Beiträge getaggt mit umgedrehter Lichterbaum

Ein Streifzug über die Weihnachtsmärkte in Hamburgs City: Instrumentenverwertung, Lichterzauber, Thujaschüsseln, fliegende Schlitten und mehr …

Hamburg - Der Weihnachtsmann auf dem Historischen Weihnachtsmarkt am Rathaus

Hamburg – Der Weihnachtsmann auf dem Historischen Weihnachtsmarkt am Rathaus

Der Dezember ist zur Hälfte bereits vorbei. Fast schon dritter Advent! Es wird höchste Zeit!
Kommen Sie heute mit durch Hamburgs festlich beleuchtete Innenstadt? Ganz gemächlich durch die belebten Straßen schlendern, dabei mit den Augen dies und jenes einfangen und obendrein hier und da die Ohren aufstellen.
Ein Weihnachtsmarktbummel ist eine ziemlich feine Sache, weil …
Warum eigentlich?
Die Gründe oder Anlässe für eine Stippvisite auf dem Weihnachtsmarkt sind sehr unterschiedlich. Die einen hoffen, dort ausgefallene oder überhaupt Geschenke zum Fest für die Lieben daheim zu finden. Andere müssen dringend ihren Dekorationsfundus aufstocken. Manche mögen einfach das Lichtermeer in der dunklen Jahreszeit, die besondere Atmosphäre, einige nutzen die Märkte zum abendlichen Treff mit Freunden, und ein ebenfalls erheblicher Teil giert nach Glühwein und hat Gelüste auf Schmalzgebäck oder Bratwürste. (Wussten Sie, dass es auch Glühcola gibt?)
Es existieren noch diverse Splittergruppen und kombinierte Fälle. Glühwein und Dekoversorgung – aber ohne Freunde, Treffen und Lichter schauen – aber nix kaufen usw. Letzteres Grüppchen ist für die Händler ein Dorn im Auge. Kommen die einfach daher, aber geben kein Geld aus! Für die Budenbetreiber und Standmiete zahlenden Verkäufer lohnt sich der ganze Aufwand nur, wenn auch Umsatz und Gewinn erzielt werden.
Ein solcher Dorn im Auge bin ich den Standbetreibern auch häufig. Ja, leider. Doch das Schauen bietet so viel, dass ich oftmals tatsächlich vollends mit der Entdeckerei beschäftigt bin. Und – ich brauche auch einfach nicht so viel …

In diesem Jahr habe ich meinen Spaziergang am Hauptbahnhof gestartet und von dort die geschmückte Spitaler Straße mit Ihren Weihnachtshütten angesteuert, eine Einkaufszone ohne Autoverkehr. Ich habe Fotos für Sie dabei, die aufgrund des Hochnebels nur alle leider ein wenig grieselig ausfallen.

Hamburg - Weihnachtsmarkt Spitaler Straße - Blick Richtung Hauptbahnhof (im Hintergrund)

Hamburg – Weihnachtsmarkt Spitaler Straße – Blick Richtung Hauptbahnhof (im Hintergrund)

Spielen Sie ein Instrument? Ja? Nein?
(Lesen Sie doch trotzdem weiter, es kann in beiden Fällen nützlich sein, davon zu erfahren.)
Haben Sie eine Trompete, ein Saxofon, eine Geige o. ä. daheim – wenn nicht gar mehrere?
Gibt es bei Ihnen eventuell ein Musikinstrument, das herumsteht? Entweder, weil sie es sowieso irgendwoher übernommen haben (Nachlass), aber selbst nicht darauf musizieren können oder weil es defekt bzw. eines ist, was in die Jahre gekommen ist, ein günstiges Anfängerexemplar war, zwar schön aussieht, aber keine wirklich klaren Töne produziert und Sie inzwischen längst ein anderes, wohlklingenderes, höherwertiges Exemplar besitzen?
Nur was wird jetzt mit den Gitarren, Klarinetten, Okarinas etc., die herumliegen? Den Instrumentenleichen?
Zum Wegschmeißen sind sie viel zu schade. Die ½-Violine, auf der sie die ersten Unterrichtsstunden hatten … Sich davon zu trennen, fällt schwer. Oft ist eine Art von enger persönlicher Bindung entstanden. Zum Müll? Undenkbar!
Auf dem Weihnachtsmarkt nahe des Hauptbahnhofs gibt es einen Standbetreiber, der kennt die Situation. Er hat sich daher vorgenommen, diesen in die Jahre gekommenen oder defekten Lieblingen zu einem zweiten Leben zu verhelfen, indem er sie als wesentliches Bauteil eines völlig neuen Gegenstands verwendet. Er baut Instrumente zu Lampen um, genauer gesagt fungieren Geige, Horn etc. als wichtige Bestandteile einer neu kreierten Lichtquelle. Sie sind fortan Lampenfüße/-unterteile, werden standfest gemacht, verkabelt, mit einem dazu passenden Lampenschirm versehen und – voilà – fertig ist ein Unikat mit sehr persönlichem Bezug.

Hamburg - Weihnachtsmarkt Spitaler Straße - Instrumentenleuchten von LUMINES

Hamburg – Weihnachtsmarkt Spitaler Straße – Instrumentenleuchten von LUMINES

Es ist anfangs ein etwas ungewohnter Gedanke, dass die Klarinette von nun an schweigt, dafür aber (indirekt) Licht gibt. Ansonsten ist es aber eine überaus feine Idee! Diese Verwendung ist sehr viel besser, als das Instrument unters Bett zu schieben und Spinnweben ansetzen zu lassen.
Sie können es sich ja noch ein Weilchen durch den Kopf gehen lassen …

Hamburg - Weihnachtsmarkt Spitaler Straße - Instrumentenleuchten von LUMINES

Hamburg – Weihnachtsmarkt Spitaler Straße – Instrumentenleuchten von LUMINES

Sie sollten es lediglich nicht mit ihrem einzigen, noch im Einsatz befindlichen Instrument machen, denn ständig zurückbauen, weil Sie wieder darauf blasen wollen, geht nicht!
Ach, und noch etwas: Es ist immer höchst verdächtig – und Sie sollten schon hellhörig werden! – wenn Ihnen als Hobbymusiker ein Nachbar plötzlich enthusiastisch mit der Idee kommt, Sie könnten doch ihre Geige zur Lampe umfunktionieren lassen …

An den Ständen und in der Auslage der diversen Hütten, gibt es in diesem Jahr reichlich Kristall in allen Variationen. Wenn Sie dort sind, ist das Tragen einer Sonnenbrille nicht verkehrt. Die kleinen Kunstwerke (Tiere, Schälchen und andere Gegenstände) sowie Schmuckteile, werden mit unzähligen Spots geschickt angestrahlt – so leuchtend sehen Sie sie nie wieder! Wenn Sie später mit dem gekauften Schmuck am Körper einen ebenso umwerfenden Glitzereffekt erzielen möchten, planen Sie Ihre Beleuchtung gleich mit ein, denn auch Sie müssten ständig im Scheinwerferlicht stehen.
Lassen wir das Kristall beiseite und schauen uns nach Alternativen um. Es gibt Schüsseln aus Thuja Wurzelholz. Sie kennen Thuja als immergrüne Heckenpflanze, möglicherweise unter dem deutschen Namen Lebensbaum. Das Holz hat einen sehr warmen, relativ dunklen Farbton, zumindest nach der Verarbeitung. Die fertigen Schalen wirken sehr urig, und auf den ersten Blick hat es sogar manchmal ein wenig den Anschein, als wären an einigen Stellen Intarsienarbeiten vorgenommen worden. Schon besonders …
Oder falls Sie auf Schrauben, Muttern und solche Sachen stehen und durchaus auch willens sind, recht sinnfrei Dinge aufzustellen, einfach, weil sie nett aussehen, dann wäre dies hier eine Möglichkeit.

Hamburg - Weihnachtsmarkt Spitaler Straße - Diverses aus Metallstangen, Federn, Schrauben, Muttern etc. Vorne auf der Ablage ein Schlagzeuger mit Drum-Set.

Hamburg – Weihnachtsmarkt Spitaler Straße – Diverses aus Metallstangen, Federn, Schrauben, Muttern etc. Vorne auf der Ablage ein Schlagzeuger mit Drum-Set.

Die Schrott ähnendeln Werkzeuge, Schrauben und Schlüssel aus dunkler, leicht überpuderter und somit rostig wirkender Schokolade, die ich vor zwei Jahren hier im Blog zeigte, bekommt man immer noch – oder besser gesagt, man bekommt sie jetzt recht häufig. Es sind weitere Anbieter hinzugekommen, während der erste Begeisterungssturm aufgrund des Neuigkeitseffekts hingegen inzwischen natürlich etwas abgeklungen ist.
Es gibt auch liebreizende, leicht debil, aber sehr sympathisch grinsende Schafe. Wollig-plüschige Exemplare in natürlichen Farben, die eine Wärmflasche als Innenleben besitzen. Das wäre z. B. ein Geschenk für die leicht fröstelnden Familienangehörigen.
Oder für Vogelliebhaber eine der vornehmen Futtervillen. Kleine, bunt angemalte Holzhäuschen für die Flattergesellen zur Fütterung im Winter oder später als Nistkasten. Auf einem vermeldet ein freundlicher Rabe – offensichtlich ein Schweizer: Grüezi!
Die Weihnachtspyramide steht an ihrem üblichen Platz. Sie leuchtet in der Dunkelheit in warmen Farben. Das dahinter liegende Haus, in dem Schuh-Görtz seine Filiale hat, ist als Adventskalender hergerichtet und besticht farblich durch ein – im Vergleich zur Pyramidenbeleuchtung – sehr kontrastreiches Telekom-Magenta sowie ein kühles, helles Flieder-Violett.

Hamburg - Weihnachtsmarkt Spitaler Straße - Weihnachtspyramide

Hamburg – Weihnachtsmarkt Spitaler Straße – Weihnachtspyramide

Hamburg - Weihnachtsmarkt Spitaler Straße - Der Barkhof mit der Görtz Filiale unten als Adventskalender gestaltet

Hamburg – Weihnachtsmarkt Spitaler Straße – Der Barkhof mit der Görtz Filiale unten als Adventskalender gestaltet

Hamburg - Weihnachtsmarkt Spitaler Straße/Gerhart-Hauptmann-Platz

Hamburg – Weihnachtsmarkt Spitaler Straße/Gerhart-Hauptmann-Platz

Ein kleines Stück weiter direkt am Gerhart-Hauptmann-Platz steht ein Silber-Elvis, eine dieser von Kopf bis Fuß im Metall-Look gestylten Personen, die regungslos verharren und bei denen man aufgrund der komplett mit versilberten Haut wirklich überlegt, ob die Figur echt ist oder nicht … Das Kinn hat gezuckt. Elvis lebt.
Der kleine Weihnachtsmarkt dort ist überschaubar und gut besucht.

Hamburg - Weihnachtsmarkt am Gerhart-Hauptmann-Platz

Hamburg – Weihnachtsmarkt am Gerhart-Hauptmann-Platz

Wer einen Blick zur Mönckebergstraße und weiter Richtung Rathaus wirft, hat auf der linken Seite schon den nächsten Markt im Visier: Die Buden, die rund um die Petrikirche aufgebaut wurden. Es sah an Mittwochabend so aus, als wäre Licht in der Kirche. So bin ich zum Haupteingang marschiert, der geöffnet war. Von drinnen drang gedämpft Musik nach draußen. Ab 17.15 Uhr fand die Stunde der Kirchenmusik statt und bei freiem Eintritt konnte man an diesem Klangerlebnis teilhaben. Ein kleines Orchester u. a. mit Bläsern spielte, ein Chor sang von Zeit zu Zeit, und die Menschen in der bis fast auf den letzten Platz (!) gefüllten Kirche, stimmten bei dem als Adventslied bekannten Stück „Tochter Zion, freue dich“ mit ein.

Hamburg - Petrikirche - Stunde der Kirchenmusik ...

Hamburg – Petrikirche – Stunde der Kirchenmusik …

Hier in der Petrikirche können Kerzen angezündet und so aufgestellt werden, dass sich – wie es heißt – ein umgedrehter Lichterbaum ergibt. Das Wachs tropft hinunter, und es erinnert stark an Stalaktiten, die Tropfsteine, die von der Decke hängen.

Hamburg - Petrikirche - Umgedrehter Lichterbaum ...

Hamburg – Petrikirche – Umgedrehter Lichterbaum …

Um noch die Anwesenheit des Weihnachtsmannes auf dem Rathausplatz mitzuerleben, verließ ich die Kirche nach einer Weile und gesellte mich zu den Unmengen von Menschen auf dem Markplatz, die mit Kind und Kegel dort standen und darauf warteten, dass es losging.

Hamburg - Weihnachtsmarkt am Rathausplatz - Eingangsportal

Hamburg – Weihnachtsmarkt am Rathausplatz – Eingangsportal

Zur vollen Stunde  ist es immer soweit. Der von Rentieren gezogene Schlitten des bärtigen Mannes im roten Mantel (den sie ganz oben am Beginn des Berichts bereits einmal gesehen haben) überquert – über ein gespanntes Drahtseil gezogen – den Platz. Zwischendurch hält das Gefährt, der Weihnachtsmann erhebt sich in luftiger Höhe von seiner Sitzbank, winkt dem Publikum huldvoll zu und erzählt die Geschichte von Rudolf, dem Rentier mit der roten Nase. Der Mann im Schlitten braucht dazu nicht von oben auf den Platz hinabzubrüllen. Es wird ein Band über Lautsprecher abgespielt. Prominente geben gern ihre Stimme für diesen Anlass. Zwei männliche Besucher des Spektakels wurden sich nicht einig, wer in diesem Jahr der Sprecher sei. Der eine war überzeugt, es handle sich um Volker Lechtenbrink, der andere schwor Stein und Bein auf Gunter Gabriel. (Der war es dann auch, ich habe es zur Sicherheit geprüft).

Hamburg - Weihnachtsmarkt am Rathausplatz - Der Weihnachtsmann erzählt die Geschicht von Rudolf, dem rotnasigen Rentier

Hamburg – Weihnachtsmarkt am Rathausplatz – Der Weihnachtsmann erzählt die Geschicht von Rudolf, dem rotnasigen Rentier

Natürlich erklingt im Anschluss an die Geschichte das Lied  „Rudolph, the red-nosed reindeer“. Regelmäßig habe ich den Song dann für mindestens sieben weitere Tage als Ohrwurm im Kopf. Rentiere und Weihnachtsmann „fliegen“ noch einmal bis zur Leuchtpyramide und was dabei auf dem Foto so aussieht, als würde der Schlitten explodieren, ist eine kleine Täuschung. Beim Abflug werden lediglich goldene Funken versprüht, die auf dem Foto eher wie Rauchwolken wirken.

Hamburg - Weihnachtsmarkt am Rathausplatz - Auf der Abschlussfahrt im Schlitten Richtung Glitzerpyramide gibt es ein kleines Feuerwerk  ...

Hamburg – Weihnachtsmarkt am Rathausplatz – Auf der Abschlussfahrt im Schlitten Richtung Glitzerpyramide gibt es ein kleines Feuerwerk …

Es gibt vielfältige Reaktionen auf diesen überraschend einsetzenden Funkenregen. Viele erstaunte und entzückte Ahs! und Ohs!. Manche Pappenheimer unter den Zuschauern, die es eigentlich schön finden, sich aber dabei komisch vorkommen, ziehen es flink ins Lächerliche. Sie tarnen ihre Begeisterung als eine lediglich gespielte und mokieren sich ein wenig über das Gesehene.
„Aaach, ist das schööön! Nein, wie ist das schöön!“  
Haben Sie den Tonfall im Ohr? Kommt es Ihnen bekannt vor?
Es hört sich genau so an wie in Loriots Sketch von der Rennbahn. „Ja, wo laufen sie denn?“ Blick durch das Fernglas. „Ach, ist der Rasen grün! … Aaach, ist das schöön!“

Es gibt zum Erkunden nicht nur den Rathausplatz, sondern auch das Rathaus selbst, welches im Innern weihnachtlich hergerichtet ist. Ein kleiner Blick hinein verrät, wie in diesem Jahr die stattliche Weihnachtstanne in der großen Diele dekoriert ist. 2013 präsentiert sie sich mit vorwiegend dunkelblauen und roten, matten sowie glänzenden Kugeln unterschiedlicher Größe, und es gibt helle, hölzerne Anhänger, die allesamt Hamburg-Motive zeigen!

Hamburg - Rathaus - Der Weihnachtsbaum in der Diele

Hamburg – Rathaus – Der Weihnachtsbaum in der Diele

Die markanten Kuppeln der Kirchtürme, das Stadttor (Wappen) und der Fernsehturm sind u. a. dabei – und dieser ist tatsächlich in diesem Fall nicht viel größer als manche der Weihnachtskugeln, die zum Teil einen veritablen Durchmesser aufweisen!

Hamburg - Rathaus - Anhänger aus Holz zeigen Hamburg-Motive (hier Heinrich-Hertz-Turm bzw. Fernsehturm)

Hamburg – Rathaus – Anhänger aus Holz zeigen Hamburg-Motive (hier Heinrich-Hertz-Turm bzw. Fernsehturm)

Bei meinem Besuch brummte beim Heraustreten das Leben auf dem historischen Weihnachtsmarkt, der auf dem gesamten Rathausplatz aufgebaut ist. Ihr Navi würde gar nicht erst stockenden Verkehr, sondern gleich Dauerstau anzeigen. Zeit, ein wenig weiter zu wandern.
Ein Mordsspektakel unmenschlicher Natur ertönte. Irgendjemand fütterte auf der Freitreppe gegenüber den Alsterarkaden die Wasservögel an der Kleinen Alster, was eine Invasion von Horden rüpelhafter, offenbar ausgehungerter Möwen zur Folge hatte! Sie können einen unglaublich hohen Lärmpegel erzeugen! Möwen werden sich irgendwann noch einmal selbst taub kreischen …

Hamburg - An der Kleinen Alster - Möwenversammlung  ...

Hamburg – An der Kleinen Alster – Möwenversammlung …

Hamburg - An der Kleinen Alster - Auch auf dem Wasser herrscht reger Betrieb ...

Hamburg – An der Kleinen Alster – Auch auf dem Wasser herrscht reger Betrieb …

Die ganze Stadt (inklusive sämtlicher Möwen) schien inzwischen auf den Beinen zu sein. So langsam konnten einem dabei die Bilder schon vor den Augen verschwimmen …

Hamburg - Viel los bei den Weihnachtsmärkten und immer noch Hochnebel. So langsam verschwimmt der Blick ...

Hamburg – Viel los bei den Weihnachtsmärkten und immer noch Hochnebel. So langsam verschwimmt der Blick …

Für heute lassen wir es daher gleich genug sein. Unser Spaziergang endet diesmal an der Binnenalster am Jungfernstieg. Der dortige Weihnachtsmarkt ist ganz in Weiß („Weißerzauber“) gehalten. Am Anleger sind Alsterfährboote vertäut und als Märchenschiffe geschmückt.

Hamburg  - Adventszeit - Märchenschiffe am Anleger Jungfernstieg

Hamburg – Adventszeit – Märchenschiffe am Anleger Jungfernstieg

Kinder können dort backen, Märchen hören  u. v. m. Diese Alsterboote mit den Aufbauten bleiben in der Vorweihnachtszeit festgemacht, doch es gibt weiterhin einige Boote, die Fahrten auf der Alster unternehmen – solange die Witterung es zulässt und das Wasser nicht gefriert.
Auf einem Ponton – mitten auf der Binnenalster platziert – ist jedes Jahr eine große Weihnachtstanne die Attraktion in der Adventszeit.

Hamburg - Binnenalster - Vorne die vertäuten Alsterboote, die jetzt Märchenschiffe sind - auf der Alster die Weihnachtstanne und ein Ausflugsboot, das in der Dunkelheit unterwegs ist

Hamburg – Binnenalster – Vorne die vertäuten Alsterboote, die jetzt Märchenschiffe sind – auf der Alster die Weihnachtstanne und ein Ausflugsboot, das in der Dunkelheit unterwegs ist

Hamburg - Weihnachtsmarkt am Jungfernstieg

Hamburg – Weihnachtsmarkt „Weißerzauber“  am Jungfernstieg, Pagodenzelte anstelle von Buden

Einmal dem Wasser den Rücken gekehrt, entdecken Sie ein Stück links vom bekannten Alsterhaus den Zugang zum Neuen Wall mit dem direkt an der Ecke in Grün und Gold weihnachtlich dekorierten Geschäft von Juwelier Wempe und ein Stück rechts vom Alsterhaus den Hamburger Hof, der auch jedes Jahr sehr prachtvoll illuminiert wird und in der Dunkelheit weithin leuchtet.

Hamburg - Weihnachtsmarkt am Jungfernstieg - Blick hinüber zum Neuen Wall

Hamburg – Weihnachtsmarkt am Jungfernstieg – Blick hinüber zum Neuen Wall

Hamburg - Neuer Wall - Weihnachtsdekoration - Juwelier Wempe

Hamburg – Neuer Wall – Weihnachtsdekoration – Juwelier Wempe

Hamburg - Hamburger Hof - Jungfernstieg (Binnenalster) -  weihnachtlich geschmückt

Hamburg – Jungfernstieg (Binnenalster) – Hamburger Hof (Passage) weihnachtlich geschmückt

Der Weg in die Stadt lohnt sich also in dieser Zeit. Es gibt viel Schönes, teils Originelles an den zahlreichen Ständen der Märkte, Sie können zudem garantiert nicht verhungern, und Sie erleben immer wieder Livemusik von Straßenmusikanten, die in vielen Fällen sehr profimäßig spielen. Mir gefiel die Darbietung eines Trompeters vor der Europa-Passage auf der Karstadt-Seite und am gegenüberliegenden Zugang zur Passage an der Binnenalster das Spiel eines Panflötisten, der mit – oder sollte ich eher sagen trotz – Playback-Orchesterbegleitung und Lautsprecherverstärkung wirklich etwas Ansprechendes darbot. Aus den Alsterarkaden drang Akkordeonmusik herüber.
Zusätzlich zur bunten Dekoration und den Lichtern, die die Weihnachtsmärkte erleuchten und verschönern, sind ebenfalls viele Bäume in den Straßen mit Lichterketten durchzogen, und gerade nach diesen zahlreichen trüben, von Hochnebel geprägten Tagen, bewirken das Strahlen und der bunte Lichterglanz eine wirklich spürbare Stimmungsaufhellung. Der Atmosphäre in der Stadt und unter den Menschen hat es jedenfalls sehr gutgetan.

War ein Plätzchen dabei, zu dem es Sie auch hingezogen hätte?

Falls Sie noch einen Weihnachtsmarktbesuch planen, so wünsche ich Ihnen viel Vergnügen dabei – sei es in Hamburg oder auf einem Markt in Ihrer Nähe. Schließlich hat jeder seinen ganz eigenen Reiz!

Einen schönen dritten Advent!

Hinweis:
Wer sich näher für die Instrumentenleuchten interessiert, hier geht es zu Olaf Cordes, dem Herrn von Lumines, einer Firma in Buxtehude.
-> http://www.lumines-leuchten-unikate.de/

©Dezember 2013 by Michèle Legrand
Michèle Legrand - WordPress.com - ©Foto Andreas Grav

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