Beiträge getaggt mit Steuererklärung erstellen

Und jedes Jahr das gleiche Resultat: Endmailadehemmung!

Hallo zusammen! Liebe Blogleser, ich grüße Sie! Wie sieht es aus? Glückte Ihnen auf Anhieb die Entzifferung der Überschrift? Was lasen Sie am Ende? Kamen Mails darin vor?
Fangen Sie notfalls von hinten an. Mit der Ladehemmung.

Es ist wieder soweit. Der Tag musste ja kommen. Sie kennen es bereits vom Vorjahr, vielleicht habe ich auch schon die drei Jahre davor – jeweils um diesen Zeitpunkt herum (Ende Mai) -geschwächelt und gestöhnt.
Es ist wirklich zum junge Hunde kriegen!
Irgendwann werde ich auch beantragen, dass man den Kram als außergewöhnliche Belastung absetzen kann. Als schwerwiegende Berufsbehinderung, grobe Hobbybeeinträchtigung, massiven Stimmungssenker.
Irgendetwas muss doch möglich sein und anerkannt werden!
Es ist gehirnschädigend, zeitraubend …
Genau! Arbeitsausfall!
Das Argument dürfte ziehen. Ich schreibe denen gleich jetzt! Aber wie …? Siezen, oder? Doch, ein Du finden die wahrscheinlich zu plump. Ich denke an einen Schrieb in dieser Art:

Liebes Finanzamt,

ich schicke Ihnen heute fristgerecht den obligatorischen Packen. Wie in den Vorjahren erstellte ich in den vergangenen Tagen brav und ehrlich meine von Ihnen offenbar immer wieder höchst begehrte Steuererklärung, bemerke aber betrübt, dass sich dabei Jahr für Jahr mein allgemeiner Zustand eklatant verschlechtert.
Ich altere währenddessen wesentlich schneller als üblich!
Auch nach Abschluss der Anlage dieser Akte, die Sie in Kürze in Sonntagsausgehschrift, mit Erläuterungen, fein sortiert und gebündelt als Einschreiben erhalten, geht es mir weiterhin miserabel, so dass ich nicht in der Lage bin, meinen sonstigen Verpflichtungen im gewohnten Maß und mit der üblichen Geschwindigkeit und Akkuratesse nachzukommen.

Ich halte daher fest, dass mein Hirn, auf dessen reibungsloses Funktionieren ich angewiesen bin, bei der umfangreichen und zeitaufwändigen Tätigkeit (unter uns: es ist dösige Papierwustproduktion!) großen Schaden genommen hat. Seine Denkfähigkeit und Belastbarkeit sind seitdem arg reduziert. Die intensive Beschäftigung mit der Steuermaterie, die schier nicht enden wollende Menge an Spalten, Zeilen und Lücken (inkl. der leider mal wieder umbenannten und veränderten Formularseiten), das Erstellen von Zahlenkolonnen sowie Sammeln und Sortieren von Belegen, verursachte wohl eine Überdosis schlechter Impulse und beeinträchtigt bislang die Gehirnaktivität. Verändert sie. Blockiert das Denken!
Vielleicht waren auch die vielen verqueren Formulierungen in Anlage KAP Schuld.

Da diese negativen Auswirkungen nicht das erste Mal auftreten, sich jährlich verschlimmern, zudem von Jahr zu Jahr länger anhalten und nicht unerheblichem Verdienstausfall sowie Anflüge von Depression zur Folge haben, beantrage ich hiermit, einen Betrag in Höhe von
€ ..… ,–  (ich überlege noch, ob ich im vier- oder gleich im fünfstelligen Bereich beginne),
als außerordentliche Belastung respektive Entschädigung für entgangenen Arbeitslohn einzusetzen.
Sie können sich natürlich auch dafür entscheiden, den genannten Betrag gleich steuermindernd von der zuvor errechneten Steuerschuld abzuziehen …

So in dem Stil hatte ich mir das vorgestellt. Feinarbeiten am Text sind natürlich noch drin.
Warum ich Ihnen das alles heute erzähle?
Verehrte Bloggäste, Sie sind schließlich auch davon betroffen!
Durch den momentanen Gehirnstreik fühle ich mich einfach noch nicht wieder in der Lage, völlig normal zu bloggen!
Nach diesem Steuerakt kommt regelmäßig die große Endmailadehemmung. Diese vertrackte Blockade im Gehirn. Sobald sie sich gelöst hat und dieser – salopp ausgedrückt – rammdösige Zustand sich gelegt hat, geht es hier wie üblich weiter.
Ich fand nur, ich sollte es Ihnen vorsorglich mitteilen. Die Alternative wäre ein sang- und klangloses Untertauchen gewesen. Das ist nun auch nicht die feine Art.

Also bis bald! Lassen Sie es sich mittlerweile gut gehen!

©Mai 2014 by Michèle Legrand
Michèle Legrand - Blog Michèle. Gedanken(sprünge) Foto ©Andreas Grav

 

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