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Model Contest QUARREE Gesichter 2013 – Aufgepasst! Der Countdown läuft …

Model Contest Quarrée Gesichter 2012 - Die Sieger

Model Contest Quarrée Gesichter 2012 - Die Sieger Anna-Marie (Damen), Kim (XL-Models) und Kevin (Herren). Das offizielle Foto der Veranstalter/Organisatoren

Eben war sie noch leer, die Aktionsfläche im Wandsbeker Quarrée. Das moderne, gut besuchte Einkaufszentrum im Osten Hamburgs verfügt über eine große, glasüberdachte Halle, die für Sonderverkäufe, Ausstellungen und Veranstaltungen jeglicher Art genutzt werden kann. Die Anlässe wechseln ständig.
Kaum waren die Spuren der rauschenden Silvester-Party beseitigt, tummelten sich die Käufer anlässlich der Haushaltswarenwoche um Stände mit Töpfen, Pfannen, Geschirr und Besteck. Im Moment startet gerade die Schuhaktionswoche.
Danach jedoch steht diese Fläche für etwas ganz Spezielles bereit. Für ein von vielen schon sehnsüchtig erwartetes Fotoshooting!
Der Model Contest QUARREE Gesichter 2013 steht unmittelbar bevor!
Der Startschuss für die Neuauflage des im letzten Jahr erstmals ausgetragenen Castings ist im Grunde schon gefallen, denn für alle, die selbst gerne daran teilnehmen möchten, heißt es: Die Termine stehen! Es wird ernst. Aufgepasst und vorgemerkt: Im Februar geht es los!
Menschen, die einmal die Luft der Modebranche schnuppern möchten, die davon träumen als Nachwuchsmodel Fuß in diesem Metier zu fassen, für sie alle ist ab
Montag, den 20. Februar bis Sonnabend, den 25. Februar, jeweils von 14-18.30 Uhr
eine persönliche Vorstellung direkt in der Halle des Quarrées möglich. Hier erfolgt die Anmeldung, hier entsteht das erste Foto des hoffnungsvollen Bewerbers. Angesprochen fühlen dürfen sich Damen und Herren ab 18 Jahre (ab 16 Jahre mit Genehmigung der Eltern). Auch XL-Models (ab Gr. 42)!

Übrigens, mal ganz am Rande bemerkt: Eine offizielle Altersbegrenzung nach oben gibt es nicht! Es wäre überaus interessant, wenn sich (ausreichend) Teilnehmer reiferer Jahrgänge melden würden, die die unterrepräsentierte, aber durchaus modeinteressierte, ältere Generation auf dem Catwalk vertreten würden. Nicht als Witzfigur, Gag oder tragische Nummer! Nein, es hätte doch was, altersentsprechende (tragbare), dennoch flotte, modische Kleidung, von Damen und Herren glaubwürdigen Alters und realistischer Proportionen vorgestellt zu bekommen! Vielleicht bleibt es ein Traum, aber hier ist zumindest die Möglichkeit gegeben. Es käme auf einen Versuch an … Erwähnen wollte ich es zumindest.

Weitere offizielle Details rund um das Thema Model Contest 2013 sind hier zu finden:
http://www.quarree.de/events/gesichter2013/

Sie haben es im letzten Jahr nicht so recht mitbekommen? Ihr seid erst jetzt auf die Idee gekommen? Sie wissen nicht, was sie davon halten sollen? Ihr wüsstet ja gerne mehr?

Obiger Artikel (s.  Link) führt auch zu einigen Aufnahmen und Bildern, die beim abgelaufenen Contest entstanden. In meinem Blog das Suchwort „Quarrée“  eingegeben, führt zu Berichten, die ich dazu postete.
Wer auf einmal neugierig geworden ist und noch Lust hat weiterzulesen, dem biete ich hier einen kleinen:

Rückblick UND Ausblick!

Casting. Model Contest. Im letzten Jahr bin ich mehr oder weniger zufällig hinzugestoßen und war anfangs leicht skeptisch. Vorgeschädigt durch Germany’s Next Top Model könnte man es auch nennen. Die komplette erste Staffel habe ich damals (als meine Tochter noch mit im Haus wohnte) tatsächlich verfolgt. Danach beschloss ich, so ein Casting – zumindest dieses Fernseh-Format – ist nichts für mich!
Diese Dramen, die konstruierten Geschichten, Tränen, Zickenkrieg, das Gewühle in privaten Missständen, dieses Entscheidungshinausgezögere, das Zuckerbrot und Peitsche Prinzip, dieses Kalkül, wer wohl besser für die Quote ist. Je dramatischer, je zickiger, desto ergiebiger die Diskussion, lautstarker die Kommentare, kontroverser die Meinungen, höher die Einschaltquote.
Es hatte in meinen Augen mit der Suche nach einem talentierten, jungen Menschen, der für das Model Business ‚brennt’, der sich – objektiv gesehen – dafür auch eignet und sich dementsprechend (langfristig) fördern und aufbauen lässt, wenig zu tun. Wo blieb das wirkliche persönliche Interesse, die angemessene Fürsorge, wo blieben Achtung und Respekt? Vor allem – wo blieb die Ehrlichkeit? Alles zusammengekehrt zu einem kleinen, traurigen Häufchen und ins nächste dunkle Mauseloch geschoben – zugunsten fragwürdiger, lukrativerer Ziele (der Sender).

Nun fand es allerdings vor meiner Nase statt, und auf einmal lief ich förmlich in die Nachwuchsmodels hinein. Im Laufe der Zeit entdeckte ich erst, welchen Umfang dieses Casting hatte. Von der Anmeldung bis zur Siegerkürung vergingen ca. acht Monate. Sicher bedeutete es nach und nach das Aus für mehr und mehr Teilnehmer, die Trennung von hoffnungsvollen Kandidaten – das ist nun einmal Sinn und Zweck eines Auswahlverfahrens. Doch selbst diese vorzeitig ausscheidenden Bewerber konnten sich über die bis dahin erworbenen Kenntnisse freuen und stolz auf neue Fähigkeiten sein. Der Zuschauer hingegen machte sich verblüfft ein Bild von der wachsenden Professionalität anlässlich diverser öffentlicher Veranstaltungen im Quarrée.
In mir stieg ein ums andere Mal die Frage auf, was der Auslöser für die Bewerbung wohl gewesen war. Lang ersehnter Wunsch, spontaner Entschluss, oder einfach mitgeschleppt worden? All die jungen Menschen. Was machten sie sonst so? Schule, Ausbildung, Studium – schon im Beruf? Wie arrangierten sie über die lange Zeit ihre Termine, um hier am Ball zu bleiben? Wie ernst war es ihnen mit dem Model werden?
Für sie gehörte nicht nur nettes Aussehen, etwas Talent und der lockere Wunsch: Ich könnte vielleicht modeln! dazu. Allein das beizusteuern hätte nicht gereicht. Es verlangte eine Menge Disziplin, Ausdauer, Zuverlässigkeit, Durchhaltevermögen, Willen! Wer dies alles auf- und mitbrachte, konnte viel lernen. Wer es professionell sah und wirklich vorhatte, in diesem Business ein Bein in die Tür zu stellen, konnte hier wertvolle Lehrstunden und Anregungen bekommen und gleichzeitig sicher auch erahnen, wir hart es gelegentlich zugehen kann.
Mir fiel sehr positiv auf, wie unterschiedlich die einzelnen Phasen gestaltet wurden. Nach dem ersten Fotoshooting (fast 1.000 Bewerber) und einem darauffolgenden Recall, wurde mit den übriggebliebenen  Kandidaten ein Workshop veranstaltet, der Grundkenntnisse für die erste Modenschau vermittelte. Wer dort weiterkam, erarbeitete sich damit auch den Anspruch auf Teilnahme an weiteren, tiefergehenden und/oder anders gearteten Workshops (Lauftechnik, Darstellung einer Living Doll (Schaufensterpuppe)) Sehr vielfältig, und ich als Zuschauer wiederum fragte mich in diesem Fall:
War es so, wie es schien? Wie waren die Erwartungen? Auf beiden Seiten. Zeigten alle weiterhin vollen Einsatz?  Und auf Veranstalterseite: Kümmerte man sich langfristig fordernd und fördernd um die Schützlinge?
Mir fiel bei Verstaltungen auf, wie sehr die Models oft als Gruppe auftraten oder im Team eingesetzt wurden. Eine Angelegenheit, um ihnen mehr Sicherheit zu verschaffen, oder ein positiver Aspekt im Casting selbst? Miteinander statt gegeneinander? Sie wirkten angenehm harmonisch und recht ausgeglichen.
Dieser Model Contest scheint besonders zu sein …

Als im Oktober 2011 anlässlich einer letzten feierlichen Abendmodenschau der Gewinner jeder Kategorie (Damen, Herren, XL-Models) gekürt wurde, winkte ihm bzw. ihr nicht nur der Ausblick auf Fotoshootings (im Wert von 2.000 €) und mit diesen die Teilnahme an Werbekampagnen des Quarrées im Jahre 2012 (daher auch diese Jahreszahl im Titel des Contests), er/sie konnte auch auf sehr umfangreiches Model-Training, vermittelt durch die renommierte Agentur escollet (Alexander Strauß), zurückblicken. Wertvoll, wer derartiges nachweisen kann.
Mir erging es so, dass ich die einzelnen Aktionen im Rahmen meiner zeitlichen Möglichkeiten zu verfolgen versuchte. Ich sah mir im Oktober, am Wochenende der Entscheidung, mit großer Neugier und Freude eine der letzten (nachmittäglichen) Modenschauen vor dem großen Finale an. Was hatten die Models nicht alles dazugelernt! Die Fortschritte waren enorm. Anwesende Besucher des Quarrées spendeten anerkennend Beifall und fieberten mit. Viele kamen extra deshalb, andere, die sich zu dem Zeitpunkt gerade für Einkäufe im EKZ befanden, blieben stehen um teilzuhaben an diesem Event.
Damals schrieb ich auch darüber in meinem Blog und richtete die Frage an das Team der Werbegemeinschaft EKZ Quarrée und sonstige dafür Verantwortliche, ob ich eigene Fotos dazu online stellen dürfte. Man erlaubte es nicht nur, man bat sogar darum, und über diesen Weg entstand Kontakt zu Herrn Alexander Strauß von escollet.
Ich freue mich sehr, dass ich dieses Jahr wieder vom Contest berichten darf! Diesmal nicht nur aus der Position des Zuschauers heraus, sondern zusätzlich auch von der Warte des Veranstalters/Organisators bzw. der Teilnehmenden aus. Mir wurde gestattet, Gast eines Workshops zu sein und auch Gespräche mit einzelnen Teilnehmern zu führen.
Ungeahnte und unerschöpfliche Möglichkeiten mehr zu erfahren! Über Anlässe und Gründe sich zu bewerben, über Hintergründe, über Wünsche, Träume, Dinge, die in die Quere kommen. Über das Dabeibleiben, das sich Motivieren, das Termine koordiniert bekommen. Wie ist der Ablauf eines Workshops, wer steht dahinter? Auswahlkriterien! Die Jury!

Man wird sehen. Auf jeden Fall freue ich mich darauf und hoffe, manch Teilnehmer lässt sich auf ein Gespräch mit mir ein. Geschrieben – und vor allem veröffentlicht – wird nur das, was mein Gegenüber letztendlich willens ist freizugeben!

Eröffnen wir die Spiele! Model Contest QUARREE Gesichter 2013 – Lasst das Casting beginnen!

Viel Erfolg!

Hier noch ein Link, der zu mehr offiziellen Fotos der letztjährigen Gewinner/Finalisten führt:
http://www.quarree.de/news/288/74/Finale-QUARREE-Gesichter/d,Aktuelle%20Events/

Momentan laufen gerade die Fotoshootings der Sieger für anstehende Werbekampagnen des Wandsbeker Quarrées. Man darf sehr gespannt sein!

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2 Kommentare

Am Jahresanfang: Das kenne ich doch vom letzten Jahr …!

https://www.sugarsync.com/pf/D6851760_7339928_6774551 Text auch als Podcast
(Alternativlink zur gesprochenen Version, da hin und wieder der Audioplayer aus unerfindlichen Gründen nicht abspielt:
https://www.sugarsync.com/pf/D6851760_7339928_6774551

Im Moment wirkt es draußen überall etwas kahl. Nachdem die ganzen Weihnachtsdekorationen verschwunden sind, hat die Nüchternheit wieder Einzug gehalten. Wie jedes Jahr im Januar.
Vielleicht ist es auch schon jemandem aufgefallen: Es gibt Dinge, die sich offenbar am Jahresbeginn grundsätzlich wiederholen. Immer wieder, jedes Jahr.
Im Gegensatz zu vielen anderen, vielleicht weitaus wichtigeren Sachen, die oftmals trotz allem einfach keine lange Lebenszeit bzw. wirkliche Überlebenschance haben. Oder die sich eben zeitmäßig nicht so gängeln und festnageln lassen. Abhängig sind von Wetter, Geld/Sponsoren, Zeitgeist, Laune, Alter etc.
Wer jetzt auf den Straßen, in den Geschäften oder lesenderweise in Zeitungen und Zeitschriften unterwegs ist, stellt fest, dass die Themenauswahl recht begrenzt ist, sich arg ähnelt und dass sie sich an der Themenauswahl des letzten Januars und der des Januars davor und der des Januars des Jahres davor … orientiert.
Es wird pünktlich zu Jahresbeginn vermeldet, dass wir mehr zu zahlen haben. Durch Gebührenerhöhungen, steigende Krankenkassenbeiträge und Versicherungsprämien, „angepasste“ Energiepreise, etc. . Also die Januar-Botschaften von Staat, Behörden, Einrichtungen, Versicherern, Versorgern. Manche veröffentlichten es auch bereits verschämt vor Jahresende, doch nett zusammengefasst erfahren wir es im Januar aus den Zeitungen. Die Zeit der Rückblicke ist vorbei, jetzt startet mit dem Januar die Zeit der Überblicke.
Das Geld wird demnach knapper  im Portemonnaie und zieht folgendes Thema nach sich: Sparen. Die diesbezüglichen Jahresanfangstipps von Banken, Beratern, Versicherungsagenten und sonstige Optimierern werden uns präsentiert. Die Dringlichkeit klargemacht. Bringen Sie jetzt Ordnung in ihre Finanzen. Wie Sie sparen können. Fangen Sie jetzt mit Ihrer Altersvorsorge an und sichern Sie sich den ganzen Vorteil. Wir sind für sie da. Nur noch bis …Uns können sie vertrauen.
Obwohl so vieles teurer wird, erfahren wir jedoch gleichzeitig, wie viel wir gerade jetzt sparen können, denn der Handel ist im SALE-Fieber. Gelegenheit, Schnäppchen, Rabatt, Bonus, Punkte. Wenn wir nicht aufpassen, kriegen wir noch etwas heraus, wenn wir es kaufen!
Weiterhin werden massiv Anstalten unternommen, uns davon zu überzeugen, dass der Frühling unmittelbar vor dem Ausbruch steht. Einerseits. Denn Primeln und Tulpen als Topfpflanzen bei Blume 2000 und anderen Blumenhändlern, suggerieren einen Beginn der Pflanzzeit im Garten. Andererseits wird genauso intensiv versucht uns vorzumachen, dass morgen die Eiszeit ausbricht, denn die Lager sind schließlich noch voll mit Skiern und anderen Wintersportgeräten sowie warmer Kleidung.
Die Konsequenz ist, dass die Schaufenster häufig „halb und halb“ dekoriert sind. Bei Steffi-Moden im Wandsbeker Quarrée EKZ stehen z. B. auf der einen Seite die Schaufensterpuppen in Pelz, mit Schal und Mütze, dunkle Farben/Brauntöne überwiegen, und sie haben zu ihren Füßen einen altmodischen Schlitten und halten glücklich ebensolche Holzskier. Auf der anderen Seite, im nächsten Fenster, zeigen die (Kunst-)Damen schon (Kunststoff-)Haut, und es  herrschen leuchtende Frühlingsfarben vor. Die kurzen, bunten Röcke liegen bereits parat. Der Übergang wird abgemildert durch eine Figur, die über dünner Kleidung eine farbenfrohe, mollige, seidig glänzende Steppweste trägt. Für alles gewappnet.
(An dieser Stelle möchte ich dem Inhaber des Geschäftes doch einmal ein Kompliment bezüglich seiner Dekoration machen. Sie – oder besser gesagt, die Kleidung und deren Kombination – trifft nicht grundsätzlich meinen Geschmack, dennoch ist sie geschmackvoll. Sie ist kreativ, oft individuell, wechselt häufig und ist aktuell. Sie zieht Blicke auf sich durch Einfallsreichtum,  originelle Einzelteile und einmalige Dekorationsgegenstände, die zum Teil aus eigenen Sammlungen stammen,  und – er dekoriert selbst! Wenn ich mal ganz viel Geld habe, werde ich ihm noch Perücken schenken, damit seine Figuren nicht immer so glatzköpfig daherkommen müssen, oder wie im letzten Jahr auf einmal umgestülpte Papiertüten tragen. Das war weniger geschmackvoll ;) )

Doch das Thema ist Wiederholung, und darauf komme ich nun auch wieder zurück.
Jedes Jahr fassen die Menschen ihre Vorsätze für das Neue Jahr, und jedes Jahr müssen sie es in gewisser Weise ausbaden, denn das Angebot – themen- und warenbezogen – richtet sich danach.
Der Mensch schwört an Silvester:
Ab jetzt geht es bei mir los mit Diät oder zumindest ernähre ich mich besser
Ich werde mehr selber kochen und Schluss mit Fastfood
Ich sorge für mehr Bewegung und/oder treibe regelmäßig Sport
Ich höre auf zu rauchen
Ich pflege mehr Kontakte, suche mir einen Partner (ernsthaft)
Ich räume gründlich auf und putze alles blitzblank
Ich werde besser haushalten (sparen)
usw.
Die Folge ist, wir werden momentan bombardiert mit Diätvorschlägen. Ich habe hier eine dünne Zeitung, die mir gratis ins Haus gebracht wird. Rundschau nennt sie sich. Wenige Seiten, aber sie enthält Anzeigen vom Hypoxi-Figurcentrum, von den WeightWatchers und dem CaloryCoach. Sie versprechen alles, was sich der diätoffene Januar-Vorsatz-noch-Erfüller wünscht. Abnahme ohne zu Hungern, Abnahme ohne viel Sport, eine Top-Figur und dementsprechende Attraktivität. Ohne Mühe. Garantie gibt es natürlich nicht. Schon gar nicht dafür, dass der Erfolg von Dauer ist. Hierzu ist nämlich noch etwas ganz anderes nötig. Der Mensch muss es wirklich und wahrhaftig wollen! Er muss einfach den uneingeschränkten Selbstwillen zur umfassenden Veränderung haben.
Das betrifft genauso das Rauchen. Ohne feste innere Entscheidung für Ja oder Nein läuft gar nichts. Der Druck auf die Raucher ist mittlerweile größer geworden, seitdem in öffentlichen Räumen und Gebäuden nicht mehr geraucht werden darf. Manch einer hat den Gedanken: Ach, ich sollte auch damit aufhören. Gesund ist es eh’ nicht … Reicht das? Nein, es reicht nicht.  Und weil die Apotheker, Therapeuten und die Arzneimittelindustrie das wissen, wittern sie das Geschäft. Sie bieten also Hilfe an beim Nichtraucher werden. Im Januar liest man wieder über Pillen, Hypnose, Pflaster, Therapie – alles, was das Herz begehrt.
Jeden Januar – ich will nicht behaupten seit Menschengedenken, aber zumindest seit Jahrzehnten – gibt es die Haushaltswaren-Wochen. Auch diese Tradition ist nur deshalb eine mit Überlebensgarantie, weil es sich so wunderbar mit den Neujahrsvorsätzen der Menschheit fügt. Wie kann man sich denn besser ernähren, besser kochen? Na? Richtig, mit einem neuen, modernen Topf, einer besser beschichteten Pfanne, einem Dampfbräter. Es ginge höchstwahrscheinlich auch mit dem alten Bestand an Pötten, doch wir wurden ja vorher schon manipuliert. Die sind veraltet, unzeitgemäß! Und seit sich mehr Herren für das Kochen interessieren, kommt auch der HighTech-Aspekt mit zum Tragen. Die machen es einfach nicht mit dem Alten! Auch ein neues Messerset (der 8er-Block mit Abenteuer- und Risikofaktor) ist schnell mit an den Mann gebracht, und wo wir schon dabei sind – auf den alten Tellern kann man einfach nichts mehr anbieten (sagt die Werbung). Damit gewinnst du keinen Blumentopf (respektive findest du keinen Partner!).
Partnersuche. Die Partnervermittlungsagenturen reiben sich im Januar die Hände. Es werden vermehrt Kunden gezählt. Mehr Kunden gewinnen auch Fitnessclubs und Sportvereine.  Übermäßig Anzeigen findet man nicht, denn die Mitglieder kommen Anfang des Jahres noch höchst freiwillig aus eigenem Antrieb. Es finden nur einige Aktionen statt, um sich zu zeigen. Hier! Hier! Nicht, dass sich jemand ganz aus Versehen bei der Konkurrenz anmeldet.
Einigen Menschen geht es offenbar zu weit, gleich einem Verein oder Club beizutreten und sich ins Getümmel zu stürzen. Sie planen, ihr  Programm daheim mit Hilfe von Sportgeräten zu absolvieren. Nur deshalb haben wir alle Jahre wieder im Januar den Hometrainer/Crosstrainer bei Aldi oder diverse andere Foltergeräte (Expander, Stepper, Taue, Bälle) bei Lidl, Tchibo und Konsorten. Man kann die Uhr danach stellen. Und spätestens im März steht das Zeug verwaist im Keller …  jedenfalls bei einem Großteil der Käufer. Der Antrieb zu Hause fehlt, keiner guckt, keiner kontrolliert, keiner applaudiert. Oder der Falsche guckt, kontrolliert und applaudiert auch nicht.
Wir haben jetzt den 11. Januar. Ziemlich bald startet die Aktion: Wir räumen auf! Und wir werden putzen! Der Handel und die Werbung werden schon dafür sorgen, dass wir daran erinnert werden. Was? Noch nicht gemacht? Nun aber husch …! Dann haben sie wieder Ordnungskisten, Krawattenbügel, Sockensortiereinrichtungen, Schrankeinhängekörbe und Unterbettkommoden im Angebot. Selbstverständlich auch Wischmops, professionelle Fensterabzieher, Haushaltshandschuhe, Eimer und Putzmittel.

War es das im Januar?  Waren das die jährlichen Wiederholungen?
Es gibt bestimmt noch mehr, doch das würde für heute hier auch den Rahmen sprengen.
Wem etwas ganz Spezielles einfällt, der kann es gern als Kommentar hinterlassen!
Oder wem einfällt, wie sich der Handel dazu bringen ließe, etwas völlig Neues im Januar zu offerieren. Es käme auf einen neuen Vorsatz an …

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Antikramsch

Information vorweg: Aufgrund der Länge habe ich die Audio-Version ein bisschen gesplittet und in drei separate Teile ‚gepackt‘. Dieser Artikel erschien zuerst in meinem Vorgängerblog bei Posterous, daher wird zum Podcast noch dorthin hinübergeleitet.

Antikramsch_Teil_1.MP3

Listen on Posterous

Kalt und nass ist es wieder geworden. Es lässt fast vergessen, dass am letzten Sonntag 11° C und Sonnenschein waren.
Diese Tatsache war es auch gewesen, die mich förmlich nach draußen gezogen hatte. Gut, ich hatte den Ruf des Gartens geflissentlich überhört.
„Pfleg’ mich!“
Leichtherzig murmelte ich:
„Jetzt nicht, mein Guter, die Zeit kommt noch. Bald.“
Ich ignorierte den groß gewordenen Haselnussstrauch, der dem einzigen wirklich anstrengenden Nachbarn deshalb schon wieder ein Dorn im Auge ist. Was allerdings nicht schwierig ist, denn alles, was bei ihm einen Meter Höhe überschreitet, wird gnadenlos herausgerissen. Er sollte nach Lilliput umziehen. Meckerpott. Dabei steht der Busch noch nicht einmal an seiner Grundstücksgrenze, sondern an einem öffentlichen Weg.

Ich sehe immer den Busch mit den Zweigen um sich schlagen und laut: „NEIN!“ schreien, wenn ich mit der Kettensäge komme, während der Nachbar da steht wie Larry Hagman in Dallas und ein „Doch!“ gepaart mit einem fiesen „Hähähä!“ von sich gibt.
Was war das Thema? Ach ja, nach draußen gehen. Ich beschloss also, am Sonntagnachmittag eine Runde durch die Nachbarstraßen zu spazieren – einmal um den Pudding sagt man hier auch. Mein Weg führte mich irgendwann in die Nähe des Einkaufszentrums, und verwundert registrierte ich Massen von Menschen, die Richtung Eingang strömten.  Vielleicht sollte ich es etwas relativieren: Massen für einen Sonntag, an dem die Geschäfte geschlossen haben. Etwas Nachdenken förderte die Erinnerung zu Tage, dass ein Antikmarkt stattfinden sollte.
Den gibt es bereits seit vielen Jahren, sogar mehrmals im Jahr. Früher kostete es immer Eintritt – und zwar happig. Zuletzt 6 €, die ich sogar einmal bezahlte, weil es mich reizte, die Dinge dort anzusehen. Es war ein wenig enttäuschend gewesen, denn das Angebot fiel einerseits wesentlich geringer aus und war andererseits auch nicht so interessant und vielseitig wie gedacht. Hinzu kam stickige, warme Luft in Verbindung mit lieblos in die Gänge gepfropften, viel zu eng stehenden Tischen. Ich beging den Fehler, einmal zum Luft schnappen vor die Glastür zu treten. Als ich wieder hinein wollte, versperrte mir so ein schrankförmiger Zerberus den Weg, der der Ansicht war, ich müsste erst noch einmal Eintritt löhnen.
Nun, es war keine Disco, insofern fehlte mir der Stempel auf dem Handrücken als Nachweis. Beim Bezahlen hatte ich  noch nicht einmal eine Eintrittskarte erhalten.  Er war also der Meinung, ich wolle ihn behumpsen, und ich selbst hatte nicht die Absicht, ein zweites Mal ins Portemonnaie zu greifen.Wenn ihr nicht wollt… ich will auch nicht mehr! Sprach’s und ging heim. Kam auch  nie wieder – bis heute.
Der Markt ist mittlerweile eintrittsfrei, ich hatte Lust, die Gelegenheit war günstig, und somit betrat ich das Center.
Wer schon mal einen Antikmarkt besucht hat weiß, dass das Angebot meist aus Geschirr, Gläsern, Besteck, Büchern, Fotos, Spielsachen, Schmuck, Uhren, Kleidung, Kleinmöbeln, etc. besteht. Ein großer Teil der Stände wird regelmäßig von Fachleuten gestellt und betreut, von ebensolchen besucht, die ihre jeweiligen Sammlungen erweitern wollen oder von Laien, die sich dort fachlichen Rat holen, bevor sie einer neuen Sammelleidenschaft frönen.
Sich dort in die Nähe zu stellen und den Gesprächen unauffällig zu lauschen, ist äußerst lehrreich, spannend und auch kurzweilig. Warum? Die Leute sind einfach kreativ!
Man hört z. B. folgende Unterhaltung zwischen einem distinguiertem Verkäufer und einer Dame im besten Alter, die sich für ein Medaillon mit Edelsteinbesatz interessiert. Das gute Stück ist relativ groß, die Farben auffällig, denn große Rubine, kombiniert mit kleinen Achatsplittern –  das Ganze eingefasst in wulstigem Gold – sind mächtig, selbst im Dekolleté einer etwas üppigeren Dame. Entsprechend unsicher ist sie bezüglich Kauf- und Trageentscheidung – trotz ihrer Fachkenntnisse und ihres doch vorhandenen Mutes zum Schmuck XXL, was sich in großen, tropfenförmigen Massivohrringen äußert,  die ihre Läppchen dramatisch Richtung Schulter ziehen.
Sie, sich etwas zierend: „Ach, ich bin so unsicher, wirkt es nicht etwas überladen oder vielleicht protzig?“
Was soll ein Mensch, der verkaufen möchte, darauf antworten?
Klar, Sie haben vollkommen recht, das Teil erschlägt sie ja förmlich …? Nein, so kommt ja niemand auf den grünen Zweig.
Er also antwortet charmant säuselnd: „Ach, ich bitte Sie! Doch nicht bei Ihnen!“
Und dann kommt’s: „Allerdings müssen Sie  da natürlich  sehr reduziert gehen …!“
Bitte? Wie war das gerade?  REDUZIERT gehen? Stopp! Halt! Nicht! … Zu spät! Das Kopfkino ist bereits angesprungen. Ich sehe die Dame schrumpfen und als kleines Menschlein (reduziert) durch das Foyer der Oper rauschen.
Ich sehe sie im Schneckentempo, in Zeitlupe (reduziert) ein Restaurant durchqueren.
Ich sehe sie nur noch einmal pro Jahr (reduziert) das Haus verlassen …
Gewaltsam reiße ich mich los, höre aber noch den erklärenden Nachsatz des Standbetreibers, der in etwa aussagte: Tragen Sie ein schlichtes Kleid mit entsprechendem Ausschnitt, keinen weiteren Schmuck, Medaillon in die Mitte, Spot an … Tatarataaaa!

Antikramsch_Teil_2.MP3

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Gut, wir waren bei den Profiständen, nur –  jeder Markt wird sozusagen aufgestockt mit Ständen von Leuten, die anderes im Schilde führen. Menschen aus der Umgebung, die die Ankündigung vom Stattfinden des Marktes vernehmen, sich bei den  Organisatoren nach der Standmiete erkundigen, „och – jaaa…“ murmeln, dann ihren Dachboden entrümpeln und mit dem ganzen Ramsch dort auftauchen, um ihn als antik zu verkaufen. Ihnen schwebt zusätzlich vor, möglichst viel bare Münze dabei herausspringen zu lassen. Daher wird notfalls – zwecks Kundenüberzeugung zum Kauf –  auch ungeniert die Geschichte vom Pferd erzählt.
Zugute kommt ihnen nicht zuletzt die Tatsache, dass der Begriff ‚antik’ nicht so wirklich definiert ist – in Jahren. Bei Antiquitäten ist immer von einem Alter von mindestens 100 Jahren die Rede, bei Münzen, die als antik bezeichnet werden, ist es naturgemäß natürlich noch viel, viel länger. Aber so schlichtweg antik? Da gehen die Meinungen auseinander. Nun, diese Ausbeute bei der Dachbodenentrümpelung ist es in den seltensten Fällen, daher ist es für mich antiker Ramsch, kurz Antikramsch, falls ihr noch beim Titeldeuten gewesen seid… Manche sagen vielleicht auch Kramsch, wenn sie ihn nicht abkönnen auch Anti-Kramsch … ;)
Wenn ich solche Plätze besuche, richte ich mein Augenmerk daher nicht nur auf die Gegenstände, sondern auch auf die ‚Verkaufsgespräche’ solcher Händler.
Nehmen wir den Stand des Herrn, der auf einem edlen schwarzen Samttuch silberfarbene Besteckteile ausgebreitet hat. Suppenkellen, besondere Löffel, aber auch aus verschiedenen Besteckserien einfach Gabeln und Messer. Ein potentieller Kunde nähert sich. Sein Interesse konzentriert sich auf die Messer. Seine Frage an den Standbesitzer:
„Sagen Sie, diese Messer dort sind sicher aus massivem Silber? Bei dem Preis nehme ich das doch an …“
Die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen:
„Ja, ja, klar doch, massiv Silber, natürlich …“
Auf Nachfrage wird dem Kunden erlaubt, die Teile auch in die Hand zu nehmen. Besagter Kunde dreht und wendet, fragt dann verwundert, wo sich denn der Stempel, die Prägung, befände. Der Verkäufer stutzt kurz und sucht eifrig mit. Seine Miene sagt: Mist, der hat Ahnung! Wie komme ich da wieder raus …?
„Oh, ich glaube, ich habe mich mit dem Stapel vertan. Das war der dahinter, oder warten Sie, nein, die habe ich vorhin schon verkauft …“
Hm, wirkt ja super überzeugend. Der Käufer bleibt ruhig, und im Endeffekt erhält er die Messer. Nur zahlt er jetzt nicht 19,50 € pro Stück, sondern 3,50 € mit Feilschen wie auf einem arabischen Basar und Mengenrabatt. Das Thema Massivsilber ist vom Tisch. Von wegen 925 Sterling Silber, das war mal gerade hauchdünn ‚silver plated’ …
Zwei seriöse Stände folgen, dann ein Schmuckverkäufer, der ausschließlich Silberringe anbietet. Antik, versteht sich. Die Ringe sind hübsch, wenn man den Stil mag und sucht, doch sind sie auch alt? Heutzutage kann man viel auf alt trimmen, das Silber anlaufen lassen, ein bisschen zusätzlich schwärzen, den Stil einer bestimmten Epoche imitieren. Alles gut, solange es als Replikat kenntlich gemacht wird und der Preis angemessen ist. Ich habe hier ganz massive Zweifel.
Unser ‚Antik’-Händler hat nämlich neben seinem Klappstuhl einen etwas größer aussehenden Aktenkoffer aus Aluminium, den er hin und wieder verstohlen öffnet. Er holt gelegentlich neue Ringe, um die Auslage wieder aufzufüllen. Eine Menge antike Ringe … Als er den Koffer weiter öffnet, vermutlich der Meinung unbeobachtet zu sein, sehe ich, dass die eine Seite eine komplette Werkzeugausrüstung enthält. Zangen in verschiedenen Größen, Metalldorne,  einen Mini-Schraubstock, Silberdraht, Lötpaste und einen Lötkolben. Nun frage ich euch: Wozu braucht das ein Mensch, der mit fertigen, antiken Ringen handelt?

Antikramsch_Teil_3.MP3

Listen on Posterous

Hierunter seht ihr ein Foto von verschiedenen Wandkaffeemühlen aus Keramik. Es ist gar nicht besonders umwerfend. Im Original sahen sie nach mehr aus. Doch die Geschichte um die Entstehung des Fotos ist folgende:

Wandkaffeemühlen auf dem Antik-Markt

Wandkaffemühlen

Ich komme an den besagten Tisch und frage – auch hier einen Herren – ob ich die Mühlen fotografieren darf. Er sagt ja. Daneben ist ein Stand mit Kruschtelkram. Spitzendecken, Spielzeug, Vasen. Offensichtlich wird dieser von seiner Frau oder Partnerin betreut. Sie bekommt die Unterhaltung mit. Ihre Antwort bezüglich des Fotos:
„Nein!“
Sie funkeln sich beide wütend an, ein Machtkampf beginnt. Ich biete an, später noch einmal vorbeizuschauen. Ich sage es nicht so deutlich, gemeint war, dass sie sich in der Zwischenzeit ja einigen können. Ein Blick zurück sagt mir, dass es offensichtlich sie ist, die sich durchgesetzt hat. Zehn Minuten später bin ich wieder in der Nähe, der Mann winkt mich heran. Ich könne jetzt schnell knipsen. Schnell? Oh, ich verstehe, sie ist gerade nicht da…. So hat auch er noch sein Erfolgserlebnis.
Und ihr habt das Bild.
Langsam reicht es mir auch mit Antikramsch, doch an einem Stand komme ich nicht ohne Stoppen vorbei. Ich sehe einen Garderobenständer, an dem Bügel mit Pelzmänteln, Echtfell, aufgehängt sind. Gepflegt, bestimmt auch gereinigt, trotzdem sichtbar älteren Datums.  Ich dachte ja, die wären glücklicherweise aus der Mode und verpönt. In Zeiten wirklich toller, luftiger, trotzdem wärmender und pflegeleichter Webpelze, kann man es sich doch wohl verkneifen, zwischen 20 und 28 Nerze zu killen, nur damit irgendjemand die Überreste der Leichen in Form eines Nerzmantels durch die Gegend trägt…  Sei nicht so streng, denke ich mir, diese existieren nun einmal und wollen schließlich nur den Besitzer wechseln.
Doch dann sehe ich den zweiten Ständer dahinter. Ausschließlich schokoladenbraune Fellwesten, auch echt und eindeutig neu. Man behauptet auch gar nicht sie wären antik. Am unteren Abschlusssaum haben sie rundherum „Troddeln“ hängen. So sieht es auf den ersten Blick aus.  Etwas dichter halte ich es für Mini-Fuchsschwänze und noch dichter wirkt es wie die Pfoten und Klauen, die manche Frauen früher an ihrem Fuchsfellkragen baumeln hatten.
Gräulich! Also im Sinn von gruselig, abstoßend, unterirdisch. Nicht im Sinn von grau-ähnlich. (Ich habe gerade gesehen, der Duden erlaubt auch die Schreibform ‚greulich’, was in diesem Fall eindeutiger wäre). Dass Geschmäcker verschieden sind, erkenne ich daran, dass eine Dame meines Alters entzückt ist und gerne eine der Westen anprobieren möchte. Ihr wird es gestattet, und sie zieht die Weste erfreut vom Bügel. Dann kommt ganz entsetzt:
„Die sind ja gar nicht gefüttert!“
Stimmt, innen ist nur gegerbtes Leder, die normale ‚Rückseite’ eben. Wutentbrannt will sie den Bügel wieder an den Ständer hängen.
„Moment“, stoppt sie daraufhin die sorgfältig zurechtgestylte, gut gebräunte, etwa 60jährige Dame vom Stand, „das ist doch jetzt Mode! Das ist in!!“
Dann erfahre ich zu meiner größten Verblüffung, dass dieser Trend von Ibiza kommt, mittlerweile nach Mallorca überschwappte und das Nichtfüttern folgenden Hintergrund hat: Aufgepasst! Zitat: „Man füttert diese Westen nicht, weil die Inselbewohner sie dort im Sommer tragen!“
Aha, Fell im Sommer. Und es ist nicht das Fell, das wärmt, sondern es ist selbstverständlich der hauchdünne Satin-Futterstoff, der einen vor Schwitzen umkommen lässt! Kopfkino an: Strandpromenade. Eine Badenixe mit männerfreundlichen Maßen. Barfüßig, bestenfalls ein Kettchen um den Fuß und eine kleine Tätowierung über dem Knöchel, dann lange Beine, einen Stringtanga und dazu – ja, was denn auch sonst! – eine Fellweste mit Troddeln.
Oh, mich schafft so ein Antikmarkt! Mehr als ein- bis zweimal pro Jahr überlebe ich das nicht. Noch schnell ein Foto zur Beruhigung:

Silberschmuck auf dem Antikmarkt

Silberschmuck

Liebe Leser, es hat mich trotzdem verfolgt! Es hätte nicht viel gefehlt, und die Fellweste wäre in meine Träume eingezogen. Seid so gut und stellt bitte meinen Seelenfrieden wieder her: Kann das sein?
Irgendjemand von euch war doch bestimmt auf Ibiza oder zumindest auf Mallorca. Seid ihr im Sommer einem fellbekleideten Mallorquiner begegnet?  Klärt mich bitte auf!
Zum Abschluss noch schnell das Fazit meines Besuchs: Manche Standbetreiber waren entschieden antiker als ihre Ware …

PS: An der Ampel auf dem Nachhauseweg warte ich mit einem Pärchen auf die Grünphase. Sie zu ihm:
„Also, weißt du, auf so einem Antikmarkt ist aber auch überhaupt nichts los!“
An dieser Stelle bekam die Verfasserin dieses Berichts leichte Schnappatmung …

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Der Stoff, aus dem die Daily Soaps gemacht werden?

Einkaufen am Vormittag des 8. Januars.
Es ist Sonnabend, und der Ort des Geschehens ein ganz gewöhnliches Einkaufszentrum im östlichen Teil der Stadt Hamburg. Es spielen sich interessante Szenen ab an diesem Tag und seitdem glaube ich: Dies ist der Platz, an dem im Kopf irgendeines Machers eine neue Daily Soap entstehen könnte.
Kann ich das einfach so behaupten? So ohne Daily Soap Erfahrung?
Vielleicht vermessen, dennoch,  ich bin felsenfest überzeugt:
Hier ist das Urmaterial, aus dem die Fortsetzungsgeschichten im Fernsehen gemacht werden!
Hier wartet der Grundstoff, der danach allerdings noch genüsslich aufbereitet wird mit „Drama, Baby, Drama …
Genau, den Bruce habe sogar ich gesehen – als meine Tochter noch zu Hause wohnte.
Ich habe genau EINE Staffel von diesem Top-Model-Gesuche mitbekommen, nicht vollständig, aber dass „das Handetasche auch leben musse“, ist selbst mir jetzt sonnenklar – unauslöschlich!
Tja, diese Sendung ist noch nicht einmal eine Daily Soap … Ich kam auch nur durch den Darnell’schen Drama-Klassiker darauf.

Daily Soaps oder Seifenopern.
Das sind meist werktägliche, melodramatische und kommerzielle Endlosserien. Es ist eine Inszenierung des Alltags, ein Einsetzen stereotyper Charaktere und der unvermeidbare Einbau eines Cliffhangers, der den Zuschauer bei der Stange hält, ihn süchtig macht! Süchtig danach weiterzuschauen, zu erfahren, wie alles ausgeht.
Nur gibt es nie ein Ende!
Dieses scheinbar so geniale Konzept, verfängt sich bei mir leider nur sehr unzufriedenstellend. Der Inhalt dieser Geschichten fesselt mich nicht sonderlich, und mir ist einfach die Zeit zu schade! Es gibt so viel anderes, was Vorrang hat. Ich lebe nicht ewig.
Wenn ich bisher Gespräche über diese Art Fernsehprogramm mitbekam, fragte ich mich ein ums andere Mal, aus welchem schier unerschöpflichen Reservoir die Drehbuchschreiber bloß ihren ganzen Stoff nehmen, und wie sie überhaupt darauf kommen!

Es ist nun nicht so, dass ich gar keine Fantasie habe, aber auf teilweise – so schien es mir – sehr absurde Sachen zu kommen, verlangt schon ein arg schräges Vorstellungsvermögen. Bis heute ist es mir auch ein absolutes Rätsel, wie es möglich ist, mit hundertmal durchgekauten Sachen und einem Einheitsblick der Darsteller, immer noch ein Massenpublikum zu fesseln.
Das war alles vor heute.
Heute war ich nur Besorgungen machen.
Einkäufe erledigen. Mehr nicht.
Einzige Besonderheit: es war sehr mild geworden. Die Temperatur stieg im Laufe des Tages auf +10° Celsius. Das hiesige Einkaufszentrum hatte jedoch allem Anschein nach die Heizung noch auf sibirischen Frost eingestellt. Die Folge war verheerend. Die Menschen schlurften in sich zusammengesunken durch die Gänge, die Blicke erschöpft bis genervt, die Wangen eingefallen.
Die Erinnerung an Nomaden der Wüste kam in mir hoch. Nein, Nomaden ist nicht richtig! Eher Beduinen, die sind es, glaube ich, die dunkle Gewänder tragen. Hellhäutige, schwarzbemantelte Beduinen bei Karstadt, mit ausgezehrten, durstigen, starren Augen.
Menschen, die sich statt auf das Kamel auf die nächste Rolltreppe hieven.
Menschen, die – so einer Situation ganz brutal ausgesetzt – höchst unterschiedlich reagieren.
Sie meckern oder sie schweigen, sie werden hektisch, oder sie werden apathisch. Sie rennen los, oder sie bleiben abrupt stehen. Die Geduldsspanne ist reduziert. Statt ausführlicher Sätze folgt ein Stakkato abgehackter Wortaneinanderreihungen.
Reduzierte Merkfähigkeit, verlangsamte Reaktion, unberechenbares Handeln.
Streitsucht! Je nach Veranlagung und Charakter.
Das Klügste, was sie (diese Menschen und ich in diesem Moment) oder möglicherweise auch Sie  tun können, ist, in dieser wirklich unerträglich heißen Umgebung auf die Suche nach einer Oase zu gehen.
Zunächst ein Plätzchen im Schatten, dazu eine Erfrischung,  dann ein Lockern der Kleidung und endlich die Erholung und Wiederbelebung.

Übertragen auf das Einkaufszentrum schwebt mir eine kleine Pause plus Getränk vor, ein Stopp am Eiscafé, ein Hinsetzen auf einer der Bänke verbunden mit einer Kleidungsreduzierung, einem Wintermantel-Wegwurf.
Alternativ denke ich an einen Flashmob, bei dem alle „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ darbieten oder das Center-Management über die Lautsprecher statt Auto-Falschparker-Suchmeldungen Musiktitel à la „Eiszeit“ oder „Ich friere“ laufen lässt.

Was passiert stattdessen?
Beobachtungen eines Vormittags:
Am Stand der Bäckerei wartet eine lange Schlange. Dichtaufrücker schnaufen und pusten unangenehm feuchte und verbrauchte Atemluft von hinten. Selbst die Luft anzuhalten, nur vorsichtig einzuatmen ist meine Reaktion. Es geht gut, bis der Hintermann mich mahnt aufzurücken.
Nein, mein Guter, den  Luftraum  bis zum Vordermann, diese 20 cm,  brauche ich nun doch zum Überleben!
Ich schicke ein  strahlendes Lächeln nach hinten, rücke aber keinen Zentimeter vor. Das hilft im Moment. Mein Lächeln hat erfolgreich abgelenkt. Er ist noch damit beschäftigt, es zu verarbeiten.
Die Ruhe währt nur ein kurzes Weilchen, dann wird es vor mir kritisch. Der Kampf um den letzten Berliner mit Apfelfüllung hat eingesetzt. Zwei Damen älteren Jahrgangs kommen sich ins Gehege. Die junge Verkäuferin steht hilflos dazwischen und sieht so aus, als möchte sie am liebsten alles hinwerfen. Wie kleine Kinder zanken die Ladies um das Recht des letzten Apfelballens.
Diskussion, wer zuerst da war.
Punkt für Dame Nr. 1 in der Schlange.
Diskussion, wer den Berliner zuerst genannt hat.
Punkt für Dame Nr. 2 und Gleichstand.
Das kann noch eine Weile dauern.
Einem Herrn wird’s zu bunt. Er bemerkt treffend, aber uncharmant, dass beide eigentlich keinen mehr essen dürften (Übergewicht). Das sitzt. Die Folge, die eine kreischt, sie verbitte sich so etwas, kauft aber gar nichts mehr. Die andere ordert nun Mehrkornbrötchen.  Der Berliner liegt indes verwaist auf dem Tablett. Mein Nackenpuster hinter mir ist so fasziniert, dass er sogar Abstand zu mir einhält.
Ich finde, mit dem Resultat lässt es sich leben!

= Der Stoff für eine Daily Soap – Klappe 1 –  Ein Quantum Zoff

Am Tresen des Geflügelhändlers.
Die Schlange ist verhältnismäßig kurz heute.
Eine Auswirkung des jüngsten Dioxin-Futtermittel-Skandals?
Oh ja, sicher, man redet bereits darüber. Wie oft die Angestellten wohl an einem Tag diese Erklärungen abgeben müssen?
„Nein, wir beziehen unser Futter aus einer anderen Quelle. Unsere Eier und unser Fleisch sind nicht betroffen.“
Der nächste Kunde kommt.
„Ist Dioxin in ihren Eiern?“
„Nein, wir beziehen unsere …“
„Ist das sicher? Wer garantiert mir das?“
Das Personal weist auf einen Ausdruck im DIN A4 Format. Eine Erklärung eben dieser Umstände plus ein Verweis auf jüngste negative Testergebnisse.
„Und wer sagt mir, dass das stimmt?“

Ich glaube, dass kann hier heute noch etwas länger dauern …
Doch auch hier verkürzt eine Dame im Fellmantel die Plauderstunde. Sie ist größer als der unentschlossene Kunde vor ihr. Ihre Haltung hat etwas leicht Bedrohliches und in der Art, wie eine Schlange plötzlich die Zunge hervorschnellen lässt, kommt zischend die Frage:
„Wollen Sie den Einkauf jetzt riskieren oder nicht?“
Ein empörtes: „Sie …!“ folgt.  Danach versagt die Stimme.
Mit Schlangen legt man sich auch nicht an. Ein lahmer Zeigefinger weist nur noch in Richtung Eier, Größe M.
„Sollen es die jetzt sein?“ fragt die Verkäuferin hoffnungsfroh.
Es folgt die Andeutung eines Kopfnickens.

= Der Stoff für eine Daily Soap – Klappe 2 – Kleingekriegt

Am Fischstand steht nur ein Schlängchen, aber der Herr vor mir hat eine lange Einkaufsliste. Ich warte mit Blick auf den Bereich, in dem der Chinese (oder Vietnamese?) Essen ausgibt. Proppevoll ist es dort, frühes Mittagessen, die Hungrigen drängeln sich  auf den wenigen vorhandenen Barhockern.
Ein Pärchen speist. Er scheint sehr bewegungsfreudig, erzählt lebhaft und gestikuliert dabei wild mit Händen und Füßen. Joe Cocker auf dem Hocker.
DA! Jetzt ist es passiert!
Er rutscht seitlich vom hohen Ross. Sie lacht herzhaft. Er grinst verlegen …

= Der Stoff für eine Daily Soap – Klappe 3 – Ein Quantum Komik

Die nächsten zwei Halts verlaufen ohne weitere Vorkommnisse.

= Der Stoff für eine Daily Soap – Klappe 4 – Ein Quantum Normalität/Alltag

Ich setze meinen Weg fort und begebe mich per Rolltreppe ein Stockwerk hinauf. Je höher ich komme, desto lauter werden die Stimmen.
„ … das musst du gerade sagen, du brauchst doch immer so lange!“ erschallt eine männliche Stimme.
„Ich habe jetzt eine Viertelstunde hier auf dich gewartet, aber du kommst nicht! Der Herr hat ein Handy, aber nein, warum auch Bescheid sagen?? Ist ja nur die olle Freundin, die wartet! Was hat das damit zu tun, dass ich angeblich lange brauche? Ich war da!! Du nicht!“
Das war – unschwer an der Länge der Antwort zu erkennen – ein weibliches Wesen, die Freundin.
Der so zusammenfaltete Herr kontert:
„Wenn wir uns verabreden, kommst du immer später! Jetzt gehe ich einmal davon aus, um nicht immer rumzustehen, was machst du? Kommst pünktlich!“
Er ist entrüstet. Darüber, dass sie so unberechenbar ist. Darüber, dass sie ihm jetzt auch noch Vorhaltungen macht.
Ist doch ihre Schuld!!
Was kommt sie pünktlich …!

Es würde auffallen, wenn ich noch länger dort stehe und zuhöre. Mich entfernend, taucht ganz langsam und verschwommen wie aus dem Nebel der Gedanke auf, dass dies wohl die Themen sind, die Daily Soaps ausmachen…

= Der Stoff für eine Daily Soap  – Klappe 5 – Beziehungskrisen

Als nächstes passiere ich den Steffi-Moden Shop. Mode, etwas ausgefallener. Man versucht, sich ein bisschen von den anderen Bekleidungsgeschäften abzuheben.
Manchmal ist auch die Schaufensterdekoration auffällig. Einiges fand ich gut, einiges weniger. Neulich hatte ein Teil der Puppen goldenes Lametta anstelle einer Perücke auf dem Kopf.
Heute hingegen …
Nun, das kommentierten zwei etwa sechsjährige davorstehende Jungen, während ihre Mamas bei Tamaris gegenüber dem Schuhkauf nachgingen, so:
„Guck mal, die da …!“
„Was soll das denn?“
Erstaunen und Gekicher. Der eine Junge ruft quer über den Gang:
„Mama, warum ham die alle hier Papiertüten aufgekriegt?“
„Was ist?“ fragt irritiert die Angesprochene und schaut von den neuen Stiefeln hoch.
„Na, die Puppen! Die ham alle ne Tüte aufm Kopf! Das sieht doch doof aus!“

Stimmt, das sieht sehr … merkwürdig aus.

= Der Stoff für eine Daily Soap – Klappe 6 – Kindermund

Ich bin auf dem Weg zum Eiscafé. Meine Besorgungen sind so weit erledigt, mein Bedürfnis nach etwas Rast und Erquickung enorm. Schnell noch  Görtz 17 passieren. Dort hat man heute einen DJ engagiert, feiert irgendetwas. Der Bass wummert, dass mir die Knochen vibrieren.
Ihr Lieben, damit vertreibt ihr mich eher …

= Der Stoff für eine Daily Soap – Klappe 7 – Ein Quantum „Wir sind yeah!“

Mein Stammplatz ist frei, aber unbekannt die Bedienung. Es sind gleich mehrere neue Gesichter da, wie ich bemerke. Schade, ich hätte gern Anna Hallo gesagt. Meines Mantels habe ich mich entledigt, der Schal folgt. Der Caffè Latte wird serviert, mein Notizblock liegt neben mir, doch mich überkommt für einen Moment der Wunsch, einfach nur die Augen zu schließen und Luft zu holen.
Gefühlt, getan.
Dieses Gewusel, die Wärme heute, latent diese Aggressivität in der Luft. Anstrengend, obwohl man selbst gar nicht viel tut oder körperlich astet!
Irgendetwas berührt meinen linken Fuß. Ich öffne die Augen. Ein langhaariger Hund mittlerer Größe steht vor mir. An der Leine zwar, doch ich kann noch nicht sehen, wohin sie führt. Es scheint eine dieser ausfahrbaren Hundeleinen zu sein. Das Tier schaut mich abwartend an, so als wollte es sagen:
Na du, habe ich dich wach bekommen? Du wolltest doch wohl hier nicht etwa einschlafen …!
Ich erzähle ihm: „Nicht schlafen, mein Freund, aber Ruhe haben. Du siehst aus, als könntest du sie auch vertragen.“
Sein Schwanz ist eingekniffen, die Zunge hängt hechelnd heraus. Vielleicht wäre er über Wasser froh, zumal er seine Kleidung nicht ablegen kann. Inzwischen hat ein jüngerer Mann, der sich als sein Herrchen entpuppt, bemerkt, dass sich sein tierischer Partner nicht mehr bei ihm befindet.
„Rolf, komm wieder her!“
Er zieht etwas an der Leine. Rolf dreht sich genervt zu ihm um. Wenn Tiere doch reden könnten.
Siehst du nicht, dass ich mich gerade unterhalte? wäre jetzt von ihm gekommen.
Genauso hat er geguckt!
„Ihr Hund stört mich nicht. Er hat sich bisher sehr gut benommen.“
Als hätte er es verstanden, legt er sich hin, die Schnauze teils zwischen, teils auf die Pfoten gebettet.
Irgendwie beruhigend. Er bleibt, bis der junge Mann sich zum Gehen rüstet. Rolf erhebt sich seufzend, schüttelt sich durch, wedelt mir noch einmal freundlich zu und zieht von dannen.

= Der Stoff für eine Daily Soap – Klappe 8 – Das unvermeidbare Quantum Tier

Auch ich trete den Heimweg an. Doch, jetzt kann ich mir besser vorstellern, wie derartiger Stoff zusammenkommt. Ein routinierter Daily Soap Schreiber würde aus diesem Material die Drehbücher für mindestens eine Woche machen.
Und für die Woche drauf das Ganze vermutlich noch einmal durchkauen …

Der Cliffhanger wäre das Paar an der Rolltreppe, das sich theatralisch vorwirft, dass alles doch so keinen Sinn hat. Er würde sie stehenlassen, die Rolltreppe betreten und nicht bemerken, dass sich sein langer Schal in einer der Stufen verfängt. Man sähe noch, wie der Wollstrang straffer und straffer werden würde. Kurz vor der Strangulation käme die Stimme aus dem Off:
Wird Uwe es überleben?
Wird Petra sich von ihm trennen?
Schalten Sie wieder ein, wenn es heißt:

                   „Das Center am Rande der Stadt“

Täglich nur bei uns (hier folgt der Sender). Kleine und große Dramen – und du mittendrin!
Nicht verpassen! Schalt ein, immer um 18.10 h
(die Musik schwillt an)

Nein, ohne mich!  Oder, einen Moment … Sollte es einen Gastauftritt von Dr. House  geben, könnte man in diesem einen Ausnahmefall  doch mit mir rechnen.
Ich sehe ihn schon mit zum Wandsbeker Krankenhaus fahren – und zwar nachdem er im Einkaufszentrum eine attraktive Douglas-Parfümerie-Verkäuferin mit einer zweckentfremdeten Wimpernformzange notbehandelt hat.
Er wird sagen: „Sie lügt.“
(Das ist nicht weiter schlimm, weil jeder Mensch lügt …)
„Untersucht ihre Wohnung. Bringt sie in die Klinik und macht ein MRT. Wahrscheinlich ist es Lupus.“ Es ist irgendwie immer Lupus …

©Januar 2011 by Michèle Legrand

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