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Hamburg: Weihnachtsmärkte, Weihnachtsparade … Trubel in der City!

Dem ersten Elch begegnete ich in der U-Bahn. Sein Geweih hatte weiter vorne im Waggon ein Stückchen über die Lehne einer Sitzbank geragt. Später liefen mir Artgenossen in der Innenstadt über den Weg. Ich spreche von menschlichen Wesen, die sich in der Weihnachtszeit einen Haarreif mit eben diesem Elchgeweih auf- und meist erst Stunden später wieder absetzen.
Haben Sie auch schon gesehen, oder?
Manchmal müssen auch Angestellte – gerne in Bäckereien oder beim Schlachter – an speziellen Festtagen Geweihe, Hütchen bzw. Hasenohren tragen oder Luftschlangen umlegen.
Müssen?
Ich bin mir nicht sicher, nahm bisher allerdings an, das Anlegen dieser von der üblichen Arbeitskleidung arg abweichenden „Teile“ wäre auf jeden Fall freiwillig. Nur bei meinem Bäcker treten in solch einem Fall die zusätzlichen Accessoires recht massiv auf, was mich zu dem Schluss kommen lässt, dass ein Angestellter wahrscheinlich nach reiflicher Überlegung aus Joberhaltungsinteresse entscheidet, dass er es „wohl besser mal mitmacht“. Zu dieser Vermutung passt der nicht immer ganz glückliche Blick an solchen Verkleidungstagen.
Kleiner Gedankensprung. Jetzt geht es weiter.

Es heißt, in der Adventszeit, wenn die Weihnachtsmärkte eröffnet haben, sei es – speziell an den Wochenenden – besonders voll in der Stadt. Stimmt das?
Ja! Aber so was von!
Sie können sich kaum vorstellen, was für ein Gedränge, welcher Trubel in der City von Hamburg am 3. Adventssonnabend herrschte! Menschen über Menschen. Drinnen, draußen, wohin das Auge reicht. Ich hätte mir den Sonnabendtermin zum Bummeln grundsätzlich liebend gern verkniffen, nur wollte ich endlich einmal die Weihnachtsparade miterleben.
An den vier Adventssonnabenden findet in der Innenstadt jeweils dreimal täglich (um 11.30, 14.00 und 17.00 Uhr) ein kleiner Umzug statt. Gestartet wird bei Saturn am Hauptbahnhof. Die Route verläuft durch die Mönckebergstraße bis zum Rathaus. Nach einer Weile geht es von dort retour. Irgendwie muss der ganze Trupp schließlich wieder zum Ausgangspunkt gelangen, um später den zweiten und dritten Umzug zu starten.
Ich peilte die mittlere Zeit an, was mir die Möglichkeit offenhielt, nach dem Bummel über die Weihnachtsmärkte sowie der ein oder anderen Besorgung ein zweites Mal Gast der Parade zu werden. Dann als Zuschauer bei Dunkelheit mit entsprechend stimmungsvoller Beleuchtung des Ereignisses.

Ein wenig früher als nötig am geplanten Startpunkt des City-Spaziergangs angekommen, blieb Zeit für eine Stippvisite der weißen Pavillonzelte des „Winterzaubers“, des Weihnachtsmarktes, der direkt am Anleger Jungfernstieg aufgebaut ist.
Ein kulinarisch geprägter Bereich mit vielfältigem Angebot und den entsprechenden Bratgerüchen bzw. Glühweindüften wird Richtung Ballindamm und Europassage ergänzt durch eine Reihe von Verkaufsständen, die sich auf Weihnachtsdekoration (Figuren, Kerzen, Anhänger), Kunsthandwerk aus Glas und Holz (auch Spielzeug) sowie Accessoires wie Mützen, Hüte, Schals, Tücher (in verschiedenen Stilrichtungen) u. a. spezialisiert haben.
Sehr schön anzuschauen – wenn es einem gelingt, überhaupt bis an die Ware heranzukommen! Körperkontakte entstehen, die ersten Ellenbogen treffen. Es folgen fremde Tapser auf die eigenen Zehen, gelegentlich ein leichter Tritt in die Ferse. Doch im Großen und Ganzen ist die Masse friedlich gestimmt, nicht gestresst und auf Ärger aus.
Kennen Sie so etwas schon?

Hamburg - Winterzauber 2014  am Jungfernstieg - Der Stand von Dadarella mit Gamaschen (Stulpen) in unterschiedlichsten Materialien und Größen ...

Hamburg – Winterzauber 2014 am Jungfernstieg – Der Stand von Dadarella mit Gamaschen (Stulpen) in unterschiedlichsten Materialien und Größen …

Dadarella bietet Gamaschen bzw. eine Art von Beinstulpen aus den unterschiedlichsten Materialien und in mehreren Größen (Weiten, Längen) an. Welche mit Seidenlook, Tweedcharakter, als Mischform von Stoff und Lederbesatz etc. Auf den Fotos, die am Stand dazu ausgestellt sind, trägt man diese Gamaschen vorrangig zu Absatz-Pumps oder sogar zu hauchdünnen, extrem hohen Highheels. Doch die Variante flacher Schuh und Ballerina ist ebenfalls vorgesehen. Oft wird ein Kontrast zwischen Stulpe und Schuhwerk bevorzugt. Großes Schottenkaromuster auf der Gamasche zum schwarzen Lackschuh. Es schließt nicht nahtlos aneinander an; dazwischen ist nackte Haut bzw. der Perlonstrumpf.
Ich könnte mir diese Gamaschen gut zu farblich und stilmäßig darauf abgestimmten Halbschuhen vorstellen. Es entstünde eine Stiefeloptik, die zwischendurch für Abwechslung sorgen würde. Zusätzlich hätten diese Beinstulpen bei Kälte eine sehr praktische Wärmefunktion …

Hamburg - Jungfernstieg - Winterzauber in weißen Zelten - Dekorationsvorschläge ...

Hamburg – Jungfernstieg – Winterzauber in weißen Zelten – Dekorationsvorschläge …

Schauen Sie sich gelegentlich Hüte an? Oder besuchen Hutabteilungen in Geschäften? Viele davon existieren heute gar nicht mehr.
Es gibt beim „Winterzauber“ einen Stand mit Kopfbekleidungen, den habe ich mir nicht entgehen lassen wollen, selbst wenn ich intensiv dem Gegenverkehr trotzen musste und einige Zeit brauchte, um mich hartnäckig Stück für Stück heranzuschieben. Um einen Hut zu kaufen?
Nein, ich mag gern – eher unauffällig natürlich – potentiellen Kunden zusehen, wie sie Hüte anprobieren. Schaue, wer sich überhaupt für einen Hut interessiert. In diesem Fall wurde es obendrein spannend, da dieser Pavillon einen Bereich mit ausschließlich Herrenhüten besitzt. Gibt es Interessenten? Viele männliche Hutträger sind nicht gerade auf den Straßen unterwegs. Sind also Hüte bei Männern zurzeit überhaupt angesagt? Und wenn ja, bei wem? Einer bestimmten Altersgruppe? Einem bestimmten Typ?
Nach einigen Minuten stellte sich heraus:
– dass hier, wo Menschen (Mann) zufällig auf das Angebot stößt, reges Spontaninteresse herrscht. Es wirkt alles sehr unverbindlich, zwanglos und dadurch einladend.
– dass seltsamerweise große Herren mehr Interesse an Hüten haben als kleinere.
– dass ältere Herren (ab etwa 70 Jahren) eher eine Art Schiebermütze wollen. So etwas wie die Prinz-Heinrich-Mütze des Helmut Schmidt oder den Elbsegler von Hans Albers.
– dass es auffallend häufig Männer mit schütterem Haupthaar oder gewollter Glatze anzieht (denen es im Winter oben herum vermutlich momentan etwas frisch wird).
– dass Herren es offenbar bei der Hutanprobe ähnlich halten wie Damen: Sie probieren entspannt ein ums andere Modell.  Sie amüsieren sich beim Blick in den Spiegel oder sind erschüttert, und letztendlich zieht der Großteil von ihnen ohne jeglichen neuen Kopfschmuck von dannen.
Zur Kaufentscheidung kommt es relativ selten, doch ein brauner, traditioneller Hut mit breiterer Krempe fand einen neuen Besitzer und wurde sofort aufbehalten. Es zieht halt etwas an der Binnenalster …

Lange halten Sie es in einem derartigen Gewühl nicht aus. Zum blaue Flecke zählen oder auch Luft holen können Sie vom Weihnachtsmarkt abdriften und sich den Stufen am Anleger Jungfernstieg Richtung Wasser zuwenden. Einen schönen Anblick bietet die auf einem Ponton mitten in der Binnenalster platzierte Lichtertanne. Sie leuchtet weit über das ruhig wirkende Wasser. Die bzw. der St. Georg, ein historischer, restaurierter, alter Alsterdampfer, lag am Sonnabend am Anleger – leise vor sich hinqualmend und bereit zum Ablegen.
Wissen Sie, welche blinden Passagiere sich massenweise auf den Dächern der Alsterboote tummeln, die im Moment nebeneinander nahe der Reesendammbrücke vertäut sind und nicht im Dienst sind? Möwen! Für sie scheint es ein Lieblingsplatz etwas abseits des Trubels zu sein, der es ihnen dennoch erlaubt, auf kürzestem Weg wieder die Bereiche anzusteuern, an denen die Weihnachtsmarktbesucher Essensreste fallen lassen.

Hamburg - Jungfernstieg (Binnenalster) - Die Möwen lieben es offenbar, auf den Dächern der Boote zu hocken ...

Hamburg – Jungfernstieg (Binnenalster) – Die Möwen lieben es offenbar, auf den Dächern der Boote zu hocken …

Hamburg - Am Fähranleger Jungfernstieg (Binnenalster) - Die meisten Boote liegen vertäut ...

Hamburg – Am Fähranleger Jungfernstieg (Binnenalster) – Die meisten Boote liegen vertäut …

Sich zu überlegen, die gerammelt vollen Gehwege zu meiden und dafür die Abkürzung durch die Europapassage Richtung Mönckebergstraße zu wählen, bringt definitiv keine Verbesserung beim Vorwärtskommen. In der Passage brummt es wie in einem Bienenkorb! Menschenmassen werden per Rolltreppe hinauf- oder hinabtransportiert, die Gänge bersten fast.

Hamburg - Adventssonnabend - Gedränge in der Europapassage ...

Hamburg – Adventssonnabend – Gedränge in der Europapassage …

Alles ist jedoch wunderhübsch weihnachtlich geschmückt. Wenn man nichts zu besorgen hat, nicht anstehen muss, geht es vielleicht. Doch die Wärme und auch die stickige Luft schlauchen merklich. Welch Wohltat, auf der anderen Seite die Passage wieder zu verlassen und die kühle Luft draußen zu spüren.

Hamburg - Europapassage, Innenstadt - ... nichtsdestotrotz sieht es schön aus!

Hamburg – Europapassage, Innenstadt – … nichtsdestotrotz sieht es schön aus!

14.10 Uhr. Die Parade ist mittlerweile am Hauptbahnhof gestartet. Musik ist zu hören, und in der Ferne erscheinen die Umrisse von hohen Fahrzeugen …

Hamburg - Innenstadt - Weihnachtsparade auf der Mönckebergstraße - Musik vorneweg ...

Hamburg – Innenstadt – Weihnachtsparade auf der Mönckebergstraße – Musik vorneweg …

Hamburg - Innenstadt - Weihnachtsparade auf der Mönckebergstraße an den Adventssonnabenden

Hamburg – Innenstadt – Weihnachtsparade auf der Mönckebergstraße an den Adventssonnabenden

Hamburg - Innenstadt - Weihnachtsparade auf der Mönckebergstraße an den Adventssonnabenden

Hamburg – Innenstadt – Weihnachtsparade auf der Mönckebergstraße an den Adventssonnabenden

Hamburg - Innenstadt - Weihnachtsparade auf der Mönckebergstraße ...

Hamburg – Innenstadt – Weihnachtsparade auf der Mönckebergstraße …

Weihnachtsmänner, Engel, Lebkuchenmänner (bzw. –mädchen), die Schneekönigin … Sie sind alle dabei. Ein Wagen mit Schneeattrappe, auf dem menschliche Elche wippen. Ein weiterer mit Engeln, die – obwohl sie nicht vermummt wirken – gegen die Kälte auf dem offenen Gefährt gut gerüstet sind. Dicke Flechtzopfperücken wärmen wie Mützen, das Winken wirkt auch mit Fäustlingen graziös. Die Umhänge verraten nicht, wie viele Schichten „Dämmung“ sich darunter befindet …

Hamburg - Innenstadt - Weihnachtsparade auf der Mönckebergstraße an den Adventssonnabenden

Hamburg – Innenstadt – Weihnachtsparade auf der Mönckebergstraße an den Adventssonnabenden (hier auf der Rücktour)

Bei Helligkeit fehlt ein wenig der Glanz, den Lichter in der Dunkelheit verbreiten. Noch schöner und stimmungsvoller ist es vermutlich bei der Parade, die um 17 Uhr startet.

Hamburg - Innenstadt - Weihnachtsparade auf der Mönckebergstraße - Und so zieht der Tross Richtung Rathaus ...

Hamburg – Innenstadt – Weihnachtsparade auf der Mönckebergstraße – Und so zieht der Tross Richtung Rathaus …

Der Weihnachtsmarkt am Gerhart-Hauptmannplatz bietet ebenfalls die Mischung aus Essen, Getränken und weihnachtlichem Kunsthandwerk, Schmuck, Leder, Glas etc.

Hamburg - Innenstadt - Weihnachtsmarkt am Gerhart-Hauptmann-Platz

Hamburg – Innenstadt – Weihnachtsmarkt am Gerhart-Hauptmann-Platz

Hier ist allerdings für die Kinder noch ein Karussell aufgebaut, das guten Anklang findet. Selbstverständlich wird die Fahrt der Jüngsten per Handyfoto festgehalten …

Hamburg - Innenstadt - Karussell am Gerhart-Hauptmann-Platz - Und natürlich werden Erinnerungsfotos mit dem Handy gemacht ...

Hamburg – Innenstadt – Karussell am Gerhart-Hauptmann-Platz – Und natürlich werden Erinnerungsfotos mit dem Handy gemacht …

Hamburg - Innenstadt - Weihnachtsmarkt am Gerhart-Hauptmann-Platz - Gedränge auch hier ...

Hamburg – Innenstadt – Weihnachtsmarkt am Gerhart-Hauptmann-Platz – Kerzen in den Bäumen – Gedränge auch hier …

Um die St.-Petri-Kirche ist es etwas freier – oder der Besucherstrom verteilt sich einfach besser, da es sich nicht so sehr um einen komplett abgeschlossenen Bereich handelt. Hier bin ich ganz gezielt, um beim Stand eines finnischen Produzenten besonderen Honig zu erstehen. Sonst bin ich kein ausgesprochener Honigesser. Er ist mir oft viel zu süß. Doch dies ist Arktischer Honig, der leicht nach Minze bzw. nach Eukalyptus schmeckt (Mintuntippa oder auch Minzhupferl bzw. Eukon Lapytys oder auch Winterfrische), und es gibt eine von mir sehr geschätzte Variante, die einen leichten Zitronentouch hat (Sitruskiusaus bzw. Süßer Zitrusflirt). Sehr lecker!

Hamburg - Innenstadt - Weihnachtsmarkt an der St.-Petri-Kirche

Hamburg – Innenstadt – Weihnachtsmarkt an der St.-Petri-Kirche

Kennengelernt habe ich diesen zugegeben etwas süchtig machenden Honig vor fast fünf Jahren auf dem Augustusplatz in Leipzig. Dort fand gerade ein Fest mit einem großen Markt statt. Am finnischen Stand konnte man den Honig probieren. Getestet und für nicht schlecht befunden. Ich nahm einen kleinen Becher mit heim. Bei meinem zweiten Leipzigbesuch habe ich terminlich großes Glück gehabt, wieder einen besonderen Markt (Tag des Handwerks o. ä.) erwischt und dadurch Nachschub bekommen. Einige Monate später – inzwischen war mein Vorrat wieder einmal zur Neige gegangen – besorgte und schenkte mir netterweise ein Leipziger Freund diesen Honig zu Weihnachten. Er war auf dem dortigen Weihnachtsmarkt fündig geworden. Große Begeisterung, als bald darauf für zwei Jahre zur Weihnachtszeit ein Stand der Finnen in Hamburg auf dem Gerhart-Hauptmann-Platz sein Quartier bezog. Doch danach war leider Schluss. Kein Stand mehr – und nun?
Es gibt die Möglichkeit, das begehrte Suchtmittel online zu bestellen, doch – ganz ehrlich – das ist nicht dasselbe. Es muss etwas Besonderes bleiben. Etwas, was es nur ab und zu gibt. In kleinen Mengen. Etwas, was man sich richtig mühsam ergattern muss, um dann glücklich mit der Beute nach Hause zu ziehen … Nun gibt es 2014 wieder einen Stand. Direkt an der Petri-Kirche. Ich habe neuen Honig – und bin happy.

Am Rathausplatz, auf dem größten Weihnachtsmarkt, herrscht Überfüllung. Man schiebt sich nur noch und versucht dabei, all denen vorsichtig aus dem Weg zu gehen, die mit Glühwein und sonstigen Getränkebechern in der Hand die Gänge bevölkern. Den Markt muss man definitiv an einem Wochentag aufsuchen. Abends bei Beleuchtung, auch, wenn dann der Andrang natürlich wieder zunimmt.

Hamburg - Innenstadt - Weihnachtsmarkt am Rathausplatz: voll - schon am frühen Nachmittag

Hamburg – Innenstadt – Weihnachtsmarkt am Rathausplatz: voll – schon am frühen Nachmittag

Ich wollte noch einmal auf diese Geweihträger zurückkommen. Wissen Sie, warum so viele Leute so etwas oder auch diese Weihnachtsmannmützen auf dem Kopf haben? Es gibt einerseits Einzelgänger, die einfach Lust auf saisonale und anlassbezogene Verkleidung haben – aber meistens handelt es sich bei den Trägern um Menschen, die zu einer Gruppe gehören. Ein Weihnachtsmarktbesuch hat Event-Charakter. Ein bisschen Ausstaffieren ist Pflicht, jedoch vor allem ist es ein Erkennungszeichen im Gewühl. Denn glauben Sie ja nicht, dass man bei dem Lärmpegel sein Handyklingeln hört oder irgendein Telefongespräch unter Freunden zur Klärung der jeweiligen Standorte führen kann. Eine Gruppe junger Frauen hatte auf dem Rathausmarkt drei mit Helium gefüllte Luftballons dabei. Auch nur zum Zwecke des sich Wiederfindens in der Menge.

War Ihnen eigentlich schon bekannt, dass Weihnachtsmänner nicht mehr per Schlitten reisen? Sie sind umgestiegen auf den Elektro-Roller Segway.

Hamburg - Innenstadt - Weihnachtsmänner sind heutzutage per Segway unterwegs ...

Hamburg – Innenstadt – Weihnachtsmänner sind heutzutage per Segway unterwegs …

Der Lärm ist gewaltig und nimmt weiter zu. Die Glocken der St.Petri-Kirche läuten durchdringend, tausende von Stimmen scheinen gleichzeitig zu reden, eine aus vermutlich vier Generationen bestehende südamerikanische Familie singt bzw. brüllt lauthals Lieder vor C&A. Zehn Meter weiter steht ein Leierkastenmann und leiert stoisch gegenan. Gegenüber, nahe des Mönckebergbrunnens, baut sich eine Gruppe junger Männer auf. Ein Blechbläser-Ensemble, das äußerst professionell klingt! Ein kleines Stückchen weiter in der Einmündung zur Spitaler Straße, direkt an der Weihnachtskrippe, sitzt ein talentierter Sänger mit seiner Gitarre. Er hat einen Verstärker und ein Mikrofon angeschlossen und zieht ebenfalls viel Publikum an.
Es ist schön – nur eben alles … viel. Eng. Laut. Voll.

Hamburg - Innenstadt - Eingang zur Passage im Levante-Haus in der Mönckebergstraße

Hamburg – Innenstadt – Eingang zur Passage im Levante-Haus in der Mönckebergstraße

Eine geringfügig freiere Stelle findet sich kurzzeitig vor dem Levante-Haus in der Mönckebergstraße.

Hamburg - Innenstadt - Jedes Jahr anders geschmückt: Der Tannenbaum im Levante-Haus

Hamburg – Innenstadt – Jedes Jahr anders geschmückt: Der Tannenbaum im Levante-Haus

Doch es hilft nichts: Es zieht mich nach Hause. Ich schaffe es nicht mehr durchzuhalten, bis die Dunkelheit richtig einzieht. Tragisch ist es nicht, denn die Außendekoration ist der der Vorjahre sehr ähnlich. Ich weiß also, wie der Anblick später sein wird.
Doch falls Sie die Weihnachtsbeleuchtung oder auch Besonderheiten auf den Märkten noch nicht kennen und schauen möchten – im Blogarchiv gibt es dazu die Möglichkeit.
Hier (2011 mit besonderem „Schrott“). Hier (2012, Streifzug durch die City). Und hier (2013 mit vielen Fotos und einem Vorschlag, wie sich alte, nicht intakte Instrumente weiter verwenden lassen).

Ich sende Ihnen allen herzliche vorweihnachtliche Grüße! Lassen Sie sich von der allgemeinen Hektik möglichst nicht anstecken. Entdecken Sie die (ab und zu) durchaus existierenden besinnlichen Momente dieser Adventszeit.
Wenn es meine Zeit irgendwie erlaubt, schaue ich zum Fest noch einmal herein.

©Dezember 2014 by Michèle Legrand
Michèle Legrand - freie Autorin - ©Fotograf Andreas Grav

 

 

 

PS:
Da mir Josef aus München netterweise mitgeteilt hat, dass die Links nicht funktionieren, gibt es sie hier noch einmal in der langen Variante:
2013:
https://michelelegrand.wordpress.com/2013/12/14/ein-streifzug-uber-die-weihnachtsmarkte-in-hamburgs-city-instrumentenverwertung-lichterzauber-thujaschusseln-fliegende-schlitten-und-mehr/
2012:
https://michelelegrand.wordpress.com/2012/12/02/hamburg-zeit-spater-nachmittag-zustand-weihnachtlich-zum-advent-ein-kleiner-streifzug-durch-die-city/
2011:
https://michelelegrand.wordpress.com/2011/11/24/richtig-tollen-%E2%80%9Eschrott-gesehen-weihnachtsmarkte-in-hamburgs-city/

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22 Kommentare

Ein Streifzug über die Weihnachtsmärkte in Hamburgs City: Instrumentenverwertung, Lichterzauber, Thujaschüsseln, fliegende Schlitten und mehr …

Hamburg - Der Weihnachtsmann auf dem Historischen Weihnachtsmarkt am Rathaus

Hamburg – Der Weihnachtsmann auf dem Historischen Weihnachtsmarkt am Rathaus

Der Dezember ist zur Hälfte bereits vorbei. Fast schon dritter Advent! Es wird höchste Zeit!
Kommen Sie heute mit durch Hamburgs festlich beleuchtete Innenstadt? Ganz gemächlich durch die belebten Straßen schlendern, dabei mit den Augen dies und jenes einfangen und obendrein hier und da die Ohren aufstellen.
Ein Weihnachtsmarktbummel ist eine ziemlich feine Sache, weil …
Warum eigentlich?
Die Gründe oder Anlässe für eine Stippvisite auf dem Weihnachtsmarkt sind sehr unterschiedlich. Die einen hoffen, dort ausgefallene oder überhaupt Geschenke zum Fest für die Lieben daheim zu finden. Andere müssen dringend ihren Dekorationsfundus aufstocken. Manche mögen einfach das Lichtermeer in der dunklen Jahreszeit, die besondere Atmosphäre, einige nutzen die Märkte zum abendlichen Treff mit Freunden, und ein ebenfalls erheblicher Teil giert nach Glühwein und hat Gelüste auf Schmalzgebäck oder Bratwürste. (Wussten Sie, dass es auch Glühcola gibt?)
Es existieren noch diverse Splittergruppen und kombinierte Fälle. Glühwein und Dekoversorgung – aber ohne Freunde, Treffen und Lichter schauen – aber nix kaufen usw. Letzteres Grüppchen ist für die Händler ein Dorn im Auge. Kommen die einfach daher, aber geben kein Geld aus! Für die Budenbetreiber und Standmiete zahlenden Verkäufer lohnt sich der ganze Aufwand nur, wenn auch Umsatz und Gewinn erzielt werden.
Ein solcher Dorn im Auge bin ich den Standbetreibern auch häufig. Ja, leider. Doch das Schauen bietet so viel, dass ich oftmals tatsächlich vollends mit der Entdeckerei beschäftigt bin. Und – ich brauche auch einfach nicht so viel …

In diesem Jahr habe ich meinen Spaziergang am Hauptbahnhof gestartet und von dort die geschmückte Spitaler Straße mit Ihren Weihnachtshütten angesteuert, eine Einkaufszone ohne Autoverkehr. Ich habe Fotos für Sie dabei, die aufgrund des Hochnebels nur alle leider ein wenig grieselig ausfallen.

Hamburg - Weihnachtsmarkt Spitaler Straße - Blick Richtung Hauptbahnhof (im Hintergrund)

Hamburg – Weihnachtsmarkt Spitaler Straße – Blick Richtung Hauptbahnhof (im Hintergrund)

Spielen Sie ein Instrument? Ja? Nein?
(Lesen Sie doch trotzdem weiter, es kann in beiden Fällen nützlich sein, davon zu erfahren.)
Haben Sie eine Trompete, ein Saxofon, eine Geige o. ä. daheim – wenn nicht gar mehrere?
Gibt es bei Ihnen eventuell ein Musikinstrument, das herumsteht? Entweder, weil sie es sowieso irgendwoher übernommen haben (Nachlass), aber selbst nicht darauf musizieren können oder weil es defekt bzw. eines ist, was in die Jahre gekommen ist, ein günstiges Anfängerexemplar war, zwar schön aussieht, aber keine wirklich klaren Töne produziert und Sie inzwischen längst ein anderes, wohlklingenderes, höherwertiges Exemplar besitzen?
Nur was wird jetzt mit den Gitarren, Klarinetten, Okarinas etc., die herumliegen? Den Instrumentenleichen?
Zum Wegschmeißen sind sie viel zu schade. Die ½-Violine, auf der sie die ersten Unterrichtsstunden hatten … Sich davon zu trennen, fällt schwer. Oft ist eine Art von enger persönlicher Bindung entstanden. Zum Müll? Undenkbar!
Auf dem Weihnachtsmarkt nahe des Hauptbahnhofs gibt es einen Standbetreiber, der kennt die Situation. Er hat sich daher vorgenommen, diesen in die Jahre gekommenen oder defekten Lieblingen zu einem zweiten Leben zu verhelfen, indem er sie als wesentliches Bauteil eines völlig neuen Gegenstands verwendet. Er baut Instrumente zu Lampen um, genauer gesagt fungieren Geige, Horn etc. als wichtige Bestandteile einer neu kreierten Lichtquelle. Sie sind fortan Lampenfüße/-unterteile, werden standfest gemacht, verkabelt, mit einem dazu passenden Lampenschirm versehen und – voilà – fertig ist ein Unikat mit sehr persönlichem Bezug.

Hamburg - Weihnachtsmarkt Spitaler Straße - Instrumentenleuchten von LUMINES

Hamburg – Weihnachtsmarkt Spitaler Straße – Instrumentenleuchten von LUMINES

Es ist anfangs ein etwas ungewohnter Gedanke, dass die Klarinette von nun an schweigt, dafür aber (indirekt) Licht gibt. Ansonsten ist es aber eine überaus feine Idee! Diese Verwendung ist sehr viel besser, als das Instrument unters Bett zu schieben und Spinnweben ansetzen zu lassen.
Sie können es sich ja noch ein Weilchen durch den Kopf gehen lassen …

Hamburg - Weihnachtsmarkt Spitaler Straße - Instrumentenleuchten von LUMINES

Hamburg – Weihnachtsmarkt Spitaler Straße – Instrumentenleuchten von LUMINES

Sie sollten es lediglich nicht mit ihrem einzigen, noch im Einsatz befindlichen Instrument machen, denn ständig zurückbauen, weil Sie wieder darauf blasen wollen, geht nicht!
Ach, und noch etwas: Es ist immer höchst verdächtig – und Sie sollten schon hellhörig werden! – wenn Ihnen als Hobbymusiker ein Nachbar plötzlich enthusiastisch mit der Idee kommt, Sie könnten doch ihre Geige zur Lampe umfunktionieren lassen …

An den Ständen und in der Auslage der diversen Hütten, gibt es in diesem Jahr reichlich Kristall in allen Variationen. Wenn Sie dort sind, ist das Tragen einer Sonnenbrille nicht verkehrt. Die kleinen Kunstwerke (Tiere, Schälchen und andere Gegenstände) sowie Schmuckteile, werden mit unzähligen Spots geschickt angestrahlt – so leuchtend sehen Sie sie nie wieder! Wenn Sie später mit dem gekauften Schmuck am Körper einen ebenso umwerfenden Glitzereffekt erzielen möchten, planen Sie Ihre Beleuchtung gleich mit ein, denn auch Sie müssten ständig im Scheinwerferlicht stehen.
Lassen wir das Kristall beiseite und schauen uns nach Alternativen um. Es gibt Schüsseln aus Thuja Wurzelholz. Sie kennen Thuja als immergrüne Heckenpflanze, möglicherweise unter dem deutschen Namen Lebensbaum. Das Holz hat einen sehr warmen, relativ dunklen Farbton, zumindest nach der Verarbeitung. Die fertigen Schalen wirken sehr urig, und auf den ersten Blick hat es sogar manchmal ein wenig den Anschein, als wären an einigen Stellen Intarsienarbeiten vorgenommen worden. Schon besonders …
Oder falls Sie auf Schrauben, Muttern und solche Sachen stehen und durchaus auch willens sind, recht sinnfrei Dinge aufzustellen, einfach, weil sie nett aussehen, dann wäre dies hier eine Möglichkeit.

Hamburg - Weihnachtsmarkt Spitaler Straße - Diverses aus Metallstangen, Federn, Schrauben, Muttern etc. Vorne auf der Ablage ein Schlagzeuger mit Drum-Set.

Hamburg – Weihnachtsmarkt Spitaler Straße – Diverses aus Metallstangen, Federn, Schrauben, Muttern etc. Vorne auf der Ablage ein Schlagzeuger mit Drum-Set.

Die Schrott ähnendeln Werkzeuge, Schrauben und Schlüssel aus dunkler, leicht überpuderter und somit rostig wirkender Schokolade, die ich vor zwei Jahren hier im Blog zeigte, bekommt man immer noch – oder besser gesagt, man bekommt sie jetzt recht häufig. Es sind weitere Anbieter hinzugekommen, während der erste Begeisterungssturm aufgrund des Neuigkeitseffekts hingegen inzwischen natürlich etwas abgeklungen ist.
Es gibt auch liebreizende, leicht debil, aber sehr sympathisch grinsende Schafe. Wollig-plüschige Exemplare in natürlichen Farben, die eine Wärmflasche als Innenleben besitzen. Das wäre z. B. ein Geschenk für die leicht fröstelnden Familienangehörigen.
Oder für Vogelliebhaber eine der vornehmen Futtervillen. Kleine, bunt angemalte Holzhäuschen für die Flattergesellen zur Fütterung im Winter oder später als Nistkasten. Auf einem vermeldet ein freundlicher Rabe – offensichtlich ein Schweizer: Grüezi!
Die Weihnachtspyramide steht an ihrem üblichen Platz. Sie leuchtet in der Dunkelheit in warmen Farben. Das dahinter liegende Haus, in dem Schuh-Görtz seine Filiale hat, ist als Adventskalender hergerichtet und besticht farblich durch ein – im Vergleich zur Pyramidenbeleuchtung – sehr kontrastreiches Telekom-Magenta sowie ein kühles, helles Flieder-Violett.

Hamburg - Weihnachtsmarkt Spitaler Straße - Weihnachtspyramide

Hamburg – Weihnachtsmarkt Spitaler Straße – Weihnachtspyramide

Hamburg - Weihnachtsmarkt Spitaler Straße - Der Barkhof mit der Görtz Filiale unten als Adventskalender gestaltet

Hamburg – Weihnachtsmarkt Spitaler Straße – Der Barkhof mit der Görtz Filiale unten als Adventskalender gestaltet

Hamburg - Weihnachtsmarkt Spitaler Straße/Gerhart-Hauptmann-Platz

Hamburg – Weihnachtsmarkt Spitaler Straße/Gerhart-Hauptmann-Platz

Ein kleines Stück weiter direkt am Gerhart-Hauptmann-Platz steht ein Silber-Elvis, eine dieser von Kopf bis Fuß im Metall-Look gestylten Personen, die regungslos verharren und bei denen man aufgrund der komplett mit versilberten Haut wirklich überlegt, ob die Figur echt ist oder nicht … Das Kinn hat gezuckt. Elvis lebt.
Der kleine Weihnachtsmarkt dort ist überschaubar und gut besucht.

Hamburg - Weihnachtsmarkt am Gerhart-Hauptmann-Platz

Hamburg – Weihnachtsmarkt am Gerhart-Hauptmann-Platz

Wer einen Blick zur Mönckebergstraße und weiter Richtung Rathaus wirft, hat auf der linken Seite schon den nächsten Markt im Visier: Die Buden, die rund um die Petrikirche aufgebaut wurden. Es sah an Mittwochabend so aus, als wäre Licht in der Kirche. So bin ich zum Haupteingang marschiert, der geöffnet war. Von drinnen drang gedämpft Musik nach draußen. Ab 17.15 Uhr fand die Stunde der Kirchenmusik statt und bei freiem Eintritt konnte man an diesem Klangerlebnis teilhaben. Ein kleines Orchester u. a. mit Bläsern spielte, ein Chor sang von Zeit zu Zeit, und die Menschen in der bis fast auf den letzten Platz (!) gefüllten Kirche, stimmten bei dem als Adventslied bekannten Stück „Tochter Zion, freue dich“ mit ein.

Hamburg - Petrikirche - Stunde der Kirchenmusik ...

Hamburg – Petrikirche – Stunde der Kirchenmusik …

Hier in der Petrikirche können Kerzen angezündet und so aufgestellt werden, dass sich – wie es heißt – ein umgedrehter Lichterbaum ergibt. Das Wachs tropft hinunter, und es erinnert stark an Stalaktiten, die Tropfsteine, die von der Decke hängen.

Hamburg - Petrikirche - Umgedrehter Lichterbaum ...

Hamburg – Petrikirche – Umgedrehter Lichterbaum …

Um noch die Anwesenheit des Weihnachtsmannes auf dem Rathausplatz mitzuerleben, verließ ich die Kirche nach einer Weile und gesellte mich zu den Unmengen von Menschen auf dem Markplatz, die mit Kind und Kegel dort standen und darauf warteten, dass es losging.

Hamburg - Weihnachtsmarkt am Rathausplatz - Eingangsportal

Hamburg – Weihnachtsmarkt am Rathausplatz – Eingangsportal

Zur vollen Stunde  ist es immer soweit. Der von Rentieren gezogene Schlitten des bärtigen Mannes im roten Mantel (den sie ganz oben am Beginn des Berichts bereits einmal gesehen haben) überquert – über ein gespanntes Drahtseil gezogen – den Platz. Zwischendurch hält das Gefährt, der Weihnachtsmann erhebt sich in luftiger Höhe von seiner Sitzbank, winkt dem Publikum huldvoll zu und erzählt die Geschichte von Rudolf, dem Rentier mit der roten Nase. Der Mann im Schlitten braucht dazu nicht von oben auf den Platz hinabzubrüllen. Es wird ein Band über Lautsprecher abgespielt. Prominente geben gern ihre Stimme für diesen Anlass. Zwei männliche Besucher des Spektakels wurden sich nicht einig, wer in diesem Jahr der Sprecher sei. Der eine war überzeugt, es handle sich um Volker Lechtenbrink, der andere schwor Stein und Bein auf Gunter Gabriel. (Der war es dann auch, ich habe es zur Sicherheit geprüft).

Hamburg - Weihnachtsmarkt am Rathausplatz - Der Weihnachtsmann erzählt die Geschicht von Rudolf, dem rotnasigen Rentier

Hamburg – Weihnachtsmarkt am Rathausplatz – Der Weihnachtsmann erzählt die Geschicht von Rudolf, dem rotnasigen Rentier

Natürlich erklingt im Anschluss an die Geschichte das Lied  „Rudolph, the red-nosed reindeer“. Regelmäßig habe ich den Song dann für mindestens sieben weitere Tage als Ohrwurm im Kopf. Rentiere und Weihnachtsmann „fliegen“ noch einmal bis zur Leuchtpyramide und was dabei auf dem Foto so aussieht, als würde der Schlitten explodieren, ist eine kleine Täuschung. Beim Abflug werden lediglich goldene Funken versprüht, die auf dem Foto eher wie Rauchwolken wirken.

Hamburg - Weihnachtsmarkt am Rathausplatz - Auf der Abschlussfahrt im Schlitten Richtung Glitzerpyramide gibt es ein kleines Feuerwerk  ...

Hamburg – Weihnachtsmarkt am Rathausplatz – Auf der Abschlussfahrt im Schlitten Richtung Glitzerpyramide gibt es ein kleines Feuerwerk …

Es gibt vielfältige Reaktionen auf diesen überraschend einsetzenden Funkenregen. Viele erstaunte und entzückte Ahs! und Ohs!. Manche Pappenheimer unter den Zuschauern, die es eigentlich schön finden, sich aber dabei komisch vorkommen, ziehen es flink ins Lächerliche. Sie tarnen ihre Begeisterung als eine lediglich gespielte und mokieren sich ein wenig über das Gesehene.
„Aaach, ist das schööön! Nein, wie ist das schöön!“  
Haben Sie den Tonfall im Ohr? Kommt es Ihnen bekannt vor?
Es hört sich genau so an wie in Loriots Sketch von der Rennbahn. „Ja, wo laufen sie denn?“ Blick durch das Fernglas. „Ach, ist der Rasen grün! … Aaach, ist das schöön!“

Es gibt zum Erkunden nicht nur den Rathausplatz, sondern auch das Rathaus selbst, welches im Innern weihnachtlich hergerichtet ist. Ein kleiner Blick hinein verrät, wie in diesem Jahr die stattliche Weihnachtstanne in der großen Diele dekoriert ist. 2013 präsentiert sie sich mit vorwiegend dunkelblauen und roten, matten sowie glänzenden Kugeln unterschiedlicher Größe, und es gibt helle, hölzerne Anhänger, die allesamt Hamburg-Motive zeigen!

Hamburg - Rathaus - Der Weihnachtsbaum in der Diele

Hamburg – Rathaus – Der Weihnachtsbaum in der Diele

Die markanten Kuppeln der Kirchtürme, das Stadttor (Wappen) und der Fernsehturm sind u. a. dabei – und dieser ist tatsächlich in diesem Fall nicht viel größer als manche der Weihnachtskugeln, die zum Teil einen veritablen Durchmesser aufweisen!

Hamburg - Rathaus - Anhänger aus Holz zeigen Hamburg-Motive (hier Heinrich-Hertz-Turm bzw. Fernsehturm)

Hamburg – Rathaus – Anhänger aus Holz zeigen Hamburg-Motive (hier Heinrich-Hertz-Turm bzw. Fernsehturm)

Bei meinem Besuch brummte beim Heraustreten das Leben auf dem historischen Weihnachtsmarkt, der auf dem gesamten Rathausplatz aufgebaut ist. Ihr Navi würde gar nicht erst stockenden Verkehr, sondern gleich Dauerstau anzeigen. Zeit, ein wenig weiter zu wandern.
Ein Mordsspektakel unmenschlicher Natur ertönte. Irgendjemand fütterte auf der Freitreppe gegenüber den Alsterarkaden die Wasservögel an der Kleinen Alster, was eine Invasion von Horden rüpelhafter, offenbar ausgehungerter Möwen zur Folge hatte! Sie können einen unglaublich hohen Lärmpegel erzeugen! Möwen werden sich irgendwann noch einmal selbst taub kreischen …

Hamburg - An der Kleinen Alster - Möwenversammlung  ...

Hamburg – An der Kleinen Alster – Möwenversammlung …

Hamburg - An der Kleinen Alster - Auch auf dem Wasser herrscht reger Betrieb ...

Hamburg – An der Kleinen Alster – Auch auf dem Wasser herrscht reger Betrieb …

Die ganze Stadt (inklusive sämtlicher Möwen) schien inzwischen auf den Beinen zu sein. So langsam konnten einem dabei die Bilder schon vor den Augen verschwimmen …

Hamburg - Viel los bei den Weihnachtsmärkten und immer noch Hochnebel. So langsam verschwimmt der Blick ...

Hamburg – Viel los bei den Weihnachtsmärkten und immer noch Hochnebel. So langsam verschwimmt der Blick …

Für heute lassen wir es daher gleich genug sein. Unser Spaziergang endet diesmal an der Binnenalster am Jungfernstieg. Der dortige Weihnachtsmarkt ist ganz in Weiß („Weißerzauber“) gehalten. Am Anleger sind Alsterfährboote vertäut und als Märchenschiffe geschmückt.

Hamburg  - Adventszeit - Märchenschiffe am Anleger Jungfernstieg

Hamburg – Adventszeit – Märchenschiffe am Anleger Jungfernstieg

Kinder können dort backen, Märchen hören  u. v. m. Diese Alsterboote mit den Aufbauten bleiben in der Vorweihnachtszeit festgemacht, doch es gibt weiterhin einige Boote, die Fahrten auf der Alster unternehmen – solange die Witterung es zulässt und das Wasser nicht gefriert.
Auf einem Ponton – mitten auf der Binnenalster platziert – ist jedes Jahr eine große Weihnachtstanne die Attraktion in der Adventszeit.

Hamburg - Binnenalster - Vorne die vertäuten Alsterboote, die jetzt Märchenschiffe sind - auf der Alster die Weihnachtstanne und ein Ausflugsboot, das in der Dunkelheit unterwegs ist

Hamburg – Binnenalster – Vorne die vertäuten Alsterboote, die jetzt Märchenschiffe sind – auf der Alster die Weihnachtstanne und ein Ausflugsboot, das in der Dunkelheit unterwegs ist

Hamburg - Weihnachtsmarkt am Jungfernstieg

Hamburg – Weihnachtsmarkt „Weißerzauber“  am Jungfernstieg, Pagodenzelte anstelle von Buden

Einmal dem Wasser den Rücken gekehrt, entdecken Sie ein Stück links vom bekannten Alsterhaus den Zugang zum Neuen Wall mit dem direkt an der Ecke in Grün und Gold weihnachtlich dekorierten Geschäft von Juwelier Wempe und ein Stück rechts vom Alsterhaus den Hamburger Hof, der auch jedes Jahr sehr prachtvoll illuminiert wird und in der Dunkelheit weithin leuchtet.

Hamburg - Weihnachtsmarkt am Jungfernstieg - Blick hinüber zum Neuen Wall

Hamburg – Weihnachtsmarkt am Jungfernstieg – Blick hinüber zum Neuen Wall

Hamburg - Neuer Wall - Weihnachtsdekoration - Juwelier Wempe

Hamburg – Neuer Wall – Weihnachtsdekoration – Juwelier Wempe

Hamburg - Hamburger Hof - Jungfernstieg (Binnenalster) -  weihnachtlich geschmückt

Hamburg – Jungfernstieg (Binnenalster) – Hamburger Hof (Passage) weihnachtlich geschmückt

Der Weg in die Stadt lohnt sich also in dieser Zeit. Es gibt viel Schönes, teils Originelles an den zahlreichen Ständen der Märkte, Sie können zudem garantiert nicht verhungern, und Sie erleben immer wieder Livemusik von Straßenmusikanten, die in vielen Fällen sehr profimäßig spielen. Mir gefiel die Darbietung eines Trompeters vor der Europa-Passage auf der Karstadt-Seite und am gegenüberliegenden Zugang zur Passage an der Binnenalster das Spiel eines Panflötisten, der mit – oder sollte ich eher sagen trotz – Playback-Orchesterbegleitung und Lautsprecherverstärkung wirklich etwas Ansprechendes darbot. Aus den Alsterarkaden drang Akkordeonmusik herüber.
Zusätzlich zur bunten Dekoration und den Lichtern, die die Weihnachtsmärkte erleuchten und verschönern, sind ebenfalls viele Bäume in den Straßen mit Lichterketten durchzogen, und gerade nach diesen zahlreichen trüben, von Hochnebel geprägten Tagen, bewirken das Strahlen und der bunte Lichterglanz eine wirklich spürbare Stimmungsaufhellung. Der Atmosphäre in der Stadt und unter den Menschen hat es jedenfalls sehr gutgetan.

War ein Plätzchen dabei, zu dem es Sie auch hingezogen hätte?

Falls Sie noch einen Weihnachtsmarktbesuch planen, so wünsche ich Ihnen viel Vergnügen dabei – sei es in Hamburg oder auf einem Markt in Ihrer Nähe. Schließlich hat jeder seinen ganz eigenen Reiz!

Einen schönen dritten Advent!

Hinweis:
Wer sich näher für die Instrumentenleuchten interessiert, hier geht es zu Olaf Cordes, dem Herrn von Lumines, einer Firma in Buxtehude.
-> http://www.lumines-leuchten-unikate.de/

©Dezember 2013 by Michèle Legrand
Michèle Legrand - WordPress.com - ©Foto Andreas Grav

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Hamburg – Zeit: später Nachmittag – Zustand: weihnachtlich / Zum Advent ein kleiner Streifzug durch die City

Sonntag, 02. Dezember 2012. Der erste Advent!
Wir haben diesen November tatsächlich herumgekriegt!
Es ist geschafft, erledigt, vorbei!
In der letzten Woche gab es allerdings noch ein Ableben.
Nein, nicht was Sie denken!
Kein Mensch, es handelt sich lediglich um meine Kamera, an der ich jedoch hing. Das gute Stück kränkelte schon länger. Nun ist sie verstorben, letztendlich doch unerwartet, recht abrupt  und überaus stilecht im November. Am Totensonntag! Da sag noch einer,  ein Fotoapparat hätte kein Gefühl für Timing.
Zumindest aus der Sicht der Apparats.
Aus meiner Sicht ein eher bescheidenes Timing, denn hätte sie nicht noch bis Weihnachten durchhalten können? Nein, natürlich nicht …!
Ja, wie? Und hier? Die Fotos heute …
Ein Glücksfall! Ich habe eine Kamera ausgeliehen bekommen für meinen Streifzug durch die Stadt.

Ich hatte am Freitag einen Termin in der City. Leider relativ früh, als es noch hell war. Nichtsdestotrotz habe ich die Gelegenheit genutzt, um im Anschluss eine Ausstellung im Rathaus zu besuchen und ein wenig die Stadt in ihrer vorweihnachtlichen Pracht zu erleben. An vielen Stellen haben in der vergangenen Woche die Weihnachtsmärkte geöffnet und mit zunehmender Dunkelheit erwartet den Flaneur überall ein Lichtermeer bestehend aus beleuchteten Girlanden, Tieren, Tannen, Pyramiden u. a.

Das ist bei Ihnen sicher auch so, oder?

Was mir im November noch zu viel war, was nicht recht zur Zeit, zur Gemütslage und zum Wetter passen wollte – jetzt wirkt es tatsächlich anders. Der Advent ist inzwischen wirklich da!
Offenbar bringt das für einen Teil des Handels noch nicht genug Action mit sich. Das Einkaufzentrum „Hamburger Meile“ (U-Bahn Mundsburg), das generell schon sagt: Wir shoppen nicht, wir kaufrauschen!, dieses EKZ spricht jetzt auch nicht vom Advent sondern von Adventure!
Es ruft bei mir Bilder von rasanten Fechtduellen um den Adventskranz hervor …

Schauen Sie einmal, wie die Innenstadt Hamburgs am Nachmittag bei erst leichter Dämmerung aussieht:

Hamburg - Weihnachtliche City - Ein Blick vom Jungfernstieg in den Neuen Wall

Hamburg – Weihnachtliche City – Ein Blick vom Jungfernstieg in den Neuen Wall

Hamburg - Weihnachtliche City - Der Hingucker im Dunkeln: Der "Hamburger Hof" wünscht Frohe Weihnachten in mehreren Sprachen!

Hamburg – Weihnachtliche City – Der Hingucker, wenn es ganz dunkel geworden ist: Der „Hamburger Hof“ wünscht Frohe Weihnachten in mehreren Sprachen!

Hamburg-Weihnachtliche City - Selbst um 16 Uhr schon gut zu erkennen: Die Rehe bei Juwelier Wempe

Hamburg-Weihnachtliche City – Selbst um 16 Uhr schon gut zu erkennen: Die Rehe bei Juwelier Wempe

Hamburg - Weihnachtliche City - die Märchenschiffe am Anleger Jungfernstieg

Hamburg – Weihnachtliche City – die Märchenschiffe am Anleger Jungfernstieg

Hamburg - Weihnachtliche City - Die umgestylten Alsterdampfer ...

Hamburg – Weihnachtliche City – Die umgestylten Alsterdampfer …

Es herrscht momentan lebhaftes Treiben am Anleger Jungfernstieg. Die Alsterdampfer haben festgemacht, sind „umgestylt“ zu Märchenschiffen und bieten z. B. Backen für Kinder an. Ich begegnete einer Gruppe kleiner Mädchen und Jungen, die gerade mit ihren Eltern eine Dampferbackstube verließen. Eine aufgeregte Stimme verkündete: „Ich habe einen großen Schneemann gemacht!“
Nein, nein, es hat nicht geschneit!
Es ging um Riesenkekse. Alle Jungkeksproduzenten hatten noch rote Bäckchen und teilweise Mehlstaub im Gesicht sowie verräterische Kekskrümel um den Mund. Hüpfend entfernten sie sich …
Die Kinder, nicht die Krümel!
Sie verstehen schon.

Wenn Sie den Neuen Wall bis zur Kreuzung Poststraße vorgehen und dort nach rechts abbiegen, erreichen Sie das Haus 2-4, in dem sich die Parfümerie Sahling befindet. Sie hat in diesem Jahr eine besondere Schaufensterdekoration. Eine Winterlandschaft mit erstaunlich viel Bevölkerung, die zahlreichen Aktivitäten nachgeht. Eine Art Diorama. Faszinierend, wenn man erst einmal genauer hinschaut.
Eine Amerikanerin stand wie ich davor. Wir kamen uns unbeabsichtigt etwas ins Gehege, als wir beide fotografieren wollten. Natürlich die gleiche Szene im Fenster! Minimales Handgemenge, leichte Verlegenheit, und jeder wollte daraufhin den anderen vorlassen. So kam es überhaupt zum Gespräch.
Sie stammt aus Lancaster  (westlich von Philadelphia) im Staat Pennsylvania.  Auf meine Frage, was sie nach Hamburg führt, antwortete sie:
„Christmas shopping!“
Es stellte sich heraus, dass Hamburg nicht die einzige Station ihrer Tour ist. Sie war schon in Kopenhagen, will weiter nach München und Rom. Danach Paris und über London wieder heim. Sie sagte das so entspannt, als würde ich erzählen, dass ich heute den Weihnachtsmarkt in Hamburg besuche, morgen nach Lüneburg fahre und übermorgen Itzehoe anpeile.
Sie fühlte in anderen Dimensionen. Verständlich, denn in Anbetracht der Entfernung zwischen Hamburg und Pennsylvania, liegen die Städte, die sie sich hier ausgesucht hat, nur einen Katzensprung voneinander entfernt.
Um noch einmal auf das Diorama zurückzukommen: Sie fand die Szenen rührend.
„How lovely! I never saw anything like this! It’s amazing!“
Sie entdeckte immer wieder neue Kleinigkeiten und rief jedes Mal aufgeregt:
„Dear, did you see this? Look here! Did you see it?“
Es ist wirklich mit unheimlich viel Liebe zum Detail gemacht. Einige Gegenstände bewegen sich tatsächlich! Menschen kurven auf dem Eis, fliegen in den Sitzen des Kettenkarussells … – und die, die still stehen, wirken trotzdem aktiv! Sie sind mitten bei einer Schneeballschlacht, mit einem Luftgewehr am Schießstand, tanzend im Ballsaal …

Hamburg - Weihnachtliche  City - Winterliche Szenen im Schaufenster der Parfümerie Sahling in der Poststraße 2-4 - ein sich drehendes Kettenkarussell

Hamburg – Weihnachtliche City – Winterliche Szenen im Schaufenster der Parfümerie Sahling in der Poststraße 2-4 – ein sich drehendes Kettenkarussell

City - (Bewegte) winterliche Szenen im Schaufenster der Parfümerie Sahling in der Poststraße 2-4Hamburg - Weihnachtliche

Hamburg – Weihnachtliche City – (Bewegte) winterliche Szenen im Schaufenster der Parfümerie Sahling

Hamburg - Weihnachtliche City - (Bewegte) winterliche Szenen im Schaufenster der Parfümerie Sahling in der Poststraße 2-4 - Trubel auf der Eisbahn ...

Hamburg – Weihnachtliche City – (Bewegte) winterliche Szenen im Schaufenster der Parfümerie Sahling in der Poststraße 2-4 – Trubel auf der Eisbahn …

Sehr lustig zu beobachten: Wenn sich zwei vor dem Fenster unterhalten und mit Fingerzeig auf Dinge aufmerksam machen, noch dazu fotografieren – dann bleiben andere Passanten sofort stehen.
Was ist da los? Gibt es was umsonst? Was fotografieren die denn …?
Plötzlich herrscht Gewimmel vor dem Geschäft und Sie haben mindestens acht bis zehn Leute um sich, die Ihr Handy oder eine Kamera für Fotos zücken und mitdiskutieren.
Ich habe mich dann verdünnisiert …

Wie sieht es aus? Sind Sie inzwischen wieder mit dabei?
Dann kommen Sie doch noch ein Stückchen weiter mit!

Hamburg - Weihnachtliche City - Auch die Alsterarkaden sind mit Girlanden geschmückt ...

Hamburg – Weihnachtliche City – Auch die Alsterarkaden sind mit Girlanden geschmückt …

Wir sind einerseits recht früh dran (noch Tageslicht), andererseits zu spät. Der Weihnachtsmann schwebt dreimal täglich (um 16, 18 und 20 Uhr) mit seinem historischen Schlitten über den Rathausplatz.
Es ist kurz nach vier Uhr. Wir erwischen ihn vielleicht gerade noch …

Hamburg - Weihnachtliche City - Der Weihnachtsmann im Schlitten über dem Rathausmarkt ...

Hamburg – Weihnachtliche City – Der Weihnachtsmann im Schlitten über dem Rathausmarkt …

Lassen Sie uns heute nicht ausschließlich auf den Rathausplatz gehen, um den Weihnachtsmarkt dort zu besuchen, sondern kommen Sie vorher mit in die Diele des Rathauses.
(Vielleicht ist es danach auch schon so dunkel, dass die Dekoration draußen noch schöner leuchtet!)

Hamburg - Weihnachtliche City - Ein Blick in die Diele des Rathauses mit der geschmückten Tanne  ...

Hamburg – Weihnachtliche City – Ein Blick in die Diele des Rathauses mit der geschmückten Tanne …

Ich möchte Ihnen im Rathaus gerne eine Ausstellung vorstellen und empfehlen, die sich
„Auch Hände können sehen!“
nennt. Sie läuft noch bis zum 13. Dezember 2012 und zeigt Werke von
Horst W. Müller.
Der Maler stellt besondere, reliefartige, dreidimensionale Bilder her, denn er möchte, dass auch Nichtsehende oder Sehbehinderte seine Werke erfühlen und ertasten können.
Anfassen zum Erfassen, auf diese Art eine Vorstellung von der Darstellung erhalten!
Sehende selbstverständlich auch!
Kunst sei eine Weltsprache, sie dürfe doch nicht Blinde und Sehbehinderte aufgrund dieser Behinderung ausschließen!

Wenn Sie mehr darüber lesen möchten, folgen Sie gern den folgenden Links.
http://www.mueller-artroom.com/
http://www.hamburg.de/ausstellung-hamburg/3695982/auch-haende-koennen-sehen.html
In den vergangenen acht Jahren hat der in den USA lebende Maler Horst W. Müller auch schon in London, Miami, Stuart/Florida, in Toronto, Moskau und Berlin ausgestellt.

Hamburg - Weihnachtliche City - In der Diele des Rathauses zurzeit die Ausstellung "Auch Hände können sehen" mit Kunstwerken von Horst W. Müller

Hamburg – Weihnachtliche City – In der Diele des Rathauses zurzeit die Ausstellung „Auch Hände können sehen“ mit Kunstwerken von Horst W. Müller

Ich habe es sehr genossen, mit geschlossenen Augen einige der Bilder zuerst zu ertasten. Ich bin merkwürdigerweise anfangs mit einer etwas anderen Vorstellung bezüglich der Themen der Bilder in diese Ausstellung gegangen.
Ich nahm an, für Nichtsehende wären es eher realistische Motive, die so tastend nachempfunden werden könnten. Doch hier finden Sie (überwiegend) abstrakte Motive, die genauso interessant sind beim Befühlen.
Was mich jedoch als Sehenden zusätzlich besonders fasziniert, das sind die Farben! Und in diesem Moment bedaure ich unheimlich, dass sich zwar Formen, aber nicht diese Farben und Farbharmonien für Blinde darstellen lassen …

Fertig?
Dann lassen Sie uns das Rathaus verlassen und über den Weihnachtsmarkt gehen. Es riecht nach Glühwein, nach Bratwurst und Kartoffelpuffern. Es gibt viel Gelächter, und eben liefen vier Damen leicht fortgeschrittenen Alters vorbei, die alle rosa Hasenplüschohren auf ihrem Kopf trugen. Hochaufragend!
Ich nehme an ein Erkennungszeichen, etwas zum Wiederfinden, falls man sich hier verlieren sollte …

In der Handwerkergasse gibt es viel zu sehen:
Zwei junge Damen, die rote Mützen wie Rotkäppchen tragen, präsentieren modische Stulpen in allen Varianten. Es gibt Schmuck, Fossilien, …

Hamburg - Weihnachtliche City -  ... netter Empfang auf dem Rathausmarkt (Bilder vom Vorjahr in absoluter Dunkelheit siehe Link unten)

Hamburg – Weihnachtliche City – … netter Empfang auf dem Rathausmarkt (Bilder vom Vorjahr in absoluter Dunkelheit siehe Link unten)

Hamburg - Weihnachtliche City - Interessante Fossilien und Mineralien beim Steinkauz auf dem Rathausmarkt

Hamburg – Weihnachtliche City – Interessante Fossilien und Mineralien beim Steinkauz auf dem Rathausmarkt

Hamburg - Weihnachtliche City - Speiseuhus, Körnerkauze, Futtereulen ... wie auch immer. Auch auf dem Rathausmarkt zu finden.

Hamburg – Weihnachtliche City – Speiseuhus, Körnerkauze, Futtereulen … wie auch immer. Sie sind auf dem Rathausmarkt zu finden.

Und es gibt Holzskulpturen. Tiere!
Ich habe mich von einem Hund hereinlegen lassen! Dieser Lump!
Er saß regungslos aufrecht zwischen den anderen Skulpturen eines Holzbildhauers, und ich dachte, er wäre ein besonders gelungenes Werk!
Wahrscheinlich hielt er sogar die Luft an!
Als ich knipsen wollte, wurde es ihm anscheinend zu blöd. Er ging plötzlich weg!
Hinterließ mich derart verdutzt, dass ich im ersten Moment vergaß, auf den Auslöser zu drücken …

Hamburg - Weihnachtliche City - Holzschnitzereien ... und der echte Hund (siehe Text)

Hamburg – Weihnachtliche City – Holzschnitzereien … und der echte Hund (siehe Text)

Hamburg - Weihnachtliche City - Holzschnitzereien auf dem Rathausmarkt

Hamburg – Weihnachtliche City – Holzschnitzereien auf dem Rathausmarkt

Auch das machen manche Besucher des Weihnachtsmarktes: sie lassen sich wahrsagen!

Hamburg - Weihnachtliche City - ... Sie können sich auch wahrsagen lassen! - Rathausmarkt

Hamburg – Weihnachtliche City – … Sie können sich auch wahrsagen lassen! – Rathausmarkt

Geht es Ihnen vielleicht auch  so, dass es Ihnen ab einem bestimmten Punkt einfach zu voll wird? Ja?
Bei mir ist der Punkt gerade erreicht.
Wir laufen lieber weiter Richtung Mönckebergstraße, zur Petrikirche. Denn auch dort ist ein kleiner Weihnachtsmarkt.

Hamburg - Weihnachtliche City - die Weihnachtsstände an der Petrikirche

Hamburg – Weihnachtliche City – die Weihnachtsstände an der Petrikirche

Ein Stück voran auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich der Gerhart-Hauptmann-Platz – ebenfalls mit einem Weihnachtsmarkt.

Hamburg - Weihnachtliche City - Der Weihnachtsmarkt am Gerhart-Hauptmann-Platz

Hamburg – Weihnachtliche City – Der Weihnachtsmarkt am Gerhart-Hauptmann-Platz

Wenn Sie jetzt Richtung Hauptbahnhof schauen, dann liegen Mönckebergstraße und Barkhof/Spitaler Straße vor Ihnen. Gut besucht, überall herrscht Jubel und Trubel.

Hamburg - Weihnachtliche City - ... immer wieder etwas verwegen: Die Lichterketten in den Laubbäumen der Mönckebergstraße ...

Hamburg – Weihnachtliche City – … immer wieder etwas verwegen: Die Lichterketten in den Laubbäumen der Mönckebergstraße …

Hamburg - Weihnachtliche City -  ... ein Blick auf die Weihnachtstanne, -pyramide und in die Spitaler Straße hinein.

Hamburg – Weihnachtliche City – … ein Blick auf die Weihnachtstanne, -pyramide und in die Spitaler Straße hinein.

Hamburg - Weihnachtliche City - Die geschnitzten Figuren der Pyramide

Hamburg – Weihnachtliche City – Die geschnitzten Figuren der Pyramide

Hamburg - Weihnachtliche City - Weihnachtskrippe (hinter Glas, Barkhof-Beginn Spitaler Straße)

Hamburg – Weihnachtliche City – Weihnachtskrippe (hinter Glas, Barkhof/Beginn Spitaler Straße)

Hamburg - weihnachtliche City - gut besucht auch die Spitaler Straße ...

Hamburg – weihnachtliche City – gut besucht auch die Spitaler Straße …

Zum Abschluss unserer kleinen Tour, möchte ich Sie gern noch einmal mit zum Levantehaus in der Mönckebergstraße nehmen. Blogstammgäste waren schon mit mir dort und haben sich den Tierfries von Barry Baldwin angeschaut (Link zum Post siehe unten).
Heute besuchen wir die Einkaufspassage, weil u. a. die große Weihnachtstanne auf eine besondere Art geschmückt wurde.
Das Levantehaus feiert 100. Geburtstag (1912 war das Jahr der Fertigstellung), und aus diesem Grund wurde es im Stil dieser Zeit dekoriert! Historischer Schmuck nicht nur an der Tanne, sondern im ganzen Haus. Insgesamt 1.800 Dekorationsteile heißt es …

Hamburg - weihnachtliche City - Der Eingang zur Einkaufspassage im Levantehaus, welches in diesem Jahr 100 Jahre alt wird (Bj. 1912)

Hamburg – weihnachtliche City – Der Eingang zur Einkaufspassage im Levantehaus, welches in diesem Jahr 100 Jahre alt wird (Bj. 1912)

Hamburg - weihnachtliche City - Der im Stil von vor 100 Jahren (Geburtstag) geschmückte Weihnachtsbaum. Oben der Tierfries von Barry Baldwin (siehe Link unten für mehr Fotos)

Hamburg – weihnachtliche City – Der im Stil von vor 100 Jahren (Geburtstag) geschmückte Weihnachtsbaum im Levantehaus. Oben der Tierfries von Barry Baldwin (siehe Link unten für mehr Fotos)

Ein Blick auf die Uhr.
SO SPÄT?
Tut mir leid, ich muss mich los!
Ich habe einen älteren Herrn daheim, den ich füttern muss. Er hat Zahnprobleme. Drücken Sie mir bitte die Daumen, dass der acht Jahre alte Kaninchenbock bald wieder fit ist. Brei mit der Spritze zu füttern und ständig nach Hause zu flitzen, ist nicht die ideale Dauerlösung.

Nett, dass Sie wieder dabei waren!
Ich wünsche Ihnen einen schönen und geruhsamen ersten Adventssonntag!

Link zum letztjährigen Weihnachtsmarktbummel:
https://michelelegrand.wordpress.com/2011/11/24/richtig-tollen-%E2%80%9Eschrott-gesehen-weihnachtsmarkte-in-hamburgs-city/
Link zum Levantehaus (u. a.):
https://michelelegrand.wordpress.com/2011/12/17/hamburg-eindrucke-aus-der-city-heute-drinnen/

©Dezember 2012 by Michèle Legrand

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Richtig tollen „Schrott“ gesehen! – Weihnachtsmärkte in Hamburgs City

Weihnachtsmarkt 2011 City Hamburg Rathausplatz

Eingangsportal des Weihnachtsmarktes vom Rathausplatz aus gesehen

Zwei Paar Socken, eine Fleece-Jacke unter der Winterjacke, einen Wollschal sowie Handschuhe. Meine Zusatzausstattung für einen abendlichen Besuch des Weihnachtsmarktes in Hamburgs City. Es entsteht anfangs das Gefühl, eines dieser Michelin-Männchen zu sein, doch draußen bin ich froh über die Kleiderwahl. Später, beim Blick in die Runde, kommt die Erkenntnis, dass andere die abendlichen Temperaturen auch um den Gefrierpunkt einschätzen und sich für ähnliche Garderobe entschieden haben.
Die Stadt brummt. Gerade 18.30 Uhr, die Menschen strömen in die und aus den Geschäften, die Feierabendfeierer treffen sich bereits für einen Bummel über den – oder die – gerade am Vortag eröffneten Märkte. Hauptanziehungspunkt ist ganz offensichtlich das Weihnachtsdorf direkt vor dem Rathaus.

City Hamburg Rathausplatz Weihnachtsmarkt 2011 mit Rathaus

Der Weihnachtsmarkt auf dem Rathausplatz

Hier steht der meiste Platz zur Verfügung, im unmittelbaren Umkreis ist der Autoverkehr sehr reduziert, die Szenerie vor dem eindrucksvollen Gebäude ist hervorragend. Ein Stück weiter glitzert das Wasser der Alster vor der Schleuse, und die weißen Alsterarkaden sind auch in der Dunkelheit ein überaus schöner Anblick.
Ein Lichtermeer erwartet den Besucher des Rathausplatzes. Von der Mönckebergstraße kommend, wird er von einem leuchtenden Tannenbaum empfangen. Weitere Laubbäume haben Lichterketten erhalten. Ein Eingangsportal zum Weihnachtsmarkt erstrahlt hell, bunt leuchtende Girlanden schmücken die Dächer der Buden und auch aus den Hütten selbst dringt heimeliges, warmes Licht. Das Rathaus wird angestrahlt und der leichte Dunst, der momentan jeden Abend aufzieht, lässt es ein wenig mystisch wirken. Die obere Turmspitze verschwindet fast im leichten Nebel. Wandert der Blick weiter in Richtung Wasser und Arkaden, so fällt sofort die große Lichterpyramide mit dem Stern an der Spitze ins Auge.

City Hamburg Rathausplatz Weihnachtsmarkt 2011 Pyramide mit Stern

Pyramide mit Stern

Das Dorf besteht aus mehreren thematisch geordneten Gängen. Man findet Gassen mit Kunsthandwerk, Keramik und Schnitzereien (Handwerkergasse), Gänge in denen das Kulinarische überwiegt (Spezialitäten- und Naschgasse) und sogar eine reine Spielzeuggasse.
(Im Internet lässt sich sicher noch sehr viel Genaueres darüber finden. Es wird keiner verhungern oder verdursten können angesichts der zahllosen Stände mit alkoholischen und alkoholfreien, kalten und warmen Getränken, mit Würsten, mit belegten Brötchen (Fleisch und Schinken), Bratkartoffeln, Hackklößen, Grünkohlgerichten, Pommes, Fischbrötchen, Kartoffelpuffern, Fladenbroten, Crèpes, Schmalzkuchen, Waffeln, etc.)

City Hamburg Rathausplatz Weihnachtsmarkt 2011 Bude Rathausturm

Eine der vielen Hütten und Buden, dahinter der Turm des Rathauses

Der Weihnachtsmarkt hat Flair und ist überaus gut besucht, was zur Folge hat, dass es bereits um 19 Uhr rappeldickevoll ist, besonders an den Ständen mit den Getränken! Irgendwann kommt der Moment der Entscheidung und die heißt, noch ein bisschen weiterziehen – an der Petrikirche vorbei und dann Richtung Gerhard-Hauptmann-Platz, wo ein kleiner, weitaus überschaubarer Markt aufgebaut wurde. Ein Blick Richtung Fußgängerzone (Spitaler Straße) zeigt, dass auch dort Buden und Stände zu finden sind.
Insgesamt alles sehr lohnenswert und im Dunkeln mit Beleuchtung wirklich schön anzuschauen. Die Interessen der Besucher sind naturgemäß jedoch sehr unterschiedlich, deshalb sollte sich jeder selbst ein Bild machen und erkunden, welcher Markt für ihn das meiste zu bieten hat oder seinem Geschmack am ehesten entgegenkommt.
Als Unterstützung gedacht, sind die hier im Anschluss geposteten und an unterschiedlichen Stellen aufgenommenen Fotos, die Dinge zeigen, die mir unterwegs ins Auge fielen. Darunter befindet sich auch der in der Überschrift erwähnte tolle „Schrott“.

Es gibt am Rathaus einen Stand, der beim Vorbeigehen erst einmal Erstaunen hervorruft. Mitten zwischen all den filigranen Schnitzereien, zwischen Kerzen und Keramikhäusern, schaut man urplötzlich auf rostige Schrauben, Muttern, Wasserhähne, Kronkorken, Flaschenöffner, etc.!

Werkzeuge, die wie Schrott wirken - Material Schokolade

Werkzeuge wie auf einer Schrotthalde: Schrauben, Muttern, Schraubenschlüssel ...

Werkzeuge, die wie Schrott wirken. Material Schokolade

Werkzeuge wie Schrott: Spachtel, Zahnräder, Hufeisen ...

Werkzeuge, die wie Schrott wirken. Material Schokolade

Schrott? Schlösser, Wasserhähne, Rosenscheren, Schlüssellöcher, Zangen ...

Erster Gedanke: Was hat das jetzt hier zu suchen? Diese Schrotthalde!
Beim zweiten Hinsehen kommt das große Zweifeln und die Ahnung: Ist das …?
Dritter Schritt: fragen. Und ja, es ist alles aus Schokolade, aber so einmalig gut gemacht, dass das Staunen gar kein Ende nimmt. Der Herr am Stand erzählt mir auf Anfrage, dass hinter diesen kleinen Kunstwerken die Firma des Italieners Luca Modolo steckt, der wiederum auch das Eiscafé Veneto in Freising betreibt. Falls also jemand „Schrott“ braucht: A. M. Schoko, Schoko-Werkzeug & Schoko Idee, Obere Hauptstr. 35, 85354 Freising, Tel. 08161-919156.
Noch einige Dinge vom Markt vor dem Rathaus:

City Hamburg Rathausplatz Weihnachtsmarkt 2011 Kerzen Sterne

Geben hier am Abend ein sehr schönes warmes Licht ...

City Hamburg Rathausplatz Weihnachtsmarkt 2011 Keramik Gebäude

Bauwerke aus Keramik nachgebaut, Karussells, etc.

City Hamburg Rathausplatz Weihnachtsmarkt 2011 Keramikbauten

Weitere Keramiknachbauten

Standortwechsel. Die nachfolgenden geschnitzten Holztiere stellt ein Künstler am Gerhard-Hauptmann-Platz aus.

City Hamburg Weihnachtsmarkt Gerhard-Hauptmann-Platz Schnitzkunst Tiere

Geschnitzte Katzen und Vögel ...

City Hamburg Weihnachtsmarkt 2011 Gerhard-Hauptmann-Platz Schnitzkunst Vögel

Recht eigenwillige Vogelschar in Begleitung eines Keilers

City Hamburg Weihnachtsmarkt 2011 Gerhard-Hauptmann-Platz Schnitzkunst Vögel

Krähenvolk? Rabengesindel? Mal nicht nur in Schwarz. Vielleicht gehören sie auch einer anderen Rasse an ... ;)

Auch die Spitaler Straße (Fußgängerzone) wartet mit einem Weihnachtsmarkt auf. Vom Gerhard-Hauptmann-Platz kommend, erblickt der Besucher dies:

City Hamburg Weihnachtsmarkt 2011 Spitaler Straße Lichterpyramide Figuren

Lichterpyramide mit sich im Innern drehenden, geschnitzen Figuren

Ebenfalls in der Spitaler Straße:

City Hamburg Weihnachtsmarkt 2011 Spitaler Straße Mistelzweige

Für Kussvorhaben bestens geeignet: hier gibt es die nötigen Mistelzweige (nicht nur dafür ;)

Und ein schöner Anblick, für diejenigen, die nicht mit dem Auto kommen:

City Hamburg Hauptbahnhof Weihnachtsdekoration Galerie

So festlich geschmückt zeigt sich momentan der Hauptbahnhof (Galerie)

Und hier erreichen wir das Ende der kleinen Tour durch das weihnachtlich dekorierte Hamburg. Es hieß Abschied nehmen und langsam wieder auftauen. Wer fotografiert weiß auch, dass Handschuhe und Kamera bedienen nicht wirklich zusammenpassen und selbst mit einem warmen Getränk zwischendurch, ist ein Bummel über die Märkte bei winterlichen Temperaturen und mitten in der Woche nicht unendlich ausdehnbar.

Allen, die sich noch auf den Weg machen, wünsche ich einen vergnüglichen Aufenthalt auf dem Weihnachtsmarkt und eine generell schöne Zeit in meiner Heimatstadt!

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Nun aber richtig: Der Wandsbeker Winterzauber ist eröffnet!

11. November 2011 – Wo anderenorts der Remembrance Day gefeiert wird (Commonwealth Länder), findet bei uns in Teilen der Republik an diesem speziellen Datum etwas völlig anderes statt –  man startet die Karnevalssaison und läutet die fünfte Jahreszeit ein.
Da wir Nordlichter uns damit allerdings immer noch fürchterlich schwer tun, jedoch auch so gerne etwas einläuten möchten, fand heute – quasi als Ersatz –  in meinem Bezirk in Hamburg um genau 11.11 Uhr die Eröffnung des Winterzaubers 2011 statt. Seine Pforten bleiben einige Wochen geöffnet und schließen sich erst wieder nach dem 08. Januar 2012.

Via Twitter und Facebook habe ich bereits ein bisschen vom Aufbau der Hütten und der Vorbereitung der Eisbahn berichtet. Das eine oder andere Foto ist dort auch zu finden. Nun sind nicht alle daran Interessierten auch gleichzeitig in den genannten sozialen Netzwerken unterwegs, daher greife ich dieses Thema zusätzlich im Blog auf.
Seit inzwischen immerhin sechs Jahren werden auf dem Wandsbeker Marktplatz (Freifläche am ZOB) im November Vorkehrungen getroffen, damit rechtzeitig zu Beginn der Adventszeit – gelegentlich auch etwas eher – der Weihnachtsmarkt starten kann.

Die Freifläche im Sommer (die bunten Stahltore waren nur kurz zu Gast)

Ein zentraler Bereich hier rund um die Wandsbeker Marktstraße wurde vor geraumer Zeit zu einem sogenannten BID (Business Improvement District). Ansässige Geschäftsleute verpflichteten sich in diesem Zusammenhang, selbst Zahlungen für beispielsweise Um- und Ausbauten in der Geschäftsstraße, dem Einkaufszentrum oder auch für die Umgestaltung des Wandsbeker Marktplatzes beizusteuern. Seitdem haben wir eine große Freifläche für größere Veranstaltungen, wie Frühjahrs- oder Oktoberfest, Weihnachtsmarkt, Ausstellungen, u. v. m. Sie ist eingesäumt von Sitzbänken, Rosenbeeten, Lindenbäumen, hat sogar Skulpturen und hat eine Insellage zwischen vielbefahrenen Straßen. Am Rand

Plaza: Die Bar

der Fläche, direkt am Busbahnhof gelegen, befindet sich das recht bekannte und beliebte „Plaza“, ein Restaurant/Café/Bar/Lokal, das sich rühmt, die höchste Bar Deutschlands zu besitzen. Ein hinten und vorne offenes Regal mit zahllosen Flaschen, erstreckt sich vom Boden bis zur Decke über zwei Geschosse!

Für das diesjährige Wintervergnügen starteten die ersten Vorbereitungen bereits Ende Oktober. Holzhütten trafen ein und fanden ihren Platz.
Die neue, mobile, ca. 400 m² Eislaufbahn mit ökologischem Eislaufboden wurde montiert. Neu sind auch weiße, wie mit Schnee bedeckte Bäumchen an ihrem Rand, die abends durch unendlich viele LED-Lämpchen im Dunkeln funkeln und strahlen.Es gibt einen bunt dekorierten Weihnachtsbaum, ebenso mit Kugeln verzierte Girlanden, unzählige Glühlampen an den Dachfirsten der Hütten, und auf dem Platz steht ein ebenfalls neuer„Aufpasser“: ein großer Weihnachtsmann (von dem ich ganz leise behaupte, dass – er zumindest am Tag – ziemlich kitschig aussieht). Er ist aufgrund seiner Größe jedoch weithin gut sichtbar. Besucher können das Weihnachtsdorf gar nicht verfehlen.

Ich habe den „Winterzauber“  heute, am ersten Abend nach seiner Eröffnung, besucht.

Wer sich auf den Weg dorthin macht, findet eine Art kleines Hüttendorf vor. Es ist nicht mehr mit einem traditionellen Weihnachtsmarkt zu vergleichen, denn es geht hier ausschließlich um das Eislaufvergnügen,das kulinarische Wohl und das Treffen. In diesem Jahr bekam der Winterzauber einen neuen Ausrichter/Organisator, und angesichts der Tatsache, dass Hamburg Umwelthauptstadt 2011 (European Green Capital) ist, fiel die Wahl auf einen ökologischen Eis-Ersatzboden (Like-Ice). Sicher lobenswert, wer allerdings das erste Mal einen Blick auf diese neue Fläche wirft, wird das besondere Eis- und Winterfeeling schwer vermissen. Es handelt sich um einen hellen, relativ stumpf aussehenden Boden, wie man ihn vom Rollschuhlaufen kennt. Kein Glitzern im Licht. Vielleicht schaffte man daher Ersatz in Form der wie verschneit wirkenden, am Rande stehenden Bäumchen mit den unzähligen LED-Lampen.
Die Hütten aus Holz wirken gemütlich und erinnern an Hütten in Bergdörfern. Sie sind mit bunten Weihnachtskugel-Girlanden und Glühbirnen verziert bzw. erleuchtet. Sie tragen Namen wie Almhütte, Tränke, Stübchen etc. und bieten Getränke, Wurst, Gebäck, Kartoffelpuffer, Süßigkeiten usw. (siehe Liste unten).

Blick auf den schlafenden Nikolaus …

Die kleinen Gäste erwartet ein schickes Karussell mit Pferden, Autos, einem Bus. Des Weiteren gibt es das Nikolaushaus. Durch ein beleuchtetes Sprossenfenster hindurch, kann man den im Bett schlafenden Nikolaus sehen. An seiner Haustür ist ein Wunschzettelkasten angebracht.

Wunschzettelkasten …

Wer dies alles sehen, erleben und womöglich auch noch bei Musik  Schlittschuhlaufen möchte, hat dazu täglich zwischen 10 und 22 Uhr die Gelegenheit. (Am Schlittschuhverleih selbst stand heute als Endzeit 21.30h)  Die Laufzeit beträgt jeweils 90 min.
Beim Winterzauber werden zudem unterschiedliche Aktionen angeboten,
so z. B.:

der Familientag (mittwochs, niedrigere Preise für Karussell/Schlittschuhbahn von 10-18 h)
die Lady’s Night (am Montag von 18-22 h, halber Preis bei der Schlittschuhbahn, halber Preis beim ersten Glühwein)
das After-Work on Ice (mo-fr ab 17h, Schlittschuhlaufen nach heißer Musik u./o. Weihnachtsklängen)
Und Achtung: an den Weihnachtsfeiertagen, an Silvester und Neujahr gelten abweichende Öffnungszeiten.

Zum Abschluss ein kleiner Preisüberblick (Auswahl):
Bratwurst   € 2,50
Currywurst € 3,00
Brezel pur € 2,50, Brezel belegt € 3,50
Schmalzgebäck € 2,00/4,00/5,50
Dampfnudeln € 2,50
Knoblauch-Baguette € 2,50

Glühwein € 2,50
Pils 0,25 l € 2,50 / 0,5 l € 4,00

Positiv:
Dekoration gut gelungen, netter Dorfcharakter
Schlittschuhverleih organisatorisch besser geregelt und für Wartende (während der Nachwuchs fährt) angenehmer als in den Vorjahren
Essensauswahl relativ vielfältig
Angebot für Groß und Klein
Es herrschte gute Stimmung trotz Kälte
Ein netter Treff in der Winterzeit

Nicht so positiv:
Das Dorf ist völlig verräuchert. Nach kurzer Zeit stinken die Kleidung/das Haar fürchterlich.
Die Eisbahn selbst wirkt trotz der Dekoration drum herum relativ nüchtern und durch ihren Boden nicht sehr winterlich.
Als Weihnachtsmarkt (falls es denn als dieser gelten soll) würde ich es nicht bezeichnen. Es fehlen Stände mit z. B. Kunsthandwerk, Kleinkunst etc., die dem Ganzen mehr Flair geben würden.

Auch am Tag nett anzusehen …

Das Dorf

Die Schlittschuhbahn

Bäume mit LED-Leuchten säumen die Eisfläche

… ein bisschen Bandenwerbung der Sponsoren

Die „Almhütte“ und das Kinderkarussell

PS Wem zu kalt draußen wird, der kann immer noch im gemütlichen PLAZA ein warmes Plätzchen finden (siehe Bar oben)

Das PLAZA

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Wann ist es eine „festliche Weihnachtsbeleuchtung“?

Ich bin verdutzt!
Verdutzt darüber, wie in meinem Stadtteil in der Haupteinkaufsstraße in diesem Jahr die festliche Weihnachtsbeleuchtung ausfällt. Ausfällt im Sinne von aussieht, nicht im Sinne von wegfallen und nicht stattfinden.
Was kommt einem als erstes in den Sinn, wenn man an festliche Adventsbeleuchtung denkt?
Tannenbäume, geschmückt mit Lichterketten?
Montierte Lichtersterne an den Geschäften?
Kerzen, Lichterspiele, beleuchtete Pyramiden, sich drehende Kunstwerke, wie man sie aus dem thüringischen Raum kennt?
Angestrahlte oder von innen leuchtende Weihnachtskugeln?
In einem Teil der Läden sieht man es noch, aber ansonsten gibt es das bei uns nicht mehr! Wir sind dieses Jahr modern.
Wie kommt’s?
Wir  haben hier seit einigen Jahren einen Verein von Geschäftsleuten, der sich für die Entwicklung des Stadtteils einsetzt. Ziel ist natürlich eine Steigerung der Kundschaft, des Absatzes, des Geschäfts.  Die Einkaufszentren in den Stadtteilen haben sich zur ernsthaften Konkurrenz für die Läden in der City von Hamburg entwickelt. Während man dort auf Parkplatzmangel trifft bzw. das Parken sehr teuer ist, gar nicht so selten Demonstrationen stattfinden und grundsätzlich ein ziemliches Gewühl herrscht, bietet ein EKZ im Süden, Westen, Osten oder Norden eine echte Alternative und ist einfach für den Kunden, der irgendwo außerhalb der Innenstadt  in einer dieser Himmelsrichtungen wohnt, schneller zu erreichen.
Zusätzlich zu diesem Verein entstand hier offiziell ein BID. Richtig vermutet, eine englische Abkürzung. Sie steht für Business Improvement District, soll heißen, hier geht es ganz allgemein  um die geschäftliche Förderung und Verbesserung des Bezirks.

BID selbst nennt es „zeitgemäße Stadtentwicklung, wie etwa die Positionierung im interkommunalen Wettbewerb, nachhaltige Förderung der Handelslandschaft oder Revitalisierung von Innenstädten und innenstadtnahen Standorten.“
Ich habe mich am Anfang gefragt, was denn der Unterschied sei zu allem, was man bis dato in dieser Richtung gemacht hat? Brauchte das Kind nur einen neuen Namen?
Nein, BID bedeutet „die gezielte Umsetzung konkreter Maßnahmen in einem definierten zeitlichen und räumlichen Rahmen.“
Bisher hatte es zur Folge, dass unsere Einkaufsstraße komplett umgebaut wurde, neuen hellen Plattenbelag bekam und sich jetzt Boulevard (!) nennt. Der neue Belag im Fußgängerbereich war anfangs  dermaßen hell, dass jeder bei Sonnenschein blind wie ein Maulwurf durch die Gegend tappte.
Vorab  mussten auch  – leider, leider – erst einmal einige große Bäume gefällt werden.  Aber es kamen ja neue. Die erreichen  zwar statt 20 m Höhe und entsprechender Krone nur etwa fünf Meter und haben ein Krönchen, aber – hey! – in zehn Jahren sieht es fast schon wieder ein bisschen grün aus.
Wir brauchten selbstverständlich auch neue Straßenlampen. Sie mussten ja zum Boulevard passen.
Natürlich waren auch die alten Ampeln unmöglich. Sie haben jetzt etwas grünere Männchen …
Nun, meine Begeisterung war anfangs leicht verhalten. Doch nachdem die Prachtallee im Sommer fertiggestellt war, die Baufahrzeuge und der Lärm verschwanden, einige  Fahrradständer montiert wurden und jetzt Ende November auch noch wieder ein paar Sitzbänke auftauchten, (rechtzeitig zum Saisonbeginn des draußen Sitzens), gewinne ich dem Ganzen auch etwas Positives ab.

Wie gesagt, wir bekamen neue Straßenlampen. Hohe, schmale, silbrigfarbene Leuchten mit Glaseinsatz im oberen Teil, zylinderförmig.
So, und jetzt haben wir den Salat! Nur dadurch wurde die diesjährige hypermoderne Weihnachtsbeleuchtung, die so überhaupt nichts Weihnachtliches hat, erst möglich! Tja, BID, gut hinbekommen zeitlich und räumlich … Das will ich gar nicht leugnen.
Und was sagte einer der Herren so nett:
„Wir sind abgekommen von Tannenbäumen und Lichtersternen.“ 
Aha, warum denn nicht auch gleich von Weihnachten? Ach so, stimmt, das gute Geschäft zu diesem Anlass hatte ich gerade kurzzeitig vergessen …

Was macht also ein innovativer Verein, ein Bezirk, der nunmehr BID ist?
Er lässt sich  66 ca. 1,60 m hohe Acrylglaszylinder anfertigen, stülpt diese, mit effizienten LED-Leuchten ausgestatteten und per Funk steuerbaren Aufsätze, über die bestehenden Straßenlampen und freut sich nun sehr darüber, in der Adventszeit hightechmäßig Lichtspiele veranstalten zu können.
66 Mal das freundliche Telekom-Magenta, eine Stunde später wechselt es ins Laubfrosch-Grün. Wer dann wunschgemäß  ca. sechs Stunden am Boulevard geshoppt und sein Geld dort gelassen hat, der sieht auch noch blau, gelb, orange, etc.
Verstehen Sie mich nicht falsch!  Die grundsätzliche Idee, die vorhandenen Lampen als Energielieferanten  und Träger zu nutzen, ist super. Die Idee, eine Illumination zu veranstalten, auch. Wenn es auch noch irgendwie finanziert wird – prima.
Doch bitte,  nennt es nicht stimmungsvolle Weihnachtsbeleuchtung. Das tut mir irgendwie weh …

Weihnachtsbeleuchtung_acrylglaszylinder

Das sind unsere „stimmungsvollen Weihnachtslichter“, die sich hier gerade darauf einstimmen, demächst im festiven Magenta zu erstrahlen.

Dsc02804

(Hier als kleiner Vergleich die Weihnachtsbeleuchtung des Weihnachtsmarktes – irgendwie stimmungsvoller …)

Ich möchte abends immer mit einer Klappleiter hingehen und oben in jeden Zylinder einen Tannenzweig stecken. Seine Konturen würden durchleuchten. Aber ich befürchte, damit nur schlafende Hunde zu wecken. Wahrscheinlich käme man dann auf die Idee, die Beleuchtung ganzjährig montiert zu lassen, mit einer Herzdeko zum Valentinstag, einem Osterei- und Hasenaufkleber im April, einem Totenschädel an Halloween, etc.  Ich bin sicher, Pfingsten würde man auslassen. Das ist kein Anlass zum shoppen.
Wobei – noch nicht …

©Dezember 2010 by Michèle Legrand

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