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Ente? Oder Huhn …? Auf jeden Fall Kamelien und Ohrringe.

Unterwegs in Eichtalpark und Botanischem Sondergarten Wandsbek.

Die Sonne! Jetzt hält einen nichts mehr drinnen, oder? Mittwoch am späten Nachmittag wurde es schön, nachdem die Sonne es endlich geschafft hatte, den hartnäckigen Hochnebel zu vertreiben. Also schnell die Jacke übergeworfen, das Fahrrad geschnappt, entlang der Wandse geradelt und Kurs eingeschlagen Richtung Eichtalpark sowie Botanischen Sondergarten Wandsbek.

Hamburg - An der Wandse entlang (stadtauswärts Richtung Eichtalpark)

Hamburg – An der Wandse entlang (stadtauswärts Richtung Eichtalpark)

Ist das schön, endlich wieder einmal Wärme auf der Haut zu spüren! An geschützten Plätzen lässt es sich bereits gut aushalten …

Entlang der Wandse - Die "Austreiber" im Eichtalpark ...

Entlang der Wandse – Die „Austreiber“ im Eichtalpark …

Entlang der Wandse - Buschwindröschen (Anemone nemorosa)

Entlang der Wandse – Buschwindröschen (Anemone nemorosa)

Wer radelt, macht auch Pausen. Kurze Unterbrechung am Wasser, um den Grund für das Spektakel bei den Enten zu erkunden.

„Hast du gesehen? Da ist eine! Und da auch …! Die kenne ich!“ Der Steppke auf seinem Minifahrrad, der eben neben mir am Geländer der kleinen Brücke über die Wandse gehalten hat, blubbert aufgeregt drauf los. Er erzählt fröhlich, dass er häufig hier vorbeikommt mit seinem Papa. (Der ist allerdings noch außer Sicht.) Das Endziel sei immer der große Spielplatz im Eichtalpark. Er kenne den Weg …
„Gestern habe ich eine ganz neue Ente gesehen“, erklärt er mir sehr ernst, gerade als sein etwas aus der Puste geratener Vater ihn endlich eingeholt hat. Den letzten Satz des Filius‘ hat er daher vernommen. Er fragt leicht belustigt:
„Was hast du gesehen? Eine ganz neue Ente? Tatsächlich?“
Es verblüfft mich ebenfalls, wie der Junge das Entenvolk hier wohl auseinanderhält und obendrein eine weitere Ente als neu hinzu gekommen erkennt. Ich hätte enorme Schwierigkeiten! Gerade heute! Neun Erpel (ein Original und acht Klone) belästigen eine einzelne Entendame, die empört reagiert und laut protestierend dem Pulk der Männer entflieht.

Hamburg - Eichtalpark - Neun Erpel und dazwischen eine "Sie" ...

Hamburg – Eichtalpark – Neun Erpel und dazwischen eine „Sie“ …

„Wie sah sie denn aus“, fragt sein Papa, „die von gestern?“
„Ganz schwarz und dann ein bisschen weiß und rot“, antwortet er nach kurzem Überlegen.
„War die genauso groß wie die anderen Enten? Oder vielleicht größer?“
„Nee, die war nicht größer, Papa. Ich glaube kleiner …“
„Wahrscheinlich war es ein Teichhuhn.“
„Papa! Nie! Also ein Huhn, das sieht echt total anders aus …!“
„Teichhühner sind keine Hühner, wie …“, beginnt sein Vater, kommt jedoch nicht weiter, denn Sohnemann kontert bereits:
„Ich weiß!“ Er runzelt die Stirn. „Ich sag ja auch, da war ´ne neue Ente, Papa! Kein Teichhuhn, eine Teichente!
Sein Interesse an einer Fortsetzung der Diskussion ist gleich null. Leicht genervt setzt er hinzu:
„Papa, wir wollen jetzt zur Rutsche. Komm endlich …!“

Er hat seine Prioritäten, ich die meinen. Bei mir steht anstelle der Rutsche der Botanische Sondergarten Wandsbek erneut oben auf der Liste. Weit ist es nicht mehr. Sie waren übrigens auch schon dort! Erinnern Sie sich noch an prachtvolle Staudenbeete oder  z. B. auch an den Taschentuchbaum?  Der steht in diesem besonderen Park.

Beim Blick in den eigenen Garten Anfang April könnte man auf die Idee kommen, dass wahrscheinlich noch nicht sonderlich viel zu sehen ist im „Bosowan“. Weit gefehlt! Sicher, die großen Flächen, die üblicherweise von den Stauden belegt sind, wirken noch etwas kahl.  Es sprießt jedoch an vielen Stellen. Die Belaubung der Gehölze startet langsam. Jedoch gibt es auch schon zu dieser frühen Jahreszeit ganz eigene Höhepunkte.
Schauen Sie einmal!
Da wären die Narzissen auf der Wiese und die Frühlingsblüher Lerchensporn (Corydalis cava), Beinwell (Symphytum) sowie Christrosen (Orientalische Nieswurz, Helleborus orientalis)

Botanischer Sondergarten Wandsbek - Narzissenwiese ...

Botanischer Sondergarten Wandsbek – Narzissenwiese …

Botanischer Sondergarten Wandsbek - rosa  Lerchensporn und gelber Beinwell

Botanischer Sondergarten Wandsbek – rosa Lerchensporn und gelber Beinwell

Botanischer Sondergarten Wandsbek - Helleborus orientalis (Christrose, Orientalische Nieswurz)

Botanischer Sondergarten Wandsbek – Helleborus orientalis (Christrose, Orientalische Nieswurz)

Die Sonne geht mitten im Beet auf: ein Adonisröschen

Botanischer Sondergarten Wandsbek - Lerchensporn (Corydalis cava),  rosa und ein Adonisröschen ...

Botanischer Sondergarten Wandsbek – Lerchensporn (Corydalis cava), rosa und ein Adonisröschen …

… oder hier Scheinhasel (Corylopsis pauciflora), Beales Mahonie (Mahonia bealei) und Blut- oder Zierjohannisbeere (Ribes sanguineum), Zierquitte (Chaenomeles) sowie Duftender Winterschneeball (Viburnum x botnantense „Dawn“).

Botanischer Sondergarten Wandsbek - Auch die Scheinhasel blüht ... (Corylopsis pauciflora)

Botanischer Sondergarten Wandsbek – Auch die Scheinhasel blüht … (Corylopsis pauciflora)

Botanischer Sondergarten Wandsbek - Farbenfroh der Blattaustrieb und dazu gelbe Blüten:  die Beales Mahonie (Mahonia bealei)

Botanischer Sondergarten Wandsbek – Farbenfroh der Blattaustrieb und dazu gelbe Blüten: die Beales Mahonie (Mahonia bealei)

Botanischer Sondergarten Wandsbek - Blutjohannisbeere (Ribes sanguineum)

Botanischer Sondergarten Wandsbek – Blutjohannisbeere (Ribes sanguineum)

Botanischer Sondergarten Wandsbek - Noch bevor die Blätter so richtig da sind, blüht sie bereits_Die Zierquitte (Chaenomeles)

Botanischer Sondergarten Wandsbek – Noch bevor die Blätter so richtig da sind, blüht sie bereits: Die Zierquitte (Chaenomeles)

Botanischer Sondergarten Wandsbek - Der duftende Winterschneeball (Viburnum x botnantense 'Dawn')

Botanischer Sondergarten Wandsbek – Der duftende Winterschneeball (Viburnum x botnantense ‚Dawn‘)

Meine besonderen Lieblinge in diesen bisher noch so unwirtlichen Monaten März und April sind vom Anblick her einige übermannshohe, dunkelgrün belaubte Pflanzen aus Asien. Ist es nicht erstaunlich, welche Blütenpracht Kamelien (Camellia japonica) bereits ab März auch im Freiland (nicht nur in den Gewächshäusern) zu produzieren vermögen? Die Form der zarten, gefüllten Blüten erinnert an die von Rosen oder auch Päeonien. Ein derartiges Farb- und Blühspektakel zu diesem Zeitpunkt wirkt daher fast unwirklich, da eine für das Auge in vergleichbarer Form vorkommende Blütenpracht sonst erst in den warmen und sonnigen Monaten zwischen Mai und Hochsommer startet.

Botanischer Sondergarten Wandsbek - Voller Knospen und Blüten:  die Kamelie (Camellia japonica)

Botanischer Sondergarten Wandsbek – Voller Knospen und Blüten: die Kamelie (Camellia japonica)

Botanischer Sondergarten Wandsbek - Anfang April - Blütenhochzeit bei der Camellia japonica (Kamelie)

Botanischer Sondergarten Wandsbek – Anfang April – Blütenhochzeit bei der Camellia japonica (Kamelie)

Botanischer Sondergarten Wandsbek - Kamelienblüte aus der Nähe (Camellia japonica)

Botanischer Sondergarten Wandsbek – Kamelienblüte aus der Nähe (Camellia japonica)

Wir sind fast am Ende des kleinen Rundgangs. Nur noch dieser Baum voraus! Liebe Blogbesucher, erkennen Sie ihn im Gegenlicht?

Botanischer Sondergarten Wandsbek - Was sich hier langsam entfaltet, sind die Blüten an einem Prachtexemplar von Magnolie

Botanischer Sondergarten Wandsbek – Was sich hier langsam entfaltet, sind die Blüten an einem Prachtexemplar von Magnolie

Es ist eine Magnolie, an der sich im Moment gerade die ersten von gefühlt tausenden weißen Blüten öffnen. Ein phantastisches Gefühl, genau darunter zu stehen, zu den aufspringenden Knospen heraufzuschauen und diese Leichtigkeit, die von den zarten Blütenblättern ausgeht, plötzlich am eigenen Körper spüren. Spontan blitzt der Gedanke auf, es würden in luftiger Höh’ unzählige weiße Schmetterlinge abheben …

Botanischer Sondergarten Wandsbek - ... ein Stück dichter heran und dann  zu den Magnolienblüten hinaufgeschaut

Botanischer Sondergarten Wandsbek – … ein Stück dichter heran und dann zu den Magnolienblüten hinaufgeschaut

Wir haben das Ausgangstor erreicht. Tja, denn … Oder warten Sie kurz! Ich möchte Ihnen den folgenden Dialog eines jüngeren Pärchens auf einer Parkbank, direkt dort, wo mein Fahrrad angeschlossen ist, nicht vorenthalten!

„Ich habe vorhin schon mal wegen neuer Ohrringe geschaut.“
Ich horche etwas auf, denn dieser Satz kommt nicht von ihr, sondern von ihm. (Meint er jetzt welche für sie oder für sich?) Während ich das Zahlenschloss öffne, spähe ich hinüber. Seine Sitzposition ist günstig, und da seine Haartracht nicht besonders üppig ausfällt, sieht man obendrein bestens die Ohren. Er trägt silberne Ohrstecker in Ankerform.
„Ach ja, du wolltest ja noch andere. Was für welche denn?“, fragt sie interessiert.
(Also für ihn.)
„Ich dachte, ich nehme mal welche mit einem Stein. Da gibt es zwei verschiedene Stecker in dieser Art. Der eine hat was, das sieht aus wie ein Brilli, bei dem anderen ist die Farbe dunkelgrün. Also so wie Glas. Wie Flaschen. Ich fand beide ganz gut. Konnt‘ mich nicht entscheiden. Was findest du denn besser? Welche soll ich nehmen?“
Er sitzt aufrecht. Sie liegt auf der Bank auf dem Rücken, seinen Schoß als Kopfpolster. Sie schweigt einen Moment, grient ihn dann an und sagt:
„Die, mit denen du besser hören kannst ….“
Sie handelt sich damit einen Klaps ein, richtet sich laut protestierend auf und geht über zur Gegenwehr …
Kommen Sie, ehe es in eine wüste Klopperei ausartet, verziehen wir uns lieber! ^^
Wir gehen gelegentlich wieder hin.

Ein schönes Wochenende für Sie mit hoffentlich noch viel Sonnenschein!

© by Michèle Legrand, April 2015
Michèle Legrand - freie Autorin - ©Fotograf Andreas Grav

 

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Von denen, die sich im Rindenmulch wälzen und denen, die kopflos wirken …

Räkeln Sie sich bei Sonnenschein auch auf Rindenmulch? Schubbern am Boden, breiten Ihre Arme aus, wackeln mit dem Allerwertesten und genießen die Wärme?
Nicht?
Sie sitzen also ganz sittsam auf der Bank. Das ist vorbildlich, aber wer hat jetzt mehr Vergnügen, hm? Wir kommen gleich noch einmal zu diesem Punkt, doch klären wir zunächst noch:
Beginnen Sie während des Sonnenbads damit, an sich herumzuzupfen? Winden, verrenken Sie sich? Verschwindet Ihr Kopf dabei außer Sichtweite? Das heißt, verstecken Sie ihn – sagen wir einmal – in der Achselhöhle?
Sie sind nicht so gelenkig? Hm.
Nun, wenn Menschen sich damit so schwer tun und fürchten, Verknotungen  oder aber die Erregung öffentlichen Ärgernisses zu riskieren, dann schauen wir uns heute lieber den Nachwuchs zweier Vogelarten an, der mit derartigem Räkeln und Kopf verstecken kein Problem hat.

Es gab Junge bei den Teichhühnern oder – ganz korrekt – den Teichrallen (Gallinula chloropus). Hier in Hamburg tauchen diese Wasservögel recht häufig auf, während anderenorts – vor allem in der offenen Landschaft – von rückläufigem Bestand gesprochen wird. Es schwankt sehr von Region und Region und hängt u. a. mit der Härte der Winter zusammen. Auch mit Biotopzerstörung und genereller Veränderung von Landschaften sowie den Randzonen von Gewässern. Die Teichrallen möchten halt nicht nur Wasserflächen, sondern auch eine dichte Ufervegetation, und das ist glücklicherweise manchmal an den Teichen und Seen im Stadt- und Randgebiet Hamburgs der Fall.

Teich mit eingewachsener Uferzone nahe des Botanischen Sondergartens Wandsbek - so, wie ihn Teichrallen schätzen ...

Teich mit eingewachsener Uferzone nahe des Botanischen Sondergartens Wandsbek – so, wie ihn Teichrallen schätzen …

Vorgestern war ich in meinem Stadtteil nahe des Botanischen Sondergartens Wandsbek (da muss ich Ihnen in Kürze auch noch etwas zeigen!) unterwegs. An ihm entlang fließt zum einen die Wandse, zum anderen liegen ganz in seiner Nähe zusätzlich kleinere Teiche. Die Rufe einer Ralle machten mich auf sie aufmerksam und danach lockte mich zaghaftes Piepsen eines Kükens dichter heran. Eine weitere Spaziergängerin stoppte, kannte im Gegensatz zu mir die Teichbewohner jedoch schon, da sie jeden Tag dort entlanggeht. Sie verriet mir, dass es bei einem Teichhuhnpärchen ursprünglich sieben Küken gab. Leider sind davon nur noch zwei übrig. Die anderen sollen Wasserratten erwischt haben. Sagt die Dame. Was genau sich dahinter verbirgt, ob Schermäuse oder Biberratten oder gewöhnliche Ratten in Wassernähe – keine Ahnung. Andere denkbare Feinde wären z. B. Igel, Marder, Eulen oder Raubfische, Raubvögel etc.

Teichralle mit Jungem - Nähe Botanischer Sondergarten Wandsbek

Teichralle mit Jungem – Nähe Botanischer Sondergarten Wandsbek

Teichrallen mit zwei Nachkömmlingen - Nähe Botanischer Sondergarten Wandsbek

Teichrallen mit zwei Nachkömmlingen – Nähe Botanischer Sondergarten Wandsbek

Wer sie sieht, ist hin- und hergerissen. Süß oder eher nicht? Die jungen Vögel werden erst noch Schönheiten. Im Moment sind sie recht quirlige kleine, wuschelige, leicht zerzauste, schwarze Bälle, die fiepen, piepsen und häufig um Futter betteln. Sie haben erstaunlich kräftige und beim Strecken lange, sehr dunkle, etwas grünlich schimmernde Beine, die in großen Füßen und respekteinflößenden Krallen enden. Und sie haben bisher kaum etwas auf dem Kopf! Die Oberseite ist fast kahl, dort sprießen nur ein paar „Härchen“.

Ich bin ein junges Teichhuhn (Gallinula chloropus) und bald auch eine Schönheit. Die Kahlheit am Kopf dauert nicht mehr lang an ...

Ich bin ein junges Teichhuhn (Gallinula chloropus) und bald auch eine Schönheit. Die Kahlheit am Kopf dauert nicht mehr lang an …

Die Eltern kümmern sich beide hingebungsvoll um die Kleinen. Wer Vater und wer Mutter ist, lässt sich für ein ungeübtes Auge kaum erkennen, denn Gefieder und Färbung weisen keine Unterschiede auf. Es heißt, das Weibchen sei größer und schwerer, doch wenn sie nicht direkt nebeneinander schwimmen, fällt der Vergleich ziemlich schwer.

Die Jungen paddeln in Elternnähe im Wasser umher, suchen sich selbst schon den einen oder anderen Samen oder zupfen an Wasserpflanzen. Ansonsten werden sie jedoch von den Großen gefüttert. Schnecken, kleine Fische, das sind die Leckerbissen, nach denen sie gieren.
Zwischendurch wird über Seerosenblätter gelaufen, die diese Leichtgewichte noch tragen. Man ruht sich auf Blättern und abgeknicktem Schilf aus, sonnt sich und vollzieht dabei die schon eingangs erwähnten Verrenkungen. Bis der Kopf weg ist!
Schauen Sie einmal hier!

Teichrallennachwuchs beim Sonnenbad und Putzen .... Huch!  Kopflos?

Teichrallennachwuchs beim Sonnenbad und Putzen …. Huch! Kopflos?

Oh!  Zum Glück! Der Kopf ist wieder aufgetaucht .... Teichrallenjunges putzt sich

Oh! Zum Glück! Der Kopf ist wieder aufgetaucht …. Teichrallenjunges putzt sich

So sehe ich von vorne aus - Teichrallenküken zeigt doch noch sein Gesicht.

So sehe ich von vorne aus – Teichrallenküken zeigt doch noch sein Gesicht.

Und nun habe ich wieder Hunger! Junges Teichhuhn (was für Beine, Füße, Krallen!  wird nach von einem Elternteil gefüttert

Und nun habe ich wieder Hunger! Junges Teichhuhn (was für Beine, Füße, Krallen! wird danach von einem Elternteil gefüttert

Währenddessen wird auf der anderen Teichseite das zweite Küken  vom anderen Elternpart versorgt ... Teichrallenfütterung

Währenddessen wird auf der anderen Teichseite das zweite Küken vom anderen Elternpart versorgt … Teichrallenfütterung

Dank der guten Versorgung entwickeln sich die Küken schnell, und vielleicht schaffen es wenigstens diese beiden kleinen Racker, dass kein anderes Tier sie als Beute erwischt.

Ein Stückchen weiter, direkt im Botanischen Sondergarten, ist auf einem Wegstück Rindenmulch verteilt. Auf ihm sonnte sich völlig selbstvergessen ein Amseljunges.

Jungamsel beim Sonnenbad ...

Jungamsel beim Sonnenbad …

Obwohl es mich irgendwann bemerkte, breitete es noch einmal genüsslich die Flügel auf dem von der Sonne beschienenen Mulch aus und wackelte dann und wann wohlig mit dem noch etwas kurzen Schwanz.

Junge Amsel benießt den warmem Rindenmulch

Junge Amsel benießt den warmem Rindenmulch

Aus dem Gebüsch nebenan erklang erregtes Gezwitscher einer erwachsenen Amsel. Offenbar hatte meine Anwesenheit die Eltern in Alarmbereitschaft versetzt, und das Küken wurde gewarnt. Es erhob sich widerwillig, hüpfte unerschrocken erst auf mich zu, dann an mir vorbei hin zu einer Steintreppe, mühte sich hüpfend die Stufen hinauf, um sich schließlich – oben angekommen – mit einem letzten fröhlichen Gebrabbel von mir zu verabschieden. Vielleicht war es auch nur ein Beruhigungslaut für Mama oder Papa. Ein äußerst selbstsicherer und fideler Nachwuchs.

... dann kommt das Amseljunge auf mich zumarschiert, läuft an mir vorbei Richtung Treppe ...

… dann kommt das Amseljunge auf mich zumarschiert, läuft an mir vorbei Richtung Treppe …

... erklimmt die Stufen ....

… erklimmt die Stufen …

... tschilpt noch ein Auf Wiedersehen und hört endlich auch auf die aufgeregten Rufe der Eltern

… tschilpt noch ein Auf Wiedersehen und hört endlich auch auf die aufgeregten Rufe der Eltern

Wissen Sie, was ich danach gemacht habe?
Ich habe zur Probe die Hand auf den Rindenmulch gelegt und tatsächlich, er wärmt wie eine Fußbodenheizung. Eigentlich könnte man sich dort zumindest hinsetzen. Oder mit nackten Füßen …
Man müsste ja nicht gleich mit dem Hintern wackeln …
Und der Kopf!
Der müsste natürlich noch sichtbar bleiben!

©Mai 2014 by Michèle Legrand
Michèle Legrand ©Foto Andreas Grav (Ausschnitt)

 

 

 

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Unterwegs entdeckt: Alle machen’s! Marienkäfer, Bulldoggen, Polizisten, Angler …

Hamburg - St. Gertrud Kirche (Uhlenhorst-Hohenfelde), rechts die Mundsburg-Hochhäuser

Hamburg – St. Gertrud Kirche (Uhlenhorst-Hohenfelde), rechts die Mundsburg-Hochhäuser

Trauen Sie ihr noch? So wirklich? (Ich spreche von der Wettervorhersage) Und überhaupt, eigentlich ist es doch gar nicht vorstellbar! Es ist Ende Oktober!
Da können die noch so viel erzählen von Tief Zenith, das über dem Atlantik Kreise zieht, irgendeinem Hoch Nastassja im Osten und der warmen Mittelmeerluft bzw. einem extravaganten, lauen Nordafrikalüftchen, welches sich an der Ostflanke des Tiefs Richtung Norden vorbeischummelt. Ich habe ihnen die prophezeiten Temperaturen nicht geglaubt, den Wetterfachleuten!
Ja doch! Am Dienstagmorgen wirkte es tatsächlich recht nett draußen und von kürzlich morgendlichen 7° C war das Thermometer auf immerhin 13° C gestiegen. Im Schatten!
Nur trauen Sie dem Frieden?
Zu oft erlebten Sie doch schon die Bauchlandung, sind mit einem Flatterjäckchen losgezogen und hatten hinterher die Bescherung bzw. den Erkältungsinfekt. Weil es eben doch nicht so warm war wie angekündigt, weil es eben doch nicht trocken blieb, weil kein Mensch etwas von Hagel erwähnt hatte!

Ich wollte etwas erledigen und beabsichtigte, es bei dem passablen Wetter mit dem Fahrrad zu tun. Es ging zwar um eine längere Strecke, doch Licht, frische Luft und Radfahren tun bekanntlich gut. Ich dachte mir:
Kleide dich nur vernünftig, d. h. rechne mit allem.
Allem im Sinne von Wolkenbruch, Frost, Orkan, Gewitter.
Nur falls es (eher unwahrscheinlich) besser als angenommen werden sollte? Wie sähe es dann aus?
Ach, kleide dich – zumindest oben herum – nach dem Zwiebelprinzip: eine Schicht über die andere.
T-Shirt, Strickjacke, Halstuch, Lederjacke. Ansonsten Jeanshose und das Übliche, was der Mensch braucht, um sich draußen unbeanstandet aufzuhalten.

Es gibt eine wirklich empfehlenswerte Route, um mit dem Rad aus dem Hamburger Osten Richtung Stadt und Außenalster zu kommen. Sie müssen nicht entlang vielbefahrener, mehrspuriger Hauptverkehrsadern radeln und bleihaltige Luft inhalieren!
Es gibt stattdessen einen schön gelegenen Radweg, teilweise auch eine erst seit 2012 in dieser Form existierende eigene Fahrradstraße! Beides schlängelt sich anfangs entlang der Wandse, später (ab Mühlenteich) läuft der Weg zunächst parallel zur Eilbek, im weiteren Verlauf (ab Maxstraße) entlang des Eilbekkanals. Die Fahrradstraße (nur Anwohner dürfen sie mit ihren Wagen befahren) führt durch die Ufer- und Lortzingstraße und ist Teil der offiziellen Veloroute 6. Die Wege leiten einen direkt an die Außenalster zur Schwanenwik-Bucht. Der Ausdruck ist jetzt doppelt gemoppelt. Denn „Wik“ bedeutet schon Bucht.

Hamburg - Herbst - Am Mühlenteich

Hamburg – Herbst – Am Mühlenteich

An einem Tag gegen Ende Oktober, an dem unvermutet mit Macht die Sonne durchbricht, heiße Luft aus Afrika (oder woher auch immer, jedenfalls aus dem Süden) die Gradzahl bis zum Mittag auf 20° C im Schatten (!) steigert, das Herbstlaub immer noch an vielen Stellen einladend leuchtet – an solch einem Tag sind sie auf einmal alle draußen.
Die Hamburger, jung und alt, die Quiddjes (Dazugezogene) und die Gäste der Stadt, die Touristen. Manche erkunden auf den roten, zu mietenden „Stadträdern“ die Gegend. Fahrradausleihstationen gibt es hier in dieser Region mittlerweile mehrere seit der Einrichtung der Fahrradstraße. Es flanieren Spaziergänger, die Hundehalter führen ihre tierischen Freunde aus (manchmal auch umgekehrt), die Bankentdecker und -besetzer blinzeln abwechselnd in die Sonne und auf das glitzernde Wasser, die Jogger sind in besonders großer Anzahl unterwegs. Auf dem Eilbekkanal wird auch gerudert.

Hamburg - Herbst - Ruderer auf der Eilbek

Hamburg – Herbst – Ruderer auf der Eilbek

Hamburg - Ein sonniger und warmer Oktobertag  - An der Eilbek

Hamburg – Ein sonniger und warmer Oktobertag – An der Eilbek

Eine im Gras dösende, sonnenanbetende Bulldogge habe ich lieber nicht fotografiert, die sah so aus, als wenn sie das – überhaupt jegliche Art von Störung – nicht duldet, aber diesen (nächstes Foto) Hund mit Herrchen. Ich fand die Fähigkeit des Tiers bewundernswert.

Hamburg - An der Eilbek - Der dreibeinige Hund ...

Hamburg – An der Eilbek – Der dreibeinige Hund …

Sie können es auf dem Foto wahrscheinlich gar nicht erkennen, aber der braune Hund hat nur drei Beine, wobei ihm der linke Vorderlauf fehlt. Sie wissen vermutlich, dass Tiere das Fehlen von Gliedmaßen häufig sehr gut ausgleichen können, doch bei einem Hund lasten 60 % seines Gewichts auf den Vorderbeinen. Es ist wesentlich leichter, das Fehlen eines Hinterbeins zu kompensieren! Dieser hier muss schon die Kraft auf seiner Laufstrecke einteilen und wiederholt Pausen einlegen. Was sein Herrchen auch mit ihm tat!

Hamburg - An der Eilbek - ... Pause mit Hund

Hamburg – An der Eilbek – … Pause mit Hund

Hamburg - Fahrradweg entlang des Eilbekkanals ... traumhaft auch im Herbst!

Hamburg – Fahrradweg entlang des Eilbekkanals … traumhaft auch im Herbst!

Seit 2009 gibt es zehn Liegeplätze für Hausboote in einem speziellen Bereich des Eilbekkanals, die im Zuge des Pilotprojekts Wohnen auf dem Wasser eingerichtet wurden. Sie befinden sich zwischen Wagnerstraße und dem Lerchenfeld. Die Boote dort haben richtige Anschlüsse an die Kanalisation, verfügen über Strom und auch der Müll wird per Müllabfuhr entsorgt! Wenn Sie durch die Straßen wandern, sehen Sie, dass diese Hausboote oben an der Straße sogar eine eigene Hausnummer bekommen haben. Einige dieser Boote werden als Wohnung, andere als Büro genutzt und wie es heißt, lebt oder arbeitet der Bootsherr dort auf jeweils 130 bis 160 qm Wohn-/Bürofläche.

Hamburg - Eilbekkanal mit Hausbooten

Hamburg – Eilbekkanal mit Hausbooten

Hamburg - Die Richard-Wagner-Brücke in Pink. Rechts eines der Hausboote, das als Büro genutzt wird.

Hamburg – Die Richard-Wagner-Brücke in Pink. (Wagner und pink??)  Rechts eines der Hausboote, das als Büro genutzt wird.

Nachdem dieser Bereich mit den Liegeplätzen hinter Ihnen ist, durchfließt der Kanal den Kuhmühlenteich und nennt sich fortan Mundsburger Kanal. An ihm steht überaus fotogen die evang.-lutherische St. Gertrud Kirche (1881-1885). Und wenn Sie sich zwischen Kirchturm und Kuhmühlenteich einen Flecken vorstellen, dann haben Sie den geographischen Mittelpunkt von Hamburg.

Hamburg - Die Einmündung des Eilbekkanals in den Kuhmühlenteich. Rechts die St. Gertrud Kirche.

Hamburg – Die Einmündung des Eilbekkanals in den Kuhmühlenteich. Rechts die St. Gertrud Kirche.

Angler versuchen hier häufig ihr Glück. In dem Gewässer, das max. zwei Meter Tiefe und einen schlammigen Grund hat, fühlen sich Karpfen, Rotaugen und Brassen recht wohl. Einer der Herren erzählte mir, dass er Richtung Schwanenwik (dahin kommen wir gleich) auch schon einmal einen Zander gefischt hätte.

Hamburg - Herbst - Vom Kuhmühlenteich ein Blick zurück in den Eilbekkanal ...

Hamburg – Herbst – Vom Kuhmühlenteich ein Blick zurück in den Eilbekkanal …

Hamburg - Kuhmühlenteich mit St.-Gertrud Kirche - Die Brücke links dient der U-Bahn Überquerungsmöglichkeit. Im Hintergrund ist der Heinrich-Hertz-Turm (Fernsehturm) zu sehen.

Hamburg – Kuhmühlenteich mit St. Gertrud Kirche – Blick Richtung Mundsburger Kanal. Die Brücke links dient der U-Bahn als Überquerungsmöglichkeit. Ganz im Hintergrund ist der Heinrich-Hertz-Turm (Fernsehturm) zu sehen.

Direkt am Ausfluss des Teichs befand sich die Kuhmühle. Dass wir uns richtig verstehen: Es war eine Pulver- und Walkmühle! Sie hat jetzt keine Kühe zerkleinert!
Damals existierte dort allerdings Weideland, und zum Queren des Wassers trieb man seine Kühe über die – ganz klar! – Kuhbrücke. Später wurde ein Damm gebaut und der Stausee, der auf diese Art für den Betrieb einer Mühle entstand, war der Mühlenteich, bzw. eben wegen der vielen Kuhnachbarn – genau! – der Kuhmühlenteich. Die Mühle – immer noch dieser Logik folgend – also die Kuhmühle. Objwohl sie mit Kühen selbst herzlich wenig zu tun hatte.
Kommen Sie noch mit?
Heute ist rein gar nichts mehr davon zu sehen, doch früher standen sogar insgesamt acht Wassermühlen auf der Strecke entlang der Wandse bis zur Stadt! Sie dienten beispielsweise als Lack-, Pulver- oder Ölmühle. Der Kuhmühlenteich, diese Ausbuchtung der Eilbek, war – wie gerade gelernt – extra zum Betrieb der Kuhmühle angelegt worden, nur als man Ende des 19. Jahrhunderts den Eilbekkanal ausbaute und dabei den Wasserstand nivellierte, war das für das Betreiben einer Mühle absolut kontraproduktiv. Sie wurde abgebrochen.

Das hier ist noch einmal aus der Nähe gesehen die Überquerung für die U-Bahn, die via Uhlandstraße in Richtung Mundsburg und Hamburger Straße sowie in Gegenrichtung fährt.

Hamburg - Hochbahnbrücke am Ausfluss des Kuhmühlenteiches in den Mundsburger Kanal - Auch der Brückenpfeiler der gegenüber liegenden Seite zeigt symbolhafte Darstellungen ...

Hamburg – Hochbahnbrücke am Ausfluss des Kuhmühlenteiches in den Mundsburger Kanal – Der Brückenpfeiler zeigt symbolhafte Darstellungen …

Es lohnt sich durchaus, einen genaueren Blick auf die Granitpfeiler zu werfen. Es sind nämlich vier Bildfelder eingearbeitet, die – so heißt es – die Beherrschung der vier Elemente Luft, Erde, Feuer und Wasser darstellen. Teilweise in Szenen mit menschlichen Wesen (auf dem Foto oben raucht hinter den Personen ein Vulkan, was auf Feuer hinweist), aber auch mit vier verschiedenen Tierdarstellungen, die sich wie eine Banderole ein Stück um den Pfeiler wickeln (auf dem Foto weiter unten Vögel, die das Element Luft symbolisieren – es gibt auch noch Pflanzen, Fische, Schlangen und Feuersalamander)

Hamburg - Hochbahnbrücke (Strecke Uhlandstraße Richtung Mundsburg)

Hamburg – Hochbahnbrücke (Strecke Uhlandstraße Richtung Mundsburg)

Hamburg - Hochbahnbrücke am Ausfluss des Kuhmühlenteiches in den Mundsburger Kanal - Die Brückenpfeiler aus Granit haben symbolhafte Bilder ...

Hamburg – Hochbahnbrücke am Ausfluss des Kuhmühlenteiches in den Mundsburger Kanal – Die Brückenpfeiler aus Granit haben symbolhafte Bilder … Hier: Vögel als Symbol für Luft (s. auch Text)

Beim Weiterfahren mit dem Fahrrad fällt ab und zu etwas ins Auge, was dort nicht häufig auftaucht …

Hamburg - Am Mundsburger Kanal/Höhe HAW - Webversuche am Zaun: Guerilla Weaving statt Knitting ...?

Hamburg – Am Mundsburger Kanal/Höhe HAW – Webversuche am Zaun: Guerilla Weaving statt Knitting …?

Hamburg - Alster voraus - Blick vom Mundsburger Kanal Richtung Schwanenwik-Brücke und Außenalster

Hamburg – Alster voraus – Blick vom Mundsburger Kanal Richtung Schwanenwik-Brücke und Außenalster

Langsam kommt die Außenalster in Sicht. Die Schwanenwikbrücke befindet sich als letzte Straßenquerung noch vor Ihnen. An dieser Brücke werden gern Liebesschlösser befestigt und natürlich haufenweise Fotos aufgenommen. Mal mit Menschen, mal ohne Lebewesen im Bild, aber immer das Innenstadtpanorama inklusive der Kirchtürme im Hintergrund.

Hamburg  - Außenalster - Liebesschlösser an der Schwanenwik-Brücke

Hamburg – Außenalster – Liebesschlösser an der Schwanenwik-Brücke

Es ist herrlich dort, besonders, wenn Sie direkt hinunter ans Ufer wandern (oder wie ich Ihr Rad schieben bzw. abstellen). Die Wasservögel machen es sich hier gern bequem, die Menschen genießen die Atmosphäre und legen eine Pause ein. Gelegentlich dreht eines der Alsterfährschiffe seine Runde, von Zeit zu Zeit tuckert sogar der Rauch ausstoßende Dampfer, die St. Georg, vorbei. Erinnern Sie sich an unsere große Alsterrundfahrt mit einem der offenen Boote hier im Blog? Dort hatte ich Ihnen vieles von der Wasserseite aus gezeigt und erzählt. Von James Bond, dem anderen Mann, der im Wasser steht, dem Seehund, der Moschee etc. Falls Sie es nachlesen möchten, finden SIe nachstehend den Link zum Blogpost:
https://michelelegrand.wordpress.com/2012/07/03/sommer-sonne-alster-und-wie-ist-es-mit-ihnen/

Hamburg - Außenalster - Dampfer St. Georg ist auch unterwegs, begleitet von Teichrallen.

Hamburg – Außenalster – Dampfer St. Georg ist auch unterwegs, begleitet von Teichrallen.

Die Vögel relaxen allerdings nur so lange, bis wieder ein Nichtwissender (es ist gar nicht gestattet!) kommt und sie füttert. Dann werden sie unberechenbar! Ein über- und unter- und durcheinander Geflattere, ein Radau, man glaubt es nicht! Und ich schwöre Ihnen, es muss jede Möwe schreien! Jede! Ohne Ausnahme.

Hamburg - Außenalster - Schwanenwik - Ruhe und einträchtiges Beisammensein. Alles ist gut, bis jemand kommt, der füttert ...

Hamburg – Außenalster – Schwanenwik – Ruhe und einträchtiges Beisammensein. Alles ist gut, bis jemand kommt, der füttert …

Hamburg - Außenalster - Schwanenwik - Man verträgt sich, man döst, man steht auf einem Bein, man putzt sich ...

Hamburg – Außenalster – Schwanenwik – Man verträgt sich, man döst, man steht auf einem Bein, man putzt sich … Noch!

Hamburg - Außenalster - Schwanenwik - Dirigentengänse ...

Hamburg – Außenalster – Schwanenwik – Dirigentengänse … Oder haben Sie etwa gerade etwas entdeckt?

Hamburg - Außenalster - Schwanenwik - Fasts noch zivilisiert. Nur mal gucken ...

Hamburg – Außenalster – Schwanenwik – Fast noch zivilisiert. Wasservögel und Nicht-Wasservögel. Nur mal gucken …

Hamburg - Außenalster - Schwanenwik - .... und Action!

Hamburg – Außenalster – Schwanenwik – …. und Action!

Hamburg - Außenalster - Schwanenwik - Versammlung! Und JEDE Möwe schreit!

Hamburg – Außenalster – Schwanenwik – Versammlung! Und JEDE Möwe schreit!

Auch hier – wie am Eilbekkanal – entspannen die Menschen auf Bänken und sonnen sich. Darum ging es übrigens auch in der Überschrift! Sie glauben gar nicht, wer es noch alles tat – dieses sich dem Sonnenbad hingeben, dieses Blinzeln, sich Räkeln und Vitamin D tanken.

Hamburg - Außenalster - Schwanenwik - Entspannung am Wasser ... (Mitte: Drei Ruderer von E. Scharff)

Hamburg – Außenalster – Schwanenwik – Entspannung am Wasser … (Mitte: Drei Ruderer von E. Scharff)

Die Bulldogge erwähnte ich schon. Ein Streifenpolizist stand ans Fahrzeug gelehnt, hatte den Kopf in den Nacken gelegt, die Mütze noch ein Stück nach hinten geschoben und genoss die Sonnenstrahlen, während er wohl auf seinen Kollegen wartete, der offensichtlich länger ein Protokoll aufnahm. Die Angler am Kuhmühlenteich vorhin waren Sonnenanbeter, und an vielen Stellen saßen sie gehäuft und drängelten sich fast: Marienkäfer! So viele habe ich so spät im Jahr noch nie gesehen!

Und ich? Ich habe die Sonne auch genossen! Nur mir wurde sehr warm! Wer ahnt denn, dass es sich so entwickelt! Und dazu das Radeln! Die Jacke flog als erstes davon, dann die Strickjacke, das Halstuch … Mehr war nicht möglich. Sie wissen ja, Polizei in der Nähe, Anstand und so …

Hamburg - An der Schwanenwik-Brücke - Gondoliere ohne Gondel ... gewissermaßen.

Hamburg – An der Schwanenwik-Brücke – Gondoliere ohne Gondel … gewissermaßen.

Und irgendwann geht es erhitzt wieder heim. Noch ein letzter Blick über die Alster

Hamburg - Blick über die Außenalster Richtung Innenstadt

Hamburg – Blick über die Außenalster Richtung Innenstadt

Auf der Rückfahrt wurde ich überrascht. Ich wusste nämlich bisher nicht, dass ich offenbar auf einem Berg wohne! Einem unsichtbaren Berg, wie ich vermute. Sehr mysteriös! Ich dachte immer, in Hamburg gäbe es nördlich der Elbe nur in Blankenese nennenswerte Steigungen, dann die Hügel der Boberger Dünen, vielleicht noch den kleinen Rodelberg im Stadtpark und einen leichten Anstieg bei einer Straße in der Nähe, die bereits das verräterische, aber völlig unangebrachte Wort Berg in ihrem Namen trägt.
Doch eine Art schweißtreibende Passstraße zwischen Alster und meinem Wohnsitz in Hamburgs Osten …?
Mir fiel es bisher nie auf, nur Tatsache ist, dass ich auf dem Hinweg ohne großen Krafteinsatz dahinglitt, zurück aber die ganze Zeit rechtschaffen strampeln und mich anstrengen musste. Obwohl es nicht windig war!
Ist das jetzt Einbildung?
Tun Sie mir einen Gefallen und probieren Sie es bei Gelegenheit selbst aus. Ich muss das jetzt wissen! Ich will auch nicht drängeln, aber vielleicht kommen Sie noch in diesem Herbst dazu, wenn das Wetter weiterhin so schöne Tage bereithält. Falls wir wieder einen solch grauen und langen Winter wie 2012/2013 bekommen sollten, sollten Sie sich ohnehin vorher noch reichlich mit Sonne und blauem Himmel eindecken.
Es hat einen weiteren Riesenvorteil, sich der Sonne zuzuwenden und sie anzublinzeln. Walt Whitman formulierte es recht treffend: „Richte dein Gesicht immer zur Sonne, und die Schatten werden hinter dich fallen.“

©Oktober 2013 by Michèle Legrand
Michèle Legrand - Michèle. Gedanken(sprünge) @wordpress.com

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Teichhuhn am Abgrund, sinkende Schiffe, Ganterpel? – Ein Nachmittag im Eichtalpark

Hamburg: See im Eichtalpark (Wandsbek)

See im Eichtalpark

Eigentlich wollte ich darüber gar nicht bloggen. Wen interessiert denn schon mein Fahrrad-Trip durch Wandsbek. Meine Güte! Andere waren vielleicht in der Zeit beim Bungee-Jumping in Neuseeland! Sollen die doch berichten …
Dachte ich mir so. Ich postete stattdessen nur ein einzelnes Ausflugsfoto an meiner Facebook Pinnwand, das meine neueste Bekanntschaft vorstellte. Eine überaus zutrauliche Gans, die mir aus der Hand fraß. Oder war es ein Ganter? Das Bild, die Frage … oh, das hatte Folgen! Und letztendlich hat es jetzt die Auswirkung, dass ich über diesen Nachmittag mehr erzähle und zusätzliche Fotos in den Beitrag mit aufnehme. Vielleicht kommen wir auf diese Art zu einem Ergebnis. In den Kommentaren hat die Weisheit der Vielen bisher noch kein eindeutiges Resultat erbracht, dafür löste das sympathische Federvieh Assoziationen aus. Die eigenen Gedanken wurden offenbart, generelle Information zusammengesucht. Doch wir beginnen besser von vorne:

Ich liebe es sehr, in einer Stadt zu leben, die viel Grün und Wasser zu bieten hat. Egal, wo man sich in Hamburg befindet, es ist nie weit zum nächsten Grünzug, einem Park, einem Bach, Fleet oder Fluss.
Neulich bereits hatte ich (auch hier im Blog) einen Abstecher zum Mühlenteich in Wandsbek gemacht. Der Anlass war ein frühmorgendlicher Autowerkstatttermin in der Nähe gewesen, und der anschließende Spaziergang mündete in einem kleinen Frühstück für die anwesenden, noch etwas schlaftrunkenen Wasservögel.
Der vergangene Sonnabend entpuppte sich nach wolkenverhangenem Vormittag am Nachmittag als zwar etwas kühl, aber so sonnig, dass es verlockend gewesen war, sich per Fahrrad in Richtung Wandse, Eichtalpark und Botanischen Sondergarten zu begeben. Ich hatte zwischenzeitlich weitere Brotreste aufbewahrt, und da es entlang der geplanten Route Wasservögel gibt, steckte ich die neue kleine Portion ein. Für den Fall der Fälle …

Vom Wandsbek-Markt in östlicher Richtung stadtauswärts, führt der Rad- und Wanderweg hier vorbei:

Wandse mit Teichhuhn ...

Wandse mit Teichhuhn …

Ich bewundere, wie Rallen (Teichhühner), diese doch recht leichten Wasservögel mit zarten Beinchen, es schaffen, sich dort in der Strömung genau an der Kante zu halten … In aller Seelenruhe marschierte sie mehrfach von links nach rechts …

Wandse: Teichhuhn am Abgrund ...

Wandse: Teichhuhn am Abgrund …

Weiter führte mich der Weg entlang von Wiesen voll blühendem Löwenzahn. Auf einer Bank am Wegesrand saß eine Frau und flocht einen sonnengelben Kranz daraus, während ein kleines Mädchen mitten in der Wiese kauerte und für Blütennachschub sorgte.

Löwenzahnwiese an der Wandse in Wandsbek

Löwenzahnwiese an der Wandse in Wandsbek

Im Eichtalpark hielt gerade eine Gruppe Wildgänse Siesta auf der Wiese und schien die Sonne und Wärme dem Wasser – zumindest in diesem Moment – vorzuziehen.

Graugänse (Wildgänse) im Eichtalpark

Graugänse (Wildgänse) im Eichtalpark

Sie sahen träge, faul und müde aus, so dass ich beschloss, erst auf dem Rückweg zu halten, und derweil am See nachzuschauen, ob dort Enten Lust auf eine kleine Fütterung hätten.
Ich passierte ein kleines, abgezäuntes Terrain, das es dort schon seit Jahren gibt. Eingerahmt von einer kleinen Holzquerlatte befindet sich ein Beet, auf dem Mammutblatt (Gunnera manicata) wächst. Der Name deutet es schon an: es hat im Sommer riesige Blätter mit einem Durchmesser von bis zu zwei Metern – auf Stielen, die ebenso hoch werden können! Die Staude ist winterhart, zieht sich aber völlig zurück. Deshalb der Schutz, damit sie nicht unwissentlich völlig niedergetrampelt wird. Ein zweiter Grund ist, dass sie zusätzlichen Winterschutz erhält (Abdeckung mit Laub und Ästen). Momentan ist sie gerade am Austreiben, was auch schon höchst interessant aussieht!

Eichtalpark (Wandsbek): Mammutblatt (Gunnera manicata) beim Austrieb ...

Mammutblatt (Gunnera manicata) beim Austrieb …

Eichtalpark (Wandsbek): Mammutblatt - bereits weiter im Wachstum

Mammutblatt – bereits weiter im Wachstum

Der Weg führt an einem kleinen See vorbei, der in einen größeren übergeht. Dieser Teil des Sees lag in der Nachmittagssonne, und aus ihm ragten die wie auf kleinen Inseln wachsenden Lärchen. Ihr Holz enthält viel Harz und ist sehr dauerhaft. Auch bei extremer Nässe. Es ist Ihnen sicher auch schon aufgefallen, dass es aus diesem Grund gern für die Herstellung von Gartenmöbeln verwendet wird. Es muss nämlich nicht imprägniert werden. Lärchen sind die Nadelbäume, die jeden Nadeljahrgang abwerfen und deshalb gegen die meisten Schadstoffe relativ tolerant sind. Die Baumart hat das höchste Potential zur Verbesserung der Luftqualität in Städten, sagt gerade eine neue englische Studie. Und zum Baum des Jahres 2012 wurde sie auch gekürt.
Sie schlagen momentan gerade aus, die Lärchen …

Eichtalpark (Wandsbek): Die Lärchen treiben gerade aus (und man sieht, wie dicht die Wohnhäuser am Park liegen)

Die Lärchen treiben gerade aus (und man sieht, wie dicht im Grunde die Wohnhäuser am Park liegen)

Austrieb der Lärchen (Baum des Jahres 2012)

Austrieb der Lärchen (Baum des Jahres 2012)

Ich radelte weiter und sah erstaunt eine ältere Dame mit Rollator, die diesen nicht mühsam und langsam vor sich her schob, sondern mit dem Hilfsmittel regelrecht spurtete. Wir hielten an der gleichen Stelle, denn Stimmen hatten plötzlich geschrien:
„Sie gehen unter! Unsere Boote sinken!“
„Nein, aber sie schwimmen weg!“
Daraufhin hatte es im Gebüsch wild geknackt.
In der Nähe ist der große Spielplatz, und seine Ausläufer grenzen an die durch den Park fließende Wandse. Kinder hatten Papierschiffe gefaltet und diese zu Wasser gelassen. Keine Anker dabei. Das eine hatte bedenklich Schlagseite, die anderen machten sich langsam aus dem Staub. Daher die ganze Aufregung …

Eichtalpark: In der Nähe des Spielplatzes ließen Kinder Boote zu Wasser ...

Eichtalpark: In der Nähe des Spielplatzes ließen Kinder Boote zu Wasser …

Mit der Dame kam ich ins Gespräch. Wir überlegten, wie viele Generationen Kinder wohl schon Papierschiffe gefaltet haben. Generell. Dass sie es gerade draußen auf dem Spielplatz machen, ist relativ selten. Danach schob die rüstig wirkende Rollator-Dame ihr Gefährt wieder weiter. Er wirkte bei ihr merkwürdig deplatziert, irgendwie überflüssig. Sie hielt bereits nach wenigen Metern wieder an, blockierte die Räder und setzte sich auf die kleine Sitzbank ihres Gehwagens.
Ich hatte mein Fahrrad noch geschoben und war nun neben ihr.
„Das ist sehr praktisch“, bemerkte ich unverbindlich.
„Ja“, bestätigte sie, „das ist auch der Hauptgrund, warum ich ihn habe. Ich habe Gleichgewichtsstörungen und kann vor allem nicht lange stehen. Also auf der Stelle. Ich muss zwischendurch sitzen.“
„Mir ist vorhin aufgefallen, wie flott sie mit ihrem Rollator unterwegs sind.“
Weil ich ihn habe, komme ich schneller voran! Ich kann mich abstützen und muss keine Angst haben zu fallen.“
Das klang logisch. Ich dachte an meine Mutter, die durchaus ähnliche gesundheitliche Probleme hat, sich allerdings mit Händen und Füßen weigert, auch nur einen Gedanken an so etwas wie einen Rollator zu vergeuden. Das ist etwas für Ältere! Doch wann fängt älter an? Und unter welchen Umständen sollte es einem egal sein?

Der Besuch im Botanischen Sondergarten währte nicht ganz so lange wie im Sommer. Ganz so viel ist dort um diese Jahreszeit noch nicht am Blühen. Doch es gibt schöne Stellen …

Wandsbek: Im Botanischen Sondergarten

Im Botanischen Sondergarten

Ganz in der Nähe geht es sehr urwüchsig zu. Der Teich/Tümpel wirkt wie unberührt. Ein Erpel und eine Ralle zogen gemeinsam ihre Kreise

Wandsbek/Wandse: Idyll in der Stadt nahe des Botanischen Sondergartens - Nicht weit davon rauschen die Autos auf der vielbefahrenen B75

Idyll in der Stadt nahe des Botanischen Sondergartens – Nicht weit davon rauschen die Autos auf der vielbefahrenen B75

Brücken zum Queren der Wasserläufe bieten schöne Ausblicke

Wandse - nahe Botanischer Sondergarten

Wandse – nahe Botanischer Sondergarten

See im Eichtalpark: Die Ralle im Wasser startete gerade eine wahren Putzmarathon ...

Die Ralle im Wasser startete gerade eine wahren Putzmarathon …

Die Sonne verschwand hin und wieder hinter Wolken. Zog es sich weiter zu? Musste ich doch noch mit Regen rechnen? Ich entschloss mich irgendwann zum Umkehr. Nach einer Weile hatte ich wieder den Eichtalpark erreicht.
Inzwischen hatte sich das Bild auf der Wiese gewandelt. Die Gänse waren verschwunden, stattdessen hatten sich Menschen dort niedergelassen. Und nicht nur das. Die Gruppe Hungriger hatte den Grill angeworfen! Rauchschwaden zogen über die Freifläche.

Eichtalpark (Wandsbek): Beim Anblick des Grills verschwanden die Gänse lieber ...

Beim Anblick des Grills verschwanden die Gänse lieber …

Offenbar war der Grill den Gänsen nicht geheuer gewesen. Sie könnten ihn als Alarmsignal empfunden haben. Vielleicht sind sie nach interner Beratung übereingekommen, lieber baden zu gehen. Ich stelle mir gern Gespräche unter ihnen vor, die etwa so ablaufen:
„Du, komm! Wir verduften!“
„Ja, los! Menschen sind unberechenbar. Denen fällt plötzlich ein, dass sie Appetit auf frisches Geflügel haben …“)

Eichtalpark: Nachmittagssonne am Teich. Die Gänse verzogen sich von der Wiese ...

Nachmittagssonne am Teich. Die Gänse verzogen sich von der Wiese … (PS Bitte durchaus einmal draufklicken. Mir geht immer das Herz auf, wenn ich diese Szene sehe)

Am kleinen Teil des Sees traf ich sie alle an, stellte mein Fahrrad neben einer Bank ab und näherte mich mit dem Brot. Nicht nur die Gänse badeten. Auch einige Stockenten und Teichhühner mischten mit. Die ersten Brotbrösel flogen, und schon stellte sich heraus, wer an diesem Tag die ganz großen Pöbler und Rabauken unter den Wasservögeln waren: die Teichhühner!

Wasservögel im Eichtalpark: Noch herrscht Ruhe ...

Wasservögel im Eichtalpark: Noch herrscht Ruhe …

Eichtalpark: ...doch nun ist Teichhuhn sauer, Ente panisch, Erpel desinteressiert, Gänse arrangieren sich ...

…doch nun ist Teichhuhn sauer, Ente panisch, Erpel desinteressiert, Gänse arrangieren sich …

Eichtalpark: Ausflippendes Teichhuhn

Ausflippendes Teichhuhn …

Obwohl sie von der Größe her ganz hinten rangieren, kannten sie kein Vertun. Sobald Essen im Anmarsch war, begannen sie zu drängeln, griffen mit eindeutigen Drohgebärden an und motzten lautstark, wenn eine vorwitzige Ente es wagte, sich dem Brotstück auch nur zu nähern. Ein Teichhuhn pflügte dermaßen erbost durchs Wasser, dass es eine Ente damit komplett aus dem See scheuchte! Der dazugehörige Erpel verdünnisierte sich, die Gänse reckten die Hälse, standen jedoch über allem oder arrangierten sich zumindest mit den aufmüpfigen Rallen. Eine einzelne Gans schwamm ans Ufer, kletterte in einigen Metern Entfernung von mir an Land, um mir dann kontinuierlicher näher zu kommen. Anfangs wie zufällig. Völlig unbeteiligt. Es fehlte nur noch so ein fröhliches Pfeifen …

Eichtalpark: Sie nähert sich (ging in Höhe meines Fahrrads an Land). Leicht schüchtern mit etwas weggedrehtem Kopf ...

Sie nähert sich (auf Umwegen, denn sie ging in Höhe meines Fahrrads an Land). Leicht schüchtern mit etwas weggedrehtem Kopf …

Sie schien schüchtern, legte ihren Kopf schief, hielt zwischendurch, wartete ab, watschelte weiter. Ich blieb in der Hocke. Sobald ich mich zu ihr wendete und ihr Beachtung schenkte, schaute sie zur Seite. Also fütterte ich völlig ausdruckslos die Kumpel im Wasser.

Freundschaft schließen. Sie sitzt neben mir. Ist es eine Sie oder ein Er?

Freundschaft schließen. Sie sitzt neben mir. Ist es eine Sie oder ein Er?

Sie schlich sich dichter heran, bis sie schließlich direkt neben mir hielt. Ich drehte mich langsam zu ihr.
„Na!“, begrüßte ich sie.
Sie guckte angelegentlich ihre Füße an.
„Wie sieht’s aus? Möchtest du ein Stück?“
Ich hielt ihr langsam ein Brotstück entgegen.
GRABSCH!
Der Schnabel schnellte nach vor und riss mir das Brot förmlich aus der Hand! Sie säbelte engagiert an ihrer Beute herum. Der leicht geöffnete Schnabel offenbarte eine richtige Zahnleiste. Kleine Spitzen, dicht an dicht – wie die Zähne eines Sägeblattes.
Mein Proviant war am Ende. Auf dem Spazierweg näherte sich eine Familie mit einem großen Hund. Die Gans hatte ihn auch bemerkt, doch offenbar auch registriert, dass er angeleint war. Sie wich keinen Zentimeter von mir. Der Hund starrte sie beim Herannahen unaufhörlich an. Als er direkt an uns vorbeilief, konnte er es einfach nicht lassen und musste wenigstens ein bisschen bellen. Der Gans wurde mulmig. Sie entschwand Richtung See und stürzte sich in die Fluten.
Ich nutzte die Gelegenheit zum Aufbruch, und fragte mich, ob ich es jetzt mit einer Sie oder einem Er zu tun gehabt hatte. Bei Gantern soll der Beinabstand größer sein. Das Geschnatter hätte eine tieferen Tonlage. Der Ganter sei schwerer. Gut und schön. Doch was macht man, wenn kein Vergleichstier daneben sitzt? Oder wenn zwar ein zweites Gänsevieh da ist, aber genauso aussieht? Sind das dann zwei Frauen oder zwei Männer?
„Hey, wie viel wiegst du denn?“, könnte man fragen. Oder freundlich bitten: „Du, sag mal was. Ich muss wissen, wie tief du dich anhörst.“
Meine Gans sagte nichts. Sie war schweigsam-verfressen.

Am Beginn des Blogposts erwähnte ich die Resonanz und die Kommentare, die das Bild bei Facebook auslöste. Doch waren sie hilfreich beim Feststellen des Geschlechts?
Zu Beginn ging es eher um die Diskussion und Klarstellung, ob es nicht vielleicht eher eine Ente als eine Gans sei. Vielleicht ein männlicher Mix? Ein Ganterpel? Größen, Halslängen, etc. wurden verglichen.
Dann bekam jemand Hunger beim Anblick des Tieres.
Einem weiterem diente der Vogel als Inspiration für einen baldigen Spaziergang, um selbst Wildgänse zu betrachten.
Im Anschluss gab es sachdienliche Hinweise zu Arten, Gattungen und Besonderheiten.
Aber konnte jemand wirklich eindeutig das Geschlecht bestimmen? So mit absoluter Sicherheit?
Nein, noch nicht!
Und das ist jetzt Ihre Chance!
Wenn Sie es wissen, oder wenn Sie jemanden kennen, der es wissen könnte oder der wissen könnte, wer jemanden kennt, der … (Sie wissen schon, was ich meine), dann lassen Sie sich nicht bremsen.
Tun Sie sich keinen Zwang an, sondern handeln, schreiben oder kommentieren Sie völlig ungeniert! ;)

Ich bin sehr gespannt, ob ich auf diese Art doch noch genau erfahre, mit wem ich im Park das Vergnügen hatte.

©Mai 2012 by Michèle Legrand

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Erledigt! Dinge, Tätigkeiten – nicht Sie selbst …

Wandsbeker Mühlenteich - Nachmittagssonne im April

Wandsbeker Mühlenteich im April

Ich habe keine Ahnung, wie Sie es handhaben. Ob Sie ein Nebenher-Typ sind, ein Gehäuft-Typ oder gar ein Delegier-Typ. Ob Sie es selten tun, ob gern, ungern, ad hoc, geplant, chaotisch, murrend, gleichgültig, freudig, widerwillig …Vielleicht sind Sie noch ganz anders drauf, viel spezieller, sind quasi ein Unter- oder Mischtyp! Das kennen sie von der Haut: Mischhaut. Oder vom Hund: Misch(lings)hund. Wenn wir bei diesem Beispiel bleiben, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Sie eine Art Promenadenmischung sind. Sie mixen sicher bunt und je nach Gelegenheit bzw. Umständen.
Falls Sie noch nicht sicher sind, um welches Thema es heute geht: Wir sprechen gerade von Dingen, die erledigt werden müssen. Kurz: Erledigungen. Pflichterledigungen. Sie und die Art und Weise der Erledigung von Erledigungen.

Ich meine nicht die beinahe täglich anstehenden Dinge wie Lebensmitteleinkauf, Haushalt oder die wegen ihrer Kürze hier zu vernachlässigenden Tätigkeiten wie Gaszähler ablesen oder Müll heraustragen. Ich spreche von Pflichterledigungen der nächsthöheren Kategorie: ab Aufwandsstufe 2 aufwärts. Sie stehen mit ziemlicher Sicherheit und in regelmäßigen Abständen an. Rumsen unangefordert an die Tür. Bollern aufdringlich und nerven mit einem:
Hey, mach endlich mal!
Der Imperativ! Damit wir merken, dass wir müssen …
Menschen handeln unterschiedlich. Manche (Delegier-Typen) geben gern alles ihnen Unangenehme weiter, was aber (Gott sei Dank) nicht immer möglich ist. Einige (Gehäuft-Typen) sammeln erst lustlos Aufgabe um Aufgabe, bevor sie loslegen. Andere handeln gleich. Wieder andere nehmen sich Extrazeit dafür, trennen strikt, doch die Tendenz ist, vieles schnell nebenher zu schaffen.
Nur kurz bei der Reinigung etwas abholen, mal eben zur Bücherhalle wegen der Fälligkeit des Lesestoffs. Schnell huschen, um ein Geschenk zu besorgen,  zackig mit Paketen zur Post, locker den Werkstatttermin einschieben, den Vorsorgecheck gleich mit, kurz etwas in der Apotheke besorgen oder bei der Reinigung abholen, Zahnarzt erfreuen, Auto ummelden, Ausweis verlängern, Baugenehmigung beantragen – Behördensachen gehen sicher besonders flott …
Wann plant der Nebenher-Typ seine Erledigungsaktionen ein?
Vor der Arbeit, in der Pause, mittendrin – jedenfalls irgendwie hineingezwängt. Nebenher schaffen lautet die Parole. Bloß keine Zeit verlieren.
Dauert ja alles nicht lang …
Genau hier liegt aber der Denkfehler! Derartige Pflichterledigungen haben überhaupt nichts mit der simplen Fähigkeit, die wir als Multitasking bezeichnen, zu tun. Denn dort werden zwar zeitgleich mehrere, verschiedenartige Tätigkeiten erledigt, jedoch an einem Ort! Dadurch können sie parallel laufen und sind – wenn es auch oft alles andere als ratsam ist – ausführbar. In welchem Maße ist natürlich abhängig von den Fähigkeiten jedes Einzelnen.
Erledigungen (wie oben näher eingegrenzt) verteilen sich hingegen auf unterschiedliche Örtlichkeiten. Ihnen ist zudem eigen, dass ihr Einschieben grundsätzlich anders verläuft als angenommen.
Der weitaus größte Teil erfordert mehr Zeit und Aufwand als erwartet. Sei es durch längere Wartezeiten in Geschäften und Behörden, Notfälle beim Arzt, Formularkämpfe, Parkplatzsuche, o. ä. Jeder neu hinzukommende Ort, jeder zusätzliche Weg erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass der angepeilte Zeitrahmen nicht eingehalten werden kann und Ihre frohgemuten Pläne sehr schnell durchkreuzt und boykottiert werden.
Folge: diese Aktionen mal eben nebenher kollidieren mit der restlichen Terminplanung des Tages, den feststehenden Arbeitszeiten, der Routine etc. Ihr Ablauf wird durcheinander gebracht.
Ich müsste schon längst wieder bei der Arbeit sein …!
Wahrscheinlich haben sich die Kollegen schon gemeldet. Ihr Handy zeigt diverse SMS, Mails und Anrufe in Abwesenheit an. Nachdem Sie endlich mit schon leicht erhöhtem Blutdruck zurückgekehrt sind, lässt sich das eigentliche Pensum so nicht mehr schaffen. Der Blick wandert ständig zur Uhr, die Unruhe wächst und mit ihr kommen Anspannung, Verspannung. Kopfschmerzen, mangelnde Konzentration. Die Laune ist auf dem Nullpunkt.
Es schließt sich der hektische Versuch an, die verlorene Zeit einzuholen, doch nüchtern betrachtet, gestaltet sich die Restarbeitszeit an diesem Tag vergleichsweise unproduktiv. Für effizienteres Tun und Handeln ist der Mensch zu erledigt. Von seinen Erledigungen …
Noch ein Wort zur verlorenen Zeit: Dadurch, dass wir sie als solche betrachten, sinkt in unseren Augen der ohnehin nicht sehr hohe Wert, den wir unserer Erledigungstätigkeit beimessen, erneut. Ins Unterirdische. Von Lust auf zukünftige derartige Erledigungen kann man kaum noch sprechen. Ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, dass sie vielen mittlerweile ziemlich bevorstehen. Manch einer schiebt sie daraufhin ewig vor sich her, solange, bis es sich nicht mehr hinauszögern lässt. Aus der Not heraus startet irgendwann die geballte Aktion, wahrscheinlich wieder mit dem genialen Plan:
Mach ich nebenher … Passt schon.
Möglicherweise sind Ihnen solche Geballt-in-letzter-Minute-Erlediger bereits begegnet. Es sind häufig Mitmenschen, die überall zuerst drankommen möchten, in Kassenschlangen leicht ausrasten oder die Mitleidsmasche anwenden.
Kann ich vor? Ich habe es fürchterlich eilig … Schon haben sie sich dazwischen gequetscht.
Falls sich jemand querstellt, ist die Reaktion anklagend:
Nicht? Wieso das denn? Also, SIE haben bestimmt alle Zeit der Welt, da hätte ich doch ein bisschen mehr Entgegenkommen erwartet …!
Es gibt die, die hoffen, Termine von heute auf morgen zu ergattern oder annehmen, dass das Bezirksamt ihr Formular für den neuen Personalausweis sicher auch noch gegen 22 Uhr bearbeitet.
Ach, Sie haben nur bis 16 Uhr auf …? Unmöglich ist das, unmöglich!
Weiterhin die, die schnell lospöbeln, wenn im Geschäft das Gewünschte nicht bei Eintreten vorrätig ist, die,  die häufig unvorbereitet loshechten und unterwegs sehr uncharmant reagieren, wenn so ein unverschämter Depp bei Kaufvertragsabschluss doch glatt ihren Ausweis verlangt, der selbstverständlich alleine zu Hause geblieben ist …
Doch genug davon.

Was hat das jetzt eigentlich alles mit dem schönen Teichbild von oben zu tun?
War das Ihr Gedanke?
Ich habe es mir so gedacht: Persönlich ziehe ich es vor, meine Erledigungen unter anderen und entspannteren Umständen zu machen. In der Vergangenheit war es mir durchaus auch einen Urlaubstag wert. Das ist keine für jeden zutreffende Lösung, keine allgemeingültige und unumstrittene  Empfehlung, sondern etwas, was jeder für sich entscheiden muss.
Was ist es mir persönlich wert, wenn ich Dinge, die getan werden müssen, effektiv und zugleich in Ruhe erledigen kann?
Vielleicht taucht die Frage auf:
Aber dafür gleich einen Urlaubstag wegwerfen …?
Auch dies ist Einstellungssache. Nur, was nützt es einem, die Tage für einmal im Jahr groß in den Urlaub zu sammeln, aber bis dahin entweder alles wie Ballast vor sich herzuschieben oder in ständiger Zeitnot zu erledigen und infolgedessen geschlaucht und missgelaunt zu sein?
Will ich mir selbst diese Stresssituationen schaffen?

So ein „geopferter“ Urlaubstag ist doch nicht zwangsläufig weggeworfen oder verplempert!

Einen solchen Erledigungstag der anderen Art,  gönnte ich mir in der zurückliegenden Woche. Wie so häufig im Leben,  ist es die Ausgewogenheit, die bewirkt, dass der so negative Touch der als unliebsam und aufgezwungen empfundene Tätigkeiten  vielleicht nicht ganz genommen, aber zumindest abgemildert werden kann, indem ich Dinge zulasse und beisteuere, die mir persönlich behagen, die als schön und positiv empfunden werden. Ich erziele eine Balance durch die Kombination von Müssen und Wollen. Bildlich gesprochen, hocke ich nicht in der am Boden aufsitzenden Müssen-Waagschale, sondern winke durch mein eingebrachtes Gegengewicht munter aus luftiger Höhe. Mein Pflichtprogramm wird um die Kür erweitert.
Während Erledigungen und Arbeit eindeutig nicht recht harmonieren, verstehen sich Pflichterledigungen und Küreinlagen  ausgezeichnet!

Mein Erledigungstag sah daher so aus (und nun kommen die Bilder zum Einsatz):

Pflicht: 1
Termin Werkstatt. Auto morgens abgeliefert.
Kür:

Wandsbeker Mühlenteich morgens bei Bewölkung (April)

Der Mühlenteich am Morgen …

Ausgedehnter Spaziergang danach um acht Uhr morgens rund um den Mühlenteich. Schöne Stimmung. Es ist bewölkt, aber trocken. Ruhig, trotz angrenzender Straßen. Die Enten schlafen um diese Zeit noch.

Morgens um acht - Die Herren Erpel schlafen noch ... (Wandsbeker Mühlenteich)

Morgens um acht – Die Herren Erpel schlafen noch …

Ich bin präpariert und habe getrocknetes Brot zum Verfüttern bei mir. In die Gewässer darf es nicht geworfen werden, aber man kann schließlich auch an Land füttern. Beim Rascheln der Tüte wachen die Kollegen prompt auf und nähern sich neugierig.

Sofort aufgewacht beim Rascheln der Brottüte ... (Mühlenteich in Wandsbek)

Sofort aufgewacht beim Rascheln der Brottüte … Na, gibt’s jetzt was …?

Die ersten Krumen sind verteilt. Das war der Startschuss: sie strömen heran.
Ist das nicht merkwürdig? Nur Erpel! Jedenfalls was die Entenbevölkerung angeht. Sitzen die Damen eventuell auf Gelegen und brüten?

Es strömt heran. Das hungrige Vogelvolk ... Frühstück! (Wandsbeker Mühlenteich)

Es strömt heran. Das hungrige Vogelvolk … Frühstück! (Wandsbeker Mühlenteich)

Ansonsten frühstücken noch eine Graugans und ein Teichhuhn mit.
Das Interesse der Vögel lässt schlagartig nach, als mein Vorrat aufgebraucht ist …

Pflicht: 2
Zwei weitere Termine im Umkreis bis zum frühen Mittag, anschließend Bankangelegenheiten
Kür:
Stippvisite auf dem Wochenmarkt mit seinen vielen Blumenständen und meinem langjährigen Baumschulgärtner.

Wandsbek Quarrée - Wochenmarkt mit Blumenhändlern - April 2012

Wandsbek Quarrée – Wochenmarkt

In einer Wohnstraße am Wochenmarkt sitzt auch sie: die Gitarrenspielerin

Gitarrenspielerin nahe Wochenmarkt Wandsbek Quarrée

Gitarrenspielerin …

Cappuccino im Eiscafé Giovanni L (EKZ Wandsbek Quarrée). Treffe dort unvermutet gute Bekannte mit ihrer Chihuahua-Mix Hündin. Hündin und ich sind dicke Freunde.

Meine Hundefreundin ...

Meine Hundefreundin …

Nächstes Ziel ist das Finanzamt. Auf sehr nettem (Um-)Weg erreicht. Vorher beim Schimmelmann-Mausoleum (hinter der Christus-Kirche) vorbeigeschaut. Dort befindet sich ebenfalls der historische Friedhof. Der Dichter Matthias Claudius sowie seine Frau haben hier ihren Platz, und es stehen sogar frische Blumen dort.

Schimmelmann-Mausoleum (Hamburg Wandsbek)

Das Schimmelmann-Mausoleum ist eine klassizistische Grabkapelle für Heinrich Carl Graf von Schimmelmann. Neben aller anderen Verdienste nicht ganz unumstritten der Mann, da er auch mit Sklavenhandel zu tun hatte.

Der historische Friedhof an der Christuskirche (Wandsbek-Markt) mit den Kreuzen von Matthias Claudius und seiner Frau

Historischer Friedhof an der Christuskirche. Frische Blumen für Matthias Claudius …

Danach plötzlich ein Privatkonzert!

Amsel gibt Privatkonzert an der Christuskirche Wandsbek

Privatkonzert von einer nur etwa 2m entfernt sitzenden Amsel …

Pflicht: 3
Finanzamt Wandsbek
Kür:
Nach dem Termin in unmittelbarer Nähe diesen kunstvoll gestalteten Verteilerkasten entdeckt. Ihn ziert das Wandsbeker Schloss, welches leider nicht mehr existiert (es wurde 1861 abgerissen). Ich habe dieses Foto bereits auf Facebook/Twitter gepostet, ergänze es dennoch hier für die zahlreichen Blogleser. Das Motiv wurde von 08SCHULZEDESIGN.de umgesetzt. Mir gefällt es, wenn das Aussehen von relativ unattraktiven Gegenständen so positiv verändert wird und zudem Bezug zur Umgebung hat.

Von 08SCHULZEDESIGN.de  gestalteter Verteilerkasten - Motiv: das frühere Wandsbeker Schloss (wurde bereits 1861 abgerissen)

Verteilerkasten mit Wandsbeker Schloss, links daneben auf dem kleinen Kasten noch eine ergänzende Karte. Gestaltung: 08SCHULZEDESIGN.de

Durch einen Teil des Wandsbeker Gehölzes nach Hause gewandert und dabei neugierig geschaut, was hier im Unterholz momentan blüht oder herumliegt.

Wandsbeker Gehölz im April

Wandsbeker Gehölz im April – es wird langsam aber sicher grün …

Gehölz Wandsbek - April - Scharbockskraut (Feigwurz Ranunculus ficaria)

Scharbockskraut (Feigwurz Ranunculus ficaria)

Gehölz Wandsbek - April - Buschwindröschen (Anemone nemorosa)

Buschwindröschen (Anemone nemorosa)

Wandsbeker Gehölz - grünliches Dreieck am Stamm  - Wanderweganzeige oder Fällurteil?

Grünliches Dreieck am Stamm – Wanderweganzeige oder Fällurteil?

Gehölz Wandsbek - April - Felsen ...?

Felsen?

Gehölz Wandsbek - April - kein Felsen, sondern die Restborke an einem gefällten Baum

Kein Felsen im Gehölz, sondern die Restborke an einem gefällten Baum

Pflicht: 4
(Hausarbeit, Schreibkram, Ablage erwähne ich nicht extra ;)
Auto wieder von der Werkstatt abholen (+ Einkäufe anschließend)
Kür:
Auch zum Abholen einen kleinen Umweg eingeplant, um wieder ein Stückchen entlang der Wandse zu gehen.

Wandselauf  (Hamburg-Wandsbek)

Wandselauf

Inzwischen ist die Sonne herausgekommen und bestrahlt den Mühlenteich, der morgens noch schlummerte. Die Graugänse ziehen ihre Kreise, die Erpel sind verschwunden.

Mühlenteich Wandsbek: Am sonnigen Nachmittag gehört der Teich den Graugänsen ...

Mühlenteich Wandsbek: Am sonnigen Nachmittag gehört der Teich den Graugänsen …

Graugans am Mühlenteich

Graugans am Mühlenteich

Pflicht: 5
Der Garten ruft. Schreit!
Kür:
Beschlossen, an diesem Restnachmittag nur Kleinigkeiten im Garten zu richten. Trotzdem noch zwei Stunden zufrieden gewerkelt, Sonne genossen, und mehr erledigt als gedacht. Freue mich über meinen ständigen Gast – ein Rotkehlchen, das auf Armlänge entfernt vor mir auf dem Boden sitzt. Emily erzählt viel, ganz zart und nur halblaut. Sie lässt sich auch von meinen Kommentaren (Echt? – Nein!) nicht aus dem Konzept bringen. Entferne ich Laubreste oder alte Staudenteile, hüpft sie noch näher heran, um das frisch freigelegte Erdreich nach Nahrung abzusuchen.

War wieder dabei: Emily, mein zutrauliches Rotkehlchen mit dem Erzähldrang ...

War wieder dabei: Emily, mein zutrauliches Rotkehlchen mit dem Erzähldrang …

Die Sonne verschwindet und kündigt das Ende eines Erledigungstages an …

Für mich bleibt das überaus positive Gefühl, etwas geschafft zu haben, diverse Punkte einer Liste abhaken zu können. Dazu gesellt sich Wohlbehagen, welches durch Bewegung, Sonne, frische Luft, Natur in der Stadt und ihren Sinneschmaus ausgelöst wurde. Keinerlei Stressanzeichen, lediglich angenehm körperlich ermüdet.
Es fehlt hingegen definitiv das bedauernde Gefühl, den Tag weggeworfen oder verplempert zu haben.

Könnten Sie sich mit dieser Art von Erledigungsbewältigung anfreunden? ;)
Heute habe ich versucht, für Sie eine ähnliche Ausgewogenheit hier im Blog zu schaffen. Möglicherweise haben Sie ja Gefallen gefunden an der Mischung aus Artikel lesen und entspannt Fotos anschauen.
Ansonsten wünsche ich Ihnen, dass Sie für sich einen Ihnen genehmen Weg entdecken, notwendige, unliebsame, lästige, manchmal mühsame Tätigkeiten relativ stressfrei zu erledigen.

Denn nur diese sollten erledigt sein – nicht Sie!

©April 2012 by Michèle Legrand

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