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Orchestrale Blätterfallsucht

Die Zeit fliegt. Einerseits gefällt sie mir, diese Tatsache. Auf diese Art und Weise gehört der triste November bald der Vergangenheit an. Andererseits möchte ich sie stoppen, da mir arbeitsmäßig und erledigungstechnisch gerade Stunden fehlen.
Mein Gefühl verkündet mir obendrein, der Blog käme zu kurz. Gut eine Woche ist es schon wieder her, dass hier der Kronleuchter herunterrauschte. Hier im Blog, nicht bei mir zu Hause.
Ich habe festgestellt, Bloggen entspannt. Komme ich nicht dazu, fehlt es mir, und ich hege die starke Vermutung, dass mir nicht etwa die Veröffentlichung der Beiträge das größte Behagen bereitet, sondern vielmehr die Entspannung, die sich beim Ersinnen und Schreiben einstellt.

Seit dem letzten Blogpost habe ich viel am Laptop gesessen. Auch schreibend, jedoch arbeitend schreibend. Recherchierend.
Dabei fällt hin und wieder der Blick aus dem Fenster in den Garten. Bewusst die Augen entspannen. Es heißt immer, man soll das Zwinkern vor dem Bildschirm nicht vergessen.
Was nicht bedeutet, dass Sie mit ihrem PC herumschäkern sollen!
Sie sollen lediglich daran denken zu blinzeln, denn der Lidschlag verteilt den Tränenfilm und befeuchtet die Hornhautoberfläche. Eigentlich geschieht dies ca. zehn bis fünfzehn Mal pro Minute, vor dem Monitor hingegen verringert es sich häufig auf nur noch ein oder zwei Mal. Was daraufhin entsteht, sind trockene, schmerzende Augen. Um so etwas zu vermeiden, ist das Hinausschauen und Ausruhen der Augen für mich inzwischen zu einem Automatismus geworden.

November-Kletterhortensie (Hydrangea petiolaris) - wenige Tage vor dem Frost ...

November-Kletterhortensie (Hydrangea petiolaris) – wenige Tage vor dem Frost …

November-Iris (Samenstand der Iris sibirica)

November-Iris (Samenstand der Iris sibirica)

Sie haben es bei sich bestimmt auch wahrgenommen: Im Garten holt es langsam aber sicher die letzten Blätter von den Bäumen und Sträuchern und – sagen wir es ganz deutlich – es ist gerade Gammelphase!
In der letzten Woche gingen die Temperaturen nach unten, leichter Nachtfrost gehörte auf einmal zum Programm. Was den einen Tag noch anziehend, freundlich, farbenfroh und lebendig wirkte, war anderentags kaum mehr wiederzuerkennen.  Die Kälte hatte unerbittlich zugeschlagen. Zur Blätterfallsucht kamen das Verfrieren, Umknicken und Absterben der überirdischen Triebe, das Matschwerden und das Krumpeln von kurz zuvor noch knackigen Beeren und Früchten.

Die Bauernhortensie ein paar Tage vor dem Frost - Interessante Blattfärbung

Die Bauernhortensie ein paar Tage vor dem Frost / Interessante Blattfärbung –  ein wenig, wie in rote Tinte getunkt.

November-Bauernhortensie (Hydrangea macrophylla) nach dem ersten Frost ...

November-Bauernhortensie (Hydrangea macrophylla) nach dem ersten Frost …

Es ist jedes Jahr wieder verblüffend, die enorme Auswirkung von einer nur zwei oder drei Grad geringeren Temperatur zu beobachten. Wenn es denn gerade an dieser Schwelle zur Frostbildung ist …

November-Farn - vor dem Frost ...

November-Farn – vor dem Frost …

November-Farn ... kurz danach.

November-Farn … kurz danach.

November-Feuerdorn (Pyracantha coccinea) - vor dem Frost

November-Feuerdorn (Pyracantha coccinea) – vor dem Frost

November-Feuerdorn (Pyracantha coccinea) ... durch die Kälte "verkrumpelte" Beeren

November-Feuerdorn (Pyracantha coccinea) … durch die Kälte „verkrumpelte“ Beeren

November-Brombeere ... (Rubus)

November-Brombeere (Rubus) …

In einer der Augenschonpausen habe ich mitgezählt. Sieben, acht … Acht Sekunden hat es gedauert! Achten Sie einmal drauf: das ist lang! Als Blattfallzeit, meine ich.

November-Hahnenfuß (Ranunculus repens)  nach Frostnacht ...

November-Hahnenfuß (Ranunculus repens) nach Frostnacht … und Haselnussblätter!

Ein Blatt des Haselnussstrauchs hatte sich weit oben gelöst und fiel gemächlich zu Boden. Der große gelbbraune Lappen schwebte zwischendurch wie eine kleine Schaukel, tänzelte, als könne er sich nicht dazu durchringen, auf dem kalten Boden zu landen.
Und während das Blatt noch in der Luft verharrt hatte, war ein Windstoß gekommen, hatte es erwischt und an ihm herumgezerrt. Den langen, dünnen Reisigzweigen der Birke war es ebenso ergangen. Sie wurden gepackt, durchgewirbelt und die Blätter sind in Massen gestoben. Ich finde das Wort gestoben übrigens schön! Google fragt allerdings immer ganz dröge, ob ich gestorben meine …

Was ich Ihnen in dem Zusammenhang jedoch eigentlich erzählen wollte, ist etwas anderes. Manchmal höre ich Blätter fallen. Es sind beileibe keine besonderen Blätter, die mit Ratazong auf die Erde rumsen! Sie sind nicht hart, und es geht nicht um den Aufprall!
Ich höre sie in der Luft …
Sie machen Musik, denn ich sehe Instrumente in ihnen. Schwere große Blätter werden zu Instrumenten mit mächtigen, wuchtigen und oftmals tiefen Tönen. Das Haselnussblatt hört sich dann an wie eine Pauke. Andere derartige Blätter klingen nach Kontrabass und Tuba. Die kleineren Blätter hingegen sind – größenabhängig – Violinen, Hörner, Trompeten, Flöten, Klarinetten bis hin zu Piccolo-Flöten und Glockenspielen! Wenn viele Blätter eines Baumes zusammen herunterrieseln, klingt es, als würde irgendwo sanft eine Harfe angeschlagen oder als ob  in Windeseile Pianistenfinger über die schwarzen und weißen Tasten eines Flügels glitten. Ein Miniblättchen, wie das der Berberitze, löst einen Triangelschlag aus.

November-Blauregen (Wisteria, Glyzinie) ... bei Sonnenschein

November-Blauregen (Wisteria, Glyzinie) bei Sonnenschein. Die Blättern rieseln ganz leicht …

Wenn Sie sich im Herbst beim Anblick des fallenden Laubs einer solchen Vorstellung hingeben, dann vernehmen Sie plötzlich tolle Konzerte! Bei Windböen ist es so, als gäbe es keinen Dirigenten. Alles spielt wild durcheinander. Die Lautstärken sind unterschiedlich. Sagen wir diplomatisch, es seien moderne Stücke – oder Sie hören die allererste Probe eines Werks.
Doch sobald bei Kälte das Blätterrieseln einsetzt, diese schlichte, gleichmäßige Blätterfallsucht,  ist der Mann mit dem Taktstock zur Stelle, und sein Orchester beginnt mit dem Konzert.
Oh, ein neues Haselnussblatt!
BONNNGGG!
Das war der Paukenschlag.
Orchestrale Blätterfallsucht
Auch wenn es sich fast nach einer Krankheit anhört, ich liebe sie.

©November 2013 by Michèle Legrand
Michèle Legrand  ©Foto Andreas Grav (Ausschnitt)

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Erfrischend, wenn die Hitze über der Stadt brütet … Ein Abend mit Wasserlichtorgelkonzert und mehr in Planten un Blomen

 Hamburg - Planten un Blomen an einem Sommerabend ... Wasserlichtorgelkonzert

Planten un Blomen: Der Parksee an einem Sommerabend … Wasserlichtorgelkonzert!

Wir haben 2012 ziemlich lange darauf warten müssen – auf sommerliche Temperaturen. Jetzt sind sie da … Schön, oder?
War dort eben ein klitzekleines Zögern?
Nun, wie es in unseren Breitengraden inzwischen fast schon üblich ist, steigt die Quecksilbersäule des Thermometers recht spontan und leidenschaftlich gern unerhört rasant. Uns Nordlichtern sind nicht 22-24 Grad Celsius über einen längeren Zeitraum vergönnt – nein, wir knacken die 30° Grad im Schatten Grenze von heute auf morgen. Wobei übermorgen halt oft schon wieder der Schal fällig wird – es funktioniert tatsächlich auch umgekehrt so.
Etwas anderes. Hamburg. Sie kennen das Klischee bezüglich der Hanseaten? Zurückhaltend, zu Understatement neigend, gern in ein maritimes Blau (anglophil angehaucht) gekleidet, ergänzt durch goldene Knöpfe (Herren) bzw. eine einreihige Perlenkette (Damen). Eine Hanseatin, ich bin auch eine, würde Ihnen den momentanen Zustand der Städter wie folgt erklären:
Uns ist – fügen Sie hier bitte ein dezentes Räuspern und eine kleine Kunstpause ein – … ein wenig warm.
Und was mich angeht: doch, mir würde jetzt die Perlenkette solo ausreichen.

Dennoch habe ich vor, Sie heute wieder mitzunehmen. Da ich allerdings davon ausgehe, dass Sie den Besuch einer Backstube brüsk ablehnen würden, treffen wir uns stattdessen in Planten un Blomen. Ehe Sie mosern, dass wir dort Ende Mai schon waren …
Ja, und?
Glauben Sie, Sie haben damals schon alles gesehen?
Es gibt etwas Spezielles, was Sie heute kennenlernen werden, denn diesmal wird es aus gutem Grund einen Abendspaziergang geben. Das hat weiterhin den Vorteil, dass die Glut der Sonne vorbei ist, mit ihr die Sonnenbrandgefahr, und die Schweißausbrüche sind um die Zeit auf ein Minimum reduziert. Ein lindes Lüftchen weht, Sie werden einige Ihnen noch unbekannte Ecken bestaunen können und zum Abschluss ein erfrischendes, berauschendes Wasserlichtorgelkonzert erleben. Wir können uns dazu auch so setzen, dass sie – sobald eine kleine Brise aufkommt – in Maßen angenehm kühle Gischtspritzer zur Erfrischung abbekommen.
Wie klingt das?
Falls Sie im Mai nicht dabei waren oder noch einmal rekapitulieren möchten – hier ist der Link zum Vorgängerartikel:
https://michelelegrand.wordpress.com/2012/05/28/genuss-pur-mitten-in-hamburg-planten-un-blomen-und-das-geheimnis-der-fehlenden-fensterscheibe/

Erinnern Sie sich noch an die Mittelmeerterrassen und die fehlende Glasscheibe im Dach des Kakteenhauses? Richtig, die große Agave (Agave weberi J. F. Cels ex. J. Poiss) hatte begonnen, einen Blütenschaft auszubilden. Sie hatte begonnen, ihn wie einen Dorn, wie eine Fahnenstange himmelwärts zu treiben und dabei schon die vorhandene Dachhöhe um mindestens einen Meter überschritten. So war der Stand am 26. Mai, und neulich verrieten die Gärtner, dass sie mit der Blüte Mitte bis Ende August rechnen.
Mittlerweile ist einiges an Höhe hinzugekommen. Die Seitenverästelung, die Anfang Juli begann, ist mittlerweile fortgeschritten. Bereits jetzt gut zu erkennen, wo sich die Blütenstände ausbilden.

1_Hamburg - Planten un Blomen am Abend -  ... und sie wächst und gedeiht: Die einen Blütenstand ausbildende Agave weberi J. F. Cels ex. J. Poiss

Planten un Blomen am Abend – … und sie wächst und gedeiht: Die einen Blütenstand ausbildende Agave weberi J. F. Cels ex. J. Poiss am 20. Juli 2012

2_Hamburg - Planten un Blomen am Abend -  ... und fünf Sonnentage später (25.07.2012) am Abend (Agave weberi J. F. Cels ex. J. Poiss)

Planten un Blomen am Abend – … und fünf Sonnentage später (25.07.2012) am Abend (Agave weberi J. F. Cels ex. J. Poiss)

Ein Blick hinab auf den zu Füßen der Mittelmeerterrassen liegenden Alten Wallgraben. Hier ist am Abend eine beschauliche Ruhe eingekehrt. Nur wenige Spaziergänger und einzelne Jogger sind Richtung Alte Wallanlagen unterwegs. Bedingt durch seine recht tiefe Lage im Vergleich zum Niveau der ihn umgebenden Straßen, entsteht dieses Idyll am Wassergraben. Niemand vermutet den viel befahrenen Gorch-Fock-Wall oder die Jungiusstraße in unmittelbarer Nähe.

3_Hamburg - Planten un Blomen am Abend - Palmlilien, Gräser und Disteln - Blick von den Mittelmeerterrassen hinunter zum Alten Wallgraben

Planten un Blomen am Abend: Palmlilien, Gräser und Disteln – Blick von den Mittelmeerterrassen hinunter zum Alten Wallgraben

4_Hamburg - Planten un Blomen am Abend - Perückenstrauch  (Cotinus coggygria)

Planten un Blomen – Perückenstrauch (Cotinus coggygria) beim Tropenschauhaus. Er wird noch plusteriger, „perückiger“ im Laufe der Zeit …

5_Hamburg - Planten un Blomen am Abend - am Wallgraben

Planten un Blomen: Abends am Wallgraben …

6_Hamburg - Planten un Blomen am Abend - Kormorane im alten Wallgraben

Planten un Blomen – Kormorane im Alten Wallgraben (auf der Baumwurzel im Wasser, fast auf der anderen Uferseite)

6_Hamburg - Planten un Blomen am Abend - Staudenpracht am Alten Wallgraben unterhalb der Mittelmeerterrassen

Planten un Blomen – Staudenpracht am Alten Wallgraben unterhalb der Mittelmeerterrassen

8_Hamburg - Planten un Blomen am Abend - Zurückgeschnitte Eibe, die irgendwie ein Gesicht hat ...

Planten un Blomen – Abends am Wegesrand: Zurückgeschnitte Eibe, die irgendwie ein Gesicht hat …

Der Spazierweg ist frei.
Haben Sie Lust auf ein kleines Spiel, kein waghalsiges Experiment  – mehr  ein risikoarmes Abendabenteuer?
Stellen Sie sich bitte in die Mitte des relativ breiten Weges, drehen sich in Gehrichtung Alte Wallanlagen und schließen Sie die Augen.
Warten Sie einen Moment und lauschen Sie …

Was hören Sie?

Es ist Ihnen bisher vielleicht nicht aufgefallen, weil optische Reize Sie abgelenkt haben, aber irgendwoher rauscht es! Lassen Sie die Augen weiterhin geschlossen und gehen Sie langsam voraus. Der Weg führt leicht bergauf.
Es wird dunkler.
So etwas bemerken Sie auch mit geschlossenen Lidern! Ich verrate Ihnen, dass Sie links und recht von Bäumen umgeben sind, die über Ihnen zusammenwachsen und  ein grünes Dach bilden.
Das Rauschen kommt näher, wird intensiver, lauter …
Atmen Sie tief ein!
Sie riechen oder fühlen vielleicht auch auf der Haut, dass sich die Luft verändert hat. Sie ist reiner, kühler, leicht feucht.

Wenn Sie das Gefühl haben, jetzt sei das Rauschen unmittelbar neben Ihnen: Halten Sie!
Wenden Sie sich nach links und öffnen Sie die Augen!

Als ich es sah, erging es mir wie der Amerikanerin, die auch gerade aus der Gegenrichtung kommend dort eintraf, und ich möchte ihre treffenden Worte wiedergeben:
„Fucking gorgeous!“, war es, was ihr entfuhr.
Das erste Wort ist in seiner Bedeutung nicht unbedingt hanseatisch korrekt. Aber zusammen genommen sagt es alles. Es ist so traumhaft, umwerfend und großartig, bei dieser Geräuschkulisse auf die Steintreppen und die ihre Stufen hinabstürzenden und brodelnden Wassermassen zu schauen! Das Rauschen an den Niagara-Fällen kann doch kaum schöner sein!

10_Hamburg - Planten un Blomen am Abend - Wassertreppe

Hamburg – Planten un Blomen am Abend – Das Wasser rauscht die Steintreppen hinab …

Plötzlich werden Sie gewahr, dass es noch nicht alles war. Abgesehen von dem Rauschen, fällt Ihnen zusätzliches, vielfältiges Plätschern auf und Sie gehen, wie magisch davon angezogen, weiter. Neugierig, überzeugt, dass jetzt nicht noch etwas kommen kann, was Sie wieder derart umhaut. Vielleicht kommt Ihnen der Gedanke, dass das Wasser für diesen eben gesehenen Wasserfall irgendwoher stammen muss – eine Quelle braucht. Und richtig, kaum endet der baumbesäumte Weg am oberen Ende der Wassertreppe, entdecken Sie die Herkunft. Aus vielen offenen Rohrenden, die alle aus zwei sich gegenüberliegenden Steinwänden ragen, strömt Wassernachschub, fällt teilweise metertief hinunter in  Auffangbecken, von denen eines wiederum die Wassertreppe speist.
So schön!
So f…ing gorgeous!

11_Hamburg - Planten un Blomen am Abend - ... direkt an der Wassertreppe weiteres fröhliches Rauschen und Geplätscher fröhliches Rauschen und Geplätscher

Planten un Blomen am Abend – … direkt an der Wassertreppe weiteres fröhliches Rauschen und Geplätscher

12_Hamburg - Planten und Blomen

Planten und Blomen …

13_Hamburg - Planten un Blomen am Abend - ... direkt an der Wassertreppe weiteres fröhliches Rauschen und Geplätscher

Planten un Blomen am Abend – … aus den Rohrenden rauscht es hinab … Aus manchen wasserlosen Rohrstücken wachsen Pflanzen.

Wenn Sie die Kühle genossen und sich sattgesehen haben, unterqueren Sie gleich noch die folgende Brücke und werfen darunter und auch dahinter einen Blick auf den Boden. Hier wurden sehr schöne Mosaikmuster eingearbeitet!

14_Hamburg - Planten un Blomen am Abend -  Farbenfroh gelegte Muster am Boden

Planten un Blomen – Farbenfroh gelegte Muster am Boden

Ein Blick auf die Uhr zeigt mir, dass wir jetzt dringend zum Parksee aufbrechen müssen, denn pünktlich um 22 Uhr beginnt dort das Wasserlicht(orgel)konzert!
Wir streifen einfach quer durch die Parkanlage, kommen Sie vertrauensvoll mit mir mit …
Als Route zurück (wieder hinauf zum Tropenschauhaus), dient uns diesmal der rollstuhltaugliche Weg, der an der Wassertreppe beginnt und oben nahe der Bucerius Law School endet.

9_Hamburg - Planten un Blomen am Abend - Rechts das markante Gebäude der privaten Bucerius Law School mit dem Fernsehturm im Hintergrund

Planten un Blomen am Abend – Rechts das markante Gebäude der privaten Bucerius Law School mit dem Fernsehturm im Hintergrund

15_Hamburg - Planten un Blomen am Abend - ... steht am Eingang zum Spielplatz

Planten un Blomen am Abend – … am Spielplatz vorbei, wo dieser Herr steht …

16_Hamburg - Planten un Blomen am Abend - Richtung Parksee_Ein Meer in blau ...

Planten un Blomen am Abend – … weiter Richtung Parksee: Ein Meer in blau …

17_Hamburg - Planten un Blomen am Abend -  ... und immer wieder Wasser

Planten un Blomen am Abend – … und immer wieder Wasser

18_Hamburg - Planten un Blomen - Schön in der Abendämmerung: die weißen Silberkerzen (Cimicifuga) und blühende Funkien

Planten un Blomen – Schön in der Abendämmerung: die weißen Silberkerzen (Cimicifuga) und blühende Funkien

Na bitte, wer sagt es denn!
Wir sind gut in der Zeit.
Von Mai bis einschließlich August starten die Konzerte um 22 Uhr, den ganzen September über um 21 Uhr. Von Oktober bis Ende April hingegen herrscht Winterpause.

Haben Sie eine ungefähre Vorstellung, was Sie erwartet?
Die Kurzfassung könnte so lauten:
Musik an, Wasser an, Licht an!
Wie nüchtern, wie langweilig, wie uninspirierend!
Ich verrate Ihnen ein bisschen mehr.
Sie kommen heute in den musikalischen Genuss des Karnevals der Tiere. Gratis! Sie lauschen ihm in der Dunkelheit, und sie erhalten gleichzeitig zusätzlich etwas  für ihre Augen, das Gemüt,  für Ihre Seele. Ihnen werden Farbenpracht und wunderschöne, anmutige, aber auch mitreißende Wasserspiele geboten werden!
Einige Male könnte Ihnen möglicherweise  ein Ooooh! und Aaaaaah! herausrutschen …
Es wird Sie beeindrucken! Sie und all die anderen, die sich hier sammeln, um sich ein solches Erlebnis nicht entgehen zu lassen.

Möchten Sie wissen, wie dieses kleine Wunder entsteht?
In den Parksee sind sowohl Wasserdüsen für Fontänen als auch Lichtstrahler für buntes Licht eingebaut. Am Ufer stehen mehrere in großer Höhe montierte Lautsprecher, die zwar keine Hi-Fi Qualität haben, aber ihren Zweck hinreichend erfüllen. Sie verbreiten die Musik, die dort an den Konzertabenden erschallt. Oft Klassik, doch es gab auch schon Rockstücke oder Filmmusik, zu denen für die Wasserlichtorgel eine Choreographie erarbeitet wurde.

Wie das funktioniert?
Während der etwa 30 min. andauernden Darbietung, wird von zwei Künstlern (live!) an der „Wasserlichtorgel“ und am „Lichtklavier“ gespielt. Während der eine die 13 Pumpenhebel für die Fontänen bedient, steuert der andere eine sehr große Anzahl von Tasten über ein zweimanualiges Licht-Keyboard und regelt auf diese Art 762 Lampen in fünf Farben.
Um sehen zu können, was sie „anrichten“, befinden sich diese beiden Personen in einem kleinen Raum direkt am Parksee, der Fenster direkt in Höhe der Wasseroberfläche hat. Wenn Sie sich auf der Wiese befinden, ist dieser Raum von Ihnen aus gesehen links (Richtung Café Seeterrassen).
Die Musik selbst ist nicht live. Sie kommt von CD, Band, aus der Konserve …

19_Hamburg - Planten un Blomen am Abend - Das Café Seeterrassen am Parksee erleuchtet und für eine besondere Feier dekoriert

Planten un Blomen … Ein Blick hinüber zum Café Seeterrassen. Erleuchtet und für eine besondere Feier dekoriert …

Die Hitze des Tages ist angenehmen Abendtemperaturen gewichen. Kaum Wind, die Dunkelheit setzt jetzt rasch ein. Nehmen Sie Platz und genießen Sie die Vorstellung. Gerade eben wurden die erst kurz zuvor eingeschalteten Parklaternen wieder gelöscht.
Es geht los!

20_Hamburg - Planten und Blomen - Wasserlichtorgelkonzert Karneval der Tiere 20.07.2012

Planten und Blomen – Wasserlichtorgelkonzert „Karneval der Tiere“

21_Hamburg - Planten und Blomen - Wasserlichtorgelkonzert Karneval der Tiere 20072012

Planten und Blomen – Wasserlichtorgelkonzert „Karneval der Tiere“

22_Hamburg - Planten und Blomen - Wasserlichtorgelkonzert Karneval der Tiere

Planten und Blomen – Wasserlichtorgelkonzert „Karneval der Tiere“ – Mehr dazu (Artikel und Fotos) im Blog: Michèle. Gedanken(sprünge) – Juli 2012

25a_Hamburg - Planten und Blomen - Wasserlichtorgelkonzert Karneval der Tiere

Planten und Blomen – Wasserlichtorgelkonzert „Karneval der Tiere“

23_Hamburg - Planten und Blomen - Wasserlichtorgelkonzert "Karneval der Tiere"

Planten und Blomen – Wasserlichtorgelkonzert „Karneval der Tiere“

24_Hamburg - Planten und Blomen - Wasserlichtorgelkonzert Karneval der Tiere 20072012

Planten und Blomen – Wasserlichtorgelkonzert „Karneval der Tiere“

25_Hamburg - Planten und Blomen - Wasserlichtorgelkonzert "Karneval der Tiere"

Planten und Blomen – Wasserlichtorgelkonzert „Karneval der Tiere“

27_Hamburg - Planten und Blomen - Wasserlichtorgelkonzert "Karneval der Tiere" 25.07.2012

Planten und Blomen – Wasserlichtorgelkonzert „Karneval der Tiere“

Finale …

26_Hamburg - Planten und Blomen - Wasserlichtorgelkonzert "Karneval der Tiere" 25072012

Planten und Blomen – Wasserlichtorgelkonzert „Karneval der Tiere“

Vorbei. Schon … Eine halbe Stunde, die wie im Fluge verging.

Haben Sie gelegentlich die leichten Gischtspritzer gespürt? Empfanden Sie es nicht auch eher angenehm als störend an diesem warmen Tag?
Konnten Sie ein wenig erholen nach der brütenden Hitze des Tages oder sogar für einen Moment den Alltag vergessen und sich ein klein bisschen verzaubern lassen?
Falls es Ihnen gefiel – Sie dürfen selbstverständlich auch alleine wiederkommen! (Diese Wasserlichtorgel hat durchaus ein leichtes Suchtpotenzial …)

Bis zum Ende dieser Saison sieht das weitere Programm folgendermaßen aus:
01.-15. August Tango (Arr. Héctor Gonzáles-Pino)
16.-31. August (erneut) Karneval der Tiere (Arr. Birgit Winzler)
01.-15. September Filmmusik (Arr. Héctor Gonzáles-Pino)
16.-30. September Scheherezade (Arr. Tanja Naini)

Ich freue mich, dass Sie dabei waren und wünsche Ihnen noch weitere angenehme Sommertage! Vielleicht lesen wir uns demnächst wieder.

Anmerkung:
Ich hatte für Sie auch ein kleines Video vorbereitet, doch YouTube wies gleich nach Hochladen auf eventuelle urheberrechtliche Probleme hin (die Musik!).
Nun, reagieren wir mit einem gelassenen hanseatischen Pffft! sowie stoischem Blick darauf, greifen auf obige Fotos zurück und halten uns an unsere eh viel stärkere Kraft der Imagination.

©Juli 2012 by Michéle Legrand

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