Archiv für die Kategorie Hamburgs Kontorhäuser

Zwischen Altstadt und Neustadt (1) – Ein neuer Streifzug durch Hamburg

Etwa 1:14. In Hamburg. Würde ich schätzen. Zwischendurch einmal, sehr großzügig ausgelegt, 1:8. Ich spreche vom Verhältnis grauer Tage mit verhangenem Himmel und Regen zu Tagen mit blauem Himmel und Sonnen-
schein. Die Eins steht dabei leider nicht für das Schietwetter, sondern für den mickrigen Schönwetteranteil.
Nicht schön. Was bei vielen Hamburgern in diesem Jahr vermutlich im umgekehrten Verhältnis 8:1 zutrifft, ist
der Regenschirmverschleiß.

Wie sieht es aus? Hätten Sie Lust, heute wieder mit auf Erkundung zu gehen? An einem der „Einsertage“ mit Sonne? Man muss sich das andere ja nicht unbedingt antun.
Mein heutiger Streifzug bewegt sich zwischen Alt- und Neustadt. In Hamburg grenzt beides aneinander, was sich logisch anhört, aber nicht zwangsläufig der Fall sein muss. Mir ist aufgefallen, dass vielen Besuchern und ebenso Einheimischen gar nicht klar ist, wo eigentlich was ist, bzw. wo welcher Bereich anfängt oder endet.
Eine Bemerkung wie: „Der große Brand im Mai 1842 brach damals in der Altstadt aus!“ oder „Ich war in der Neustadt zum Weihnachtsbummel“ löst daher gar nicht selten fragende Blicke aus und enthält offensichtlich keine hilfreiche Ortsinformation.

Wenn Sie Hamburg auf der Karte vor sich sehen, orientieren Sie sich an der Binnenalster, die ist gut zu finden. Östlich von diesem See befindet sich die Altstadt. Um die nördliche Grenze zu erahnen, peilen Sie rechts oberhalb der Binnenalster die Kunsthalle an, schweifen mit dem Blick weiter nach Westen über den Haupt-
bahnhof
hinaus bis zu den Deichtorhallen und bewegen sich von dort aus südlich Richtung Hafen und Elbe. Grobe Richtung Elbphilharmonie. Am Binnenhafen und noch östlich der U-Bahn-Station Baumwall ist Schluss.

Die Neustadt hingegen beginnt genau dort. Sie endet, Richtung Westen geschaut, jedoch bereits wieder kurz vor den Landungsbrücken, verläuft Richtung Norden etwa am Alten Elbpark vorbei, führt entlang der Park-
anlage Planten und Blomen
, dann östlich, weiter, bis Sie auf Lombards- und Kennedybrücke stoßen, die, direkt nebeneinander verlaufend, die Wasserverengung zwischen Binnen- und Außenalster überspannen und Ihnen als optische Grenzlinie prima dienen.

Rathaus, Mönkebergstraße, Kontorhausviertel mit Chilehaus, die Hauptkirchen St. Katharinen, St. Petri und
St. Jacobi, Nikolaifleet, das Mahnmal St. Nikolai, die Deichstraße, die berühmte Speicherstadt
etc., das alles
sind Teile der Altstadt, wohingegen Binnenalster, Alsterarkaden, Jungfernstieg, Alte Post, Gänsemarkt, Oper, Fleetinsel, Großneumark, viele Galerien oder bekannte (und teure) Einkaufsstraßen wie Neuer Wall oder Große Bleichen zur Neustadt zählen. Auch der Michel (Hauptkirche St. Michaelis) befindet sich auf Neustadtgebiet!

Die heutige Tour hält für Sie recht unterschiedliche Eindrücke parat. Lassen Sie uns in Höhe der U-Bahn-Station Meßberg starten, d. h. auf Altstadtterrain. Nicht auf Anhieb die schönste Stelle der Stadt, denn beim Auftauchen aus dem Untergrund, stehen Sie direkt an der mehrspurigen Willy-Brandt-Straße. Eine lärm-
intensive, da vielbefahrene Querverbindung, die früher daher den Namen Ost-West-Straße trug.
Ihnen begegnen dort und im Umkreis allerdings auf verhältnismäßig kurzer Strecke höchst unterschiedliche Bauwerke. Verlassen Sie zusätzlich die Hauptstraße und biegen in eine der Nebenstraßen, ändert sich die Szenerie noch einmal kolossal.
Sie sollten beim Erkunden in Hamburg ein bisschen von dem vielleicht gängigen Muster abweichen. Vergessen Sie Stadtplan, Smartphone mit Navi, unumstößliche Pläne und die reinen Touristenhighlights, die dann Punkt für Punkt angesteuert und abgehakt werden. Wer wenig Zeit hat und das allererste Mal in der Hansestadt ist, dem sei es so verziehen, doch spätestens beim zweiten Mal marschieren Sie ohne feste und enge Zeitvorgabe einfach los.
Vor dem sich Verlaufen muss man in Hamburg keine große Angst haben. Hier ragt immer irgendwo ein großer Kirchturm als Orientierungshilfe über die Dächer der Häuser (und für den äußersten Notfall haben Sie ja wahrscheinlich doch Ihre Technik dabei).
Wenn Sie darauf verzichten, immer nur Einzelziele wahrzunehmen und von der Liste abzuhaken und stattdessen die Wege mit genießen, dann geht es Ihnen vielleicht so wie mir: Das für mich Schönste habe ich immer dann entdeckt, wenn ich losspaziert bin und dort gehalten habe, wo mir etwas ins Auge stach oder ich – ausgelöst nicht nur durch optische Reize, sondern auch durch Geräusche und Gerüche – wie unter Zwang spontan ab-
biegen musste. Sie warten dann förmlich auf einen, die Kontraste auf kleinstem Raum, Unvermutetes und Verblüffendes hinter unauffälligen Türen oder Zeugnisse alter Zeiten.

Vom U-Bahn-Ausgang Meßberg geht es westwärts. Sobald Sie die Richtung Hafen abzweigende Straße Brands-
twiete
überquert haben, taucht auf der linken Seite (Willy-Brandt-Str. 47) die Privatbrauerei Gröninger auf. Sie erinnern sich? Eine historische Hamburger Brauerei mit einem seltsam anmutenden Spruch an der schweren Holzeingangstür, der noch Bezug zu längst vergangenen Tagen hat.
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Hamburg - Altstadt - Brauhaus und Braukeller Gröninger - Die Warnung an der Tür ...

Hamburg – Altstadt – Brauhaus und Braukeller Gröninger – Die Warnung an der Tür …

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Sie können es lesen? Ja? Früher wurde eben mittwochs für das Bierbrauen u. a. Wasser aus dem Nikolaifleet benötigt. Wenn Sie mehr erfahren möchten, am Ende dieses Artikels ist der entsprechende Link zu einem früheren Blogbeitrag (mit weiteren Fotos).
Das bei Gröninger selbstgebraute Bier können Sie bis heute (nun ohne Verwendung von Fleetwasser) im Braukeller in den alten Kellergewölben trinken und dabei rustikal auf alten Holzbänken Platz nehmen. Das Brauhaus (Speisenangebot) befindet sich darüber.

Apropos Nikolaifleet, bzw. Wasser und geschichtliche Sonderlichkeiten. Mir fällt in dem Zusammenhang gerade etwas ein. Ich habe am Freitagabend eine Folge der englischen Serie „Lewis“ gesehen. Sie spielt in Oxford, einer Stadt, die wie Hamburg viele schöne Ecken am Wasser hat. Sorgen hier Elbe, Alster und Bille dafür, so sind es in Oxford Themse und Cherwell.
Es ging u. a. um eine generell recht einfallsreiche Kunststudentin, die neben dem Studium Führungen für Touristen leitete und dabei in ihren Erläuterungen nicht so ganz bei der – in ihren Augen – etwas unspekta-
kulären (historischen) Wahrheit blieb. Um ihren Zuhörern mehr Spannung zu verschaffen, erdachte sie kurzerhand das ein oder andere ausgefallene, leicht haarsträubende oder pikante Detail. Ein Krokodil sollte
es angeblich in Oxfords Gewässern geben, und die Rede war von namentlich recht bekannten Personen der Geschichte, denen sie Aufenthalte und Aktivitäten in der Universitätsstadt andichtete, obwohl sicher nicht ein Einziger der Erwähnten jemals Oxford auch nur näherkam.
Solche Veräppelung würde ich mir mit Ihnen natürlich nicht erlauben. Nie! Spannung hin oder her.
Wussten Sie eigentlich, dass hier im Nikolaifleet 1953 ein Hai gesichtet wurde …?
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Hamburg - Altstadt - Nikolaifleet - Im Hintergrund Mahnmal St. Nikolai

Hamburg – Altstadt – Nikolaifleet – Im Hintergrund Mahnmal St. Nikolai

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Nur wenige Schritte weiter befindet sich das Asiahaus. Seine Vorderfront ist rein farblich betrachtet eher unauffällig. Dennoch ist die Sandsteinfassade im Jugendstildekor markant und bei näherer Betrachtung auch ungewöhnlich, denn sie hat zusätzlich einige Motive mit sehr asiatischem Anklang. Hier, im 1900 erbauten Gebäude, beschäftigte man sich früher mit dem Handel nach Fernost. Es gibt – weniger asiatisch – allerdings auch einen Reichsadler, der oben den Giebel ausfüllt …
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Hamburg (Altstadt) - Asiahaus - Sandsteinfassade mit fernöstlichen Motiven und dem Reichsadler ...

Hamburg (Altstadt) – Asiahaus – Sandsteinfassade mit fernöstlichen Motiven und dem Reichsadler …

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Das Asiahaus ist eines dieser einzeln stehenden Kontorhäuser außerhalb des bekannten Kontorhausviertels (mit dem markanten Chilehaus, dem Sprinkenhof etc.), die es sowohl in Alt- als auch Neustadt gibt. Diese ganz speziellen Gebäude entstanden um die Jahrhundertwende und bestechen bis heute besonders durch die oft prunkvolle Gestaltung ihrer Foyers und Treppenhäuser. (Am Ende des heutigen Beitrags finden die Interessierten unter Ihnen Links zu früheren Blogposts, die sich speziell mit dem Thema „Kontorhäuser“ befassten!)
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Hamburg (Altstadt) - Asiahaus - Eingangsverzierung mit Namenszug - Willy-Brandt-Straße 49

Hamburg (Altstadt) – Asiahaus – Eingangsverzierung mit Namenszug – Willy-Brandt-Straße 49

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Hamburg (Altstadt) - Asiahaus - Innenhof

Hamburg (Altstadt) – Asiahaus – Innenhof

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Auch im Asiahaus ist das Gebäudeinnere besonders sehenswert! Die Glaseinsätze der Türen haben zum Teil Sprossen, die Eingangshalle kann mit einem länglich-ovalen Oberlicht punkten. Die Treppenhauswände sind mit kleinformatigen, hellen, quadratischen Kacheln in den Tönen beige/creme dekorativ gefliest. Speziell im Foyer taucht hier und dort dunkel abgesetzt ein Dekor auf. Senkrechte Streifen, Einfassungen, einzelne, betonende dunkle Quadrate. Dazu Deckenschmuck, eine schöne Ausleuchtung, Treppen und Säulen aus poliertem Marmor mit Goldverzierungen im unteren Säulenbereich und natürlich das Treppengeländer! Ein sehr gefälliges Jugendstil-Treppengeländer, das sich durch sämtliche Geschosse zieht. Die weich geschwungenen Formen der Metallstreben mit ihren zusätzlich kunstvoll eingearbeiteten Elementen nehmen die hellen Töne des Marmors auf, der Holzhandlauf setzt sich hingegen in einem warmen Dunkelbraun ab.
Foyers und Treppenhäuser sollten etwas „hergeben“,  für etwaige Besucher des Handelsunternehmens einen Ort mit repräsentativem Charakter darstellen. Man wollte potentiellen Kunden oder einem wichtigen Lieferanten damit gleich demonstrieren, dass es der eigenen Firma wirtschaftlich gut ging.

Ich sprach vorhin von Kontrasten. Schauen Sie dazu einmal hinüber auf die andere Straßenseite. An der Ecke Willy-Brandt-Straße/Domstraße steht ein im Gegensatz dazu relativ neuer Bau, das Zürich-Haus, 1989-1992 erbaut und damit ganze 90 Jahre jünger. Es ist ebenfalls ein Kontorhaus, bei dem man bewusst Klinker in der Art und Farbe verwendet hat, die schon früher für die Bauten im Kontorhausviertel üblich waren. Nur da dieses Gebäude an – wie wir wissen – sehr befahrenen Straßen liegt, beschloss man, sich gegen Lärm und Staub ein bisschen mehr abzuschotten. Und zwar mit Glas, um nicht gleichzeitig auch das Licht auszusperren. Zwei große, gläserne Eingangshallen gibt es (Sie können die Kuppeln ganz gut oben auf dem Dach erkennen) und zu uns hinüber, Richtung Willy-Brandt-Straße, wurde vor die eigentliche Fassade noch eine konvex geschwungene Glasfront gesetzt.
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Hamburg (Altstadt) - Zürich-Haus - Domstraßenseite (Archivfoto)

Hamburg (Altstadt) – Zürich-Haus – Domstraßenseite (Archivfoto)

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Hamburg (Altstadt) - Zürich-Haus - Lichtdurchflutete Eingangshallen ...

Hamburg (Altstadt) – Zürich-Haus – Lichtdurchflutete Eingangshallen …

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Hamburg (Altstadt) - Zürich-Haus - Die eigentliche Fassade im Klinkerstil alter Kontorhäuser ....

Hamburg (Altstadt) – Zürich-Haus – Die eigentliche Fassade im Klinkerstil alter Kontorhäuser ….

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Hamburg (Altstadt) - Zürich-Haus - Domstraßenseite (Archivfoto)

Hamburg (Altstadt) – Zürich-Haus – Domstraßenseite (Archivfoto)

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An dieses moderne Haus grenzt wiederum auf der anderen Seite ein Kontorhaus aus dem Jahre 1899, das Afrikahaus. Einst für das Handelsunternehmen C. Woermann errichtet, welches die Woermann-Linie und die Deutsche Ost-Afrika-Linie betrieb. Das heißt, die Firma war intensiv im Geschäft mit einigen afrikanischen Ländern, was Einfluss auf den Baustil des Hauses und seine dekorativen Elemente hatte.
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Hamburg (Altstadt) - Afrikahaus (Woermann)

Hamburg (Altstadt) – Afrikahaus (Woermann)

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Das Afrikahaus steht bereits seit 1972 unter Denkmalschutz. Als man es 1999 sanierte, hat man aufgepasst, dass genau seine Stilmerkmale erhalten blieben. So sind bis heute die Gusseisen-Stützen vorhanden, es gibt die Kappendecken oder auch die Stiltüren ebenso wie das Wandmosaik mit den afrikanischen Motiven und die beiden Elefanten am Portal.
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Hamburg (Altstadt) - Afrikahaus - Eingang zum "Elefantenhaus" (Links und rechts der Eingangstür stehen zwei große gusseiserne Elefanten)

Hamburg (Altstadt) – Afrikahaus – Eingang zum „Elefantenhaus“

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Hamburg (Altstadt) - Afrikahaus - Bronzestatue eines afrikan. Wahehe-Kriegers

Hamburg (Altstadt) – Afrikahaus – Bronzestatue eines afrikanischen Wahehe-Kriegers

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Doch wurden andererseits – natürlich eingschränkt – auch Veränderungen zugelassen. So erfolgte eine moderne Rekonstruktion des im Krieg zerstörten östlichen Flügels und des „Elefantenhauses“. Inklusive Aufstockung. Die Flächen sind heute vermietet.
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Hamburg (Altstadt) - Afrikahaus - Einer der gusseisernen Elefanten von Carl Börner

Hamburg (Altstadt) – Afrikahaus – Einer der gusseisernen Elefanten von Carl Börner

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Vom Zürich-Haus nebenan über die Domstraße auf die gerade gegenüberliegende Ecke geschaut, entdecken Sie direkt hinter dem Nikolaifleet an der Trostbrücke den Laeiszhof. Ein weiteres – Sie werden es ahnen – Kontorhaus, welches ich dringend von drinnen anzuschauen empfehle! Deshalb habe ich über dieses Gebäude im Blog bereits ein bisschen mehr berichtet. (siehe Link unten). Der Laeiszhof  ist eines der wenigen Gebäude, in denen sich sogar noch funktionierende Paternoster finden!
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Hamburg - Altstadt - Blick von der Domstraße Richtung Laeiszhof (eigenes Archivbild)

Hamburg – Altstadt – Blick von der Domstraße Richtung Laeiszhof (eigenes Archivbild)

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Was Sie natürlich auf dem Spaziergang schon die ganze Zeit gar nicht übersehen konnten, ist das Mahnmal St. Nikolai.
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Hamburg - Altstadt - Mahnmal St. Nikolai - Blick von der Neustadt aus nach Osten

Hamburg – Altstadt – Mahnmal St. Nikolai – Blick von der Neustadt aus nach Osten

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Hier einmal die Ansicht, die sich Ihnen bietet, wenn Sie nicht vom Meßberg, sondern von der anderen Seite, aus der Neustadt kommend, auf die Kirchenruine zulaufen. Hinten rechts können Sie in dem Fall die Hauptkirche St. Katharinen erkennen.

Von der eigentlichen Kirche St. Nikolai, 1874 nach einem neugotischen Entwurf fertiggestellt, blieb nach dem Zweiten Weltkrieg nicht viel übrig. Ein Großteil bereits im Bombenhagel 1943 zerstört, ein weiterer Teil 1951 im Nachhinein abgerissen, doch der Turm und ein Teil der südlichen Außenmauer sowie die Wände des Chors blieben erhalten. Heute ist es keine (wiederhergestellte) Kirche mit Gottesdiensten, sondern eine Ruine, die zur Gedenkstätte mit Museum und Dokumentationszentrum wurde. Dieser neu geschaffene Ort soll an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft der Jahre 1933-1945 erinnern.
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Hamburg - Altstadt - Mahnmal St. Nikolai - Die Mauerreste ...

Hamburg – Altstadt – Mahnmal St. Nikolai – Die Mauerreste …

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Hamburg - Altstadt - Mahnmal St. Nikolai (Torbogen im Außenbereich)

Hamburg – Altstadt – Mahnmal St. Nikolai

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Wenn Sie einmal das Mahnmal besuchen, gehen Sie auch dorthin, wo einst das Kirchenschiff war und hören Sie zu, wenn das Carillon erklingt. Heute ist an dieser Stelle nur ein offener Hof, aber das Glockenspiel ist trotz Straßenlärm von nebenan nicht zu überhören. Das Carillon ist ein Instrument mit 51 Glocken. Wenn Sie die Gewichte aller Glocken (von klein wie Saftglas bis groß wie Riesenkübel) zusammenzählen, kommen Sie auf immerhin 13 Tonnen Metall!
Von diesen unterschiedlich großen, tönenden Kelchen führen Seilzüge zu einem Glashäuschen im Turm, das Sie erreichen, sobald Sie ungefähr 50 Stufen erklommen haben. In diesem Häuschen steht ein Spielpult mit Holztasten. Tasten und Glocken sind über die Seilzüge miteinander verbunden. Sobald oben ein Kundiger auf die Tasten schlägt (schon mit Kraft!), erklingt die entsprechende Melodie im Hof.
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Hamburg - Altstadt - Mahnmal St. Nikolai - Carillon (Glockenspiel am Turm mit Glashaus und Spielpult)

Hamburg – Altstadt – Mahnmal St. Nikolai – Carillon

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Der Turm von St. Nikolai misst stolze 147,3 Meter. Mit dieser beachtlichen Höhe war er im 19. Jahrhundert sogar zeitweise das weltweit höchste Bauwerk! Der Michel in Hamburg ist dagegen „nur“ 132 m hoch, die Hauptkirche St. Petri an der Mönckebergstraße kommt auf das gleiche Maß.
In der Turmruine von St. Nikolai können Sie bis zu einer Höhe von 76 m hinauf. Mit einem gläsernen Fahrstuhl, den es seit 2005 gibt und der sie zu einer Aussichtsplattform bringt. Ein Ausblick von dort lohnt sich!

Wir hatten hier während der letzten drei, vier Jahre ein komplett eingerüstetes Mahnmal, denn 2011 kam ein ziemlich großer Steinbrocken (10 kg Gewicht!) vom Turm heruntergerauscht und fiel auf die Willy-Brandt-Straße. Gutachter sahen das als mehr als kritisch an und empfahlen, am Turm dringend etwas zu tun.
Eine grundlegende Sanierung stand an. Immerhin mussten um die dreitausend Steinblöcke in den unter-
schiedlichsten Höhen ausgetauscht werden, dazu das Mauerwerk neu verfugt werden. Dafür werden Fachleute benötigt – und man kommt nicht so mir nichts dir nichts an alles heran! Was wiederum bedeutet, neben der eigentlichen Sanierungsarbeit, ist allein schon der Gerüstauf- und abbau bei einem Bauwerk dieser Größen-
ordnung eine enorm aufwendige und jeweils viele Monate in Anspruch nehmende Aktion.
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Hamburg - Altstadt - Mahnmal St. Nikolai komplett eingerüstet am 20. Januar 2016

Hamburg – Altstadt – Mahnmal St. Nikolai komplett eingerüstet am 20. Januar 2016

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So ging es 2014 los (wobei ich eigene Fotos wiederfand, die bereits im August 2012 Gerüstteile am Turm zeigen), 2015 und teilweise in 2016 konnten die Arbeiten in der oberen Hälfte ausgeführt werden, d. h. im Bereich zwischen der Aussichtsplattform (76 m) und der Turmspitze (147 m). Ab 2016 war die untere Hälfte an der Reihe.
Vor einigen Monaten startete der Abbau des Gerüsts, und gerade im Moment liegen die Arbeiten in den letzten Zügen. Ein Riesenprojekt nähert sich seinem Ende!
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Hamburg - Altstadt - Mahnmal St. Nikolai - Nov. 2017_Die Reste der Einrüstung ...

Hamburg – Altstadt – Mahnmal St. Nikolai – Nov. 2017_Die Reste der Einrüstung …

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Hamburg - Altstadt - Durchgang am Mahnmal St. Nikolai

Hamburg – Altstadt – Durchgang am Mahnmal St. Nikolai

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Vor zwei Jahren nutzte man den Vorteil des vorhandenen Gerüsts und illuminierte den Turm grün …
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Hamburg (Altstadt) - Mahnmal St Nikolai ganz in Grün - Dez. 2015 - Aktion Cities for Life - Städte für das Leben (Illumination Michael Batz)

Hamburg (Altstadt) – Mahnmal St Nikolai ganz in Grün – Dez. 2015 – Aktion Cities for Life – Städte für das Leben (Illumination Michael Batz)

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Herrschaftszeiten! Wir sind schon eine ganze Weile unterwegs … Was halten Sie davon, wenn wir unsere weiteren Erkundungen für eine nächste Etappe aufheben? Verschoben ist ja nicht aufgehoben.

Kleine Erfrischung zum Ende? Sogar in der zweiten Novemberhälfte sprühen die Wasserstrahlen noch munter vor dem Haus der „Hamburg Süd“.  In den nächsten Nächten muss mit Frost gerechnet werden, sicher ist es dann auch dort mit den Wasserspielen endgültig vorbei für dieses Jahr …
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Hamburg - Altstadt - Willy-Brandt-Straße - Vor dem Bürogebäude der _Hamburg Süd_

Hamburg – Altstadt – Willy-Brandt-Straße – („Hamburg Süd“)

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In nicht allzu ferner Zukunft könnte es hier jedoch weitergehen mit  z. B. St. Katharinen, der Deichstraße, einigen Punkten am Hafenrand
Seien Sie gern wieder mit von der Partie! Es würde mich freuen!
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Abschließend noch die im Text erwähnten Links zu vorangegangenen Blogposts.
Die Kontorhaus-Serie „Stilvolle Treppenhäuser und schöne Fassaden, eigenwilliges Interieur: Der Charme alter Kontorhäuser“ ist über nachstehende Links für Sie aufrufbar:

Eine kleine Einführung

Teil I: Entspannt ein bisschen mehr über das Wesen eines Kontorhauses …

Teil II: Laeiszhof samt Paternoster

Teil III: Hildebrand-Haus

Teil IV: Das Hübner-Haus

Teil V: Das Haus Pinçon

Den Beitrag über das Nikolaifleet und das Bierbrauen in früheren Zeiten finden Sie hierüber:
Bierbrauerei Gröninger – Die Sache mit dem Wasser aus dem Fleet und der Warnung an der Tür

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Bis zum nächsten Mal! Ich denke, sobald sich wieder einer dieser raren „Einsertage“ zeigt …

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© by Michèle Legrand, November 2017
Michèle Legrand

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65 Kommentare

Stilvolle Treppenhäuser, schöne Fassaden, eigenwilliges Interieur – der Charme Hamburger Kontorhäuser / Teil V – Das Haus Pinçon am Neuen Wall

Der mittlerweile fünfte Part dieser Blogserie erscheint heute und mit ihm lernen Sie ein neues „altes“ Kontorhaus kennen:
Das Haus Pinçon.

Hamburg - Kontorhäuser -  Das Haus Pinçon im Neuen Wall 26-28, Fassade mit Keramikfliesen verziert

Hamburg – Kontorhäuser – Das Haus Pinçon im Neuen Wall 26-28, Fassade (ab 1. OG) mit Keramikfliesen verziert. Unten rechts das Tradtionsunternehmen Waßmann (Drei Goldschmiede in der Familie! Sie erinnern sich vielleicht an Thorsten Waßmann, den ich Ihnen in einem Bericht mit seinen besonderen Silberschmuckkreationen vorstellte). Links vom Eingang seit Anbeginn 1904 die Fa. Weitz (Porzellan)

Es ist in Hamburgs Innenstadt unter der Adresse Neuer Wall 26-28 zu finden, und der Name geht zurück auf den bekannten Hutmacher P. M. Pinçon & Co., der dort – als der Neubau fertiggestellt war – seine Geschäftsräume bezog.

„Alt“ in Anführungsstrichen gesetzt, denn obgleich sein Baujahr mit 1904/1905 angegeben wird (Architekten: Leon Frejtag & Hermann Wurzbach), erscheint es Ihnen heute beim Betrachten wahrscheinlich sehr frisch und irgendwie jung – nur ohne dabei modern zu sein.

Sie ahnen ganz richtig: das Haus wurde aufwendig restauriert!
Wir kommen gleich dazu und widmen uns der besonderen Fassade.

Vorweg eine Frage an Sie bzw. die Bitte, folgende Überlegung anzustellen:
Angenommen Sie wohnten in einer Wohnung oder einem Haus, das schon ein bisschen in die Jahre gekommen ist. Kleine optische Verbesserungen und Möbelveränderungen gab es, der bauliche Zustand – beispielsweise der sanitären Einrichtungen – blieb jedoch unverändert.
Neulich hat es einen Wasserschaden im Bad durch ein Leck im Wasserzulaufrohr gegeben. Die Wand wurde aufgeklopft, die undichte Stelle freigelegt, das eigentliche Leck gefunden.
Nun, das Gröbste ist wieder gerichtet. Das neue Rohr wurde installiert, die Mauer trocknete, die Löcher wurden verschlossen – nur es sieht grauslig aus! Ein Bereich der Fliesen musste  leider herausgestemmt werden, und die jetzt vorerst verputzten Stellen sind absolut keine Schönheit.
Jetzt sind Sie an der Reihe!
Was ist Ihr Plan?
Aha, ausbessern. Schöner Plan.
Haben Sie noch Fliesen nach all den Jahren?
Nicht? Schon stirbt der Plan.
Bitte?
Im Keller? Wie viele denn? Werden sie reichen?
Ach – nicht?
Fliesen dazu kaufen?
Die gibt es nicht mehr!
Ähnliche meinen Sie?
Stil und Farbe sind komplett out. Keine Chance.

Es bleiben nur zwei Möglichkeiten: Entweder Sie reißen alles raus und kacheln komplett neu (anders) oder – wenn Sie sehr an dem alten Kacheldesign gehangen haben, weil es etwas ganz Einmaliges war (Ihre Fliesen trugen handgemalte indianische Stammeszeichen o. ä.) – nehmen Sie Ihre Musterfliese aus dem Keller, marschieren damit zu einem Fachbetrieb und lassen sich neue Kacheln dieser Art anfertigen. Auch diese werden nicht haargenau zu den restlichen Unversehrten passen, die sich noch neben dem arg geschundenen Stück Ihrer Badwand befinden.
Sie lassen sich daher seufzend eine Charge in der Größenordnung anfertigen, dass sie zur Runderneuerung reicht …
Sie kennen jetzt das Problem.
Wann immer Sie etwas Existierendes wieder herrichten wollen, mit erheblicher zeitlicher Verzögerung etwas „nur“ausbessern möchten, irgendwie Vorgaben haben, an die Sie sich halten möchten oder müssen – immer dann wird es schwierig. Und teuer!

Nun kommen wir zum Haus Pinçon.
Hier geht es nicht um einen kleinen Wasserrohrbruch, sondern dieses im sogenannten  konstruktiven Jugendstil errichtete Bauwerk hat leider – wie viele andere Häuser auch – während des Zweiten Weltkriegs ziemlichen Schaden genommen.
Hamburg (und insbesondere auch die Innenstadt) wurde – wie Sie wissen – ausgiebig bombardiert. Gerade zentrale Lagen, wirtschaftlich empfindliche Punkte, verkehrstechnisch wichtige Orte (Hauptbahnhof, etc.) wurden bevorzugt anvisiert.

Manche Gebäude waren danach nur noch Schutt und Asche. Bei den Kontorhäusern gab es welche, die ihre oberen Geschosse verloren. Nicht alle wurden nach dem Krieg in der alten Form wieder aufgestockt.
Viele erlitten erhebliche Brandschäden, manchmal auch beides.
Nachdem in Hamburg im 19. Jahrhundert (1842) der Große Brand gewütet hatte, wurden als Konsequenz daraus die ersten Bauregelungen eingeführt, und aus der noch tief sitzenden Furcht vor Bränden eine gewisse Sensibilität hinsichtlich des Brandschutzes entwickelt.
Es erfolgten Änderungen der Bauweise, und der Blick richtete sich ebenfalls auf die Ausstattung.
Für die Kontorhäuser speziell hieß dies, dass sich Anfang des 20. Jahrhunderts die Stahlbetonbauten in Kombination mit Sandstein, Backstein oder Klinkern durchzusetzen begannen. Die Gebäude erhielten großzügige Treppenhäuser mit Kachelwänden und gefliestem Boden. Eine Vielzahl der Geländer war nun aus Metall/Schmiedeeisen, ein Teil weiterhin aus Holz, jedoch in einer eher massiven Form. Es wurde auf leicht entzündbare Gegenstände in den Foyers und Hallen gänzlich verzichtet. Die Fluchtwege blieben frei.

Die Gefahren für den Ausbruch eines Brandes wurden somit reduziert, die Ausbreitung erschwert – nur gegen (Brand-)bomben waren kein Haus immun.
Das Haus Pinçon trug im Krieg erhebliche Brandschäden davon, und in der folgenden Zeit reichten die knappen Mittel vorerst nur für eine Neuverblendung der Fassade mit hellen, grauen Klinkern. Abgesehen von dem anfangs nicht tragbaren finanziellen Aufwand, gab es natürlich einen weiteren Grund: das nötige Material war lange gar nicht vorhanden!
Wer in den Jahren bis etwa Beginn 2006 den Neuen Wall in Höhe des Hauses 26-28 entlangspazierte, passierte das Gebäude höchstwahrscheinlich schnelles Schrittes und ohne große Beachtung oder steuerte es lediglich an, um ein dort ansässiges Geschäft zu betreten.

Die damalige Eigentümerin, Frau Lotte Zscherpe, hingegen, hatte immer den Traum gehabt, es wieder so herzurichten, wie es am Anfang ausgesehen hatte. Ihr, die einst eine Zeit als Verkäuferin im Hutgeschäft P. M. Pinçon & Co. tätig war, schwebte der Urzustand vor:
Ein markantes Haus, rot verklinkert, mit einer sehr klar unterteilten Fassade im oben erwähnten konstruktiven Jugendstil.

Hamburg - Kontorhäuser -  Haus Pinçon - Neuer Wall 26-28 - Gemäß altem Vorbild_Kacheln mit blauer Glasur nach Machart "craquelée"

Hamburg – Kontorhäuser – Haus Pinçon – Neuer Wall 26-28 – Gemäß altem Vorbild: Kacheln mit blauer Glasur nach Machart „craquelée“

Als zusätzlichen Anziehungspunkt für das Auge und zur besonders gearteten Querunterteilung ab dem ersten Obergeschoss, herrliche, intensiv blaue Kacheln, dazu Kupfer. In luftiger Höhe – quasi als Abschluss vor dem Dachbeginn – vier besondere Keramik- Reliefs, die jeweils einen Frauenkopf zeigen – jeder mit einem anderen Gesichtsausdruck.

Hamburg - Kontorhäuser - Haus Pinçon - Neuer Wall 26-28 -   Fassade - nachgearbeitete Köpfe

Hamburg – Kontorhäuser – Haus Pinçon – Neuer Wall 26-28 – Fassade – nachgearbeitete Köpfe

Irgendwann war der Traum von Frau Zscherpe nicht mehr nur eine vage Wunschvorstellung, sondern das Unternehmen „Restaurierung“ nahm Formen an. Das Büro Pflügelbauer wurde beauftragt und deren Architektin Nathalie Göttling leitete die zwei Jahre dauernden Arbeiten. Als Vorbilder dienten alte Fotografien und Originalfliesen, die sich auf dem Dachboden des Hauses fanden.

Jetzt fragen Sie sich vielleicht, wie man mit einer Fliese aus dem Jahr 1904 heute weiterkommt. Der Baumarktleiter wird sicher nur traurig dreinschauen und bedauernd den Kopf schütteln, wenn Sie ihm hoffnungsfroh ein Musterexemplar vor die Füße legen und dabei vorsichtig mit Ihrem Plan herausrücken. Auch der oben erwähnte Fachbetrieb dürfte überfordert sein, denn sein heutiges Produktionsverfahren weicht doch erheblich von dem von vor über 100 Jahren ab.

Doch es gibt Spezialisten. Es gibt einen Herrn, der auch schon Fliesen für den Alten Elbtunnel in Hamburg, für das Holthusenbad oder für diverse Bahnhöfe der Hamburger U-Bahn (St. Pauli, Hallerstraße, Uhlandstraße etc.) herstellte. Sein neuestes Werk, die siebte Station mittlerweile, war 2012 die Mitgestaltung der U-Bahn-Station Sierichstraße.

Sein Name ist Hans Kuretzky. Herr Kuretzky ist Baukeramiker (Dipl.-Ing. nach einem Keramikdesign-Studium in Krefeld) und hat einen Werkstatthof in Borstorf – zwischen Trittau und Mölln gelegen. Er betreibt seine Werkstatt seit 1985. Anhand des Musters hat der Baukeramiker aus insgesamt sieben Tonnen (!) Ton die benötigten Fliesen und Ornamente nachgearbeitet.
Jede einzelne Fliese Handarbeit – insgesamt eine Fläche von 62 Quadratmetern!
Handkunstwerke – so nennt Herr Kuretzky sie selbst.
Die Fliesen wirken geflammt, an manchen Stellen in der Literatur stößt man auf den Begriff Majolika-Verkleidung, liest an anderer Stelle aber von „carreau flammé“ und von der Machart „façon craquelée“. Das wiederum leitet sich ab vom Verb craqueler = etwas rissig machen.
Bezogen auf die Glasur bedeutet es, dass bei dieser Machart beim Brennen feine Risse auftauchen. Und letztendlich war es genau diese Herstellungsweise, die hier angewandt wurde.
Außer der Anfertigung der blauen Kacheln, fielen Arbeiten am Rotstein für die Fassade an und natürlich mussten außerdem die 60-70 kg schweren, menschlichen Köpfe modelliert werden.
Diesen Auftrag führte der Restaurator und Kunstmaler Peter Lund aus. Obwohl er sie als eher androgyn beschreibt, wirken sie mehr weiblich – was auch einen gewissen Sinn ergibt, denn das Kontorhaus wurde (zumindest bis zu diesem Zeitpunkt) immer nur an Frauen vererbt!

Hamburg - Kontorhäuser - Haus Pinçon - Neuer Wall 26-28 -   Frauenköpfe mit - wenn man genau hinschaut -  unterschiedlichem Gesichtsausdruck

Hamburg – Kontorhäuser – Haus Pinçon – Neuer Wall 26-28 – Frauenköpfe mit – wenn man genau hinschaut – unterschiedlichem Gesichtsausdruck

Was Sie auf dem nächsten Foto vielleicht erkennen können, ist ein Schriftzug, der in etwa 15 Metern Höhe eingearbeitet ist. Er wurde von Frau Zscherpe persönlich – als christliches Element – ausgewählt und von Heidrun Kuretzky gestaltet. Es handelt sich um den Konfirmationsspruch der Eigentümerin nach Jesaja, 43,1: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“

Hamburg - Kontorhäuser - Haus Pinçon - Neuer Wall 26-28 - Eingearbeitet der Konfirmationsspruch ...

Hamburg – Kontorhäuser – Haus Pinçon – Neuer Wall 26-28 – Eingearbeitet der Konfirmationsspruch …(hier ist ein Teil zu sehen)

Für die Montage der neu modellierten und gebrannten Elemente, wurden die alten Behelfsklinker nicht entfernt. Auf die vorhandene Fassade kam eine Edelstahlmatte (wurde einfach vorgeschraubt), auf welcher sowohl Fliesen als auch Rotsteine aufgesetzt und verankert wurden.

Ein ziemlich beeindruckendes Ergebnis nach der Fertigstellung! Frau Zscherpe hat das Haus wunderschön wieder herrichten lassen, und zum Glück hat sie das Haus Pinçon in seiner neuen Pracht im Jahr Herbst 2007 auch noch miterlebt. Sie starb 2008 im Alter von 88 Jahren.

Nachdem Sie durch obige Bilder bereits die neue Fassade kennen, können Sie sich nun zusätzlich einen kleinen Eindruck davon verschaffen, wie der Eingangsbereich und der Zugang zum Treppenhaus gestaltet wurden.

Hamburg - Kontorhäuser - Haus Pinçon - Neuer Wall 26-28 - Eingangsbereich

Hamburg – Kontorhäuser – Haus Pinçon – Neuer Wall 26-28 – Eingangsbereich

Hamburg - Kontorhäuser -  Haus Pinçon - Neuer Wall 26-28 -  Ein Blick in das Treppenhaus ...

Hamburg – Kontorhäuser – Haus Pinçon – Neuer Wall 26-28 – Ein Blick in das Treppenhaus …

Hamburg - Kontorhäuser -  Haus Pinçon - Neuer Wall 26-28 -  ... die Wanduhr

Hamburg – Kontorhäuser – Haus Pinçon – Neuer Wall 26-28 – … die Wanduhr

Hamburg - Kontorhäuser -  Haus Pinçon - Neuer Wall  26-28 -   ... klare Formen

Hamburg – Kontorhäuser – Haus Pinçon – Neuer Wall 26-28 – … klare Formen

Keine Mosaiken wie im Fall des Hübner– oder Hildebrandt-Hauses, zurückhaltender insgesamt, doch überaus stilvoll – besonders die Treppenaufgänge/Geländer. Völlig anders auch als beispielsweise die Geländer im Laeiszhof (verspielte, eher floral wirkende Formen/Ranken).

Wie gefällt es Ihnen?

Beim nächsten Kontorhaus-Gang (Teil VI), werde ich Ihnen  – so sieht die derzeitige Planung aus – einige Gebäude in der Poststraße bzw. der Gerhofstraße in Bildform näherbringen. Vielleicht mögen Sie sich wieder anschließen ….

Quellen:
Einige der Informationen über die Arbeiten am Haus  stammen  aus folgenden Artikeln des Hamburger Abendblatts:
–  Ein Haus wie anno 1904 (Matthias Rebaschus) – 20.10.2007
Der Meister der glänzenden Fassaden (Karin Lubowski) – 01.07.2006

Vorhergehende Folgen der Kontorhaus-Serie sind über nachstehende Links für Sie aufrufbar:
https://michelelegrand.wordpress.com/2012/08/17/demnachst-im-blog-hamburgs-kontorhauser-eine-kleine-einfuhrung-fur-sie/

Teil I:
https://michelelegrand.wordpress.com/2012/08/20/stilvolle-treppenhauser-schone-fassaden-eigenwilliges-interieur-der-charme-hamburger-kontorhauser-teil-i-darf-es-etwas-basiswissen-sein/
Teil II:
https://michelelegrand.wordpress.com/2012/08/25/stilvolle-treppenhauser-schone-fassaden-eigenwilliges-interieur-der-charme-hamburger-kontorhauser-teil-ii-der-laeiszhof-samt-paternoster-und-watt/
Teil III:
http://wp.me/p1zeK1-1iW / Das Hildebrand-Haus
Teil IV:
https://michelelegrand.wordpress.com/2013/01/11/stilvolle-treppenhauser-schone-fassaden-eigenwilliges-interieur-der-charme-hamburger-kontorhauser-teil-iv-das-hubner-haus-und-eine-kleine-zeitreise/

©Januar 2013 by Michèle Legrand

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Stilvolle Treppenhäuser, schöne Fassaden, eigenwilliges Interieur – der Charme Hamburger Kontorhäuser / Teil IV – Das Hübner-Haus und eine kleine Zeitreise

Bei unserem letzten Blogspaziergang vor wenigen Tagen, hatten wir uns (gedanklich) in der Mellin-Passage (Alsterarkaden/Neuer Wall, großes Foto im letzten Blogpost!) verabredet, um  weitere Kontorhäuser in Hamburgs Innenstadt  näher  zu betrachten. Ich sehe, Sie haben sich daran erinnert und hingefunden  …^^

Vorweg:
Ich hatte Ihnen dabei Teil IV der Serie unter Nennung dreier Gebäudenamen im und am Neuen Wall angekündigt. Hier erfolgt nun eine kleine Änderung, da ich gern etwas mehr unterteilen und Ihnen die Häuser in separaten Blogposts vorstellen möchte. Was ich Ihnen ursprünglich zusammen präsentieren wollte, ist jedes für sich auf eine andere Art interessant und hat Anspruch auf eigenen Platz (auch für Fotos) und eigene Annäherung.
Unterschiede? Ja? Welche denn?
Manche Gebäude, wie der in Teil II vorgestellte Laieszhof, warten mit Besonderheiten auf, die es anderswo gar nicht oder kaum noch gibt. Dort ist es neben dem prachtvollen Treppenhaus der Paternoster, der immer noch in Betrieb ist. Sie haben ihn erlebt.
Das Hildebrand-Haus aus Teil III hat ein vom Stil her höchst interessantes, weil eigenwilliges und einmaliges Foyer sowie einen wirklich nachträglich gekonnt integrierten Fahrstuhl.
Im Teil I lag mir daran, Ihnen ein Bild der damaligen Zeit zu vermitteln. Ich erklärte  Ihnen zudem ein bisschen den Hintergrund, warum Kontorhäuser entstanden und verriet mehr über ihre Bauweise. Auch dort werden Sie Unterschiede (standortbezogen) entdeckt haben.

In den kommenden zwei Fortsetzungen wird es zusätzliche Schwerpunkte geben:
Das Hübner-Haus heute, Teil IV, besticht durch seinen schon beeindruckend gestalteten Eingangsbereich, aber es verleitet zusätzlich zu einer kleinen Zeitreise, denn wir werden uns gedanklich mit einem dort früher existierenden Café beschäftigen.
Im danach folgenden Teil V wiederum wird es um das Haus Pinçon und die Art und Weise gehen, wie es vor einigen Jahren aufwändig und detailgetreu nach altem Vorbild restauriert wurde.
Das eine Haus (Hübner) fasziniert vielleicht mehr durch Einzelheiten zu seiner Geschichte, seiner Nutzung, dem Leben im Gebäude.
Das andere (Pinçon) hat wechselvolle Zeiten und (Bau-)Zustände hinter sich, und hier liegt der Fokus auf der Wiederherstellung/Restaurierung.
Das Gutruf-Haus, dessen Bild ich zuletzt als „Appetizer“ mitgegeben hatte, wird zu gegeber Zeit ebenfalls noch vorgestellt.

Doch nun lassen Sie uns starten!

Hamburg - Durchgang Alsterarkaden zum Neuen Wall, Mellin-Passage

Hamburg – Durchgang Alsterarkaden zum Neuen Wall, Mellin-Passage

Aus der Mellin-Passage in den Neuen Wall tretend, wenden Sie sich nach links bis Sie auf die nächste Kreuzung treffen. Das Eckgebäude Neuer Wall 22/Poststraße 2-4 ist das Hübner-Haus, ein 1907/1908 vom Architekten Henry Grell errichtetes Gebäude.
Heute hat genau an der Ecke im Erdgeschoss ein Cartier-Geschäft seinen Sitz, angrenzend in der Poststraße ist die Parfümerie Sahling, deren fantasievoll gestaltete Weihnachtsdekoration Sie vielleicht erinnern. Ich zeigte Ihnen Ende November Fotos der liebevoll gestalteten, teils beweglichen Winter-Dioramen.

Die Hübners besaßen bereits vorher (ab ca. 1884) das Haus am Neuen Wall, welches mit einer recht scharfen Ecke zur Poststraße endete. Georg Hübner kaufte jedoch um die Jahrhundertwende das nebenan liegende Areal Poststraße 2 dazu und plante um 1908 den ersten Stahlbetonbau (Geschäftshaus) in Hamburg.
Das Haus erregte seinerzeit große Aufmerksamkeit!

Hübner-Haus

Hübner-Haus

Die Fassadenstützen sind sehr dicht aneinander gereiht. Für die Vorderfront wurde Sandstein verwendet, die Rückfront ist aus Backstein erbaut.
Wissen Sie noch?

Vorne war es wichtig, Eindruck zu machen und zu zeigen, dass man nicht arm war. Hinten konnte es billiger ausfallen. Da kam der Besucher/Geschäftspartner nicht hin.
Es wirkt von außen auf den ersten Blick vielleicht nicht ganz so anziehend und auffällig, was auch daran liegen mag, dass nach der Umgestaltung durch Schaufenstereinbauten Ausdruckskraft verloren ging.
Dafür ist es im Innern umso schöner!

Schauen Sie sich das einmal an!
Die Eingangshalle hat Mosaiken, die einen wirklich zum Staunen bringen. Gold ist eingearbeitet und neben den Mosaikstreifen befinden sich Marmorinkrustationen.

Hamburg - Kontorhäuser -  Hübnerhaus - Poststr. 2-4, Ecke Neuer Wall -  Foyer mit Goldmosaik und Marmorinkrustationen

Hamburg – Kontorhäuser – Hübnerhaus – Poststr. 2-4, Ecke Neuer Wall – Foyer mit Goldmosaik und Marmorinkrustationen

Das Foyer hat eine richtige Concierge-Loge, die immer noch so aussieht wie damals, als sie eingerichtet wurde, und es scheint, als würde dort jemand arbeiten. In diesem kleinen weißen Häuschen in der Halle brennt die Schreibtischlampe von Zeit zu Zeit.

Hamburg - Kontorhäuser - Hübner-Haus, Poststraße 2-4/Neuer Wall 22 - Die Loge des Portiers

Hamburg – Kontorhäuser – Hübner-Haus, Poststraße 2-4/Neuer Wall 22 – Die Loge des Portiers

Stellen Sie sich vor: In der
Weihnachtszeit wird dort auch dekoriert!

Dann liegen bunte Pakete auf dem Dach der kleinen Kabine.

Hamburg - Kontorhäuser - Hübnerhaus - Poststr. 2-4, Ecke Neuer Wall - Die Loge weihnachtlich dekoriert. Der Concierge hat frei. Das Licht ist aus ...

Hamburg – Kontorhäuser – Hübnerhaus – Poststr. 2-4, Ecke Neuer Wall – Die Loge weihnachtlich dekoriert. Der Concierge hat frei. Das Licht ist aus …

Nur mir wurde glaubhaft versichert, dass es überhaupt keinen Pförtner/Portier gibt!
Dabei sehe ich ihn förmlich vor mir, wie er über den Arbeitstisch gebeugt Kassenbücher ausfüllt, Vermerke macht, vielleicht in späteren Zeiten Telefonate entgegennahm. Ein distinguierter Herr. Nicht zu jung.
Oder?
Stellen Sie sich nicht auch die Frage, wer dort in früherer Zeit saß, wie er hieß, was seine Aufgaben waren?
Ob man von ihm respektvoll als z. B. Herr Buddenbohm sprach? Den Mann mit der Übersicht.
Oder riefen die Hübners von oben laut und unkompliziert den Vornamen durchs Treppenhaus nach unten?
„Heinrich, die Tür quietscht …!“
„Paul, das Fenster geht nicht zu …!“
Was musste er tun?
Ein Concierge. Das Wort leitet sich ab aus dem Lateinischen.  Conservius bzw.  servus und bedeutet in der Umgangssprache soviel wie Diener oder Sklave.
War er das?
Mit dem heutigen Begriff Concierge, der in einem noblen Hotel Gäste betreut und begehrte Musicalkarten herbeizaubern kann, ein geheimes Notizbuch mit den Eigenarten der Kunden führt, deren Vorlieben kennt – damit hat es sicher nichts zu tun gehabt.
Was dann?
Gab er Auskünfte? Bediente er den Paternoster, wenn es in diesem Haus anfangs einen – wie in vielen anderen Kontorhäusern – gab?
Wies er weiteres Personal an z. B. für die Treppenhausreinigung?
Hatte er aufzuschließen bzw. zu verriegeln und für Licht zu sorgen? Ließ er Besucher hinein, brachte Damen zu Beginn des 20. Jahrhunderts unter dem Regenschirm zur zuvor herbeigerufenen Droschke?
Regelte er den Lieferantenverkehr?
Denn Lieferanten und auch illustre Kunden hatte die Konditorei und Marzipanfabrik Georg Hübner eine Menge!
Was für ein Bild, wenn die ausgesandten Diener aus hochherrschaftlichen Häusern in Livree eintrafen, um kunstvoll verzierte Torten und edles Marzipangebäck für eine Festivität abzuholen. Vielleicht eine große Party beim Fürsten von Bismarck, vielleicht eine Hochzeit in den feinen Elbvororten. Einige Jahre  immer wieder geschäftiges Hufegetrappel und dampfende Pferdeäpfel vor dem Haus, später die ersten Automobile am Randstreifen.
Was muss dort an manchen Tagen für ein Betrieb gewesen sein!
Vielleicht kannte man auch damals schon Parkplatzsorgen …

Doch wir leben in der heutigen Zeit.
So schauen Sie sich erst gern um und bestaunen das, was heute noch alles außer der Loge des Portiers zu sehen ist.

Hamburg - Kontorhäuser - Hübnerhaus Poststraße 2-4, Ecke Neuer Wall - Holzverzierungen, Mosaikeinfassung, selbst auf dem Marmor weitere Verzierungen ...

Hamburg – Kontorhäuser – Hübnerhaus Poststraße 2-4, Ecke Neuer Wall – Holzverzierungen, Mosaikeinfassung, selbst auf dem Marmor weitere Verzierungen …

Hamburg - Kontorhäuser - Hübnerhaus, Poststr. 2-4, Ecke Neuer Wall - Eingangsbereich

Hamburg – Kontorhäuser – Hübnerhaus, Poststr. 2-4, Ecke Neuer Wall – Eingangsbereich

Hamburg - Kontorhäuser - Hübnerhaus, Poststr. 2-4, Ecke Neuer Wall - Eingangsbereich

Hamburg – Kontorhäuser – Hübnerhaus, Poststr. 2-4, Ecke Neuer Wall – Eingangsbereich

Hamburg - Kontorhäuser -  Hübnerhaus - Poststr. 2-4, Ecke Neuer Wall - Interessante Muster im Treppenhaus ...

Hamburg – Kontorhäuser – Hübner-Haus – Poststr. 2-4, Ecke Neuer Wall – Interessante Muster im Treppenhaus …

Hamburg - Kontorhäuser - Hübnerhaus - Poststr. 2-4, Ecke Neuer Wall - Ein Blick hinauf im Treppenhaus.  Geländer anschauen ...

Hamburg – Kontorhäuser – Hübnerhaus – Poststr. 2-4, Ecke Neuer Wall – Ein Blick hinauf im Treppenhaus. Geländer anschauen …

Hamburg - Kontorhäuser -  Hübnerhaus - Poststr. 2-4, Ecke Neuer Wall - Marmor, Mosaik, Gold ...

Hamburg – Kontorhäuser – Hübner-Haus – Poststr. 2-4, Ecke Neuer Wall – Marmor, Mosaik, Gold …

Hamburg - Kontorhäuser - Hübnerhaus - Poststr. 2-4, Ecke Neuer Wall -  ... selbst das Fußboden-Mosaik

Hamburg – Kontorhäuser – Hübner-Haus – Poststr. 2-4, Ecke Neuer Wall – … selbst das Fußboden-Mosaik

Ich war schon mehrmals dort.
Eines Tages, als ich mir wieder einmal alles ansah, kam ein wirklich schon ziemlich betagter Herr durch die Eingangstür, der, wie sich herausstellte, die Praxis eines Orthopäden aufsuchen wollte. Ich hatte gerade im Foyer in einer Ecke eine Glasvitrine mit Porzellan entdeckt und weitere Dinge, die an die Zeit erinnern, in der hier im Haus die „Conditorei und Marzipanfabrik Georg Hübner“ ansässig war und ein Café betrieb.
Wir kamen ins Gespräch, und er erzählte mir, dass er das Café noch kannte. Er wäre früher dort gelegentlich eingekehrt, und seinen Orthopäden hätte er letztendlich danach ausgewählt hat, wo er die Praxis hat. Drei hätten für ihn zur Wahl gestanden, er entschied sich für den Arzt im ihm bekannten Hübner-Haus.
Ich fragte ihn, wie lange es denn das Café noch gegeben hätte. Er war sich nicht sicher, aber der Ansicht, dass es schon Anfang der 1960er Jahre nicht mehr existierte. Er hatte recht, später las ich, dass die Vorfahren die Konditorei 1884 gründeten und dass das Café Silvester 1961 schloss.
Erstaunlich, dass es gut 50 Jahre danach immer noch in den Köpfen so vieler Menschen ist!
Es gibt einige wenige Orte, die dieses Phänomen hervorrufen. Der Alsterpavillon in seiner Urform. Das Hansa Variete Theater. Traditionsreiche Einzelhandelsgeschäfte (Feinkost, Buchhandel, Juweliere).
Was machte das Café Hübner so besonders?
Es ging dort seinerzeit hochherrschaftlich zu. Bestellungen für illustre Gäste wurden ausgeführt. Hübner stand für Qualität. Man kam, genoss, führte Gespräche.
Kaffeehausatmosphäre.
Man(n) las seine Zeitung, traf sich unter Seinesgleichen und Damen der feinen Gesellschaft kehrten ein, weil sie hier (erstmals) einen Ort hatten, an dem sie ohne männliche Begleitung ganz ehrenhaft sitzen und Kaffee trinken konnten.
Die Einrichtung und Ausstattung muss zeitweilig umwerfend gewesen sein! Offenbar gab es einen Salon im Stil eines Raumes, wie ihn japanische Fürsten ihr Eigen nannten. Dort befanden sich (nicht ganz bruchsichere) Porzellan-Etagèren sowie aufgetürmte Dekorationen, so dass kaum einer der Café-Besucher es wagte, heftiger auszuatmen, geschweige denn zu husten oder zu niesen.
Ein Bild, das in der Vitrine im Foyer ausgestellt ist, zeigt bereits einen etwas anderen Stil. Hohe Sitzhocker, alles etwas graziler (selbst die Damen).
Haben Sie schon einmal den Herrn mit der Zeitung näher betrachtet?
Er scheint seine Augen nicht so wirklich auf den Zeilen seines Lesestoffs ruhen zu haben. Auf mich wirkt es eher, als hätte er die weiblichen Gäste im Blick …

Hamburg - Kontorhäuser - Hübner-Haus - Poststr. 2-4, Ecke Neuer Wall - Schlichtes Design beim Service, die prunkvolle Zeit ist vorbei. Und wohin schaut der Herr ...

Hamburg – Kontorhäuser – Hübner-Haus – Poststr. 2-4, Ecke Neuer Wall – Schlichtes Design beim Service, die prunkvolle Zeit ist vorbei. Und wohin schaut der Herr …?

Die Zeiten änderten sich, wurden auch härter, was sich durchaus in der Art des Geschirrs zeigt. Wir finden nicht mehr den japanischen Stil mit eher verspielten, zarten, hauchfeinen Tässchen, sondern sehen hier ein recht schlichtes und robustes Service, das es ebenso gut in einem Bahnhofscafé hätte geben können. Günstiger, haltbarer, dennoch typisch. Es war immer noch das Café Hübner, und ich vermute, irgendwann war es einfach zur Tradition geworden.
Man traf sich bei Hübner!
Doch alles Geschichte.
Es kam der Moment, da der Anschluss an die Entwicklung verpasst wurde. Das Leben änderte sich, die Gewohnheiten und Ansprüche der Menschen ebenfalls – nur Hübner zog wohl nicht in dem Maße mit.
Immer nur von den Lorbeeren vergangener Zeit leben, ist nicht möglich. Hübner konnte nicht mehr genügend Kundschaft für sich gewinnen, die Gäste blieben aus.
Der alte Herr im Foyer erzählte mir, dass er sich an recht verschlissene Möbelbezugsstoffe erinnerte … Woher sollen auch Investitionen kommen, wenn zu wenig Einnahmen da sind?
Ein Teufelkreis. Hübner musste schließen.
Alles hat seine Zeit.

Heute geht man dort zum Orthopäden, Zahnarzt oder zu einer im Haus ansässigen Grundstücksverwaltungsgesellschaft.
Nichts mit stilvollem Café …
Was denken Sie, was wohl Herr Hübner zu abwischbaren Plastiktischen, eingeschweißten Donuts und Coffee to go im Pappbecher gesagt hätte?

Auch wenn es das Café nicht mehr gibt –  das Haus steht, und die Gestaltung hier im Foyer ist schon fantastisch.

Hamburg - Kontorhäuser - Hübnerhaus Poststraße 2-4, Ecke Neuer Wall (ehemals Café Hübner)

Hamburg – Kontorhäuser – Hübnerhaus Poststraße 2-4, Ecke Neuer Wall (ehemals Sitz des Café Hübner)

Haben Sie zu Ende entdeckt?
Wie können uns gern wiedertreffen. In ein oder zwei Wochen wird Teil V hier erscheinen. Dann erzähle ich Ihnen, wofür Herr Kuretzky sieben Tonnen Ton benötigte …

Ich hoffe, Ihnen hat das Hübner-Haus ein bisschen gefallen und wünsche Ihnen ein angenehmes Wochenende.

Hinweis:
Falls Sie vorangegangene Artikel suchen, finden Sie nachfolgend die entsprechenden Links:
https://michelelegrand.wordpress.com/2012/08/17/demnachst-im-blog-hamburgs-kontorhauser-eine-kleine-einfuhrung-fur-sie/
Teil I:
https://michelelegrand.wordpress.com/2012/08/20/stilvolle-treppenhauser-schone-fassaden-eigenwilliges-interieur-der-charme-hamburger-kontorhauser-teil-i-darf-es-etwas-basiswissen-sein/
Teil II:
https://michelelegrand.wordpress.com/2012/08/25/stilvolle-treppenhauser-schone-fassaden-eigenwilliges-interieur-der-charme-hamburger-kontorhauser-teil-ii-der-laeiszhof-samt-paternoster-und-watt/
Teil III:
http://wp.me/p1zeK1-1iW / Das Hildebrand-Haus

©Januar 2013 by Michèle Legrand

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Stilvolle Treppenhäuser, schöne Fassaden, eigenwilliges Interieur – der Charme Hamburger Kontorhäuser / Teil III – Das Hildebrand-Haus und das Geheimnis des Übersehens

Willkommen zurück!
Der dritte Teil der Blogserie über Hamburgs alte und auch neue Kontorhäuser hat auf sich warten lassen. Zu viele andere, aktuelle Themen quetschten sich respektlos dazwischen.

Anfangs hatte ich vor, Ihnen hier ein paar Zeilen Freiraum zu lassen. Für Ihren eigenen Text. Für Ihren Rüffel, dass es nicht weitergeht …
Na, das hat ja gedauert! Schön, dass ich das auch noch erlebe … und dergleichen.
Nur, geben Sie es ruhig zu:
Tief in Ihrem Innersten sind Sie doch gar nicht so pedantisch, oder?
Sind Sie nicht viel eher der charmante Schwamm-drüber-Typ? Der Ach-was-soll’s-Hauptsache-es-geht-jetzt-weiter-Blogstammgast?
Wusste ich es doch!

Ein klein wenig ausholen möchte ich auch heute, und Sie werden gleich verstehen, worauf ich hinaus will bzw. entdecken, dass auch dieser Aspekt zum Thema Kontorhäuser passt. Zur Tatsache, dass verhältnismäßig wenige Menschen sie kennen und wahrnehmen.
Stellen Sie sich bitte vor, ein Bekannter zeigt Ihnen ein Foto eines sehr schönen Gebäudes. Sie bewundern die Fassade, diese famose handwerkliche Kunst und fragen staunend:
Sag mal, wo steht denn dieses tolle Haus?
Daraufhin ernten Sie den recht fassungslosen Blick Ihres Freundes. Verwundert erzählt er Ihnen (z. B.) als Hamburger, es handle sich um ein Gebäude am Neuen Wall (City Hamburg) und Sie wären doch gerade heute daran vorbeigekommen!
Empörung macht sich in Ihnen breit!
Sie schwören Stein und Bein, dass Sie dieses Haus noch nie in ihrem Leben gesehen hätten.
Kann gar nicht sein! Neuer Wall! Also, das wüsste ich aber …!

Was denken Sie? Wie ist das möglich?
Wie lässt sich ein großes, imposantes Haus mit auffälliger Vorderfront derart übersehen?
Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, was häufig passiert, wenn Sie durch schmale Straßen spazieren, bebaut mit Häusern, in denen im Erdgeschoss Geschäfte angesiedelt sind? Die obendrein recht sorgfältig arrangierte, durchaus interessante, ansprechende Schaufensterauslagen zu präsentieren haben?
Sie verfallen dem Kaufrausch?
Nun ja, ich meinte eigentlich etwas anderes.
Es geschieht quasi dasselbe, was auch eintritt, wenn Sie bei Regen unter einem aufgespannten Schirm unterwegs sind.
Sie fluchen über das Mistwetter?
Nicht doch …!
Es ist ganz anders.
Achten Sie einmal darauf, beides behindert gleichermaßen ihren Blick nach oben. Tatsächlich ist es so, dass Sie selten höher als bis zur Oberkante des Erdgeschosses (= oberes Ende des Schaufensters) schauen und sich obendrein kaum Gedanken darüber machen, wie das Haus, an dem Sie just vorbeipromenierten, ansonsten aussieht. Sei es das äußere Erscheinungsbild oder die Frage, was wohl hinter der Eingangstür auf Sie wartet.

In Hamburgs Innenstadt haben wir genau diese Situation. Die Straßen im Westen der City sind vornehmlich ziemlich schmale Einbahnstraßen, eingesäumt von relativ hohen Bauwerken (im Verhältnis zur Breite der Straße). Es ist eine noble Einkaufsgegend mit teilweise sehr ausgefallenen Geschäften. Ebenso sehenswert sind die Auslagen.
Sie wandeln entlang, schauen hier, wechseln gelegentlich die Straßenseite, wenn ihr Auge meint, dort etwas Interessantes entdeckt zu haben. Ansonsten streben sie voran, denn schmale, lange, hoch eingerahmte Straßen lösen noch etwas aus.
Psychologen würden Ihnen vermutlich von einem gewissen Tunnelsyndrom in engen Gassen berichten. Wie in einem Tunnel, fühlen sich Menschen auch hier – oftmals völlig unbewusst – leicht unwohl. Irgendwie umzingelt, erdrückt.
Der Mensch schaut statt nach oben eher voraus, prüft, wann und wo sich das Licht am Ende zeigt. Er genießt – bis er dort ankommt – jede Ablenkung, die sich ihm bietet.
Man weiß, dass Autofahrer, die den Gotthard-Tunnel durchqueren, nervös das Radio lauter stellen, die Geschwindigkeit erhöhen, sich über den Fuchsschwanz an der Autoantenne des Vordermanns mokieren oder auch Notausgänge und eingelassene Wandbilder zählen.

Ihr Fußweg in einer Gasse ist im Prinzip gar nicht so viel anders. Auch Sie suchen wohltuende Zerstreuung, bis Sie am „befreienden“ Tunnelende eintreffen. Wenn wir es einmal ganz großzügig auslegen, dann ist Ihr gieriger Blick auf die Auslage lediglich reiner Selbstschutz …

Bauherren und ganz besonders natürlich Architekten, die damals Kontorhäuser in diesen sehr schmalen Straßen errichten wollten und dennoch mit einer gewissen Geschosshöhe liebäugelten, wussten darum und tricksten gern ein wenig, um genau dieses Tunnelgefühl zu vermeiden. Die oberen Geschosse vieler Bauten wurden häufig zurückversetzt gebaut. Die Fassade ist nicht durchgehend, sondern baut sich treppenförmig auf. Es verändert nicht nur die Optik, auf diese Art kann mehr Licht in schmale Gassen einfallen, und das Empfinden in einer Schlucht zu sein, ist weniger ausgeprägt.

Nachdem Sie nun die Umstände und auch Ihr mögliches Verhalten ein bisschen besser kennen, können wir zusammen vom Jungfernstieg in die Einbahnstraße „Neuer Wall“ einbiegen, um Ausschau nach einem Kontorhaus mit schöner Fassade und noch schönerem Foyer zu halten. Möchten Sie vorgehen …?
Halt! Sie sind schon dran vorbei!
Herrschaften! Was habe ich Ihnen gerade eben erzählt!?
(Hier denken Sie sich bitte den strengen Blick dazu)
Sie waren schon wieder mit den Augen nur in der Auslage, ließen sich vom geparkten Porsche ablenken und schauten mindestens dreimal, wo die Straße endet.
So wird das nichts!
Kommen Sie bitte zurück!

1__Hamburg - Kontorhäuser - Hildebrand-Haus - Neuer Wall 18, Giebel

Hamburg – Kontorhäuser – Der Giebel des Hildebrand-Hauses im Neuen Wall 18

Wir sind hier vor dem Haus Nr. 18, dem sogenannten Hildebrand-Haus. Mittlerweile immerhin 105 Jahre alt!

Es wurde 1907/08 von Frejtag & Wurzbach erbaut, seine sehenswerte und recht üppig gegliederte Fassade stammt von George Radel und Richard Jacobssen. Manchmal erscheint auch der Name Franz Jacobssen. Das Denkmalschutzamt spricht gar von Arne Jacobsen, mit einem „s“. Nageln Sie mich also bitte nicht fest.
Es hat mich ziemlich verblüfft, wie schwierig es offenbar sein muss, den richtigen Namen aus Dokumenten zu übernehmen. Ich stelle es mir fast wie das Spiel „Stille Post“ vor. Mit jedem, der dazwischen als Vermittler der Information auftritt, wird mehr verfälscht.

Hamburg - Kontorhäuser - Hildebrand-Haus - Fassade mit den typischen Senkrechtstützen

Hamburg – Kontorhäuser – Hildebrand-Haus – Fassade mit den typischen Senkrechtstützen

Hamburg - Kontorhäuser - Hildebrand-Haus - Teil der Fassade

Hamburg – Kontorhäuser – Hildebrand-Haus – Teil der Fassade

Die auffällige Sandsteinfassade mit Füllungen in Bronze ist im Art Nouveau Stil gehalten und heutzutage doch ziemlich beeinträchtigt oder nennen wir es optisch verändert durch die Leuchtwerbung und neue Schaufenstereinbauten.
Bis 1984 befand sich hier das Ladengeschäft der Firma „Feinkost Heimerdinger“, welche jedoch aufgrund der erheblichen Mieterhöhungen die Räume aufgeben musste.
Betrachtet man einmal Fotos aus verschiedenen Jahren, bemerkt man, dass auch die Ladenmieter und ein Teil der Bewohner des Hauses immer wieder wechseln.
Eine Zeitlang gab es im ersten Obergeschoss das Café Engelchen. Später irgendwann kam die elixée Beauty Lounge und im Erdgeschoss, links des Eingangs, befand sich ein Geschäft mit dem Namen MAC (nicht Apple – in dem Fall Kosmetik/Parfum), rechts vom Eingang ist seit langer Zeit der Optiker Campbell.
Im November 2010 bezog das Traditionshaus Brahmfeld & Gutruf,  Juweliere, dort seine neuen Räume und lenkt Sie erfolgreich durch seine Auslagen vom Wahrnehmen des Hauses und des Eingangs ab.
Allerdings nicht heute!
Heute sind wir hier, und wir werden Brillanten und Perlen komplett ignorieren und stattdessen jetzt einen Blick in den wirklich sehenswerten Eingangsbereich und in das Foyer selbst werfen.

Hamburg - Kontorhäuser - Hildebrand-Haus - Eingang Neuer Wall 18

Hamburg – Kontorhäuser – Hildebrand-Haus – Eingang Neuer Wall 18

Hamburg - Kontorhäuser - Das Hildebrand-Haus -  ... hinter der ersten Tür

Hamburg – Kontorhäuser – Das Hildebrand-Haus – … hinter der ersten Tür

Hildebrand-Haus- Aufwändige Verzierungen im Eingangsbereich zwischen der Außen- und der Innentür zum Foyer

Hildebrand-Haus- Aufwändige Verzierungen im Eingangsbereich zwischen der Außen- und der Innentür zum Foyer

Hamburg - Kontorhäuser - Das Hildebrand-Haus - Kacheln zieren den Deckenbogen

Hamburg – Kontorhäuser – Das Hildebrand-Haus – Kacheln zieren den Deckenbogen

Man hat liebevoll und aufwändig restauriert. Hier ist weitgehend der Originalzustand erhalten. Wir finden viele Materialien, Motive im Kleinmosaik, Marmorinkrustationen, einen Relieffries nach Bertel Thorvaldsen (-> dessen bekannter Alexanderfries den Triumphzug des mazedonischen Königs darstellt) und auch die Darstellung von Wikingerschiffen. Mir hat man erzählt, dass der Erbauer bzw. einer der Eigner des Hauses seinerzeit mit der Seefahrt zu tun hatte, viel herumkam und dass Griechenland ihn beeindruckt hatte. All dies beeinflusste die Auswahl der Motive im Foyer dieses Gebäudes.

Hamburg - Kontorhäuser - Hildebrand-Haus - Blick zum Aufgang ins Treppenhaus

Hamburg – Kontorhäuser – Hildebrand-Haus – Blick zum Aufgang ins Treppenhaus

Hamburg - Das Hildebrand-Haus - Eindrücke durch einen Griechenlandaufent gaben Anlass für diese Szenen im Foyer - Ein Relieffries zeigt Alexander den Großen

Hamburg – Das Hildebrand-Haus – Eindrücke durch einen Griechenlandaufenthalt gaben Anlass für diese Szenen im Foyer – Ein Relieffries zeigt Alexander den Großen

Hamburg - Kontorhäuser - Hildebrand-Haus - Der Lastenaufzug

Hamburg – Kontorhäuser – Hildebrand-Haus – Der Lastenaufzug

Hamburg - Kontorhäuser - Hildebrand-Haus - ... ein Blick an die Decke im Foyer. Der Relieffries, Marmorwände, eine Art Kassettenunterteilung in der Decke und nicht  zuletzt eine interessante Beleuchtung

Hamburg – Kontorhäuser – Hildebrand-Haus – … ein Blick an die Decke im Foyer. Der Relieffries, Marmorwände, eine Art Kassettenunterteilung in der Decke und nicht zuletzt eine interessante Beleuchtung

Hamburg - Kontorhäuser - Hildebrand-Haus - Im Foyer ein Wasserspender ...

Hamburg – Kontorhäuser – Hildebrand-Haus – Im Foyer ein Wasserspender …

Hamburg - Hildebrand-Haus - ... im Mosaik eingearbeitet: Seefahrtsmotive

Hamburg – Hildebrand-Haus – … im Mosaik eingearbeitet: Seefahrtsmotive

Ich muss Sie dazu einfach etwas fragen!
Wenn Sie herumkommen – nehmen wir eine Passquerung in den Alpen, Strandurlaub in der Karibik, Fernosttrip, Stadtbesuch in Hannover, Dudelsackfestival in Edinburg … – würden Sie dann auch gleich Ihr Haus oder Ihre Wohnung entsprechend gestalten?
Geröll ins Wohnzimmer stapeln, im Flur die Palmentapete kleben, Kiesel auf dem Balkon ausbreiten und Muster einharken, im Bad die Wasserkaskaden aus den Herrenhäuser Gärten nachstellen oder  Dudelsackpfeife und Kilt an die Schlafzimmerwand pinnen?
Nicht?
Schauen Sie, da scheint sich im Laufe der Zeit auch etwas geändert zu haben. Wir kommen einfach zu viel herum! Es hinterlässt nicht mehr DEN Eindruck. Weder bei uns noch bei anderen, denen möglicherweise mit der Nachbildung daheim imponiert werden sollte. Kein unmittelbares Bedürfnis, sich das Erlebte direkt zu Hause in einer Form zu konservieren. Eher steht eine erneute Reise an den Originalschauplatz zur Debatte.
Sehr vielen reicht es heutzutage aus, mit der Digicam auf das Motiv zu halten, um später bei einem Anflug von Sentimentalität und Rührung am Laptop das Foto aus der Toskana auf Maximalgröße zu zoomen und vielleicht noch ein Fläschchen Wein dazu aufzumachen … Morgen ist dann der Schnappschuss vom Eiffelturm dran.

Doch zurück zum Hildebrand-Haus.

Im Gegensatz zu den sehr großzügig geschnittenen, teilweise mehrflügeligen Bauten der Gebäude im Kontorviertel im Südosten der Stadt, sind die Häuser hier – platzbedingt – von geringeren Ausmaßen. Beim Renovieren und Restaurieren erfordert es daher immer ein sehr geschicktes Händchen, wenn es darum geht, neue Erfordernisse und Sicherheitsaspekte (-vorschriften) zu berücksichtigen.
Reichten in Zeiten der Erbauung das Treppenhaus und vielleicht der ein oder andere Lastenaufzug, ist ein Haus heutzutage ohne Personenlift kaum denkbar. Daher wurden die typischen Treppenhäuser fast überall umgestaltet und in den Lichtschacht in der Mitte kurzerhand ein Aufzug integriert. Um den Effekt zu vermeiden, dass dadurch alles verbaut und dunkel wirkt, behilft man sich sehr oft damit, einen gläsernen Lift zu wählen, der nicht alles andere erschlägt und sich mit dem vorhandenen Stil durchaus verträgt.
Etwas später in dieser Serie zeige ich Ihnen auch ein Fahrstuhl-Modell, was für seine optimale und unauffällige Anpassung an die Gegebenheiten einen Preis gewonnen hat.
Hier im Hildebrand-Haus wurde es so gelöst: Schmaler Glaslift, klare Linien, Messingelemente, die sich gut den Braun- und Beigetönen des Foyers anpassen und ebenfalls mit dem Marmor harmonieren sowie Wiederaufnahme des Bodenmusters auch im Fahrstuhl selbst.

Hamburg - Kontorhäuser - Fahrstuhlschacht nachträglich in das Treppenhaus integriert ...

Hamburg – Kontorhäuser – Fahrstuhlschacht nachträglich in das Treppenhaus integriert …

Hamburg-Kontorhäuser - Hildebrand-Haus - Moderner Personenaufzug, der nicht als das Bild störend empfunden wird.

Hamburg-Kontorhäuser – Hildebrand-Haus – Moderner Personenaufzug, der nicht als das Bild störend empfunden wird.

Ist der Blick beim Betreten des Hauses schnell eingenommen von den beeindruckenden Eingangstüren, dem Licht, dem Deckendekor und schwer beschäftigt mit dem Ausblick auf Kommendes im Foyer, so fällt  gelegentlich erst beim Hinausgehen auf, dass bereits dem Bereich vor der Eingangstür ebenso viel Aufmerksamkeit gewidmet wurde. Auch hier enthalten Decke und Boden schöne Mosaikmuster.

Hamburg - Kontorhäuser - Hildebrand-Haus - Blick vom Foyer durch die Türen Richtung Neuer Wall

Hamburg – Kontorhäuser – Hildebrand-Haus – Blick vom Foyer durch die Türen Richtung Neuer Wall

Hamburg - Kontorhäuser - Hildebrand-Haus - Überall Sehenswertes, selbst vor der Eingangstür ...

Hamburg – Kontorhäuser – Hildebrand-Haus – Überall Sehenswertes, selbst vor der Eingangstür …

Hamburg - Kontorhäuser - Hildebrandhaus - ... wenn selbst der Fußabstreifer kunstvoll eingerahmt wird: Fußbodenmosaik im Eingangsbereich

Hamburg – Kontorhäuser – Hildebrandhaus – … wenn selbst der Fußabstreifer kunstvoll eingerahmt wird: Fußbodenmosaik im Eingangsbereich

So, wir sind wieder draußen angelangt.
Und? Wie gefällt Ihnen das Gebäude?
Genau. Kann man sich angucken.
Wie auch viele andere, die noch kommen. Teilweise ist es mehr die Fassade, teilweise wirklich das Treppenhaus mit schön gestalteten Geländern, manchmal der Eingangsbereich für sich, manchmal gibt es auch einen wunderbaren, weil unerwarteten und aus dieser Perspektive seltenen Ausblick aus dem oberen Stockwerk.
Das machen wir beim nächsten Mal!
Wir bleiben weiterhin in der Straße. Wir kreuzen wie ein Segler und schauen jeweils von der gegenüberliegenden Seite des Gehwegs auf die Fassaden.
Auf einmal sind dann diese Häuser da!
Die, von denen man geschworen hätte, dass es sie in dieser Straße noch nie gegeben hat …

Am Anfang stellten wir gemeinsam fest, dass Sie gar keine Pedanten sind. Sollten Sie dennoch bemängeln, dass der reine Nettoanteil zum Thema Hildebrand-Haus in diesem Bericht vielleicht 30 % beträgt, dann erwidere ich Ihnen durchaus charmant dieses:
Achten Sie einmal auf den Namen dieses Blogs.
Sie sind hier privat bei mir (Michèle). Sie schließen sich mir auf diesem Ausflug an. Ich nehme Sie mit. Das ist mein Angebot an Sie. Doch wenn Sie es annehmen, müssen Sie in diesem Fall auch mit meinen Gedanken(sprüngen) klarkommen (siehe Titel).
Dinge (und vor allem Menschen) auf dieser Welt stehen nie einzeln für sich alleine. Sie sind immer nur ein Teil des Ganzen.
Interessant werden sie erst, wenn man ihr Umfeld, das Drumherum erkundet. Den Zusammenhang sucht. Die Entwicklung verfolgt. Seine Gedanken schweifen lässt…
Sind dafür 70 % nicht geradezu lachhaft wenig …? ;)

Hinweis:
Wer die vorangegangenen Artikel verpasst hat, wird via nachstehende Links direkt fündig:
https://michelelegrand.wordpress.com/2012/08/17/demnachst-im-blog-hamburgs-kontorhauser-eine-kleine-einfuhrung-fur-sie/
https://michelelegrand.wordpress.com/2012/08/20/stilvolle-treppenhauser-schone-fassaden-eigenwilliges-interieur-der-charme-hamburger-kontorhauser-teil-i-darf-es-etwas-basiswissen-sein/
https://michelelegrand.wordpress.com/2012/08/25/stilvolle-treppenhauser-schone-fassaden-eigenwilliges-interieur-der-charme-hamburger-kontorhauser-teil-ii-der-laeiszhof-samt-paternoster-und-watt/

©Oktober 2012 by Michèle Legrand

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Stilvolle Treppenhäuser, schöne Fassaden, eigenwilliges Interieur – der Charme Hamburger Kontorhäuser / Teil II – Der Laeiszhof samt Paternoster und „Watt“

Wochenende! Wie sieht es aus? Hätten Sie nicht gerade wieder ein bisschen Zeit übrig und vor allem Lust mitzukommen?
Sie erinnern sich? Wir wollten beim nächsten, nämlich diesem Treffen, Paternoster fahren!

Heute geht es zum Laeiszhof, einem an der Straße Trostbrücke gelegenem Kontorhaus nahe dem Mahnmal der Nikolaikirche.

1_Hamburgs Kontorhäuser - Laeiszhof, mit dem Mahnmal der Nikolaikirche im Hintergrund (rechts der Globushof/Allianzhaus)

Der Laeiszhof mit dem Mahnmal der Nikolaikirche im Hintergrund (rechts der Globushof/Allianzhaus)

 

Ein Backsteingebäude am Nikolaifleet aus den Jahren 1897/1898, dessen Auftraggeber die Firma Ferdinand Laeisz war.
Genau die, die es auch heute noch im Reederei-Geschäft gibt und deren Name Ihnen vielleicht zusätzlich im Zusammenhang mit einem weiteren Gebäude im Ohr ist: der Laeiszhalle (früher Musikhalle).

Ich wollte Sie zuerst etwas verwirren, Ihnen ein „Wattfoto“ zeigen, das Ihnen vorgaukelt, der Laeiszhof sei an der Nordsee. Und Hamburg selbstverständlich auch …
Dann dachte ich mir, lass es. Deine Blogbesucher sind eh viel zu schlau, um den Braten nicht zu riechen.
Allerdings kennen Sie mittlerweile meine Unberechenbarkeit. Ich erwähne das „Hamburger Watt“ nun doch, ganz ohne Irritationsabsichten, denn vielleicht interessiert Sie Folgendes:

Hamburgs Fleete kennt eigentlich jeder mit Wasser gefüllt.
Genau. Ständig trocken würde Sie auch keiner mehr Fleete nennen.
Es besteht allerdings die Möglichkeit, den Pegel dieser Wasserwege zu beeinflussen und zu regeln. Hamburg, als Stadt an der Elbe, die wiederum ein Zufluss zur Nordsee ist, merkt natürlich die Gezeiten. Um eine Überflutung der Stadt zu verhindern, gibt es ein Sperrwerk unter der Hohen Brücke, das geschlossen werden kann, wenn eine zu hohe Flut mit reißenden Wasserströmen in den Nikolaifleet einzubrechen droht. Ein weiteres Wehr zwischen diesem und dem Mönkedammfleet sorgt für die Abriegelung zu den übrigen Fleeten in der City.
Der (auch das) Nikolaifleet, ist dem Tidenhub ausgesetzt und bei diesem am Laeiszhof gelegenen Wasserweg ist es so, dass bei Ebbe das Wasser gelegentlich komplett abfließen kann.
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Hamburgs Kontorhäuser - Laeiszhof - Wasserstand des Nikolaifleets

Der Wasserstand des Nikolaifleets am Laeiszhof

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Hamburgs Kontorhäuser - Laeiszhof - Bei Ebbe wird häufiger auch der Nikolaifleet trockengelegt

Hamburgs Kontorhäuser – Laeiszhof – Bei Ebbe wird häufiger auch das Nikolaifleet trockengelegt. Die Linie zeigt, wo normalerweise das Wasser steht.

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Hamburgs Kontorhäuser - "Watt" im Nikolaifleet am Laeiszhof

Hamburgs Kontorhäuser – „Watt“ im Nikolaifleet am Laeiszhof

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Wenn dies passiert, bildet sich eine Art „Stadtwatt“. Wenn Sie die Bilder betrachten, werden Sie merken, wie eigenartig und „unelegant“ es wirkt, sobald alles trockengelegt ist und die glitzernde, manchmal spiegelnde Wasseroberfläche fehlt. Und vielleicht erstaunt es Sie zu erkennen, dass Fleete nicht besonders tief sind.
Ich habe Ihnen auf dem Vergleichsfoto eine blaue Linie eingezeichnet, um es besser sichtbar zu machen. An der Brücke ist ebenfalls gut zu sehen, in welchem Bereich sich normalerweise der Wasserstand bewegt und wie schnell Grund erreicht ist. Daher sind auch nicht alle Fleete befahrbar und wenn, dann nur mit speziellen Flachbooten, die extrem wenig Tiefgang haben.

Eine kurze Frage: Darf ich davon ausgehen, dass ich Sie sich jetzt neben mir befinden und sich mit mir umsehen? Ja?
Das ist prima, denn ich möchte etwas von Ihnen wissen:
Haben Sie vor lauter Heruntergucken zum Fleetgrund bisher überhaupt daran gedacht, am Kontorhaus hinaufzuschauen? Und haben Sie dort oben schon die Skulptur zwischen den Türmchen entdeckt?
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Hamburgs Kontorhäuser - Laeiszhof ... wer hockt auf dem Dach?

Laeiszhof … wer hockt auf dem Dach?

Was denken Sie, was das ist?
Ein Löwe?
Kalt!
Eine Sphinx?
Brr! Noch kälter …
Nein, Sie dürfen sich nicht fragen, was Sie auf Ihr Dach setzen würden. So kommen Sie in dem Fall nicht weiter …
Wann waren Sie denn zuletzt beim Friseur?
Nein, ich lenke nicht ab! Das ist ein Tipp!
Gut, machen wir es kurz: dort oben ist ein Pudel! PUDEL.

Der Reeder Carl Laeisz mochte seine Gattin offenbar sehr, denn dass die Wahl auf dieses Dachtier fiel, hängt mit ihr zusammen. Ihre Haare – wobei man darüber uneins ist, ob es die Krause der Haare war oder das Erscheinungsbild der Frisur – verliehen ihr offenbar eine gewisse Ähnlichkeit mit dieser Hunderasse. Es brachte ihr den Spitznamen Pudel ein – und dem Kontorhaus vereitelte es letztendlich die Zurschaustellung eines imposanten Dachlöwen oder eine Erkersphinx. Carl Laeisz war zudem fixiert auf den Buchstaben P und gab allen Schiffen seiner Flotte Namen, die diesen Anfangsbuchstaben trugen. Die namentlich bekanntesten unter ihnen sind wahrscheinlich die Schiffe Pamir und Passat (Großsegler; die Flotte wurde auch Flying-P-Linie genannt).
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Hamburgs Kontorhäuser - Laeiszhof - Als Silhouette zu erkennen: Der Pudel auf dem Dach.

Laeiszhof – Als Silhouette zu erkennen: Der Pudel auf dem Dach

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Obwohl das ganze Gebäude aus Backstein besteht, wirkt es doch enorm abwechslungsreich,  was sowohl durch  unterschiedliche Farbgebung, als auch durch Vorsprünge, Erker, Verzierungen, Fensterformen und -anordnung, Sprossen etc. erreicht wird.
Doch wir wollen nicht nur draußen stehen. Kontorhäuser bergen besonders häufig in ihrem Innern Geheimnisse und zeigen Schönheit, die ein Besucher in dieser Form gar nicht erwartet. Wir überqueren nur noch den Nikolaifleet an der Trostbrücke mit ihren beiden Statuen und befinden uns gleich vor der Eingangstür. Über der Tür eingearbeitet – das Zeichen der Reederei Ferdinand Laeisz.
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Hamburgs Kontorhäuser - Trostbrücke - Graf Adolf III. zu Schauenburg, Stormarn und Holstein

Trostbrücke – Graf Adolf III. zu Schauenburg, Stormarn und Holstein

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Hamburgs Kontorhäuser - Trostbrücke - ...ihm gegenüber der Heilige Ansgar als Begründer des Domes und erster Erzbischof der Stadt

Hamburgs Kontorhäuser – Trostbrücke – …ihm gegenüber der Heilige Ansgar als Begründer des Doms und erster Erzbischof der Stadt

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Hamburgs Kontorhäuser - Laeiszhof - Eingangstür, Trostbrücke

Hamburgs Kontorhäuser – Laeiszhof – Eingangstür an der Straße „Trostbrücke“

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Hamburgs Kontorhäuser - Laeiszhof - Eingangstür, Trostbrücke - Das Zeichen der Reederei Ferdinand Laeisz

Laeiszhof – Über der Eingangstür das Zeichen der Reederei Ferdinand Laeisz

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Mich machen solche massiven, für den Blick undurchdringlichen Türen, neugierig.
Was befindet sich dahinter?
Ist sie nur geschlossen oder eventuell fest verschlossen?
Probieren wir es aus.
Die Tür öffnet sich trotz ihrer Schwere leicht. Es sind weder Dunkelheit noch das Licht von grellen Neonröhren, das Sie erwartet. Dies ist der Anblick, der ihnen beim Eintreten geboten wird:
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5_Hamburgs Kontorhäuser - Laeiszhof - ... von der Tür führt die Treppe hinauf zur Eingangshalle

Laeiszhof – … von der Tür führt die Treppe hinauf zur Eingangshalle

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Wenn Sie die Treppenstufen hinaufsteigen, erreichen Sie die Eingangshalle, mit einer Bronzeskulptur zur Linken, die – so weit es herauszufinden war – vermutlich von Caesar Scharff geschaffen wurde.
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6_Hamburgs Kontorhäuser - Laeiszhof - Bronze im Foyer (vermutlich von Caesar Scharff)

Laeiszhof – Bronze im Foyer (vermutlich vom Jugendstilkünstler Caesar Scharff)

Ihr gegenüber an der Wand nehmen wir einen Moment auf einer langen blankpolierten Holzbank mit Sitzlehne Platz.
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7_Hamburgs Kontorhäuser - Laeiszhof - Holzbank im Foyer

Laeiszhof – Holzbank im Foyer (perfekter Platz zum Betrachten der Bronzeskulpur)

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Möchten Sie einmal etwas ausprobieren?
Wenn Sie sich unter Australien setzen (ich spreche von der Weltkarte, die darüber an der Wand hängt) und zur Skulptur herübersehen, wird Ihnen die erste der Figuren, die Frau links besonders vorkommen. Sie streckt den Arm und will Sie förmlich auf etwas hinweisen. Wenn Sie annehmen, sie zeige auf den Mann in der Mitte, rutschen sie mittig auf die Bank. Schon wirkt es völlig anders! Sie zeigt auf etwas in der Ferne. Aus ihrer Position (unter Südafrika) beobachten Sie jetzt intensiv den stehenden Herrn, der einen Schiffsrumpf trägt und wenn Sie an die andere Außenseite der Bank rutschen (unter Südamerika), vergessen Sie das imposante Wesen und sehen plötzlich nur noch den rechts sitzenden, versunken wirkenden Mann, der seine Schiffsschraube betrachtet. Die einzelnen Gliedmaßen jeder Person scheinen aus neuen Blickwinkeln jeweils anders hervorzutreten.
Oder ist es die Beleuchtung im Foyer …?
Ich habe keine Ahnung, ob die Bank je für das „Skulptur-Angucken“ gedacht war oder lediglich dort ihren Platz fand, um Wartenden die Möglichkeit zu geben, sich niederzulassen. Ich jedenfalls bin zum Schauen mehrfach hin- und hergeglitten.
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8_Hamburgs Kontorhäuser - Laeiszhof - Ein Blick (etwas erhöht stehend) hinab ins Foyer

Laeiszhof – Ein Blick (etwas erhöht stehend) hinab ins Foyer

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8a_Hamburgs Kontorhäuser - Laeiszhof - Die Kabinen des Paternosters ...

Hamburgs Kontorhäuser – Laeiszhof – Die Kabinen des Paternosters … Haltegriffe in den Kabinen und fest im Mauerwerk verankert

Auf der Stirnseite der Halle rumpelt leise und gemächlich der Paternoster. In den zwei Schächten befinden sich ca. zehn Kabinen im Umlauf.
Ich sagte Ihnen, ich würde Sie mitnehmen – steigen Sie also gerne ein, wir fahren hinauf bis zur vierten Galerie.

Hinweis zum Abspielen des Videos:
Zum Schutz Ihrer Privatsphäre verlinke ich nicht direkt zu meinem YouTube-Video. Kopieren Sie bei Interesse die folgende Zeile bitte in Ihren Browser und ersetzen dabei das „dot“ durch den Punkt. .

http://www.youtube dot com/watch?v=BRX9qCr4VQo

Schön, oder? Ich habe die Kamera bei unserer Fahrt einfach mitlaufen lassen, das stetige Geräusch der auf- und abfahrenden Kabinen hat die Tonqualität beeinträchtigt. Wenn Ihnen aufgefallen sein sollte, dass ich von drei Paternostern in Hamburg sprach, dann muss ich dies hier im Text korrigieren. Es gibt offenbar noch ungefähr 40! Doch sind nicht alle in Betrieb und nur sehr wenige öffentlich zugänglich. Vielleicht stammt daher die Auskunft (drei), die ich vorher erhielt.

Wissen Sie, wie man die Paternoster noch nannte?
Offiziell gab es das schöne deutsche Wort Personenumlaufaufzüge, doch die Menschen seinerzeit bezeichneten ihn häufig als Proletenbagger, der die Menschen zu Hauf ihre Runden in seinen Kabinen drehen ließ. Für den Chef gab es etwas Feineres, einen geschlossenen Aufzug, Bonzenheber genannt.
Aktenwägelchen oder ähnliches hat man nicht per Paternoster transportiert. Die hätte man wohl eher mit Schwung hineinwerfen müssen, als dass ein sittsames Einschieben während der Fahrt geglückt wäre. Für diese Fälle gab es fast überall extra einen Lastenaufzug.
Sie haben sich eben übrigens sehr geschickt angestellt beim Ein- und Aussteigen. Damals, zwischen 1890 und 1898 erlitten Büromenschen bei 29 Gelegenheiten  einen Unfall, davon verliefen fünf tödlich.
Gut, dass Sie das nicht vorher wussten , oder?  ^^
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Liebe Blogleser, werte Mitbesichtiger und Mitentdecker! Sie haben es im Video gesehen, die einzelnen Geschosse besitzen Galerien, die von schmiedeeisernen Gittern eingefasst sind. Gitter, die nicht wie ein Zaun wirken, sondern wie dahingemalt. Nicht wuchtig, sondern zart und leicht geschwungen, manchmal verspielt. Rundungen und ein Hauch von Floralem hier, eine Herzform dort. Kleine eingearbeitete Anzeigetäfelchen geben Auskunft über das geweilige Geschoss.
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Hamburgs Kontorhäuser - Laeiszhof - Geschossanzeigetafeln

Hamburgs Kontorhäuser – Laeiszhof – Geschossanzeigetafeln

Dazwischen wunderschöne, dunkle, farblich gut kontrastierende Säulen mit herrlicher Kapitellverzierung (am oberen Abschluss).

10_Hamburgs Kontorhäuser - Laeiszhof - Schön der Blick aus dem Foyer hinauf zu den einzelnen Galerien (Beleuchtung)

10_Hamburgs Kontorhäuser – Laeiszhof – Schön der Blick aus dem Foyer hinauf zu den einzelnen Galerien (Geländer, Beleuchtung, Säulen)

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Es gibt viel Tageslicht, da im Laeiszhof – wie in den meisten Kontorhäusern üblich – ein Lichthof geschaffen wurde. Zusätzlich die wunderschöne, warme Ausleuchtung durch Wand- sowie Deckenleuchten in jedem Geschoss.
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Hamburgs Kontorhäuser - Laeiszhof - Lichthof in der Mitte - ein Blick hinauf ....

Hamburgs Kontorhäuser – Laeiszhof – Lichthof in der Mitte – ein Blick hinauf ….

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Hamburgs Kontorhäuser - Laeiszhof - Ein Zwischenstopp mit dem Paternoster im 1. OG

Laeiszhof – Ein Zwischenstopp mit dem Paternoster im 1. OG

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Hamburgs Kontorhäuser - Laeiszhof - Es erinnert ein wenig an Theaterränge ...

Laeiszhof – Es erinnert ein wenig an Theaterränge …

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Im Treppenhaus, das gleich im Eingangsbereich beginnt, wiederholen sich die Muster des Galeriegeländers beim Treppengeländer. Auch hier ein interessantes Farbenspiel. Stufen, seitlich weiß, aber mit dunkler Trittfläche, helle Stoßkanten und silbrig glänzende Geländerläufe, weiße Wände kontrastieren mit  dunklen Decken, deren Flächen wiederum aufgelockert werden durch abgesetztes Weiß.
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12_Hamburgs Kontorhäuser - Laeiszhof - Das Treppenhaus ...

Laeiszhof – Das Treppenhaus …

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Schon beeindruckend – oder wie empfinden Sie es?

Wir werden den Laeiszhof  jetzt wieder verlassen. Das, was es zu sehen gab, ohne die darin arbeitenden Menschen zu stören, haben wir entdeckt. Wir nehmen dieselbe Tür, durch die wir das Haus anfangs betreten haben. Schauen Sie bitte einmal, wie wunderschön sie im Licht kupfern glänzt.
Hätten Sie gedacht, dass dies die Innenseite jener Tür ist, die von außen relativ schlicht, matt, kühl und etwas dunkel wirkt?
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16_Hamburgs Kontorhäuser - Laeiszhof - Die Eingangstür von innen betrachtet ...

Laeiszhof – Die Eingangstür von innen betrachtet …

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Lassen Sie sich nie von Türen narren! Und denken Sie nie, sie wären garantiert verschlossen und alles wäre zwecklos!
Kontorhäuser sind wesentlich öfter offen und damit zugänglich als Kirchen!
Mein unverbindlicher Tipp: Nehmen Sie sich ein Herz und versuchen Sie einfach beherzt, ob die Klinke sich herunterdrücken lässt …

Jetzt überlasse ich Sie wieder Ihren eigenen Vorhaben und verrate Ihnen nur noch, dass ich Ihnen beim nächsten Mal ein recht interessant ausgestattetes Foyer und Treppenhaus in einem Kontorgebäude am Neuen Wall zeigen möchte. Es wird weiterhin um die Frage gehen, warum der Mensch gelegentlich ganze Häuser(-fassaden) komplett übersieht.

Mehr dazu demnächst im Blog (Teil III der Serie)

PS:  Meine Ankündigung, es gäbe ab Teil II keine langen Texte mehr …  Es ist nicht ganz machbar. Das Thema erfordert ein wenig Text, und meine blinden Blogbesucher sollen schließlich auch eine Vorstellung haben.
Ich hoffe auf Ihr Verständnis.

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©August 2012 by Michèle Legrand
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Wer den Anfang der Serie verpasste, findet hier den Weg zu vorangegangenen Posts:

-> https://michelelegrand.wordpress.com/2012/08/17/demnachst-im-blog-hamburgs-kontorhauser-eine-kleine-einfuhrung-fur-sie/
-> https://michelelegrand.wordpress.com/2012/08/20/stilvolle-treppenhauser-schone-fassaden-eigenwilliges-interieur-der-charme-hamburger-kontorhauser-teil-i-darf-es-etwas-basiswissen-sein/

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Stilvolle Treppenhäuser, schöne Fassaden, eigenwilliges Interieur – der Charme Hamburger Kontorhäuser / Teil I – Darf es etwas Basiswissen sein …?

Heute wird es ernst! Seit wann, wie und wozu gibt es überhaupt diese Kontorhäuser? Wir befassen uns näher mit dem Thema und aus der Einleitung zur neuen Blogserie vom 17.08.2012 wissen Sie … es gibt Text!
Uff …
Ach, kommen Sie!
Es hat doch keiner etwas gesagt von Lexikonstil, Einbläuen, Frontalunterricht etc. Das heißt, verschieben Sie das Gähnen noch ein wenig. Doch, doch! Ich erwarte, dass Sie hier fit sind und mitdenken!
Nein, nur Spaß! Entspannen Sie sich wieder.
Wie aktiv oder passiv Sie dabei sind, ist allein Ihre Sache, nur ich weise gern darauf hin, dass ein gewisses Hineinversetzen und Miterleben alles viel interessanter macht und Sie vieles mit anderen Augen sehen lässt. Völlig anders, als wenn Sie Ihre Schotten dichtmachen,  Arme verschränken, Lippen zur Flunsch verziehen und denken:
So, soll die mal machen …!
Vielleicht war das jetzt psychologisch unklug. Sie zu verschrecken, meine ich. Aber andererseits stellen Sie möglicherweise gerade fest:
Mensch, ich bin noch wach!
Und somit können wir starten.

Kontorhäuser
Kontorhäuser sind besonders.  Sie bergen oft Geheimnisse, und keins ist wie das andere. Sie weisen Unerwartetes auf, sie enthalten sehr persönliche Elemente, sie vermögen es zu überraschen, zu verblüffen und zu begeistern!

Man sagt, es gibt in Hamburg ungefähr noch 200 dieser Gebäude. Der alten. Es hat natürlich auch eine Art Renaissance stattgefunden, und neue Häuser mit dieser Bezeichnung kamen in den 1990er Jahren hinzu. Die ursprünglichen Bauten sind nicht alle im Originalzustand erhalten, doch die Tatsache, dass viele, vom Krieg erheblich getroffene, wieder hergestellt wurden, zeigt, dass sie etwas haben müssen, was die Mühe lohnt.
Was denken Sie?
Lohnt es auch die Mühe, ein wenig mehr zurückzuschauen, um zu verstehen, was ihr Sinn und Zweck war und ist? Zu forschen, warum es sie gibt, und warum sie so sind wie sie sind?
Glauben Sie, es könnte Ihnen gelingen, sich gedanklich in eine Zeit zurückzuversetzen, die etwa 130 Jahre zurückliegt? Genaugenommen müssen wir noch weiter zurückgehen …
Versuchen Sie es bitte.
Blenden Sie Modernes aus, überhören Sie typische Geräusche von heute. Setzen Sie Ihren Zylinder auf, knöpfen Sie den Gehrock zu bzw. richten Sie die Rüschen Ihres Kleides, schlüpfen in die seidenen Handschuhe und spannen Sie das Sonnenschirmchen auf. Wir promenieren und schauen.
Vorsicht, dort liegen Pferdeäpfel!

Städte, dicht besiedelte Räume. Sie sahen nicht immer so aus, wie wir sie heute kennen.
Natürlich, werden Sie denken, das ist mir schon klar …
Wo, an welchem Punkt jedoch ein Umschwung stattfand, ein Umdenken begann, sich etwas Neues seinen Weg bahnte, wird in dem Moment, in dem Sie ein Haus – im Grunde genommen jegliches Bauwerk – betrachten, häufig außer Acht gelassen. Dabei ist dieser Punkt (z. B. ein bestimmtes Ereignis) die Ursache für seine Existenz und ursprünglich oft sogar alleiniger Grund für sein Dasein in genau dieser und keiner anderen Form!
Städte haben sich entwickelt. Sie haben sich angepasst an die äußeren Umstände und Gegebenheiten, an wirtschaftliche Erfordernisse, an veränderte Bevölkerungszahlen, an technische Entwicklungen. Gelegentlich gab es erforderliche Veränderungen erst als Reaktion auf vorausgegangene, schmerzliche Erfahrungen. Sie wissen schon, dieses „aus Schaden wird man klug“ Ding.
Um bei dem konkreten Beispiel Hamburg zu bleiben:
Im Südosten der Stadt herrschte bereits seit dem 17. Jahrhundert eine sehr enge Bebauung. Dem ein oder anderen ist vielleicht der Begriff „Gängeviertel“ vertraut. Lauter schmale Gassen, Twieten und natürlich die Fleete. Die Fläche der ursprünglichen Altstadt war naturgemäß begrenzt, doch zu dieser Zeit erfolgte genau dort der Zuwachs, und im Alltag der Menschen spielte sich das weitaus meiste genau dort ab. Hier wurde nicht nur gelebt, hier wurde gleichzeitig gewerkt, gehandelt und gelagert. Ein Großteil der Warentransporte erfolgte über die Fleete direkt bis ans Haus.
Sie können sich vorstellen, dass dies nicht nur ein Idyll war …

Hören Sie das Klappern von Hufen auf dem Kopfsteinpflaster? Das Quietschen von Rädern eines Leiterwagens?
Ja, stimmt, es riecht sehr muffig hier. Es kommt vom Fleet. Hier werden noch die Abwässer hineingeleitet, und es ist warm im Moment. Nehmen wir lieber den Weg auf der anderen Seite, weg vom Wasser …
Moment, lassen Sie eben den Herrn mit dem Kohlensack durch! Er hat ziemlich schwer zu schleppen!
Kommen Sie, wir gehen hier entlang
Achtung! – Ja, ich meine Sie! – Ihr Saum schleift im Dreck!

Man hockte aufeinander wie die Sardinen in der Büchse und hatte seine erheblichen Probleme mit der Hygiene allgemein und der Wasserreinheit im Speziellen.
Warum sollte es seinerzeit anders gewesen sein als heute in Bezug auf Entscheidungen; man konnte sich damals zwischen Senat und Bürgerschaft lange nicht auf eine Filteranlage einigen und entnahm daher das Wasser weiterhin ungereinigt aus der Elbe – todesmutig, samt aller Bakterien!
Nein, nicht trinken! Schütten Sie das weg! Wir sind noch nicht wieder in der heutigen Zeit!

Der Große Brand in Hamburg von 1842, der nur unheimlich schwer unter Kontrolle zu bringen war – erst nach vier Tagen und erheblichen Zerstörungen – war die Ursache für weitere Wohnungsnot und führte zu einer zusätzlichen Konzentration der Bebauung.
In diesem Jahrhundert hatte man bereits mehrmals unter Cholera-Ausbrüchen gelitten, doch erst die Epidemie von 1892 führte dazu, dass man sich mehr als nur schöne Gedanken über eine Sanierung des Gebietes machte.
Die Speicherstadt mit ihren vielen Lagermöglichkeiten entstand bereits ab 1883. Das Freihafengebiet wurde geschaffen. Dadurch gewann man ein wenig Übung mit der Umsiedlung größerer Teile der Bevölkerung. Es wurde danach vielerorts nötig.

Kommen Sie ein Stück in diese kleine Nebengasse. Es ist gerade sehr laut durch den Baulärm, der hier herrscht.

Stellen Sie sich vor, wie die Entwicklung voranschreitet, das Eisenbahnwesen neu geordnet wird, der U-Bahn-Bau beginnt – neue Straßen notwendig werden. Der Handel floriert, die Hygiene wird besser, die Stadt wächst weiter. Man beschließt einerseits eine hafennahe Wohnbebauung, anderseits beginnt parallel das kontinuierliche Erobern neuer Flächen im nördlichen bis dato noch unbebauten Raum für Wohnzwecke. Die Außenalster hat ihren Namen übrigens daher, dass sie damals tatsächlich noch außerhalb der Stadt lag und die Bürger erst nach und nach die heutigen nördlichen Stadtteile Rotherbaum oder Uhlenhorst etc. besiedelten.
War zuvor schon der Bereich Lagerung im Wohnbereich nicht mehr üblich, so fand jetzt auch eine Trennung zwischen Wohnen und Arbeiten statt.
Die Kaufmannschaft in Hamburg können Sie sich zu diesem Zeitpunkt als aufstrebend vorstellen, denn mittlerweile hatte es den Zollanschluss gegeben. Ihr Einfluss auf sowie ihr Wirken für die Stadt war nicht unerheblich, so war es logisch und folgerichtig, dass die seinerzeit Zuständigen sich Gedanken machten, wie sie dem Raumbedarf der Kaufleute Rechnung trugen.
Ihre Lösung lautete: Kontorhäuser.

Wir haben zwei Bereiche in Hamburg, in denen sehr konzentriert Kontorhäuser anzufinden sind.
Im eigens geschaffenen Kontorhausviertel im Südosten den Stadt sowie im Westen der Stadt im Bereich der Straßen Neuer Wall, Große Bleichen, Poststraße, Hohe Bleichen etc.

Bronzemodell (Tastmodell) von Egbert Broerken -  City Hamburg  - Lage Kontorhäuser

Ein Überblick …

Hamburgs Kontorhäuser - Anschauungs- und Tastmodell der Stadt von Egbert Broerken mit hinzugefügter Beschriftung

Hamburgs Kontorhäuser – Anschauungs- und Tastmodell der Stadt von Egbert Broerken mit hinzugefügter Beschriftung

Dies schließt nicht aus, dass sie weitere einzelne Bauten überall in der City verstreut antreffen.
Im Endeffekt mussten auch dafür Bewohner weichen und umsiedeln. Irgendwie schien es eine Zeit lang praktischer, die Innenstadt mehr und mehr für das Arbeiten, Kaufen, Handeln zu nutzen und das Wohnen weiter zu verdrängen. Die Folge kennen Sie: Innenstädte, die mit Laden- bzw. Büroschluss absolut tot sind. Hochgeklappte Bürgersteige …
Viel, viel später erst folgten hier eine Kehrtwendung und die Bemühungen zur Wiederbelebung der ausgestorbenen Innenstädte …

Lassen Sie uns ein Stück den Jungfernstieg entlanggehen. Der typischen Flaniermeile. Gesehen werden auf der Promenade …
Wussten Sie, dass es unheimlich fein war, wenn man   g a n z … l a n g s a m … g i n g? Es geht ein Gerücht, dass Sie sich dem Tempo einer Schildkröte anzupassen hatten.
Bitte? Ihre Schildkröte rennt grundsätzlich?
Nun, ich bin nicht sicher, ob Sie mit dieser Ausrede durchgekommen wären.

Und noch etwas, was Sie vielleicht sehr entrüstet, wenn Sie es hören, ist folgende Legende:
Wenn die Damen der Gesellschaft in eben jenem Tempo graziös auf dem Jungfernstieg entlangpromenierten, gesellten sich häufig die Herren dazu und parlierten, was das Zeug hält. Manchmal kamen Sie dadurch zu spät zur Börse, die ihren festen Termin hatte.
Ein Ärgernis, ein Problem, das es zu beheben galt.
Was meinen Sie, wie die Lösung aussah? Hm?
Nein, die Herren wurden nicht ermahnt! Niemand raunte ungeduldig:
Herr Bankier Schröder, jetzt beenden Sie sofort Ihr Gesäusel und kommen gefälligst in die Puschen!
Oh nein! Stattdessen wurde den Damen  für die bewusste halbe Stunde vor Börsentermin sehr nahegelegt, das Promenieren zu unterlassen, da sie mit diesem unerhörten und absolut inakzeptablen Tun die selbstredend völlig unschuldigen Herren ablenkten!

Wir werden eine kurze Pause einlegen. Solange, bis sich die leichte Empörung einzelner, offenbar weiblicher Leser, wieder etwas gelegt hat. Ich höre hier jemanden grummeln …
Und werte männliche Bloggäste: Es gibt keinen Grund zu grinsen!

Himmel, wir sind von den Kontorhäusern abgekommen! Konzentration!

Unter Kontorhäusern versteht man reine Bürogebäude, die zwischen 1886 und 1938, meist in den norddeutschen Hafenstädten gebaut wurden. So auch in Hamburg. Charakteristisch für sie ist, dass sie als Stahl- und Betonbauten (ganz am Anfang noch Eisen- und Betonbauten) erbaut sind, die im Kontorhausviertel Klinkerfassaden haben. Dort sind die Häuser recht dominant, groß (oft mehrflügelig) und jedes Bauwerk hat seinen doch sehr individuellen Charakter.

Hamburgs Kontorhäuser - Das Chilehaus mit seiner markanten Form ... (Blogserie Michèle. Gedanken(sprünge)

Hamburgs Kontorhäuser – Das Chilehaus (Backsteinexpressionismus) mit seiner markanten Form …Das Motiv wurde sogar für eine 40-Pf-Briefmarke der Post verwendet

Die Kontorhäuser, die ab ca. 1896 bis zum Ersten Weltkrieg im Westen der City entstanden, haben hingegen vorne sehr häufig eine Sandsteinfassade, die Rückwand wurde aus einfachem Backstein errichtet.
Ihnen allen gemein ist ein regelmäßiger Grundriss und meist ca. fünf bis sieben Etagen. Für damalige Verhältnisse schon relativ hohe Bauten. Daher finden Sie oftmals Staffelgeschosse, d. h. die oberen Geschosse sind treppenförmig zurückversetzt, was eine optische Aufweitung erwirkt (dazu noch eine Anmerkung in einem späteren Teil der Serie).

Gut, dass wir gerade am Jungfernstieg stehen, so kann ich Ihnen anhand eines Bildes des Gutruf-Hauses (in dem jetzt auf der Jungfernstiegseite die Fa. Apple ihren Store eingerichtet hat) etwas über die vielfach gewählte Konstruktionsart erzählen.

Hamburgs Kontorhäuser - Säulenkonstruktion am Gutruf-Haus (Jungfernstieg/Neuer Wall)

Hamburgs Kontorhäuser – Säulenkonstruktion am Gutruf-Haus (Jungfernstieg/Neuer Wall)

Hamburgs Kontorhäuser - Zwar grau, aber nicht schmucklos: Die Säulen am Gutruf-Haus ...

Hamburgs Kontorhäuser – Zwar grau, aber nicht schmucklos: Die Säulen am Gutruf-Haus …

Sie finden bei Kontorhäusern ein Pfeilersystem vor, was bedeutet, dass aufgrund des Stahl- und Betonbaus die Möglichkeit gegeben ist, mit diesem System die Außenwände als tragend zu konstruieren und auf tragende Wände im Innern zu verzichten. Bei gleichmäßiger Verteilung der Fensterflächen, gewährt man somit die größtmögliche Flexibilität bei der Bestimmung von Raumgrößen und –formen. Das ist überaus wichtig gewesen, da es sich fast immer um Zusammenschlüsse von Kaufleuten handelte, die mit ihren verschiedenen Unternehmen unterschiedlicher Größe dort einzogen.
Das Merkmal eines Kontorhauses ist, dass es nie von einer Firma allein bezogen wurde – sonst war es kein Kontorhaus!
Heute gibt es diese strenge Regel für die restaurierten bzw. sanierten Kontorhäuser nicht mehr – die Bezeichnung hingegen ist geblieben.

Das Wort Kontorhaus geht übrigens zurück auf das franz. „comptoir“ (Zahltisch) bzw. das engl. „counting (room)“ (Zählraum). Kontor selbst hat etwas differierende Bedeutungen, doch wir wenden es hier auf die Häuser bezogen im Sinne von Bürogebäude an.
Auch wenn es sich oft lediglich um die Außenwände und das Treppenhaus handelte, die nach dem Krieg stehengeblieben waren, so hat man dennoch in den letzten Jahrzehnten alles darangesetzt, stilgetreu zu rekonstruieren und neu aufzubauen. Damals hatten die Erbauer je nach Zeitgeschmack die Fassaden und die beeindruckenden Foyers und Treppenhäuser in der Art der Neo-Renaissance, des Expressionismus, der Reformarchitektur oder auch des Jugendstils gestaltet. Die Neugestaltung erfolgte nach diesem Vorbild und durch die besondere Vielfalt der Stile ist jedes Haus heute wieder eine Entdeckung für sich.
Denkmalschutz besteht darüber hinaus für die weitaus meisten Bauten seit 1999.

Ich habe Ihnen im Blog bereits im letzten Jahr das Levante-Haus ein wenig näher gezeigt, welches durch seinen Umbau allerdings viele neue Elemente bekommen hat und heutzutage eine andere Funktion als ursprünglich ausübt. Es beherbergt z. B.  ein Hotel sowie eine Ladenpassage.
Die Kontorhäuser, die hier im Blog in der nächsten Zeit ihr Herz erobern könnten, sind auch heute noch Gebäude, in denen Firmen aller Branchen, Arzt-, Notar- und Rechtsanwaltspraxen oder auch Honorarkonsulate, honorige Clubs etc. ihren Sitz haben. Im Westen der Stadt, den heutigen „besseren“ Einkaufsvierteln, sehr häufig mit Geschäften und großflächigen Schaufensterfronten auf Straßenhöhe oder bis in den zweiten Stock.
Sie werden sicher überrascht sein, was es alles gibt, wenn sich die schweren Eingangstüren dieser Häuser für Sie öffnen. Kontorhäuser dienten nämlich nicht einzig und allein als Tagesherberge für arbeitswütige Kaufleute, sondern sie hatten Repräsentationscharakter. Man zeigte, was man hatte, zeigte, wie gut es einem ging, dass die Geschäfte florierten.
Vermutlich erahnen Sie jetzt auch, warum die Rückwände nur aus Backstein waren. Was scherte schon die rückwärtige Ansicht? Der Besucher kam von vorne …

Wir hingegen kommen zum Ende. Was ist nun also der Nutzen dieser Häuser? Warum haben Sie sich in gewisser Weise durchsetzen können?
Sagen wir einfach: Die Zeit war reif, und es war enorm praktisch. Der technische Fortschritt war noch nicht so weit gediehen, dass Verständigung über größere und selbst kleinere Entfernungen schnell und unkompliziert möglich war. Das Telefon hielt erst sehr viel später Einzug in die Kontore.
Im einem Zeitalter, in dem elektrische Telegrafenlinien genutzt wurden, gemorst wurde, sich erst ab 1894 langsam die Schreibmaschine in den Büros verbreitete, war es von unschätzbarem Wert, wenn Kaufleute ihre Handelsgeschäfte durch günstige Lage zueinander, schnelle Erreichbarkeit und bestmögliche Kommunikation untereinander erleichtern und beschleunigen konnten. Wenn sie Erfahrungen austauschen, Absprachen treffen, Informationen weitergeben, Papiere schnell weiterleiten konnten.
Bitte? Post?
Sicher, natürlich wurde schon Post auf den Weg gebracht. Nur Schriftstücke konnten, mussten aber nicht notgedrungen schnell eintreffen. Auch das ist heute nicht anders als damals …

Es machte vieles einfacher, wenn es im Erdgeschossbüro eines Kontorhauses nach dem Diktat nur eines kleinen Auftrags seitens des Chefs bedurfte:
Fräulein Stahmer, gehen Sie damit nachher gleich in den 2. Stock zum Sloman und lassen das von ihm gegenzeichnen!
Den Namen Stahmer mit einem hamburgisch-hanseatisch spitzen St gesprochen.
Fräulein S-tahmer.
Sie oder der Commis Hansen sprangen kurze Zeit später pflichtgemäß mit den Unterlagen in den Paternoster und rumpelten nach oben.

Wissen Sie was?
Genau das werde ich im nächsten Teil der Blogserie über Kontorhäuser mit Ihnen machen!
Ein sehr schönes Haus besuchen und Paternoster fahren!

Und atmen Sie durch, die Zeit der langen Texte ist vorbei …
Sie waren übrigens sehr tapfer heute. Schön, dass Sie durchgehalten haben! ^^
PS: JETZT dürfen sie gähnen.

Zum Abschluss noch ein Appetizer-Foto:

Hamburgs Kontorhäuser - Das Treppenhaus im Ludwigshof - Hohe Bleichen 19

Hamburgs Kontorhäuser – Das Treppenhaus im Ludwigshof – Hohe Bleichen 19 (Dieses Haus wird noch separat im Blog vorgestellt)

Anmerkung/Quelle:
Als Quelle für Jahresdaten und Konstruktionsdetails habe ich größtenteils Wikipedia zu Rate gezogen. Der Rest ist meiner Feder (Tastatur) entsprungen.

©August 2012 by Michèle Legrand

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Demnächst im Blog: „Hamburgs Kontorhäuser“ – Eine kleine Einführung für Sie

Liebe Blogleser, nehmen Sie sich bitte in Acht!
Es könnte sein, dass ich Sie mir in Kürze schnappe und Sie, ehe Sie sich versehen, mitnehme. Wir werden wieder gemeinsam etwas erkunden, was ich bisher alleine überaus gern bei Regen, alternativ aber auch bei erschreckender Hitze unternommen habe! Denn dort, wo ich hingegangen bin, war es stets sowohl trocken als auch – wie gewünscht – angenehm kühl.

Es bedeutet allerdings auch, Ihre Chancen, sich aus Wettergründen herausreden zu können, sinken auf ein Minimum. Ich lasse Ihnen dafür jedoch noch etwas Zeit zu überlegen – oder ggf. Fluchtmaßnahmen zu ergreifen. Falls Sie eine Auswanderung erwägen, nehmen Sie kein Land mit Visumspflicht! So viel Zeit für dieses ganze Antragsbrimborium gebe ich Ihnen nämlich nicht!

Worum es geht:
Ich möchte Ihnen gern besondere Kontorhäuser zeigen. Keine Bange, Sie sollen sie bloß kennenlernen! Sie brauchen hinterher auch keinen Aufsatz darüber zu schreiben!
Ach nein, jetzt kommen Sie mir bitte nicht gleich mit einem unqualifiziertem:
Och, Kontorhäuser – wie langweilig!
Es deutet auf unzureichende Information hin, ist voreingenommen und trifft absolut nicht zu!
Vielleicht deutet es nur darauf hin, dass Sie in Ihrer Jugend zu irgendwelchen Besichtigungen mitgeschleppt wurden, denen Sie so gar nichts abgewinnen konnten.
Passen Sie auf: Mir schwebt vor, Sie in Paternoster zu zerren, Ihnen Treppenhäuser zu zeigen, in denen Sie künftig am liebsten wohnen möchten und Sie werden staunen, was sich hinter manch fader Tür so alles verbirgt!
Sie sehen alte, sanierte bzw. restaurierte Bauten, aber auch Gebäude, die in neuerer Zeit hinzugekommen sind und ihren ganz anderen, ebenfalls besonderen Reiz haben.

Warum es eine Anleitung gibt:
Nicht jeder Blogbesucher mag lange Texte. Manch einer sucht hier vorrangig nach Fotos. Das ist in Ordnung, doch da andere Gäste den Bericht dazu – eine Mischung aus Erlebtem, besonderen Vorkommnissen, auftauchenden Fragen und sachlicher Information mögen – habe ich mich zu folgender Lösung entschieden:
Diejenigen unter Ihnen, die eine ungefähre Vorstellung davon haben möchten, wann, wie, warum und wo man diese Gebäude baute, finden zu Beginn einen Artikel mit Informationen. Das ein oder andere Foto wird sicher auch dort auftauchen.

Das Thema Kontorhäuser ist als Serie konzipiert, d. h. danach werden Ihnen in einzelnen Blogposts jeweils ein oder zwei Bauten vorgestellt. Hier liegt das Hauptaugenmerk auf den Fotos, der Text fällt geringer aus.
Fotoliebhaber können sich daher überlegen, ob Sie erst dort mit einsteigen.

Da ich immer wieder neue (bzw. schon alte, aber für mich neue) Häuser entdecke, wird es in lockerer, durchaus unregelmäßiger Folge, weitere Beiträge im Blog geben. Bei gleichbleibendem Titel nummeriere ich die Teile fortlaufend und ergänze jeweils den Link zum Hauptartikel für die, die später hinzustoßen.

Sind Sie dabei?

Es würde mich sehr freuen!

Ankündigung Blog / Hamburgs Kontorhäuser

Hamburgs Kontorhäuser – demnächst im Blog!

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