Beiträge getaggt mit Steptanz

Einfach runterkommen. (Nix Sexismus. Nix Grimme-Preis-Nominierung)

Michèle Legrand ©Foto Andreas Grav (Ausschnitt)Eine ereignisreiche Woche ist vorüber. Artikel standen an. Geballt.
Und doch ist hier nichts erschienen, wie Sie vielleicht bemerkt haben.
So geht es, wenn auf Wunsch produziert wird. Auf fremden Wunsch. In dem Fall gehen Sie leider kurzzeitig leer aus, denn meine Arbeit bleibt im Verborgenen. Oder Sie lesen sie irgendwann und ahnen nicht, dass sie ursprünglich hier entstand.
An meinem Laptop.
Das kann auch sein.

Ich bin etwas ausgepowert. Und so, wie es hier bei mir im Blog mit Ihnen läuft, bedeutet dies, dass heute leider kein langer Spaziergang drin ist, keine Architekturfortbildung, kein Ausflug in die heimische Flora, kein unter die Lupe nehmen der Neophyten.
Nicht einmal ein Grundthema gibt es!
Warum Sie dennoch bleiben sollten?
Zum Abschalten. Ich lade Sie heute einfach zu einem Kaffee ein, wir klönen ein wenig und läuten auf diese Art und Weise entspannt das Wochenende ein. Fast wie in alten Zeiten, als hier immer am Freitag der Freitags-Boo erschien. Ein kurzer Hörbeitrag, bei dem ein wenig die Woche aufgearbeitet wurde. Nichts Vorgefertigtes. Erzählen ohne Manuskript. Manchmal kamen auch sprachliche Feinheiten vor, Kurioses …

Wie war Ihre Woche? Stress …? Ging so …?
Als ich eben ganz kurz über ein aktuelles Thema nachdachte, über das es Wert wäre zu bloggen, stolperte ich sekundenlang über diese unsägliche Sexismus-Diskussion. Unsäglich nicht grundsätzlich, aber in Anbetracht der Ausgangssituation und in der Art wie und vor allem wie lange jetzt daran herumgewrungen wird. Damit lässt sich Quote machen.
Ich spreche gar nicht von den Einschaltquoten beim Fernsehen. Ich spreche von Klicks auf den Seiten der Blogger. So wie scheinbar endlos im TV palavert – Verzeihung, berichtet – wird, sich ein Sender nach dem anderen einschaltet, so springen zahllose Blogger auf diesen Zug auf, in der Hoffnung auf ein bisschen Ruhm und Glanz, Traumzahlen bei den Seitenklicks und, und, und …
Da wird aus wirklich guten, sachlichen Texten geklaut und wiederholt, verändert, gemutmaßt, gesteigert, polemisiert, sich echauffiert, der Proll herausgelassen, provoziert, gekeift, moralisiert, auf die Tränendrüse gedrückt … Das ganze Programm. Dazu natürlich ein ketzerischer, aufrüttelnder – auf jeden Fall auffallender Titel. Und nicht zu vergessen, das richtige Schlagwort! Das perfekte Keyword muss massenhaft und an den richtigen Stellen untergebracht, der richtige Hashtag eingesetzt werden (#Aufschrei).
So Ruhm, jetzt komm zu mir …
Ich habe dazu keine Lust. Punkt.
Ich mag die Degenspitze, die einmal zielgenau zusticht. Ohne große Verletzung der Umgebung. Nicht das wilde, blutreiche Gemetzel mit Säbeln.

Auch der Aufschrei bzgl. der Nominierung des Dschungelcamps für den Grimme-Preis lässt mich kalt und kommt mir als Heul- und Weinthema nicht in den Blog.
Und ansonsten?
Hier in Hamburg ist gerade wieder einmal der Ruf nach der Herabsetzung des Wahlberechtigtenalters laut geworden.
Werden Sie auch gerade so müde …?
Übrigens, wussten Sie, dass ich damals schon mit 16 Jahren wählen durfte?
Ich entschied mich dann für Kaffee statt Kakao.

Politikthema also nicht. Wie wäre es mit Kultur oder Sport?
Nein, liebe Leser nichts dergleichen, d. h. vielleicht können wir es doch beim Kaffeetrinken unauffällig einbinden.
Sagen Sie, haben Sie Ihren eigentlich schon bekommen?
Das dauert heute irgendwie ein bisschen lange …
Ach, jetzt weiß ich warum! Sie bekommen heute Latte Art serviert!

1_Latte Art - allein durch die Gießtechnik ...

Latte Art – allein durch die Gießtechnik …

Latte Art - gießen und malen ...

Latte Art – gießen und malen … (hier wurde vermutlich auch ein Schablone verwendet und Pulver gestreut)

Latte Art - Hasenkunst im Wiener Kaffeehaus ...

Latte Art – Hasenkunst im Wiener Caféhaus …

Ich vermute, Sie haben selbst schon einmal so etwas gesehen und den Begriff gehört. Ansonsten eine kleine Erklärung am Rande:
Manche Baristas in Kaffeehäusern, Restaurants oder auch guten Coffee Shops, haben die Fähigkeit, auf Espresso-Getränken wie Cappuccino, Latte Macchiato oder zum Teil auch auf Cafè Latte, richtige Kunst (= art) zu gestalten. Auf heißt in dem Fall auf der Milchschaumfläche (ital. latte = Milch).
Das Zusammenspiel zwischen Konsistenz und Dichte des Schaums und der Crema ist wichtig und insbesondere die Weise des Eingießens! Manche Künstler schaffen Motive allein durch ihre Gießtechnik (Blattformen, Schwan, etc.)
Andere beginnen damit. Bei ihnen sind es quasi die Vorarbeiten, die beim Einschenken durch die Strömungskraft des Milchschaums geleistet werden. Hinzu kommt die Fertigkeit, mit Stiften, Schokoladensoßen oder auch mit Schablonen – manchmal auch einem Mix aus allem – ein Bildnis zu schaffen. Schaum wird geteilt, gezogen, verbunden, hell und dunkel vermischt …
Wenn Sie einmal Künstler in Aktion erleben möchten, schauen Sie sich Videos auf YouTube an. Es ist erstaunlich und macht Spaß, den Akteuren und Könnern zuzusehen.
Dies hier (Gießtechnik) habe ich bei Jamie Oliver in Oxford bekommen:

Latte Art - gegossen - bei Jamie Oliver in Oxford bekommen ...

Latte Art – gegossen – bei Jamie Oliver in Oxford bekommen …

Und eines aus dem Wiener Caféhaus in Hamburg:

Latte Art - Gekonnt gegossen, danach mit dem Stift den Schaum bearbeitet (gezogen) und mit hell und dunkel gespielt (Augen gemalt)

Latte Art – Gekonnt gegossen, danach mit dem Stift den Schaum bearbeitet (gezogen) und mit hell und dunkel gespielt (Augen gemalt)

Geht es Ihnen auch so, dass Sie so ein Kunstwerk dann gar nicht zerstören mögen? Ich habe es mir immerhin fotografisch erhalten und erst danach angefangen, es vorsichtig mit dem Löffel abzutragen …

Die Zeit vergeht wieder so schnell. Es ist Freitagnachmittag, das Wochenende greifbar nah. Stehen Ihre Pläne schon? Oder müssen Sie etwa gerade am Wochenende arbeiten? Ich hoffe nicht …
Mein Wochenende wird ruhig. So habe ich es mir jedenfalls vorgenommen. Ausspannen und zwischendurch Stepschritte üben. Blogstammgäste wissen, ich bin ein Steptanzanhänger. Eine Tap Dance Abhängige.
Möchten Sie wissen, womit ich mich gerade beschäftige? Mit dem Teil einer Choreographie aus dem Film „The Artist“. Ich lasse Ihnen den Link zu einer Tanzszene auf YouTube hier, dann haben Sie eine Vorstellung, was mir übungsmäßig noch bevorsteht.

(Hinweis/Nachtrag April 2018: Das Video wurde leider zwischenzeitlich von der Videoplattform entfernt.)
Die haben ein ziemliches Tempo, die Herrschaften, nicht wahr? Ich las,  die Stepszenen für diesen Film seien ein halbes Jahr lang geprobt worden. Die Akteure waren vorher keine Steptänzer, hatten jedoch ihre übliche umfangreiche Schauspielausbildung, nach der man tänzerisch vorgebildet ist und auch einige Step-Grundschritte vermittelt bekommen hat. Alles andere jedoch erarbeiteten sie sich durch fortwährendes, intensives Training.

Wie sieht es aus? Haben Sie es bemerkt?
Wir haben Kultur und Sport mühelos mit untergebracht …
Ist Ihre Tasse leer?
Gut, meine auch. Dann lassen Sie uns auseinandergehen.
Wir treffen uns demnächst wieder. In alter Frische.

Bis dahin machen Sie es gut!

©Februar 2013 by Michèle Legrand

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Edgar Bessen ist tot. Abschied von einem liebenswerten Menschen …

Morgen wird es in den Zeitungen stehen. Wieder ist ein Guter gegangen.
Sie werden ihn ehren, was er verdient hat. Sie werden an den Schauspieler erinnern, seine Rollen und Engagements, seine Preise erwähnen. Seine Karriere …
Ich möchte an den Menschen Edgar erinnern. Von ihm erzählen.
Im November vor einem Jahr, stieß ich hier im Blog einen Toast auf ihn aus. Mein sehr geschätzter, freundlicher, liebenswerter Stepptanzkollege Edgar feierte damals seinen 77. Geburtstag.
https://michelelegrand.wordpress.com/2010/11/10/herzlichen-gluckwunsch-edgar-%E2%80%93-einen-toast-auf-meinen-steppkollegen/
https://michelelegrand.wordpress.com/2010/11/11/kleiner-nachtrag-zu-edgar/

Heute gibt es leider nur den traurigen Anlass seines Todes, der mich dieses Mal zur Feder greifen lässt.
Edgar Bessen, ein Begleiter meiner Kindheit und meiner Jugend. Begleiter aus der Ferne, denn ich wuchs in der Zeit auf, als Edgar am Theater in Hamburg war, ein „Volksschauspieler“ – seinerzeit fest am Ohnsorg-Theater engagiert. Damals wurden die Aufführungen in größeren Abständen, dennoch regelmäßig, vom Norddeutschen Rundfunk im Fernsehen ausgestrahlt. Damit wurde ich groß. Es war ein Ereignis, wenn eine Aufzeichnung auf dem Programm stand!
Als Kind fand ich sie schön, diese harmlose, heile Welt auf der Bühne mit ihren teilweise herrlich verschrobenen Typen. Und ich mochte den Neffen von Henry Vahl: Edgar Bessen. Es hat leider nicht geklappt, ihn im Weihnachtsmärchen als Prinzen zu sehen, irgendwer machte mir damals einen Strich durch die Rechnung. Das hinderte mich jedoch nicht daran, seinen Weg weiter zu verfolgen, immer aus der Distanz.

Dann, plötzlich vor etwa vier Jahren, lernte ich ihn persönlich etwas näher kennen. Edgar, der früher ernsthaft Turniertanz betrieben hatte (mit seiner Frau), besaß ein Faible für Stepptanz.
Doch, auch noch in seinem Alter!
Es begeisterte mich! Jeden Donnerstag war er dabei, wenn unsere Riege sich traf. Selbst eine Hüftoperation, die, wenn ich mich richtig entsinne Ende 2009 notwendig war, konnte ihn nicht davon abhalten.
Nach der Reha spielte er seine Rolle im Musical „Ich war noch niemals in New York“ weiter, und er kam zurück zu uns zum Training.
Ein bisschen kürzer trat er, und Ende 2010 ging es ihm kurzzeitig nicht wirklich gut.. Wir freuten uns, als er bald darauf erholter wirkte, dennoch schien ihn im Laufe des Frühjahrs das Steppen mehr und mehr anzustrengen. Wir schoben es auf unser anziehendes Tempo sowie spezielles Training vor einem Auftritt. Da er Auftritte ohnehin nicht mitmachen wollte, ließ er diese Choreografien einfach aus.
Edgar setzte sich zwischendurch hinten in den Übungsraum auf dort bereitstehende Stühle, von denen aus er einen exzellenten Überblick hatte und übernahm – wie es sich für einen Schauspieler gehört – mehrere Rollen:
Er war Beobachter, Kritiker, Imitator, Mittänzer (im Sitzen auf seinem Stuhl klapperten oft die Füße im Rhythmus) und vor allem Kommentator. Es ist schwierig zu beschreiben für jemanden, der es nicht miterlebte.
Edgar schien im Grunde ein leiser Mensch zu sein. Ein stiller Charakter. Als reiner Privatmensch. Bis – ja, bis er anfing zu reden und dann wurde klar, warum er ein guter Schauspieler geworden war. Ihm gelang es zu überraschen, er gab seelenruhig die trockensten und am wenigsten erwarteten Kommentare von sich und zwar genau im richtigen Moment.
Pointe auf den Punkt!
Seine Gesten saßen und wirkten doch nicht gestellt. Seine Stimme passte sich mühelos der von ihm dargestellten Person an. Sein Zwinkern brachte mehr zum Lachen, als sogenannte bombensichere Witze manch sogenannter Komiker es vermögen. Sein Humor war ein feiner. Wenn er wen auf die Schippe nahm, dann vorrangig sich selbst.
Ich verglich ihn damals im Blog mit einem kleinen Vulkan, der plötzlich erumpiert. Kein Ätna, der Lavamassen spuckt, die alles unter sich begraben. Vielleicht war er doch mehr das fröhliche Tischfeuerwerk, vor dem keiner Angst haben brauchte, doch alle glänzende Augen bekamen, wenn wieder die Funken sprühten.
Irgendwann im Spätsommer meldete er sich nicht mehr für einen neuen Kurs an. Die Zeit des nur Zuschauens war angestiegen, die des Mitmachens entsprechend gesunken. Ganz trennen konnte er sich dennoch nicht. Er begleitete uns ins St. Pauli Theater, als dort Rasta Thomas und seine Bad Boys auftraten, hervorragende Stepptänzer aus den USA.
Edgar kam weiterhin in regelmäßigen Abständen zu Besuch – zum Gucken und Hallo sagen. Das letzte Mal sprach ich am 26. Januar 2012, eine Woche vor seinem Tod, mit ihm und nichts deutete darauf hin, dass es keine Wiederholung geben würde …

Im November 2008 anlässlich seines 75. Geburtstages, hatte uns ein Fotograf vom Hamburger Abendblatt besucht und die Redakteurin Nataly Bombeck berichtete über ihn. Ein Foto des Stepptänzers Edgar Bessen im Kreise seiner Mädels erschien in der Tageszeitung. In dem erwähnten Interview wurde er gefragt, warum er diesen Sport betreibe. Edgar erklärte ernsthaft:
„Ich muss mich doch fit halten! Ich will schließlich noch 80 werden und merke, dass man beim Tanzen neben dem Körper auch sein Gehirn enorm trainiert. Schließlich muss ich mir dabei so einige Schrittfolgen merken …“

Es hat nicht sollen sein. 78 Jahre alt ist er geworden und hinterlässt Frau, Tochter, Enkeltöchter … denen er sehr fehlen wird.
Auch wir werden ihn alle sehr vermissen. Jede(r) auf seine Art. Hart, ihn gehen lassen zu müssen, aber schön und beruhigend, dass es solche Menschen gibt auf dieser Welt.
Gegeben hat.
Ich habe mich noch nicht an die Vergangenheitsform gewöhnt …
Danke, Edgar Bessen!
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Nachtrag am 16. Februar 2012:
Wie heute verlautete, finden die Trauerfeier sowie die Beerdigung  am Montag, den 20. Februar statt. ->  12.30 Uhr Fritz-Schumacher-Halle, Bestattungsforum Ohlsdorf)
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20. Februar 2012: Ein weiterer Nachtrag:
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Fritz-Schumacher-Halle, Bestattungsforum, Friedhof Ohlsdorf

Die Trauerfeier für Edgar Bessen fand in der Fritz-Schumacher-Halle statt

Heute war die Trauerfeier und anschließende Beerdigung von Edgar Bessen. Der Anlass für eine solche „Feier“ verbietet es eigentlich, das Wort schön als Beschreibung zu wählen. Doch es gibt schöne Trauerfeiern, solche, die es schaffen es, persönlich und würdevoll zu sein. Sie vereinen Freude darüber, dass es den Menschen, der nun gegangen ist, gegeben hat mit der Trauer, dass er jetzt nicht mehr dabei sein wird. Sie bieten allen die Chance, sich zu erinnern, sich mit anderen ein wenig vereint zu wissen in dieser Situation, die den Verlust so deutlich zeigt, und sie geben die Gelegenheit, Edgar Bessen die letzte Ehre zu erweisen. Sich von ihm zu verabschieden. Zu verabschieden, wohlgemerkt, nicht ihn zu vergessen …

Gestern wurde an ihn erinnert. Mehrere Menschen berichteten über ihn, versuchten ein Bild von ihm zu zeichnen. Erzählten aus seinem Leben, beschrieben seine Laufbahn und Karriere als Schauspieler, ließen sogar teilhaben an privaten Erlebnissen der Familie. Es waren Weggefährten, die ihn vor mehr oder weniger langer Zeit begegnet waren – und sein Leben weiter verfolgten oder auch weite Strecken mit ihm zusammen zurücklegten.  (Traueransprachen: Gerd Spiekermann, NDR und Christian Seeler, Intendant des Ohnsorg Theaters). Kollegen, die mit ihm zusammen gearbeitet hatten, sprachen für und von ihm. Andere kamen einfach als Trauergäste. Stimmungsvoll auch die ausgewählte Musik. Love Newkirk, eine Sängerin, mit der Edgar Bessen für Soul Sisters auf der Bühne des Altonaer Theaters stand, sang wunderschön Amazing Grace (später am Grab trug sie ein weiteres Lied vor), Jurek Jerzy Lamorski  spielte auf dem Akkordeon eine Version von La Paloma, wie ich sie noch nie gehört habe! Und wie ich auch ein Akkordeon noch nie gehört habe! Einfach unglaublich … Ein Rilke-Gedicht (Die Blätter fallen, fallen weit…) wurde vorgetragen und Holger Löwenberg sang im letzten Teil Tears in Heaven von Eric Clapton (Ebenfalls wundervoll die Art, wie er es tat!).
Ich glaube, Edgar Bessen hätte es sehr gefallen. Alles. Besonders bestimmt auch das, was sein Schwiegersohn ihm versprach …
Manchmal sah ich Edgar direkt vor mir. Wenn ihm an irgendeiner Stelle zu viel Gedöns um die eigene Person gewesen wäre, hätte er sich vielleicht hingestellt oder aus der Ecke gebrummelt: Kinners, nu is Sluss …!
War es dann ja auch.

Er hat jetzt einen Platz neben Onkel Henry (Vahl). Es fiel die Bemerkung, dass Edgar nicht daran glaubte, in den Himmel zu kommen. Und auch fand: In der Hölle ist es interessanter! Doch dort wollte ihn die Familie denn doch nicht wissen. Sein Schwiegersohn sah ihn gern auf einer Art Zwischendeck sitzend. Jeder müsste an ihm vorbei, und er würde es genussvoll kommentieren.
Das brachte mich sehr zum Schmunzeln. Ich kann es mir außerordentlich gut vorstellen!
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Auf Wiedersehen, Edgar – irgendwann!

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©Februar 2012 by Michèle Legrand

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Wenn Steptänzer „fremdgehen“…

https://www.sugarsync.com/pf/D6851760_7339928_350554

Mein  wöchentlicher Steptanz (von mir aus auch Stepptanz) fand am letzten Donnerstag interessanterweise in einem Raum statt, in dem sonst Töpfer ihre Kunstwerke herstellen. Üblicherweise nutzen wir einen anderen Bereich in der VHS, der sich im Souterrain befindet und richtigen Tanzboden hat. Zum einen nachgebend, zum anderen klingend, was beim Steptanz nun einmal nicht unwesentlich ist. Es macht nur halb so viel Vergnügen, wenn anstelle eines KLACK-KLACK-KLATTERA-KLONG lediglich ein müdes Ploff-ploff-pipp-pipp-plopp erklingt.
Zurzeit sind Schulferien in Hamburg. Daran hält sich auch die VHS, dennoch lässt uns gewöhnlich das nette Hausmeisterpaar hinein. Am Donnerstag auch, allerdings wird diesmal im Gebäude noch renoviert, unser Raum war noch gar nicht wieder benutzbar. Die Alternative bot sich an im 1. Stock, eben im besagten Raum der Töpfer. Ich kann euch auch verraten warum: der Boden dort sieht schon ramponiert aus! Damit fallen eventuelle zusätzliche Abdrücke durch unsere Stahlplatten nicht besonders ins Gewicht.
Wir werfen einen Blick hinein. Eine Seite des Raums ist frei, auf der anderen sind Arbeitstische. Hohe Regale zieren ringsum die Wände. Ach, was soll’s! Besser als nichts.
Es stellt sich heraus, dass wir dort keine Musik anschließen können.
Egal, wir denken uns den Sound.
Der Boden ist mit PVC-Belag ausgelegt. Klingt eher nach Ploff….
Auch egal. Wir beginnen.
Wir lernen: Training im 1. Stock ist definitiv nichts für Stepper. Es ist zwar keiner unter uns, der sich beschwert, dass wir ihm auf dem Kopf herumtrampeln, doch der Boden wackelt ganz gewaltig durch die Erschütterung, und in den Regalen, die mit Tonerzeugnissen und Werkzeugen gefüllt sind, fängt es an zu klirren, zu scheppern und… zu wandern!
Figuren, die auf kleinen Brettern aufgebaut sind, erweisen sich noch als am Stabilsten. Kritisch hingegen wird es mit den Vasen auf dem obersten Bord. Wir behalten sie sehr gewissenhaft im Auge!
Zwei kritische Exemplare versuche ich zu sichern, indem ich auf einen der Holztische klettere, um sie von dort aus zu erreichen und zurückzuschieben.
Bei dieser Aktion stellt sich heraus, das der Klang der Stepschuhe auf der massiven Tischplatte ein wirklich ganz hervorragender ist…
Sehnsüchtiger Blick von allen, doch das Gewissen ist letztendlich stärker. Wir klettern nicht alle auf die Tische, um den Rest der Stunde dort zu trainieren. Vielleicht auch deshalb nicht, weil der Raum Fenster hat, die von einem Gebäude genau gegenüber eingesehen werden können.
Und dort brannte noch Licht…

Die Herrschaften waren recht standfest...

Anweisungen...

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Kleiner Nachtrag zu Edgar …

Ich bin gerade wieder zurück von meinem donnerstäglichen Steppvergnügen. Die Heimfahrt im Auto war mehr geschwommen und von Rückenwind angetrieben, als wie üblich gefahren und mit Treibstoff im Tank.
Das Geburtstagskind war sogar da heute! Kannst mal sehen, wie süchtig dieses Steppen macht, wenn man sogar am eigenen Geburtstag ausrückt….
Bei uns ist es üblich, dass an einem solchen Ehrentag  „Happy Birthday“  gesteppt wird. Ohne Musikbegleitung. Nur per Schuh sozusagen. Das haben wir auch für Edgar am Ende der Stunde(n) gemacht. Er stand in der Mitte, wir außen um ihn herum.
Und was macht der Jung? Grinst und behauptet, wir wären zu langsam gewesen. „Schneller!“, kam es mit Schalk in den Augen.
Herr Bessen, Sie sind im Innern immer noch ein kleiner Junge! Jawoll, Edgar, bist du!  :-)

PS Er hat mir ein Bild versprochen….

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Herzlichen Glückwunsch, Edgar! – Einen Toast auf meinen Steppkollegen

Viele von euch wissen bereits durch die Geschichte „Abends an der Tankstelle“, dass eines meiner Hobbies der Step(p)tanz ist.
Angefangen vor vielen Jahren als grade noch Teenager, aufgehört – warum auch immer. Als Ausrede könnte gelten: Familie/Kinder, Beinbruch, keine Kurse, Zeitmangel.  Tatsache ist, es war in Vergessenheit geraten, verdrängt.
Irgendwann kam es mit solcher Macht wieder hervor, dass ich vor gut drei Jahren  meine Steppschuhe wieder herausholte.. Seitdem heißt es einmal pro Woche trainieren, aber alles entspannt. Keine superjunge, konditionsstarke Profigruppe mit Karriereambitionen, sondern eine Truppe, die hier auf diese Art den Feierabend verbringt. Sich trifft und es genießt, eine Mischung aus Bewegung, höchster Konzentration und  etwas Alberei zu haben. Fast nur Frauen, altersmäßig allerdings bunt gemischt. Die Jüngste gerade 20 Jahre, und das älteste Mitglied seit heute ( 11.11.10)  genau 77 Jahre alt! Jawohl!  Bewundernswert, ich hoffe, in dem Alter auch noch dabei zu sein – falls ich überhaupt so alt werde…
Das heutige Geburtstagskind ist nicht nur aufgrund  seiner Fitness und seines Alters beachtlich, sondern auch, weil es sich um einen besonders netten und humorvollen Menschen handelt. Seine Beobachtungsgabe und sein trockener Humor sind  der Hammer. Vielleicht sollte ich euch etwas mehr zu seiner Person erzählen.
Er heißt Edgar, Edgar Bessen. Ja, ihr Hamburger und Norddeutschen. Euch sagt der Name sicher etwas. DER Edgar.

Es ist absolut kein Wunder, dass er zum Theater ging, seine Darstellungsgabe ist göttlich.  Das Beste ist jedoch, dass er trotz allem völlig ’normal‘ ist und durchaus auch sehr ernst sein kann. Er spielt, wie er wohl als Kind schon gespielt hat.. Er unterstreicht seine Worte mit minimalen Gesten, kein großes Kino und doch maximale Wirkung. Mit ganz wenigen Änderungen seiner Haltung, seines Tonfalls, seines Blickes, wird er zu einem ganz anderen Charakter. Gelegentlich scheint ein kleiner Vulkan zu erumpieren, flackert kurz auf, und während die anderen noch stöhnen vor Lachen, ist er schon wieder ernst und ruhig.
Seit Beginn  ist er  bei uns Steppern dabei. Aber nicht nur bei uns. Er steppt – wenn es ihn überkommt – auch noch zusätzlich in anderen Steppschulen. Macht bei Workshops von sexy brasilianischen Tanzgöttern mit und nimmt’s gelassen hin, dass er nicht mehr auf die Geschwindigkeit kommt, die der 30jährige Trainer zeigt.

Edgar trat am Ohnsorg Theater in Hamburg auf, arbeitete später auch an anderen Theatern und war oft im Fernsehen zu sehen. Vielleicht erinnert sich noch der ein oder andere an die Krimiserie Schwarz-Rot-Gold, die in Hamburg spielte. Er hatte die Rolle des Zollfahnders Globig.
Zum Steppen kam er in ganz jungen Jahren durch  Henry Vahl. Sein  (leiblicher) Onkel Henry hat ihm die ersten Klackerschritte beigebracht und ihn
damit  unheilbar  infiziert. Vielleicht waren es diese Familiengene, die auch die Liebe zur Schauspielerei auslösten.
Edgar hatte vor einem Jahr eine Hüftoperation. Wir wussten nicht, ob er wiederkommen würde, ob die Heilung so sein würde, dass er wieder steppen konnte.  Seine Reha verlief gut. Zuerst  konnte er seine Rolle im Musical „Ich war noch niemals in New York“ wieder aufnehmen, und in diesem Sommer kehrte er auch wieder zu uns zurück. Das ist gut so, denn wir haben ihn alle vermisst….
Wir freuen uns alle  wie Bolle, dass er heute Geburtstag hat und dass es ihm gut geht! Wir wünschen ihm weiterhin gute Gesundheit und sagen mit einer kleinen Verbeugung:

                   Edgar, herzlichen Glückwunsch zum 77. !!!

PS Als Kind sah ich gelegentlich im Fernsehen die Aufzeichnungen aus dem Ohnsorg Theater und fand Edgar Besser super. In einem Jahr sollte er den Prinzen im Weihnachtsmärchen „Schneewittchen“ spielen. Ich wollte so gern hin. Es wurde nichts. Wer hätte damals gedacht, dass ich einige Jahrzehnte später mit ihm zusammen steppen würde! Das Leben geht schon seine eigenen Wege – selbst hier ;-)

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