Beiträge getaggt mit Technik

Herbstliche Internetinfluenza

Liebe Blogleser,

es hat mein (häusliches) Internet erwischt! Die gefürchtete Herbstinfluenza hat zugeschlagen mit anfänglicher Mattigkeit, anschließendem Kollaps und letztendlich droht sogar leider eine längere Reha.
Wäre ich ein Crack in Technikdingen, ließe sich die Wiederbelebungzeit vielleicht etwas verkürzen, doch diesmal muss aus Altersgründen eine Totalumstellung die Auferstehung bewerkstelligen. In einem solchen Fall ist es Sache der Profis, alles miteinander wieder gängig zu machen.
Sollte es bereits davor gelingen,  eine minimalistische Notlösung hinzugekommen, hören Sie von mir. Ansonsten bin ich durch diese Komplettumstellung leider erst wieder ab der zweiten Novemberwoche richtig mit Internet ausgerüstet, denn – Sie ahnen es – diese Techniker haben volle Terminkalender, die frühestens in zwei bis drei Wochen die ersten Lücken aufweisen.
Aus Sicherheitsgründen verfügt mein Handy nicht über alle Daten, die der Laptop beherbergt,  es ist auch bewusst nicht alles synchronisiert. Nun ist lediglich eingeschränkte Aktivität möglich und – ganz ehrlich – eine Frau (ich), die bereits auf eine Lesebrille angewiesen ist und nichtsdestotrotz gewöhnt ist, mit zehn Fingern schnell zu tippen, ein solches Wesen wird mit einem Handy für größere Textaktivitåten nicht glücklich.
Auf dem kleinen Display mit immer nur einem Teil des Textes im Sichtfeld den Überblick über den Gesamtinhalt zu behalten, ist schon lästig,  erfordert jedoch vielleicht nur mehr Konzentration. Doch ich schreibe einfach den größten Blödsinn auf kleinen Tastaturen!  Knapp daneben ist auch daneben.  Es entstehen Wortkreationen,  über die ich selbst immer Bauklötze staune. Auch Sie würden sich wundern!  Vielleicht tun Sie es jetzt schon, denn notgedrungen entstand dieser Text unter reichlichem Gefluche auf einer Smartphonetastatur …

Liebe Gemeinde, wir werden sehen, was bei diesem ersten Versuch herauskommt. Sie wissen nun, warum ich etwa drei Wochen lang verspätet reagiere oder nur sehr begrenzt Blogs besuchen und kommentieren kann und warum hier aller Voraussicht nach im Blog eine Pause beim Posten entstehen wird.
Umso mehr freue ich mich, Sie danach wieder anzutreffen!
Zwischendurch werde ich obendrein noch ein paar Tage unterwegs sein und habe vor, Ihnen aus einem Nachbarland einige Eindrücke mitzubringen. Von den Nachbarn, die Croissants gern mögen ..

©Oktober 2014 by Michèle Legrand

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Stacheliges, Technisches und … Wencke!

Michèle Legrand - WordPress.com - ©Foto Andreas GravEs klingt zugegebenermaßen ein wenig paradox, doch ich schreibe Ihnen heute, um Ihnen entspannt mitzuteilen, warum ich im Moment nicht zum Bloggen komme.
Nicht? Aber …?
Ja, ja – kurios. Denn was ist das hier grad, hm …?
Schizophren!
Nur – die Tatsache, dass im Blog etwas auftaucht, heißt nicht, dass es sich automatisch um einen richtig vollwertigen Blogpost handelt. Einen, der seinen Namen verdient und meinen üblichen Ansprüchen genügt. Ich versuche, es an einem Beispiel zu verdeutlichen:
Es gibt Bloggen, Variante 1. Das ist Bloggen mit Recherche, mit Fotoerstellung, -auswahl und -bearbeitung, mit Zeit für Ausführlichkeiten und Hintergrundinformationen. Wenn Sie sich dazuschalten im Blog, wissen Sie grundsätzlich, dass Sie Texte zu ganz unterschiedlichen Themen vorfinden, auf Entdeckung gehen oder manchmal seltsame, kuriose Erlebnisse teilen können und dass in den weitaus meisten Fällen viele Bilder dabei sind. In einem solchen Fall habe ich – nach eigener Vorstellung – gebloggt.
Heute hingegen gibt es einen Wochenendtreff. Sie und ich. Ein lockeres Schwätzchen gemütlich auf der Couch. Als kurze Szene gesehen, stellen Sie sich die Situation bzw. den Unterschied zu sonst doch so vor:
Wenn Sie bisher kamen, ging die Tür auf, der Kuchen (bunt, lecker und natürlich immer neue Sorten) stand parat, Sie verweilten, stillten Ihren Appetit und spazierten danach heim.
Diesmal hingegen war keine Zeit für die Kreation eines besonderen, selbstgebackenen Kuchens. Alte, trockene Reste, Wiedergekäutes, Angebranntes stand nicht zur Debatte. Minibrösel vorwerfen auch nicht.
Was tun? Wozu sich entscheiden? Gar nichts machen?
Dann wären Sie wie üblich gekommen, hätten jedoch vor verschlossener Tür gestanden.  Nach Ihrem Klingeln wäre nichts passiert. Sie hätten vermutlich die Nase gerümpft. Beleidigt. Ich wiederum hätte drinnen gesessen, wäre gefrustet und hätte mich nicht gerührt, bis Sie endlich wieder verschwunden wären. Für beide höchst unbefriedigend.

Aus diesem Grund entschied ich mich fürs Bloggen, Variante 2. Ich reiße quasi die Tür auf, sage jedoch gleich unverblümt, dass ich heute „nur“ Kekse habe – die aber ebenfalls speziell und lecker sind. Den Weg finde ich persönlich wesentlich schöner …
Falls Sie Kekse allerdings gar nicht mögen, drehen Sie um.
Jetzt!
Den anderen verrate ich, was mich vom richtigen Bloggen (Variante 1) abhielt.

Als erstes hinderte mich die Sonne daran. Das Wochenende und teilweise noch der Beginn der neuen Woche bescherten einen blauen Himmel und brachten trockenes, laues Wetter. Ideal, um an den Nachmittagen mit der Gartenarbeit voranzukommen, jedoch definitiv keine gute Zeit, um drinnen vor dem Laptop zu sitzen.
Giftwetter für Blogger!
An der Hauswand, an der zeitig im Jahr nach Sturmgebraus die Efeuranken heruntergerauscht waren, lag noch gehäuft Laub, was endlich weggeräumt werden sollte …
Ich hockte zwischen den Büschen, griff mit behandschuhten Fingern ins Laub und erschrak kurz darauf ziemlich heftig, als ich in etwas Stacheliges, Nachgebendes fasste! Was ich bisher nicht gewusst hatte: Ein Igel hielt dort – auch jetzt, Anfang April! – noch seinen Winterschlaf. Er bewegte sich leicht nach meiner Berührung. Räkelte sich. Immerhin! Ein Lebenszeichen!
Ich schüttete die eben erst eingesammelten Blätter wieder über ihm aus, bedeckte den schlafenden Wicht sowie sein Nest möglichst vorsichtig und verzog mich leise. Pssssst …
Irgendwie hatte ich angenommen, dass die Witterung schon länger so sei, dass Igel mittlerweile gähnend aufwachten und wieder loszögen, doch es heißt, erst wenn die Temperatur im Winterquartier 15° Celsius übersteigt, machen sie sich erneut auf Futtersuche. Seine schattige Ecke hatte ihm wohl bisher relativ kühle Werte beschert.
Unser Aufeinandertreffen geschah am Sonntag. Am Montag fand ich den Haufen unverändert vor, am Dienstag war alles auseinandergeschoben, platt, und der Igel ist seitdem verschwunden. Vielleicht habe ich ihn doch aus seinem Schlaf geholt …

Tage mit längeren Terminen folgten, die Unterlagen für die Steuererklärung schauten schon anklagend und Donnerstag, Donnerstag wurde ich ins kalte Wasser geworfen! Bildlich gesprochen.
Ich besitze ein neues Smartphone und habe anfangs immer einen Mordsrespekt vor diesem technischen Zeugs! Ehe alles funktioniert, ehe alles drauf ist, was man braucht, alles verbunden und verknüpft ist, ehe man alles auf Anhieb findet! Andere, vor allem die Digital Natives, bleiben ganz cool, ich jedoch merke die Anspannung, dieses Unbehagen, etwas Fürchterliches, Irreparables zu verursachen. Mit einem einzigen falschen Drücker.

Für mein brandneues, noch unbenutztes Handy, traf die dafür benötigte und angeforderte neue SIM-Karte ein. Dank der Hilfe meines Sohnes, der nach der Arbeit herbeieilte, musste ich die Inbetriebnahme des neuen Geräts abends nicht alleine starten. Was gut war, denn es kam gleich alles wieder anders als gedacht.
Ich hatte es mir so schön und halbwegs unkompliziert vorgestellt. Meine neu zugesandte SIM-Karte sollte die alte, allen bekannte Handynummer erhalten. Der Mitarbeiter der Hotline hatte mir erklärt, sobald die Karte einträfe, sollte ich wieder anrufen, wir würden daraufhin die Nummer abgleichen, wenn sie korrekt wäre, leitete er alles weiter, sie würde aktiviert, die alte gesperrt. Fertig.
Der Brief mit der neuen Karte kam. Er enthielt eine andere, abweichende Anleitung. Sie besagte: Online einloggen, alles selbst machen! Einloggen? Ich hatte gar kein Konto! Also registriert, eingeloggt und gestaunt, denn die neue Karte besaß noch überhaupt keine Nummer. Nun, selbst die Hürde wurde gemeistert. Alles schien zu klappen, der Sohn saß ja auch daneben. Der Herzinfarktvermeider. Prozess SIM-Karte abgeschlossen, Information zum Schluss: Die Aktivierung kann bis zu 24 Stunden dauern.
Puh. Andererseits gar nicht so schlecht!
Ich musste nämlich fast schon los zum wöchentlichen Stepptanztraining. Wie die Zeit an dem Abend wieder flitzte!
Der Plan lautete folglich: Wir erledigen das Nötigste, ich nehme mein altes Handy mit, das weiterhin Netzkontakt hat und kümmere mich um das neue Handy, seine detaillierte Einrichtung, all seine Einstellungen, um erforderliche Apps, das Übertragen von Nummern etc. am folgenden Tag. In Ruhe, denn ich habe ja Zeit. Vermutlich 24 Stunden. Wenn ich schließlich fertig bin, kommt irgendwann die Freischaltung. Alles gut. Ausatmen.
Der nächste mittlere Schock folgte auf dem Fuße! Eine halbe Stunde nach Einsetzen der Karte teilt der Provider freudig mit:
Ihre neue Karte ist jetzt aktiviert. Ihre alte wurde gesperrt …
Schon steigt wieder die Pulsfrequenz. Umstecken kann ich die neue Karte nicht. Mein Vorgängerhandy hatte eine normal große, das jetzige Gerät eine Micro-SIM-Karte. So nehme ich ein mir völlig fremdes, relativ leeres Handy mit. Leer an Kontakten, noch mager an Möglichkeiten. Aber es könnte klingeln. Es könnten schon Nachrichten kommen. Es könnten … Moment!
Ich habe überhaupt keine Ahnung, wie sich mein Handy anhört!
Was es für Töne (voreingestellt) produziert! Keine Zeit mehr für Basteleien … Ich muss los. Da war sie wieder. Diese Anspannung …

Ich bin so spät dran, dass ich beschließe, die U-Bahn anstelle des Autos zu nehmen. Es klingt unlogisch, denn sie ist von der Fahrzeit her nicht schneller, doch wenn ich sie nehme, habe ich am Ziel kein Parkplatzproblem, weshalb ich üblicherweise recht früh aufbreche. Das Auto ist nach dem Kurs die bessere Wahl, da die Bahn am späten Abend lediglich in größeren Abständen verkehrt.

Im Zug pfeift jemand in meiner Nähe. Anerkennend. Ich „überhöre“ es. Es pfeift wieder. Erst mit reichlich Verzögerung wird mir bewusst, dass es mein Handy ist, das sich mit diesem Geräusch bemerkbar macht, und dass sein Gepfeife jedes Mal erklingt, sobald irgendwelche Benachrichtigungen eintreffen. Das Pfeifen ist laut. Und oft. Und nervtötend. Finden die anderen Bahnfahrer auch.
Mir gelingt es, den Pfeifer ruhigzustellen. Der Puls geht langsam wieder runter.
Technik! Pffft …

Ein Herr etwa meines Alters steigt ein. Er hat einen ca. 50 x 50 cm großen, relativ flachen, stabilen Karton mit Deckel dabei, nimmt mir gegenüber auf einer Zweierbank Platz und stellt den Karton auf den Nebensitz. Seinen halb gefüllten Rucksack setzt er auf dem Schoß ab. Als der Zug an der nächsten Haltestelle abbremst, wackelt es im Karton. Der Herr hebt minimal den Deckel an, blinzelt hinein, schnalzt mit der Zunge, lässt ihn wieder herunter und beginnt, in seinem Rucksack zu kramen. Er zupft Kopfsalat aus einer Tüte, lüftet erneut den Deckel, diesmal etwas weiter – und füttert eine Schildkröte! Recht groß ist sie und sehr hübsch. Offenbar auch hungrig, denn sie streckt den Hals und kaut bedächtig den angebotenen Salat. Es sieht unheimlich graziös aus.
Ich kann nicht an mich halten und sage, wie schön ich das Tier, seine glänzenden, klugen Augen, sein vertrauensvolles Verhalten und seine hingebungsvolle Art zu fressen finde. Mein Gegenüber strahlt. Ich erfahre, dass es eine Sie ist und er sie gerade von seiner Mutter, einer älteren Dame abgeholt hat, da diese zur Kur fährt. Er wird die Schildkröte während ihrer Abwesenheit bei sich zu Hause hegen und pflegen. Die Familie hat das Tier schon seit seiner eigenen Kindheit, das gepanzerte Wesen und er kennen sich demnach gut. Sie dürfte mit ihrem Pflegevater einverstanden sein.
„Wie heißt sie denn?“, frage ich ihn.
„Wencke“, sagt er und muss bei meinem erstaunten Blick lachen. „Ja, wirklich! Meine Mutter ist ein Fan von Wencke Myhre, die war seinerzeit gerade sehr angesagt, als die Schildkröte zu uns stieß. Wir hatten noch eine. Eine männliche …“
Ich wage kaum zu fragen, tu es dann aber doch:
„Und wie hieß er? Bata, Karel oder … Chris?“
Er wiehert los.
„Nein, er hieß einfach Hannes. Aber Hannes und Wencke waren wohl kein so tolles, verliebtes Paar. Wir haben sie im Sommer immer im Garten laufen lassen. Im dritten Jahr ist er ausgebüxt. Ward nie wieder gesehen. Wencke hat sich dann mit unserem Kanarienvogel angefreundet. Silvio. Leider lebt der nicht mehr. Den hat sie mehr vermisst als Hannes.“
Es ist schade, dass ich schon fast am Ziel angekommen bin. Ein letztes Mal schaue ich Wencke beim Salat kauen zu und verabschiede mich von ihr und dem Herrn.

Sie werden vielleicht lachen, aber die Begebenheit mit der Schildkröte ließ mich mein Handy und die ganze innere Aufregung völlig vergessen. Der Anblick eines solchen Tieres entspannt fantastisch und löst jegliche Anspannung.
Sie werden nun andererseits vielleicht auch nachvollziehen können, warum in der vergangenen Woche einfach keine Zeit fürs Bloggen (Variante 1) blieb. Es gab zu viel Stacheliges, Technisches und … Wencke.

Sie müssen los? Ja, denn … Ging’s mit den Keksen?
Nächstes Mal gibt es wieder Kuchen!

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!

©April 2014 by Michèle Legrand
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Gefühle in Wallung: Das neue Smartphone

Gefühle_in_Wallung_Das_neue_Smartphone.MP3
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Ich hatte mich bis jetzt gekonnt vor einer Entscheidung gedrückt. Sie hinausgeschoben!
Was soll ich mir ein Smartphone zulegen, wenn das alte Gurkenhandy noch nicht völlig hinüber ist?
Gut, der Akku ist recht unzuverlässig geworden. Sobald die Hälfte der Akkuleistung verbraucht ist, geht es superrasant mit dem Rest in den Keller. Ende.
Aus.
Plötzlich natürlich…, denn kurz zuvor waren noch zwei Balken da.
Ja, okay, auch die Tasten waren eigensinnig geworden. Nicht jede reagierte sofort. Es konnte schon vorkommen, dass ich enthusiastisch eine SMS tippte, um dann gegen Ende festzustellen, dass Kauderwelsch entstanden war, weil nur jeder zweite eingetippte Buchstabe erschien, und das eingebaute intelligente Teil meines Handys sofort völlig andere Worte ‚empfahl’ und ungefragt einsetzte.
Hallo, koch werk willst ihm morgen hab.
So und ähnlich lauteten die Botschaften, die ich wenigstens vor dem Absenden kontrollierte und somit das Schlimmste verhinderte.
Das Display war einwandfrei. Die Kunststoffabdeckung jedenfalls. Ich gehe ja sorgsam mit meinem technischen Gerät um. Nur die Anzeige der Buchstaben schien mir recht blass. Den Kontrast zu verbessern, half nichts mehr.
Manchmal tippten die Tasten wider Erwarten das Richtige, aber ich konnte es nicht lesen.
Internetfähig? Wie bitte?
Mein Handy?
Nicht doch!!
Einen Klingelton herunterladen? Nein, nicht möglich, ich hatte daher das angenehme, durchdringende Klingeln gewählt.
Meine SMS-Benachrichtigung hingegen vollzog sich mit dem melodischen Nokia-Klang.
Wirklich, man konnte es durchaus genießen!
Außerdem hatte ihn keiner sonst in der Umgebung. Entweder aufgrund eines anderen Geschmacks, oder weil ein wesentlich neueres Handy im Gebrauch war.
So viel zum Zustand meines Handys. Wie man sieht, es gab also absolut keinen Grund, es einfach in die Büsche zu werfen.

Eine weitere Frage, die das Zögern erklärt, lautete: Bin ich grundsätzlich Smartphone-fähig? Kriege ich so ein neumodisches Ding ‚gebacken’.
Die folgerichtig nächste Überlegung: Brauche ich so etwas? Hat es etwas, was ich möchte?
Antwort: Jaaaa! Ich kann damit ins Internet!
Und ist das gut?
Die Vor- und Nachteile wurden abgewogen, und dies führte zu folgendem Schluss:
Es geht ohne – es geht noch besser mit …

Was macht also die Lady?
Nichts. Sie wartet, dass das alte Handy stirbt.
Und was machen die Kinder der Lady?
Die überlegen sich ein gemeinsames Geburtstagsgeschenk (mit ihren Partnern) und schenken der zaudernden Mama ein WAHNSINNS-Smartphone! *Ekstaseähnlicher Zustand*
Nur: Jetzt stehe ich da und muss! Und will!
Und kann – noch – nicht (richtig)!

Das Jungvolk amüsiert sich natürlich königlich über meine Hin- und Hergerissenheit. Die Liebe zu ihm und das bangende Hilfe!
Ich ertappe mich, dass ich es fast liebevoll an mein Herz drücke. Schickes Teil. Schlagt mich, aber ich sage mal Klavierlack, schwarz. (Keine Ahnung, ob das in der Smartphone-Branche so durchgeht) Ein Fernseher mit diesem Look wurde jedenfalls so genannt, und der sah ebenfalls so edel aus.
Mein Nachwuchs hilft mir am Anfang.
Das muss man sich mal vorstellen: Jetzt habe ich das technisch neueste Gerät! Noch nie dagewesen …
Die Folge ist jedoch, dass auch Tochter und Sohn ein bisschen am Probieren, Suchen und Forschen sind. Wir wollen noch Essen gehen an diesem Abend, so dass irgendwann zwangsweise Schluss ist mit der Fummelei am Gerät.
Das war der Abend des Sonntags. Sie warfen mich einfach ins kalte Wasser – danach!
„Mama, kannst ja mal gucken, wie weit du kommst. Musst dich auch noch um den Internet-Tarif kümmern …“

Ach ja, das Smartphone meinte übrigens anfangs, es wolle die ganze Zeit im Internet weilen, obwohl ich noch gar keinen Tarif hatte. Folge: Mein Guthaben war plötzlich aufgebraucht (Ja, ich bin altmodisch. Ich komme mit einer prepaid-Karte aus und untypischerweise – für eine Frau – telefoniere ich extrem wenig). Mein talentierter Herr Sohn schafft es auf irgendeine Art, die werksseitige Einstellung des ständigen ‚online-Modus an’ zu knacken und dem Guthabenverlust ein Ende zu bereiten. Nun habe ich zurzeit allerdings noch keinen blassen Schimmer, wie ich jemals gewollt wieder hineinkomme.
Mein Besuch im o2-Shop sicherte mir eine Handy-Surfrate, aber mein Smartphone ist verschnupft und möchte eben jetzt nicht mehr …
Ich habe neues Guthaben, das Benutzerhandbuch gefilzt, das Handy bearbeitet mit netten Worten und Streichelfingern, und der momentane Stand ist folgender:
Liebe Leser,  ich kann immerhin telefonieren, SMS versenden, Einträge tätigen und ändern, Klingeltöne variieren und Einstellungen diverser Art vornehmen. Ich weiß, wo die Kamera ist, was sich hinter diversen Icons verbirgt und generell mehr. Aber …
Verdammt! Ich trau’ mich nicht, überall unbedarft herumzudrücken und zu probieren!
Was macht man in der Situation?
Man erinnert sich, dass man einen guten Freund auf Twitter hat. Der bedauernswerte Christian ist jetzt der Mann der Stunde, der mit besänftigender Stimme und per Tweet  die in Wallung geratene Smartphone-Neubesitzerin aus Hamburg beruhigt.
Manche Dinge sind so simpel, aber ich würde nie darauf kommen!
Offensichtlich denkt dies aber der Hersteller, denn er erwähnt nie etwas zu meinen Fragen im besagten Benutzerhandbuch …

Ich stelle mir jetzt die vielen unter Ihnen vor, für die ein Smartphone oder das iPhone seit langem zum Alltag gehören und die jetzt grinsend denken: Na, ganz schöne Anstellerei. Hat sie denn nie mit PC etc. zu tun?
Doch, habe ich! Aber das ist irgendwie nicht vergleichbar.
Trotzdem haben Sie völlig recht, es ist Anstellerei! Und zwar so lange, bis das verfluchte Ding geht und mir gehorcht! Was ich bei Menschen nie verlange, erwarte ich von diesem schwarzen Blink-, Piep- und Nerven-strapazier-Ding: es soll sich mir gefälligst unterordnen und sich anpassen!
Wie bitte? Das klappt nicht?
Super, habe ich auch schon gemerkt!
Darum lese ich jetzt weiter im Büchlein und übe.
Komm her, mein Liebling, wir werden jetzt Freunde. Hast du verstanden? Du …!

Ich denke, ich werde irgendwann hier im Blog nebenbei  einen Satz einflechten, wenn ich weiß, wie ich ins Internet komme oder Twitter einrichte. So à la: Ach, übrigens, ich twittere von meinem verdam…. verdammt starken Smartphone. Nein, nein, war nicht so schwer …! (Finger gekreuzt hinter dem Rücken).

(Ergänzung im Januar 2012: Es ist sehr erhellend, später einmal in Blogbeiträge hineinzuschauen. Mein Handy begleitet mich jetzt seit 11 Monaten, und es funktioniert. Soweit ich lernen und entdecken will! Ich bin nicht so extrem hinter all den Finessen her …)

©Februar 2011 by Michèle Legrand

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