Alter Schwede! – Der Findling im neuen Gewand …

Es ging vor einigen Tagen durch sämtliche Medien. Sie haben es sicher auf irgendeinem Kanal mitbekommen. Der „Alte Schwede“, ein beeindruckend großer Findling, zeigte sich urplötzlich im neuen Gewand!
In Hamburg hatten Unbekannte in der Nacht zum 2. Januar 2019 den Stein mit einer Art Goldbronze überzogen. So mutierte der ursprünglich graue Riese am Elbstrand bei Övelgönne zum Goldnugget, das es schaffte, in-
nerhalb kürzester Zeit zu einem Motivhit in den sozialen Netzwerken zu werden, wo Fotos seiner wundersamen Wandlung wieder und wieder verbreitet wurden.
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Hamburg - Elbstrand bei Övelgönne - Andrang beim "Alten Schweden" im Goldgewand - Blick vom Strand aus flussabwärts

Hamburg – Elbstrand bei Övelgönne – Andrang beim „Alten Schweden“ im Goldgewand

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Mal lag der Fokus auf dem Stein, noch häufiger allerdings fungierte dieser als Selfie-Hotspot. In diesen Tagen des Goldrausches war der neue Look des Schweden als Hintergrund wohl noch begehrter als die sonst so angesagte Silhouette der Elbphilharmonie.

Vielleicht haben Sie auch gehört, dass aufgrund der Begeisterung über das Gold in kürzester Zeit die ersten Online-Petitionen auftauchten, die bewirken sollen, dass keine große Säuberungsaktion stattfindet, sondern
der neue Goldschatz bleibt, wie er ist.
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Hamburg - Elbstrand bei Övelgönne - "Alter Schwede" in Gold

Hamburg – Elbstrand bei Övelgönne – „Alter Schwede“ in Gold

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Wenn Sie allein die aktuellen Fotos betrachten, d. h. nur das jetzt Offensichtliche, das Optische, für eine Ent-
scheidung heranziehen, könnten Sie aus dem Bauch heraus zu dem Überzug sagen: „Sieht toll aus, soll so bleiben.“ Und vielleicht sagen siebentausend Kommentatoren bei Facebook oder Twitter das ebenfalls. Ein unisono erklingendes „Ja!“
Sie kennen das Phänomen Herdentrieb, nur liegt der Leithammel mit seiner Ansicht nicht unbedingt automatisch richtig. Ich behaupte nicht, er hätte unrecht, aber ist es angemessen sich festzulegen oder gar etwas zu fordern, ohne sich überhaupt vorher näher mit dem Thema befasst zu haben?

Seinen Sie unbesorgt, ich werde nicht mit dem erhobenen Zeigefinger  herumfuchteln, doch eine Meinung zu etwas kann man sich – dies ist meine ureigene Auffassung – nicht ohne Hintergrundwissen bilden. Alles andere ist bestenfalls ein Schnellschuss nach Teilbetrachtung, meist aber blindes Nachreden ohne Ahnung.
Informationen sind – gerade vor Entscheidungen – nicht nur zweckdienlich, es geht einfach nicht ohne! Wie wollen Sie sonst Argumente sammeln, prüfen und bewerten? Verstehen Sie mich richtig: Es geht nicht darum, WIE die Entscheidung im Endeffekt ausfällt. Es geht darum, wie man zu einer Entscheidung gelangt!

Hätten Sie Lust, den „Alten Schweden“ etwas näher kennenzulernen? Wo kommt er her, was macht ihn aus? Wo trieb er sich herum, warum liegt er am Elbstrand …
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Auch sie finden den Ausflug zum Goldstein spannend ... (Zwei Hunde neben dem Alten Schweden)

Hamburg – Elbstrand bei Övelgönne – Auch sie finden den Ausflug zum Goldstein spannend …

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Lernen Sie den „Alten Schweden“ kennen

In diesem Herbst jährt sich der Jahrestag seiner Entdeckung zum zwanzigsten Mal. Im Herbst 1999 befand sich die „Titan“ zu Ausbaggerungsarbeiten auf der Elbe. Zwischen dem 15. und dem 17. September arbeitete sie am nördlichen Elbufer nahe Övelgönne. Ziel der Aktion: eine Elbvertiefung.
Sie wissen, dass die Elbe bei Hamburg zu Beginn des 19. Jahrhunderts nur drei bis vier Meter tief war? Seit
der gerade erwähnten Elbvertiefung, die in den Jahren 1991-1999 stattfand, liegt die Sohle der Fahrrinne mindestens 14,9 Meter unter SKN (Seekartennull). Die seit Jahren geplante, zweitweise gerichtlich untersagte, zwischendurch unter Auflagen erlaubte, planungsmäßig nachgebesserte, neu diskutierte und äußerst um-
strittene, mehrmals herausgeschobene,  erneut angepeilte … usw. Vertiefung sieht eine neue Fahrrinnentiefe von 15,9 bis 17,1 m vor. Doch zurück zur „Titan“.

Die Spezialfirma ist an diesen Tagen mit ihrem Eimerkettenbagger im Einsatz, dessen 65 Schaufeln unermüdlich Schlick und Schlamm aus der Tiefe holen.
Nur plötzlich, man buddelt an der seinerzeitigen Flusssohle in einer Tiefe von 13,5 Metern, rumst es mächtig. Die Eimer stoßen auf Widerstand, der sich nicht aus dem Weg räumen lässt. Schluss mit Baggern und Prüfung der Situation.
Eine Bombe aus dem II. Weltkrieg scheidet als Möglichkeit aus, die hätte der Bagger in seinen großen Schaufeln mit nach oben befördert. Ein Wrack, Reste eines uralten Kutters? Auch dies scheint immer unwahrscheinlicher. Die Vermutung geht bald dahin, dass man es mit einem außergewöhnlich großen Felsbrocken zu tun haben müsste.
Was tun? Muss man überhaupt was tun?

Ein Laie denkt vielleicht spontan, war nicht eben von Ufernähe die Rede? Spielt ein widerspenstiger Hubbel am Elbgrund da überhaupt eine große Rolle? Die Fahrrinne ist doch schließlich mehr in der Flussmitte …
Doch der Brocken hatte sich einen denkbar ungünstigen Liegeplatz ausgesucht. Er befand sich genau im Drehkreis zwischen Parkhafen und Övelgönne. Zum Parkhafen führt ein Elbabzweiger schräg gegenüber von Övelgönne. Genau hier drehen viele Schiffe, die via Parkhafen Richtung Waltershof zu den Container-Terminals fahren wollen. Sie brauchen für ihre Abbiegemanöver Platz. So wie der Containerfrachter, den Sie auf dem folgenden Bild sehen.
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Hamburg - Elbstrand mit "Altem Schweden" bei Övelgönne - CMA CGM Bougainville dreht

Hamburg – Elbstrand mit „Altem Schweden“ bei Övelgönne – Containerfrachter CMA CGM Bougainville dreht auf der Elbe zur Einfahrt in den Parkhafen

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Die Containerschiffe des französischen Schifffahrts- und Logistikunternehmens CMA CGM gehören zu den größten der Welt! Die CMA CGM Mumbai auf dem Foto weiter unten fährt unter der Flagge von Hong Kong und ist ganz neu (Bj. 2018). Fast 336 m lang und gut 48 m breit …
Die drehende CMA CGM Bougainville auf dem Foto oben ist unter franz. Flagge unterwegs. Sie ist noch größer: 398 m lang und 54 m breit

Parkhafen nennt sich übrigens nur das erste Stück der Elbabzweigung. Gleich hinter dem Leuchtturm Waltershof geht es rechts ab zum Petroleumhafen. Direkt an dieser Abbiegung befinden sich die Containerbrücken am Bubendey-Ufer.
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Hambug - Elbe - Einfahrt zum Parkhafen (rechts Bubendeyufer)

Hambug – Elbe – Einfahrt zum Parkhafen (rechts Bubendeyufer)


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Fahren die Frachter hingegen weiter geradeaus, gelangen sie in den Waltershofer Hafen mit seinem großen HHLA Container Terminal Burchardkai und gegenüber dem Eurogate Container Terminal.

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Hamburg - Elbe - Containerfrachter CMA CGM Mumbai läuft in Hamburg ein

Hamburg – Elbe – Containerfrachter CMA CGM Mumbai läuft in Hamburg ein

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Was immer am Grund der Elbe Widerstand leistete, es musste herausgeholt werden. Nun waren vor weiteren Planungen zunächst Taucher nötig, die die Lage vor Ort erkunden mussten.
Das Tauchschiff „Düker to“ erschien vor Övelgönne. Ein Taucher in Spezialausrüstung startete seinen ersten Sondierungstauchgang bei Niedrigwasser. Viel sehen konnte er auch mit Lampe nicht, also fühlte er die Form ab. Da er einen Spalt auszumachen glaubte (nur mit Mergel gefüllt), stand kurz die Frage im Raum, ob es evtl. zwei nebeneinander liegende Riesensteine sein könnten.
Am nächsten Tag stand jedoch fest, es ging um einen Findling, dessen Gewicht auf 200 bis 300 Tonnen geschätzt wurde. Und das Bemerkenswerteste an der ganzen Sache war, er war uralt! Ein geologischer Sensationsfund, der sage und schreibe 1,8 Milliarden Jahre auf dem Buckel hat und während der Elster-Eiszeit (auch: Elster-Kaltzeit bzw. Elster-Glacial) vor 400.000 bis 320.000 Jahren als Gletschertransport zu uns kam.

Bis er exakt vermessen werden konnte, verging noch etwas Zeit, denn zuerst musste er geborgen werden. Was im ersten Anlauf erst einmal schiefging. Der Schwimmkran „Taklift 4“ hatte ihn bereits mit dicken Stahlseilen aufgenommen, doch der Findling rutschte heraus und landete wieder im Fluss. Was bei einem Stein dieses Ausmaßes nicht nur ein bisschen platscht oder ploppt, sondern reichlich Wellengang und Spritzer verursacht. Denken Sie nur an die berühmten A…bomben im Schwimmbad. Und die sind wirklich nichts dagegen!

Der nächste Versuch, der fünf Tage später erfolgte, glückte. Am 18. Oktober 1999 wurde der Koloss genau um 17.14 Uhr am Strand abgesetzt. Dort wo er heute steht, egal, was zwischendurch für Pläne und Ideen hinsichtlich anderer Standorte aufkamen.
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Hamburg - Elbstrand bei Övelgönne - "Alter Schwede" - Der Goldschwede im Gegenlicht (Blick Richtung Wasser)

Hamburg – Elbstrand bei Övelgönne – „Alter Schwede“ – Der Goldschwede im Gegenlicht

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An Land ließen sich genauere Untersuchungen vornehmen. Die Vermessung ergab eine Höhe von 4,5 m, einen Umfang von ca. 20 m, sein Gewicht beläuft sich auf 217 Tonnen. (Als Gewichtsvergleich können Sie sich sechs große, vierachsige LKW vorstellen.)

Geologen entdeckten Schrammen und Furchen im Stein. Speziell recht markante, parallel zueinander ver-
laufende Schrammen auf dessen Nordseite, was sie als Bestätigung dafür sahen, dass andere Gesteins-
brocken direkt an seiner Oberfläche vorbeirutschten.
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Hamburg - Elbstrand bei Övelgönne - "Alter Schwede" (gold) - Aus der Nähe ...

Hamburg – Elbstrand bei Övelgönne – „Alter Schwede“ (gold) – Aus der Nähe …

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Nach weiteren Prüfungen des Mineralbestands des Findlings, kam man zu dem Schluss, dass es sich bei dem Findling um einen schwedischen Burschen handelt, der per Gletschermitreisegelegenheit durch die Ostseesenke von Südschweden bis zu uns eine recht beachtliche Strecke zurückgelegt hat.
Die Gesteinsanalyse ergab, dass es sich um den Grauen VäxjöGranit (Granodiorit) handelt, eine Granitart, die in Schweden in der Region Ost-Småland vorkommt.

Stellen Sie sich gedanklich die Küste Südschwedens vor, peilen zwischen Kristianstad und Karlskrona etwa die Mitte an (Karlshamn) und streben von dort noch 100 km senkrecht nach Norden. Dort liegt Småland. Zwischen dem Ausgangspunkt der Findlingsreise und Hamburg liegen insgesamt gut 500 km Strecke! Wie lange es wohl gedauert hat, bis der Findling die Elbe erreichte?
Ich las in einem Bericht, dass man davon ausginge, der Stein hätte seit etwa 100.000 Jahren an seinem Platz auf dem Grund der Elbe gelegen. Eine Angabe, die ich mir gerade gar nicht vorstellen kann, denn zwischen der Elster-Kaltzeit und dieser Zeitangabe liegen 220.000-300.000 Jahre. Es hieße, der Findling wäre erst über 200.000 Jahre nach Ende der genannten Eiszeit an der Elbe eingetroffen. Wie soll das denn passiert sein, wenn die Gletscher schon längst abgeschmolzen waren und gar nicht mehr als Transportmittel fungierten?
Aber vielleicht unterliege ich einem gedanklichen Irrtum oder lasse irgendeine andere nötige Information dazu außer acht. Eventuell hat ja eine später stattgefundene Kaltzeit (Saale-Komplex) eine Rolle gespielt.

Der Einwanderer wurde am 6. Juni 2000 getauft. Nach einer Umfrage und nach Eingang zahlreicher Namensvorschläge entschied man sich für den mehrdeutigen Begriff „Alter Schwede“.
Kaum war er an Land, ging es auch schon los mit den Schmierereien. Schriftzüge, Kleckse. Graffiti der unattraktiven Art.
Sollte man ihn umplatzieren? Dort, wo man ihn besser im Blick (unter Kontrolle) hatte? Ole von Beust lieb-
äugelte mit Planten und Blomen, aus anderer Ecke kam der Vorschlag Spielbudenplatz (Reeperbahn) auf,
und der damalige Tourismuschef Dietrich von Albedyll hätte ihn gern am Museumshafen Övelgönne gesehen. Ein Landwirt und Künstler aus Büchen schlug vor, den Stein auf Betonstelzen stellen.
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Hamburg - Elbe - Blick elbaufwärts zum Museumshafen Övelgönne mit ehem. Union-Kühlhaus (heute Augustinum)

Hamburg – Elbe – Blick elbaufwärts zum Museumshafen Övelgönne mit ehem. Union-Kühlhaus (heute Augustinum)

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Hamburg - Neumühlen - Museumshafen Oevelgönne e. V. - Im Vordergrund ankernde Segler (Holzboote

Hamburg – Neumühlen – Museumshafen Oevelgönne e. V.

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Nichts von alledem wurde in die Tat umgesetzt, doch etwas anderes passierte: Man deklarierte den Stein als „Naturdenkmal“ und verband damit die Hoffnung, auf diese Art weiteren Verschandelungen vorzubeugen. Ein Naturdenkmal darf nicht beschädigt, zerstört oder verändert werden. (Noch nicht einmal beklettert.) Ansonsten drohen Geldbuße und Freiheitsentzug. Der neue Status sollte für Abschreckung sorgen – was natürlich nicht immer klappte.
Um wenigstens das Eindringen von Farbe bis in die Poren zukünftig zu verhindern, bekam der Stein eine Spezialversiegelung. Graffiti können nun wesentlich einfacher entfernt werden. Sie sitzen lediglich auf der geschützten Granitoberfläche und lassen sich abwaschen.

Und das bringt uns zurück in die heutige Zeit.
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Hamburg - Elbstrand bei Övelgönne - "Alter Schwede" in Gold - Blick von Landseite aufs Wasser und flussabwärts

Hamburg – Elbstrand bei Övelgönne – „Alter Schwede“ in Gold – Blick flussabwärts

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Die Goldfarbe oder -bronze, die Anfang Januar verwendet wurde, hält auf der Versiegelung natürlich auch nicht dauerhaft. Schon nach zwei, drei Tagen blickte an vielen Stellen das Grau des Granits wieder durch, und wer über den Goldbezug wischte, glänzte hinterher selbst.

Während  sich nach Bekanntwerden der Nacht-und-Nebel-Aktion „Goldschwede“ alles in heller Aufregung befand und die zuständige HPA (Hamburg Port Authority) schon von Säuberungskosten im fünfstelligen Bereich und einer Strafanzeige sprach, scheint es mittlerweile so, dass sich die Angelegenheit – würde man nur lang genug warten – von ganz alleine regelt.
Andererseits ist man auf Behördenseite über Vandalismus und eigenmächtige Aktionen an Naturdenkmälern natürlich alles andere als begeistert und möchte so etwas auch nicht ungestraft durchgehen lassen.

Hier erleben wir nun den seltenen Fall, dass Vandalismus ein recht ansprechendes Objekt hervorgebracht hat und dass den unbekannten Tätern wohl auch sehr bewusst war, dass das Resultat ihrer unerbetenen Ver-
schönerungsaktion nur eine kurze Überlebensdauer haben würde.

Was denken Sie, wie die Sache ausgeht? Bis zum 8. Januar hätte ich gesagt, der Findling wird wieder grau,
und es legt sich ganz allmählich ein Mantel des Schweigens über das Ganze. Die Petitionen zum Erhalt des Goldgewands werden wirkungslos bleiben, der Enthusiasmus abebben und in ein paar Wochen werden nur noch gelegentlich Gespräche beim Kaffee so verlaufen: „Weißt du noch, als der Alte Schwede plötzlich gold war …?“
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Hamburg - Elbstrand bei Övelgönne - "Alter Schwede" in Gold (Blick Richtung Land)

Hamburg – Elbstrand bei Övelgönne – „Alter Schwede“ in Gold

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Am 9. Januar lese ich allerdings im Hamburger Abendblatt, die Hafenbehörde (HPA) sei plötzlich offen für den Vorschlag, dass der Findling neu vergoldet wird. Dauerhaft lackiert! Es läge alles nur an der Politik. Wenn es eine politische Entscheidung dafür gäbe, ja, dann würde man sich darum kümmern …

Was vom Ablauf her gar nicht anders geht. Die HPA muss sich an die Vorschriften für Naturdenkmäler halten. Aber sie hat es gleichzeitig recht gut. Obwohl grundsätzlich zuständig, wenn es um dieses Denkmal geht, ist sie nicht mehr der Buhmann, der eine Vergoldung kategorisch ablehnt und sich echauffiert, sondern sie gibt den Schwarzen Peter lässig weiter. Es bleibt spannend …

Liebe Leser, Sie sind nun im Besitz von Informationen über den Einwandererstein. Kennen die Bewandtnis, die es damit hat, wissen um sein sagenhaftes Alter, ermessen die Besonderheit des Granits, haben eine Vorstellung von dem langen Weg, den er auf ungewöhnliche Art zurücklegte. Alter Schwede – ein einmaliger Zeitzeuge.

Die Frage ist:
Ist er das mehr in seiner natürlichen Form? Nicht so prunkvoll, aber mit allen Zeichen dessen, was vor vielen Jahrtausenden stattfand bzw. auf seiner Reise passierte.
Oder ist er das (ebenso) als Traum in Gold? Als in der Sonne leuchtender Schatz am Elbstrand. Außen schön – das andere weiß man, sieht es aber nicht mehr so genau.

Die Entscheidung ist nicht ganz leicht. Was mir dabei durch den Kopf schießt: Wenn es lediglich um einen goldenen Eyecatcher am Strand geht, wäre es dann nicht ebenso gut möglich, ein anderes Objekt dafür auszuerwählen? Es müsste nicht notwendigerweise ein 1,8 Mrd. Jahre alter Granitbrocken mit einmaliger Geschichte zugekleistert werden …

Was hielten Sie zum Beispiel davon, eine neue Form (Hohlform, Guss, Betonkörper o. a.) zu erschaffen. Ich denke an etwas Nasenähnliches. Auffällig groß natürlich, wie es auch beim Alten Schweden der Fall ist. Das Ganze wird mit Gold überzogen und unterhalb von Süllberg und Treppenviertel am Elbstrand platziert. Der Name der auf Hochglanz polierten Attraktion: „Blanke Neese“.
Und mit einem Schlag hätten wir nicht nur ein Wahrzeichen für das noble Viertel* nebendran, sondern gleich zwei Anziehungspunkte als Beginn und Ende einer „Goldroute“ entlang des Elbstrands von Övelgönne nach Blankenese.

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*Blankenese (Stadtteil Hamburgs), Neese hamburgisch für Nase

Quellen bzw. weiterführende Berichte:
Hamburger Abendblatt – Druckausgaben
3.1.2019 – Alter Schwede glänzt jetzt in Gold (Edgar S. Hasse und Jonas Backhaus)
4.1.2019 – Bleibt der Alte Schweden golden? (Peter Ulrich Meyer und Matthias Popien
9.1.2019 – Wird der „Schwede“ neu vergoldet? (Louisa Rascher)

Hamburger Abendblatt, Geschichtswerkstatt (Jan Haarmeyer), 16.09.2009 –
„Alter Schwede“ – Der Koloss aus der Kälte (Bericht zehn Jahre nach seiner Entdeckung)
(Zugang zum Artikel möglicherweise kostenpflichtig. Hier lohnt der Versuch, den Titel so als Suchbegriff einzugeben, ohne Linknutzung!)

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Alter Schwede – Nachtrag

Ein kleines Update am 31. Januar 2019

Vier Wochen sind mittlerweile vergangen. Der Goldglanz ließ unter Einfluss der Witterung nach. Wahrscheinlich wäre es dabei geblieben, hätten nicht am Dienstag (29.01.2019) Vandalen den Findling aus der Eiszeit erneut als Ziel ausgesucht und ihn diesmal für – wie man vermutet – politische Parolen missbraucht und verschandelt.
In seiner unteren Hälfte wurden in der Art einer Banderole in gleichmäßigem Abstand zueinander auf der Spitze stehende gelbe Dreiecke mit grünem Rand aufgetragen. In den Lücken dazwischen erscheint jeweils ein schwarzes Sternchen. Man liest die ebenfalls schwarz geschriebenen Wörter: WAR STARTS

Welcher  Krieg da beginnt oder angekündigt wird überlegen nun die Behörden und voraussichtlich auch der Staatsschutz, da man meint, die Gestaltung erinnere an die Bewegung „Freiheits- und Demokratiekongress Kurdistan (Kadek), eine Nachfolgeorganisation der PKK.
Die nächste, bereits heute (Donnerstag 31.01.19) erfolgende Aktion seitens der HPA (Hamburg Port Authority) wird sein, den „Alten Schweden“ sandzustrahlen. Eine Generalreinigung wiederum hat zur Folge, dass damit auch jeglicher Goldrest verschwinden wird …

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©by Michèle Legrand, Januar 2019
Michèle Legrand, Blog ->Michèle. Gedanken(sprünge)

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  1. #1 von mannedante am 11/01/2019 - 19:07

    Puh, durchgelesen! Klasse geschrieben, toller Vorschlag mit der Nase. Ein goldener Pfeffersack ist auch denkbar. Viele Grüße Manne

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    • #2 von ladyfromhamburg am 11/01/2019 - 19:12

      DAS ist natürlich auch eine klasse Idee und eine beziehungsträchtige Verbindung! Hallo Manne, danke für den Vorschlag und überhaupt für deine Reaktion! Hat mich sehr gefreut!

      Lieber Gruß
      Michèle

      Gefällt 3 Personen

  2. #3 von Werner am 11/01/2019 - 19:10

    Wenn man mich auf den „Alten Schweden“ angesprochen hätte, wäre mein erster Gedanke in Wismar gelandet.´Ich hätte weniger an ein Relikt aus der Eiszeit in Hamburg gedacht. So habe ich durch deinen interssanten Bericht wieder etwas dazu gelernt, das mir völlig fermd war. Danke dafür. LG Werner

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    • #4 von ladyfromhamburg am 11/01/2019 - 19:21

      Hallo Werner, nun mit deiner Assoziation liegst du ja durchaus auch richtig. Der „Alte Schwede“ in Wismar ist wirklich eine Institution!

      Wenn man wie ich in Hamburg wohnt und gerade seit der Goldaktion gefühlt täglich darüber hört oder liest, entsteht schnell der Eindruck, dass durch die Sozialen Medien das Thema im Nu in alle Winde verbreitet ist und keiner mehr daran vorbeikommt. Ich hatte schon fast Bedenken, es im Blog aufzunehmen, doch da bei mir ja nie nur Fotos, sondern auch viel zur Historie erscheint, dachte ich mir: Irgendetwas Neues oder nicht gerades Gelesenes wird schon für jeden dabei sein. ^^
      Danke fürs Hereinschauen! Freut mich, dass du auch an diesem „Alten Schweden“ in Hamburg Interesse hattest!

      LG Michèle

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  3. #5 von absengeralois am 11/01/2019 - 19:19

    SUPER,der Alte Schwede hat sich das Gold verdient.

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    • #6 von ladyfromhamburg am 11/01/2019 - 19:24

      Man müsste ihn jetzt mal fragen können, was er davon hält, nicht wahr? ^^ Goldwert ist er allemal!
      Danke für deine Reaktion, Alois!

      LG Michèle

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  4. #7 von siebeninseln am 11/01/2019 - 19:26

    Danke Michèle, interessant und ich habe wieder etwas dazu gelernt. Viele liebe Grüße, Dagmar

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    • #8 von ladyfromhamburg am 11/01/2019 - 19:33

      Freut mich! Danke fürs Hereinschauen, Dagmar!

      Schönes Wochenende und lieber Gruß zurück,
      Michèle

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  5. #9 von Silberdistel am 11/01/2019 - 20:10

    Als ich das erste Mal vom großen Goldnugget hörte, konnte ich mir irgendwie ein Grinsen nicht verkneifen. Andererseits habe ich eigentlich generell etwas gegen die Bemalung von Steinen. Jeder Naturstein für sich hat seinen eigenen Zauber und den nimmt man ihm mit einer künstlichen Bemalung. Aber in diesem Falle schlagen irgendwie auch zwei Herzen in meiner Brust 😉 😀
    Doch Deine Idee mit der „Goldroute“ finde ich durchaus interessant. Noch viel interessanter finde ich aber die Geschichte Eures „Alten Schweden“ an sich. Danke für diese spannende Bildungsreise und liebe Grüße von der Silberdistel

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    • #10 von ladyfromhamburg am 11/01/2019 - 21:37

      Vielen Dank für deine lieben Zeilen! Du hast sicher gemerkt, dass ich auch ein bisschen hin- und hergerissen war, weil das Resultat der Malaktion sich schon sehen lassen kann. Ich hätte es wirklich nur gern bei einem anderen Gegenstand gesehen.
      Liebe Silberdistel, es freut mich sehr, dass dir die Geschichte des „Alten Schweden“ gefiel und du hier wieder mit von der Partie warst!
      Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende!

      LG Michèle

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  6. #11 von House of Heart am 11/01/2019 - 20:19

    So viele interessante Sehenswürdigkeiten in Hamburg. Ich muss einmal dort sein. danke yiu forvyhe virtusl touren. so viel Spaß, Liebe Michele. I hope this made sense, my German leaves much to be desired. 😊♥️

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    • #12 von ladyfromhamburg am 11/01/2019 - 21:54

      Holly, thanks for commenting – even in German! Of course I could understand! :) Glad to read that you enjoyed the latest excursion to the „Old Swede“!

      Did you know that the German denomination „Alter Schwede“ does not only define the Swedish origin of this large boulder but also is an idiom which you can use in case of surprise or blank astonishment? („Wie alt ist der? Schon 1,8 Mrd. Jahre? Wirklich? Alter Schwede!“ – „What’s his age? Already 1.8 billion years? Gosh!“)

      Have a nice weekend!
      Michèle

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  7. #13 von Ewald Sindt am 11/01/2019 - 20:23

    Liebe Michèle,
    soviel Text, ich bewundere dich! Meine Meinung zu dem Thema ist kurz und bündig.
    Ein Naturstein ist und bleibt ein Naturstein. Will jemand Nuggets haben, soll er Styropor im Garten anmalen.
    Lieben Gruß, Ewald

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    • #14 von ladyfromhamburg am 11/01/2019 - 21:58

      Hallo Ewald, das ist doch eine klare Ansage. :) Ich sähe es auch lieber an anderer Stelle, auch wenn ich das Ergebnis – optisch betrachtet – ganz gelungen finde. Vielleicht lässt sich doch noch ein neues – geologisch weniger relevantes – Objekt zum Vergolden ausfindig machen.

      Danke für deinen Kommentar! Schönes Wochenende!

      LG Michèle

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      • #15 von Ewald Sindt am 11/01/2019 - 22:02

        Liebe Michèle,
        habe es noch nicht im Original gesehen, aber ich denke das Original sollte so bleiben. Goldenes haben wir ja schon, Fassede auf der Vettel…
        Auch dir einschöbest Wochenende
        Lieben Gruß, Ewald

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      • #16 von ladyfromhamburg am 11/01/2019 - 22:26

        Der Stein sieht mit lieblosen Graffiti manchmal nicht so doll aus. Die werden jedoch immer wieder entfernt. Der Granit selbst mit allen seinen Strukturen ist schön – und seine Geschichte sowie sein unvorstellbares Alter machen ihn eben zu etwas Besonderem.
        Anders als bei der Findlingsbemalung, wurde die Goldfassade auf der Veddel ja richtig (und verdammt teuer) in Auftrag gegeben. Als dauerhafte Sache. Nun, bedeckt auch „nur“ schnöde Klinker. Ich kenne das Ansinnen und die Idee dahinter, doch so wirklich verstanden habe ich die enorm kostspielige Blattgold-Aktion trotzdem bis heute nicht.
        LG Michèle

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      • #17 von ladyfromhamburg am 11/01/2019 - 22:26

        Der Stein sieht mit lieblosen Graffiti manchmal nicht so doll aus. Die werden jedoch immer wieder entfernt. Der graue Granit selbst mit allen seinen Strukturen ist schön – und seine Geschichte sowie sein unvorstellbares Alter machen ihn eben zu etwas Besonderem.
        Die Goldfassade auf der Veddel wurde ja richtig (und verdammt teuer) in Auftrag gegeben. Als dauerhafte Sache. Bedeckt ja auch „nur“ schnöde Klinker. Ich kenne das Ansinnen und die Idee dahinter, doch so wirklich verstanden habe ich die enorm kostspielige Blattgold-Aktion trotzdem bis heute nicht.
        LG Michèle

        Gefällt 1 Person

      • #18 von Ewald Sindt am 11/01/2019 - 23:22

        Geht mir genauso…

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  8. #19 von Corinna am 11/01/2019 - 21:50

    Sehr interessanter Bericht, vielen Dank:)….ich glaube, das die „Künstler“ vielleicht bewußt eine Farbe gewählt haben die sich von selbst wieder „abwäscht“ und nicht dauerhaft ist…und somit ist es für mich in diesem Fall eher eine Aktion, die zum Schmunzeln verleitet.:-) Und wenn die Farbe wieder runter ist, sollte der Findling einfach so bleiben wie er ist, ein Naturstein mit langer langer Geschichte:-) Liebe Grüße Corinna

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    • #20 von ladyfromhamburg am 11/01/2019 - 22:16

      Es ist tatsächlich eine reine Vermutung, doch ich gehe auch davon aus, dass a) Kenntnis über die vorhandene Versiegelung herrschte und b) bewusst die Wahl auf eine Farbe fiel, die jetzt nicht explizit dafür gemacht war, im Außenbereich auf kritischen Untergründen besonders gut zu haften. Auch deshalb, weil man im Dunkeln und ohne Kompressor (zu laut) arbeiten musste, standen in meinen Augen für eine schnelle Aktion eigentlich nur Spraydosen zur Verfügung. Und diese Bronzesprays sind bekanntermaßen keine extrem hartnäckigen Lacksprays …
      Vielleicht ging der Gedanke auch noch in eine andere Richtung: Würde man wider Erwarten erwischt werden, würden solche Punkte garantiert milder stimmen. Der Stein hat nicht allzu großen Schaden genommen, die Säuberung von noch vorhandenen Goldresten ist machbar …

      Corinna, vielen Dank fürs Hereinschauen und deinen Kommentar dazu!
      LG Michèle

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  9. #21 von kowkla123 am 12/01/2019 - 12:12

    danke für den Bericht, mache es dir gemütlich und entspanne dich, Klaus

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  10. #23 von Stefanie am 12/01/2019 - 13:25

    Liebe Michèle, was mir so gut gefällt an diesem Beitrag: er ist eine tolle Parabel für alle möglichen einfachen Lösungen und Forderungen, die derzeit durchs Netz dröhnen. Ein schönes Wochenende wünsche ich Dir, Stefanie
    PS.: Die „Blanke Neese“ ist klasse. Gegenüber würde ich den „Großen Glanz“ (von Cranz) platzierten.

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    • #24 von ladyfromhamburg am 12/01/2019 - 15:51

      Stefanie, herzlichen Dank für nicht nur die Anmerkung über den Beitrag (Parabel und den Zuspruch hinsichtlich Blanke Neese, sondern auch für die zusätzliche Idee! Großer Glanz von Cranz ist herrlich! Ich sehe schon, wir Blogger und Leser hier haben beim Brainstorming (im Sinne von reiner Ideensammlung, ohne wirklich zu lösendes Problem dahinter) die wunderbarsten Strategien und binden auch gleich das andere Elbufer mit in die Pläne ein.
      Für weniger aktive Spaziergänger bzw. um das andere Elbufer zu erreichen, wird mit der HADAG gleich noch eine Sonderfährverbindung eingerichtet, die alle güldenen Objekte abklappert. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann sich die Tourismuszentrale mit ihren großzügig dotierten Beraterverträgen an uns wendet. :)

      Danke für deine Zeilen! Schönes Wochenende!
      LG Michèle

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  11. #25 von Ulli am 12/01/2019 - 15:07

    Ich stimme für das Original Alter Schwede und für die Blanke Neese in Pinocchioform.
    Danke für diesen ausführlichen, lehrreichen und auch humoristischen Beitrag,
    herzliche Grüße
    Ulli

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    • #26 von ladyfromhamburg am 12/01/2019 - 15:53

      Hallo Ulli, das wäre auch für mich eine gute Lösung. Freut mich, dass du Stellung nimmst und auch, dass der aktuelle Beitrag über den Findling bei dir Anklang gefunden hat! Vielen Dank!
      Herzlicher Gruß auch zurück!
      Michèle

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  12. #27 von rejekblog am 13/01/2019 - 00:03

    Hallo Michèle,
    wieder einmal neige ich mein gold-rot gelocktes Haupt. Ein sensationell genialer Beitrag. Ich lese, im Hintergrund singt rein zufällig Simply Red „Holding back the years“ und ich bin mitten im Geschehen und Problem. 1.8 Mrd Jahre Natur oder vergoldete Kunst. Nun, ich hadere, ich weiß nicht. Habe ein ähnliches Dilemma. Jetzt kein Witz. Habe im Laufe der Jahre ein recht dicke Nase erhalten. Ohrläppchen und Nase wachsen immer weiter. Je älter der Inhaber, je größer der Brocken mittig. Und nun fragte ich mich mal, soll ich der Natur auf die Sprünge helfen. Ließ den Gedanken aber sehr schnell fallen und der Nase seine eigenartige Schönheit. Auch, wenn der ein oder andere der mich sieht, sagt: „Mein alter Schwede.“ Und so würde ich es auch mit dem Stein halten. Ich meine, wo haben wir den noch unberührte Natur? Etwas echtes? Wo man davor steht und sich darüber im Klaren wird, was lausige 80 Menschenjahre sind. Und der Stein dort noch stehen wird, wenn die ganze Menschheit zu Staub zerfallen sein wird.
    Und, nicht alles was Gold ist glänzt.

    Ich danke dir sehr für deine ausführlichen Informationen und Fakten. Sie halfen mir. Ich wäre für einen grauen Schweden.

    Liebe Grüße, Peter

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    • #28 von ladyfromhamburg am 13/01/2019 - 16:19

      Hallo Peter,
      recht herzlichen Dank für deinen Kommentar höchst persönlicher Art, der erstaunlich nachvollziehbare Parallelen zwischen deinem werten Riechorgan und dem Alten Schweden zog! Was so ein besonderes Original ist – ich spreche von Beidem – muss im Echtzustand erhalten bleiben. Außer sie oder er geriete in eine Notlage – sprich: bei deiner Nase wäre die Riechfunktion betroffen bzw. sie drohte abzubrechen, und der Findling liefe Gefahr, komplett im Elbsand zu versinken oder sich ohne Übergewand in Nichts aufzulösen. Alles höchst unwahrscheinliche Aussichten …

      Wie dir imponiert mir dieses unglaubliche Alter. Nahezu unvorstellbar, wenn ich versuche, Vergleiche zu bemühen. Während es bei Gewicht oder Größe locker gelingt, scheitere ich bei Milliarden von Jahren. Ich versuche mir dazu immer noch – vor allem bildlich! – vorzustellen, wie ein Koloss dieser Größenordnung es schafft, eine derartige Strecke hinter sich zu bringen. Selbst unter Berücksichtigung der Tatsache, dass er sich inmitten eines Riesengletschers mit Massen von Geröll drumherum befunden hat und alles durch Tauen ins Rutschen und Gleiten geriet. Mal eben u. a. durch die Ostseesenke … Ein Wahnsinn.
      Die Furchen und Rillen, die Streifen und Schrammen, die er dadurch davongetragen hat, die mag ich einfach nicht zugekleckert wissen …

      PS: Deine Abwandlung des „Glänz-Gold“-Sprichwortes gefällt mir außerordentlich gut! ^^

      Es hat mich gefreut, dass du wieder hereingeschaut und deine Gedanken dazu hinterlassen hast! Schönen Sonntag!
      LG Michèle

      Gefällt 1 Person

  13. #29 von gsharald am 13/01/2019 - 08:20

    Hallo Michele,

    danke für den interessanten und informativen Bericht.

    Neben den Informationen über den Findling, finde ich auch die Erläuterungen zum Hafen sehr interessant. Du hast bestimmt einiges an Zeit gebraucht die Dinge zusammmen zu tragen. Wenn man so einen Stein sieht, macht man sich normalerweise keine Gedanken über die Hintergründe. Wo kommt er her? Wie kam er her? usw. Das mit dem „verzieren“ von Fassaden und anderen interessanten Stellen ist auch bei uns üblich. Oft werden irgendwelche bedeutungse Schmierereien angebracht die der Eigentümer dann mit finanziellem Aufwand wieder in den Urzustand zurückversetzen lassen muss. Allerdings wurde auch festgestellt, dass oft schöne Fassadenarbeiten im Urzustand verbleiben und nicht durch neue Schmierereien verunziert werden.

    Zum Vergolden des Findlings kann man unterschiedlicher Meinung sein. Auf jeden Fall wurde eine lebhafte Diskussion über Sinn und Unsinn dieser Maßnahme angestoßen.

    Liebe Grüße nach Hamburg.
    Harald

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    • #30 von ladyfromhamburg am 13/01/2019 - 16:41

      Hallo Harald,
      es klingt so, als wäre die Kombination aus Information über den Findling bzw. die Goldaktion und Hafen-/Elbdetails für dich gerade richtig gewesen. ^^ Freut mich. Ja, ein bisschen Zeit braucht die Vorbereitung des Posts schon, bevor ich mich dann an das eigentliche Schreiben setze.
      Ich merke häufig in der Fotobetrachtungsphase oder nach Informationen, die sich widersprechen bzw. mir absolut nicht einleuchten, welche zusätzlichen Fragen für mich auftauchen. Daraufhin geht die Recherche in mehrere Richtungen los, und so gelingt es meist, meine eigene Neugier zu besänftigen und Antworten zu finden. Ich sortiere, notiere es mir so, wie ich rede, erzähle und erkläre, miste dabei unheimlich viel aus – ja, und dann fließt das Filtrat in einen neuen Beitrag. ^^

      Du schreibst von Schmierereien auch bei euch. Ich fürchte, es gibt keinen Ort, der davor sicher wäre. Ich kann allerdings auch bestätigen, was du bezüglich schöner Fassadenarbeiten schreibst, die nicht bekrakelt werden. Wenn hier in Hamburg ein Haus großflächig gewollt mit einem richtigen Wandmotiv versehen wurde, einem Bild, einer Szene o. ä., dann wird dies kaum oder wesentlich seltener als Ziel von Tags oder anderen Kritzeleien auserwählt. Vielleicht bestehen dann doch Skrupel, die künstlerische Arbeit eines anderen damit zu verunstalten.
      An ganz neuralgischen Punkten haben einige der entsprechenden Hausbesitzer entweder auch schon (wie beim Findling zum Schutz) eine Versiegelung des Putzes oder der Klinker vorgenommen, damit zukünftige Graffiti leichter zu entfernen sind, oder sie gaben dem Versuch einer Fassadengestaltung mit gemaltem/gespraytem Motiv eine Chance.

      Die Diskussion über die Zukunft des „Alten Schweden“ ist noch nicht zu Ende. Mal schauen, wozu man sich letztendlich entscheidet oder ob die Zeit selbst und allein eine Entscheidung bringt (Verwitterung und Abblättern des jetzigen Goldüberzugs gefolgt von Inaktivität).

      Hat mich gefreut, deinen Kommentar zu lesen, Harald. Schönen Restsonntag!
      LG Michèle

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  14. #31 von juergen61 am 13/01/2019 - 16:59

    Hallo Michele.
    danke für den sehr informativen Bericht…und ich habe da eine eindeutige Meinung : die Blanke Neese sollte vergoldet am Ufer neben dem Leuchtturm stehen…und allen ankommenden Schiffen eine lange Nase zeigen…da wissen die Reisenden schon mal was sie in Hamburg erwartet :-) Oder zeigt sie den Blankenesern selbst die Nase ? …die ja doch ein wenig abgehoben da auf ihrem Hügel sitzen und auf Hamburg und den Hafen herunterschauen …Zur Finanzierung schlage ich eine eingebaute Radarfalle vor, das dürfte im Sommer gutes Geld von durchgedrehten Speedbootfahrern ergeben…der alte Schwede wird wieder grau , seinem Alter angemessen, …und wenn die Sonne scheint haben wir ja auch noch unseren güldenen Musiktempel im Abendlicht…wenn sie denn mal scheint…egal, soviel Gold in einer Stadt…da wird die ganze Republik grüngelb vor Neid !
    Lieber Gruss von einem durchnässten Spaziergänger Namens Jürgen

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    • #32 von ladyfromhamburg am 13/01/2019 - 18:31

      Nein! :-D Was dir gleich wieder einfällt! ^^ Und selbst um die Finanzierung hast du dich schon gedanklich gekümmert. Jürgen, ich glaube, du musst den Beruf wechseln und deine sprudelnden Ideen zukünftig an geeigneter Stelle unterbringen. Die (Tourismusbranche, Senat, Kassen) wissen ja gar nicht, was ihnen bisher dadurch alles entgeht. Während man noch irgendwo herumdümpelt und nach Lösungen sucht, hat der Herr Herschelmann schon längst ein Konzept.
      Ich freue mich, dass du hereingeschaut hast und dass dich das Thema des aktuellen Posts gleich dermaßen inspirierte. Ein Dankeschön für deine engagierte Mitmischung!
      Lieber Gruß und komm gut in die Woche!
      Michèle

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  15. #33 von juckplotz am 13/01/2019 - 17:37

    Vielen Dank für die vielen Informationen. Ich denke, man sollte den „Alten Schweden“ sich seinem Selbstreinigungsprozess überlassen, das Geschehene akzeptieren und fertig. Müssen wir immer irgendwas vermarkten?
    Die Geschichte hinter diesem beeindruckenden Stein ist tausendmal interessanter als die Farbe

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    • #34 von ladyfromhamburg am 13/01/2019 - 18:24

      Klasse! Hallo Jörg, dem ist nichts hinzuzufügen. Kurz und schmerzlos auf den Punkt gebracht.

      Ich danke dir für deine Reaktion und fürs Interesse am neuen Beitrag!

      LG Michèle

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  16. #36 von Fred Lang am 14/01/2019 - 13:41

    Hallo Michèle,

    mit diesem sehr ausführlichen und hochinteressanten Beitrag hast du mal wieder ganze Arbeit geleistet. Herzlichen Dank dafür!
    Den Alten Schweden „goldig“ zu machen, halte ich für respektlos.

    Liebe Grüße aus dem ALTEN LAND an der Elbe
    Fred

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    • #37 von ladyfromhamburg am 14/01/2019 - 17:11

      Hallo Fred, ich freue mich, dich zu lesen! Ja, man vergisst in diesem speziellen Fall über das unbedarft betrachtete, recht ansehnliche Malresultat, dass es a) Sachbeschädigung ist und bleibt und b) wie du schreibst durchaus von mangelndem Respekt gegenüber einem derartigen Zeitzeugen und einer geologisch gesehen einzigartigen Hinterlassenschaft zeugt.
      Zum Glück hält sich der Schaden durch die bestehende Vesiegelung noch einigermaßen in Grenzen.
      Von der anderen Elbseite ein lieber Gruß zurück Richtung Jork!
      Michèle

      Gefällt mir

  17. #38 von Sartenada am 15/01/2019 - 08:49

    Hello Michèle.
    For the first time I heard and saw a „graffiti“ stone, I am speechless. its story is very interesting! Thank You for this great post.
    All the best You to this year 2019.
    Matti

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    • #39 von ladyfromhamburg am 16/01/2019 - 19:06

      Same to you, Matti – and thanks a lot for your reaction! It’s a rather special granitic boulder. Quite large, really heavy, extremely old and transported by glaciers from Sweden to Hamburg during the Elster glaciation – long, long time ago. Geologists could find striation, gouges, scratches and so on which testify to this theory just as the rock analysis which confirmed the Swedish origin of the granite.
      So it’s quite unusual and strictly forbidden to cover such an important witness (and offical national monument) of the past with a gold layer or a kind of gold bronze. Of course, it doesn’t look bad at all, but in my eyes it’s absolutely the wrong object to choose.
      Up to now it’s not quite sure what will happen next. A deep clean-up? Or will they simply wait and see? The gold on top is already disappearing due to the sealing of the granite which has been added long before in order to protect the boulder. Or are they really going to allow another gold layer? This time applied professionally in order to have a long term result? The (responsible) Hamburg Port Authority (HPA) would generally be prepared to do so but first need a political decision in order to act according to legal regulations …
      Golden boulder or grey granite – that remains to be seen.

      Have a nice evening!
      Michèle

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      • #40 von Sartenada am 17/01/2019 - 12:24

        In Finland we have some boulders, which I have seen, here and there. There were many smaller where we lived on countryside. I will not give here to my post, but do You have there:

        Giant potholes

        They are interesting remains from the ice age.

        Regards,
        Matti

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      • #41 von ladyfromhamburg am 17/01/2019 - 16:04

        Thanks for mentioning the rather interesting post about Giant’s potholes which you published in 2012! I vaguely remembered and could refind it by entering the search term (you mentioned above) accordingly. It’s impressive to see the giant’s „bath tub“ and also how many of these boulders having such potholes do exist in a – comparatively – small area! When rereading I discovered a link at the end guiding me to the „rock paintings“ – very special, too! Thank you very much!
        Warm regards to You and Anja!
        Michèle

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      • #42 von Sartenada am 18/01/2019 - 07:14

        Thank You. I have nearly forgotten that old post, because from the town of Mikkeli there are cruises to these rock painting and when needed I give the link to that post.

        Wishing You a very good day.
        Matti

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  18. #43 von kowkla123 am 16/01/2019 - 12:03

    ich begrüße dich zur Wochenmitte, wie doch die Zeit vergeht, Klaus

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  19. #45 von wholelottarosie am 19/01/2019 - 14:04

    Ein sehr interessanter und informativer Beitrag, der spannend und kurzweilig zu lesen war.
    Wunderbar und kompetent recherchiert und geschrieben, liebe Michele!
    Ich persönlich bin nicht sicher, ob ich diese Aktion befürworte oder eher nicht.
    Klar, der „Alte Schwede“ ist nun in aller Munde, er bekommt Aufmerksamkeit, es wird über ihn geschrieben, es werden Posts verfasst, Artikel werden veröffentlicht, er wird fotografiert und es wird über ihn diskutiert.
    Ja, er ist nun ein „Promi“ 🙂
    Aber ich glaube, ich mag ihn lieber „normal“….smile*
    Sonnigefrostige Grüße aus dem Bergischen Land….
    von Rosie

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    • #46 von ladyfromhamburg am 20/01/2019 - 16:55

      Hallo Rosie, vielen Dank fürs Hereinschauen und für deine Reaktion auf die Umgestaltung des Alten Schweden. Inzwischen sind weitere Tage vergangen seit der Aktion, und es scheint sich für den Promi-Stein ähnlich zu entwickeln wie für so manchen menschlichen Promi. Sobald der Hype um die neue, ungewöhnliche/ungewohnte Frisur, die edle Robe etc. abgeklungen ist, geraten sie schnell wieder in Vergessenheit, bzw. der Alltag hat sie wieder. Es scheint sich momentan nichts zu tun, weder im Hinblick auf eine Erneuerung der Farbschicht, noch was eine Großreinigung oder eine (erfolgreiche) Strafverfolgung anginge. Insofern kannst du den Eiszeitreisenden sicher bald wieder im „etat orginel“ sehen.

      Auch hier ist’s momentan trotz Sonnenscheinstunden lausig kalt! Also liebe, aber ebenso frostige Grüße zurück aus Hamburg! ^^
      Michèle

      Gefällt 1 Person

  20. #48 von restless-roots am 20/01/2019 - 19:40

    Liebe Michele,
    da lebt man nun sein halbes Leben in Deutschland und hat keine Ahnung, was dort nicht alles fuer interessante Dinge zu entdecken und zu erfahren sind!
    Vielen Dank fuer den „Aufklaerungsunterricht“, den ich wie immer staunend, gruebelnd und lachend verfolgt habe.
    Freue mich schon auf’s naechste Mal und bis dahin ganz liebe Gruesse
    Manuela

    Gefällt mir

    • #49 von ladyfromhamburg am 22/01/2019 - 19:12

      Liebe Manuela, für ein paar Überraschungen sind wir halt immer gut, gell? :) Danke für deine Reaktion.
      (Und euch seien weiterhin alle Daumen für eine positive Entwicklung gedrückt!)
      Herzliche Grüße auch zurück!
      Michèle

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  21. #50 von ernstblumenstein am 21/01/2019 - 12:09

    Herzlichen Dank für diesen goldigen Beitrag, habe ich doch noch gar nie was vom diesem Pfundskerl von einem Brocken gehört. Ein lieber Gruss nach Hamburg. Ernst

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    • #51 von ladyfromhamburg am 22/01/2019 - 19:10

      Der betagte, steinerne Herr im momentan neuen Gewand hat sich dir gern vorgestellt, Ernst. Danke fürs Hereinschauen!
      Lieber Gruß auch zurück in den Aargau aus dem aktuell auch recht frostigen Norden.
      Michèle

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  22. #52 von finbarsgift am 29/01/2019 - 11:34

    Schon irre, das mit diesem Goldstein am Fluss …
    was es nicht alles so gibt, alter Schwede!! *hehe*
    Herzliche Grüße
    from me to you, Lu

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  23. #57 von kowkla123 am 29/01/2019 - 12:03

    wieder ein schöner Beitrag von meinem geliebten Hamburg, liebe Michelle, ich hoffe, es war ein guter Start in die Woche?

    Gefällt mir

  24. #60 von Ruhrköpfe am 30/01/2019 - 11:05

    Hallo Michèle, puh, gute Frage. Stetig ist nur die Veränderung, daher kann ich mir auch vorstellen, dass er eine Weile golden aussehen darf. So bekommt er zumindest noch mehr Publikum, denn bisher kannte ich diesen Brocken überhaupt nicht. Hat beides Vor- und Nachteile. Ich bin gespannt, zu welcher Entscheidung es kommen wird und hoffe, du hältst uns auf dem Laufenden!? 🙂 Viele Grüße aus Do, Annette

    Gefällt mir

    • #61 von ladyfromhamburg am 30/01/2019 - 16:38

      Hallo Annette, danke fürs Hereinschauen! Im Moment scheint das ganze sozusagen im Elbsand zu verlaufen. Stein ergraut, das Thema ist aus den Medien, und die Selfiejäger hatten ja bereits zugeschlagen. Wahrscheinlich passiert gar nix mehr. ^^
      Liebe Grüße auch zurück aus HH, Michèle

      Gefällt 1 Person

    • #62 von ladyfromhamburg am 31/01/2019 - 15:25

      Liebe Annette, kleiner Zusatz noch am 31.1.2019. Es hat sich tatsächlich etwas getan. Ein Update ist unter dem Bericht.

      LG Michèle

      Gefällt mir

  25. #63 von rrbd am 31/01/2019 - 07:40

    Meine Frau war sehr erstaunt über mein Detailwissen zum „Alten Schweden“, als sie mir aus dem Internet vorlas, dass der Goldbelag nun wohl entfernt werden soll … 🙂

    Gefällt mir

    • #64 von ladyfromhamburg am 31/01/2019 - 15:24

      Kenntnis kann manchmal verblüffen. :-D
      Wobei die jetzt anstehende Entfernung nicht primär dem Restgoldbelag gilt, sondern vielmehr eine neuerlich eingetretene Verunstaltung beseitigen soll. Ich habe ein Update unter den Bericht gesetzt, falls es dich die aktuelle Lage interessiert und du deine Frau vielleicht noch einmal mit deinem Wissen in Erstaunen versetzen möchtest. ^^

      LG Michèle

      Gefällt mir

  26. #65 von finbarsgift am 31/01/2019 - 16:00

    Furchtbar, diese Verschandelungen …
    War starts klingt natürlich sehr unschön,
    aber meines Erachtens ist ja der dritte Weltkrieg
    schon seit dem 11. 9. 2001 im Gang, mehr oder
    weniger stark, Gerade eher wieder stärker …
    außerdem herrschen auf der Erde derzeit
    mehr als 30 „kleinere Kriege“, ach, wir Menschen
    sind so unendlich doof, Ausnahme die junge
    Schwedin :-)
    LG vom Lu

    Gefällt 1 Person

  27. #66 von wasserundeis am 09/02/2019 - 18:38

    Was für ein toller Brocken und was für eine eindrucksvolle Geschichte dahinter. Ich habe mir vor einigen Jahren mal selbst einen Findling, naja eher faustgroß, aus dem Eis eines Gletschers gehoben.

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    • #67 von ladyfromhamburg am 09/02/2019 - 20:07

      Das ist aber ein richtig ungewöhnliches Mitbringsel und eine ganz besondere Erinnerung! Darf ich fragen, in welcher Region der Gletscher sich befand? War der eigentlich schon etwas angetaut, dass sich der Stein mit bloßen Händen raushebeln ließ oder musste man das Eis mit Werkzeug richtig aufhacken?
      Ich könnte mir denken, dass selbst ein „nur“ faustgroßer Felsbrocken schon sein Gewicht hat, das bei der Rückwanderung im Rucksack sicher gut zu spüren war. Schwerere Objekte würden beim Transport (zu Fuß im Gelände) sicher schwierig.

      Ich habe eine andere steinerne Erinnerung, die vermutlich aus der Eiszeit stammt. Während des Aushebens einer Baugrube in Schleswig-Holstein (nicht an der Küste, im Landesinneren!), entdeckte ich einen versteinerten Seeigel. Der muss wohl ebenfalls irgendwie per Gletscher von der Ostsee weitertransportiert worden und nach der Schmelze liegengeblieben sein.

      Es hat mich gefreut Ihren Kommentar hier zu entdecken! Vielen Dank!
      LG Michèle

      Gefällt 1 Person

      • #68 von wasserundeis am 12/02/2019 - 17:21

        Für die Masse vermutlich ein ungewöhnliches Mitbringsel, für mich eigentlich nicht. Irgendeinen Stein nehme ich eigentlich aus jedem Urlaub mit nach Hause, zumindest wenn ich ein besonders Erlebnis damit verbinden kann und genau das war am Gletscher der Fall.
        https://wasserundeis.files.wordpress.com/2019/02/2012-10-03-morteratschgletscher-18.jpg
        Der Morteratschgletscher befand und befindet sich in den Schweizer Alpen, genauer gesagt im Engadin zwischen St.Moritz und dem Berninapass. Da ich im Sommer dort war, hat der Stein sich in der Sonne erwärmt und sich eine kleine Holform geschaffen – man konnte ihn einfach so herrausnehmen. Drumherum lagen aber auch noch tausende andere Steine ;-). Da der Stein nur faustgroß ist, habe ich das Gewicht kaum bemerkt, ein großer Schluck aus der Trinkflasche bringt da mehr.
        Das ganze ist hier https://wasserundeis.com/2012/10/03/auf-tuchfuehlung-mit-dem-ewigen-eis-am-morteratschgletscher/ und hier https://wasserundeis.com/2012/10/03/gletscherlehrpfad-morteratschgletscher/ nachzulesen.

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      • #69 von ladyfromhamburg am 13/02/2019 - 22:29

        Ich habe mir deine (darf ich zum Duzen übergehen?) Berichte angesehen und mich fasziniert festgelesen! Vielen Dank für den Hinweis auf diese Beiträge!
        Mir ist die Region ein Begriff, denn wir waren oft in Graubünden im Urlaub mit einigen Ausflügen Richtung Engadin. Auch die Berninastrecke der RhB habe ich zwischen Filisur und Poschiavo kennengelernt, bin bei Pontresina auch gewandert. Ich bin allerdings nie an der dafür richtigen Stelle ausgestiegen, die mich zum Morteratschgletscher geführt hätte. Eindeutig ein Versäumnis, wie ich nach deiner Erzählung und deinen Fotos bemerke! Sehr, sehr eindrucksvoll!

        LG Michèle

        Gefällt 1 Person

      • #70 von wasserundeis am 14/02/2019 - 08:06

        Vielen Dank für die Blumen, und ja, natürlich du ;-).
        Die Gegend ist wirklich wunderschön!

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  28. #71 von kowkla123 am 10/02/2019 - 12:25

    liebe Michelle, was für ein Findling und wie toll wieder geschrieben, danke dafür, mache es dir richtig gemütlich und genieße den Tag

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  29. #74 von Stella, oh, Stella am 13/02/2019 - 23:47

    Ein sehr interessanter Artikel, der mich ganz nostalgisch werden lässt (ich stamme ursprünglich aus Hamburg). 1999, das wohnte ich bereits 6 Jahre in Dänemark, daher war mir der alte Schwede gar nicht bekannt. Meine Familie hat mir damals auch nichts davon erzählt. Ich finde es schade, dass er beschmiert und gefärbt wird. Er ist ein Zeuge von der Kraft des Eises, das diesen Brocken 500 km vor sich her geschoben hat.

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    • #75 von ladyfromhamburg am 14/02/2019 - 18:03

      Wenn du zur Zeit des Fundes und der Bergung schon in Dänemark lebtest, ist es tatsächlich recht unwahrscheinlich, dass die Geschichte vom Auftauchen des Elbfindlings dich erreichte. Klar, man hat seinerzeit kurz auch mal überregional davon berichtet, aber doch nicht in auffälligen, riesigen Artikeln und das auch noch bis ins Ausland!
      Nur du siehst, du kommst trotzdem nicht dran vorbei. :) Mit einer kleinen Verspätung von knapp 20 Jahren, stellt sich dir der „Alte Schwede“ nun doch noch vor.

      Danke schön fürs Hereinschauen und ebenso für deine Anmerkung zu den Farbangriffen auf einen Eiszeitzeugen!
      LG Michèle

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      • #76 von Stella, oh, Stella am 15/02/2019 - 00:34

        Ich hätte schon gedacht, dass meine Eltern mir das hätten erzählen können, die wohnten schliesslich in Hamburg …

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  30. #77 von kowkla123 am 25/02/2019 - 12:24

    Liebe Michelle, bin mal wieder zu Besuch bei dir, ich wünsche eine gute Woche ohne Kummer und Sorgen

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  31. #78 von kowkla123 am 06/03/2019 - 12:09

    Liebe Michelle, mache es gut an diesem schönen Tag

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  32. #79 von kowkla123 am 13/03/2019 - 11:10

    möge es ein guter Tag für uns werden, wie auch immer

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  33. #80 von Pit am 24/03/2019 - 17:58

    Was fuer ein Klotz!

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  34. #82 von kowkla123 am 11/04/2019 - 11:34

    wünsche dir einen guten Tag mit vielen schönen Momenten

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  35. #83 von kowkla123 am 21/04/2019 - 11:41

    Liebe Michelle, ich wünsche dir frohe Ostern bei möglichst bester Gesundheit

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