht der Neuen Zeitung – Ausgabe Cloppenburg KW 29,  Juli 2011 (See)

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©by Michèle Legrand, Mai 2018
Michèle Legrand

 

 

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38 Kommentare

Umgeplant – Heute: Von kleinen Dramen und Störfaktoren …

Sie ahnen gar nicht, wie anders als gedacht sich dieser Blogbeitrag gerade entwickelt hat. Was für ein inne-
res Kuddelmuddel zu Beginn … Von dem, was ich Ihnen ursprünglich heute zeigen wollte, ist rein gar nichts übriggeblieben. Nun – es wird demnächst nachgeholt.

Manche Dinge laufen doch recht eigenartig. Mehrfach in den letzten Tagen, im Prinzip wann immer ich mit der Absicht einen bestimmten Beitrag zu verfassen den Abstecher Richtung Laptop unternahm, merkte ich, dass genau in dem Moment mit Vorliebe Unvorhergesehenes eintrat. Ablenkungen unterschiedlichster Art traten auf. Unverdrossen und äußerst diszipliniert hielt ich zunächst trotzdem an meinem Vorhaben und dem ursprüng-
lichen Textplan fest, nur um festzustellen, dass es unter solchen Bedingungen weder mit dem Schreiben lief noch ich irgendwie Ruhe fand, mir die dazugehörigen Fotos näher vorzunehmen.

Vor einer Stunde setzte ich mich in wirklich bester Absicht an die Tastatur. stöberte in meinem immerhin
schon zusammengetragenen Material. Stocherte im Gedächtnis. Spornte mich mittelprächtig an!
(So, nun komm mal zu Potte! Der geplante Beitrag, Mädel!)
Ja, ja. Nur … Mittlerweile ist der Mensch, bin ich (!), schon automatisch auf Unterbrechung gepolt!
(Kann ja gar nicht anders sein. Nach den Erfahrungen.)
Weg waren die Textideen, der innere Leitfaden, die Konzentration auf genau die eine Sache. Stattdessen gingen mir ein paar der Vorkommnisse, dieser Störfaktoren, durch den Kopf. Und was soll ich Ihnen sagen, damit klappte ein Gedankenfluss entschieden besser! Da flutschten die Titelzeilen mit einem Mal nur so heraus! „Feuerbrunst“, „Angriff in der Nacht“,  „Blutfeudeln“,  „Tödlicher Pilz“. Gut, das klingt durchweg recht dramatisch. Nehmen wir etwas Harmloses wie „Ungewöhnliches Briefdepot“ noch mit hinzu. Tausend Dinge hätte ich mit einem Mal schreiben können …
Immer wieder erstaunlich, was im Kopf weiterhin beschäftigt – selbst wenn der entsprechende Vorfall bereits hinter einem liegt. An diesem Punkt vorhin dachte ich noch, es wäre ein klasse Trick zur Selbstüberlistung. Da das Zeug aus dem Kopf wollte und via Finger flott in die Tasten wanderte, schien es eine nette Lockerungs-
möglichkeit für den späteren, eigentlichen Beitrag.
Tja, der Plan hat nur bedingt funktioniert. Ich kann nicht meckern, der Schreibfluss ist nun im Gang – allerdings habe ich dummerweise jetzt keine Zeit mehr, das andere auch noch zu schreiben …

Ich hinterlasse Ihnen jedoch gern, was eben willig floss. Vielleicht können Sie aus eigenem Erleben nach-
empfinden, dass einige Vorkommnisse – sogar wenn sie auf Nebenschauplätzen stattfinden – manchmal Platz in den Gedanken fordern. Ich stelle mir vor, dass dabei irgendwie wichtige Areale im Gehirn okkupiert werden. In einer Windung hockt wahrscheinlich irgendein Männeken und bremst mich aus. Torpediert, sich in Fäustchen lachend, meine Pläne. Lenkt stattdessen hartnäckig in eine neue Gedankenrichtung. Gelegentlich boxe ich mich ein Weilchen mit dem, manchmal gebe ich ihm nach. So wie heute. Nur diese neue Richtung präsentiert sich keinesfalls als schnurgerader (Gedanken)Fluss. Es ist eher ein Flussdelta mit mehreren Mündungsarmen …

„Er ist am Teppichläufer im Flur hängengeblieben … An den Türrahmen gekracht … Eisernes Gestell … getroffen … Kopf … Überall Blut …. Arme aufgeschlagen … Krankenwagen …  Platzwunde nähen …  Sie behalten ihn noch im Krankenhaus …“

Das war in Stichworten das, was mir meine Mutter – mit leichter Verspätung, als das Drama schon seinen Lauf genommen hatte und erste Hilfe da gewesen war – erzählte. Meinen Stiefpapa hat es arg erwischt. Und das im Alter von 90 Jahren. Leider sind die nun entstandenen offenen Wunden nicht das einzige, was Probleme verursacht, wahrscheinlich sogar eher das kleinere, vergänglichere Übel. Immerhin ist er inzwischen wieder zu Hause.

Kurz danach. Die ganze Aufregung hat meiner Mutter enorm zugesetzt. Ausgerechnet jetzt wird sie in der Nacht von einer Wespe attackiert. Im Schlaf! Die Wespe sticht sie am Hals (außen) und legt ganz dreist sogar noch einmal nach!
Ich bin stinksauer auf das Biest, denn mit Furcht vor Angriff und reiner Verteidigungsmaßnahme kann es sich wirklich nicht herausreden. Das Schlimme – meine Mutter reagiert darauf allergisch. Monströse Beule, Schwellungen insgesamt, Atembeschwerden. Herzprobleme. Besuch beim Arzt. Der schaut bedenklich und verordnet fünf Tage Cortison sowie ein Antiallergikum. Das Cortison verursacht neue Beschwerden, löst Fieber bis 40 °C aus und legt den Kreislauf lahm. Das Mittel hilft jedoch im Hinblick auf den Stich.
Auch sie ist nun wieder auf dem Wege der Besserung, es schlaucht nur alles ungemein.

Als nächstes ereignete sich am letzten Freitag ein mir haften bleibendes Ereignis. Als ich im Garten zugange war, hörte ich gegen 18 Uhr von der Straße her eine aufgeregte Stimme rufen:
„Es qualmt, Sie müssen raus aus dem Wagen! Da brennt was!“
Die Szene spielte sich nicht in meiner Sackgasse, sondern ein paar Meter weiter um die Ecke in der „Hauptstraße“ am Bahnübergang vor verschlossener Schranke ab. Mehrere Autos warteten davor, teils mit laufendem Motor. Die leichte Qualmentwicklung, noch sehr hell, sah ich sogar von meinem Garten aus, denn
er stieg über die Hecke. Der PKW selbst war so nicht direkt im Blickfeld.
Es folgte Türenschlagen. Allein die Geräusche gaben Aufschluss darüber, dass jetzt die restlichen in der Schlange Wartenden versuchten, sich und ihre Autos aus der Gefahrenzone zu bringen. Allgemeines Anfahren, Rangieren, Wenden, Wegfahren.
Und während ich noch überlegte, ob ich zwecks möglicherweise erforderlicher Hilfeleistung dort hin sollte, wurde kurz darauf aus dem lauten Dialog zwischen Fußgängern, die ebenfalls an der geschlossenen Schranke standen, klar, dass einer von ihnen das Alarmieren der Feuerwehr übernahm und sich keiner mehr in dem betroffenen Fahrzeug befand.
Es vergingen nach dem Warnruf und den ersten Qualmanzeichen nur zwei, höchstens drei Minuten, bis die ersten richtigen Flammen emporschlugen! So hoch, dass selbst ich das Feuer sehen konnte.
Sie glauben nicht, wie schnell ein PKW brennt! Wie schnell sich der Brand ausbreitet! Sollten Sie je bemerken, dass es verkokelt riecht und es irgendwo an Ihrem Wagen qualmt, sehen Sie zu, dass Sie anhalten, heraus-
kommen und Abstand gewinnen! Sie können nicht mehr viel machen, außer Sie haben den Feuerlöscher quasi schon in der Hand.
Nach fünf Minuten hatte das Feuer den Wagen komplett erfasst. Er brannte lichterloh, die Innenausstattung scheint wie Zunder zu wirken. Nicht zu reden von der Tankfüllung … Es sollte in dem Moment keiner dorthin, nur „um das alles mal aus der Nähe zu filmen“ – wie hier einer der Passanten meinte und kurz danach stolz hinzufügte, er wäre der erste gewesen, der es bei FB gepostet hätte.

Die Feuerwehr ließ ein bisschen auf sich warten. Doch es herrscht dichter Verkehr um diese Zeit, und vielleicht wählte sie den Umweg außen herum über eine Brücke, um so über die Gleise zu gelangen und nicht am Ende von der geschlossenen Schranke gestoppt zu werden.
Irgendwann knallte es heftig, was bewirkte, dass bis dahin relativ leichtsinnige Passanten doch etwas eingeschüchtert zusahen, dass sie ihren Abstand vergrößerten. Wenn der Tank explodiert … Da das Knallen sich wiederholte und insgesamt viermal in recht kurzem Abstand erfolgte, vermute ich eher, dass es die Reifen waren. Nach dem weißen Qualm und den folgenden hohen Flammen, stiegen nun pechschwarze, nach Gummi stinkende Rauchschwaden auf.

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Rauchwolke durch Autobrand (schwarze Rauchschwaden nachdem auch Reifengummi brannte)
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Kurz darauf war von dem Wagen lediglich die Karosserie übrig. Ein auf dem Parkstreifen am Straßenrand parkendes Auto erlitt leichte Schäden durch die Nähe zur Glut. Der in diesem Extremhitzebereich aufgehängte rote Kunststoffmülleimer wurde angesengt und hängt seitdem mit rußgeschwärzter Rückseite am Haltepfahl.
Die Feuerwehr hatte das Restfeuer schnell im Griff, brauchte aber geraume Zeit, um auch die Straße wieder von sämtlichen Hinterlassenschaften (Öl, Benzin, Gummireste etc.) zu säubern. Bis zum Abschluss blieb alles von der Polizei abgeriegelt.

Eine ziemliche Aufregung für den Fahrzeughalter, aber auch andere Anwesende an diesem Abend. Und für die Nachbarschaft. Einige Anwohner standen draußen im Gespräch und verfolgten den Feuerwehreinsatz.
Ich bin sehr froh, dass keiner verletzt wurde. Ein Bekannter hatte vor einiger Zeit einen ähnlichen, auch völlig überraschenden Brand. Er kam zuerst nicht aus seinem Auto! Die Zentralverriegelung wurde bei dem Wagen kurz nach Fahrtbeginn immer automatisch aktiviert. Nur nach Ausbruch des Feuers ging sie nicht mehr auf! Er hat es dann doch noch geschafft, aber …Uiuiui!

Ich habe bei mir im Haus relativ kurz nach dem Vorfall Wasser ins Waschbecken laufen lassen und dabei festgestellt, dass es braun war. Da das einzige Ungewöhnliche der Feuerwehreinsatz zuvor gewesen war und die Feuerwehrleute die Leitungen anzapfen mussten, um Löschwasser zu bekommen, wird wohl darin die Ursache liegen. Eine Stunde später – nachdem sicher weitere Personen aus den Nachbarhäusern Wasser verwendet hatten – lief es wieder klar aus dem Hahn.

Apropos braun. Eine Sache im Garten macht mir gerade erheblich Kummer. Und zusätzliche Umstände natürlich gleich mit. Ich habe es hier mit einem Triebsterben an Gehölzen zu tun. Ein mieser Pilz macht sich breit, der die Leitungsbahnen der Pflanzen verstopft. Ich gehe schwer davon aus, es handelt sich um Verticillium. Er dringt über die Wurzeln ein und legt nach und nach das ganze Gewächs lahm. Vor ein paar Jahren beobachtete ich es zunächst an einem einzelnen Ast eines Baumes. Dort ließ es sich durch Aussägen sowie eine Gabe organi-
schen Düngers zur Stärkung der Abwehrkräfte stoppen, und danach vermied bisher sorgfältiges Desinfizieren der Werkzeuge, dass zumindest auf diese Art etwas auf andere Pflanzen übertragen wurde. Nur was der Pilz im Erdreich treibt …
In der Nachbarschaft hatte die Erscheinung zugenommen und hier bei mir in diesem Jahr ebenfalls. Massiv! Man sieht es jetzt, weil der Frühjahrsaustrieb ausbleibt. Meine wilde Hecke sieht schlimm aus. Alles wirkt wie verdorrt. Mein Japanischer Ahorn mit den schönen Blättern und der traumhaften Rotfärbung im Herbst geht wohl auch ein. Sehr traurig … Es macht nun einige Mühe, alles Betroffene im Garten zu entfernen. Auszusägen, klein zu bekommen und zu entsorgen.

Aber wissen Sie, was mich erheitert hat? Als ich heute hereinkam, sprach mich mein Mann etwas irritiert an, warum ich denn die Post in den Kühlschrank legen würde.
Ich stutzte kurz. Bitte? Oh – ja, klar! Ich habe einen braunen Umschlag dort deponiert. Einen kleinen, leicht gepolsterten. Er enthält ein Samentütchen mit Kaltkeimern, die gern noch einmal zehn Tage frösteln möchten, bevor sie direkt ins Freiland gesät werden. Der Gemahl konnte beruhigt werden. Die Gattin ist doch noch nicht schusselig.

So, ich glaube, das waren sie, die Störfaktoren, die fürs Abschweifen der Gedanken sorgten.

Nein, Moment, eine Sache geht mir weiterhin durch den Kopf! Ich erhielt einen Telefonanruf, nachmittags, während ich mit dem Gemahl beim Tee auf der Couch saß. Ein mir unbekannter Herr meldete sich. Fragte, ob ich Aktaufnahmen machen würde. Soweit ich das verstanden habe, sollte ich ihn fotografieren. Im Nachhinein bin ich aber nicht mehr sicher, es kann auch andersherum gedacht gewesen sein. Perplex hörte ich zunächst zu und fragte dann:
„Wie kommen Sie denn darauf, dass ich Aktaufnahmen mache?“
Mein Mann schaute verblüfft auf und bekam augenblicklich spitze Ohren.
„Durchs Internet …“
Wir haben das Gespräch nicht weiter vertieft, ich habe verneint und abgesagt, nur ich frage mich bis jetzt, was um alles in der Welt Anlass für diese Annahme gewesen sein könnte.

Schluss für heute. Beim nächsten Mal geht’s hier definitiv zum Galgenmoor! (Das heißt wirklich so.)
Mit Fotos. Ohne Akt.
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Ich wünsche Ihnen einen schönen Feiertag!

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©by Michèle Legrand, Mai 2018
Michèle Legrand

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48 Kommentare

Verschluckt, verbannt, verschoben …

Ein Hallo zum Wochenende an Sie! Heute gibt es ein kleines Lebenszeichen, denn die Wochen flitzen nur so dahin, und was den Blog angeht, herrscht hier gerade – zumindest nach außen hin – völlige Ruhe. Tatsächlich? Ruhe? Generelle Inaktivität? Oh, das täuscht …

Verschluckt …

Das Gegenteil ist der Fall! Ich bin blogtechnisch und anderweitig hinlänglich beschäftigt. Kürzlich das Osterfest mit allem Drumherum, noch davor ein Geburtstag in der Familie, allgemein diverse Verpflichtungen nebenher sowie die obligatorische Rutsche Behördenkram. Besonders Letzteres ist zeit-rau-bend!

Als die ersten warmen Tage endlich starteten, wurde ich sofort vom Garten verschluckt (und bisher nicht wieder ausgespuckt). Ich will nicht behaupten, dass ich in der letzten Saison nichts darin getan hätte, doch die familiären Umstände machten es schwierig, Zeit und manchmal auch genügend Kraft abzuzweigen. Gleichzeitig förderte die einerseits sommerlose, dennoch milde und nasse Witterung ein extrem flottes Wachstum. Ideale Urwaldenstehungsbedingungen. Ich kam mit dem im Zaum halten in den Monaten so gerade hinterher. Viel zu-
sätzliche Hege und Pflege, etwas restaurieren oder sonstwie richten und verschönern war einfach nicht drin.

Folglich schreit der Garten in diesem Frühjahr förmlich nach Aufmerksamkeit. Ich möchte neben dem Aussägen, Ausschneiden und dem generellen Ordnung schaffen nach dem Winter einfach wieder Grund in ein paar Beete und Pflanzungen hineinbekommen. Stauden teilen und neu setzen, einen Hang durch leichtes Terrassieren abfangen, Granitsteine neu verlegen, die der Maulwurf hochgedrückt hat. Dazu Schäden ausbessern, die durch ein paar Maßnahmen im Winter entstanden sind und so einiges mehr.
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Gehölzschnitt

Gehölzschnitt bei noch kaltem Wetter …

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Gehölzschnitt

Gehölzschnitt – Ein paar Tage später, als die Sonne schien (wesentlich angenehmer!)

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Da hier durch den von der Stadt gepflegten, immer intensiver ausfallenden Abholztrip sowie den Bau einer Lärmschutzwand entlang der Bahnstrecke der Insektenbestand spürbar zurückgegangen ist, möchte ich als minimalen Ausgleich zumindest das Angebot im eigenen Garten durch Pflanzung ein paar besonders insekten-
freundlicher Gewächse erweitern. Platzmäßig bin ich eher beschränkt, so dass Bäume und zusätzliche große einheimische Gehölze nicht in Frage kommen. Doch auch weitere kleinere Sträucher, (Wild-)Stauden und Kräuter bringen in dieser Hinsicht einiges.
Ich habe bisher etwa 72 Stunden im Garten verbracht. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Insofern fehlt mir dadurch schon Zeit für die Bloggerei.
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C-Falter (orange mit dunklen Tupfen) auf der weiß blühenden Schneeheide

Netter Besuch bei der Gartenarbeit: Ein C-Falter auf der Schneeheide …

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Quittenblüten

Hervorgelockt durch den Sonnenschein: Quittenblüten

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Verbannt …

Der zweite Grund für Schreibzeitnot ist die Ende Mai in Kraft tretende neue Datenschutzgrundverordnung, die
ja nicht nur Unternehmen, sondern durchaus auch Blogger betrifft. Ich habe viel recherchiert. An Regentagen oder bei Dunkelheit, sobald der Garten mir Freigang gewährte. Dieses Informationen beschaffen und auswerten ist das Zeitaufwändigste an der ganzen Sache!
Ich will Sie als Leser nicht mit Details nerven, erwähne das Thema jedoch, weil es hier im Blog Veränderungen mit sich bringt bzw. bereits gebracht hat, die Ihnen vielleicht auffielen und die Sie betreffen könnten.

Da es zum einen (sehr löblich) um den Schutz Ihrer Daten geht und ich mir zum anderen (sehr verständlich) zukünftigen Ärger gern ersparen will, werde ich als Konsequenz nicht nur meine Datenschutzerklärung in einigen Punkten erweitern und anpassen, sondern habe rigoros einige Dinge verbannt, die hinsichtlich Datenzugriff und -speicherung zumindest als fragwürdig angesehen werden:

1)
Der Button  Folgen per Mail  ist verschwunden. Falls Sie bisher allein auf diese Art Ihre Benachrichtigung über neue Blogbeiträge erhielten, könnte es sein, dass diese jetzt – auch bei bereits bestehenden Abonnements – ausbleibt.
2)
Die Twitter-Timeline rechts in der Spalte gibt es nicht mehr. Wenn Sie bei Twitter aktiv sind, folgen Sie mir dort doch gern direkt. (Michèle Legrand, @ ladyfromhamburg)
3)
Um die 70 eigene Audioboos (Hördateien, Texte spontan/ohne Skript) aus den ersten Blogjahren, die lange Zeit über die öffentlichen Links von Drittanbietern (SugarSync, Audioboom) abspielbar waren, sind herausgenommen.
Einige verbliebene Podcasts (gesprochene Versionen der geschriebenen Beiträge) werden wahrscheinlich ebenso entfernt.
Dementsprechend verschwunden sind die entsprechenden Kategorien.
4)
Direkte Links zu You Tube und zu Facebook (Videoverlinkungen, eigene und fremde) wurden deaktiviert und so geändert, dass Sie (leicht korrigiert) kopiert werden können. Die Plattformen werden fortan von Ihnen jedoch separat angesteuert. Das heißt, es werden keine Daten mehr untereinander von einer Stelle zur nächsten weitergegeben.
5)
Die App Gravatar wurde deaktiviert (Nichtsdestotrotz erscheinen die Avatare bisher.)
6)
Weitere Punkte wie die Datensituation bei Kommentaren, Google Translate u. a. nehme ich in Kürze in die Datenschutzerklärung auf.

Soweit die Information zu diesem leidigen Thema. Ich hoffe, dass Sie dadurch in Zukunft nicht vergeblich nach evtl. Entferntem suchen …

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Verschoben …

Verschoben auf einen späteren Zeitpunkt sind daher momentan eigene Vorhaben, die hier sonst üblicherweise Stoff und Fotomaterial für einen Blogbeitrag über Hamburg, Natur/Botanik, Geschichte, Erlebnisse, Erkundungen  etc. liefern. Sobald etwas mehr Luft bleibt, geht es jedoch in gewohnter Weise weiter.
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Ganz ohne einen kleinen Eindruck von draußen, aus dem Garten bzw. der unmittelbaren Umgebung, soll es dennoch nicht enden.
Schauen Sie, dieser Igel tauchte tatsächlich am helllichten Vormittag zur Futtersuche auf. Hat er trübes Tages-
licht für die Dämmerung gehalten? Oder machte ihm die Umstellung auf die Sommerzeit zu schaffen? Man weiß es nicht …
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Igel am hellichten Tag auf Futtersuche, von vorne

Seltener Tagesgast: Igel auf Futtersuche

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… und dieser seit einiger Zeit Entenyoga betreibende Erpel demonstrierte seiner Partnerin eine neu erlernte Entspannungsübung (die sie allerdings nur mäßig zu interessieren schien).
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Enten-Yoga mit Erpel (Stockentenpärchen am Ufer. Erpel legt Kopf und Hals beim Putzen zurück auf den Rücken, Schnabel senkrecht in die Höhe

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Das war es für den Moment. Ihnen einen schönen Sonntag und bis zum nächsten Mal!

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© by Michèle Legrand, April 2018
Michèle Legrand

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Hamburg: Leichter Eisgang auf der Elbe / Frostige Zeiten im Museumshafen Oevelgönne und am Anleger Neumühlen

Heute geht es an die Elbe. Bei frostigen Temperaturen. Ein bisschen schauen, ein bisschen entdecken. Und den Winterspaziergang schnell beenden, sobald das Bibbern ein erträgliches Maß übersteigt.

Zuckerbrot und Peitsche. Draußen. Haben Sie es gemerkt? An dieses Prinzip scheint sich sogar das Wetter zu halten. Schickt erst ein schmeichelnd-laues Frühlingslüftchen, nur um kurz danach – zwusssch! (das war der Peitschenknall) – mit neuem Frost aufzuwarten.
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Frost in Hamburg - Eis an der Elbe bei Oevelgönne (Strandbereich mit Schnee und einzelnen Eisschollenstückchen)

Frost in Hamburg – Eis an der Elbe bei Oevelgönne

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Ganz so unpassend ist diese Winterrückkehr gar nicht für das, was ich Ihnen heute gerne noch mit etwas Verzögerung zeigen würde. Am Monatsbeginn, als ein Hochdruckgebiet aus dem Osten eisige Kälte mit starkem Nachtfrost und sogar Tagesminusgraden bescherte, hatte sich auf der Elbe Eis gebildet. Eine moderate Schicht.
Das waren noch keine Schollen, wie wir sie vom Februar 2012 kennen, als der Fluss von Sachsen bis Hamburg für den Schiffsverkehr gesperrt werden musste und von Hamburg bis zur Mündung in die Nordsee bei Cuxhaven erhebliche Behinderungen für ein- und auslaufende Schiffe entstanden. Eisbrecher kamen damals zum Einsatz, damit Schifffahrt und Hafenbetrieb überhaupt weiterlaufen konnten.
Auf der Außenalster hingegen, dem großen See, verabschieden sich die Alsterschiffe regelmäßig in die Winterpause. So lässt man das Eis ungestört „wachsen“, bis seine Stärke irgendwann als so sicher gilt, dass
die Behörden den Hamburgern das Betreten der Eisfläche offiziell freigeben. Es geschieht nicht sehr häufig.
Diesmal setzte zu schnell Tauwetter ein. Nichts mit großem Volksfest auf dem Eis …

Eis auf der Elbe
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Winter in Hamburg - Anleger Neumühlen - Eis auf der Elbe - Blick Richtung Stadt und die Kräne am gegenüberliegenden Ufer

Winter in Hamburg – Anleger Neumühlen – Eis auf der Elbe

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Vor gut zwei Wochen bildete sich auf der Elbe bei klirrender Kälte ruckzuck Eis. Obenauf. Dünn. Wir sind hier ja nicht am Nordpol.
Das Weiß verändert etwas für das menschliche Auge. Die helle Lage Eis verbindet auf den ersten Blick alles zu einer einzigen großen Fläche, geht zum Teil sogar nahtlos in die Uferlandschaft über. Entfernungen scheinen zu wachsen, der Fluss wirkt breiter, gleichzeitig ruhiger.

Beim Näherkommen zeigte sich, dass die Oberfläche überhaupt nicht komplett verschlossen war. Ein Meer aus unzähligen Eisstücken – dicht an dicht – dümpelte vor sich hin, denn all die großen Frachter, Container- und Kreuzfahrtschiffe, die Hamburg anlaufen, brechen dünnere Eislagen mit links auf. Sie gleiten einfach hindurch. Was zurückbleibt, sieht aus wie ein riesiger Scherbenteppich, der nur hin und wieder ein paar Lücken aufweist. Dort, wo robuste Schiffsrümpfe die Eisschicht in recht kurzen Abständen durchpflügen, wird aus einst groß-
formatigen Eisplatten im Nu Scherbengebrösel.
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Hamburg - Anleger Neumühlen - Eis auf der Elbe - Blick elbabwärts - Recht das grüne Gebäude direkt auf dem Ponton des Anlegers Neumühlen

Hamburg – Anleger Neumühlen – Eis auf der Elbe – Blick elbabwärts

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Die Einwirkung der Gezeiten ist ebenfalls nicht zu unterschätzen. Das Wasser der Elbe ist durch den ständigen Wechsel von Ebbe und Flut laufend in Bewegung. Ehe hier alles ins Stocken gerät und sich – u. a. nach dem Einsatz von Eisbrechern – Eisschollen lokal zu richtigen Wällen aufschichten, das dauert.
Andererseits, durchgängige, ebene Eisflächen – glatt und unschuldig, zum Schlittschuhlaufen geeignet – werden Sie genauso wenig antreffen. Was nicht weiter tragisch ist, denn die Elbe hier ist sozusagen ver-
gleichbar mit einer vielbefahrenen Verkehrsstraße. Sie dürften im Hafen zwischen einem Kreuzfahrer wie der „Queen Mary 2“, einem 400 m langen Riesencontainerschiff wie der in dieser Woche eingelaufenen „CMA CGM Antoine de Saint Exupéry“ und mittenmang all der Hafenfähren und -barkassen sowieso nicht auf Schlittschuhkufen ihre Bahnen ziehen.

Da kürzlich kein moderner Eisbrecher in Sicht war … Möchten Sie stattdessen einen Eisbrecher der alten Zunft sehen?

Dampfeisbrecher „Stettin“
Das hier ist die „Stettin“ ein fahrbereiter, see- und funktionstüchtiger Dampfeisbrecher, der seinen Liegeplatz an der Elbe beim Kühlhaus am Anleger Neumühlen hat.
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Winter in Hamburg - Elbe - Anleger Neumühlen - Dampfeisbrecher "Stettin"

Winter in Hamburg – Elbe – Anleger Neumühlen – Dampfeisbrecher „Stettin“

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Der Eisbrecher wurde 1933 als bis dahin größter seiner Art in Dienst gestellt. Kohlebefeuert! Da wurde einiges verheizt! Der Dampf für die große Dampfmaschine wurde in zwei überdimensionalen Kesseln erzeugt, was wiederum das Verfeuern von 1,5 Tonnen Kohle nötig machte. Stündlich! (Kaum vorstellbar.)
Nun werden Sie sich vielleicht fragen, warum nahmen die denn nicht gleich einen weniger arbeitsintensiv einsetzbaren Dieselmotor, der damals auch schon bekannt war? Ganz einfach: Die Umsteuerung der Maschine von Vorwärts- auf Rückwärtsfahrt ging mit Dampfantrieb sagenhaft schnell! Innerhalb von drei Sekunden war die Aktion erledigt. Im Einsatz im Eis ein Riesenvorteil!

Fast 50 Jahre tat die „Stettin“ ihren Dienst. Aus ihrer ursprünglichen Heimat (Stettin) ging es später zu Einsätzen auf die Unterelbe, den Nord-Ostsee-Kanal oder auch zur Kieler Förde. 1981 drohte ihr die Verschrottung, doch ein Förderverein mit ehrenamtlichen Unterstützern gründete sich und verhinderte das scheinbar Unvermeidliche. 1982 wurde der Eisbrecher technisches Kulturdenkmal. Enorm viel Arbeit (und auch Geld) steckt in dem alten Schiff. Heute unternimmt man mit der „Stettin“  in den Sommermonaten Gästefahrten, die die Kasse etwas auffüllen.
Leider ereignete sich im letzten August während der Hanse Sail 2017 in Rostock eine Kollision zwischen der finnischen Frachtfähre „Finnsky“ und der „Stettin“, die für die  „Stettin“ einen ca. zwei Meter langer Riss am Rumpf zur Folge hatte. Zum Glück ließ sich die Situation in Rostock durch Verschweißen einer Stahlplatte so weit retten, dass der Eisbrecher es aus eigener Kraft heim nach Hamburg schaffte und hier endgültig repariert werden konnte. Aufatmen für den Verein, denn zum einen hatte man schließlich auch in Rostock zahlende Gäste an Bord, die zurückgebracht werden wollten, zum anderen sind generell nicht derart große finanzielle Reserven verfügbar, um mal eben einen außerplanmäßigen Werftaufenthalt zu bezahlen …

Wenn Sie den Eisbrecher unter Dampf erleben wollen, dann kommen Sie doch während des Hafengeburtstags Anfang Mai nach Hamburg; er nimmt regelmäßig an den Ein- und Auslaufparaden teil, und oft sind Gäste mit auf Fahrt. (Bei Interesse immer frühzeitig Kontakt aufnehmen!)

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Winter in Hamburg - Elbe - Anleger Neumühlen mit ehemaligem Kühlhaus (heute Augustinum)

Winter in Hamburg – Elbe – Anleger Neumühlen mit ehemaligem Kühlhaus (heute Augustinum)

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Eh. Union-Kühlhaus / Seniorenresidenz Augustinum

Wir befinden uns heute etwas westlich (elbabwärts) von Altona am Anleger Neumühlen, eine Bezeichnung, die – streng genommen – falsch ist. Neumühlen gehört nämlich zum Stadtteil Ottensen. Der Anleger Neumühlen liegt aber bereits auf dem zu Othmarschen gehörenden Gebiet „Oevelgönne“.  Wir werden uns durch diese kleine Ungereimtheit jedoch nicht irritieren lassen.
Auf dem Bild oben können Sie im Hintergrund ein großes, rötliches Gebäude erkennen. Kastenförmig. Gar
nicht zu übersehen. Es ist das frühere Union-Kühlhaus, in dem sich seit 1993 eine Seniorenresidenz, das Augustinum, befindet.

Das Kühlhaus war ein eigenartiges, ein spezielles Gebäude. Hatte ganz unterschiedliche Etagenhöhen, spezielle Fensterfronten, waagerecht umlaufende Betonbänder an den Außenwänden. Eine etwas bunker-
ähnliche Erscheinung. Die Gesamthöhe kam mit dem krummen Maß von 38,36 m daher. Ganz oben befand sich eine expressionistisch anmutende Krone.
Mitte der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts errichtet, war es dafür vorgesehen, Fische kühl zu halten. Als man in den Siebzigern immer mehr dazu überging, die Fische gleich an Bord der Schiffe einzufrieren, wurde es überflüssig. Der Umstand, dass es da bereits als Industriedenkmal galt, legte seine bauliche Erhaltung fest. Aber wie weiter nutzen? Umnutzungspläne wurden geprüft, die Augustinum-Gruppe erhielt schließlich den Zuschlag. Nur mit dem Umbau lief es absolut nicht wie gedacht, da das Baugutachten desaströs ausfiel. Substanzielle Schäden. Keine Tragfähigkeit etc. Ein neuer Beschluss fiel, den Abriss und Neuaufbau unter Auflagen zu gestatten. Schwupps, gesellte sich in dieser Zeit ein schwerer Brand mit üblen Schäden hinzu. Die Konsequenz daraus: Alles wurde neu errichtet – musste aber so aussehen wie vorher.
Falls Sie sich also wundern, dass die nicht ganz billige Senioren-Residenz in 1a-Lage an der Elbe so gar keine Balkone oder Loggien hat – es war nicht erlaubt. Das Kühlhaus hatte schließlich auch keine.
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Hamburg - Elbe - Anleger Neumühlen mit rotem Leuchtturm - Brücke zum Anleger. Blick Richtung Land.

Hamburg – Elbe – Anleger Neumühlen mit Leuchtturm

Als das Augustinum seine Residenz eröffnete und sich – um es mal so auszudrücken – eher wohlhabende Menschen dort ein Apartment leisten konnten, kursierte einige Zeit ein spezieller Begriff für das ehemalige Kühlhaus: Klunkerbunker.
Sie können sich bezüglich erforderlicher Solvenz vielleicht selbst ein Urteil bilden. Ich habe nachgelesen, in welchem Rahmen sich die Preise bewegen. Es heißt, für rund 2.200,– Euro ist das kleinste 1-Zi.-Apartment beziehbar. Die größeren 2- und 3-Zimmer-Wohnungen kosten dann schnell zwischen 3.500,–  und knapp 5.000,– Euro.

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Hamburg - Frost an der Elbe - Oevelgönne - Gegenüber Waltershof und Container-Terminal Burchardkai

Hamburg – Frost an der Elbe – Oevelgönne – Gegenüber Waltershof und Container-Terminal Burchardkai

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Sie haben zugegebenermaßen einen wunderbaren Ausblick auf die Elbe und sind direkt am Museumshafen Oevelgönne, am Elbstrand, am Spazierweg und am Anleger! Sie könnten spontan eine Spritztour auf der Elbe unternehmen!

Anleger Neumühlen

Hier halten die HADAG-Fähren der Linie 62. Die Boote bringen Sie entweder flussabwärts hinüber auf die andere Elbseite nach Finkenwerder, oder aber zurück Richtung Stadt. In dem Fall geht es ab Neumühlen flussaufwärts über das Dockland und den Altonaer Fischmarkt  direkt bis an die Landungsbrücken.
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Winter in Hamburg - Elbe - HADAG-Fähre der Linie 62 am Anleger Neumühlen

Winter in Hamburg – Elbe – HADAG-Fähre der Linie 62 am Anleger Neumühlen

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Die Pendler aus der Stadt, die drüben bei Airbus auf Finkenwerder arbeiten, nutzen für die Elbquerung gern diese Fähre. Anwohner natürlich auch. Überhaupt Bewohner auf Niedersachsenseite, die ohne Stau im Elbtunnel oder auf den Elbbrücken schnell über den Fluss kommen wollen und auf ihr Auto in Hamburg verzichten können.
Und die Touristen! Die mögen die Fähre, weil der Fahrpreis bereits im HVV-Ticket mit enthalten ist. Die Fahrt
mit der Linie 62 stellt sozusagen die Alternative zur extra kostenden Hafenrundfahrt mit der Barkasse dar. Gelegentlich herrscht ordentlich Andrang an Bord. So sehr, dass die Pendler in der Vergangenheit Probleme bekamen, einen Platz zu finden und allmählich zu murren begannen …

Schauen Sie, die Eisentwicklung auf der Elbe stellt noch kein Hindernis für den Fährbetrieb dar. Die Boote fahren regelmäßig und ohne Schwierigkeiten.
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Winter in Hamburg - Elbe - HADAG-Fähre der Linie 62 am Anleger Neumühlen

Winter in Hamburg – Elbe – HADAG-Fähre der Linie 62 am Anleger Neumühlen

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Ein schöner Gedanke, hier im Frühling am Anleger auf der Bank zu sitzen und aufs Wasser zu schauen. Oder mit einer Decke am Strand zu liegen und die Schiffe vorbeiziehen zu lassen … Gut, ja, im Moment ist es noch ein wenig zu kalt ….
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Frost in Hamburg - Schnee und Eis am Elbufer ...

Frost in Hamburg – Schnee und Eis am Elbufer …

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Winter in Hamburg - Oevelgönne/Elbe - Auflaufendes Wasser lässt bald alle Schollen wieder schwimmen ...

Winter in Hamburg – Oevelgönne/Elbe – Auflaufendes Wasser lässt bald alle Schollen wieder schwimmen …

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Man könnte jedoch schon einen Kaffee in einem der Oevelgönner Lokale trinken. Drinnen im Warmen. Draußen wird noch nichts serviert …
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Frost in Hamburg - Elbe - Oevelgönne am Museumshafen - Noch zu frisch zum Sitzen ... Zusammengeklappte und verhüllte Schirme eines Lokals

Frost in Hamburg – Elbe – Oevelgönne am Museumshafen – Noch zu frisch zum Sitzen …

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Andererseits gibt es durchaus abgehärtete Spaziergänger, die trotz Frost auf einer Bank ausharren …
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Hamburg - Frost am Elbufer - Nur die Harten komm' in'n Garten ... (Ein einzelner Spaziergänger, der auf einer Bank in der Kälte ausharrt.)

Hamburg – Frost am Elbufer – Nur die Harten komm‘ in’n Garten …

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Man würde es an milderen Tagen noch ein wenig länger im Museumshafen Oevelgönne aushalten. Sommers wie winters liegen viele der alten Boote hier. Auf den Namen Museumshafen einigte man sich aufgrund der Zusammenarbeit des Vereins mit den hamburgischen Museen. Es hätte sonst auch ein Oldtimerhafen oder einfach der Oevelgönner Hafen werden können. Er ist heute in privater Trägerschaft, sämtliche Schiffe gehören dem Verein.
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Hamburg - Elbe - Museumshafen Oevelgönne (Blick auf alte Boote im Hafenbecken)

Hamburg – Elbe – Museumshafen Oevelgönne

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Winter in Hamburg - Elbe - Blick vom Anleger Neumühlen Richtung Oevelgönne (Ufer)

Winter in Hamburg – Elbe – Blick vom Anleger Neumühlen Richtung Oevelgönne (Ufer)

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Winter in Hamburg - Elbe - Anleger Neumühlen mit Museumshafen Oevelgönne

Winter in Hamburg – Elbe – Anleger Neumühlen mit Museumshafen Oevelgönne

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Was findet sich denn nun dort?
Man sammelt verschiedenartige Fahrzeugtypen. Fischer- und Frachtboote (Kutter, Ewer, Tjalken) mit Segeln, die auf der Niederelbe sowie der Nord- und Ostsee unterwegs waren, die dampfbetriebenen Schlepper des Hafens, aber auch Motorfahrzeuge, die für Polizei und Zoll fuhren. Sogar ein Feuerschiff gehört dazu. Und z. B. Kräne, wie sie beim Umschlag im Hafen genutzt wurden.
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Winter in Hamburg - Elbe - Anleger Neumühlen mit Museumshafen Oevelgönne

Winter in Hamburg – Elbe – Anleger Neumühlen mit Museumshafen Oevelgönne

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Frost in Hamburg - Museumshafen Oevelgönne - Boote im Eis ...

Frost in Hamburg – Museumshafen Oevelgönne – Boote im Eis …

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Winter in Hamburg - Oevelgönne am Museumshafen - Blick auf die Elbe

Winter in Hamburg – Oevelgönne am Museumshafen – Blick auf die Elbe

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Die Oldtimer aus dem Oevelgönner Museumshafen sind übrigens wie die „Stettin“ jedes Jahr beim Hafengeburtstag mit von der Partie.

Es gibt zwar keine geschlossene Eisdecke hier im Hafenbecken, doch man sieht an den vereisten Trossen,
dass anständig Frost herrscht …
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Hamburg - Elbe - Anleger Neumühlen - Museumshafen Oevelgönne - Eisschollen und vereiste Trossen

Hamburg – Elbe – Anleger Neumühlen – Museumshafen Oevelgönne – Eisschollen und vereiste Trossen

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Hamburg - Elbe - Anleger Neumühlen - Museumshafen Oevelgönne - Sonnendeck ... (Ansammlung von Möwen und einigen Enter auf einem vereisten Holzdeck)

Hamburg – Elbe – Anleger Neumühlen – Museumshafen Oevelgönne – Sonnendeck …

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Wenn Sie direkt entlang des Wassers laufen, haben Sie zwar die beste Aussicht und Srandfeeling, doch der kalte Ostwind pfeift auf Dauer recht ungemütlich. Die Minusgrade sind auch ohne ihn schon ausreichend zu spüren. Gehen Sie besser nur in der Richtung am Strand, in der der Wind von hinten kommt. Für den restli-
chen Weg erklimmen Sie über eine der Treppen am Strand den höhergelegenen Spazierweg, der entlang der Häuser verläuft. Dort ist es geschützter und sehr viel erträglicher bei Frost.
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Winter in Hamburg - Elbe - Oevelgönne (Oberer Spazierweg) - Farbenfroh ...

Winter in Hamburg – Elbe – Oevelgönne (Oberer Spazierweg) – Farbenfroh …

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Farbenfrohe Häuser, nette Vorgärten und ein weiteres Gartenstück jenseits des Weges mit Blick auf den Fluss. Wie Sie sehen, wird immer fleißig ein Rückschnitt der Bäume vorgenommen. Schließlich möchte man sich als Anwohner seinen Elbblick erhalten …
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Winter in Hamburg - Elbe - Oevelgönne (Oberer Spazierweg)

Winter in Hamburg – Elbe – Oevelgönne (Oberer Spazierweg)

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Winter in Hamburg - Elbe - Oevelgönne - Entlang der Häuser ist es wärmer als unten am Strand ...

Winter in Hamburg – Elbe – Oevelgönne – Entlang der Häuser ist es wärmer als unten am Strand …

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Ich muss gestehen, mir frieren trotz allem so langsam die Hände ab. Der oben erwähnte Abbruchpunkt im Bibberfall ist erreicht. Lassen Sie uns ein anderes Mal wieder zusammenkommen und bei sicherlich bis dahin frühlingshaftem Wetter den Strand unsicher machen – oder neue Ecken entdecken!

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende! Bis zum nächsten Mal!
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Winter in Hamburg - Oevelgönne - Ausblick auf die Elbe und Container-Terminal Burchardkai

Winter in Hamburg – Oevelgönne – Ausblick auf die Elbe und Container-Terminal Burchardkai

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Neumühlen/Oevelgönne erreichen
Falls Sie Neumühlen ansteuern wollen:
Ab Bahnhof Altona (oder auch von der S-Bahn-Station Landungsbrücken) fährt der Bus 112 Neumühlen direkt an.
Die Buslinie 111 wäre die Alternative, sie fährt ab Neumühlen weiter entlang der Elbe Richtung HafenCity. Eine kleine Stadtrundfahrt quasi mit dem Linienbus. Sie können jedoch auch an der Reeperbahn aussteigen und dort wieder in die S-Bahn wechseln.
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Quellen:
Einige die „Stettin“ sowie den Museumshafen Oevelgönne betreffende Details wurden den jeweiligen Vereinsseiten entnommen.
Wikipedia lieferte die Jahreszahlen und weitere Eckdaten zur Geschichte des ehemaligen Kühlhauses.
Sämtliche Fotos © Michèle Legrand
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©by Michèle Legrand, März 2018
Michèle Legrand

 

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60 Kommentare

Quentin am Balkon …

Tja, nun hat uns das schmuddelige Regenschirmwetter wieder. Harmlos ist es ja zumindest im Vergleich zur Glätte vorgestern. Blitzeis! Nachdem sich die Wetterlage enorm schnell änderte! Schon eigenartig: Erst herrscht tagelang sibirische Kälte. Von dieser Eiszeit geht es etwas untypisch bereits während der Nacht über
zu deutlich „milderen“ Minusgraden, um am Morgen den Gefrierpunkt zu knacken. 0 Grad. Wie abgesprochen macht sich gerade dann von oben aus wärmeren Schichten Nässe auf den Weg nach unten und fällt auf den steinhart gefrorenen Boden. Zack! Schon lag er da, der Eispanzer. Höllisch glatt!

Es war vorhersehbar, es wurde vorgewarnt. Auf den Straßen drehte die Stadtreinigung deshalb sogar prophylaktisch schon vorab in der Nacht zu Montag ihre Runden. Sie streute großflächig und in höherer Dosierung Salz. Aber die Gehwege und Plätze! Eine Katastrophe! Es wurde ein riskanter Eiertanz, den viele
mit Verletzungen bei Stürzen bezahlten. Dazu Probleme für Bahnreisende, vereiste Autos, für Fußgänger teilweise sogar unzugängliche Bereiche aufgrund des dort herrschenden Gefälles. Rutschbahn pur.

Das Erstaunliche an der ganzen Sache jedoch war, wie es weiterging: Tagelang schien die Temperatur im Minusbereich wie festgenagelt. Keine nennenswerten Ausschläge. Doch am Montag konnten Sie ab 8 Uhr am Thermometer verfolgen, wie sich die Luft plötzlich im Stundentakt um gleich zwei Grad erwärmte. Zwischen neun und zehn Grad pendelte es sich am Mittag ein. Im Schatten, wohlgemerkt. Das hieß, das Blitzeisproblem hatte sich bereits vor 11 Uhr komplett auf natürliche Art erledigt. Auch an Stellen, für die sich – was das Streuen anging – keiner zuständig fühlte. Die Sonne half zusätzlich mit, dass sich die Schlittschuhbahn trotz kalten Untergrundes in Wohlgefallen auflösen konnte.
In den Seitenstraßen, in denen sich Schnee über die Tage wesentlich besser gehalten hatte, als entlang der Hauptverkehrsadern, schmolz nicht nur das Eis, sondern im Rekordtempo taute auch gleich all das an den Rand geschippte Weiß mit weg. Dort lief das Wasser in Bächen.

Haben Sie mitbekommen, welche Begriffe bei unseren europäischen Nachbarn für das Phänomen extreme Kälte mit Schneechaos herhalten mussten? Ich  las am Donnerstag vergangener Woche, dass man in Holland vom „Siberischen Bär“ sprach. In Schweden hieß es „Snow Cannon“,  bei den Franzosen wurde die Hauptstadt zu “Moskau-Paris”. Frost und Schnee vom Schwarzen Meer bis ins spanische Katalonien, ebenso auf Korsika, in Biarritz oder auch in Neapel. Dort fiel seit 1956 nicht mehr derart viel Schnee. Die Briten raunten, bei ihnen wüte „The Beast from the East“. Doch was sagten die Finnen, als sie aus dem Fenster schauten? „Oh, Donnerstag.

Momentan hat Grün das Winterweiß abgelöst, dazu Sonnenschein – ein völlig anderer Anblick! Ein Umstand, der meinen Körperthermostat am Montag etwas durcheinander brachte. Der streckte aufgrund der üppigen Temperaturschwankungen nicht nur alle Viere von sich, sondern fühlte sich zusätzlich optisch genarrt. Hielt das linde Lüftchen für eine Sommerbrise.
Tatsächlich hatte man sich mittlerweile derart an den beißenden Frost gewöhnt, dass ein paar läppische Plus-
grade ausreichten, um Hitzewallungen zu verursachen. Ich hätte meine Jacke von mir werfen können, habe es nur aus Vernunftgründen unterlassen.
Ich hoffe, mein Körper und ich gehen bald wieder mit den Temperaturen konform, doch ich vermute, just in dem Moment, in dem ich mich akklimatisiert habe, erfolgt die Rückkehr des Winters.

Ob nun Blitzeis oder gemächlich entstandenes Glatteis, beides wirkt wenig anziehend.  Eiszapfen oder Eis-
skulpturen
hingegen, die die Natur im Winter unter geeigneten Bedingungen sehr phantasievoll kreiiert, üben eine Riesenfaszination aus. Eisblumen am Fenster, Eiskunstwerke an Pflanzen, gefrorene Formationen an Uferrändern, Zapfen an Dachrinnen, an Straßenlaternen, selbst an Autos!
Und wissen Sie, was ich verblüfft festgestellt habe, als ich bei mir auf der Terrasse lediglich für die Vögel neues Futter bereitstellen wollte? Ich habe solche kleinen Naturwunder direkt im eigenen Garten!

Bei mir bildeten sich die Kunstwerke gleich über mehrere Etagen durch eine Art Dominoeffekt. Vom Dach rutschte Schnee in die Dachrinne und eine dicke Flockenschicht setzte sich auf die diversen Querstreben
des Balkongeländers. Wenn die Sonne am Tag schien, setzte das Tauen ein und mit ihm Getropfe. Von der Dachrinne ins Geäst einer daneben rankenden Kletterrose, vom Balkongeländer in den teils wintergrünen Liguster darunter. Mit jedem Tauen und Tropfen veränderten sich die Figuren.

Zu Beginn schienen alle Figuren noch mehr aus harschem Schnee denn aus Eis zu sein. Weiße Knubbel auf dem Geländer …
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Knubbeleis - weißes Schnee-/Eisgebilde auf einem Geländer.
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Unter Einfluss von Sonne taute anfangs nur die Oberfläche an, doch immer mehr Schneekristalle schmolzen, das Wasser verlief, um gleich darauf wieder zu erstarren. Mit einem Mal wirkte der Körper gläsern.
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Eis am Geländer - milchig-gläserene, säulenartige Skulptur
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Ein recht luftig-leicht daherkommendes Gehänge in der Kletterrose …

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Eisgehänge an der Kletterrose
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Im Liguster entstand eine regelrechte Tropfsteinhöhle. Die Eiszapfen hingen dicht gedrängt herab wie sonst Stalaktiten von der Höhlendecke …
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Tropfsteinhöhle im Garten - Eiszapfen, die wie Stalaktiten von der Decke einer Tropfsteinhöhle hängen. Hier aber im Ligusterstrauch
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Nicht nur Zapfen, dazwischen sind einzelne Blätter vom Eis umhüllt …  eingeschlossen wie in einer Blase …
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Ligusterblätter umeist - Eiszapfen und Eisblasen rund um Ligusterlaub
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Das ist Esmeralda, dort obenauf. Ein langbeiniges, heuschreckenartigs Insekt. Oder eine Gemse, die den Gipfel erklommen hat?
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Eisgebilde mit Eisinsekt obenauf
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(Kurz danach tropfte es erneut, von oben bis unten verlief alles. Die Teile verbanden sich miteinander. Das brachte die Umwandlung zur Giraffe mit sich.)
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Das Eisgehänge links an der Gartenhütte würde ich als sogenannten Fake-Eiszapfen bezeichnen. Aus der Distanz echt wirkend …
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Eiszapfen an der Hütte
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… bei näherer Betrachtung zeigt sich allerdings das wahre Innenleben. Die Kette hat Hilfestellung geleistet.

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Eiszapfengebilde an einer herabhängenden Kette
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Und schließlich war da noch Quentin am Balkon, den ich mehrfach besucht habe. Solange er lebte …
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Eiszapfenzeit - Quentin am Balkon (mannähnliches Eisgebilde, das sich an einem Geländer bildete)
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Vergängliche Kunst. Mittlerweile ist alles wieder verschwunden. Nun bin ich sehr gespannt, wie der März weitergeht. Ich sehe im Netz bereits den Wechsel zu Frühlingsbildern und muss Sie vorwarnen: Bei mir wird es höchstwahrscheinlich auch noch im nächsten Post winterlich zugehen. Ich würde Ihnen nämlich gern frostige Aufnahmen vom Elbufer zeigen. Demnächst an dieser Stelle.
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Für heute möchte ich mich verabschieden, aber falls Sie Eiskunstwerke auch faszinieren und Sie Lust auf Eislilien haben, dann schauen Sie doch einmal bei meinem Schweizer Bloggerkollegen Michael Schneider  (Michael’s Beers & Beans / PhotoLyric Blogger)  herein. Der hat absolute Schönheiten am Bodensee entdeckt und fotografiert! Sein Blog ist generell überaus lesens- und anschauenswert!

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©by Michèle Legrand, März 2018
Michèle Legrand

 

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Auflösungserscheinungen …

Wissen Sie, was die Entstehung des eigentlich angedachten Blogposts sabotierte? Indirekt das Wetter mit Schneetreiben, doch im Grunde war es das Treiben meiner Schuhe. Ich sage Ihnen, so hatte ich mir das
heute Morgen beim Losgehen wirklich nicht vorgestellt! Mein eigenartiges Erlebnis des Tages wollte
ich Ihnen nicht vorenthalten …

Sie und ich sind jetzt hier nicht so eng miteinander, dass Sie meinen bevorzugten Kleidungsstil oder gar Details dazu wüssten. Ich sage nur soviel, ich brauche Schuhe mit Absätzen. Keine dünnen, ultrahohen Pfennigab-
sätze. Das nicht. Aber wenn ich nicht wenigstens ein bisschen Absatz habe, beschleicht mich das eigenartige Gefühl, meine Ferse sacke nach hinten weg. Ich fühle mich auf Absätzen genauso wohl wie andere in ihren Hausschuhen und dort, wo manch andere bereits absatzbedingt kippeln und mit dem Untergrund hadern würde, laufe ich frohgemut sicher und wackelfrei – wenn es sein muss spurte ich sogar.
Schnee und Absätze? Überhaupt kein Problem. Ehe ich mir sogenannte „richtige“ Winterstiefel schnappe, muss Sibirien schon näher rücken. Ausrutschen, hinfallen? Seit 31 Jahren nicht mehr. Ich habe notfalls noch Spikes zum Unterschnallen.
Das einzige Mal, dass ich stürzte und mir etwas brach, war tatsächlich, als ich ausnahmsweise zur Sicherheit flache Schuhe inklusive Profilsohle trug. Zur Sicherheit! (Entschuldigen Sie, wenn ich kurz lache …)
Allein diese Tatsache hätte mir schon im Voraus klarmachen müssen, dass mein heutiger Plan nach hinten losgehen würde.

Sie können sicher nachvollziehen, dass jemand, der so gut wie nie die ungeliebten, flachen Treter anzieht,
keine große Lust verspürt, sich genau solche Schuhe zu kaufen – und das für Gelegenheiten, die man in Norddeutschland im Jahr an einer Hand abzählen kann! Wer legt sich gern etwas zu und gibt sein Geld für Dinge aus, die er von vornherein nicht sonderlich mag.
Mir kam in meiner Situation glücklicherweise bisher zugute, dass im Keller noch ein paar Winterstiefel meiner Tochter aus Teenagerzeiten standen, die sie zwischenzeitlich selbst nicht mehr sehen mochte und die später bei ihrem Auszug hiergelassen wurden. Stiefel, der mir ungeliebten Sorte: flach, dicke Profilsohle, Klettverschlüsse. Aber passend und warm! Damit habe ich bisher daheim das Schnee schippen erledigt. Dafür waren sie gut.

Gestern hatten wir Schneefall. In der Nacht erneut, gefolgt von weiterem Gestöber am Morgen. Mit Macht war
es winterlich geworden. Ich hatte früh gleich mehrmals hintereinander zu tun mit dem Freiräumen der Wege. Musste sogar streuen! An einigen Stellen war es unangenehm glatt …
Ein Stück hinauf an einer Straßeneinmündung hatte schon ein Rettungswageneinsatz stattgefunden. Kein Autounfall. Irgendeinen Passanten hatte es zu Fuß erwischt. Da meldete sich – ähnlich nervig wie früher das Gewissen bei der Lenor-Werbung – die Stimme der Vernunft:
Mädchen, deine Absätze! Jetzt pack wenigstens heute die hohen Dinger weg! Nimm stattdessen die Schneeräumstiefel, die sicheren. Du brichst dir sonst noch die Haxen …

Ich habe also auf mich selbst gehört und bin brav mit den klobigen Schuhen los. Während in den Neben-
straßen auf gefrorenem Boden noch trockener, pulveriger Schnee lag, gab es auf den Gehwegen entlang der Hauptstraßen hauptsächlich Matsch.
Nach 300 Metern hatte ich das Gefühl, der linke Schuh sei vorne nicht ganz dicht. Es wurde etwas feucht an den Zehen.
Etwa 200 Meter darauf veränderte sich beim Laufen das Abrollgefühl des Fußes. Zuerst nahm ich unbedarft an, Schneebrocken hätten sich in den Ritzen der Profilsohle festgesetzt …
Nach weiteren 100 Metern hatte sich die Sohle gelöst, vorne links, wo es sich bereits vorher kalt und feucht angefühlt hatte.
Als ich lediglich nachschauen wollte, wie weit die Klebung aufgegeben hatte, hielt ich auch schon ein Sohlen-
stück in der Hand. Einen großen, schwarzen Brocken. Abgebrochen. Mit dem Fußballen stand ich unvermittelt im Matsch. Mehr oder weniger. Der noch vorhandene hauchdünne Textilboden bot so gut wie keinen Schutz. Überhaupt sah es – kritisch betrachtet – beidseitig nicht sonderlich vertrauenerweckend aus … Da ich so schlecht weiter konnte, beschloss ich umzudrehen und daheim andere Schuhe anzuziehen.

Es war eine sehr weise Entscheidung gewesen. Sie können sich das nicht vorstellen! Das Material der dicken Profillaufsohlen – irgendein Hartgummi oder -plastik – brach mit jedem Schritt mehr und löste sich dabei kontinuierlich vom jeweiligen Restschuh. Ich hinterließ auf dem Rückweg eine Spur aus schwarzen Gummi-
brocken. Hier ein halbes Hinterteil, dann wieder ein längliches Stück von der Seite, nach der linken irgendwann auch ein großer Teil der vorderen Kappe des rechten Schuhs. Die letzten Fitzel, die noch dran hielten, machten das Gehen eher schwierig. Und ansonsten war es kalt. Verdammt kalt. Es war wie barfuß oder nur mit klatsch-
nassen Socken bekleidet über längere Zeit im Schnee herumzuspazieren …
Solange Sie sich dabei bewegen, geht es noch einigermaßen, doch als der Schrankenwärter beschloss, mich auszubremsen, indem er die Bahnschranke ewig zu ließ, wurde es etwas ungemütlich, und ich fror langsam am Untergrund fest.
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Schwarze Winterstiefel, an denen sich die dicke Profillaufsohle komplett auflöst und in Brocken abfällt
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Die Stiefel haben offiziell ausgedient. Ersatzweise zog ich vorhin meine alten Lederstiefel mit moderatem Ab-
satz und leider relativ wenig Profil, aber zusätzlich festgezurrten Spikes, an. Mit dieser Kombination kam ich wunderbar zurecht!

Sollen ich Ihnen etwas verraten? Ganz flache Schuhe können mir echt gestohlen bleiben. Die und ich, das harmoniert einfach nicht miteinander. Sobald wir uns näherkommen, geht es doch los mit den Schwierigkeiten! Mal ist der Schuh hin, mal habe ich das Nachsehen. Ich werde auf weitere Versuche verzichten und habe wieder etwas gelernt: Vernunft ist auch nicht alles und bringt nicht immer das Gewünschte.
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Hätte mir dieses Malheur heute nicht enormen Zeitverlust beschert, hätte ich ein Ziel erreicht, dort sicher fotografiert und Ihnen statt kaputter Stiefel mehr ansehnliche Aufnahmen dieser Sorte gezeigt:
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Zugefrorene Teichfläche mit vielen Eisbrocken und Eisschollen auf der Eisfläche, Inmitten der Eisfläche eingefroren ein Teichgras mit umgeknickten Halmen.
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So bleibt es bei dem einen und einem Gruß zum Abend. Sie sehen, ich habe Ihnen schon mal das Eis für die Cocktails kleingehackt …

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©by Michèle Legrand
Michèle Legrand

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Unverwüstlich … Winter im Botanischen Garten

Euphorisch! Doch, doch, es löst Euphorie aus. Erging es Ihnen auch so? Ich fühlte mich wie eine Mischung aus Popeye und Dornröschen. Nach einer Portion Spinat bzw. dem Kuss. Ich hätte auf einmal Bäume ausreißen können, sprühte förmlich vor Elan, und auch wenn nicht viel über ihren Gemütszustand nach dem Wecken bekannt ist, ich vermute, so ähnlich muss sich unser dauerschlafendes Dornröschen nach dem Prinzenkuss gefühlt haben. Zum Leben wiedererweckt! Die Rückkehr des Lichts, als nach 100 Jahren die düstere, hohe Rankenhecke in sich zusammenfiel!

Nach fast ebenso langer Zeit wurden wir im Norden letzte Woche endlich wachgeküsst. Ohne Prinz, doch das Grau, dieses trostlose Elend hatte sich verzogen! Stattdessen Sonnenschein gepaart mit einem unverschämt blauen Himmel. Mit einem Mal gab es wieder Raum nach oben und Sicht bis zum Horizont.
Der Sonnenuntergang am Donnerstag fiel besonders, ach, was sag ich, fiel spektakulär aus! Ein glühender Feuerball versank am Abendhimmel, links und rechts davon züngelten orangerote Flammen, die sich mit an-
sonsten zunehmender Dunkelheit mehr und mehr vom Hintergrund abhoben, bis – ja, bis der Lichtschalter komplett ausgeknipst wurde.

Da stehen Sie in der klaren, knackigen Luft – oder von mir aus bemerken Sie es auch beim Hinaussehen während der Autofahrt – seufzen haltlos, genussvoll wohlgemerkt, und kommen erstmal aus dem Schwärmen gar nicht heraus …

An einem dieser Sonnentage zog ich durch den Loki-Schmidt-Garten. Der Botanische Garten liegt in Hamburgs Westen, in Klein Flottbek, und Stammleser erinnern sich vielleicht an diese große Gartenanlage. Sie kam hier im Blog schon vor. (Bei Interesse finden Sie den entsprechenden Link am Ende des heutigen Posts.)
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Hamburg - Bot. Garten Kl. Flottbek - Blaue Pyramide

Hamburg – Bot. Garten Kl. Flottbek – Blaue Pyramide

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Hamburg - Bot. Garten Kl. Flottbek - Bei den Sumpfzypressen (Taxodium distichum) am überfrorenen Teich

Hamburg – Bot. Garten Kl. Flottbek – Bei den Sumpfzypressen (Taxodium distichum) am überfrorenen Teich

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Hamburg - Bot. Garten Kl. Flottbek - Sumpfzypressen (Taxodium distichum) - Der Farn in Wartestellung ...

Hamburg – Bot. Garten Kl. Flottbek – Sumpfzypressen (Taxodium distichum) – Der Farn in Wartestellung …

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Der Sonnenschein gaukelte milderes Wetter vor, in Wirklichkeit war es jedoch frostig kalt. Ein Teil der Wege liegt zudem im Schatten. Den Temperaturunterschied merken Sie gewaltig!
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Hamburg - Bot. Garten Kl. Flottbek - Überfroren ... Teich mit dünner Eisdecke, am Ufer Schilfreste und kleine Schneereste am Boden.

Hamburg – Bot. Garten Kl. Flottbek – Überfroren …

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Hamburg - Bot. Garten Kl. Flottbek - Kalt am Boden .... Vertrocknete Gräser flach auf den Boden gedrückt, darauf Schneekristalle

Hamburg – Bot. Garten Kl. Flottbek – Kalt am Boden ….

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Hamburg - Bot. Garten Kl. Flottbek - Frostig ... Breiterer, geschwungener Bachlauf, überfroren

Hamburg – Bot. Garten Kl. Flottbek – Frostig …

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Mich überrascht immer wieder, wie robust, wie unverwüstlich einige Pflanzen angesichts herrschender Minus-
grade sind. Pflanzen, denen man es überhaupt nicht zutrauen würde. Entweder, weil anderslautende und nicht sonderlich vertrauenserweckende Angaben zu ihrer Frosthärte kursieren, sie auf den Betrachter bereits optisch schutzbedürftig wirken oder deshalb, weil sie ursprünglich ganz woanders beheimatet sind. In anderen Klima-
zonen. In Regionen, in denen strenger Frost ein Fremdwort ist. Wir kennen bestimmte Pflanzen eher aus tro-
pischen Gewächshäusern. Eventuell steht daheim eine kleine Zuchtform als Zimmerpflanze auf der Fenster-
bank oder ist verhätschelter Wintergartenbewohner. Doch ganzjährig draußen?
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Hamburg - Bot. Garten Kl. Flottbek - Palme trotzt Frostgraden ...

Hamburg – Bot. Garten Kl. Flottbek – Palme trotzt Frostgraden …

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Hamburg - Bot. Garten Kl. Flottbek - Die Knospen legen zu an der Camellia japonica "Adolphe Audusson"

Hamburg – Bot. Garten Kl. Flottbek – Die Knospen legen kräftig zu an der Camellia japonica „Adolphe Audusson“

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Hätten Sie gedacht, dass es Kakteen gibt, die mit Schnee und Eis klarkommen? Diese Wüstenbewohner? Das ist doch immer das erste Bild, was uns spontan dazu einfällt.
Hier haben Sie eine Opuntia compressa syn. O. humifusa, den sogenannten zusammengedrückten oder niederliegenden Feigenkaktus, der in den USA nördlich bis über die Grenze hinüber auf kanadisches Terrain beheimatet ist. Er ist extrem robust und winterhart. Im Sommer zeigen sich recht hübsche Blüten; relativ groß und leuchtend gelb.
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Hamburg - Botanischer Garten Kl. Flottbek - Opuntia compressa syn. O. humifusa - Niederliegender Feigenkaktus im Schnee

Hamburg – Botanischer Garten Kl. Flottbek – Opuntia compressa syn. O. humifusa – Niederliegender Feigenkaktus

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Im englischsprachigen Raum nennt man ihn Eastern Prickly Pear Cactus. Sie wissen, prickly pear bedeutet so viel wie stachelige oder kratzige Birne. Es bezieht sich in dem Fall auf die rötliche Frucht, die sich nach der Blüte entwickelt. Sie ist essbar – und natürlich piksig und birnenförmig. Wir kennen sie unter dem Namen Kaktusfeige, ein Name, der leider im Kopf nicht sofort ein genauso eindeutiges Bild kreiert.
Im Englischen hat sich noch ein weiterer Name etabliert, der diesmal sehr plastisch Form und Oberfläche der Opuntia selbst beschreibt: Devil’s Tongue, Teufelszunge.
Klingt gefährlich, doch wer ein bisschen vorsichtig ist, kommt trotzdem unbeschadet an die Frucht und das Fruchtfleisch bzw.  an den Saft. Beides ist hilfreich, das Mark aufgetragen hilft bei Verletzungen, Schlangen-
bissen und sogar bei Rheuma, der Saft eliminiert Warzen. Zumindest früher bei den Indianern – und vielleicht ist die Anwendung dort heute noch üblich. Bei den Ureinwohnern, bei all jenen, die abgelegen leben oder z. B. der Schulmedizin allein nicht trauen. Oder wenn nach der Begegnung mit der Klapperschlange gerade nur der teuflische Kaktus zur Hand ist. So etwas kommt vor, kennt man ja …
Vielseitig, oder?
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Das kommende Foto zeigt die sehr ähnliche  Opuntia erinaea ssp. utahensis. Das ist jetzt die Wildart des Feigenkaktus Prickly Pear. Sie können hier recht gut noch die Überreste einzelner Früchte erkennen …
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Hamburg - Bot. Garten Kl. Flottbek - Opuntia erinaea ssp. utahensins - Wildart des Feigenkaktus im Schnee

Hamburg – Bot. Garten Kl. Flottbek – Opuntia erinaea ssp. utahensins

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Genauso wie gelegentlich die Frosthärte verblüfft, erstaunt auch, wie weit Neuaustriebe schon gediehen sind! Frühblüher, ob die zahlreichen Zwiebelkollegen oder Stauden – ihre Spitzen und Triebe preschen förmlich aus dem Boden. Teils stehen sie sogar in Blüte  – ungeachtet der Temperaturen und unberührt von der monate-
langen lichtarmen Phase, die vorausging!
Nicht nur der Mensch, sondern vorweg hat offensichtlich vor allem die Natur ihre Frühlingsgefühle.
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Hamburg - Bot. Garten Kl. Flottbek - Heideblüte (Erica x darleyensis), "George Rendall"

Hamburg – Bot. Garten Kl. Flottbek – Heideblüte (Erica x darleyensis), „George Rendall“

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Hamburg - Bot. Garten Kl. Flottbek - Schneeglöckchen

Hamburg – Bot. Garten Kl. Flottbek – Schneeglöckchen

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Hamburg - Bot. Garten Kl. Flottbek - Christrose in Blüte - Helleborus argutifolius, Korsische Nieswurz

Hamburg – Bot. Garten Kl. Flottbek – Christrose in Blüte – Helleborus argutifolius, Korsische Nieswurz

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Ein anspruchsloser, sehr früher Blüher, der Schatten verträgt und gerade mit Plätzen unter Bäumen erfreulich gut klarkommt, ist das Vorfrühlingsalpenveilchen. Es breitet sich über die Jahre zu schönen Teppichen aus und zeigt fröhlich Farbe, wenn sonst noch nichts blüht. Falls Sie mit Cyclamen coum Mill. liebäugeln, achten Sie auf einen leicht kalkhaltigen Boden, also nicht zu den Moorbeetpflanzen gesellen, bei denen naturgemäß ein saures Milieu herrscht.
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Hamburg - Bot. Garten Kl. Flottbek - Rosa Teppich aus Vorfrühlingsalpenveilchen (Cyclamen coum Mill.)

Hamburg – Bot. Garten Kl. Flottbek – Rosa Teppich aus Vorfrühlingsalpenveilchen (Cyclamen coum Mill.)

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Hamburg - Bot. Garten Kl. Flottbek - Dem Vorfrühlingsalpenveilchen (Cyclamen coum Mill.) macht altes Laub nichts aus

Hamburg – Bot. Garten Kl. Flottbek – Dem Vorfrühlingsalpenveilchen (Cyclamen coum Mill.) macht altes Laub nichts aus

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Während ich durchs Gelände strich, begegneten mir nicht nur hin und wieder andere Besucher, die warm eingepackt ihre Spazierrunde drehten, sondern ich stieß auch auf mehrere Gärtner, die selbst bei diesem Winterwetter Arbeiten erledigten. Es war starker Nachtfrost vorhergesagt und keine Schneedecke in Sicht. So wurden noch zusätzlich Vorkehrungen getroffen mit Nadelzweigen oder Planen zum Abdecken, und es lief mir zweimal jemand über den Weg, der nicht nur Zweige, sondern gleich mannshohe Tannenbäume anschleppte. Diese gefällten Exemplare werden hier im Botanischen Garten kurzerhand um empfindliche Pflanzenkandidaten herum gestellt. In Gruppen im Kreis, einzeln angelehnt, mit Leinen festgezurrt, das ist unterschiedlich.
Um Hochstammrosen, um nicht einheimische und daher eingeschränkt frostresistente, leicht „mimosenhafte“ Gehölze, ebenso um Immergrüne, die eine Schattierung brauchen, damit sie bei strahlender Wintersonne nicht austrocknen. Denn während oben Verdunstung stattfindet, kommt von unten durch den gefrorenen Boden kein Nachschub an Flüssigkeit, der die vorhandenen Blätter oder Nadeln versorgen könnte.
Praktische Sache, das mit den Tannenbäumen. Falls Sie einmal nicht wissen, wohin mit Ihrem Weihnachtsbaum, vielleicht könnte er noch als „Wärmflasche“ für einen Fröstelkandidaten in Ihrem Garten dienen.

Dieser Strauch hier benötigt offensichtlich keinen Extraschutz. Er kommt ursprünglich aus China, nennt sich Papierbusch (Edgeworthia tomentosa) und steht zum Februarbeginn gerade kurz vor der Blüte.
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Hamburg - Bot. Garten Kl. Flottbek - Papierbusch (Edgeworthia tomentosa), chin.

Hamburg – Bot. Garten Kl. Flottbek – Papierbusch (Edgeworthia tomentosa), chin.

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Er zählt zu den Seidelbastgewächsen. Die kleinen weißen Laternchen oder Lampions, die Sie auf dem Foto erkennen, öffnen sich noch. Wie ein kleiner Duschkopf breitet sich jeweils ein Büschel mit weißlichen, röhrenförmigen Einzelblüten aus, die vorne an der Spitze gelb sind.
Sind die Blüten etwa fürs Papier …?
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Hamburg - Bot. Garten Kl. Flottbek - Sich bald öffnende Blüten des Papierbuschs (Edgeworthia tomentosa), chin.

Hamburg – Bot. Garten Kl. Flottbek – Sich bald öffnende Blüten des Papierbuschs (Edgeworthia tomentosa), chin.

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Nein, für das sogenannte Japanpapier (das heißt trotz Chinaherkunft des Busches so) nimmt man die langen Bastfasern aus den Zweigen. Dazu werden die Zweige gedämpft und die Rinde entfernt. Die Fasern lassen
sich abschleißen (abspalten), werden längere Zeit in Sodaasche gekocht und anschließend mit dem Hammer bearbeitet. Voilà.
Falls Sie gerade überlegen, ob Sie selbst ein Exemplar im Garten pflanzen sollen oder nicht:
Der Busch sollte geschützt stehen. Mildere Winter machen ihm nichts aus. Da er sommer- und nicht immergrün ist, ist er weniger heikel bei Wintersonne und gleichzeitigem Frost. Ansonsten Wurzeln durch Laubdecke oder anderes Mulchmaterial schützen, bei Frostschäden am Holz notfalls zurückschneiden.
Der Papierbusch gehört zwar zu den Seidelbastgewächsen, bildet aber keine giftigen, verführerischen Früchte aus, die zum Verzehr verlocken könnten. Zeitig fliegende Nektarsammler (Hummeln, evtl. sogar Bienen) mögen die Blüten sehr, und es ist ein schöner Anblick zeitig im Jahr. Die Blätter treiben erst nach der Blüte aus.
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Die Sonne kitzelt und lockt. Der Lambertnuss (Corylus maxima) scheint es zu behagen …
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Hamburg - Bot. Garten Kl. Flottbek - Corylus maxima (Lambertnuss)

Hamburg – Bot. Garten Kl. Flottbek – Corylus maxima (Lambertnuss)

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Die Magnolien zeigen Knospen im fortgeschrittenen Stadium …
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Hamburg - Bot. Garten Kl. Flottbek - Knospen der Tulpenmagnolie – Magnolia soulangeana "Rustica Rubra"

Hamburg – Bot. Garten Kl. Flottbek – Knospen der Tulpenmagnolie – Magnolia soulangeana „Rustica Rubra“

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Die kühlen Farben des Winters haben durchaus ihren Reiz …
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Hamburg - Bot. Garten Kl. Flottbek - Auch kühle Winterfarben haben Charme ...

Hamburg – Bot. Garten Kl. Flottbek – Auch kühle Winterfarben haben Charme …

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Was überaus herrlich blüht und im Vergleich zu den obigen kühlen Farbtönen wirklich warme, frühlingshafte Farben mitbringt, ist die Zaubernuss mit ihren unterschiedlichen Arten und Züchtungen. Wenn es nicht zu frostig ist – und speziell bei Sonnenschein – leuchten die vielen, sehr filigranen Blüten ganz besonders …
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Hamburg - Bot. Garten Kl. Flottbek - Zaubernuss in Blüte

Hamburg – Bot. Garten Kl. Flottbek – Zaubernuss in Blüte – Hamamelis x intermedia

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Foto oben:
Hamamelis x intermedia „Aphrodite“ (rot), rechts außen Hamamelis x intermedia „Orange Beauty“.

Hamburg - Bot. Garten Kl. Flottbek - Zaubernuss

Hamburg – Bot. Garten Kl. Flottbek – Zaubernuss

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Hamburg - Bot. Garten Kl. Flottbek - Zaubernuss - Hamamelis x intermedia _Aphrodite_

Hamburg – Bot. Garten Kl. Flottbek – Zaubernuss – Hamamelis x intermedia „Aphrodite“

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Hamburg - Bot. Garten Kl. Flottbek - Die Zaubernuss strahlt mit der Sonne um die Wette ... Hamamelis mollis Pallida und Brevipetala

Hamburg – Bot. Garten Kl. Flottbek – Die Zaubernuss strahlt mit der Sonne um die Wette …

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Foto oben:
Zwei Exemplare der Hamamelis mollis. Vorne im dem kräftigen, dunkleren Gelb die „Brevipetala“, hinten mit dem vergleichsweise hellen Gelb die „Pallida“
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Recht bizarr wirkt die sich gerade öffnende Blüte der Hamamelis Virginia (Virginische Zaubernuss) …
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Hamburg - Bot. Garten Kl. Flottbek - Bizarr. Wenn die Blüte gerade loslegt - Hamamelis virginia (Virginische Zaubernuss)

Hamburg – Bot. Garten Kl. Flottbek – Bizarr … Wenn die Blüte gerade loslegt: Hamamelis virginia (Virginische Zaubernuss)

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Es gibt in einem Botanischen Garten ja nicht nur die Flora. Zahlreiche Vogelarten, Eichhörnchen, Eidechsen, Kaninchen und andere Nager, Frösche, Fische, Maulwürfe, Insekten, Schmetterlinge und vieles mehr sind in-
zwischen hier beheimatet. Man trifft einen Teil von ihnen auch im Winter an.
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Hamburg - Bot. Garten Kl. Flottbek - Bachlauf

Hamburg – Bot. Garten Kl. Flottbek – Bachlauf

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Am großen Teich und entlang der kleinen Bachläufe haben u. a. ein paar Enten und Teichhühner ihren Platz gefunden. Über Nacht hat sich auf dem Wasser eine leichte Eisdecke gebildet. Das Teichhuhn kann heute trockenen Fußes hinüber ans andere Ufer …
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Hamburg - Bot. Garten Kl. Flottbek - Teichhuhn spaziert auf dem gefrorenen Bachlauf

Hamburg – Bot. Garten Kl. Flottbek – Teichhuhn auf dem gefrorenen Bachlauf

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… unser Erpel hat offensichtlich erfolgreich Diät gehalten. Auch ihn trägt das dünne Eis – und er stellt fest, er kann seine Füße wieder sehen!
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Hamburg - Bot. Garten Kl. Flottbek - Erpel auf dem Eis ..., sich putzend

Hamburg – Bot. Garten Kl. Flottbek – Erpel auf dem Eis …

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Es ist ein Genuss, hier einen Spaziergang zu machen. Nur momentan ist es eben – wie der Hamburger sagt – bannig frisch, und so soll es für heute reichen. Aus Erfahrung kann ich Ihnen sagen, das Aufwärmen danach dauert eine Weile!
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Hamburg - Bot. Garten Kl. Flottbek - Farben des Winters ... Im Gegenlicht ein mannshohes Gras mit vielen Blütenbüscheln, durch die der Sonnenschein fällt

Hamburg – Bot. Garten Kl. Flottbek – Farben des Winters …

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Wir trennen uns für heute, doch gesellen Sie sich gern beim nächsten Mal wieder hinzu. Es würde mich freuen!
Oder Sie besuchen in der Zwischenzeit den Botanischen Garten auf eigene Faust. Erzählen mir gern, was sich mittlerweile getan hat.
Das Areal ist gut erreichbar. Die S-Bahn (Station Klein Flottbek) hält quasi direkt gegenüber dem Eingang, rechts davon gibt es obendrein einen großen Parkplatz.
Eintritt wird nicht verlangt, Spenden sind jedoch willkommen.
Wie wär’s?
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Hamburg - Bot. Garten Kl. Flottbek - Winter, schneefrei, aber kalt .... Blick über trockene Gräse und Stauden zu einem Pavillon im Hintergrund

Hamburg – Bot. Garten Kl. Flottbek – Winter, schneefrei, aber kalt ….

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Abschließend noch der Direktlink zu einem vorangegangenen Post, der den Loki-Schmidt-Garten im Spätsommer 2016 zeigt.
Prärie. Und einen Wüste mit „Kakteenen“ … – Unterwegs im Loki-Schmidt-Garten

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©by Michèle Legrand, Februar 2018
Michèle Legrand

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Zwischen Altstadt und Neustadt (2) – Ein neuer Streifzug durch Hamburg


Es geht wieder weiter! Mit leichter Verzögerung folgt heute der zweite Teil des Streifzugs durch Hamburgs Alt- und Neustadt. Ich verwende weiterhin Aufnahmen, die Ende November entstanden, denn seinerzeit schien die Sonne, ein Ereignis, das bekanntermaßen nicht nur hier in Hamburg seit Monaten Seltenheitswert hat. Grau haben Sie sicher genug gesehen, bringen wir via Foto ein bisschen Farbe ins Leben.

Erinnern Sie sich? Wir waren im ersten Teil in der Altstadt im Bereich zwischen der U-Bahn-Station Meßberg und dem Mahnmal St. Nikolai unterwegs. Mit Zwischenstopp an architektonisch interessanten Kontorhäusern sehr unterschiedlichen Alters, an der Brauerei Gröninger und der inzwischen entrüsteten (im Sinne von Gerüst weg, nicht etwa einer furchtbar aufgebrachten) Kirchenruine von St. Nikolai.

Heute streben wir zunächst den Nikolaifleet an, werfen danach einen Blick auf eine der Hauptkirchen Hamburgs, St. Katharinen, und spazieren anschließend am Zollkanal entlang Richtung  Binnenhafen und Baumwall. Auf die Art werden Sie diesmal zu Beginn in der Altstadt unterwegs sein und sich am Ende auf Neustadt-Boden von mir trennen.

Start am Mahnmal …

Unsere letzte Tour endete bei St. Nikolai in der Willy-Brandt-Straße. Halten Sie sich dort westlich, so erreichen Sie nach kurzer Zeit die Straße Holzbrücke. In südlicher Richtung führt Sie diese über den Nikolaifleet auf die Fleetinsel Cremon. In der Verlängerung – nun mit der Straßenbezeichnung Mattentwiete  – geht es weiter zum Zollkanal und Binnenhafen.
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Hamburg - Altstadt - Nikolaifleet mit Blick auf "Holzbrücke" und Mahnmal St. Nikola

Hamburg – Altstadt – Nikolaifleet mit Blick auf „Holzbrücke“ und Mahnmal St. Nikolai

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Im Verlauf der Straße Holzbrücke gibt es tatsächlich immer noch die gleichnamige Brücke, nur ist das, was
Sie heute vor sich haben, ein dreibogiger Nachfolgebau, der vor gut 130 Jahren (1887) nicht mehr aus Holz, sondern aus Stein erreichtet wurde.
Wären Sie ein bisschen eher – so um 1170 oder auch noch in den folgenden Jahrhunderten – in der Altstadt unterwegs gewesen, hätten Sie die Vorläufer aus Holz selbst in Augenschein nehmen können und hätten auch die Zeit erlebt, als es am Nikolaifleet einen großen Hafen mit regem Betrieb gab, in dem mit Schuten u. a. viel Hopfen angelandet wurde. Gröninger und andere Betriebe brauchten schließlich kontinuierlich Nachschub zum Brauen ihrer Biere.

„Das Schiff“

Heute finden Sie am Fleet direkt an der Holzbrücke möglicherweise keine Schute, dafür jedoch „Das Schiff“, das dort seinen Stammplatz hat. Hamburgs Theaterschiff. An Bord ist politisches Kabarett angesagt, hin und wieder auch Kindertheater. Und gelegentlich wird Literatur zum Thema.
Man feierte 2015 sein 40jähriges Bestehen. Zwar hat vor geraumer Zeit schon (2000) sein bekannter Gründer, Kabarettist Eberhard Möbius, die Leitung in andere Hände übergeben, dennoch läuft der Betrieb weiter.
Noch vor einigen Jahren fuhr man hin und wieder sogar zu Gastspielen nach Kiel, Stade oder Buxtehude.
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Hamburg - Altstadt - Nikolaifleet - _Das Schiff_ (Theater) mit Stammplatz an der Holzbrücke

Hamburg – Altstadt – Nikolaifleet – „Das Schiff“ (Theater) an seinem Stammplatz nahe der Holzbrücke

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„Das Schiff“ ist ein Privattheater, das meist so viel einnimmt, dass laufende Kosten gedeckt sind. Nur was tun, wenn altersbedingt am Schiff umfangreiche Reparaturen notwendig werden? Wenn dazu sein Innenleben überaltert ist? Wenn obendrein Arbeiten am Liegeplatz erforderlich werden, z. B. für einen neuen Bodenbelag des Pontons, der rissig ist. Oder für den Ersatz der vorhandenen Treppe durch eine Art tideunabhängige Gangway, die den Zugang zum Schiff auch für ältere, nicht mehr ganz so rüstige und sportliche Menschen sichert bzw. erst möglich macht. Das ist im Budget nicht drin. Dafür ist man auf  Unterstützung angewiesen. Letzten Dezember standen die Chancen sehr gut, Gelder (über 300.000 Euro) aus einem Sanierungsfond bewilligt zu bekommen.

Schön häufig, wenn ich von der Holzbrücke das Schiff betrachtete, schoss  mir der Gedanke durch den Kopf: Mensch, ist das beachtlich, was der betagte Kahn alles miterlebt hat, seitdem es als Besansegel-Ewer 1912 in Holland das Licht der Welt erblickte! Wie lange das her ist!
Der erste Weltkrieg hatte noch gar nicht stattgefunden. In den Niederlanden saß damals die Uroma des heutigen Königs, Königin Wilhelmina, auf dem Thron, während bei uns Kaiser Wilhelm II herrschte. Zu jener
Zeit misst er lediglich 20,19 m. Der Kahn, nicht der Kaiser. Ein deutscher Kunde ersteht den Segler aus Holland und baut irgendwann eine Hilfsmaschine ein. Für ihn verrichtet der Ewer als „Seemöve“ seinen Dienst.
Ein paar Jahre darauf entscheidet sich der nächste Eigner für einen stärkeren Motor, ein Schiffsmast fällt, der Klüverbaum wird gekappt. So weit so gut. Doch dann! Stellen Sie sich vor, im zweiten Weltkrieg sinkt das Schiff im Hamburger Hafen! Geht komplett unter!
Es wird gehoben, repariert und bei dieser Gelegenheit gleich umgebaut. Plötzlich ist der Rumpf 34,50 m lang und das Boot kein Besan-Ewer mehr, sondern ein Küstenmotorschiff. So hört er bald darauf nicht mehr auf den Namen „Seemöve“, sondern nennt sich fortan „MS Rita Funck“. Dieses Schiff schauen sich Herr Möbius und sein Frau aus, um es nach dem Kauf auf einer Werft in Rothenburgsort für den Theaterbetrieb herrichten zu lassen.
Seit 1975 steht es für diesen Zweck zur Verfügung. Mitte der 80er Jahre war ich selbst einmal an Bord für eine Vorstellung …
Ein abwechslungsreiches Schiffsleben bis dahin mit Hochs und Tiefs. Doch seitdem es Theaterschiff ist, wurde nichts Größeres mehr daran erneuert, gerichtet, saniert oder verschönert, während gleichzeitig unablässig Wind, Wetter und vor allem das Fleetwasser an ihm „nagen“ – wie auch der Zahn der Zeit …

Vielleicht hat „Das Schiff“ im Alter von 106 Jahren nun bald einen längeren Kuraufenthalt.
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Lassen Sie uns ein Stück weiterspazieren …
In vielen dieser Altstadtstraßen stoßen Sie immer wieder auf besondere Eingangstüren oder Portale.
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Hamburg - Altstadt - ... und immer wieder sehenswerte Eingangstüren.

Hamburg – Altstadt – … und immer wieder sehenswerte Eingangstüren.

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Hinter der Holzbrücke, direkt links abgebogen in die Katharinenstraße,  geht es im sanften Bogen bis vor zur Kirche St. Katharinen.
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Sankt Katharinen
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Hamburg - Altstadt - Hauptkirche St. Katharinen

Hamburg – Altstadt – Hauptkirche St. Katharinen

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Von den fünf Hauptkirchen, die es bei uns gibt, ist St. Katharinen die dritte. Sie entstand um 1250 herum. Damals wuchs Hamburg, der Platzbedarf stieg erheblich, und Stadtflächen sollten durch Eindeichungen ver-
größert werden. Gesagt, getan. Doch ist nicht unmittelbar nach Eindeichung gleich alles knochentrocken. Das Gelände hier war noch feuchtes Marschland, und so wurden für das Fundament der Kirche 1 100 Lärchen-
stämme in den Grund getrieben.
Wir sprachen vorhin davon, dass der Hafen früher im Bereich des Nikolaifleets regen Betrieb aufweisen konnte. Ein aufstrebender Hafen zudem, der natürlich viele anzog. St. Katharinen wurde damals die Kirche für die sich neu niederlassenden Kaufleute, die Bierbrauer und Schiffbauer.
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Hamburg - Altstadt - Hauptkirche St. Katharinen (Rückseite)

Hamburg – Altstadt – Hauptkirche St. Katharinen (Rückseite)

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Ob Kirchgänger damaliger Zeit sich eine Vorstellung davon hätten machen können, wie sich die Zeiten wandeln, wie sich die Menschheit in Glaubensfragen und damit auch die Beziehung zwischen Mensch (Volk) und Kirche ändern würde? Die Kirche selbst findet sich mit anderen Aufgaben und Erfordernissen konfrontiert, so dass es nicht verwunderlich ist, wenn sich das Kirchenleben der Neuzeit hin und wieder überraschend anders gestaltet …

In Zeiten, in denen die Finanzlage der Kirchen aufgrund sinkender Kirchensteuereinnahmen und gleichzeitig steigender Pensionsansprüche sowie erhöhter Ausgaben jeglicher Art gehörig in die Schieflage gerät, denkt man mancherorts neben Einsparungen über zusätzliche Einnahmequellen nach. Was lobenswert ist und nicht grundsätzlich schlecht sein muss.
Unabhängig von Sparzwängen oder gar Profitdenken, gilt es manchmal auch nur sich hervorzuheben, sich von anderen Gemeinden bzw. Glaubensrichtungen abzuheben und zu positionieren. Seht her, so machen wir das. Wir sind anders. Fortschrittlicher, konservativer, offener … was auch immer.
Nähe, Erreichbarkeit – nicht nur im örtlichen Sinn – zu demonstrieren, scheint ein weiteres Ziel. Nicht selten erleben Sie den Versuch einzelner Kirchen (Pastoren, Kirchenvorstände), das Image des Starren, des Welt-
fremden, des ewig Gestrigen abzulegen.
Wenn Kirchen viele Mitgliedsaustritte verzeichnen und dazu die Bänke im Gottesdienst stets reichlich freie Plätze aufweisen (womit auch die Kollekte mager ausfällt), ist schon die Frage erlaubt, wie Kirche von heute bei den Menschen auszusehen hat, damit sie wahrgenommen, angenommen, obendrein im Idealfall (finanziell) unterstützt wird.
Es ist wohl immer ein bisschen von allem, was zum Tragen kommt und irgendwann  ein – ich nenne es einmal – Testballons starten auf Kirchenseite hervorruft. Die Katharinenkirche z. B. nutzte die Klimawoche 2015 dazu, ein „Klimakonzert mit grüner Modenschau“ im Kirchenschiff zu genehmigen und durchzuführen.  Mit Models, Lichteffekten und allem, was dazugehört. Das ist mittlerweile salonfähig und kein Aufreger mehr. Es bringt Einnahmen, sorgt für Gesprächsstoff, und immerhin steht dahinter der positiv behaftete „grüne“ Gedanke.
Ein Teil der Gemeinde schreit Hurra, der andere ist etwas pikiert, und morgen ist das Thema abgehakt.
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Hamburg - Altstadt - St. Katharinen vom Zollkanal aus gesehen

Hamburg – Altstadt – St. Katharinen, diesmal vom Zollkanal aus gesehen

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Als allerdings 1996 rund 2 000 Raver in St. Katharinen eine Technoparty feierten, gab es mehr als hanseatisch leicht gerümpfte Nasen. Da half es auch nichts, dass Rauchen nicht erlaubt war. Es gab reichlich Alkohol, seltsame „Energy Drinks“, leichtbekleidete Wesen zwischen Heiligenstatuen, ekstatische Tänzer und viel Remmidemmi.
Warum man es in der Kirche gestattete? Oh, es war eine Art Kreuzzug der Techno-Tänzer („Crusade“). Es sollten die beiden Kulturen Gregorianik und Techno miteinander verbunden werden. Immerhin war auch ein Kieler Gregorianik-Chor mit von der Partie. Auf diese Art erhoffte man, Menschen in die Kirche zu locken, die sonst nie hinfänden. Das hat man sicher auch geschafft, nur ob die danach je wiederkamen?

Finanziell hat es sich gelohnt. Man musste zwar einen Sicherheitsdienst engagieren, der zehn Stunden im Dauereinsatz war, aber bei damals 60 DM Eintritt kam doch ein erkleckliches Sümmchen von ca. 120 000 DM zusammen. Damit waren die Kosten kein Thema  mehr, und der ansehnliche Rest half, den der Kirchen-
technoparty folgenden Stress und Ärger leichter zu verdauen.
Danach fanden in St. Katharinen interessanterweise ebenso Abende mit Gegenveranstaltungen statt, in
denen genau dieses Verhalten (Konsumdenken, Profit egal wodurch) angeprangert und kritisiert wurde.
Kirchenleben ist also bunt. Vielfältig, mit einem Hauch Unberechenbarkeit.

Schauen Sie einmal zur Turmspitze. Diese als Krone geformte Goldverzierung soll gerüchteweise mit Gold
aus dem verschollenen Goldschatz Störtebekers hergestellt worden sein. Sie wissen schon, der berühmt-berüchtigte Pirat. Der Begriff Störtebeker – übersetzt aus dem Plattdeutschen – bedeutet „Stürz den Becher“. Man munkelt, der Pirat konnte einen Vierliter-Krug Wein, wahlweise Bier, in einem Zug austrinken. Ob er deshalb so genannt wurde?
Ich zweifle ein wenig daran, ob jemand überhaupt vier Liter auf einmal in sich hineinbringen kann …
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Hamburg - Altstadt - Turmspitze St. Katharinen mit kronenförmiger Goldverzierung

Hamburg – Altstadt – Turmspitze St. Katharinen mit kronenförmiger Goldverzierung

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Sie können auch in St. Katharinen die Aussicht von oben genießen, allerdings, wenn Sie hier auf den Turm möchten, müssen Sie es im Rahmen einer Führung machen. 292 Stufen hinauf, vorbei an fünf Glocken …
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Plaza oder Turm? Elbphilharmonie vs. Kirchtürme …

Apropos Turmbesteigung. Die Kirchen, und vorneweg der Pastor der Hauptkirche St. Michaelis, klagen, dass seit Eröffnung der Elbphilharmonie vor einem Jahr die Zahl der Kirchturmbesteigungen massiv zurückge-
gangen sei und damit eine wichtige Einnahmequelle versiege. Im Gegensatz zum kostenfreien Besuch der Plaza in der Elbphilharmonie kostet die Besteigung der Türme Geld.
Der Michel-Pastor hat jetzt nicht explizit gefordert, dass die Begehung der Plaza umgehend Eintritt kosten muss, doch hätte er angesichts der Umstände natürlich nichts dagegen. Sein nachvollziehbares Wunschdenken wurde in den Medien vielfach gleich in Richtung Forderung verdreht, und schon rief seine Bemerkung einen Sturm der Entrüstung hervor.

Lassen wir kurz den Punkt Plaza-Eintritt ja oder nein außen vor und betrachten die Situation ganz generell. Zum einen können nicht alle Kirchen diese Entwicklung uneingeschränkt oder in gleichem Maße bestätigen. Beim Mahnmal St. Nikolai ist es nicht eindeutig, weil gerade nach der Sanierung und Wiedereröffnung des Turms im letzten Herbst besonders viel Zustrom zu verzeichnen ist. Dort herrscht Andrang, obwohl die Fahrt mit dem gläsernen Panoramalift fünf Euro kostet. Also ebenso viel, wie beim Michel zu löhnen ist. Ob der Zulauf so bleibt, wird man sehen.
Andere verzeichnen ebenfalls einen Rückgang, der jedoch trotz verlangter Gebühr für die Turmbesichtigung geringer ausfällt.
Die Hauptkirche St. Petri in der City wiederum meldet zwar weniger Zulauf, nur hatte sie dabei eher mit den Auswirkungen des berüchtigten G20-Gipfels im letzten Jahr zu kämpfen. Währenddessen (im Monat Juli) erschienen gleich 17 000 Besucher weniger als im Folgemonat August (39 000 zu 56 000).

Wenn ein Hamburger Ur-Wahrzeichen wie der Michel von eklatantem Rückgang der Turmbesucher spricht, dann sind es vermutlich weniger die Einzelreisenden, als vielmehr – und zahlenmäßig relevanter – die Teilnehmer von Gruppen- und organisierten Städtereisen, die ausbleiben. Wer allein, auf eigene Faust kommt, plant meist mehr Zeit ein, steuert viele Attraktionen und Ziele an und hängt notfalls dafür noch einen Tag dran.
Bei organisierten Städtetrips (z. B. Wochenendtouren) ist irgendwann Schluss mit der Programmstraffung. Wenn keine zusätzliche Zeit zur Verfügung steht und jeder Reiseteilnehmer erwiesenermaßen vor allem die Elbphilharmonie gesehen haben möchte, wird kurzerhand der Michel entweder komplett herausgenommen oder aber zumindest der Turmbesuch gestrichen. Gerade die Besteigung kostet Zeit, ganz abgesehen davon, dass nicht jeder in der Lage ist, daran teilzunehmen. Die Aufzugfahrt ist nicht von ganz unten bis direkt zur Aussichts-
plattform möglich. Es bleiben einige Treppen, die weiterhin zu Fuß bewältigt werden müssen. Nehmen wir jetzt noch das mehr als unvorteilhafte Wetter des letzten Jahres mit entsprechend schlechter Aussicht, so ist es nicht verwunderlich, wenn weniger Interesse als sonst besteht, bei niedrigen Temperaturen und Nässe den Aufstieg für einen zugigen Turmausblick anzugehen.
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Hamburg - Hafen (Höhe Baumwall) - Restaurant _Feuerschiff_

Hamburg – Hafen (Höhe Baumwall) – Restaurant „Feuerschiff“ – Im Blick haben Sie auch die Elbphilharmonie …

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Es kann nicht allein an den Kosten liegen. Über ein reizvolleres Kombiticketangebot (Kirche mit Krypta plus Turm) ließe sich trotzdem nachdenken. Warum nicht auch als Anreiz den Treppensteigern einen günstigeren Preis anbieten als den Lift-Nutzern oder eventuell einen Tag festlegen, an dem es nur die Hälfte kostet …
Ja, und ein bisschen enthusiastischer die Besonderheiten einer solchen Turmbesteigung und vor allem die des Ausblicks hervorheben! Rundumblick vom Turm aus 106 m Höhe und Plaza-Ausblick sind nun wirklich nicht vergleichbar. Michel und Elbphilharmonie müssten so gesehen gar keine Konkurrenten sein.
(Ich lasse Ihnen am Ende einen Link zu einem Blogbeitrag meiner Michelklettertour da, falls Sie Lust darauf haben. Auch Glockengeläut ist zu hören!)
Angewiesen sind die Kirchen auf die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern, selbst wenn sie im Grunde nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sind, betrachtet man die Kosten, die zum Erhalt der Gebäude nötig sind. Es ist also leider keine Option, grundsätzlich auf Eintritt zu verzichten.

Der Plaza-Besuch in der Elbphilharmonie wiederum würde unter Garantie bei den Reiseveranstaltern weiter im Programm bleiben, selbst wenn der Zutritt kostenpflichtig werden würde. Für den Reisegesamtpreis bedeutet es letztendlich keine dramatische Erhöhung. Einzelpersonen hingegen und speziell die Hamburger …

Nun, viele Hamburger fühlten sich doppelt ausgenommen, sollte es dazu kommen. Erst wird das Jahrhundert-
bauwerk und neue Wahrzeichen so hundsteuer, dass mehrfach immense Summen aus Steuergeldern der Hamburger Bürger nachgeschoben werden müssen, und nun soll womöglich noch einmal geblecht werden, bevor man als Einheimischer und Mitfinanzierer einmal einen Blick auf das Ganze werfen kann? Das sieht nicht jeder ein …

Wir werden die Entwicklung weiter verfolgen.
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Hamburg - Altstadt - Zollkanal (Bei den Mühren) mit Speicherstadt im Hintergrund

Hamburg – Altstadt – Zollkanal (Bei den Mühren) mit Speicherstadt im Hintergrund

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Wir sind inzwischen von St. Katharinen ein Stück entlang des Zollkanals gewandert und haben den Binnenhafen erreicht.
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Hamburg - Altstadt - Am Binnenhafen

Hamburg – Altstadt – Am Binnenhafen

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Hamburg - Altstadt - Binnenhafen - Blick Richtung Niederbaumbrücke

Hamburg – Altstadt – Binnenhafen – Blick Richtung Niederbaumbrücke

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Flussschifferkirche

Sehen Sie das blaue Schiff (Foto unten)? Das ist die Flussschifferkirche, Deutschlands einziges Gotteshaus auf dem Wasser, auf Schiffsplanken zumindest. Mit Gottesdiensten, einer Binnenschifferseelsorge, und „Hausbesuchen“. Man fährt zweimal die Woche mit einer alten Arbeitsbarkasse im Hafengebiet herum und besucht die Binnenschiffer direkt an ihrem Arbeitsplatz.
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Hamburg - Altstadt - Binnnhafen mit Flussschifferkirche links (blaues Boot) - Speicherstadt rechts

Hamburg – Altstadt – Binnenhafen mit Flussschifferkirche links (blaues Boot) – Speicherstadt rechts

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Nachdem wir uns bisher die ganze Zeit auf Altstadtgebiet befanden, wechseln wir hier nun auf Neustadtgebiet. Die Grenze verläuft etwa auf der Otto-Sill-Brücke, von der aus das obige Foto aufgenommen wurde. Der Baumwall liegt voraus – doch wenn ich es mir recht überlege, ist eigentlich dieser Wechsel des Stadtgebiets eine wunderbare Gelegenheit, für heute die Tour zu beenden. Mit einem Blick aus der Neustadt zurück in die Altstadt
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Hamburg - Hafen - Niederbaumbrücke - Blick von der Neustadt Richtung Altstadt

Hamburg – Hafen – Niederbaumbrücke – Blick von der Neustadt Richtung Altstadt / Ganz hinten St. Katharinen, links der Turm von St. Nikolai (Mahnmal)

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Sind Sie bei einem weiteren Streifzug wieder mit dabei? Sie haben gemerkt, obwohl es stets seine Zeit braucht, müssen Sie keine Riesenentfernungen schaffen oder tausend Dinge durchhecheln. Es bleibt entspannt.

Bis demnächst! Ich vermeide es allerdings, mich zeitlich festzulegen, denn das klappt erfahrungsgemäß nur mittelprächtig.

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Hier noch der Link zur oben erwähnten St.-Michaelis-Turmbesteigung:
=> „Der Hamburger Michel: Wem die Glocke schlägt“

Und so gelangen Sie bei Interesse zum ersten Teil des Altstadt/Neustadt-Streifzugs:
=>„Zwischen Altstadt und Neustadt (1): Ein neuer Streifzug durch Hamburg“
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© by Michèle Legrand, Januar 2018
Michèle Legrand

 

 

 

 

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50 Kommentare

Allerlei zum Jahresschluss …

2017 soll nicht ohne ein letztes Hereinschauen ausklingen. Ich hätte Ihnen gern den ausstehenden zweiten Teil des Streifzugs durch die Alt- bzw. Neustadt von Hamburg mitgebracht, nur reichte die Zeit dafür hinten und vorne nicht. Es schob sich uncharmant und unerwünscht und vor allen Dingen auch unvorhergesehen einiges dazwischen. Keine ruhige Minute.

Nur müsste es doch mit dem Teufel zugehen, wenn nicht zumindest ein kurzes Zusammensitzen hier klappen sollte. Ein kleiner Treff auf der Couch. Als Nichtraucher kann ich bezüglich der Dauer schlecht von einer Zigarettenlänge sprechen. Sagen wir, so lange, bis die Tasse Kaffee ausgetrunken ist …

Die Zeit zwischen den Jahren

Die Zeit jetzt vor Neujahr mag ich recht gern. Sie auch? Die wilde Geschäftigkeit, diese Art von blindem Sturm und Drang, eine Phase, die zuverlässig jedes Weihnachten auftaucht und an Intensität stetig zunimmt, ist vorüber – wie auch die sich anschließenden mehrtägigen Festivitäten ihr Ende gefunden haben.
Sie waren schön, überhaupt keine Frage! Es lässt sich trotzdem nicht leugnen: Feiertage und Zusammenkünfte
in geballter Form sind fein, jedoch gleichzeitig anstrengend. Nicht umsonst lauten (nach all dem) häufig gestellte Fragen: „Na, hast du die Weihnachtstage gut überlebt?“ – „Hast du es überstanden?“

Mein Nachbar muss nun auch keine Weihnachtslieder mehr auf dem Klavier üben. Auffrischen. Er kann sie eigentlich und spielt sehr gut! Auch Klassiktitel oder Evergreens. Ich höre gern, was von nebenan herüber-
schallt. Nur bei bestimmten Weihnachtsliedern hadert er offenbar mit dem getragenen Tempo.
Die „Stille Nacht“ ist ihm definitiv zu still. Spätestens nach drei Minuten ändert sich regelmäßig der Stil, und er schwingt rüber zum Boogie-Woogie …

Die schlichten Tage nach Weihnachten ohne Extragedöns sind mir jedes Mal mehr als willkommen. Sind überlebenswichtig! Ganz unter uns, in diese Zeit zwischen den Jahren lasse ich mir höchst ungern hineinfunken. Die mir kostbaren Stunden verteidige ich vehement. Das sind meine! (So der Wunsch.) Abstriche? Nun ja …
Immerhin treten Unterbrechungen seltener auf als sonst. Es werden Pflichttermine kaum genau in diese Zeit gelegt, und mir scheint, nicht nur bei mir, sondern bei vielen Menschen zeigt sich das Bedürfnis nach Ausspannen und sich Sammeln in den Tagen nach dem Fest und vor dem Jahreswechsel ausgeprägter.
Oder die Mitmenschen sind mit anderem beschäftigt und wollen deshalb ausnahmsweise nichts vor mir. Ein
Teil hält die Stellung im Job, und wer „Aktivurlaub“ vorzieht, der nutzt die Freizeit vermutlich, um seine Geldgeschenke unters Volk zu bringen oder Gutscheine einzulösen. Oder um jetzt schon das Fitnessstudio
zu kontaktieren, bevor nach Silvester der alljährliche Run auf eine Jahresmitgliedschaft losgeht. Modisch einkleiden muss derjenige sich in dem Fall natürlich während der freien Tage dann auch noch. Für die (kurze) sportliche Phase …

Sagen Sie, empfanden Sie es auch als positiv, dass Heiligabend in diesem Jahr auf einen Sonntag fiel? Dadurch, dass sich der Handel glücklicherweise für geschlossene Läden entschieden hatte, war diesmal der
24. Dezember doch für mehr Menschen ein ganzes Stück weniger hektisch als sonst. Ich gestehe, mir gefiel es sehr, diesen Tag in Ruhe zu starten, und daher werde ich mir für die nächsten Jahre eine Notiz machen:
Egal, auf welchen Tag Heiligabend fällt, kauf nichts mehr noch am Morgen des 24.12. ein. Das gilt auch für sogenannte frische Lebensmittel!
Man darf nämlich anzweifeln, dass es wirklich frischere Ware ist als die vom Vorabend. Und dieses wirklich bis zuletzt im Gewühl mitmischen, schafft enorme Unruhe, deren Nachwirkungen erst mit erheblicher Verzögerung abklingen.
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Die Bulldogge

Bei all den Besorgungen erlebt man schon so einiges. Dramen, weil Taschendiebe unterwegs waren und Beute machten, gestresste Einkäufer, genervtes Verkaufspersonal. Und es gibt die andere Seite.
Amüsieren Sie sich auch manchmal über den Inhalt aufgeschnappter Gespräche oder sind verblüfft, wenn Vorkommnisse einen unvermuteten Ausgang nehmen?
Beim Edeka-Markt traf ich kürzlich am Eingang auf eine angebundene, wartende Bulldogge. Vertreter dieser Rasse schauen – anatomisch vorgegeben – prinzipiell missmutig, obwohl die jeweilige Dogge vermutlich schlechte Laune weit von sich weisen würde und in Wirklichkeit bester Dinge ist. Was kann sie auch für ihre in die Irre führenden heruntergezogenen Mundwinkel!
Das Tier beobachtete mit Röntgenblick permanent den Ein- und Ausgang, wirkte dabei jedoch gelassen. Für eine Bulldogge war es ein recht großer Hund. Vor allem einer mit stattlichem Gewicht!
Ich war im Begriff hineinzugehen, als der Besitzer gerade bepackt heraustrat.
„Komm, Püppchen“, säuselte er, „wir wollen heim.“
Die Zuneigung war nicht zu überhören. Mag sein, der Mann fand seinen Hund tatsächlich  zartgliedrig, winzig … Oder die Liebe erforderte einfach einen solchen Kosenamen. Wer weiß das schon. Der Hund fühlte sich jedenfalls angesprochen.

Das leicht korpulente Püppchen erinnerte mich sofort an Goliath. Ein ähnlicher Fall, allerdings funktionierte es umgekehrt. Ein früherer Arbeitskollege hatte seinen Goldhamster so getauft.  Und „Goliath“ war schon der Kompromiss! Der Kollege hatte zunächst stolz vom Neuzugang in der Familie berichtet und dann geknickt gestanden, dass seine Frau seine Erstwahl, den Namen „Godzilla“, inakzeptabel gefunden und strikt abgelehnt hätte.
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Das Schaf

Was düst man viel herum vor Weihnachten! Für Erledigungen, Vorbestellungen, natürlich auch für Geschenke. Ich bilde da keine Ausnahme. In der letzten Woche habe ich als Geschenk für ein neugeborenes kleines Mädchen eine Spieluhr erstanden. Ich war nach längerer Suche über ein sehr freundlich dreinblickendes, goldiges, kleines Plüschtierschaf mit musikalischem Innenleben gestolpert. Nur konnte ich nicht herausfinden, wie die Spieluhr sich in Betrieb nehmen ließ. Es gab keinen Ring, an dem man hätte ziehen können, einen Knopf zum Draufdrücken suchte ich ebenfalls vergebens.

So wanderte ich damit zur Verkäuferin, direkt an der Kasse. Sie weihte mich in das Geheimnis des knubbeligen Stummelschwanzes ein, der quasi als Griff für das herauszuziehende Band fungierte. Optisch fiel überhaupt nicht auf, dass er gar nicht fest mit dem übrigen Schafpopo verbunden war. Sie zog die Uhr auf, bis es nicht mehr weiterging und das Band vollständig heraushing.
„Schlaf Kindlein, schlaf“ ertönte es. Überraschend flott für ein Einschlaflied, doch dezent, was die Lautstärke betraf. Ich entschied mich für die Uhr, bezahlte, packte das Schaf in meinen Stoffeinkaufsbeutel und verließ das Geschäft.
Die Uhr spielte. Und spielte. Und spielte …
Während ich durchs Einkaufszentrum lief, sorgte meine musikalische Tüte für Irritationen und erstaunte Blicke. Vor allem aber machte die unsichtbare Musikquelle in Bodennähe einen kleinen Hund leicht kirre. Er hing und hechelte an seiner flexiblen Laufleine und zerrte daran sein Frauchen durch die Gänge. Nur, weil er partout nicht von meinem tönenden Beutel ablassen konnte! Er folgte mir schnüffelnd und kläffend, bis endlich Ruhe einkehrte. Im Sack. Das Kind sozusagen schlief, wenn wir uns am Liedtext orientieren.
Ich muss die Mama des Babys vorwarnen, dass das Schaf über extrem langen Atem verfügt und – zumindest unterwegs – besser nicht komplett aufgezogen werden sollte …
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Das Los / Die Gans

Geschenke sind sowieso ein Thema für sich! Gerade heute bekam ich erzählt, wie die Bescherung bei einer Bekannten verlief. Ein Familienmitglied hatte der 91 Jahre alten Mutter, Oma und Uroma ein Jahreslos der „Aktion Mensch“ geschenkt. Sie war zunächst nur mäßig beeindruckt. Doch als der Schenkende farbenfroh ausmalte, was man alles gewinnen könnte, wurde sie sehr aufgeregt.
„Was mache ich denn bloß mit dem ganzen Geld, wenn mein Los den Hauptgewinn bringt?“
„Oma, nimm nicht die Sofortrente!“, riet ihr einer der Enkel eindringlich, woraufhin alle pikiert zischten, er dürfe doch nicht so etwas sagen.
„Mann, was denkt ihr denn alle!“, entrüstete er sich, „es geht mir doch nicht ums Erbe! Ich will doch nur, dass Oma mehr von dem Geld hat und es noch auf den Kopf hauen kann!“
Erleichtertes Ausatmen. Und Oma ist felsenfest davon überzeugt, dass Ihr Los gewinnt.

Die alte Dame hatte übrigens vorab für ziemliche Aufregung gesorgt! Oma lud dieses Jahr zu sich zum Essen ein. Da die Weihnachtsgans im Ofen bei Niedertemperatur garen sollte und dafür sechs bis acht Stunden gerechnet werden müssen, waren alle für 17 Uhr eingeladen. Um 14 Uhr ging bei meiner Bekannten das Tele-
fon. Oma war dran.
„Ihr müsst jetzt schon kommen! Die Gans ist fertig …“

Es hatte sich herausgestellt, dass ihr der Nachbar von oben sehr überzeugend versichert hatte, „dass das mit dieser Niedertemperatur nix wird“.
Pffft! Sie war eh nicht überzeugt davon gewesen. Hatte bereits skeptisch reagiert, als die Tochter mit diesem „neumodischen“ Rezept angekommen war. Kurzentschlossen wurde der Thermostat nach Nachbars Information hochgedreht. Zack! Drei Stunden eingespart.
Hektik in der Familie meiner Bekannten. Unrasiert, ungewaschen. Räuberzivil. Noch Geschenke einpackend. Und die halbwüchsigen Kinder waren noch nicht einmal aufgestanden …
Sie haben es dennoch irgendwie geschafft einzutreffen, bevor die Gans verkokelte.

Ich hatte tatsächlich auch Fleisch bei Niedertemperatur im Backofen. Zweieinhalb Stunden sollte es dauern. Zwischendurch dachte ich, mein Backthermometer wäre verstorben. Der Temperaturzeiger verharrte ewig an einer Stelle. Letztendlich ging es doch weiter. Es dauerte allerdings einige Zeit länger als angegeben, bis das Roastbeef die „Ich-bin-gar-aber-innen-noch-rosig-Temperatur“ erreicht hatte.
Wir haben dann schon mal mit den anderen Sachen angefangen …

(Ich glaube, ich muss Ihre Kaffeetasse kurz wieder auffüllen. Der Schwatz dauert doch ein bisschen länger.)
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Weihnachtsmärkte?

Ich wurde einige Male darauf angesprochen, ob ich in diesem Jahr nichts von den Hamburger Weihnachts-
märkten
zeige oder erzähle. Nein, diesmal zumindest nicht von den großen Märkten. Die Erkrankung meines Mannes regiert hier nach wie vor alles Tun und Lassen, und sein Befinden bzw. speziell die aktuelle Tagesform zeigt ganz klar die unabänderlichen Notwendigkeiten. Alles andere muss hintenan stehen und längere Abwesenheit steht nicht oft auf meiner kurzen Liste der Möglichkeiten.
Generell muss ich im Notfall schnell zurück sein können. Das schränkt zusätzlich den Aktionsradius ein. Und die Teilnahme an Groß-/Massenveranstaltungen birgt leider immer ein höheres Risiko, einen Infekt mit nach Hause zu bringen. Das wäre fatal.

Ich habe es dennoch in den letzten acht Wochen zweimal geschafft, kurz abzutauchen. So lernen Sie diesmal alternativ zu den großen Weihnachtsmärkten vier traditionsreiche Weihnachtsbasare kennen, die aus der Masse herausragen, und ich picke Ihnen ein paar Dinge aus dem Angebot der Altonaer Weihnachtsmesse heraus, die mir besonders auffielen.

Skandinavische Weihnachtsbasare

Schon vor allen anderen Weihnachtsbasaren, finden in jedem Jahr in Hamburg an zwei Wochenenden jeweils von Freitag bis Sonntag die traditionellen Weihnachtsbasare der skandinavischen Kirchengemeinden statt. Im Hafen, schräg gegenüber (rechts) der U- und S-Bahn Station Landungsbrücken, geht von den parallel zur Elbe verlaufenden Straßen „Johannisbollwerk“ bzw.  „Vorsetzen“ die „Ditmar-Koel-Straße“ in nordöstlicher Richtung ab. In dieser einen Straße befinden sich alle vier Kirchen der nordischen Länder. Gleich am Beginn liegt linker Hand die Schwedische Gustaf-Adolfs-Kirche, im späteren Straßenverlauf treffen Sie auf die Finnische, Norwegische und die Dänische Seemannskirche, die sich in dieser Reihenfolge alle direkt hintereinander ebenfalls auf der linken Seite befinden.
Jede Gemeinde richtet ihren eigenen Basar aus. Wählen Sie tunlichst einen der Freitage für Ihr Kommen, dann ist es der Andrang etwas geringer als an den Wochenenden.
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Hamburg - Ditmar-Koel-Straße - Basarzeit - Im letzten Straßenabschnitt die Seemannskirchen von Finnland, Norwegen und Dänemark

Hamburg – Ditmar-Koel-Straße – Basarzeit – Im letzten Straßenabschnitt die Seemannskirchen von Finnland, Norwegen und Dänemark

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Die Basare der Skandinavier sind atmosphärisch sehr schön. Sehr gemütlich! Sie sind kunsthandwerklich geprägt, doch sollten Sie bei den Erzeugnissen nicht zu viel erwarten. Hier sind Hobbykunsthandwerker ver-
treten, keine ausgesprochenen Profikünstler. Was die Basare liebenswert macht, ist die entspannte Stimmung und das Gewirr aus skandinavischen Sprachen. Da sind die Aktionen für Kinder, die Freundlichkeit, der Anblick der farbenfrohen Trachten, die alle Standbetreiber tragen und nicht zuletzt der verlockende Duft von Kaffee und frisch gebackenem Kuchen.
An den Ständen bestimmen die Farben Rot und Weiß ganz besonders das Bild. Den Elch als Motiv werden Sie häufig finden. Es gibt Dekorationsartikel aus Holz, Stoffe, handgearbeitete Decken, Gestricktes, Kinderkleidung, Kerzen, Schmuck, aber auch Bücher, skandinavische Musik (CDs), Leckereien etc.

Der schwedische Basar wird zwar im Erdgeschoss abgehalten, doch steigen Sie bei der Gelegenheit in der Schwedischen Seemannskirche einmal die Treppen hinauf in den 1. Stock. Dort ist der eigentliche Kirchensaal, in den etwa 300 Kirchenbesucher hineinpassen.
Man hat 2007 zum 100jährigen Bestehen der Gustaf-Adolfs-Kirche viele irgendwann einmal übermalte Kunstwerke an den Wänden wieder freigelegt. Jetzt sind die alten Christusbilder oder auch Nikolaus von Myra, der Schutzpatron der Seefahrer, wieder zu sehen. Oder betrachten Sie das Votivschiff „Gustaf Adolf“, das dort hängt! Ein sehr schönes Modell einer Dreimastbark mit vielen Schnitzereien! Erbaut und übergeben wurde sie der Kirche durch Kap Hoornier Hans Freyholz, der auf diesem Schiff Kapitän war.
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Hamburg - An dem Tag fand sogar eine Hochzeit bei den Skandinaviern statt ...

Hamburg – An dem Tag fand sogar eine Hochzeit bei den Skandinaviern statt …

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Bei den Finnen und Norwegern, steht zusätzlich noch etwas mehr für das leibliche Wohl  zur Auswahl. Dort hat man außerhalb der Gebäude schon zahlreiche Stände mit nationalen Spezialitäten aufgebaut und Gäste können sich bei kaltem Wetter mit Glühwein warmhalten.
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Hamburg - Ditmar-Koel-Straße - Die Dänische Seemannskirche

Hamburg – Ditmar-Koel-Straße – Die Dänische Seemannskirche

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Die Dänen, ganz am Ende der Ditmar-Koel-Straße ansässig, verlangen offiziell einen Euro Eintritt, doch der wird gar nicht immer einkassiert. Man kann offenbar auch freiwillig etwas in einer Spendendose hinterlassen. Doch dadurch, dass in der Presse wieder von einer Eintrittsgebühr die Rede war, herrschte etwas weniger Zulauf als in den anderen Kirchen. Sie kommen dort besser durch. (Mag sein, dass es auch tages- und zeitenabhängig ist.)
Bei den Dänen gibt es im Garten sogar Hot Dogs zur Verköstigung und trotz später Jahreszeit wird der Grill angeworfen.

Vielleicht schauen Sie im nächsten Jahr einmal vorbei bei unseren nordischen Nachbarn.
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Altonaer Weihnachtsmesse 2017 im Altonaer Museum

Was sich in meinen Augen auch sehr lohnt, ist ein Besuch der Altonaer Weihnachtsmesse im Altonaer Museum. Gerade bei dauerhaft ungemütlichem Wetter, wenn die Märkte draußen nicht so locken können, ist
dies eine sehr schöne Alternative.

Diese Veranstaltung findet an drei hintereinander folgenden Tagen (Fr, Sa, So) in der Adventszeit statt. Der Eintritt beträgt 5,- Euro, berechtigt aber gleichzeitig zum Besuch des Museums. (Alle unter 18 J. haben sogar freien Eintritt.)

Da sich der Kunsthandwerkermarkt über mehrere Stockwerke erstreckt und dort jeweils in den Foyers und breiteren Gängen aufgebaut ist, können Sie zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Sie sehen die Exponate der Museumsausstellung und können sich dabei in den verschiedenen Etagen die Weihnachtsmesse zu Gemüte führen. Speziell im zweiten und dritten Obergeschoss stimmt das Ambiente exzellent, denn dort befinden sich Untere bzw. Obere Bauernstube. Sie haben teilweise den Eindruck, die Stände der Kunst-
handwerker befänden sich in einem altehrwürdigen Gemäuer oder auf einem uralten Dachboden.

Auf der Weihnachtsmesse stellen mehr als 70 vorwiegend norddeutsche Kunsthandwerker und Designer ihre Werke aus. Das Schöne daran ist, es sind thematisch nicht ausschließlich weihnachtlich geprägte Erzeugnisse, und abseits des Kunsthandwerks findet zusätzlich Programm statt. Die Modelleisenbahn des Museums ist in Betrieb, es werden kleine Theatervorstellungen gegeben, Familien können sich führen lassen, man hört Märchen, und diesmal fand an einem der Tage sogar ein Poetry Slam im Galionsfigurensaal statt.

Sie wissen, es lässt sich leider in Räumen oder Museen nicht überall fotografieren, d. h. man darf es vielleicht noch für den Privatgebrauch, kann es aber nicht veröffentlichen. Ich hätte Ihnen wirklich gern Fotos mitge-
bracht, doch muss mich nun leider damit begnügen, Ihnen mittels Text eine Vorstellung zu vermitteln.

Sie glauben gar nicht, was es da alles Unterschiedliches gibt! Natürlich ist für Bücherfans für jeden Geschmack und jedes Interesse etwas dabei. Das gilt sowohl für Erwachsene als auch für Kinder.

Wenn Ihnen jemand sagt, es wird viel Selbstgestricktes, Handgefilztes, Gesticktes und Genähtes präsentiert, hört sich das unter Umständen noch gar nicht so prickelnd an. Doch interessant ist, was alles daraus entsteht!
Neben den obligatorischen Schals, Mützen, Socken, Handschuhen oder Kindersachen, gab es in Altona nämlich auch Rucksäcke, Wachstuchbeutel, Handytaschen, Umhängetaschen aus Segeltuch und LKW-Planen, etwas mit Hamburg-Fotos, handgewebte Schals, ungewöhnliche Kulturtaschen, Kissenhüllen, Quilts für Kinder, Schürzen, Schmuckrollen, Krabbeldecken, Tischläufer, Wendemützen, Seidenschals, Designkleidung, hand-
bedruckte Tischwäsche, Häkeltiere, Stulpen, Pulswärmer, strickgefilzte Taschen, andere mit Federn und bestimmt noch einiges mehr, was ich schon gar nicht mehr erinnere.

Es ging munter weiter mit Ölbildern, Plastiken, Grafiken, Zeichnungen, Objekten aus Holz und Stein, mit Buchbindetechnik, Sieb- und Stempeldruck. Dazu Windlichter, Papier- und Glasschmuck, Bernsteinschmuck oder auch Kacheln, die ein gemaltes Dekor erhielten. An wieder anderer Stelle kreative Gutscheinver-
packungen, dazu selbstgemachte Marmeladen und Schokoladen, eingelegte Gurken und Säfte aus eigener Herstellung.
Also eine extrem bunte Mischung!
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Besonderes

Es gibt bei Ausstellungen Stände, deren Auslaget mich persönlich gleich magisch anzieht. Im Altonaer Museum war es das Angebot an Stempeln mit recht ausgefallenen Motiven. Ein extrem fein dargestelltes Ginkgo-Blatt (Rima A. Görler, Design-Stempelkunst) hatte es mir besonders angetan.
Vielleicht hätten Sie so wie ich automatisch an einem Stand gestoppt, welcher diverse Lampen präsentierte, deren Sockel /Standfüße alle aus Treibholz hergestellt wurden. Sehr schöne Werke! (Kunsthandwerk Bernd Kasten)

Was gleich zum Hinsehen reizt, aber nicht unbedingt jeder – weil doch sehr speziell – vom Stil her tragen möchte, ist Schmuck aus recycleter Elektronik (TRANSFORMATOR). Genauso außergewöhnlich wirkt Naturschmuck (Henning Seibt).

Taschen

Beinahe hätte ich zugegriffen bei der Tasche eines Künstlers, der sich „Herr Rüdiger“ nennt.
Herr Rüdiger betreibt ein Upcyling. Er verwendet als Material u. a. ausrangiertes Leder und Skai von Autositzen (Rückseite). Er kombiniert es z. B. gern mit Gobelinstoffen, die sehr unterschiedliche Dessins haben. Seine Umhängetaschen mit Überschlag bestehen also vorwiegend auf der Rückseite aus Leder, aus dem auch der Tragegurt und Verstärkungen gefertigt sind. Vorne besticht die Tasche durch ein farbiges Motiv auf Gobelin.
Es gab ein Modell „ Abbey-Road“, ein anderes zierte ein Hirsch mit imposantem Geweih. Mein Favorit allerdings war eine Tasche, bei der es so wirkte, als wären vorne Bücher liegend aufeinandergestapelt. Man schaute nun auf die Buchrücken von alten, dicken Wälzern mit gefühlt kostbaren Einbänden, die in sehr warmen Farben gehalten waren. Für jemanden, der gern liest, eine wunderbare, persönliche Tasche, in die einiges hineinpasst, die stabil gearbeitet ist und die durch das Gobelinmaterial sehr viel edler wirkt, als mit einem Überklappteil, das lediglich aus bedrucktem Stoff ohne Struktur gefertigt wäre.
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Kunstblumen

Ganz zuletzt muss ich doch einmal fragen, ob Sie schon wussten, dass es Kunstblumen aus Fischschuppen gibt! (Die übrigens klasse aussehen!) Geläufig sind einem viel eher Seidenblumen oder die sehr billig produzierten, fürchterlichen Plastikblumen, die Sie als Gewinn für Schießtreffer auf Jahrmärkten ergattern.

Man kann jetzt nicht behaupten, dass es komplett neu wäre, Fischschuppen so zu nutzen, denn sogar bei Klosterarbeiten im 19. Jahrhundert hat es bereits bei uns in Deutschland diese eigenwillige Art der Blumenherstellung gegeben. Wer aber letztendlich – vielleicht schon Jahrhunderte davor – als erster die Idee dazu hatte, das lässt sich wahrscheinlich gar nicht mehr feststellen.

Auf der Weihnachtsmesse waren es Blüten, die aus Südamerika kamen. Sie werden dort im Norden Brasiliens von den Bewohnern eines Dorfes, vorrangig von Fischerfrauen, angefertigt, die in diesem Fall im Auftrag einer deutschen Firma („Meerblume“) arbeiten, die sie importiert. Die Blumen, nicht die Frauen.
Es gibt bei den Fischen unterschiedliche Schuppenarten und -formen (Plattenschuppen, Schmelzschuppen, Kammschuppen u.s.w. ). Bestimmte lassen sich – nach entsprechender Vorbehandlung – für das Kunst-
handwerk gut verwenden. Sie werden zunächst nach einem besonderen Prinzip getrocknet, danach vermutlich u. a. größenmäßig vorsortiert, und da Sie sie jetzt nicht sehen können, versuche ich eine Beschreibung ihres Aussehens.

Stellen Sie sich vielleicht am besten die Form von Kartoffelchips vor. Auch das leicht Gewölbte bzw. Gewellte daran. Die Schuppen sind cremefarben, wirken teils etwas wachsartig, teils sogar ein bisschen elfenbein- oder perlmuttartig. Sie fühlen sich weder warm noch kalt an, sondern in etwa so, als würden Sie dickeres Kamm-
material zwischen den Fingern halten. Etwas nachgiebiger. Sie lassen sich bearbeiten.

Aus diesen einzelnen Schuppen und Schüppchen, werden äußerst kunstvoll wunderbare Blütenformen zu-
sammengesetzt, die sehr den Originalblüten von gefüllten Pfingstrosen (Päonien), Rosen überhaupt, Dahlien oder auch zartem Feldmohn entsprechen. Andere werden eher wie kleine, rundliche Tuffs zusammengebastelt, so dass diese – auch farblich – dem luftigen Wollgras im Moor verdammt ähnlich sehen.
Ich kann Ihnen nicht sicher sagen, ob es schon von Natur aus dunkleres oder andersfarbiges Schuppenmate-
rial gibt oder ob es sich vielmehr um eingefärbte Schuppen handelt, denn außer cremefarbenen Mohnblüten, werden auch welche in einem Lachs-/Orangeton angeboten. Hm, lachsfarben? Tja, da nun der Lachs als Fisch zwar Fleisch in dieser Farbe hat, nicht jedoch solche Schuppen, bin ich in dieser Hinsicht ein bisschen überfragt.

Eine Blüte kann schlecht alleine daherkommen und in der Luft schweben, deshalb müssen passende Stiele gefertigt werden. Die sind allerdings nicht aus Fischschuppen. Hierzu verwendet man so etwas wie sehr feine Bambusröhrchen, Schilfhalme oder greift speziell bei den hohen Stielen auf dünne Weidenruten zurück.
Als besondere Einzelblüte – oder als Duo mit unterschiedlicher Höhe – in einer formschönen (Glas-)Vase, dabei vielleicht in Kombination mit einem Zweig Korkenzieher-Haselnuss stelle ich mir das sehr apart vor …
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So, mittlerweile dürfte auch Ihre zweite Tasse Kaffee leer sein, der Bedarf mehr als gedeckt, ganz zu schweigen von dem Couchhockbedürfnis. Und Ihre Zeit! Oha, oha …
Wie immer darf man gar nicht erst ins Klönen kommen. Dann vergehen die Minuten und Stunden wie im Flug.
Sie haben aber vielleicht gemerkt, dass Basare und besondere Kunsthandwerkermessen in der Weihnachtszeit in Hamburg durchaus einen Besuch wert sind. Im nächsten Jahr gibt es für Sie wieder eine neue Chance, daran selbst teilzunehmen.
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Ich verabschiede mich für dieses Jahr, sage danke schön für das regelmäßige Mitlesen, Ihre vielfältigen Reaktionen, den regen Austausch, den überaus netten Kontakt zu meinen Lesern sowie den vielen Bloggerkollegen aus aller Welt. Liebe Blogstammgäste, speziell Ihre Anteilnahme hat mich im zurückliegenden Jahr ganz besonders berührt!
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Ich wünsche Ihnen allen, dass Sie nicht nur gut in das neue Jahr hineinkommen, sondern das 2018 auch ein glückliches, möglichst gesundes Jahr für Sie wird. Es möge Ihnen viel Erfreuliches bescheren, doch helfen Sie kräftig mit, dass der positive Zustand erreicht wird und möglichst lang anhält! Da lässt sich tatsächlich einiges durch Verhalten, Einstellung, Gedanken etc. mit beeinflussen. Im Guten wie auch im Schlechten!
Ersteres ist dabei viel erstrebenswerter, fnden Sie nicht auch?
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Bis demnächst! Ich freue mich auf Sie!
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Regenbogen (Halbkreis) in Hamburg am 16.12.2017

Ein Ihnen hoffentlich Glück bringender Regenbogen zum Start in das Jahr 2018!

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PS
Ich habe eine direkte Verlinkung zu Herstellern unterlassen, da ich überhaupt keine Lust habe, hier deshalb alles als Werbeblock zu kennzeichnen. Es ist meine ureigene, private Meinung, keine Verkaufsankurbelung.  Ich erziele durch meine Vorstellungen und Erwähnungen hier im Blog keinerlei Einkünfte. Es gefällt mir einfach.
Die aufgeführten Namen helfen Ihnen ggf. hoffentlich bei Interesse trotzdem bei Ihrer Suche im Netz.

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© by Michèle Legrand, Dezember 2017
Michèle Legrand

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