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Dicke Wände, Schleimspuren und anderes …

Mögen Sie ein Stück mitspazieren? Es geht um nichts … Spektakuläres. Frische Luft, ein bisschen schauen, dazu ein kleiner Plausch, der unterwegs das graue Wetter hier im Norden ignorieren hilft. Und ich bin gerade ziemlich froh, dass es mit dem Spazieren wieder funktioniert, denn neulich habe ich doch glatt getestet, ob
mein Knie oder die Straße härter ist, ob gedehnte Bänder im Fuß Schmerzen verursachen und ob eine Asphaltoberfläche Platz- und Schürfwunden über der Augenbraue verursacht. (Ja, tut sie.) Nun ist alles wie-
der picobello, also könnten wir von mir aus starten.

Der OSZE-Gipfel ist mittlerweile geschafft, insofern sind keine Streckenbehinderungen zu erwarten. Ich wohne
in Hamburg sowieso in einem anderen Bezirk, einem, der letzte Woche zumindest von Sperrungen nicht direkt betroffen war, doch die Helikopter hörte man auch hier ständig. Die kreisten pausenlos über der ganzen Stadt.

Am Mittwoch, bevor der Gipfel startete und die Politiker bereits eintrafen, näherte sich nachmittags eine Passagiermaschine auf einem völlig anderen Kurs als üblich, vollzog über unserem Haus in Schräglage
eine Kurve und flog in extremem Schneckentempo weiter Richtung Flughafen. Ich munkele gern herum,
dass Außenminister John Kerry gerade einflog und ihm auf diese Weise noch ein wenig Sightseeing von
oben beschert wurde.
„Yes, Mr. Kerry, bird’s eye view of the awesome city of Hamburg. Sir, wenn Sie jetzt nach unten schauen,
you can see the Eisbahn of the Wandsbeker Winterzauber. Yes, Winterzauber. No, keine Zauberei! It’s
a Christmas Market. And look here, more on the left, standing in front of the house! Die Frau an der Tür,
sie schaut gerade hoch! …This is Michèle, you know?“
„Oh, really? I see …Wait, the one blogging about the Olivenholz?“

Das ist ein Ding mit ’nem Pfiff, oder? Ich schreibe über Hamburger Weihnachtsmärkte und erwähne gewisse Olivenholzschalen etwas näher. Was macht Mr. Kerry? Rennt vom Hotel als erstes hinüber zum Jungfernstieg und kauft sich eine! Ich habe ja beim Blog einen Abonnenten mit dem Namen John … Wahrscheinlich liest
der Gipfelgast aus den USA mit.
Oh, warten Sie, dabei fällt mir gerade etwas anderes ein!

Passiert es Ihnen auch manchmal, dass etwas Sie abrupt an schon ewig aus den Augen verlorene Menschen aus Ihrem Bekannten- oder einstigem Kollegenkreis erinnert? Ich erlebe das hin und wieder.
Irgendjemand vor mir hat einen vertrauten Gang, nimmt eine Haltung ein, die mir bekannt vorkommt. Manch-
mal erklingt eine Stimme, die mich aufhorchen lässt. Ein Singsang, ein Dialekt … Oder ein Verhalten weckt Erinnerungen!
Mir fiel daher eben spontan ein ehemaliger Kollege ein, der immer wunderbar ernst bleiben konnte, selbst wenn er anderen den größten Blödsinn erzählte. Ihm bereitete es diebische Freude, sein Gegenüber auf die Schippe zu nehmen. Doch jedes Mal, bevor es wirklich brenzlig wurde, wurde fix ein entwaffnendes „Späßle g’macht“ hinterhergeschoben. Dabei blickte er dermaßen zerknirscht drein (so echt, wie er vorher ernst geschaut hatte), dass man ihm unmöglich lange böse sein konnte.
Sie wissen, an welcher Stelle die Erinnerung an ihn bei mir aufblitzte? Genau. Außenminister Kerry hat mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit nicht vorher bei mir im Blog gestöbert. Späßle g’macht.

Und sie blitzte ein weiteres Mal auf, als ich gestern einen Vater mit seiner noch kleinen Tochter im Eiscafé sah. Der war vom gleichen Schlag wie Gernot Küppers* damals. Die beiden, Vater und Tochter, haben Espresso für ihn und ein Kindereis für die Lütte bestellt. Schneckeneis. Das kennen Sie, oder? Auf einem Teller kriecht eine freundlich wirkende Schnecke entlang. Der Leib wird aus einer Kugel Erdbeereis geformt, Hals und Kopf sind aus Vanilleeis und dementsprechend hell. Die Augen entstehen durch Schokostückchen, die Fühler sind in den Eiskopf versenkte Kekssticks, das Haus wird durch eine runde, flache Waffel, die zusammen mit einer Fruchtgummischnecke (wie Lakritzschnecke, nur rot) hochkant im Erdbeereis klemmt, nachgebildet. Sieht verdammt schick aus.
Die Schnecke wird gebracht.
„Papa, was ist das da auf dem Teller?“
„Eine Schnecke, Häschen.“
„Nein, das andere.“
Die Schnecke kriecht durch Vanillesoße.
„Das ist Schneckenschleim.“
„Iiiiehh!“
Ein weiterer Fall von „Späßle g’macht“. Ebenfalls bierernst, bestenfalls in den Augen funkelte es etwas verdächtig. Es dauerte übrigens einige Zeit, die kleine Dame wieder vom Gegenteil zu überzeugen und
zum Essen zu bewegen.

Wir kommen völlig vom Thema ab, doch auch das erinnert mich in gewisser Weise an den Kollegen Küppers. Der steckte gelegentlich den Kopf durch die Tür in mein Büro und fragte vorsichtig: „Kleines Schwätzchen?“
Sie können sicher sein, dass er selten beim ursprünglichen Thema blieb und dass es „viele kleine Schwätzchen“ wurden, falls man ihn nicht diplomatisch wieder hinausbugsierte.

Schwätzchen? Sie … und ich? Ich frag nur … Ich möchte Ihnen doch noch von den dicken Wänden erzählen.

In Hamburg gibt es auch heutzutage noch viele Bunkerbauten aus Zeiten des Krieges. So um die 700 sollen es sein, heißt es, wobei einige mittlerweile  komplett abgerissen bzw. abgetragen wurden und sich diese Gesamt-
zahl verteilt auf Hochbunker, Rundtürme, Flaktürme, Sonderbauten und einen großen Teil an unterirdischen Anlagen.
Rundtürme finden Sie z. B. noch am Baumwall oder Bahnhof Hasselbrook, an der Sternschanze oder auch dem Wiesendamm. Was am meisten, oft auch störend, ins Auge fällt, sind natürlich die großen, kantigen, grauen Stahlklötze, die Hochbunker.
Noch bis in die Zeit des Kalten Krieges hat man immer gedacht, man bräuchte sie vielleicht noch einmal als sichere Unterbringungsmöglichkeiten, als Schutzraum, für die Bevölkerung. Man hat sie erhalten, sich aber nicht sonderlich um sie gekümmert. Dann herrschte für ein Weilchen – politisch gesehen – Tauwetter, so dass sich aufgrund (vermeintlich) friedlicher Zukunftsaussichten Gedanken um eine anderweitige Nutzung gemacht wurde.

Sie haben überregional sicher verfolgen können, dass der große Bunker am Heiligengeistfeld (dort wo der Hamburger Dom stattfindet, Public Viewing während Fußball-WMs veranstaltet wird und sich ganz nah das Millerntorstadion (FC St. Pauli) befindet), umgestaltet werden soll. Auf ihm könnte ein großer Dachgarten entstehen (zugestimmt ist dem bereits), doch wie die Bunkerbegrünung  etc. im Detail aussehen soll und am Ende realisiert wird, ist immer noch nicht abschließend geklärt. Ob es wirklich fünf zusätzliche Stockwerke sind, die genehmigt werden und wie so eine Baumanpflanzung in luftiger Höhe funktioniert und auf Dauer auch überlebt … Warten wir es einfach ab.
Dieser ehemalige Bunker (Flakturm) an der U-Bahn Feldstraße ist heute als Medienbunker bekannt, mit vielen Firmen, die sich mit Film, Musik oder Unterhaltung beschäftigen. Auch der Club Uebel & Gefährlich ist dort. Die Nutzung hier also: medienlastig.
Werden andere Bunker in heutiger Zeit ohne größere vorherige Umbauten genutzt, geschieht das ebenfalls häufig durch gewerbliche Mieter, und es wird durchaus von lärmintensiven Gewerbezweigen geschätzt, denn
der Schallschutz ist schließlich hervorragend.

Oder es sind Lagerräume eingerichtet. Hier im Stadtteil Eilbek in der Schellingstraße wird er im unteren Bereich so genutzt, oben wird gewohnt.
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Hamburg - Hochbunker - Eilbek, Schellingstraße

Hamburg – Hochbunker – Eilbek, Schellingstraße

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Werden sie richtig verändert, sind natürlich der Nutzung, der inneren und sogar der äußeren Gestaltung keine Grenzen gesetzt. In Altona gehört ein Bunkergebäude zum Krankenhaus, die Außenhaut mit schönen Motiven verziert, auf dem Allendeplatz steht ein umgebauter Hochbunker, in dem ein Bereich der Universität eingezogen ist. Dem Gebäude sieht man seinen Ursprung gar nicht mehr an. Weiße Fassade, viele Fenster, gerundeter Eingangstorbogen.

In meinem Bezirk gibt es recht viele Hochbunker, die bis vor ein paar Jahren noch in einem ziemlich desolaten Zustand waren. Manchmal kaschiert die Natur ein wenig hässliche, beschädigte Betonfassaden. Hier in diesem Bunker in der Von-Hein-Straße, wurden (werden wahrscheinlich immer noch) Probenräume für Musiker/Bands vermietet. Von der Von-Hein-Straße aus wurden (werden) die insgesamt sieben Hamburger Musikbunker verwaltet.
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Hamburg - Hochbunker in Wandsbek - Der Musikbunker in der Von-Hein-Straße

Hamburg – Hochbunker in Wandsbek – Der Musikbunker in der Von-Hein-Straße

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In Zeiten des erhöhten Wohnraumbedarfs bis hin zum akuten Wohnungsmangel, wird jedoch mehr und mehr der Komplettumbau der noch vorhandenen Hochbunker ins Auge gefasst, und so entsteht vielerorts neuer Wohnraum. Das ist jedes Mal ein sehr umfangreiches, mühevolles Projekt, denn das alte Bauwerk zeigt sich widerspenstig und steht zudem stets inmitten bewohnter Häuser.

Ein Umbau zieht sich locker über drei Jahre und mehr hin und ist in dieser Zeit auch nur dann erledigt, wenn wirklich den ganzen Tag über gearbeitet werden kann und darf. Denken Sie nur an den damit verbundenen Lärm! Pressluft-/Stemmhämmer kann man nicht oder kaum einsetzen, Sprengungen sind im Grunde ausge-
schlossen. Bevor die Nachbarschaft ausnahmslos reif fürs Krankenhaus oder die Insel ist, ist folglich gute Vorplanung der Arbeiten zwingend notwendig und die Lärmreduzierung oberstes Ziel.
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Hamburg - Hochbunker - Üblicherweise inmitten anderer Wohngebäude .... Hier: Von-Hein-Straße

Hamburg – Hochbunker – Üblicherweise inmitten anderer Wohngebäude …

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Wenn Sie den nachfolgenden ehemaligen Bunker in der Wielandstraße betrachten, ahnen Sie vermutlich gar nicht, welche Wände sich z. B. vor Umbaubeginn hier befunden haben. Man sah von außen nur einen zum Teil beschädigten, recht schäbig wirkenden, monströsen Block, der aus 30.000 Tonnen Stahlbeton bestand. Maße: 42 m lang, 17,5 m tief und 22 m hoch.
Haben Sie eine Vorstellung im Hinblick auf die Stärke von Bunkerwänden? Die Mauern dieses Gebäudes hatten ursprünglich eine Dicke von zweieinhalb Metern! Da hätte man Sie mit hochgestreckten Armen quer einmauern können. Selbst wenn in diese Wände großzügig verteilt Fenster eingebaut würden, käme das Licht von außen trotzdem kaum bis in den Wohnraum; es müsste ja zunächst durch eine Art lange Schachtöffnung dringen. Ein Großteil des Lichts würde dabei geschluckt …
Können unter solchen Umständen daraus jemals helle Wohnungen werden?

Wenn zudem keine leistungsstarken Hämmer eingesetzt werden und keine Explosionen zugemutet werden können, wie bekommt man dennoch einen Bunker – salopp gesagt – zerlegt und Betonmassen reduziert?
Man nimmt einen großen Bagger, setzt ihn mit einem Kran erst auf das, später ins Gebäude hinein und ar-
beitet sich Stockwerk für Stockwerk durch das Innere.
Hier, im Falle des Bunkers in der Wielandstraße, wurden auf diese Art fast zwei Drittel des Stahlbetons ab-
getragen. Nur noch 11.500 t sind übrig geblieben und dort, wo bereits zu Kriegszeiten durch einen Bomben-
einschlag Schäden entstanden waren, wird am Ende Fehlendes – zur vorhandenen Optik passend – wieder ergänzt.
Die Wandstärke hat sich jetzt enorm reduziert. Die Mauertiefe beträgt nur noch 1,10 m, und das hat im posi-
tiven Sinn zur Folge, dass nicht nur die verfügbare Innenraumfläche zunimmt, sondern nun endlich auch der zukünftige Lichteinfall stimmt. Ein einstiger Hochbunker wird auf diese Art zum Wohnhaus mit sieben Etagen und 32 neuen Wohnungen unterschiedlicher Größe und Raumanzahl. So langsam ist das Haus bezugsfertig (2017) – nach ungefähr drei Jahren des Umbaus.

In Erinnerung an den geschätzten Kollegen Küppers das folgende Foto mit dieser Bildbeschreibung:
„Nach Umbau inklusive einer hauseigenen Landebahn … “
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Hamburg - Hochbunker in Eilbek - Umbau in der Wielandstraße/Ecke Schellingstraße

Hamburg – Hochbunker in Eilbek – Umbau in der Wielandstraße/Ecke Schellingstraße

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Ein anderes Projekt entsteht ebenfalls in Eilbek in der Börnestraße. Dort finden von einem ehemaligen Hochbunker außer der Sohlplatte lediglich die beiden Seitenwände weitere Verwendung. Hier werden es zukünftig 14 Wohnungen in sechs Etagen sein, und ganz oben entsteht ein Penthouse als Staffelgeschoss
mit Ausblick in alle Himmelsrichtungen.
Die ehemaligen Bunkerseitenwände werden nach Fertigstellung weiterhin nach Bunker aussehen. Sie sollen
nur gereinigt werden. Auch hier vergehen immerhin knapp zwei Jahre (plus fünf Monate für Abbrucharbeiten
im Vorfeld), bis aus dem ehemaligen Hochbunker ein Wohngebäude entstanden sein wird.
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Hamburg - Hochbunker in Eilbek - Umbau in der Börnestraße

Hamburg – Hochbunker in Eilbek – Umbau in der Börnestraße

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So, Herrschaften. Feierabend? Feierabend. Heute haben Sie und ich uns passend zum grauen Wetter graue Bauten angesehen und wissen nun, wo es dickwandige Gebäude gibt. Für alle Fälle. Man weiß ja nie …

Sie wissen, wie Sie heimkommen? Fein. Dann lasse ich Sie nun alleine und verabschiede mich bis zum nächsten Mal. Ich denke, Mr. Kerry müsste mit seiner Olivenholzschüssel inzwischen auch wieder zurück sein.
Haben Sie weiterhin eine schöne Adventszeit! Eventuell lesen wir uns noch einmal vor Weihnachten.

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(*Name geändert)

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© by Michèle Legrand, Dezember 2016
Michèle Legrand

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Vom Zebra überholt …

Ich bin heute von einem Zebra überholt worden! Das heißt, davor wollte noch jemand wissen, wo Zimbabwe liegt. Aus diesem Anlass melde ich mich ausnahmsweise kurz zwischendurch.
Diese Sache mit der Geografiefrage ereignete sich draußen, das afrikanische Wildpferd ist hingegen plötzlich mitten im Einkaufszentrum an mir vorbeigezogen.

Zuerst spricht mich auf dem Gehweg, während ich gerade etwas in meiner Handtasche verstaue, eine junge und durchaus sympathisch klingende Frauenstimme von hinten an:
„Können Sie mir sagen, wo Zimbabwe liegt?“
Wären Sie nicht auch verdutzt?
Es ist eine sehr junge, freundlich wirkende Frau, die in meinem Blickfeld auftaucht, als ich den Kopf wende. Sie streckt mir einen Miniglobus, nicht größer als eine anständige, wohlgenährte Clementine, entgegen und schaut mich fragend, fast bittend an.
(Ich muss gestehen, ich war anfangs auf der völlig falschen Fährte. Sie wirkte wie eine Schülerin, so dass ich annahm, sie hätte in der Oberstufe ein Projekt mit Umfrage – oder aber, sie wüsste es tatsächlich nicht.)
Ich kann auf dem kleinen bunten Erdball ohne Brille die Schrift nicht erkennen, und das sage ich ihr auch. Daraufhin meint sie, dass die meisten Menschen eben nicht wüssten, wo Zimbabwe zu finden sei. Es klingt, als hielte sie meinen Hinweis auf die gerade fehlende Brille für eine Ausrede, weil ich in Wirklichkeit nicht zugeben möchte, dass ich keine Ahnung habe.
Das mag ich so nicht auf mir sitzen lassen, also nehme ich die Kugel in die Hand, erkenne die Kontinente und somit grob auch Afrika. Ich konzentriere mich auf den Süden, bemerke zum Glück sogar unbebrillt die Insel Madagaskar, so dass ich weiß, ich welcher Höhe ich im Süden des Kontinents mit dem Zeigefinger ungefähr mittig hineinstupsen muss.
(Bei dem kleinen Globus ist da eh nicht so viel Fläche, um mit dem Finger noch genauer zu landen.)
„Hier“, sage ich, „ungefähr hier liegt Zimbabwe.“
Sie wirkt überrascht.
„Ja, stimmt!“
Ach, sie weiß es also doch! Für mich ist damit der Fall erledigt, zumal sie stumm bleibt. Ich verabschiede mich und gehe weiter. Und?
Ich hab’s nicht mitbekommen! Habe nicht verstanden, dass sie eigentlich für Oxfam werben wollte und mit Sicherheit mit mir noch gar nicht fertig war! Ich entdeckte im Weitergehen den Oxfam-Stand und noch eine weitere Person, die im Gespräch mit einem Passanten war und einen ebensolchen Globus in der Hand hielt. Aus Zeitgründen bin ich nicht noch einmal umgedreht.
Ein bisschen dumm gelaufen. Ich finde die Organisation nämlich richtig gut und deren Projekte und Aktionen lobenswert, das möchte ich betonen – doch wenn sie nicht sagt, was sie tatsächlich möchte, dann ist das nicht ganz so günstig. So gehetzt habe ich sie wirklich nicht …

Noch etwas in Gedanken betrete ich das Einkaufszentrum, nehme die Treppe nach oben, laufe dort den Gang entlang. Zack, zieht es an mir vorbei! Das Zebra.
Kleiner, als ich das Steppenpferd aus dem Zoo in Erinnerung habe. Mit Reiter! Und kaum habe ich mich von meinem Erstaunen erholt, taucht zusätzlich ein Einhorn auf.
Ein Einhorn!
Es ist Action im Einkaufszentrum. Ein halbes Gestüt scheint sich hier im Obergeschoss zu befinden. Die Zebras in unterschiedlichen Größen und das Einhorn sind natürlich die Exoten, ansonsten gibt es durchaus auch braune und schwarze Hauspferde unterschiedlicher Größe.
Plüschreittiere - Pferde, Zebras, Einhorn
Sie haben es erkannt: Die Attraktion im EKZ sind zurzeit pflegeleichte, echt wirkende, aber keine lebendigen Wesen – was der Begeisterung der galoppierenden Kinder keinesfalls Abbruch tut. Die Reittiere sind erstaunlich. Sie haben keine Batterien oder Motoren! Sie müssen andererseits aber auch nicht ständig durch einen Erwachsenen angeschoben werden, was für den Schieber und auch für das Kind ziemlich langweilig wäre.
Es sind recht ansehnliche Plüschtiere für unterschiedliche Altersgruppen, die sich auf Rollen bewegen und durch eine Reitbewegung in Schwung gebracht werden können. Beim Auf und Ab im Sattel (man steht in dem Moment im Steigbügel bzw. auf einer Art von Pedal) wird irgendeine Mechanik im Inneren in Gang gesetzt. Es ziehen sich wohl (untechnisch ausgedrückt) Teile zusammen, die sich kurz darauf wieder entspannen – was für das Vorwärtskommen sorgt. Eine feine Sache, denn hier muss man selbst etwas tun, muss Gleichgewicht halten, auf die Koordination achten …
Die jungen Reiter sind konzentriert bei der Sache. Die Kleinsten werden von den Eltern auf Schritt und Tritt begleitet, damit sich kein Zebra zur Rolltreppe verläuft. Notfalls können Kind und Tier angeschoben werden, wenn die Kraft nachlassen sollte.

Zebra unterwegs ... (Plüschtier zum Reiten)

Zebra unterwegs …

Die etwas größeren Mädchen behandeln ihr Reittier wie ein echtes Pferd und ahmen eine vorbildliche Reitposition nach. Sie möchten es „richtig“ machen. Zwei Jungen, die mir auf braunen Pferden begegnen, liefern sich hingegen eine rasante Verfolgungsjagd. Bei ihnen ist es mehr ein Western, der abläuft. Und ganz kleine Mädchen sitzen unendlich verzückt auf dem Einhorn …

Reiter im EKZ (Plüschpferde zum Reiten)

Reiter im EKZ …

Ich wurde noch weitere Male von Pferden, Zebras und dem Einhorn überholt oder bin ihnen gelegentlich beim Verlassen eines Ladens vor die Hufe geraten. Ein Mädchen rief ihrem Ross daraufhin tatsächlich ein „Brrr“ zu.

Was der Spaß kostet? Die Reitgebühr beträgt je nach Pferdgröße zwei bis drei Euro pro zehn Minuten Ausleihzeit. Die sind immer sehr schnell herum! Ein wenig günstiger als der Kauf eines solchen Tieres ist es dennoch.

Liebe Leser, wissen Sie, wie meine heutigen Empfehlungen für Sie lauten?
1) Falls Sie jemand ansprechen sollte, dem daran liegt zu erfahren, wo sich Zimbabwe befindet, warten Sie, nachdem Sie es gezeigt haben, ein bisschen länger als ich. Derjenige hat vielleicht doch noch ein separates Anliegen.
2) Interessieren Sie sich jetzt – weil Kinder in der Familie sind – spontan für Pferd, Zebra oder Einhorn, dann googeln Sie doch einfach einmal und schauen unter Pony Cycle.

 

© by Michèle Legrand, April 2015
Michèle Legrand - freie Autorin - ©Fotograf Andreas Grav

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Lottozahlen, Orientierungsschwächen und sonstige Dinge der Woche …

Spielen Sie Lotto? – Bitte? Ob ich? Nein, ich spiele nicht.
Damit wäre die Geschichte im ungünstigsten Fall bereits zu Ende …
Ich habe mir jedoch, ungeachtet meiner eigenen Lottoabstinenz, erlaubt, stattdessen an Sie zu denken – sofern Sie Lotto spielen.

Manchem Tipper fällt es schwer, die Zahlen zu bestimmen. Ich rede von den vermeintlichen Glückszahlen der Woche. Wer nicht immer die Geburtstage der Familie inklusive seines eigenen wählen möchte, gerät schnell in die Bredouille. Was soll man nehmen, wonach auswählen, wie entscheiden?
Es gibt Spieler, die lieber für jede Wochenziehung unterschiedliche Zahlen verwenden möchten, damit sie sich – sollten sie aus irgendeinem Grund vergessen, den Schein abzugeben – nicht tierisch ärgern. Sie wissen es ja selbst, wenn Sie persönliche, feststehende Daten wählen, kennen Sie die Zahlen in- und auswendig und beißen sich in den Hintern, wenn genau diese Gewinnzahlen gerade dann gezogen werden, wenn Sie einmal nicht dabei sind. Sie wüssten haargenau, was Ihnen durch die Lappen gegangen ist. Auf Heller und Pfennig.
Welche Zahlenauswahl also sonst?
Es muss etwas sein, was Sie sich nicht dauerhaft merken können. Sie könnten einfach willkürlich irgendwo auf dem Schein Ihre Kreuze machen, das Blatt sofort umdrehen, nur … Das wirkt so furchtbar lieblos und undurchdacht! So, als hätten Sie sich überhaupt keine Mühe bei der Wahl gegeben.
Kann so ein Schein je gewinnen?

Sie sehen, Hilfe von außen wäre nicht schlecht, und just da komme ich ins Spiel. Während ich in der Erde wühlte und allgemein viele Stunden im Grünen schuftete, kamen mir einig lottoschöne, lotteriekonforme Zahlen unter.

Frühlingserwachen - Krokusse

Frühlingserwachen – Krokusse

Die im letzten Blogpost erwähnte Grauwetterperiode endete am darauffolgenden Wochenende. Von da an herrschte fast eine ganze Woche lang Sonnenschein bei milderen Temperaturen. Ideal, um einen Teil der allmählich pressierenden Gartenarbeiten zu erledigen. Leider war der Februar ungenutzt ins Land gegangen. Zu kalt, zu viel Graupel und Konsorten. Für die verbliebenen Aussäge- und Auslichtungsarbeiten wurde es fast schon zu spät in dieser Saison – allerdings hatte die penible Kontrolle der betroffenen Büsche und Sträucher ergeben, dass sich dort keine Vogelnester im Bau befanden.
So konnte es losgehen – jedenfalls fast. Lediglich die Stolperfallen in Form von Maulwurfshügeln mussten zuvor noch eingeebnet werden.
42. Nicht die Antwort auf die Frage „nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“ (Douglas Adams – „Per Anhalter durch die Galaxis“), sondern in diesem Fall die Anzahl der von einem arbeitswütigen Mauli aufgeworfenen Erdberge. Stolze 30 davon auf der Rasenfläche, 12 in den Rabatten.
Was hat der Lump nicht alles erfolgreich hochgedrückt und ausgebuddelt!

Und hier haben Sie bereits Ihre ersten Lottozahlen, 12, 30 und 42.
(Doch, doch, ich bin sicher. Die sind so etwas von energiegeladen!)

Einkürzen, auslichten, sägen ...

Einkürzen, auslichten, sägen …

Gartenarbeit. Es fällt immer mehr an, als man denkt. Ein Stadtgarten kleineren Ausmaßes, jedoch ein Eckgrundstück mit viel Heckenanteil. Dazu zahlreiche Rankgewächse, Kletterrosen, eine Sammlung Sträucher als Ausgleich für einst beim Sturm entwurzelte Bäume …
Aufgrund der Ecklage haben Sie automatisch auch mehrere Grundstücksnachbarn – oder solche, die es meinen zu sein, selbst wenn zwischen den Grundstücken öffentliche Wege verlaufen und zusätzlich trennende Randstreifen existieren, die Areale somit also nicht wirklich aneinanderstoßen.
Egal, wie es im Feinen oder Groben ausgelegt wird, es sind irgendwie Anrainer und Mitreder, und schon sind Sie entlang der Grenzen ständig am einkürzen und in Schach halten. Ich mag es vom Stil her natürlich, nur habe ich in besagter umliegender Nachbarschaft zwei Menschen, die jedes Gewächs, das die Größe von 50 cm überschritten hat, gnadenlos eliminieren. Oder wenn sie ausnahmsweise tatsächlich etwas Größeres als Sichtschutz bzw. Schattenspender besitzen, stutzen Sie es so zurück, dass es potthässlich aussieht. Sägen es derart ab, dass das Ergebnis einer Amputation gleicht. Nur noch traurige Stümpfe ragen in die Höhe. Furchtbar!

Was ich dagegen unternehme? Nichts. Es ist ihr Garten. Es ist ihre Sache. Ich lasse sie auf ihren Grundstücken machen, wonach ihnen der Sinn steht, nehme auch hin, dass mich einige Gewohnheiten ärgern oder ein Anblick stört. Leider ist diese Toleranz nicht gegenseitig.
Es besteht das unbezwingbare Verlangen, mich immer dann, wenn ich entlang der Außenhecken aktiv bin und (wie blödsinnig, allein schon deshalb!) gerade sowieso wieder für den akkuraten Rückschnitt sorge, mich prinzipiell stets dann anzusprechen und mir im Befehlston oder alternativ quengelnd vorzuschreiben, wie tief das Zurückschneiden auszufallen hat. Im gleichen Atemzug wird die Forderung herausgehauen, was prinzipiell bei der Gelegenheit noch alles verschwinden könnte und wie es bei mir bitte schön möglichst überhaupt auszuschauen hätte. Jedes Mal!
Das Murmeltier lässt grüßen …

Nun erlebte ich eine persönliche Überraschung. Wahrscheinlich folgt jetzt nicht das, was Sie denken. Sie tippen vermutlich auf plötzliche Zurückhaltung des Gegners. Ach, wo denken Sie hin. Eher das Gegenteil.
Nein, stellen Sie sich vor, ich habe es seit 29 Jahren hingenommen, habe vorbeugend gehandelt (prophylaktisch mehr abgeholzt), war beim persönlichen Aufeinandertreffen diplomatisch, kompromissbereit, harmoniebestrebt – doch am 9. März 2015 wurde es mir zu blöd. An diesem Montag ist mir doch sage und schreibe die Hutschnur gerissen!
Dieser Tag wird im Kalender angestrichen!
Stolz bin ich nicht darauf, denn es wird neue Konflikte nach sich ziehen. Momentan herrscht eine etwas frostige Atmosphäre, obwohl am Ende die Wogen geglättet werden konnten. Alarm? Entwarnung? Wer weiß schon, welche neuen, entzückenden Ideen bereits in fremden Köpfchen vor sich hinbrutzeln …

Merken Sie sich als weitere Lottozahlen bitte die 9 sowie die 29 vor.
(Doch, doch, auch das sind Glückszahlen! Sie zeugen von Durchsetzungswillen.)

Aussägearbeiten am  Haselnussstrauch - Der Haufen wächst ...

Aussägearbeiten am Haselnussstrauch – Der Haufen wächst …

Ich habe viel aussägen müssen. Besonders an einem sehr groß und breit geratenen Haselnussstrauch, einer Bluthasel mit rötlichem Laub. Sie ist nun wiederum der Lieblingsort der Eichhörnchen, die hier oft zu Gast sind. Ich habe in all den Jahren noch nie auch nur eine Nuss geerntet. Das liegt nicht am fehlenden Fruchtansatz! Oh, nein! Es liegt an den rotbraunen Nussknackern, die vorher schon alles wegtragen, manchmal auch gleich aufschnabulieren oder flink vergraben.
Jeden Morgen kommen ein bis zwei Hörnchen auf einem ganz speziellen Weg in den Garten. Sie hangeln sich an der Grundstücksgrenze immer entlang derselben Gewächse. Von Baum zu Busch, von Busch zu waagerecht verlaufenden Rankhölzern, hinauf in die Birke, herunter aufs Dach des Gartenhäuschens, und letztendlich entern sie zielsicher den großen Haselstrauch. Wippen, schaukeln und zischen enthusiastisch von oben nach unten und umgekehrt. Die mehrjährigen Triebe sind bis zum Auslichten teilweise oberarmdick gewesen. Perfekte Balancierstangen, Abspring- und Landezonen.

Tja, und nun habe ich etwa 2/3 der Alttriebe entfernen müssen, und die zwar zahlreich nachwachsenden, jedoch nur fingerdicken, labberigen, noch unverzweigten Neutriebe biegen sich beim Anflug der Akrobaten recht flott nach unten. Die Folge: Flughörnchen sackt durch und hängt unverhofft ziemlich bodennah! Dass es damit definitiv nicht gerechnet hat, erkennt man an dem anschließenden Blick, den ich durchaus als perplex bezeichnen würde.
Im Moment weichen A-Hörnchen und B-Hörnchen demonstrativ auf den etwas stabileren Hartriegel daneben aus. Was auffällt, ist ein gewisser ratloser Blick, mit dem sie den Boden absuchen. Ich habe fast das Gefühl, das durch das Aussägen doch verändert wirkende, nun ungewohnte Umfeld, hat ihnen ihre Orientierungspunkte genommen, und ohne diese Hilfe finden sie nicht auf Anhieb die Plätze wieder, an denen sie etwas vergraben haben.
Ich habe fast ein schlechtes Gewissen …

Eichhörnchen spürt seine Verstecke auf - die Suche nach vergrabenen Nüssen ist intensiv ...

Eichhörnchen spürt seine Verstecke auf – die Suche nach vergrabenen Nüssen ist intensiv …

Eichhörnchen sucht nach eventuell noch vorhandenen, einst verbuddelten Haselnüssen ...

Eichhörnchen – Die Suche geht weiter …

Eichhörnchen am Boden - wirkt etwas verwirrt ...

Eichhörnchen am Boden wirkt etwas verwirrt. – Die Frage, die es beschäftigt: Wo hatte ich doch gleich meine Nuss vergraben …?

Der Blick ist schon herzzerreißend, oder?
Liebe Freunde mit den buschigen Schwänzen, es tut mir echt leid! Beschwert euch doch bitte auch bei den angrenzend lebenden Quakbüdeln, den Herrschaften mit den ewigen Sonderwünschen. Macht gehörig Rabatz oder sonst etwas …

Zurück zu Ihnen und den Lottozahlen.
Es fielen bisher sieben Müllsäcke an kleingehäckseltem Bioabfall plus zwei komplette Mülltonnenfüllungen an. Die dicken, schweren, inzwischen in handliche Teile zersägten Stammstücke (36) sind gar nicht mitgerechnet. Die liegen hier immer noch gestapelt.
Folgende weitere Glückszahlen stehen zur Verfügung.  2, 7 und 36
(Doch, doch, auch die gehören dazu. Ich fühle es.)

Wenn es mittlerweile mehr Zahlen sind als erforderlich, nehmen Sie die zwei Überzähligen als Reserve. Wählen Sie die schönsten aus! 6 aus 8. Losen Sie, welche rausfliegt! Was auch immer, Sie finden schon einen Weg.
Ihre empfohlenen Glückszahlen zur besseren Übersicht hier nun auf einen Blick:

Lottozahlen (zum Blogpost)
Ich versichere Ihnen, dass ich mich vor der Auswahl von meinem ordnungsgemäßen Zustand überzeugt habe. Dennoch sind die Zahlen wie immer ohne Gewähr. Vergessen Sie bitte nicht, den Schein abzugeben! Zu guter Letzt ein Hinweis das Ausfüllen betreffend: Stoppen Sie rechtzeitig nach sechs Kreuzen! Viel Glück!

Der Kontrollblick auf die Uhr verrät mir gerade, dass meine Zeit für heute um ist. Ich muss Sie jetzt alleine lassen. Falls noch Fragen auftauchen sollten, finden Sie mich im Garten. Oder Sie hinterlassen einen Kommentar.

Einen nicht zu hektischen zweiten Teil der Woche mit möglichst viel Sonnenschein wünsche ich Ihnen!
Bis zum nächsten Mal!

© by Michèle Legrand, März 2015
Michèle Legrand - freie Autorin - ©Fotograf Andreas Grav

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In den Wehen …

Ich wollte Ihnen heute kurz von diesen leidigen Wehen erzählen. Das war seinerzeit echt unangenehm. Durchaus schmerzhaft! Mir fiel es am Sonnabend wieder ein …

Ich hatte am vergangenen Wochenende einen Intensivkurs belegt. Thematisch völlig anders geartet, ganz ohne Wehen. Er startete am Freitagabend und endete erst am späten Sonntagnachmittag.
Jeder dieser Tage begann für mich mit einer Autofahrt zum Kursort.  Am Sonnabend erreichte uns hier im Norden nun plötzlich der Winter. Ich spreche vom sichtbaren, weißen Winter. Der Schneefall setzte relativ unerwartet ein und fiel erstaunlich intensiv aus. Nicht allein während der Fahrt, die weißen Kristalle stoben tagsüber noch geraume Zeit während des Kursus wild vor dem Fenster umher.
Als ich mich am Abend auf den Rückweg machte, hatte der Flockentanz ein Ende gefunden. Mir fielen die durch Räumfahrzeuge fabrizierten kleinen Schneewälle links und rechts am Straßenrand auf. So hatte es schon einmal ausgesehen. Nur, dass die Haufen zu jener Zeit ein bisschen höher gewesen waren …

Früher (ganz früher) habe ich außerhalb, nördlich von Hamburg, in Schleswig-Holstein gelebt, fuhr allerdings jeden Tag mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt. Auch in jenem Winter. (Lassen wir einfach das genaue Jahr weg, es klingt sonst wirklich so, als berichtete ich bereits aus der Gruft.)
In diesem Winter gab es eine Schneekatastrophe, von der die Menschen in Schleswig-Holstein heute noch sprechen. Abgeschnittene Ortschaften, eingestellter Verkehr, Versorgungsprobleme, Stromausfall, frierende Menschen, leidende Tiere, Hubschraubereinsatz, Katastrophenalarm …  All das war damals an der Tagesordnung.
An einem erstaunlich zivil wirkenden Morgen, der Schnee auf den Straßen war in der Nacht geräumt worden, die Hauptverkehrsstraßen präsentierten sich halbwegs frei, brachte mich mein Bus durch eine verschneite Landschaft zum Zug, der wiederum seine Tour ins Zentrum von Hamburg meisterte. Der Anschlussbuss erschien, und die letzte kleine Schlitterpartie zu Fuß zum Ziel verlief ebenfalls unfallfrei.
Doch dann setzte am Vormittag neuer Schneefall ein.
Unglaubliches Schneegestöber!
Man sah die Hand vor Augen nicht!  Ich machte mich eher auf den Heimweg, weil es hieß, der Zug- und Busverkehr würde später eingestellt werden. Der erste Teil auf Stadtgebiet klappte, da ich auf die U-Bahn umsteigen konnte, die anfangs unterirdisch fährt. Sobald sie jedoch auf die freie Strecke wechselte, gab es Verzögerungen. Es folgten Zugwechsel, danach massive Verspätungen und lange Wartezeiten auf Bahnhöfen. Ich wähnte mich glücklich, als dieser Part geschafft war und obendrein mein Bus an der letzten Haltestelle stand und wartete. Er war also noch im Einsatz! Dem Himmel sei Dank!
Die Fahrt startete im Schneckentempo Richtung Norden. Schneetreiben ohne Ende. Die gut ausgebauten Straßen und dichter bebauten Gebiete endeten. Irgendwann verläuft die Strecke dieser Buslinie (das ist auch heute noch so) entlang einer Landstraße, zu deren Rechten und Linken sich nur Felder befinden. Kurz bevor der Fahrer auf diese Straße abbiegen musste, stoppte er seinen Bus und hielt Rücksprache mit der Zentrale. Das Resultat: die sofortige Einstellung des Busverkehrs auf dieser Strecke. Neuschnee, Glätte und eine durch Schneeverwehungen verengte Fahrbahn, hatten die Verantwortlichen zu dem Schluss kommen lassen, dass das Risiko steckenzubleiben zu groß wäre. Sämtliche Fahrgäste mussten den Bus verlassen. Taxis gab es keine.
Was tun?
Stehenbleiben war keine ratsame Lösung. Mein restlicher Heimweg betrug noch ca. 3,5 km. Mit vier anderen Personen, die in die gleiche Richtung wollten, machte ich mich auf, die Strecke zu Fuß auf der verlassenen Straße zurückzulegen. Hier fuhr gar nichts mehr. Warme Kleidung trug ich durchaus, nur war Mademoiselle Legrand damals noch relativ uneinsichtig, was wirklich adäquates Schuhwerk anging. Sie trug sommers wie winters höhere Absätze. An diesem Tag befanden sich diese an weinroten Stiefeletten.
Versuchen Sie sich am besten vorzustellen, dass jemand, der höhere Absätze gewohnt ist, absolut nichts dabei findet, damit auch durch Schnee zu stapfen und dass dieser jemand es auch unbeschadet hinbekommt.
Unter normalen Umständen …

Der Marsch begann beinahe lustig. Es wurde herumgealbert. Mit einer gehörigen Portion Sarkasmus.
Was bleibt einem denn sonst auch übrig in einer solchen Situation!
Nach einem knappen Kilometer gelangten wir dorthin, wo nirgends mehr Bäume wuchsen, die so gnädig waren, den Wind zu bremsen. Der Schneefall hatte wieder zugenommen und heftige, eisige Windböen trieben dichte Flocken, jedoch ebenfalls stecknadelspitze, harte Eiskristalle quer über die freien Felder auf die Straße zu. Die Augen tränten, die Kälte biss im Gesicht, die Tropfen an der Nase froren sofort ein. Sicht war kaum vorhanden, doch die Straße verlief glücklicherweise schnurgerade. Sobald rundherum alles weiß ist, ist allerdings auch dieses Wissen nur eine theoretische, höchst unzuverlässige Hilfe. Man verliert die Orientierung. Es waren letztendlich eher die an den schneereichen Vortagen beim Räumen bereits beidseitig aufgeschütteten Wälle, die recht sicher anzeigten, wo es langging.
Die Gruppe driftete auseinander. Das Tempo jedes Einzelnen war zu unterschiedlich. Vielleicht waren wir real gar nicht weit voneinander entfernt, doch wir sahen uns nicht mehr.
Der Wind war nicht nur stark und kalt, er war auch laut. Selbst Schneefall und Schneedecke am Boden konnten das Brausen und Pfeifen nicht merklich dämpfen. Ich hörte daher das Motorengeräusch erst, als es fast vor mir war. Ein plötzliches tiefes Brummen, und im nächsten Augenblick zuckte ein gelbes Warnblinklicht inmitten der Flockenwand.
Ein großer Schneepflug tauchte wie aus dem Nichts vor mir auf!
Mir war klar, dass der Fahrer mich garantiert nicht sehen würde. Also sprang ich hektisch nach links in die Schneewehen, krabbelte in ihnen aufwärts und versuchte, mich dadurch gleichzeitig noch weiter von der Fahrbahn zu entfernen. Es glückte  – ich bekam lediglich unvermittelt eine ziemliche Ladung Schnee ab, die der Pflug zur Seite ausblies.
Das Ungetüm fuhr weiter, Stille kehrte ein. Langsam traute ich mich wieder aus dem Schnee heraus. Als ich auf die Straße sprang, bemerkte ich zu spät, dass der Absatz des einen Schuhs die vorangegangene Aktion nicht überstanden hatte und abgebrochen war. Ich knickte bei der Landung auf der Fahrbahn ziemlich unsanft um …

Heute weiß ich gar nicht mehr so genau, wie ich den Rest der Strecke geschafft habe, aber in dem Moment beißt man sehr fest die Zähne zusammen, hält durch und humpelt heim. Es gibt keine Alternative …
Schnee habe ich danach irgendwie sehr lange nicht gemocht.
Und sonst?
Seit dieser Zeit trage ich im Winter etwas besser geeignete Schuhe. Madame ist schließlich lernfähig.

Sie allerdings, liebe Leser, Sie wissen nun, warum „in den Wehen sein“ schmerzhaft ausfallen kann …
Ganz ohne Schwangerschaft.
Schnee-Engel

©by Michèle Legrand, Januar 2015
Im Schnee - M. Legrand

 

 

 

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Sag mal, wo lernt ihr denn so etwas …?

Er ist inzwischen genervt. Der Knabe hat die letzten Minuten mit dem bisher vergeblichen Versuch verbracht, die Verpackung eines original verschlossenen Playmobil-Sets zu knacken. Das Ding ist dermaßen zu, zuer geht es nicht.
Während viele (häufig) weibliche Wesen dazu tendieren, ein Objekt beim Öffnen der Verpackung relativ unzerstört zu belassen (selbst den schnöden Außenkarton!), kehrt mancher (meist) Mann nach einer Zeit – in der er zumindest gezeigt hat, dass er guten Willens war, es gesittet zu versuchen – den wilden Kerl heraus. Nach dieser Anstands- und Versuchsphase, also nach maximal drei Minuten, wird seine Vorgehensweise zielstrebiger, resoluter. Er schaltet um auf pure Gewalt.
Dieses junge männliche Wesen ebenfalls. Ohne Rücksicht auf Verluste. Das wilde Reißen führt zum Teilerfolg; die Verpackung ist geöffnet. Allerdings hat die Methode auch einen Nachteil: Es fliegt die Hälfte des Inhalts in der Gegend herum.
„Ochhh! Mann! Oma, das ist doch voll Kacke!“, stellt der Zerrer frustriert fest.
„Pssschht! LEO! Das sagt man nicht!“, heißt es postwendend. Man hört, wie empört die Luft eingesogen wird.
Er vernimmt es gedämpft, denn er liegt bereits auf dem Boden, um die Einzelteile einzusammeln. Jetzt erscheint sein Kopf oberhalb der Tischkante:
„Ja, aber, das ist doch wirklich Kacke! Wie kam man das so blöd verpacken! Oma, ich meine ja nicht, dass Playmobil doof ist. Also, dein Geschenk! Nur, dieser Kackkarton!“
Oma beherrscht sich. Sie erwidert äußerlich ruhig:
„Leo, das habe ich schon richtig verstanden! Aber dieser Ausdruck mit Kacke, der muss doch nun wirklich nicht sein! Sag mal, wo lernt ihr denn so etwas? In der Schule?“
Leo ist Grundschüler. Geschätzt ein Zweitklässler.
„Nein. Das habe ich nicht aus der Schule.“ Er zögert. Sein Blick geht zur kleineren Schwester, die vier oder fünf Jahre alt ist. „Lina kennt das auch …“
„Ach, dann stammt das aus dem Kindergarten?“, fragt Oma nach.
Lina bestreitet es kategorisch.
„Nun, ist im Grunde ja auch völlig egal. Doch ich möchte das nicht hören, habt ihr verstanden?“
Die beiden nicken.
Lina hat es leichter mit ihrem Geschenk. Es ist ein locker in buntes Papier gewickeltes Puppenkleid. Oma nimmt ihr das soeben entfernte, fast unversehrte Papier ab. Sie faltet es. Auch so ein weiblicher Zug. Könnte man ja eventuell wiederverwenden …
Sie sitzen noch ein Weilchen zusammen am Tisch und verdrücken ihr Eis. Die neuen Playmobil-Männchen werden in die Handlung eingebunden. Leo nimmt eine Figur als Polizisten (eigentlich ist das Männeken ein Bauarbeiter), eine zweite als Verbrecher. Die beiden geraten in eine Schlägerei. Der Verbrecher landet im Knast (dem leeren Playmobil-Karton) und heult. So hört es sich an. Der Polizist stürzt bei dem heldenhaften Einsatz von der Tischplatte. Das Mädchen zeigt eine fürsorgliche Ader und füttert (angedeutet) den nicht heulenden, jedoch leicht verletzten, sichtbar humpelnden Gesetzeshüter mit den bunten Streuseln, die ihr Eis zieren. Ihre (dritte) Figur ist eine Frau – die ebenfalls schwer einem Bauarbeiter ähnelt. Nein, eine Frau, sagt sie, eine Frau Doktor, und Streusel sind Medizin.

Ein Mann nähert sich zielstrebig dem Tisch.
„Hallo, Papa! – „Papa, Papa!“ erschallt es im Chor.
„Na, ihr … – Tach, Mutti.“ (Die Familienverhältnisse wären geklärt.)
Küsse werden verteilt. Danach rutscht er mit auf die Sitzbank. Die Unterhaltung nimmt ihren Lauf. Irgendwann zieht Papa sein Smartphone heraus, tippt und wischt herum, stutzt und vermeldet erregt:
„Das gibt es doch nicht! Jetzt ist dieser elende Akku schon wieder leer! Das ist doch voll Kacke!“

Sie können sich sicher ausmalen, wie die Reaktion auf allen Seiten ausfiel …

Diese kleine Begebenheit wird heute spontan eingeschoben, da sie sich sympathisch kurz wiedergeben lässt. Das wiederum kommt mir momentan sehr entgegen, denn dummerweise kann ich zurzeit den Kopf nicht richtig drehen, heben oder senken und dadurch nicht lange am Laptop arbeiten. Irgendein blöder Nerv rebelliert.
Voll Ka..e! (Verzeihung. Aber es trifft’s.)
Dies also als Hallo zwischendurch und gleichzeitig als Hinweis, dass Salut! (4) noch ein wenig braucht.

Ihnen ein nettes Wochenende, fröhlichen Nikolaus sowie einen schönen zweiten Advent!

©Dezember 2014 by Michèle Legrand
Michèle Legrand - freie Autorin - ©Fotograf Andreas Grav

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„Oh, Gott! Hat er sich was getan …?“

Planten un Blomen - Herbst - Die Laubfärbung hat eingesetzt, es raschelt auch bereits am Boden ...
Manchmal überlege ich, meinen Unterwegs-Kaffee woanders zu trinken. Nicht ständig wieder im gleichen Eiscafé. Meist auch noch am selben Platz! Doch Begebenheiten wie die des heutigen Tages bestärken mich in der Annahme, dass es keinen Ort gibt, an dem es entspannender und gleichzeitig unterhaltsamer ist als dort.

Vier Menschen sitzen am Nachbartisch. Zu meiner Verblüffung sind sie nicht nur alle miteinander verwandt, sondern jede dieser Personen vertritt auch eine Generation dieser Familie! Da wären ein sechs Monate altes Baby (ein Junge), seine Mutter, deren Mutter und wiederum deren Mama. Baby, Mutter, Oma und Uroma. Diese Tatsache erfahre ich aus ihrem Gespräch.
Ich wäre nie darauf gekommen!
Auf den ersten Blick passt es überhaupt nicht. Uroma? Sie scheint viel zu jung. Eine eventuelle Familienähnlichkeit muss man bei den vier Frauen mit der Lupe suchen. Körperbau, Größe, Gesichtszüge – völlig unterschiedlich. Die Mutter und die Oma des Kleinen tragen lediglich die exakt gleiche Haarfarbe. Während der Altersunterschied zwischen diesen beiden Wesen sehr groß scheint, wirkt die Uroma nur zehn Jahre älter als die Oma, ihre Tochter.
Wie soll denn so etwas gehen?

Man kann nicht ungeniert ewig hinstarren, aber man kann so tun, als ob man lediglich das Baby anhimmeln würde. Das gibt mildernde Umstände, und nach mehrmaligen Hinüberblinzeln komme ich zu folgendem Resultat: Es ist doch möglich.
Die junge Mutter könnte Mitte Zwanzig sein, die Oma hat zwar schon viele, tiefere Falten, wird jedoch nach zweiter Einschätzung nicht Anfang 60 sondern maximal Mitte 50 sein. Und die Uroma ist eben extrem gut erhalten, aber nicht knapp 70 sondern Mitte bis Ende Siebzig. Und vielleicht ist irgendwer aus der mütterlichen Linie, der andere aber aus der väterlichen. Das würde diese Körperbaudiskrepanzen erklären.
Klingt plausibel.

Sie unterhalten sich, während ihre Bestellung in Arbeit ist. Wo waren sie schon an diesem Tag, wo soll es später hingehen …
„Wir könnten ja noch zu Karstadt“, meint die Mittlere.
„Oder lass uns nach C&A!“, schlägt daraufhin die Älteste am Tisch vor.
„Da waren wir doch schon“, erwidert ihre Enkelin.
„Da waren wir schon?“, ertönt die verdutzte Rückfrage.
„Ja, das war dort, wo wir die Lätzchen geholt haben.“
„DAS war C&A?“
„Ach, Oma, du bist echt süß …“

Fallen Ihnen auch gelegentlich die Unterschiede bei der Wortwahl auf? Zumindest hier im Norden benutzen einige Menschen – gern auch welche der älteren Generation –  den Ausdruck „nach“. („Richard, ich fahre gleich nach Karstadt!“)
Die Mehrheit der Jüngeren sagt hingegen „zu“. („Kommst du mit zu Edeka?“)
Ähnlich verhält es sich mit „beim“ und „bei“. (Claudia arbeitet beim Saturn. Sie war vor der Arbeit beim Aldi einkaufen. Aber: Henning bestellt bei Neckermann und erledigt den Rest bei Lidl).
Das „bei“ bzw. erneut das „nach“ wird nun wiederum von einigen Mitmenschen gern dort benutzt, wo andere „zu“ wählen und klingt in meinen Ohren stets extrem merkwürdig. („Ich geh bei Willi.“ „Jonas will nach Herbert.“ vs. „Ich gehe zu Edith.“)
Schon seltsam, diese Sprache … Und so etwas muss nun ein Baby alles erst lernen und begreifen. Nicht nur das! Es muss das Richtige herausfiltern und den Rest möglichst schnell wieder vergessen!

Die Erwachsenen bekommen ihr Eis serviert, der Junior wird fortan von Schoß zu Schoß weitergereicht, so dass jeder einmal ohne Zappelfrosch ist und vernünftig zum Essen kommt. Bei seiner Uroma wird der Lütte besonders aktiv. Vor ihr steht Spaghetti-Eis mit leuchtend roter Erdbeersoße, die es ihm farblich offenbar schwer angetan hat. Erhitzte Wangen, Begeisterungsgestöhne, das klingt wie ein Hirsch in der Brunftzeit, Oberkörpergeschwanke, Füßegezappel und Armgefuchtel sind die Konsequenz. Er würde wohl gern etwas davon abhaben.
„Nein, nein, Oma“, winkt Juniors Mutter ab, „ich habe für Julius extra etwas dabei. Er bekommt sein eigenes Essen!“
Er wird in den Kinderwagen verfrachtet und dort von ihr mit Apfelmus aus einer Tupperdose gefüttert. Nach Pseudoprotest und drei eiligst hervorgequetschten Krokodilstränen hebt sich die Laune von einer Sekunde zu anderen wieder. Der Nachwuchs mampft nun durchaus mit Begeisterung seinen Fruchtbrei, doch lässt er die Soße weiterhin nicht aus den Augen. Sobald seine Urgroßmutter einen Löffel zum Mund führt – ihrem eigenen wohlgemerkt! – flippt er ein wenig aus.
„Adda, ba …(Quietschlaute) …oohoh …da!“
(Übersetzung: „Ich komme um, wenn ich jetzt nicht bald was von dem Zeug kriege!“)
Die drei Damen amüsieren sich. Eine Diskussion startet zum Thema Soße geben ja oder nein. Die Mutter gerät ins Schwanken, die Oma ist dagegen, die Uroma ist der Ansicht:
„Lass ihn ein ganz bisschen probieren.“ Ihr Argument: „Das ist im Grunde doch nur Soße aus Früchten. Zucker ist dem fertigen Gläschenobstbrei auch!“
Sie erhält das offizielle Okay, befüllt ihren Löffel mit Erdbeerflüssigkeit und füttert den gierigen Urenkel. Das Raubtier schnappt zu, schließt den Mund, reagiert verblüfft auf den neuen Geschmack, verzieht leicht das Gesicht, kneift die Augen ….
In dem Moment naht ein Herr. Der Opa. (Fragen Sie mich nicht, ob Opa oder Uropa, das war altersmäßig wieder alles andere als eindeutig!) Er wird von den Ladys frühzeitig entdeckt und dem Jüngsten überschwänglich angekündigt:
„Ja, Julius! Schau mal, wer da kommt! Der Opa! Ei, der O-PA!“
(Sie kennen diese Art, wie man einem Baby deutlich vorspricht und dabei eine gehörige Portion Begeisterung mimt, nicht wahr?)
Julius hat den Sinn der Worte begriffen, schaut in die richtige Richtung. Beim Anblick seines Großvaters, beginnt er breit zu lächeln. Rote Soße rinnt langsam aus dem Mundwinkel, da Junior leider völlig vergessen hat, den flüssigen Sabsch komplett herunterzuschlucken.
„Oh, Gott! Hat er sich was getan?“
Opa wird blass. Der Enkelsohn sieht aus, als hätte er gerade eine kleine Schlägerei hinter sich. Die Brühe läuft täuschend echt wie Blut über sein Kinn. Und seine Mama sitzt neben diesem Vampir und hat nur Apfelmus auf dem Löffel …
Da jedoch keine der Frauen hysterisch reagiert und die Aufklärung ziemlich prompt erfolgt, bekommt das Gesicht des Großvaters schnell wieder Farbe.
„Jung, Jung …!“, ist der einzige Kommentar, ergänzt vom einem erleichterten Auspusten, welchem herzerfrischendes Gelächter folgt. Der Kleine beteiligt sich daran – auch ohne den Grund zu kennen.
Wie es immer so ist: Fröhlichkeit steckt an.
Jeden.

Soll ich Ihnen etwas verraten? Nächstes Mal werde ich wieder in mein Eiscafé gehen.
Basta.

©Oktober 2014 by Michèle Legrand
Michèle Legrand -  freie Autorin - Blog Michèle. Gedanken(sprünge) - Foto ©Andreas Grav

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„Was klickt die so …?“

Die U-Bahn ist gut besetzt. Bei zwei sich gegenüberliegenden Bänken am Gang gibt es noch ein freies Sitzplatzeckchen. Eckchen ist nicht übertrieben, denn knapp 4/5 der restlichen Doppelbankfläche werden von einer – nennen wir es diplomatisch – für den Winter schon gut gepolsterten Dame samt ihrer Tasche bevölkert.
Ich quetsche mich neben sie auf die Sitzkante und strecke die Beine aus Platzmangel in den Gang. Eine formvollendete Haltung sieht definitiv anders aus. Beim Anfahren rutsche ich zudem fast vom Rand ab. Das Ganze ist eine höchst wackelige Angelegenheit.
Schade, dass meine Nachbarin so gar keine Anstalten macht, ein paar Zentimeter mehr Platz freizugeben.

Hamburg - U-Bahn Station Uberseequartier - U4

Hamburg – U4 – U-Bahn Station „Uberseequartier“

Uns beiden gegenüber sitzt eine Mutter mit einem kleinen Jungen. Der Steppke lässt die Beine baumeln und beobachtet seine Umgebung. Plötzlich geht es los:
Ping! Ping! …  Ping! Ping! … Ping! … Ping! Ping! Ping! …
Das Baumeln der Beine stoppt.  Der Kleine schaut sehr skeptisch zu der Dame mit dem erhöhtem Platzbedarf, die mittlerweile überaus energisch ihr Handy beklopft.
„Mama, warum klickt die Frau so komisch?“
„Das macht das Handy, Lars. Das sind die Tastentöne.“
„Wo sind denn da die Tasten?“, fragt er.
„Na ja, das hat keine mehr, da drückt man auf den Bildschirm, aber die Töne nennt man trotzdem so.“
Ping! Ping! … Ping! … Ping! Ping! …

Haben Sie schon einmal ein Kind völlig ungeniert und unverstellt die Augenbrauen hochziehen und die Augen verdrehen sehen? So richtig genervt?
Der Lütte kann das gut. Diese Geräusche gehen wirklich auf den Geist. Nicht nur der Lärm, auch das rabiate Herumgehacke auf dem Display. Man hat irgendwie den Eindruck, die Dame versucht, beim Tippen auf der Rückseite des Handys wieder herauszukommen.

„Wie lange macht das noch „Ping“?“
„Bis die Frau fertig ist mit dem Schreiben.“
Ping! Ping! Ping! … Ping! … Ping! Ping! …
„Mama, dein Handy macht das aber nicht!“
„Nein, man kann die Töne auch ausstellen.“
„Warum macht die Frau das nicht?“
Ah,  ich habe mich schon gewundert … Bis dahin kam keine Reaktion, aber nun schaut unsere Ping-Produzentin doch einmal  auf.  Nein, sie ist geistesabwesend. Sie hat nichts mitbekommen – oder tut zumindest unbeteiligt. Es scheint, als wäre sie fertig mit ihren Klopfzeichen. Lars’ Mutter sucht weiterhin nach einer Erklärung, warum störende Tastentöne nicht von jedem vermieden werden.
„Weißt du, Lars, dieses Klick- oder Ping-Geräusch ist eine Art Kontrolle. Manche hören dann besser, ob sie richtig gedrückt haben.“
„Wieso das?“
„Wenn es pingt, dann ist das wie eine Bestätigung, dass man richtig getroffen hat. Genug gedrückt hat. Dann reagiert das Handy, und es ist auch wirklich ein Buchstabe oder eine Zahl gekommen. Oder eine neue Seite.“
„Aber das sieht man doch!“
„Ja, schon …“

Der schriftliche Part, der wurde wohl – was den reinen Text angeht – vollendet, nur hat die Dame am Schluss ganz offenbar eine Nummer eingegeben, denn sie hält mittlerweile ihr Telefon ans Ohr und wartet, dass sich am anderen Ende jemand meldet.
Oh, bitte, lass keinen da sein …
„HALLO! JA, ICH BIN’S. WAS? NEIN, ICH BIN JETZT IN DER U-BAHN …“
Leider vergebens gehofft …
Brüllend geht die im Grunde völlig nichtssagende Konversation weiter. In regelmäßigen Abständen wird ein „WAS?“ gebellt. Lars wendet sich seiner Mutter zu. Er hebt ebenfalls die Stimme:
„Du, Mama, die Frau hört aber ziemlich schlecht.“ Seine Beine beginnen wieder zu baumeln. Entspannt fährt er fort: „Sie sollte doch lieber hingucken. Beim Handy meine ich. Weil – ich glaube, sie kann diese Dingsbumstöne gar nicht hören …“
Lars’ Mutter errötet, die Umgebung grinst, die Betroffene bekommt nichts mit, und ich muss aussteigen. Mit mir zwei junge Männer, die weiter herumfeixen.
„Wetten, dass sie gar nicht weiß, wie man die Tastentöne deaktiviert?“
Sie wissen, dass solch miese Annahmen und Verdächtigungen, solch haltlose Gerüchte entstehen, sobald jemand Sie nervt. Sie können zwar grad nicht viel dagegen tun, aber es hilft Ihnen schon kolossal, wenn Sie postwendend  über denjenigen herziehen. Eine Form des Abreagierens. Das ist einfach so. Kommt automatisch.
„Sie traut ihrem Handy auch nicht. Brüllt lieber direkt“, legt der Freund nach und grient bei seiner Behauptung.

Sie hat ein beachtliches Organ! Ich würde sagen, es handelt sich heute um ein Auslandsgespräch. Ihre Stimme ist selbst auf dem Bahnsteig noch zu hören – zumindest bis sich die Türen des Zugs ganz geschlossen haben. Die armen Mitfahrenden, die das noch ein Weilchen ertragen müssen …
Sie haben auch schon erlebt, wie das abläuft, oder? Bestimmt!
Erst wird nur stumm registriert. Ist der Störfall kurzfristig oder unbeabsichtigt,  wird leicht gelächelt, eventuell minimal die Nase gerümpft, ein kleiner, harmloser Kommentar fliegt in die Runde, oder es wird sich etwas mokiert. Stört jemand jedoch ausdauernd und penetrant, bleibt es meist nicht lange ohne spürbare Gegenreaktion. Während die Reservierteren noch überlegen, in welcher Form sie um Einhalt bitten, reißt häufig irgendeinem Temperamentvolleren im Waggon nach spätestens drei Stationen die Hutschnur, und er lässt seinem Unmut freien Lauf. Dann brüllen zwei, und Sie sitzen womöglich in der Schusslinie … Übel.

So richtig unsensiblen, lauten Menschen können Sie es schwer klarmachen, dass Sie sich gestört fühlen. Ihr Gegenüber versteht Sie nicht und empfindet es als Anstellerei oder auch als Anmaßung, dass Sie sich beklagen. (Obwohl im umgekehrten Fall ebenfalls Protest käme!)
Sie werden in den meisten Fällen angepampt, egal, wie höflich Sie Ihr Anliegen formulieren.
Auch der Tipp, man sollte sich lebhaft am Telefongespräch beteiligen („Genau! Das finde ich auch!“- „Das kann er doch nicht tun! Das müssen Sie ihm ausreden!“) oder hinterher nachfragen („Wie geht es Jens denn nun nach der Prostata-Operation?“ – „War Nadine schon immer so eifersüchtig?“), auch dieser Tipp geht unter Umständen nach hinten los.

Ich denke, ich werde im Fall der Fälle etwas anderes probieren. Ich werde ernst schauen, mich mehrfach umdrehen, etwas ängstliche Schulterblicke werfen, dann den Zeigefinger vor die Lippen halten, mich der Remmi-Demmi-Person vertraulich nähern und flüstern:
„Pssst! Schauen Sie sich nicht um! Wir werden beobachtet! Passen Sie bloß auf, was Sie sagen! Es wird alles aufgezeichnet. Falls es zur Anklage kommt … Sämtliche Gespräche! Was wir hier sagen…, Ihr Telefonat … Na ja, wahrscheinlich ist Ihr Handy sowieso verwanzt.“

Mal schauen, was dann passiert.

Ihnen wünsche ich ein schönes Wochenende und pingfreie Zeiten!

©September 2014 by Michèle Legrand
Michele Legrand - freie Autorin

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Pferdestory ohne Pferd …

Gaulloses Wiehern und huffreies Galoppieren. Gibt es tatsächlich! Beweise habe ich mittlerweile.
So kommt es heute zur Pferdestory ohne Pferd.
Sie werden stattdessen Ersatzhengst und Stutendouble kennenlernen.

Wissen Sie, was ich unpraktisch finde?
Dass der Mensch manchmal zu perplex ist, um schlagfertig zu reagieren. Allerdings – vielleicht ist man auch nur zu abgeklärt, zu vorsichtig, ein Schisser … was auch immer, um sich auf einen (sinnlosen) verbalen Schlagabtausch einzulassen. Einen, der dann womöglich nicht einmal verbal bleibt sondern ausartet und womöglich handgreiflich wird!

Pferdestory ohne Pferd ... Ausspanntee!Ich setzte mich vorgestern unterwegs an einen Tisch, um meinen Ausspanntee (im Sinne von „Getränk um sich zu erholen“, kein sonderbarer Wundertrank um „jemandem jemanden auszuspannen“) zu genießen und bemerkte leider zu spät, dass zwei Tische weiter ein lautes, anstrengendes Frauentrio hockte. Ich sage Frauen, weil der Begriff Damen irreführend wäre.
Als ich eintraf, waren alle mit dem Handy beschäftigt und zufällig leise, doch kaum hatte ich bestellt, ging ein wahnsinniges Palaver los. Mein Rasenmäher ist leiser. Und klingt zudem intelligenter.
Ein Wesen hatte ein besonders durchdringendes, dominantes Organ, dabei gleichzeitig eine dermaßen nöhlige, unzufriedene Stimme, dass es einer Vergewaltigung der Ohren gleichkam und sich meine Nackenhaare unverzüglich aufrichteten.
Die Bestellung konnte ich nicht mehr rückgängig machen, doch ein Blick Richtung besagtem Tisch und das Entdecken fast leerer Tassen und Gläser, ließ mich hoffen, dass der Lärmtrupp bald – und zwar vor mir! – ging.
Mein stiller Wunsch erfüllte sich; einige Minuten darauf rüstete man sich zum Aufbruch. Beim Aufstehen wurde erneut das Handy gezuckt. Ein Smartphone hat für viele Erwachsene häufig eine ganz ähnliche Wirkung wie die Gabe eines Schnullers bei manchem Baby. Es kehrte himmlische Ruhe ein.
Machen Sie dann nicht den Fehler, den ich gemacht habe!
Ich habe definitiv zu früh entspannt, innerlich abgeschaltet, geträumt.
Sie mussten an meinem Tisch vorbei, um zum Ausgang zu gelangen. Irgendetwas auf dem Display der Dezibel liebenden großen Brünetten muss der Auslöser für einen – wie ich vermute – Heiterkeitsanfall gewesen sein. Oder für Entrüstung. Es war nicht eindeutig zu identifizieren.  Als sie an mir vorbeikam, explodierte sie.
Es ruderten ihre Gliedmaßen. Ihre Hand erschien plötzlich neben meinem Gesicht. Ihr Knie rumste an die Tischkante.
Aber vor allem war da der Lärm!
Ein Krach sondergleichen! Der Lautstärkeregler stand bis zum Anschlag! Ich spreche von ihrem, nicht von dem des Handys.
Kennen Sie diese Filme, in denen nächtens irgendwo auf einer Ranch ein böser, rachsüchtiger Pyromane Feuer im Stall legt und die Pferde unruhig werden? Wenn sie scharren, sich gegen die Wände ihrer Boxen schmeißen, sich aufbäumen und laut und schrill „Geräusche“ von sich geben?
Vielleicht hatte sie auf ihrem Handy Feueralarm vorgefunden. Ich hatte jedenfalls aus heiterem Himmel ein wildes, unkontrolliert wieherndes und schnaubendes Pferd am Tisch und mich darüber dermaßen erschrocken, dass mir der Teelöffel aus der Hand fiel.
Das eben noch wiehernde Wesen stutzte kurz, schaute mich leicht genervt an und äußerte sich folgendermaßen:
„Mein Gott, nun seien Sie doch nicht so schreckhaft!“
Ja, gell? Sie sind auch geringfügig überrascht? Hatten Sie angenommen, es wäre ihr vielleicht unangenehm?
Nicht doch! Die Umwelt ist das Weichei!
Ja, ich war perplex. Und nein, ich würde auch jetzt noch nichts erwidern. Es ist mir einfach zu blöd. Doch echte Pferde sind mir schon wesentlich lieber als dieses Stutendouble.

Das zweite Erlebnis hatte ich heute am Morgen, als ich mich im oberen Stockwerk im Bad vor dem Spiegel zurechtmachte, das Fenster eingeklappt hatte und sich mit einem Mal schnelle Schritte und schweres Prusten näherten.
Hier ist eine Sackgasse mit Wendeplatz. Die Sackgasse ist wirklich eine! Nicht nur für Autos. Auch Radfahrer und Fußgänger kommen nicht weiter. Am Ende des Wendeplatzes ist Schluss. Außerdem befindet sich in direkter Nähe ein Bahnübergang, dessen Schranken gern und lange geschlossen sind. Ist dies der Fall, schneien viele der nicht ortskundigen Wartenden hier trotz des Sackgassenschilds herein. In der Hoffnung, einen Alternativweg gefunden zu haben, der irgendwann auf eine der Parallelstraßen führt.
Eine vergebliche Hoffnung.
Das morgendliche Schnauben produzierten zwei Jogger. Die Schritte, die ich anfangs etwas entfernter gehört hatte, erklangen mittlerweile direkt unterhalb des Fensters. Füße traten auf der Stelle … Sie suchten vermutlich mit ihren Blicken den nicht vorhandenen zweiten Ausweg. Einer der beiden Läufer stellte ernüchtert fest:
„Du, isch gloob, wir beede ham uns hier rischdisch fergalobbierd.“
Voilà, der Ersatzhengst, das Fastpferd Nummer zwei!
Ein Jogger sächsischen Ursprungs, dem klar wurde, dass die Rennstrecke hier leider nicht fortführt.
„Komm, loofn könn’n wir ooch hier uffm Platz!“
Galopprennbahnen führen schließlich auch immer nur im Kreis bzw. Oval.
„Ja, nicht stoppen“, meinte sein Trainingspartner.
„Nu, mein Gudster, sisch imma beweschn is wirglisch am wischdigsdn!“, bekräftigte die erste Stimme.
Und während ich mich weiter zurechtmachte, drehten die beiden unermüdlich eine Runde nach der anderen. Zwischendurch kam ein Zug … und dann noch einer … und ein weiterer. Und wenn sie nicht gestorben sind …
Hoppala! Bewegung an der Schranke!
Man konnte den Galopp doch noch vor dem Abendmahl fortsetzen.

Wir fassen zusammen:

Läuft ein Hengst die falsche Route,
bewegt sich wie im Hamsterrad,
ist dem Gaul nicht wohl zumute,
doch bessres hat er nicht parat.

Hat eine Stute Geltungsdrang
und nervt durch Lärm erheblich
dann tut sie es wie unter Zwang,
was sagen ist vergeblich.

Und letztendlich:

Dreht eine Story sich ums Pferd
nur wird’s dir vorenthalten,
so hat Ersatz auch seinen Wert
drum lass doch Milde walten.

©September 2014 by Michèle Legrand
Michèle Legrand ©Foto Andreas Grav (Ausschnitt)

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Kurze Betrachtung: Der Norden hat sich angesteckt …

Erwischt. Er hat sich tatsächlich angesteckt!
Vor Jahren bereits wurde der Norden von hartnäckigen Valentinstagsbazillen attackiert. Hanseaten und sonstige Nordlichter, ansonsten eher auf der Hut und resistent wirkend, verspürten nach Infizierung mit einem Mal einen unbezwingbaren Kaufdrang. Häufig lechzten die Befallenen im Februar nach überaus kitschigen Gegenständen,  solchen, die sie den Rest des Jahres nicht eines Blickes würdigen würden.
Mit einigem zeitlichen Abstand folgte der Überfall der Halloweenbazillen samt Gruselschminkzwang. Bei leichtem Verlauf fiel dieser gemäßigt aus, steigerte sich mit zunehmender Schwere der Infektion jedoch hin zu blutrünstigem Enthusiasmus und wahrer Euphorie bei der Erstellung von täuschend echten Narben und Wunden.
Ganz zum Schluss strecken uns nun ganz offensichtlich auch noch diese Erreger nieder: die Oktoberfestbazillen. Im ernsten Stadium dieser Krankheit kommt es unweigerlich zum Auftreten des DirndlLederhosentragzwangs.

Es ist zwei, drei Jahre her, als ich hier im Blog ein wenig über das nordisch aufbereitete Oktoberfest in meinem Stadtteil schrieb. Eine blau-weiße Kopie des Bayernoriginals. Kopie en miniature. Die Wandsbeker Wiesn hat man sie getauft. Die Veranstaltung hat sich erfolgreich etabliert, findet seither alljährlich statt. Ab 19. September 2014 sind die Pforten respektive der Zelteingang wieder geöffnet. Wir haben noch gut drei Wochen Zeit bis dahin.

Oktoberfestexport in den Norden. Klappt so etwas, oder ist es von vornherein zum Scheitern verurteilt?
In den Anfängen, der experimentellen Versuchsphase, ließ sich ein Norddeutscher zwar dort sehen, tauchte jedoch mehr aus Versehen oder spontan aufgrund von Durst auf. Oder er wurde abgeschleppt! Mit Freunden gemeinsam war das lustig. Er fand allmählich Gefallen an der Sache, doch nichts, aber auch gar nichts, hätte ihn dazu bewegen können, sich sozusagen zum Affen zu machen und seine Kleidung zu ändern. Sie dem Bayerischen anzupassen! Kurze Lederhosen, Hosenträger, Strickkniestrümpfe mit Herzchen …
Niemals!
Die Damen zeigten sich geringfügig williger und offener, was eher daran liegen mag, das anlassbezogenes Ankleiden ein femininer Grundwesenszug zu sein scheint. Jedenfalls sind neue Kleidungsstücke und ein typveränderndes Styling nie wirklich unwillkommen.
Zurück zu den Herren. Irgendwann entdeckte ein Häuflein wiederkehrender Gäste – vermutlich eine Mischung aus Zugereisten und einigen Individuen des Schlags Hamburger, der etwas extrovertierter, mutiger, modeaffiner und verrückter ist als der Rest – dass man mit einem passenden Wiesn-Outfit à la Bavaria einerseits wunderbar auffällt und Eindruck macht – aber offenkundig auch mehr Spaß hat.

Anfangs wurden sie natürlich bestaunt, diese Exoten. Der Umschwung im Denken der restlichen Besucher vollzog sich jedoch verblüffend schnell. Lichtzeitschnell! Plötzlich war es in, regelrecht ein Muss, stilecht gekleidet zu erscheinen! Mit einem Male werden nun die beguckt, die immer noch wie üblich erscheinen.
Schau nur, im Alltagslook! Wie langweilig!
Und die Reaktion der Langweiler?
„Mensch, du, ich brauche dringend was zum Anziehen!“
„Wo willst du denn hin? Oper?“
„Nein, Oktoberfest!“
Zack! Wieder welche infiziert!
Man kann sich heute immer noch in Zivilkleidung und unvorbereitet hinsichtlich des Aussehens dazwischenmischen, doch wer sich nicht nur tagsüber und spontan auf ein Bier dort trifft, sondern abends (womöglich als Teil einer  Gruppe),  der macht daraus ein stilechtes Event.

Den Handel hat es irgendwie verblüfft. Er blieb in den ersten Jahren zurückhaltend. Selbst 2012 versuchten nur vereinzelt Läden – meist unmittelbar vor dem Fassanstich – auf diesen Zug namens „Oktoberfest“ aufzuspringen. Etwas passender Schmuck (Brezn-Motiv) bei Bijou Brigitte, ein wenig Trachtenlook bei C&A. Ein Friseur, der Flechtfrisuren anpries … Karstadt warf sich auf das kulinarische Programm mit Weißwürsten, Löwensenf, Brezeln und Bier.
Und im Jahre 2014? Wochen bevor es richtig losgeht?
Der Handel ist heute gewappnet, die großen Ketten reagieren. Plakate, Auslagen, Ankündigungen. Die Botschaft lautet:
Pass auf, das Oktoberfest naht! Vergiss das nicht wieder! Du willst doch nicht als einziger blöd dastehen. So unvorbereitet. Ignorant, langweilig … Hast du dich schon darum gekümmert, hm?
Alles so ein bisschen wie damals in der Lenor-Werbung diese Stimme von hinten. Das schlechte Gewissen. Und – wie praktisch – danach kommen die rettenden Angebote. Dekorationsartikel, Rezepte, Schmuck, Bekleidung, Essen, Bettwäsche, Tischtücher, Servietten, Stimmungsmusik. Alles oktoberfestorientiert und –tauglich.
Tchibo offeriert zünftige Lederhosen und Karohemden für den feierwilligen Herrn, ein charmantesTrachtenkleid für die oktoberfestfreudige Dame. Alles gut sichtbar in der Ladenmitte ausgestellt.
Die Modekette S. Oliver, die sonst sorgsam alles vermeidet, was sie trutschig und bieder wirken lassen könnte, verkauft ebenfalls zwei verschiedene Dirndl-Modelle! Sie hängen auf dem Ständer gleich neben den (korrekt) löcherigen Jeans. In weiteren Bekleidungsgeschäften dieser Art wird man ebenso fündig. Es könnte ein Zeichen dafür sein, dass ein Imagewandel stattfand.
Nicht bei den Geschäften!
Dort wird verkauft, wofür Kaufaussichten bestehen. Dort wird aus einem Sicherheitsbedürfnis heraus viel eher die bereits existierende Nachfrage befriedigt (oft mit Verspätung), als dass ein Angebot auf Verdacht produziert wird, welches im Endeffekt Verlust einfährt, weil sich kein Aas dafür interessiert.
Nein, der Imagewandel betrifft das Oktoberfest selbst. Seine nordischen Besucher sehen es nach der leicht misstrauisch beäugten Eingewöhnungsphase (und auch anfänglicher Ablehnung) heute aus anderer Sicht.
Mittlerweile kleidet man sich nicht nur aus reinem Pflichtgefühl heraus anders, dem Feiergrund angemessen, sondern Besucher sehen im Oktoberfest mittlerweile ein „cooles“ Event, einen angesagten Treffpunkt, für den bzw. das es hipp und unerlässlich ist, möglichst stilecht im Trachtenlook zu erscheinen und vielleicht auch noch ein paar Brocken im bayerischen Dialekt von sich geben zu können.
Um Spaß zu haben, um anzugeben, um dem Ganzen noch mehr (vermeintliche) Authentizität zu verleihen, um ganz einzutauchen.
Je echter, je schöner. Je trächtiger, je genüssiger. (Wehe, Sie schlagen das jetzt im Duden nach!)

So ändern sich Einstellungen. Nur weil Bazillen zuschlagen. Alles hartnäckige, erfolgreiche Erreger, gegen die unser Immunsystem offenbar machtlos ist.
Es gibt für Norddeutsche nur einen Bazillus, der es bisher nicht geschafft hat, sich durchzusetzen. Er nennt sich Karnevalsbazillus und versucht sich mittlerweile als Trittbrettfahrer, der aufgrund ähnlicher Symptome trickreich eine Kooperation mit dem Halloweenerreger eingeht und so die notwendige Gehirnwäsche in die Wege leiten möchte. Verkleiden und Schminken heißt der gemeinsame Nenner, Zeitpunkt und Anlass variieren ein wenig.

Irgendwann erwischt er uns schließlich auch hier im Norden: dieser Helauzwang – oder Alaafdrang.
Wie heißt es so schön? Steter Tropfen …

©August 2014 by Michèle Legrand
Michèle Legrand - Michèle. Gedanken(sprünge) @wordpress.com

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19 Kommentare

„ … die kriegen doch nicht mal die Dinger richtig herum übergezogen!“

Wenn mir jemand im Brustton der Überzeugung, dies aber abschätzig-aufgeplustert-entrüstet, extrem bollerig, wenn mir einer auf diese Art eine plumpe, schon provokante Behauptung auftischt, dann fange ich trotz gesträubter Nackenhaare und einiger Bemerkungen, die mir auf der Zunge liegen, keine große Diskussion an. Das wird kein Gespräch, kein Dialog. Das bringt nix und ist vergebene Liebesmüh. Ein minimaler Ausdruck leisen Zweifels ist in dem Fall bereits Auslöser für noch mehr wirres Zeug, das folgt. Als Monolog. Ich brülle doch nicht gegenan, auch werde ich nicht versuchen, Leute zu bekehren, die eh nicht zuhören.
Konsequenzen hat es natürlich schon. Einerseits hat derjenige bei mir ziemlich verschiss.. und andererseits beschäftigt mich das Ganze durchaus länger. Ich möchte unqualifizierte Thesen gern widerlegen. Nur so für mich. Sollte ich wider Erwarten die Chance bekommen, es dem anderen später genüsslich aufs Brot zu schmieren – umso besser.

Ich hatte vor ein paar Tagen einen Anrufer am Telefon, der mich selbst gar nicht sprechen wollte. Die eigentliche Person, die er erreichen wollte, war nicht anwesend. Es ging nach Vermittlung dieser Information nur noch darum, wann ein Rückruf passen würde, und ich beging den Fehler zu fragen:
„Wäre es Ihnen auch gegen Abend recht? Oder schauen Sie momentan die Fußball-WM und möchten da nicht gestört werden?“
Oooooh, das hätte ich nicht sagen sollen!
Der Herr am anderen Ende der Leitung schnappte nach Luft, wirkte maßlos echauffiert, drehte  intern die Lautstärke auf Maximum und verkündete mir letztendlich mit resoluter, sehr belehrend wirkender Stimme:
„Fußball ist nur etwas für Bekloppte!“
„Bitte?“
Ich selbst bin kein ausgesprochener Fußballfan, doch sporadisch, z. B. bei einer WM, schaue ich mir zumindest die Spiele der eigenen Mannschaft an. Wie es die Millionen anderen Menschen auf der Welt halten, darüber mache ich mir relativ wenig Gedanken. Ob jemand  bemalt und verkleidet ist und vor lauter Fußballbegeisterung gar nicht mehr zum Schlafen kommt durch die vielen Spiele, die aus Brasilien nächtens übertragen werden oder ob er stattdessen bei „Schlaflos in Seattle“ selig sein Taschentuch zückt und danach zeitig ins Bett huscht, das möge doch jeder so handhaben, wie er es gut findet. Was nicht anspricht, kann doch links liegengelassen werden. Darf doch trotzdem anderen Spaß machen. Diese gewisse Toleranz für unterschiedliche Vorlieben hielt ich immer für selbstverständlich und bin nie auf die Idee gekommen zu vermuten, dass alles, was ich selbst nicht intensiv verfolge, wobei ich nicht vor Begeisterung ausflippe oder was ich sogar langweilig finde, dass dieses andere Zeugs folglich Spinnkram für geistig Minderbemittelte sei. Wieso denn das?
Er war noch nicht fertig.
„Fußball kann man sich doch wirklich nicht antun!“ Es folgten Ausdrücke, die ich gar nicht wiedergeben möchte. „Und dann diese Typen, die auf einmal Nationalstolz raushängen lassen, die aber die Dinger noch nicht mal richtig herum überziehen können.“
Den Satz habe ich anfangs missverstanden …
Tatsächlich ging es um die Stoffdekoration für Autoaußenspiegel. Dieses im Design der deutschen Flagge bedruckte Stretchverhüterli, das im Moment während der WM häufig Frischluft tanken darf und links, oft auch beidseitig, die Spiegel ziert. Nun versicherte mein Gesprächspartner sehr überzeugt, die ach so dummen Fans würden aus Unkenntnis der Farbanordnung auf der Flagge die Farbe Gelb (Gold) nach oben drehen. Und er legte nach:
„Schauen Sie sich die doch an! Und die Hymne können sie auch nicht! Die Fußballer kriegen sie doch selbst nicht hin! Wenn einer den Mund aufmacht, dann kommen solche Sachen heraus wie: Brüh im Glanze dieses Lichtes …“
Verdrehte Tatsache. Das waren nicht die Fans oder die Fußballer, die das verzapft haben, doch ich denke, die arme Interpretin des Liedes, die damals in der Aufregung umtextete, hat genug gelitten. Man muss diese olle Kamelle jetzt nicht noch einmal hervorholen. Lampenfieber ist schließlich nicht Dummheit.
Nachdem er sich etwas rabiat hatte Luft machen können, fehlte dem Anrufer die Zeit und mir die Lust auf weitere Details, und so endete das Gespräch. Doch mir ging es nicht aus dem Kopf …

Wissen Sie, was ich seither in den letzten Tagen gemacht habe? Ich habe darauf geachtet! Gibt es Außenspiegelbezüge verkehrt herum aufgezogen? Hängen Fahnen nicht korrekt?

WM 2014 - Flagge zeigen

WM 2014 – Flagge zeigen

Das kann fast zur Manie werden! Dieser prüfende Blick.
Ich denke, es zeigt sich eine eindeutige Tendenz. Ich habe Fotos gemacht, darum schauen und urteilen Sie gern selbst:

1) Flagge zeigen
Bei den Fähnchen kann man nichts falsch machen. Die haben ihren „Flaggenmast“ schon montiert, ebenso die Halterung. Es funktioniert gar nicht anders, als sie Schwarz-Rot-Gold aufzuhängen. Ob nun am Auto, am Motorrad oder am Fahrrad. Gesehen habe ich sie auch am Rollator, an der Kinderkarre und im Rucksack steckend. Alle korrekt.

WM 2014 - Deutschlandfahnen und Nightwish. Wunschdenken für Freitagabend ...?

WM 2014 – Deutschlandfahnen und Nightwish. Wunschdenken für Freitagabend …?

WM 2014 - Flagge am Motorrad, aber die Spiegel bleiben frei ...

WM 2014 – Flagge am Motorrad, aber die Spiegel bleiben frei …

WM 2014 - Flagge auch am Fahrrad  ...

WM 2014 – Flagge auch am Fahrrad …

WM 2014 - Natürlich gibt es auch Rucksackflaggenträger, und hier wird gerade die Produktpalette bezüglich weiterer Fanartikel durchgesehen

WM 2014 – Natürlich gibt es auch Rucksackflaggenträger, und hier wird gerade die Produktpalette bezüglich weiterer Fanartikel durchgesehen

WM 2014 - ... auch alles korrekt. Wirkt nur seltsam, weil eingeklappt.

WM 2014 – … auch alles korrekt. Der Spiegel wirkt nur seltsam, weil eingeklappt.

2) Die Sache mit der Flaggenanhäufung
Mit sind Fahrzeuge aufgefallen, die nicht nur eine oder mehrere Deutschland-Fähnchen spazieren fahren, sondern gleich Flaggen mehrerer, unterschiedlicher Staaten.
Hier in der Nachbarschaft ist alles klar. Dort lebt eine deutsch-italienische Familie. Die hatten selbstverständlich beide Fahnen gehisst. Als Italien ausschied, sank auch die Fahne. Man könnte meinen, jetzt konzentrierte man sich eben auf Deutschland. Oh nein, jetzt ist die holländische Fahne dazugekommen. Auch ohne Holländer in der Familie.

WM 2014 - In der Nachbarschaft. Deutsch-Italienische Familie. So kann man immer noch hoffen ... Doch Italien ist raus. Jetzt kommt Holland hinzu.

WM 2014 – In der Nachbarschaft. Deutsch-Italienische Familie. So kann man immer noch hoffen … Doch Italien ist raus. Jetzt kommt Holland hinzu.

Das nächste Auto hat einen Fahrer, der sich irgendwie nicht entscheiden kann oder seine Sympathien verteilen möchte. Allerdings – was jetzt folgt, ist reine Spekulation! – es könnte auch sein, dass noch wesentlich mehr Fahnen befestigt waren. Immer wenn ein Land ausschied, wurde die entsprechende Flagge entfernt, und der Besitzer trat wütend gegen Fahrertür und Kotflügel …

WM 2014 - Flagge zeigen  - Gleich mehrere Flaggen am Auto ... Unentschlossenheit? Auf Nummer sicher gehen ...?

WM 2014 – Flagge zeigen – Gleich mehrere Flaggen am Auto … Unentschlossenheit? Auf Nummer sicher gehen …?

Und dieser hier ist auch noch unschlüssig, hat sich aber – wie Sie sehen – beim Tankdeckel auf Deutschland festgelegt. Auch hier war kein „Bekloppter“. Der Bezug sitzt goldrichtig! Schwarz ist oben!

WM 2014 - Deutschland-Doppelunterstützer, Brasilien natürlich auch - und man hat den Tankdeckel mit einbezogen ...

WM 2014 – Deutschland-Doppelunterstützer, Brasilien natürlich auch – und man hat den Tankdeckel mit einbezogen …

3) Schwierige Positionierung
Es gibt einen relativ anspruchsvollen Fall was das Befestigen angeht. Das Flaggendesign auf Radkappen! Wenn die Räder stehen, sollten alle Flaggen stimmen und richtig ausgerichtet sein. Das klappt wohl auch. Doch beim Fahren! Dieser Stress! Richtig-falsch-richtig-falsch-richtig …. Was wohl mein gereizt-genervt-erregter Anrufer dazu sagen würde …?

WM 2014 - Flaggen an den Radkappen ... richtig herum, falsch herum ... Das ändert sich ständig.

WM 2014 – Flaggen an den Radkappen … richtig herum, falsch herum … Das ändert sich ständig.

4) Sonstiges bzw. gehäuftes Auftreten des Flaggendesigns
Ansonsten tauchen die Farben Deutschlands als Heckscheibensonnenschutz auf sowie als großflächiger Sticker auf der Motorhaube. Die Frage in diesem Fall: von wo schaut man? Vom Fahrer aus oder steht man vor dem Auto?

WM 2014 - Flagge am Spiegel korrekt und hier zusätzlich der Sonnenschutz ...

WM 2014 – Flagge am Spiegel korrekt und hier zusätzlich der Sonnenschutz …

Ein Fahrzeug hatte (rechtlich bedenklich) kleine Fähnchen wie Standarten befestigt. Ist das so als Hoheitszeichen gestattet? … Egal! Es war jedenfalls alles richtig montiert. Schwarz oben.
Und dieses Fahrzeug hatte so ziemlich alles auf und in sich versammelt, was man als Fanartikel ergattern kann: Spiegelüberzieher (korrekt) links und rechts, Fahnen, Deutschland-Kette am Innenspiegel und …. Kopfstützenbezüge! Mehr geht kaum.

WM 2014 - Zwei Flaggen, zwei Außenspiegelüberzieher, eine Deutschlandkette am Innenspiegel hängend und  ... die Kopfstützenbezüge!

WM 2014 – Zwei Flaggen, zwei Außenspiegelüberzieher, eine Deutschlandkette am Innenspiegel hängend und … die Kopfstützenbezüge sind schemenhaft zu erkennen!

 

Fazit der Studie:
Die Behauptung war falsch. Alle Fans konnten die Dinger richtig überziehen, und es gab keinen einzigen falsch montierten Flaggendekoartikel!
Keinen …?
In meinem Bezirk schloss man sich dem WM-Fieber an. Bezirksamt oder auch die Geschäftsleute der Einkaufsstraße, wer weiß das schon, beschlossen, die Straßenlampen mit Fähnchen zu schmücken.

WM 2014 - ... lediglich mein Bezirk scheint heimlich für Belgien zu sein.

WM 2014 – … lediglich mein Bezirk scheint heimlich für Belgien zu sein.

Kann es sein, dass Wandsbek sich entschlossen hat, Belgien zu unterstützen?

Unserer Mannschaft am heutigen Abend viel Glück bei ihrem Viertelfinaleinsatz!

©Juli 2014 by Michèle Legrand
Michèle Legrand - Michèle. Gedanken(sprünge) @wordpress.com

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