Beiträge getaggt mit Wandsbeker Winterzauber

Der Gloria-Rufer und andere Ereignisse …

Das interne Tauziehen um den Blogpost dieser Woche endete gestern mit einem Sieg für den Gloria-Rufer über den dritten Bodensee-Teil. Meersburg wäre es diesmal gewesen. Es kann rein gar nichts für seine Niederlage!  Zeitaufwand und Ruheerfordernis beim Fertigstellen sind für einen See-Serienteil höher – und genau an der verfügbaren Zeit hapert es im Moment. So erwartet Sie stattdessen im Verlauf einer kleinen, entspannten Sonntagnachmittagskaffeeplauderei ein Einblick in Vorkommnisse der zurückliegenden Tage.

Wissen Sie, es gibt immer wieder einmal so gar nicht recht zusammenpassen wollende Dinge. Aktionen, Bilder, Eindrücke, die gefühlt in der präsentierten Kombination irgendwie misslungen wirken. Falsch erscheinen.
In anderen Momenten entstehen unter Menschen komische bis leicht bizarre Situationen. Auf ihre Art ebenfalls leicht daneben … Nur falsch erscheinen sie deshalb nicht automatisch.
Und es gibt selbstverständlich im Leben die ganz besonderen Augenblicke! Die wirken dann wiederum vollkommen und goldrichtig.  Keine Spur von daneben …
Die letzte Woche hatte von allem etwas parat.

Sollen wir loslegen? Stichwort Handel und Weihnachten.
Verzichten wir einfach auf eine grundsätzliche Diskussion über den frühen Verkauf von Schokoweihnachts-männern, das Augustangebot an Lebkuchen, schmelzenden Dominosteinen und Konsorten, das enorm zeitige Dekorieren von Lichterketten, Weihnachtsgirlanden, Tannenbäumen etc. Das Ergebnis einer solchen Debatte ist nämlich sowieso von vornherein klar: Alle beklagen die Vorgehensweise des Handels, aber an dessen Verhalten ändert sich darum noch lange nichts.
Wo Profit lockt …
Sich nur aufzuregen bringt also nicht weiter. Der Ärger macht nur hässliche Falten. Ehrlicherweise müssten wir uns eingestehen, dass wir als Kunden nicht konsequent genug im eigenen Handeln sind. Wir ziehen nicht an einem Strang. Wir werden weich vorm Regal. Wir akzeptieren die Umstände zwar noch nicht, aber wir tolerieren sie. Wir meckern doch im Vergleich zu früheren Jahren mittlerweile bereits deutlich weniger, murren immer leiser, und irgendwann werden sie uns vermutlich komplett ruhig bekommen.
Die Gewöhnung macht’s. Steter Tropfen höhlt bekanntlich den Stein.
Ihre Urenkel werden später überhaupt nicht mehr nachvollziehen können, was Ihren Puls beim Thema Adventszeit und Septemberstollen einmal hat losrattern lassen.

Was mich allerdings erstaunt, ist, dass bisher kein Ende in Sicht scheint mit der immer weiteren Vorverlegung der früher auf die echten Adventswochen beschränkten Vorweihnachtszeit. Stattdessen wird Jahr um Jahr immer noch ein bisschen eher mit Lichtern, Folie, Glitzerzeugs und erschlagenden Mengen an Weihnachtsmännern und anderen Süßigkeiten die Lieblingssaison des Handels eingeläutet.
Glauben Sie mir, nur die Tatsache, dass inzwischen Halloween zum Glücksfall für die Wirtschaft geworden ist und bis zum Gehtnichtmehr als weitere Einnahmequelle ausgeschlachtet wird, beschert uns bis zum
1. November noch ein wenig Ruhe vor weihnachtlicher Dekoration. Dass liebreizende Engel, Weihnachtskugeln und Goldhaar mit Gerippen, fies grinsenden Kürbissen und Kunstblut nicht so harmonieren, ist wohl für hartgesottene Verkaufsstrategen eine bittere Erkenntnis.

Wenn ich von Dingen spreche, die für mich nicht zusammenpassen wollen, dann ist z. B. dieses Weihnachten
im Spätsommer gemeint. In meinem Stadtteil gibt es von jeher Weihnachtsbuden sowie eine besondere Beleuchtung entlang der Straße. Vor zehn Jahren entstand aus diversen ursprünglich an der Straße platzierten Buden ein richtiger, ein kompakter Weihnachtsmarkt an einem zentralen Platz.
Als man damals zunächst damit begann, klammheimlich an der weihnachtlichen Straßenbeleuchtung etwas zu verändern, gab es Proteste. Wegen des früheren Zeitpunkts, aber auch deshalb, weil es Verzicht bedeutete. Es war eine Abkehr von der Tradition! Es gab nämlich plötzlich keine herkömmliche Beleuchtung mit Stern- und Tannenzweigmotiv oder sonst einem weihnachtlichem Bezug, stattdessen bekamen sämtliche Straßenlampen große Acrylzylinder übergestülpt, in deren Säulen LED-Leuchten ein Licht in wechselnden Farben produzierten.
Was tat man, um die leidige Diskussion zu stoppen?
Man nannte es nicht mehr Weihnachtsbeleuchtung sondern Winterlicht.
Wen wundert es, im Laufe der Jahre setzte die Gewöhnung auch hier ein und ja, es sieht in der Dunkelheit attraktiv aus! Wesentlich schöner und freundlicher an einem kalten Abend als ohne bunte Beleuchtung!
Nur  – es verströmt keine weihnachtliche Atmosphäre mehr.

Der Weihnachtsmarkt mit seinen durch viele Lämpchen beleuchteten Holzhütten und der (unechten) Eisbahn, ist am Abend stimmungsvoll, nur machte auch er eine seltsame Entwicklung durch.
Gab es in den Anfangszeiten noch diese besonderen Tage, Volkstrauertag und Totensonntag, jene Tage, die man abwartete, bevor buntes Licht, Trubel und das große Geschäft im Advent begann, erfolgte der Startschuss für diese Aktionen immer früher im November. Natürlich wurde Protest laut!
Kann man doch nicht machen! Geht gar nicht! Vorweihnachtszeit ist erst im Advent!
Was tat man, um diese neue Diskussion zu ersticken?
Sie ahnen es. Man nannte es eben nicht mehr Weihnachtsmarkt, sondern Winterzauber. Der darf nun ohne Skrupel eher beginnen. Man gibt sich auf Organisatorenseite nun jeden November der leisen Hoffnung hin, dass es winterlich wird …

Der diesjährige Winterzauber wurde am 6. November, am Freitagmittag, eröffnet.  Keine Ahnung, warum am Mittag. Wesentlich mehr Atmosphäre würde am Abend bei Beleuchtung herrschen. Es hätten auch mehr Menschen Zeit und Gelegenheit teilzunehmen. Der Zulauf wäre entsprechend höher.
Wie auch immer, man kann sich nun stolz rühmen, den ersten Weihnachtsmarkt in ganz Hamburg zu haben, der in dieser Saison seine Tore öffnet. Moment! Weihnachtsmarkt?
Ertappt! Es ist doch nur pro forma ein Winterzauber! Reine Verschleierungstaktik.

Das Wetter fällt gerade wieder gnadenlos in den Rücken. Das Thermometer zeigte am Freitag +16 °C an. Ein milder, sehr feiner Sprühregen benetzte die Haare der Ice Girls. Die Cheerleader-Truppe der Freezers tanzte aus Anlass der Winterzauber-Eröffnung in ihren bauchfreien Trikots auf der Like-Ice-Fläche. Spätsommergefühle machten sich breit, und die wenigen Gäste, die dort außer geladener Presse (Fotografen) sowie prominenten und eher unbekannten Eröffnungsmitwirkenden erschienen waren, wären mit einem kühlen Cocktail anstelle des Glühweins vermutlich glücklicher gewesen. Bei Vogelgezwitscher zeigte sich der Herbst von seiner milden Seite.
Winterzauber! Pustekuchen! Tja, so läuft es halt, wenn man kurz nach dem Abbau des Oktoberfestzelts schon wieder die Weihnachtsbuden errichtet!
Nichtsdestotrotz ist die Existenz des Weihnachtsmarkts grundsätzlich absolut begrüßenswert, und natürlich ist es eine schöne Einrichtung für Wandsbek – sobald die richtige Zeit gekommen ist!

Worüber sprachen wir noch? Komische, bizarre Situationen erwähnte ich anfangs!
Ich empfand eine als solche.
Irgendwann in diesen Tagen befand ich mich auf einem belebten Gehweg in meinem Viertel. Lief dort nichtsahnend. Nach einer Weile hörte ich ein Stück weit hinter mir jemanden rufen.
„Gloria!“
Was macht man, wenn man einen fremden Namen hört? Richtig, gar nichts. Man geht weiter und achtet nicht näher darauf. Das Rufen wiederholte sich allerdings mehrfach.
„Gloria!“
Mensch, hoffentlich hat er sie bald eingeholt! Oder sie bemerkt ihn endlich und bleibt stehen!
So oder ähnlich ging es mir durch den Kopf. Die männliche Stimme klang inzwischen durchdringend laut und zunehmend ungeduldig. Es fiel mir schwer, das Gebrüll weiter zu ignorieren.
„Gloria! Jetzt warte doch mal!“
Die energische Stimme ertönte diesmal direkt hinter mir, und einen kleinen Moment später tippten mir zwei Finger auf die Schulter. Ich drehte mich erstaunt um.
Der Gloria-Rufer in den Vierzigern schaute verdutzt.
„Oh, du … Sie sind es ja gar nicht!“
„Nein.“
„Sie sehen aber von hinten wirklich genauso aus!“
„Aha …“
„Überhaupt sind Sie sich ähnlich. Sie sind verwandt, oder?“
„Nein, bin ich nicht.“
„Nicht? Sie kennen Gloria gar nicht?“
„Nein!“
„Ach, das ist aber schade!“
Ich war verblüfft über diese fast schon wehmütige Feststellung. So fragte ich zurück:
„Kennen Sie Jonas?“
Welchen Jonas denn?“
(Ach, kannte er zwei?)
„Den anderen …“, erwiderte ich ernsthaft.
„Also ich kenne gar keinen Jonas …“, stammelte er.
Ich hatte den Mann heillos verwirrt. Mein Mitgefühl erwachte, ein minimal schlechtes Gewissen meldete sich kurz darauf. Außerdem musste ich lachen, was eine weiterhin ernste Miene und ein Fortsetzen der kleinen Veräppelei verhinderte.
„Schauen Sie, ich kenne keine Gloria, Sie keinen Jonas. Es schadet uns jetzt aber nicht so dermaßen, oder?“
Keine Antwort. Die Überlegung dazu war offenbar noch nicht abgeschlossen.
„Tja, ich muss weiter. Sie sehen übrigens ein bisschen aus wie Peter.
Peter?“
„Ja. Von hinten. Kennen Sie Peter nicht?“
Er begriff und grinste nun ebenfalls.
(Reitet Sie auch manchmal so ein kleines Teufelchen?)

Ich bin weitergegangen und musste spontan an eine andere Begebenheit denken. Damals hatte sich in einer Schlange ein etwas älterer Herr zu mir gesellt, der nicht aufschaute, mir dafür aber eine ganze Weile etwas erzählte, weil er dachte, er stünde neben seiner Frau. Ich ließ ihn gewähren. Seine Gemahlin befand sich inzwischen drei Leute weiter vorne, was mir klar wurde, als sie sich irgendwann suchend nach ihrem Angetrauten umdrehte. Sie entdeckte ihn, wirkte irritiert und unterzog mich anschließend mittels kritischem Blick einer sehr genauen Prüfung.
Ich zog leicht die Schultern hoch, was meine Unschuld und leichte Hilflosigkeit demonstrieren sollte.
„Bernd, mit wem unterhältst du dich denn …?“, schallte es pikiert hinüber.
Beim Klang ihrer Stimme schaute er endlich auf. Blickte zunächst sie an. Dann mich. Mit der Erkenntnis kam postwendend eine überaus frische Gesichtsfarbe …
Das soll Männern und selbst Frauen gar nicht so selten passieren, wenn sie pärchenweise unterwegs sind! Der eine schaut hier, der andere hält dort, einer läuft unbeirrt weiter, der andere jedoch bremst oder biegt ab und irgendwann läuft man einem Fremden nach oder steht unbemerkt neben einem neuen Partner und unterhält sich angelegentlich – zumindest, bis der Irrtum auffliegt.
Ich sag’s Ihnen: Sie können unterwegs echt was erleben!

Eines möchte ich Ihnen heute am Schluss gern noch in eigener Sache mitteilen. Am Montag habe ich nichts Verrücktes, nichts Bizarres, aber dafür etwas Unvergleichliches erlebt. An dem Tag kam meine kleine Enkelin zur Welt. Eine wundervolles Menschenkind …
Im Gegensatz zu Gloria kenne ich sie. Darüber hinaus ist sie tatsächlich mit mir verwandt! Vielleicht ist sie mir sogar in irgendeinem Punkt ähnlich?
Jetzt. Später. Innerlich? Äußerlich?
Also von hinten ganz bestimmt!

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© by Michèle Legrand, November 2015
Michele Legrand - freie Autorin - Blog Michele. Gedanken(spruenge)

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25 Kommentare

Den „Wandsbeker Winterzauber“ hier einmal als Beispiel genommen: Was braucht es, um Zauber zu entfalten?

Wandsbeker Winterzauber 2012  - Abteilung Süßes direkt am Abgang zur U-Bahn

Wandsbeker Winterzauber 2012 – Abteilung Süßes direkt am Abgang zur U-Bahn

Er ist gut gemacht … Doch … Nein, wirklich! … Nur …

Genau dieses zögerliche Beurteilen ist heute an der Reihe. Warum gefallen einem Dinge, die vordergründig reizvoll sind, auf einmal nicht so richtig?
Warum scheint es ihnen an Ausstrahlung zu fehlen? Wo versteckt sich ihr angekündigter Zauber? Gibt es ihn? Ist man nur blind oder zu verwöhnt?

Vorweg: Mir liegt es fern, Sie zu verwirren! Es geht im Endeffekt zu einem großen Teil um den Wandsbeker Winterzauber. Und ich bin durchaus pro eingestellt! Doch es geht nicht um ihn ausschließlich!
Ich möchte ihn heute vielmehr als Beispiel nutzen, um die Fragen oben – aber auch andere – ein wenig zu beleuchten. Es gibt folglich eine kleine Anlaufkurve auf dem Weg zum Winterzauber, und wer nur Eindrücke von vor Ort sucht, der scrolle doch bitte einfach zu den Fotos weiter und achte auf die hinweisenden Zwischenüberschriften.
Alle anderen, die mit mir ein paar Gedanken austauschen möchten, bleiben bitte an meiner Seite.

Zauber und zauberhaft
Wann und ob wir etwas als zauberhaft empfinden, hängt nicht allein von dem Hauptbestandteil einer Sache ab.
Ein Beispiel:
Angenommen, Sie würden Ihren Sommerurlaub am Nord- oder Ostseestrand verbringen. Was brauchen Sie, was ist wichtig?
Man könnte denken, der maßgebliche Hauptbestandteil wäre der Urlaub. Gut, Sie müssen frei bekommen, aber ansonsten? War es das?
Nein? Was dann?
Der Ort?
Für den Zauber spielt auch er nicht die alles entscheidende Rolle.
Doch wann ist die Chance am größten, dass Sie von einem idealen Urlaubsort, einem Traumstrand, von einem rundherum zauberhaften Sommerurlaub schwärmen würden? Und das selbst angesichts der Tatsache, dass es eigentlich ein kleines, unscheinbares Kaff ist – ebenso der Strand und alles andere wirklich durchschnittlich, unauffällig. Nicht weltbewegend oder aufregend.
Richtig! Wenn Sie für Ihren Sommerurlaub auch die Sommermonate wählen und Sie dabei entsprechendes Sommerwetter genießen!
Wenn es warm ist, die Sonne Ihre Nase kitzelt, Sie barfuß mit den Zehen den feinen Sand am Strand umgraben, sich leicht nach Luft schnappend (das Wasser ist halt doch etwas frisch) in die Fluten stürzen, Sie aufgrund der herrschenden Hitze den Speiseeis- respektive Mineralwasserabsatz ankurbeln und wenn Sie Ihren Strandkorb als Sonnen- und nicht als Regen- oder Kälteschutz benutzen.
All das hebt ihre Stimmung, schafft eine schöne Atmosphäre und lässt Sie positiv bewerten. Selbst wenn Ihnen ein Urlaubstag dazwischen nicht alles erfüllen kann, bleibt die positive Einstellung erhalten.

Nehmen Sie bitte außerdem an, Sie durchquerten auf dem Heimweg von der Ostsee Hamburg, pausierten und spielten mit dem Gedanken, sich die legendäre Reeperbahn anzusehen.
Wann ist hier die Chance am größten, dass Sie Atmosphäre spüren, die Luft ein bisschen knistert und Sie die bunten Leuchtreklamen beeindrucken? –
Also die Leuchtreklamen Sie, nicht Sie die Leuchtreklamen …
Richtig! Höchstwahrscheinlich abends, nachts – auf jeden Fall bei Dunkelheit!
Da entfaltet sich auf einmal der Zauber.

Und Ihre Weihnachtsdekoration?
Die kilometerlangen Lichterketten, beleuchteten Elche und Schlitten? Der sich abseilende Weihnachtsmann mit Lichtschlauch, der an Ihrem Balkon baumelt? Die Fensterbilder?
Wann wirken die?
Am Tag, wenn Sie den ganzen Kabelsalat und sonstiges Plastik sehen?
Falsch!
Richtig ist, auch hier warten Sie auf den Moment, in dem das Tageslicht sich verabschiedet und all die Lampen, Lichter und Kerzen die Vorherrschaft übernehmen, dafür sorgen, dass Ihre Umgebung gleich ganz anders wirkt.
Zauberhaft.

Was hat das alles mit dem Wandsbeker Winterzauber zu tun?
Mit ihm ist es im Grunde ganz genauso.  Auch bei ihm braucht es bestimmte Voraussetzungen, damit sich sein Zauber entfaltet. Es gilt dasselbe Prinzip.
Alles hat seine Zeit!

Die Entwicklung: Wandsbeker Winterzauber – das war doch früher …
Entwickelt hat sich der Wandsbeker Winterzauber aus dem ehemaligen, dem traditionellen Weihnachtsmarkt, der ursprünglich immer zur Adventszeit startete, wenn Volkstrauertag und Totensonntag hinter uns lagen, der Nebel trüber Novembertage vergessen war und alles langsam festlich wurde.
Sobald der Countdown lief, nämlich das Anzünden der Adventskerzen, öffnete der weihnachtliche Markt als Adventszeitbegleiter.
Nur mit jedem Jahr entdeckte die Wirtschaft (nicht nur in Wandsbek!) mehr und mehr, wie zauberhaft es wäre, wenn das Geschäft schon eher liefe, gierte, dass der Rubel früher rollte.
Die Dominosteine und Stollen tauchen jede Saison zeitiger auf. Irgendwann wird es sie zeitgleich mit den Osterhasen geben.
Die Glitzerbäume und Girlanden in den Läden entwickeln sich allmählich zum Halbjahresschmuck, lediglich kurzzeitig unterbrochen von baumelnden Valentinsherzchen, bunten Ostereiern oder Plastikkürbissen.
Anfangs waren die Proteste gewaltig, später immer noch erheblich und heute? Langsam haben wir uns offenbar daran gewöhnt und sind es einfach leid, uns ständig wieder aufzuregen. Der Boykott von Printen im September war vergebens, ebenso das Ignorieren des Stollens im Oktober. Hartnäckig wird die Ware weiterhin bei noch sommerlichen Temperaturen zu Pyramiden aufgestapelt, und irgendwann hat man uns weichgekocht.
Steter Tropfen höhlt den Stein.
Resignation.
Bringt ja doch nichts …
Ein letztes, halbherziges Murren über das Lametta, das einem im Oktober am Eingang durchs Gesicht wischt – Ende des Aufbäumens.

Dieses Verhalten ermuntert dummerweise gleich wieder den nächsten forschen Unternehmer dazu, sein Rentier noch einige Tage eher als im Vorjahr ins Fenster zu stellen.
Und sein Vorpreschen?
Seine Aktion ist Freibrief oder Startschuss für die Restlichen seiner Zunft!
Man sieht förmlich den Fingerzeig auf das schwarze Schaf und hört sie aufgeregt haspeln:
Der hat ja auch schon …! Wir hätten doch sonst nie!
Jedes Jahr wird wahrscheinlich einer auserwählt, der den Buhmann spielen darf. So wie die Tankstellen als Preisvorreiter sich auch ablösen …

Wir halten fest:
– alles beginnt immer eher
– der Handel macht ziemlich, was er will
– alles vermischt sich
– das Timing stimmt nicht mehr

Der Wandsbeker Winterzauber ist eine schöne Idee. Darüber gibt es keinen Zweifel, und ich möchte ihn, seine Existenz, überhaupt nicht in Frage stellen!
Ich stelle mir nur gelegentlich die Frage, was es oder er genau sein soll. Immer noch eine Art Weihnachtsmarkt in ausgedehnter Form unter Verzicht auf diese Bezeichnung, weil man sich wenig um die wirkliche Weihnachtszeit schert? Weil es sich so neutraler anhört, sich unbekümmert mehr dazumixen lässt? Stellt die neue Variante möglicherweise ein multifunktionales November-Dezember-Januar-Potpourri dar?
Oder kann man sich vielleicht nicht entscheiden? Möchte man möglichst von allem etwas haben und anbieten?
Ist es etwa so, dass man etwas anderes tun muss, um sich abzuheben? Um Publikum anzuziehen?
Was zieht denn Publikum an?

Der Wandsbeker Winterzauber speziell in diesem Jahr …
Es entstand wie im Vorjahr wieder eine Art Bergdorf aus Holzhütten, aufgebaut auf dem Wandsbeker Marktplatz, schön geschmückt, mit vielfältigem Angebot. Die abwechslungsreiche Verköstigung ist gesichert (in allen möglichen Varianten von süß bis deftig), es gibt zahlreiche kalte und heiße Getränke für fast jeden Geschmack, für Groß und Klein.

Es wird auch für Unterhaltung gesorgt, denn die etwa 400 qm große Schlittschuhbahn („Like-Ice“, umweltschonend) wurde erneut aufgebaut. Mit täglicher Disco on Ice ab 10.00 Uhr vormittags oder der Aktion After Work on Ice von Montag bis Freitag ab 17.00 Uhr.

Wandsbeker Winterzauber - Ein Blick auf die Like-Ice-Schlittschuhbahn mit dem abgeteilten Bereich fürs Curling. Links schließt sich die Panorama-Terrasse an.

Wandsbeker Winterzauber – Ein Blick auf die Like-Ice-Schlittschuhbahn mit dem abgeteilten Bereich fürs Curling. Links schließt sich die Panorama-Terrasse an.

Für die Kinder gibt es ein Kinderkarussell mit vielen Fahrzeugen sowie das Haus des Nikolaus. Sogar die Zahl der Buden wurden in diesem Jahr erhöht. Es gibt zusätzlich jeweils einen Stand mit Kerzen, Gewürzen, Mützen und eine Hütte mit etwas skurrilem Kunstgewerblichen.

Wandsbeker Winterzauber - Kinderkarussell - Blick Richtung ZOB Wandsbek

Wandsbeker Winterzauber – Kinderkarussell – Blick Richtung ZOB Wandsbek

Wandsbeker Winterzauber - Kinderkarussell

Wandsbeker Winterzauber – Kinderkarussell

Wandsbeker Winterzauber - Neu in diesem Jahr: Mr. Magorius Wunderladen mit teilweise recht skurrilen Dingen ...

Wandsbeker Winterzauber – Neu in diesem Jahr: Mr. Magorius Wunderladen mit teilweise recht skurrilen Dingen …

Ein weiteres großes Plus: Der von mir oft kritisierte Gestank durch die Räucherschwaden des sonst mitten auf dem Platz befindlichen Schwenkgrills wurde fast ausgeschaltet, indem die Schwenkbraterei  diesmal eine eigene Holzhütte am Ende des Platzes Richtung ZOB bekam.
(Dort hat er gefühlt jedoch weniger Kundschaft)

Wandsbeker Winterzauber - Die Schwenkbraterei mit dem Schwenkgrill erstmalig mit Hütte direkt am ZOB zu finden ...

Wandsbeker Winterzauber – Die Schwenkbraterei mit dem Schwenkgrill erstmalig mit Hütte direkt am ZOB zu finden …

Es gibt noch mehr hervorzuheben, vor allem die Kunst, alles besonders eindrucksvoll zu benennen.
Das ist freundlich gemeint, nicht gehässig!
Bekannt ist von früheren Veranstaltungen natürlich die Almhütte, in der ausgekühlte Winterzauber-Besucher einkehren und auftauen können.
Sie wird gut angenommen.

Wandsbeker Winterzauber - Am Abend füllt es sich - Die Almhütte

Wandsbeker Winterzauber – Am Abend füllt es sich – Die Almhütte

Seit letztem Jahr haben Sie als Besucher auch einen sagenhaften Rundblick. Wenn sie waghalsig ein bis zwei hölzerne Stufen nahe der Schlittschuhbahn erklimmen, sind Sie nämlich auf dem Unterdeck der sogenannten Panorama-Terrasse, die selbstverständlich auch ein Oberdeck hat!
Was können Sie da nicht alles sehen!
Wenn Fernsicht herrscht in den Wandsbeker Bergen …
Oder zumindest freie Sicht, denn meistens steht jemand neben Ihnen oder Sie sehen – dort wo sie stehen – nur in eine Richtung, da ein Hüttenaufbau Ihnen im Weg ist.
Sie haben somit ein halbhohes Teilpanorama.
Über weite, vereiste Felder … Nein, Korrektur, über die überschaubare „Like-Ice“- Schlittschuhbahn.
Ist aber auch schön!
Ich liebe nur diese Begriffe …

Wandsbeker Winterzauber - Ein Blick am Tage über den Platz Richtung EKZ QUARREE. Gut zu erkennen, die Panorama-Terrasse mit Unter- und Oberdeck.

Wandsbeker Winterzauber – Ein Blick am Tage über den Platz Richtung EKZ QUARREE. Gut zu erkennen, die Panorama-Terrasse mit Unter- und Oberdeck.

Wie läuft es beim Wandsbeker Winterzauber? Wie ist der Eindruck? Herrscht Andrang? Wie kommt der frühe Start an? Wer kommt zum Winterzauber?
Es startete mit einer schwungvollen Eröffnungsfeier am 09. November, zu dem u. a. hübsche Mädchen (die Ice Girls) auf der Eisfläche auftraten. Man bereitete sich und die Besucher auf ca. acht Wochen zauberhaften Winter vor.
Es sieht – besonders am Abend – sehr ansprechend aus. Und trotzdem …
Mein Weg führt quasi jeden Tag am Wandsbeker Marktplatz vorbei. Egal zu welcher Zeit, der Zulauf war anfangs eher zaghaft.
Wurde es besser?
Ich habe zwei Wochen mit meinem Blogpost gewartet, um einen besseren Eindruck zu bekommen . Ich bilde mir wirklich ein, der November kann bisher hinsichtlich des Besucheraufkommens als recht mau bezeichnet werden.

Woran mag es liegen?
Während der Errichtungsphase Ende Oktober hatten wir anfangs noch sehr milde Tage. Wer sich erinnert: Am 19. Oktober herrschten sommerliche Temperaturen, die höchsten im Oktober seit Aufzeichnung!

Wandsbeker Winterzauber - Der Wegweiser: Weihnachtsmann mit Laden im unteren Bereich

Wandsbeker Winterzauber – Der Wegweiser: Weihnachtsmann mit Laden im unteren Bereich

So wurde hier und da Protest laut über die extrem frühen Aufbauaktionen und vor allem das arg verfrühte Auftauchen des meterhoch gen Himmel ragenden Riesenweihnachtsmannes, der mittlerweile zum ständigen Wahrzeichen des Winterzaubers erkoren wurde und – sehr nützlich – den Besuchern schon von weitem den Weg weist.
Was alle empfinden, nämlich, dass Weihnachtsdekoration im Oktober verfrüht ist und sich einfach noch kein Christmas-Feeling einstellt, dieses Empfinden tritt beim Anblick des eindeutigen Weihnachtssymbols besonders zu Tage. Während Lichterketten bereitwillig toleriert werden, wurde über diesen bärtigen Genossen im roten Mantel wirklich gemurrt!
Die Folge: er bekam kurzerhand für die restlichen Tage bis zur Eröffnung eine weiße Hülle über sein Haupt gestülpt …

Die überschaubare Anzahl von Schlittschuhläufern, insbesondere Kindern, hängt weniger mit der aus Kunststoff nachempfundenen Eisfläche zusammen (die immer noch nicht alle mögen), als vielmehr damit, dass durch die langen Unterrichtszeiten in den Schulen, heute fast gar kein schulpflichtiges Kind mehr am frühen Nachmittag zum Laufen kommen kann. Sie haben als Schlupfloch die Zeit zwischen Schulende und Dunkelheit und verlegen ihre Aktivitäten häufig auf das Wochenende. Ausnahmen bilden Klassen, die dort gemeinsam einen Besuch planen – während der Unterrichtszeit. Doch das ist nicht der Regelfall.

Bisher nutzen auch relativ wenige Erwachsene das Eisvergnügen. Ich sehe eher ab und zu Besucher, die Curling spielen, als welche, die sich Schlittschuhe umschnallen. Wenn, dann sind es Väter oder Mütter in Begleitung ihres jüngeren Nachwuchses.

Man sieht weiterhin extrem wenig ältere Menschen dort verweilen. Wenn ich jemanden begegne und frage, wie es ihm gefällt, folgt als Reaktion der Hinweis, dass die Bänke fehlen. Sie sind nicht zugänglich im Moment.  Und man fühle sich etwas fehl am Platz. Es wäre ja sonst keiner da (in dem Alter). Man ginge einmal hin und zurück – das war es. Und abends spät schon gar nicht …

Gegen Abend und am Wochenende wird es belebter. Gut besucht sind dann die Stände mit Getränken und Essbarem. Das Angebot wird gern angenommen, der Marktplatz ist zudem um diese Zeit Treff für Freunde oder Bekannte. Grüppchenbildung ist zu erkennen.

Warum trotzdem das Gefühl, früher war mehr? Mehr Flair, mehr Seele, mehr Leute!
Mir kommt es fast vor, als würde die Tatsache, dass der Winterzauber über so viele Wochen läuft, nicht wenige Menschen davon abhalten, sofort hinzugehen.
Es ist ja noch viel Zeit …

Für die Veranstalter werden sicher viele Argumente eine Rolle gespielt haben oder der Auslöser gewesen sein, sich für diese Dauer zu entscheiden – abgesehen von dem Wunsch, das Weihnachtsgeschäft zu verlängern.
Einige Vermutungen:
Der Aufwand (Aufbau!) muss sich lohnen. Je länger etwas genutzt werden kann, desto besser rechnet es sich. Es wird profitabler.
Nur richtig profitabel wird es erst dann, wenn es auch genutzt wird …
Die Bevölkerung soll länger eine Attraktion vorfinden, länger ihr Vergnügen haben.
Nur über eine Dauer von gut acht Wochen ist auch hier zu bedenken, dass Menschen sich dann gern bereits wieder langweilen – wenn nicht immer neue kleine Highlights den weiteren Ablauf begleiten.
Wir schaffen schon im November ein Programm! Ein Kontrastprogramm zu den traurigen Tagen. Zur Ablenkung. Gegen das trübe Wetter, gegen den Hang zu Depressionen, etc. …
Sollte dies zutreffen, so ist es äußerst löblich. Es erfordert allerdings auch ein wirkliches Programm neben dem Hinstellen und acht Wochen später wieder Abbauen von Dingen. Und es gibt eine Sache, die nicht unterschätzt werden darf, die immer wieder enormen Einfluss darauf hat, ob etwas eher als Erfolg oder Nichterfolg wahrgenommen wir – und zwar unabhängig davon, wie sorgfältig und einfaltsreich die sonstige Planung verlief:
Man wird immense Schwierigkeiten haben, für konstante Zufriedenheit zu sorgen, wenn ein Event unter einem Namen an den Mann gebracht wird, der schwer halten kann, was er verspricht.
Winterzauber!
Erinnern Sie sich an den Anfang des Blogposts?
Den gelungenen Sommerurlaub?
So wie Sie dort Sonne und Wärme brauchen und beides im Zusammenhang mit dem Begriff Sommer erwarten, so sieht ihre Hoffnung auch aus, wenn Sie zum Winterzauber gehen.
Es soll gefälligst Winter sein!
Genau davon hängt letztlich der Zulauf ab. Solange der Umstand nicht eintritt, kann sich der Zauber nicht erfüllen.
„Zum Winterzauber gehe ich erst, wenn Winter ist!“
Das sagte mir mehr als nur einer, und das Verhalten der Menschen ist tatsächlich entsprechend!
Sobald die Temperaturen sinken, der Himmel klar wird, die Sonne sich durchmogelt – schon sind sie da.
Zeigen sich zusätzlich leise rieselnde Schneeflocken, nähert sich Weihnachten wirklich, ist die Zeit gefühlt reif für Weihnachtslieder aus quäkenden Lautsprechern … ja, dann beginnt in der Tat der Winterzauber.

Nun ist selbst der beste Veranstalter nicht in der Lage, das Wetter zu beeinflussen. Er kann nur bestmöglich planen.
Er muss grundsätzlich von den schlechtesten Bedingungen ausgehen und Möglichkeiten schaffen, sich beispielsweise vor schlechter Witterung zu schützen. Missliches Wetter darf den Besucher nicht von vornherein davon abhalten zu kommen!
Beim Winterzauber hat man (im Gegensatz zum Sommerevent) daran gedacht – die Möglichkeiten sind gegeben.
Er sollte ebenfalls über ein Bündel an Alternativen nachdenken, Programmpunkte berücksichtigen, die selbst bei trübem Wetter, Regen und Matsch machbar sind und nicht etwa buchstäblich ins Wasser fallen.
Vielleicht ließen sich Aktivitäten einbauen, die in den Hütten (vorhandenen wie z. B. der Almhütte oder auch einer zusätzlichen) ausgeführt werden können. Spiele, Quiz-Runden, Lesungen/Märchenstunde, Kinderstunde/Malen, Kaffeezeit für Ältere, Podium für junge Künstler, Themenabende u. v. m.
Ich höre schon die Proteste:
Ja, aber die Kosten!
Kosten entstehen auch, wenn keiner kommt!
Man kann nicht nur etwas hinstellen. Es muss auch mit Leben erfüllt werden!

Fazit:
Wir haben in Wandsbek eine im Prinzip schöne Veranstaltung, die den sonst leeren Marktplatz in der etwas trostlosen Jahreszeit bunter und freundlicher wirken lässt, die Menschen anzieht. Ein Angebot, das auf seine Art besonders ist, weil es nicht überall mitten in der Stadt ein Hüttendorf mit der Möglichkeit zum Eislaufen gibt!
Aber:
Selbst wenn die Like-Ice-Schlittschuhbahn aufgrund ihrer Beschaffenheit umweltschonend und nicht wetterabhängig ist – das Event ist es (wie auch der Beachclub im Sommer!) sehr wohl!
Wer als Veranstalter einen derart frühen Start plant, ist nicht immer gut beraten! Weder wenn er versucht, Weihnachten künstlich vorzuziehen, noch wenn er die Adventszeit nach eigenem Gutdünken wie Kaugummi in die Länge zieht.
Nicht immer ist es sinnvoll, zwei derart grundverschiedene Monate wie November und Dezember  (Trauer/Gedenken und Weihnachtsvorfreude)  in einem Aufwasch zu behandeln und abhaken zu wollen.
Wer überdies so früh vor Ort ist, muss mit ungünstiger Witterung rechnen. November ist kontinuierlich der Monat der Nässe, des Nebels, der Trübheit. Es ist keine nicht zu ahnende Ausnahme!
Das Risiko des Nichtübereinstimmens der Erwartungen mit den tatsächlichen Gegebenheiten erhöht sich eklatant, wenn einfach die Jahreszeit eigenmächtig umbenannt wird.
So enttäuscht, wie sie über Nicht-Sommer während ihres Strandurlaubs wären, so ernüchtert reagieren Sie auch auf Nicht-Winter beim Winterzauber.
Werden ganz gezielt und konkret Vorstellungen durch Ankündigungen und Bezeichnungen vermittelt, die ein ganz bestimmtes Bild vorzeichnen und dieses sich danach nicht erfüllt oder bestätigt, produziert es Enttäuschung – trotz vieler positiver Aspekte!

Was tun?
Da Sie wenig Einfluss auf das Wetter oder  die Planung nehmen können und zudem das Empfinden – das ist mir durchaus bewusst – subjektiv ist, geht es Ihnen so wie bei einem verregneten Sommerurlaub. Da hilft Ihnen auch kein Klagen.  Es liegt immer in Ihrer Hand, was Sie dennoch daraus machen. Ob Sie es weiterhin als faulen Zauber empfinden oder als trotzdem zauberhaft – nur auf eine völlig andere Art.

Wissen Sie was?
Warten Sie nur noch auf einen knackig kalten Tag (im Moment sieht es doch schon gut aus!), hüllen Sie sich in ihre Winterjacke, ziehen die Kapuze hoch und wickeln den Schal dreimal um den Hals.
Gehen Sie los, besuchen Sie den Wandsbeker Winterzauber, gönnen Sie sich einen heißen Kakao, Kaffee, Glühwein –  oder wonach immer Ihnen ist!
Schnappen Sie sich doch ein Kind dazu (eigenen Nachwuchs oder suchen Sie sich ein bis vier freiwillige Leihkinder aus der Verwandt- oder Bekanntschaft) und dann veranstalten Sie Ihren eigenen, persönlichen, lebendigen Zauber.
Treffen Sie sich mit anderen! Verabreden Sie sich!
Überhaupt: Gehen Sie auch einmal abends, wenn die ganze Illumination ihren eigenen Reiz hat.
Oder schnallen Sie sich selbst die Schlittschuhe an! Und reicht Ihnen der Anblick des Kunstbodens nicht zur Verzauberung, dann schauen Sie eben auf die Lichter-Bäumchen am Eisflächenrand mit ihren tausenden, leuchtenden LED-Lampen.
Winken Sie jemandem hoch oben auf der Panorama-Terrasse zu, äußern Sie Ihre Bewunderung über die  Schwindelfreiheit  und spielen Sie miteinander Unterhaltung mit Echo!
Es gibt so viele Möglichkeiten!

Wann kommen Sie?

Sie haben noch bis zum 06. Januar 2013 Zeit. Die Chancen stehen gut, dass Ihnen bis dahin auch das nötige Winterfeeling beschert wird.
Familientag ist jeden Mittwoch von 10-18 Uhr (ermäßigte Preise bei der Eisbahn und am Karussell), die Ladies‘ Night montags von 18-22 Uhr (halber Preis an der Schlittschuhbahn sowie halber Preis für den ersten Glühwein).

Viel Spaß in Wandsbek!

Weitere Fotos vom Vorjahr (Fast identischer Aufbau der „Bergdorfes“) finden Sie in diesem Artikel:
https://michelelegrand.wordpress.com/2011/11/11/nun-aber-richtig-der-wandsbeker-winterzauber-ist-eroffnet/

©November 2012 by Michèle Legrand

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4 Kommentare

Nun aber richtig: Der Wandsbeker Winterzauber ist eröffnet!

11. November 2011 – Wo anderenorts der Remembrance Day gefeiert wird (Commonwealth Länder), findet bei uns in Teilen der Republik an diesem speziellen Datum etwas völlig anderes statt –  man startet die Karnevalssaison und läutet die fünfte Jahreszeit ein.
Da wir Nordlichter uns damit allerdings immer noch fürchterlich schwer tun, jedoch auch so gerne etwas einläuten möchten, fand heute – quasi als Ersatz –  in meinem Bezirk in Hamburg um genau 11.11 Uhr die Eröffnung des Winterzaubers 2011 statt. Seine Pforten bleiben einige Wochen geöffnet und schließen sich erst wieder nach dem 08. Januar 2012.

Via Twitter und Facebook habe ich bereits ein bisschen vom Aufbau der Hütten und der Vorbereitung der Eisbahn berichtet. Das eine oder andere Foto ist dort auch zu finden. Nun sind nicht alle daran Interessierten auch gleichzeitig in den genannten sozialen Netzwerken unterwegs, daher greife ich dieses Thema zusätzlich im Blog auf.
Seit inzwischen immerhin sechs Jahren werden auf dem Wandsbeker Marktplatz (Freifläche am ZOB) im November Vorkehrungen getroffen, damit rechtzeitig zu Beginn der Adventszeit – gelegentlich auch etwas eher – der Weihnachtsmarkt starten kann.

Die Freifläche im Sommer (die bunten Stahltore waren nur kurz zu Gast)

Ein zentraler Bereich hier rund um die Wandsbeker Marktstraße wurde vor geraumer Zeit zu einem sogenannten BID (Business Improvement District). Ansässige Geschäftsleute verpflichteten sich in diesem Zusammenhang, selbst Zahlungen für beispielsweise Um- und Ausbauten in der Geschäftsstraße, dem Einkaufszentrum oder auch für die Umgestaltung des Wandsbeker Marktplatzes beizusteuern. Seitdem haben wir eine große Freifläche für größere Veranstaltungen, wie Frühjahrs- oder Oktoberfest, Weihnachtsmarkt, Ausstellungen, u. v. m. Sie ist eingesäumt von Sitzbänken, Rosenbeeten, Lindenbäumen, hat sogar Skulpturen und hat eine Insellage zwischen vielbefahrenen Straßen. Am Rand

Plaza: Die Bar

der Fläche, direkt am Busbahnhof gelegen, befindet sich das recht bekannte und beliebte „Plaza“, ein Restaurant/Café/Bar/Lokal, das sich rühmt, die höchste Bar Deutschlands zu besitzen. Ein hinten und vorne offenes Regal mit zahllosen Flaschen, erstreckt sich vom Boden bis zur Decke über zwei Geschosse!

Für das diesjährige Wintervergnügen starteten die ersten Vorbereitungen bereits Ende Oktober. Holzhütten trafen ein und fanden ihren Platz.
Die neue, mobile, ca. 400 m² Eislaufbahn mit ökologischem Eislaufboden wurde montiert. Neu sind auch weiße, wie mit Schnee bedeckte Bäumchen an ihrem Rand, die abends durch unendlich viele LED-Lämpchen im Dunkeln funkeln und strahlen.Es gibt einen bunt dekorierten Weihnachtsbaum, ebenso mit Kugeln verzierte Girlanden, unzählige Glühlampen an den Dachfirsten der Hütten, und auf dem Platz steht ein ebenfalls neuer„Aufpasser“: ein großer Weihnachtsmann (von dem ich ganz leise behaupte, dass – er zumindest am Tag – ziemlich kitschig aussieht). Er ist aufgrund seiner Größe jedoch weithin gut sichtbar. Besucher können das Weihnachtsdorf gar nicht verfehlen.

Ich habe den „Winterzauber“  heute, am ersten Abend nach seiner Eröffnung, besucht.

Wer sich auf den Weg dorthin macht, findet eine Art kleines Hüttendorf vor. Es ist nicht mehr mit einem traditionellen Weihnachtsmarkt zu vergleichen, denn es geht hier ausschließlich um das Eislaufvergnügen,das kulinarische Wohl und das Treffen. In diesem Jahr bekam der Winterzauber einen neuen Ausrichter/Organisator, und angesichts der Tatsache, dass Hamburg Umwelthauptstadt 2011 (European Green Capital) ist, fiel die Wahl auf einen ökologischen Eis-Ersatzboden (Like-Ice). Sicher lobenswert, wer allerdings das erste Mal einen Blick auf diese neue Fläche wirft, wird das besondere Eis- und Winterfeeling schwer vermissen. Es handelt sich um einen hellen, relativ stumpf aussehenden Boden, wie man ihn vom Rollschuhlaufen kennt. Kein Glitzern im Licht. Vielleicht schaffte man daher Ersatz in Form der wie verschneit wirkenden, am Rande stehenden Bäumchen mit den unzähligen LED-Lampen.
Die Hütten aus Holz wirken gemütlich und erinnern an Hütten in Bergdörfern. Sie sind mit bunten Weihnachtskugel-Girlanden und Glühbirnen verziert bzw. erleuchtet. Sie tragen Namen wie Almhütte, Tränke, Stübchen etc. und bieten Getränke, Wurst, Gebäck, Kartoffelpuffer, Süßigkeiten usw. (siehe Liste unten).

Blick auf den schlafenden Nikolaus …

Die kleinen Gäste erwartet ein schickes Karussell mit Pferden, Autos, einem Bus. Des Weiteren gibt es das Nikolaushaus. Durch ein beleuchtetes Sprossenfenster hindurch, kann man den im Bett schlafenden Nikolaus sehen. An seiner Haustür ist ein Wunschzettelkasten angebracht.

Wunschzettelkasten …

Wer dies alles sehen, erleben und womöglich auch noch bei Musik  Schlittschuhlaufen möchte, hat dazu täglich zwischen 10 und 22 Uhr die Gelegenheit. (Am Schlittschuhverleih selbst stand heute als Endzeit 21.30h)  Die Laufzeit beträgt jeweils 90 min.
Beim Winterzauber werden zudem unterschiedliche Aktionen angeboten,
so z. B.:

der Familientag (mittwochs, niedrigere Preise für Karussell/Schlittschuhbahn von 10-18 h)
die Lady’s Night (am Montag von 18-22 h, halber Preis bei der Schlittschuhbahn, halber Preis beim ersten Glühwein)
das After-Work on Ice (mo-fr ab 17h, Schlittschuhlaufen nach heißer Musik u./o. Weihnachtsklängen)
Und Achtung: an den Weihnachtsfeiertagen, an Silvester und Neujahr gelten abweichende Öffnungszeiten.

Zum Abschluss ein kleiner Preisüberblick (Auswahl):
Bratwurst   € 2,50
Currywurst € 3,00
Brezel pur € 2,50, Brezel belegt € 3,50
Schmalzgebäck € 2,00/4,00/5,50
Dampfnudeln € 2,50
Knoblauch-Baguette € 2,50

Glühwein € 2,50
Pils 0,25 l € 2,50 / 0,5 l € 4,00

Positiv:
Dekoration gut gelungen, netter Dorfcharakter
Schlittschuhverleih organisatorisch besser geregelt und für Wartende (während der Nachwuchs fährt) angenehmer als in den Vorjahren
Essensauswahl relativ vielfältig
Angebot für Groß und Klein
Es herrschte gute Stimmung trotz Kälte
Ein netter Treff in der Winterzeit

Nicht so positiv:
Das Dorf ist völlig verräuchert. Nach kurzer Zeit stinken die Kleidung/das Haar fürchterlich.
Die Eisbahn selbst wirkt trotz der Dekoration drum herum relativ nüchtern und durch ihren Boden nicht sehr winterlich.
Als Weihnachtsmarkt (falls es denn als dieser gelten soll) würde ich es nicht bezeichnen. Es fehlen Stände mit z. B. Kunsthandwerk, Kleinkunst etc., die dem Ganzen mehr Flair geben würden.

Auch am Tag nett anzusehen …

Das Dorf

Die Schlittschuhbahn

Bäume mit LED-Leuchten säumen die Eisfläche

… ein bisschen Bandenwerbung der Sponsoren

Die „Almhütte“ und das Kinderkarussell

PS Wem zu kalt draußen wird, der kann immer noch im gemütlichen PLAZA ein warmes Plätzchen finden (siehe Bar oben)

Das PLAZA

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