Beiträge getaggt mit Herbst

Orchestrale Blätterfallsucht

Die Zeit fliegt. Einerseits gefällt sie mir, diese Tatsache. Auf diese Art und Weise gehört der triste November bald der Vergangenheit an. Andererseits möchte ich sie stoppen, da mir arbeitsmäßig und erledigungstechnisch gerade Stunden fehlen.
Mein Gefühl verkündet mir obendrein, der Blog käme zu kurz. Gut eine Woche ist es schon wieder her, dass hier der Kronleuchter herunterrauschte. Hier im Blog, nicht bei mir zu Hause.
Ich habe festgestellt, Bloggen entspannt. Komme ich nicht dazu, fehlt es mir, und ich hege die starke Vermutung, dass mir nicht etwa die Veröffentlichung der Beiträge das größte Behagen bereitet, sondern vielmehr die Entspannung, die sich beim Ersinnen und Schreiben einstellt.

Seit dem letzten Blogpost habe ich viel am Laptop gesessen. Auch schreibend, jedoch arbeitend schreibend. Recherchierend.
Dabei fällt hin und wieder der Blick aus dem Fenster in den Garten. Bewusst die Augen entspannen. Es heißt immer, man soll das Zwinkern vor dem Bildschirm nicht vergessen.
Was nicht bedeutet, dass Sie mit ihrem PC herumschäkern sollen!
Sie sollen lediglich daran denken zu blinzeln, denn der Lidschlag verteilt den Tränenfilm und befeuchtet die Hornhautoberfläche. Eigentlich geschieht dies ca. zehn bis fünfzehn Mal pro Minute, vor dem Monitor hingegen verringert es sich häufig auf nur noch ein oder zwei Mal. Was daraufhin entsteht, sind trockene, schmerzende Augen. Um so etwas zu vermeiden, ist das Hinausschauen und Ausruhen der Augen für mich inzwischen zu einem Automatismus geworden.

November-Kletterhortensie (Hydrangea petiolaris) - wenige Tage vor dem Frost ...

November-Kletterhortensie (Hydrangea petiolaris) – wenige Tage vor dem Frost …

November-Iris (Samenstand der Iris sibirica)

November-Iris (Samenstand der Iris sibirica)

Sie haben es bei sich bestimmt auch wahrgenommen: Im Garten holt es langsam aber sicher die letzten Blätter von den Bäumen und Sträuchern und – sagen wir es ganz deutlich – es ist gerade Gammelphase!
In der letzten Woche gingen die Temperaturen nach unten, leichter Nachtfrost gehörte auf einmal zum Programm. Was den einen Tag noch anziehend, freundlich, farbenfroh und lebendig wirkte, war anderentags kaum mehr wiederzuerkennen.  Die Kälte hatte unerbittlich zugeschlagen. Zur Blätterfallsucht kamen das Verfrieren, Umknicken und Absterben der überirdischen Triebe, das Matschwerden und das Krumpeln von kurz zuvor noch knackigen Beeren und Früchten.

Die Bauernhortensie ein paar Tage vor dem Frost - Interessante Blattfärbung

Die Bauernhortensie ein paar Tage vor dem Frost / Interessante Blattfärbung –  ein wenig, wie in rote Tinte getunkt.

November-Bauernhortensie (Hydrangea macrophylla) nach dem ersten Frost ...

November-Bauernhortensie (Hydrangea macrophylla) nach dem ersten Frost …

Es ist jedes Jahr wieder verblüffend, die enorme Auswirkung von einer nur zwei oder drei Grad geringeren Temperatur zu beobachten. Wenn es denn gerade an dieser Schwelle zur Frostbildung ist …

November-Farn - vor dem Frost ...

November-Farn – vor dem Frost …

November-Farn ... kurz danach.

November-Farn … kurz danach.

November-Feuerdorn (Pyracantha coccinea) - vor dem Frost

November-Feuerdorn (Pyracantha coccinea) – vor dem Frost

November-Feuerdorn (Pyracantha coccinea) ... durch die Kälte "verkrumpelte" Beeren

November-Feuerdorn (Pyracantha coccinea) … durch die Kälte „verkrumpelte“ Beeren

November-Brombeere ... (Rubus)

November-Brombeere (Rubus) …

In einer der Augenschonpausen habe ich mitgezählt. Sieben, acht … Acht Sekunden hat es gedauert! Achten Sie einmal drauf: das ist lang! Als Blattfallzeit, meine ich.

November-Hahnenfuß (Ranunculus repens)  nach Frostnacht ...

November-Hahnenfuß (Ranunculus repens) nach Frostnacht … und Haselnussblätter!

Ein Blatt des Haselnussstrauchs hatte sich weit oben gelöst und fiel gemächlich zu Boden. Der große gelbbraune Lappen schwebte zwischendurch wie eine kleine Schaukel, tänzelte, als könne er sich nicht dazu durchringen, auf dem kalten Boden zu landen.
Und während das Blatt noch in der Luft verharrt hatte, war ein Windstoß gekommen, hatte es erwischt und an ihm herumgezerrt. Den langen, dünnen Reisigzweigen der Birke war es ebenso ergangen. Sie wurden gepackt, durchgewirbelt und die Blätter sind in Massen gestoben. Ich finde das Wort gestoben übrigens schön! Google fragt allerdings immer ganz dröge, ob ich gestorben meine …

Was ich Ihnen in dem Zusammenhang jedoch eigentlich erzählen wollte, ist etwas anderes. Manchmal höre ich Blätter fallen. Es sind beileibe keine besonderen Blätter, die mit Ratazong auf die Erde rumsen! Sie sind nicht hart, und es geht nicht um den Aufprall!
Ich höre sie in der Luft …
Sie machen Musik, denn ich sehe Instrumente in ihnen. Schwere große Blätter werden zu Instrumenten mit mächtigen, wuchtigen und oftmals tiefen Tönen. Das Haselnussblatt hört sich dann an wie eine Pauke. Andere derartige Blätter klingen nach Kontrabass und Tuba. Die kleineren Blätter hingegen sind – größenabhängig – Violinen, Hörner, Trompeten, Flöten, Klarinetten bis hin zu Piccolo-Flöten und Glockenspielen! Wenn viele Blätter eines Baumes zusammen herunterrieseln, klingt es, als würde irgendwo sanft eine Harfe angeschlagen oder als ob  in Windeseile Pianistenfinger über die schwarzen und weißen Tasten eines Flügels glitten. Ein Miniblättchen, wie das der Berberitze, löst einen Triangelschlag aus.

November-Blauregen (Wisteria, Glyzinie) ... bei Sonnenschein

November-Blauregen (Wisteria, Glyzinie) bei Sonnenschein. Die Blättern rieseln ganz leicht …

Wenn Sie sich im Herbst beim Anblick des fallenden Laubs einer solchen Vorstellung hingeben, dann vernehmen Sie plötzlich tolle Konzerte! Bei Windböen ist es so, als gäbe es keinen Dirigenten. Alles spielt wild durcheinander. Die Lautstärken sind unterschiedlich. Sagen wir diplomatisch, es seien moderne Stücke – oder Sie hören die allererste Probe eines Werks.
Doch sobald bei Kälte das Blätterrieseln einsetzt, diese schlichte, gleichmäßige Blätterfallsucht,  ist der Mann mit dem Taktstock zur Stelle, und sein Orchester beginnt mit dem Konzert.
Oh, ein neues Haselnussblatt!
BONNNGGG!
Das war der Paukenschlag.
Orchestrale Blätterfallsucht
Auch wenn es sich fast nach einer Krankheit anhört, ich liebe sie.

©November 2013 by Michèle Legrand
Michèle Legrand  ©Foto Andreas Grav (Ausschnitt)

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Planten un Blomen im Herbst – Farbenpracht und Blättermeer locken

Planten un Blomen - Herbst - Stachelige Gesellen ...

Planten un Blomen – Herbst – Stachelige Gesellen …

Hätten Sie Lust auf einen kleinen Streifzug? Ich würde Sie gern mitnehmen, um ein weiteres Mal durch die Parkanlage von Planten und Blomen in Hamburg zu spazieren. Ein bisschen pirschen, entdecken und beobachten …
Haben Sie es schon bemerkt?
Hier im Blog hat Planten un Blomen jetzt eine eigene Kategorie rechts auf der Startseite erhalten. Noch schneller sind die Artikel zu finden …
Warum erneut dorthin?
Sie waren als Stammgast des Blogs im Frühling, Früh- und Hochsommer und bei besonderen, weil seltenen Anlässen wie der mehrere Meter hoch aufragenden Agaven– oder der riesigen, nach Verwesung riechenden, nächtlichen Titanenwurzblüte dabei.
Sie haben die Wasserspiele – Fontänen bei Tag oder Konzert mit Wasserlichtorgel bei Nacht – erlebt, Sie kennen den Sommerflor der Staudenbeete. Sie saßen auf den Mittelmeerterrassen, liefen am alten Wallgraben, besuchten Kaskaden und Tropengewächshäuser. Auch den Narzissenhang, kleine Wege und geheime Winkel.
Was bleibt da noch für heute?
Heute sieht alles wieder ganz anders aus! Herbstpracht! Herbstzauber ist angesagt!

Planten un Blomen - Herbst - Die Blätter der Funkien (Hosta) sind gelb, die Gräser haben Blütenstände. Einige Farnarten wirken noch frisch. Der Laubbaum strahlt ...

Planten un Blomen – Herbst – Die Blätter der Funkien (Hosta) sind gelb, die Gräser haben Blütenstände. Einige Farnarten wirken noch frisch. Der Laubbaum strahlt …

Planten un Blomen - Herbst - Die Laubfärbung hat eingesetzt, es raschelt auch bereits am Boden ...

Planten un Blomen – Herbst – Die Laubfärbung hat eingesetzt, es raschelt auch bereits am Boden …

Planten un Blomen - Herbst - Am Apothekergarten (Auf die Skulpturen bin ich bereits in einem früheren Bericht eingegangen)

Planten un Blomen – Herbst – Am Apothekergarten (Auf die Skulpturen bin ich bereits in einem früheren Bericht eingegangen)

Diese Jahreszeit hat andere Farben und bringt eine andere Atmosphäre. Riecht anders! Klingt anders! Es ist ruhiger im Park. Das emsige Treiben, das sonst an warmen Sommernachmittagen herrschte, hat nachgelassen. Das Tempo hat sich verlangsamt.
Es hängt jetzt sehr häufig ein feiner Dunst in der Luft, Feuchtigkeit, die die Haare kräuseln lässt, für die jedoch das Aufspannen eines Schirms zu viel wäre. Manchmal mildert dieser Dunst ein wenig die Farbkontraste, wirft sich wie ein leichter Schleier über die jetzt noch blühenden Stauden, lässt das Bild etwas milchig und unscharf erscheinen, wie ein Gemälde von Monet.

Planten un Blomen - Herbst - Wenn die Intensität der Farben nachlässt, wenn die Zahlen der Blüten zurückgeht, wenn die Form nicht immer akkurat ist ... wunderschön!

Planten un Blomen – Herbst – Wenn die Intensität der Farben nachlässt, wenn die Zahlen der Blüten zurückgeht, wenn die Form nicht immer akkurat ist … wunderschön!

Die Sonne schafft es häufig gar nicht, die Wolkendecke zu durchdringen und dennoch leuchtet es momentan im Park. Die Laubfärbung ist im vollen Gange und so scheint es, als hätten einige Bäume und Gehölze einen kleinen internen Lichtschalter angeknipst und damit für Beleuchtung gesorgt, die sie wirkungsvoll in Szene setzt. Unterschiedliche Glühbirnen verwenden sie obendrein – sämtliche Rot-, Orange- und Gelbtöne sind eingeschraubt.

Planten un Blomen - Herbst ...

Planten un Blomen – Herbst …

Planten un Blomen - Herbst - Am alten Wallgraben ...

Planten un Blomen – Herbst – Am alten Wallgraben …

Planten un Blomen - Herbst - Am alten Wallgraben - Nicht nur das Laub der Bäume verfärbt sich, auch die Blätter des Rohrkolben am Wasser und das Laub der Funkien wird gelb-bräunlich.

Planten un Blomen – Herbst – Am alten Wallgraben – Nicht nur das Laub der Bäume verfärbt sich, auch die Blätter des Rohrkolben am Wasser und das Laub der Funkien wird gelb-bräunlich.

Planten un Blomen - Herbst ...

Planten un Blomen – Herbst …

Neulich habe ich von der IGS, der Internationalen Gartenschau, berichtet, die am zurückliegenden Sonntag (13.Okt.2013) zu Ende ging. Obwohl ich im Endeffekt positiv überrascht war (nach der vorausgegangenen, eher negativen Berichterstattung), blieb mir erstaunlich wenig haften oder berührte mich derart, dass der dringliche Wunsch entstand, wieder einmal dort vorbeizuschauen. Stattdessen stelle ich nach einem Besuch in Planten un Blomen aufs Neue fest, welche Pluspunkte diese Parkanlage hat und was im Umkehrschluss der IGS nach meinem Empfinden vielleicht gefehlt haben könnte.
Planten un Blomen erhielt mit dem Gartenarchitekten Karl Plomin einen Erschaffer, der nicht nur ein immenses Pflanzenwissen vorweisen konnte, sondern die Parkanlage bekam mit ihm gleichzeitig einen begnadeten Gärtner und Gestalter, welcher über eine führende, eine malende Hand verfügte, die ein Gesamtbild komponieren konnte. Eine Einheit, etwas Harmonisches.
Möglicherweise ist es das, was ich auf der IGS trotz vieler positiver Einzeleindrücke und der ein oder anderen schönen Stelle am Ende vermisste. Es wurde aus dem vielen Einzelnen im Endeffekt kein Ganzes, nichts Ineinandergreifendes und nichts Zusammengehöriges.

Planten un Blomen - Herbst - Astern und Gräser - wie für einander geschaffen ...

Planten un Blomen – Herbst – Astern und Gräser – wie für einander geschaffen …

Um bei dem Beispiel mit dem Gemälde zu bleiben: Sie können zwanzig tollen Malern Pinsel und Farbtopf geben, ihnen freie Hand lassen bei der Auswahl ihrer Motive … alles gut. Sie werden tolle Ergebnisse haben! Aber nur so lange, wie Ihre Künstler Solisten bleiben und sie sie nicht zwingen, alle unabgesprochen auf derselben Leinwand zu malen.
Die Folge ist dann sehr häufig hier eine Prise Disharmonie (bis hin zum totalen Stilbruch), dort eine Unterbrechung, ein Stück daneben Überladung, etwas weiter der Farbschock für die Augen. Überforderung. Unterforderung. Reizüberflutung. Langeweile. Alles.
Planten un Blomen hingegen wirkt trotz Vielseitigkeit bei der Landschaftsgestaltung, trotz verschiedenster Wuchsformen und trotz Farbenvielfalt alles in allem miteinander verbunden. Alles ist fließend, geht ineinander über. Die Natur ist wohl geordnet, aber unauffällig. Nichts Oberakkurates.

Die Geräusche sind natürlich. Das Zwitschern der Vögel, das Murmeln und Plätschern des Wassers, der Wind in den Bäumen, nur sehr gedämpft der Lärm der Stadt. Menschlicher Lärm ist komischerweise kaum vorhanden. Entweder wird er geschluckt, ausgeblendet, oder es ist einfach so, dass sich die Ruhe, die der Park ausströmt, auf die Anwesenden überträgt. Wenn Sie richtig Radau brauchen sollten, dann müssen Sie schon zum Spielplatz gehen und dort mitmischen.
Ansonsten finden Sie hier Entspannung. Sie haben zwar unheimlich viel fürs Auge, doch es liegt an Ihnen, wie viel Sie wahrnehmen möchten. Sie werden nicht mit Reizen überladen, es gibt nichts, was Sie „schafft“, weil es sich Ihnen gnadenlos in den Weg stellt und ungefordert aufdrängt.
Es war eben ein Meister bei der Gestaltung am Werk – und sein Werk wird erhalten!
Farben, Formen und auch die Blühzeiten der Pflanzen waren für Karl Plomin im Park immer die Mittel des künstlerischen Ausdrucks. So wie Monet seine Gärten malte, so schuf er mit Gehölzen, Stauden, Sommerblühern oder Zwiebelpflanzen seine Werke, hatte dabei wie ein Maler ein Auge für Proportionen und Perspektive, für Linien, Sichtachsen etc. und besaß obendrein die Fähigkeit, wirklich ein artgerechtes und gleichzeitig optisch gefälliges Umfeld für bestimmte Pflanzenarten und -gruppen zu schaffen. Auch im Norden Deutschlands wirken diese Orte, so wie sie gestaltet wurden, völlig natürlich. Selbst ein Alpinum an einem kleinen Hang oder der japanische Garten wirken nicht deplatziert. Sie sind immer Teil mittendrin, nicht herausgepickt und mit der Pinzette irgendwo einzeln künstlich aufgesetzt. Der Übergang ist stets fließend.

Planten un Blomen - Herbst - Rechts im Hintergrund das Radisson Blu Hotel

Planten un Blomen – Herbst – Rechts im Hintergrund das Radisson Blu Hotel

Planten un Blomen - Herbst - Japanischer Garten

Planten un Blomen – Herbst – Japanischer Garten

Planten un Blomen - Herbst - Das Teehaus im Japanischen Garten, in dem gelegentlich Teezeremonien stattfinden ...

Planten un Blomen – Herbst – Das Teehaus im Japanischen Garten, in dem gelegentlich Teezeremonien stattfinden …

Kommen Sie, lassen Sie uns ein bisschen über das Gelände streifen, mehr davon sehen und auch von der Herbstatmosphäre schnuppern. Denn die Erde riecht jetzt anders als noch vor einigen Wochen. Modriger, pilziger, erdiger …

Planten un Blomen - Herbst - ... kontinuierlich fallen die Blätter. Bleiben Sie einen Moment stehen, werden Sie berieselt.

Planten un Blomen – Herbst – … kontinuierlich fallen die Blätter. Bleiben Sie einen Moment stehen, werden Sie berieselt.

Manche Bäume wirken von Weitem, als seien es Laubbäume. Beim Näherkommen erkennen Sie jedoch, dass es sich bei dem relativ hellgrünen „Behang“ um eine Benadelung handelt. Es sind Sumpfzypressen, die ursprünglich in den Sümpfen Floridas und Louisianas beheimatet sind, jedoch mit dem Klima hier und sogar den Verschmutzungen der Stadtluft recht gut zurechtkommen. Ruß, der sich auf den feinen Nadeln (man spricht eigentlich vom Blättern!) absetzt, behindert die Fotosynthese, denn weniger Licht kommt durch. Außerdem wird der Gasaustausch negativ beeinflusst, da die Spaltöffnungen blockiert werden. Doch bevor wirklich Schäden auftreten können und der Baum zu kränkeln beginnt, wirft er im Herbst einfach die kurzen benadelten Triebe ab. Die Sumpfzypressen befreien sich somit regelmäßig von schädlichen Umweltbelastungen. (Sie kennen das Nadeln abwerfen auch von den Lärchen)

Planten un Blomen - Herbst - Auch die Sumpfzypressen werden braun ...

Planten un Blomen – Herbst – Auch die Sumpfzypressen werden braun …

Lassen Sie uns nachsehen, wer sich sonst noch im Park aufhält, dort lebt, sich ernährt, sich sonnt …

Planten un Blomen - Herbst - Auch die Ginkgo-Bäume werden gelb ...

Planten un Blomen – Herbst – Auch die Ginkgo-Bäume werden bereits gelb …

Planten un Blomen - Herbst - ... schauen Sie mal, wer es sich dort gutgehen lässt.

Planten un Blomen – Herbst – … schauen Sie mal, wer es sich dort gutgehen lässt.

Planten un Blomen - Herbst - Eichhörnchen im Ginkgo-Baum, genussvoll am knabbern ...

Planten un Blomen – Herbst – Eichhörnchen im Ginkgo-Baum, genussvoll am knabbern …

Gelegentlich haben SIe das Gefühl, Sie werden beobachtet. Und das Gefühl täuscht nicht.

Planten un Blomen - Herbst - Manchmal werden Sie unterwegs beobachtet ...

Planten un Blomen – Herbst – Manchmal werden Sie unterwegs beobachtet …

Planten un Blomen - Herbst - ... sehr genau!

Planten un Blomen – Herbst – … und zwar sehr genau!

Oder wenn Sie sich dem alten Wallgraben zuwenden …

Planten un Blomen - Leichter Dunst am Wallgraben - Stauden und Gräser haben Farbe angenommen - Der Blick geht Richtung Stephansplatz zur Alten Oberpostdirektion.

Planten un Blomen – Leichter Dunst am Wallgraben – Stauden und Gräser haben Farbe angenommen – Der Blick geht Richtung Stephansplatz zur Alten Oberpostdirektion.

Planten un Blomen - Herbst - Die Königskerze hat noch ein paar Blüten ... farblich passend zum gelb werdenden Laub der Bäume.

Planten un Blomen – Herbst – Die Königskerze hat noch ein paar Blüten … farblich passend zum gelb werdenden Laub der Bäume.

Wen haben wir denn da …? Eine Ralle (Teichhuhn) gleitet – vor sich hin erzählend – durch eine bunte Blätterschicht.

Planten un Blomen - Herbst - Teichhuhn im bunten Blättermeer

Planten un Blomen – Herbst – Teichhuhn im bunten Blättermeer

Planten un Blomen - Herbst - Am alten Wallgraben ....

Planten un Blomen – Herbst – Am alten Wallgraben ….

Planten un Blomen - Herbst - Am alten Wallgraben - Die Rotwangen-Schildkröten sind noch da ...

Planten un Blomen – Herbst – Am alten Wallgraben – Die Rotwangen-Schildkröten sind noch da …

Planten un Blomen - Herbst - Am alten Wallgraben - Auch der zweite bekannte Lieblingsplatz ist von einer Schildkröte belegt.

Planten un Blomen – Herbst – Am alten Wallgraben – Auch der zweite bekannte Lieblingsplatz ist – wie im Sommer – von einer Schildkröte belegt.

Im Wallgraben leben außer den Rotwangen-Schildkröten noch Goldorfe, Goldfische, Brassen, Goldkarpfen und Rotfedern.

Planten un Blomen - Herbst - Der Sonnenhut an den Mittelmeerterrassen lässt noch ein Gefühl von Sommer und Sonnenschein aufkommen ...

Planten un Blomen – Herbst – Der Sonnenhut an den Mittelmeerterrassen lässt noch ein Gefühl von Sommer und Sonnenschein aufkommen …

 

Planten un Blomen - Herbst - Dem Tosen gefolgt ... Das Wasser rauscht auch im Oktober noch die Steintreppen hinab.

Planten un Blomen – Herbst – Dem Tosen gefolgt … Das Wasser rauscht auch im Oktober noch die Steintreppen hinab.

Planten un Blomen - Herbst - Der Farn wird braun und trocken, der Knöterich blüht weiterhin ...

Planten un Blomen – Herbst – Der Farn wird braun und trocken, der Knöterich blüht weiterhin …

Und auch am See geht es sehr entspannt weiter. Die Vögel relaxen und strecken beim Putzen hingebungsvoll ihre „Ruder“ von sich.

Planten un Blomen - Herbst - Im Großen und Ganzen läuft es sehr entspannt ...

Planten un Blomen – Herbst – Im Großen und Ganzen läuft es sehr entspannt …

Planten un Blomen - Herbst - Am Wasser - Auch die Seerosenblätter nehmen Herbstfärbung an ...

Planten un Blomen – Herbst – Am Wasser – Auch die Seerosenblätter nehmen Herbstfärbung an …

Schön, oder? Falls Sie mittlerweile Lust bekommen und außerdem die Möglichkeit dazu haben, besuchen Sie den Park doch selbst noch einmal, bevor alles Laub zu Boden gefallen ist, bevor die Kälte Sie nicht mehr herauslocken kann, bevor die Blütenpracht ganz vorbei ist!
Es tut gut!
Bis Ende Oktober finden auch weiterhin die Wasserspiele und die abendlichen Konzerte statt, die momentan allerdings bereits um 21 Uhr beginnen.

Ich werde jetzt leider nach Hause müssen, daher verabschiede ich mich nun. Schön, dass Sie heute wieder als Begleitung dabeiwaren!
Oh, Moment …!

Planten un Blomen - Herbst - ... noch sind die Wasserfontänen in Betrieb - und auch das abendliche Konzert mit Wasserlichtorgel findet statt.

Planten un Blomen – Herbst – … noch sind die Wasserfontänen in Betrieb – und auch das abendliche Konzert mit Wasserlichtorgel findet statt.

Wissen Sie, was ich mir just in diesem Moment überlegt habe?
Vielleicht – nein, setzten Sie sich lieber erst – vielleicht gehen wir auch noch einmal im  Winter dorthin. In den Park. Bei Schnee und Eis.
So, jetzt wissen Sie’s! ^^

©Oktober 2013 by Michèle Legrand
Michèle Legrand ©Foto Andreas Grav (Ausschnitt)

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Herbst im Gehölz: Tanzendes Licht, tarntalentierte Pilze, tauchende Blätter …

Herbst - Vor dem Laubfall: Erleuchtet ...

Herbst – Vor dem Laubfall: Erleuchtet …

Ich war am Wochenende spazieren …
Nein, fangen wir anders an!
Wie schaut es bei Ihnen aus?
Hätten Sie Lust, heute ein Stück mitzukommen? Ins Gehölz?

Ich bemerke gerade bei einem Bloggast die Andeutung von Querfalten auf der Stirn, und vielleicht stellt sich dieser Jemand die Frage:
Warum sagt sie nicht einfach Wald, wie jeder Mensch …?
Und dann kommen die Zweifel!
… oder ist Gehölz doch etwas anderes?
Liebe Blogleser, so viel anders ist es nicht. Ich meine ein überschaubares Laubwäldchen und entscheide mich nur deshalb für den Begriff Gehölz, was das sein richtiger, offizieller Name ist:
Das Wandsbeker Gehölz.
Es geht um insgesamt vier Waldstückchen, die sich im östlichen Hamburg befinden, am Wandsbeker Markt beginnen und sich ca. zwei Kilometer nach Osten erstrecken. Seit langem existierend, dementsprechend herrlich und alt ist der Baumbestand. Mehrheitlich wachsen dort Buchen und Eichen, aber auch Ahorn, einige Kastanien, weitere Laubbaumarten als Einzelgewächse und – wirklich die Ausnahme bildend – noch hin und wieder ein Nadelbaum.
Durch den Bau von Straßen und durch die Eisenbahnstrecke nach Lübeck wurde alles im Laufe der Jahrzehnte etwas zerteilt und zerklüftet, so dass es heute eben Gehölz I bis IV gibt – mit Unterbrechungen.
Genug der Erklärungen!

Es ist momentan trocken, sogar leicht sonnig und die Luft ist gut!
Schließen Sie sich mir an?

Ich habe von Menschen gehört, die seit ewiger Zeit nicht mehr in einem Wald oder waldähnlichem Gebiet spazieren waren. Die gar nicht mehr wissen, wie es dort ist!
Wie es riecht, wie es sich anhört, wie sich der Boden unter den Füßen anfühlt, welches Licht dort herrscht.
Mag sein, dass Sie kein Stadtmensch sind und der Wald sie täglich umgibt. Genau, Sie waren bestimmt im Wald, doch ich zerre Sie – wie alle anderen – heute trotzdem durchs Unterholz, damit Ihnen nichts entgeht. (Manchmal drücke ich es drastisch aus, doch in Wirklichkeit meine ich zerren im Sinne von hauchzart am Jackenärmel nehmen und Sie zu der ein oder anderen Auffälligkeit dirigieren, die Sie selbstverständlich auch völlig allein gefunden hätten …)

Auf dem Weg zum Gehölz:

Herbst - Kunstwerke an Bäumen ... sich täglich verändernd

Herbst – Kunstwerke an Bäumen … sich täglich verändernd

Herbst - Langsam fangen die Wände an zu brennen ...

Herbst – Langsam fangen die Wände an zu brennen …

Herbst - auch schön: das Blatt einer Heckenrose

Herbst – auch schön: das Blatt einer Heckenrose

Herbst - Wenn der Ahorn sein Licht anknipst ...

Herbst – Wenn der Ahorn sein Licht anknipst …

Herbst - Der Osterschneeball (Viburnum burkwoodii) mag es farbenprächtig

Herbst – Der Osterschneeball (Viburnum burkwoodii) mag es farbenprächtig

Herbst - ein wenig Indian Summer ist auch in Hamburg

Herbst – ein wenig Indian Summer ist auch in Hamburg

Während es auf dem Weg durch das Wohngebiet sehr herbstlich aussieht, sich die Sträucher in den Gärten, einige Bäume am Straßenrand und Wilder Wein an Hauswänden bunt verfärbt haben, ist es im Gehölz auf den ersten Blick noch nicht so weit. Allein die kühle Temperatur weist auf den Herbst hin. Die kürzeren Tage mit weniger Licht sind den Buchen und Eichen offenbar noch nicht aufgefallen.
Woran könnte es liegen?
Hier ist es generell dunkler, die Bäume kommen auch im Sommer mit relativ wenig Licht aus. Für sie ist es ein Anzeichen von kürzeren Tagen, wenn auch ihre Krone weniger Licht erhält und darauf reagieren sie ganz gemächlich.
Zudem ist der Austrieb von Eichen und Buchen im Frühjahr generell später als bei anderen Laubbaumsorten, vielleicht halten sie dadurch auch länger durch.
Und sie verfärben sich nicht so auffällig hellgelb wie z. B. eine Linde oder manche Ahornsorte. Sie haben weniger und andere Farbpigmente. Verfärbung ist immer auch Sonnenschutz, und wenn bei uns das Wetter bewölkt oder der Baum durch Nachbarbäume geschützt ist, dann entfällt die Notwendigkeit der Blattfärbung.  Der Farbwechsel existiert, doch wesentlich  zurückhaltender. Die Farbe der Blätter geht langsam über in ein eher unscheinbares Braun, eine Farbe, die erst beim Absterben des Blattes auftritt und deren Ursache in der Oxidation von Gerbstoffen zu braunen Farbstoffen (Phlobaphene) zu finden ist.
Diese Bäume sind jetzt für uns nicht DER Hingucker. Aber sie sind Helfer, die durch ihren dunklen Kontrast erst die anderen Farbenkünstler richtig zur Geltung bringen.

Diese eher grünen Bäume vermögen uns ein wenig in die Irre zu leiten. Lassen Sie sich ausnahmsweise darauf ein, denn dieses Täuschungsmanöver im Gehölz bewirkt Interessantes:
Wenn Sie den Boden außer Acht lassen und nur recht flach atmen (also ihren Geruchssinn nahezu ausschalten), könnte noch Sommer sein. Die Vögel zwitschern unverdrossen, Sonnenlicht stiehlt sich am Mittag durch das Blätterdach, wird gefiltert und lässt den Baldachin über Ihnen leuchtendgrün schimmern. Ihnen ist lediglich ein wenig frisch …

Wandsbeker Gehölz -  Wie eine grüne Höhle - nur ganz vereinzelte gelbe Blätter verraten den Herbst ...

Wandsbeker Gehölz – Wie eine grüne Höhle – nur ganz vereinzelte gelbe Blätter verraten den Herbst …

Wenn Sie hingegen die Baumwipfel ignorieren und stattdessen den Boden betrachten, mit schlurfenden Schritten durch offenbar doch schon reichlich herabgefallenes Laub rascheln, hier und da auf einmal bunte Blätter wahrnehmen, Eichhörnchen mit dicken Backen über den Weg huschen sehen, weil sie wieder die Eicheln quer gebunkert haben und Sie jetzt tief einatmen – dann herrscht Herbst!

Wandsbeker Gehölz -  ... es scheint alles noch grün und doch ist Laub auf den Wegen

Wandsbeker Gehölz – … es scheint alles noch grün und doch ist Laub auf den Wegen

Wandsbeker Gehölz - Herbst

Wandsbeker Gehölz – Herbst

Wandsbeker Gehölz - Sie wirken majestätisch .... die Baumriesen

Wandsbeker Gehölz – Sie wirken majestätisch …. die Baumriesen

Etwas Klammes, was in den Wohnstraßen nicht so auffiel, liegt in der Luft und kräuselt die Haare, das Gras wirkt schlaff, an manchen Stellen grau, das Moos ist jetzt höher. An morschen Baumstümpfen und der Borke uralter, knorriger Bäume, sind stellenweise dicke, grüne, leicht schwammige Beläge. Mit Feuchtigkeit vollgesogen, nicht mehr abgetrocknet nach dem Regen, denn die wärmende Luft fehlte und der nächste Schauer kam zudem zu schnell.
Herbst!

Es riecht würzig, leicht modrig, nach Pilzen …
Mögen Sie den Geruch?
Dann kommen Sie mit ins Gebüsch, dort, wo das Laub nicht auf dem hartgetretenen Weg, sondern direkt auf lockerem Erdreich liegt und Bodenbewohner leichter über die Pflanzenreste, verwelkte Blätter und Früchte oder Beeren herfallen können. Dort wird mit Hilfe von Würmern, Schnecken, Spinnen, Ameisen und Käfern bester Kompost hergestellt. Während die Vorgenannten durch Verzehr und folgende Kotausscheidung dem Boden wieder wichtige Nährstoffe und Mineralien zurückgeben, helfen Pilze und Bakterien einigen Bäumen auf ihre Art. Manch Pilz lebt mit einem bestimmten Baum in Symbiose. Seine Pilzfäden erleichtern dem Baum die Wasseraufnahme und der wiederum gibt dem Pilz im Gegenzug Zucker.
… das nur nebenbei.
Wenn Sie hier mit der Hand oder auch mit einem Stock ein wenig das Laub lockern, dann steigt Ihnen der Herbst mit seinem ganz typischen Geruch direkt und unverfälscht in die Nase.

Schauen Sie einmal hier!

Wandsbeker Gehölz - Überall Pilze  ... gut getarnt

Wandsbeker Gehölz – Überall Pilze … gut getarnt

Ist das nicht wirklich perfekte Tarnung?
Anpassung an die Umgebung. Farben wie die des Laubs, der Erde oder heruntergefallener Aststücke.

Wandbeker Gehölz - Pilze im Unterholz  ... die mit den halb aufgeklappten Sonnenschirmen

Wandbeker Gehölz – Pilze im Unterholz … die mit den halb aufgeklappten Sonnenschirmen

Wandsbeker Gehölz - Der modernde Baumstumpf scheint diesem Pilz sehr zu behagen ...

Wandsbeker Gehölz – Der modernde Baumstumpf scheint diesem Pilz sehr zu behagen …

Es gibt einen alten Spruch, der besagt: Unter Birken, Tannen, Buchen kannst du immer Pilze suchen; unter Eschen, Erlen, Linden, wirst Du nicht viel finden.
Ich habe nie nachgeprüft, ob es wirklich stimmt, doch hier unter den Buchen finden sich zahlreiche, ganz unterschiedliche Exemplare. Ich habe die Pilze nicht für ein Foto ausgegraben oder freigeschaufelt! Sie wachsen mittendrin und fallen kaum auf. Manche mit flachem Hut, andere haben etwas, was wie halb zugeklappte Sonnenschirme aussieht, wieder andere ähneln runden Knollen oder Korallen am Riff. Nur die helleren unter ihnen, stechen schneller ins Auge.

Wandsbeker Gehölz - Pilze - Die helleren fallen schon mehr auf, auch durch ihre  Lamellen ...

Wandsbeker Gehölz – Pilze – Die helleren fallen schon mehr auf, auch durch ihre Lamellen …

Wandsbeker Gehölz -  ... auch augenfälliger aufgrund ihrer Form

Wandsbeker Gehölz – … auch augenfälliger aufgrund ihrer Form

Wandsbeker Gehölz - Pilze -  ... hier die korallenähnliche Variante

Wandsbeker Gehölz – Pilze – … hier die korallenähnliche Variante

Haben Sie es bemerkt?
Die Pilze wachsen nicht nur am Boden!
Wenn Sie hinauf schauen, können Sie ganz weit oben in der Astgabel ebenfalls helle Pilze entdecken.

Wandsbeker Gehölz - Pilze ganz oben in der Astgabel des Baumes ....

Wandsbeker Gehölz – Pilze ganz oben in der Astgabel des Baumes ….

Und ist Ihnen aufgefallen, wie der Boden federt, wie Sie an manchen Stellen einsacken und es an anderen Plätzen unter Ihren Füßen knirscht und knackt?
Hier liegen leere, von den Eichhörnchen und anderen Tieren geplünderte Bucheckern herum, teilweise auch noch die nicht ganz verrotteten Kapseln vom Vorjahr.
Es befinden sich Eicheln mit ihren Hütchen auf dem Weg, auch einige Kastanien sowie Teile ihrer stacheligen Panzer liegen verstreut.
An manchen Tagen …
Moment, kurz ein Blick auf die Uhr … Oh, schon recht spät!
Bitte?
Ihnen läuft auch die Zeit weg? Sie müssen heim?
Wenn wir den Weg über die Brücke am Bachlauf nehmen, ist der Rückweg nicht weit …

Es ist still hier, ab und zu schafft es ein winziger Sonnenstrahl durch die Kronen hindurch hinab bis aufs Wasser zu zielen und es an einem Punkt zum Glitzern zu bringen.

Wandsbeker Gehölz - Bachlauf

Wandsbeker Gehölz – Bachlauf

Übrigens, falls Sie nicht sicher sind, in welche Richtung das Wasser fließt – die aufgestauten Blätterhaufen, die an Steinen oder Ästen im Wasser hängenblieben, verraten es Ihnen. Manchmal auch ein einzelnes schwimmendes Blatt, das mit der Strömung treibt.

Wandsbeker Gehölz im Herbst  - Farbkleckse im Bach ...

Wandsbeker Gehölz im Herbst – Farbkleckse im Bach …

Einige werden löchrig, beginnen auf sonst eine Art sich zu zersetzen oder nehmen Wasser auf. Ihre Schwere lässt sie sinken. Sie tauchen ab im klaren Bach, breiten sich auf dem Grund des flachen Rinnsals aus und hinterlassen dort bunte Farbkleckse.
Bis auch diese sich auflösen und verschwinden … oder der Winter kommt, mit ihm der Frost, der eine Eisdecke schafft und einiges bis zum Frühjahr konserviert.

Winter!
Der ist schneller da, als Sie denken!

Sollten Sie also noch etwas von der milden Herbststimmung erleben wollen, sollten Sie Lust auf Wald- oder Gehölzatmosphäre bekommen haben, sollten Sie das bunte Farbenspiel an Bäumen, Sträuchern, Stauden und Rankgewächsen rundherum selbst sehen möchten, die Bilder verinnerlichen, Gerüche genießen, Geräusche abspeichern …
dann nichts wie hinaus!

Der Ahorn (Acer palmatum aconitifolium) zeigt Farbe

Der Ahorn (Acer palmatum aconitifolium) zeigt Farbe

Wilder Wein

Wilder Wein

Herbst - ... und hier die auffälligen Vertreter, die Fliegenpilze. Der braune Pilz links im Bild geht völlig unter, genauso wie die kleinen vorne rechts.

Herbst – … und hier die auffälligen Vertreter, die Fliegenpilze. Der braune Pilz links im Bild geht völlig unter, genauso wie die kleinen vorne rechts.

Der Herbst ist bunt ... doch nicht mehr lange!

Der Herbst ist bunt … doch nicht mehr lange!

Herbst ... im Nu ist alles wieder vorbei

Herbst … im Nu ist alles wieder vorbei

©Oktober 2012 by Michèle Legrand

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21 Kommentare

Kleber, Tacker oder Besen?

In den letzen Wochen haben sie wieder diese Krankheit. Die Blätter.
Oder die Bäume.
Oder liegt es an den Ästen?
Jedenfalls schmeißen sie.
Die Blätter ab und in die Gegend. Und wenn es nicht die Bäume und Äste sind, dann sind es die Blätter selbst, die eine spezielle Krankheit haben: die Laubfallsucht. Sie wiederum löst bei einem meiner Nachbarn einen ganz ähnlichen Infekt aus: die Laubtobsucht!
Sie dürfen dem Herrn nicht mit so etwas kommen wie Chemie, Physik, wenig Licht, kühleren Temperaturen, dem Jahreskreislauf, Herbst oder sonstigen logischen Argumenten.
Er hasst es, Laub zu entfernen und zeigt es recht deutlich. An friedlichen Tagen steht er mit nur heruntergezogenen Mundwinkeln und kummervoller Leidensmiene auf den Stiel des Besens gebeugt und brütet über die Last und diverse Ungerechtigkeiten des Lebens. An aufmüpfigen Tagen hingegen, knallt er den Besen schon einmal in die Ecke, mosert während seiner Selbstgespräche und ist immer kurz davor Leute anzublaffen, die zufällig seinen Weg kreuzen.
Irgendwo will der Mensch eben immer seiner Frust loswerden …
Das eigentliche Übel ist meiner Ansicht nach die Tatsache, dass er extrem langsam agiert und somit schlecht vorankommt. Vielleicht würde mir auch die Lust vergehen, wenn ich zu allem Stunden und Tage bräuchte. Und das ist etwas, was ihm ganz offenbar zusätzlich zu schaffen macht: zu sehen, ein anderer ist schneller!
Er  könnte oder wird sich damit beruhigen, dass er gründlicher ist und dass man von seinem gesäuberten Weg essen könnte.
Nur, wer will schon vom Weg essen?

Heute zog ich mir Gummistiefel an und begann draußen mit dem Laubfegen und -rechen. Mein Nachbar stand drinnen am Küchenfenster und bemerkte es. Es löst bei ihm regelmäßig eine milde Form der Panik aus.
Oh, die Nachbarin fegt! Ich muss das jetzt auch tun!
So ist das. Es geht selbstverständlich nicht, dass mein Weg sauberer ist als seiner (das Essen!).
Folglich hatte ich nach zehn Minuten Gesellschaft.
Hurra!
Anfangs war noch alles in schönster Ordnung. Nach einer kurzen Begrüßung folgte stillschweigendes Arbeiten. Bald jedoch verließ ihn wieder die eh schon geringe Lust und so startete der Zetermodus mit gründlichem Herummaulen und wiederholtem Gejammer.
„Es ist alles so sinnlos! Dauernd liegt wieder was!“ – „Wo soll ich mit dem ganzen Laub hin?“ – „Der Besen nimmt gar nicht alles mit …!“ – „… und dann bläst der Wind immer die Haufen auseinander!“ – „Herr und Frau X. könnten bei sich auch mal mehr aufräumen – alles fliegt hier zu mir herüber!“ – „Hier! Hier! Schon wieder Blätter von da drüben!“ – „Die nassen gehen auch nicht weg …!“ -„Das geht ganz schön auf den Rücken …“

So ging es mit erstaunlicher Ausdauer und immer neuen, missmutigen Anmerkungen weiter.
Zuerst versuchte ich ihn aufzumuntern und sagte ihm solche Dinge wie:
„Na, nun sind ja fast alle Blätter unten. Sie haben es bald geschafft!“
Es half für etwa eine halbe Minute, doch danach ging sein Wehklagen weiter.
Irgendwann hat es mir gereicht! Das hält man ja nicht aus!
Bunter Laubhaufen im  Herbst

Inzwischen hatte ich einen ziemlich großen Haufen Laub angehäuft. Nach einem erneuten Herumgenöhle seinerseits, lehnte ich meinen Besen an einen Baum und stellte mich vor meinen Nachbarn auf. Ich erklärte ihm:
„Lieber Herr E., Sie machen jetzt Folgendes: Sie nehmen Anlauf und springen hier in meinen Haufen! Und dabei schreien sie ganz laut:
Yeah, Laub ist der Wahnsinn!“
Er schaute mich völlig entgeistert an, so dass ich erwiderte:
„Gut, ich mache es Ihnen vor.“
Ehe er sich versah, startete ich, sprang ab, landete mit Karacho im Haufen und brüllte:
„Yeah, Laub ist der Wahnsinn!“
Der Nachbar stand völlig erstarrt.
Ich möchte gar nicht so genau wissen, was er gerade über mich dachte … Um ihn aus dieser Starre zu holen, wagte ich einen weiteren, letzten Versuch. Ich grinste ihn an und schlug vor:
„Wenn Ihnen das Fegen so widerstrebt, können Sie die Blätter auch ankleben oder wieder antackern. Dann hätten sie eine Weile Ruhe.“
Offensichtlich hatte ihm das Grinsen gezeigt, dass ich nur Spaß machte, ansonsten aber weiterhin normal bin – wenn auch nicht so normal, wie er es wohl gern hätte.
„Sie sind mir vielleicht eine!“, kam es schließlich schwer schluckend. Er griff resolut nach seinem Besen.
„Ich bleibe beim Fegen!“,  war sein letzter Kommentar, bevor er sich wieder seinem Schicksal ergab.

Ich denke, für das in den Laubhaufen springen ist er einfach noch nicht reif! ^^

PS Ich habe einen Forumskollegen, der vor zwei Jahren ein Video von seinem Laubsalto gepostet hat.
Sie finden es (ich hoffe, auch später noch), wenn Sie den nachfolgenden Link anklicken.

http://s20.photobucket.com/albums/b214/fryphile/Blah%20blah%20blah/?action=view¤t=Leaves.mp4

©November 2012 by Michèle Legrand

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