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Freddy mit der Mütze …

Ich weiß, ich fragte mich, ob er wohl immer noch das sehr volle, dunkle Haar hätte … Nur Freddy Quinn
trug eine dieser schwarzen, grobgestrickten, zipfellosen Wollmützen. Tief in die Stirn gezogen und bis
über eventuell vorhandene Koteletten. Kein Wunder, das Wetter präsentierte sich äußerst grottig;
kühl, nass und trüb.
Der Dunst hing tief über der Außenalster, doch wir saßen unverdrossen auf einer der Bänke am Ufer.
Er hatte die Hände in den Taschen seines Mantels vergraben, die Beine weit von sich gestreckt, dabei
die Füße überkreuzt und erzählte schmunzelnd von einer Ruderregatta.
Ein Kind in bunten Gummistiefeln rannte auf dem angrenzenden Spazierweg durch eine Pfütze.
Immer wieder. Hin und her. Hin und her …
Aus einem der nahen Bäume drang der Lärm gleich mehrerer echauffierter Krähen und unterbrach Freddys Erzählfluss. Sein Blick ging hoch ins Geäst. Als er die Radaubrüder entdeckt hatte, krächzte er zurück, als spräche er ihre Sprache. Er kehrte wieder zu seinen Regattaerinnerungen zurück, während ich auf der gro-
ßen Wiese rechts das Dromedar wahrnahm, das feuchtes Gras kaute. Unentwegt.
Wir starrten uns ein Weilchen an, bis … Moment!

Ein Dromedar? Frei? In Hamburg …? Und wieso Freddy Quinn … mit mir …?
Mir kam das mehr als verdächtig vor. Aus gutem Grund!

Sie ahnen es vermutlich – alles nur geträumt. Mir selbst wird das meist in eben solchem Moment klar, in
dem sich komplett Unlogisches hineinmogelt. Mitten im Schlaf kommt die Erkenntnis! Nicht real! Traum!
Die Reaktion lässt nicht lange auf sich warten.
Ist der Traum absurd und völlig überflüssig, unterbreche ich das Geschehen, wofür oftmals nicht einmal komplettes Aufwachen nötig ist. Während des Schlafens verblasst das Bild oder die Handlung endet einfach. Schlagartig. Auch das kommt vor.
Sind die im Schlaf hochkommenden Bilder jedoch spannend und höchst willkommen, tauchen Personen in diesem nächtlichen Film auf, an denen mir liegt, die ich unbedingt sehen und hören möchte – im realen Leben sind sie womöglich bereits verstorben – und wird mir in dem Fall bewusst, dass nur ein Traum läuft (Klaus lebt doch gar nicht mehr …?), liegt mir unheimlich viel daran, dass er jetzt bloß nicht endet!
Nein! Nicht aufwachen! Lass die Bilder nicht verschwinden …
Nun ja, in dieser Hinsicht ist wohl kräftiges Üben angesagt, denn die Handlung zuverlässig fortlaufen zu lassen gelingt mir nicht, es lässt sich zumindest nicht lange durchhalten. Irgendwie scheint gerade dieser sehnliche Wunsch, die Dringlichkeit dahinter, den Plan regelrecht zu durchkreuzen.

Speziell diese sehr merkwürdigen Dinge – warum träumt der Mensch bloß derartige Ungereimtheiten?
Von Plätzen, an denen er nicht war, Menschen, die er gar nicht kennt …? Lassen Sie es uns nicht wissen-
schaftlich zu erklären versuchen oder professionelle Traumdeutung heranziehen – lassen Sie uns einfach nur herumunken und spekulieren.
Erinnern Sie sich noch an etwas, was ich Ihnen in ganz frühen Zeiten dieses Blogs anvertraut habe? Ich nahm damals an (ebenso munter-spekulativ gemeint), dass Träume offensichtlich hin und wieder schwer fehlgeleitet werden. Das bedeutet, Sie bekommen höchstwahrscheinlich gelegentlich Träume eingespeist, die eigentlich für jemand anderen gedacht sind. Genauso umgekehrt. Jemand erhält die für Sie gedachte Story.
Das Durcheinander bei den Inhalten und entsprechend mangelndes Verständnis können Sie sich vorstellen.

Einmal hatte ich nächtens das Vergnügen, in einer Oase zu sitzen. Dort war kein Dromedar, allerdings traf ich in der Wüste auf meine ehemalige Französischlehrerin, die ernst und mit Hingabe auf einer großen Harfe spielte. Wer sie kennt bzw. kannte, weiß, wie unwahrscheinlich dieses Szenario ist! Erklär mir einer so etwas …
Hatte ich die neun Ameisenhaufen am Strand schon erwähnt? In dem Traum spielten auch Richard von Weizsäcker und ein schwarzes Taxi eine wichtige Rolle. Oder die Sache mit dem russischen Briefträger und seiner Trillerpfeife?
War das etwa einer Ihrer Träume? Geklaut und zu mir umgeleitet? Können Sie vielleicht etwas damit anfangen?

Was halten Sie von dem Vorschlag, dass Sie mir einfach erzählen, was Ihnen traumbezogen bisher fehlt oder was nicht mehr vorkommt, schlicht abhanden gekommen zu sein scheint. Wenn ich merke, dass so etwas irrtümlich bei mir landet, dirigiere ich es selbstverständlich sofort zu Ihnen um.

Mehr wollte ich Ihnen gar nicht erzählen, ich habe noch zu tun.
Halt! Gerade fällt mir noch etwas ein!
Die merkwürdigen Träume haben hin und wieder so ihre kleinen Auswirkungen auf das nachfolgende Verhalten im Wachzustand. Seit dem Freddy-Traum gestern ertappe ich mich z. B. dabei, dass ich ständig „Hundert Mann und ein Befehl“ singe. Das legt sich hoffentlich in ein oder zwei Tagen wieder.
Mittlerweile habe ich sogar herausgefunden, wann und wodurch diese sonderbaren Träume ausgelöst werden. Es hat nichts mit gerade vorher Erlebtem zu tun.
Es passiert zuverlässig, wenn es mir im Schlafzimmer im Laufe der Nacht zu kalt wird, ich deshalb gegen Morgen doch den Thermostat der Heizung aufdrehe, das Frösteln nachlässt und ich zu dieser Zeit noch einmal einschlafe. Das ist der Startschuss für reichlich phantasievolle bis wirre Träume!
In meinen Augen ist die Ursache ein kräftig losbollernder Heizkörper, der während des Morgenschlafs für mollige Temperaturen sorgt. Und nur morgens funktioniert es!
Dadurch, dass Sie nach einem dieser Träume tageszeitbedingt meist endgültig aufwachen, bleibt der Inhalt sogar noch ein Weilchen im Gedächtnis haften, was ja sonst nicht immer der Fall ist.
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Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende! Und träumen Sie etwas Nettes!

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© by Michèle Legrand, Oktober 2016
Michèle Legrand

 

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Und die Zeit, und die Zeit, und die Zeit …

Garten im Mai mit Glyzinie, Clematis, Spanischem Hasenglöckchen etc.

Ganz kurz heute nur! Ein kleines Lebenszeichen mit einem Gruß aus dem Garten!

Dazu die Ankündigung, dass es vermutlich morgen bereits einen neuen, umfangreicheren Blogbeitrag gibt,
für den Sie dann wieder etwas mehr Zeit und ein wenig Muße gebrauchen könnten.
Es wird etwas zum in Ruhe Schmökern, zum Anschauen, zum nebenher Gedanken spielen lassen.

Dabei wird es um Kesselfallen, um Stapeltiere, um Menschen auf Brettern, um Pflicht und Kür und um den
alten Manet in der Hamburger Kunsthalle gehen.
Vielleicht haben Sie Lust, wieder mit von der Partie zu sein.
Bis bald!

Ich bin leider noch eingespannt und muss wieder ran. Wie Monsieur Bécaud bereits sang:
Und die Zeit, und die Zeit, und die Zeit …

Ihnen ein schönes Wochenende!

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© by Michèle Legrand, Juni 2016
Michèle Legrand ©Foto Andreas Grav (Ausschnitt)

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Vom Zebra überholt …

Ich bin heute von einem Zebra überholt worden! Das heißt, davor wollte noch jemand wissen, wo Zimbabwe liegt. Aus diesem Anlass melde ich mich ausnahmsweise kurz zwischendurch.
Diese Sache mit der Geografiefrage ereignete sich draußen, das afrikanische Wildpferd ist hingegen plötzlich mitten im Einkaufszentrum an mir vorbeigezogen.

Zuerst spricht mich auf dem Gehweg, während ich gerade etwas in meiner Handtasche verstaue, eine junge und durchaus sympathisch klingende Frauenstimme von hinten an:
„Können Sie mir sagen, wo Zimbabwe liegt?“
Wären Sie nicht auch verdutzt?
Es ist eine sehr junge, freundlich wirkende Frau, die in meinem Blickfeld auftaucht, als ich den Kopf wende. Sie streckt mir einen Miniglobus, nicht größer als eine anständige, wohlgenährte Clementine, entgegen und schaut mich fragend, fast bittend an.
(Ich muss gestehen, ich war anfangs auf der völlig falschen Fährte. Sie wirkte wie eine Schülerin, so dass ich annahm, sie hätte in der Oberstufe ein Projekt mit Umfrage – oder aber, sie wüsste es tatsächlich nicht.)
Ich kann auf dem kleinen bunten Erdball ohne Brille die Schrift nicht erkennen, und das sage ich ihr auch. Daraufhin meint sie, dass die meisten Menschen eben nicht wüssten, wo Zimbabwe zu finden sei. Es klingt, als hielte sie meinen Hinweis auf die gerade fehlende Brille für eine Ausrede, weil ich in Wirklichkeit nicht zugeben möchte, dass ich keine Ahnung habe.
Das mag ich so nicht auf mir sitzen lassen, also nehme ich die Kugel in die Hand, erkenne die Kontinente und somit grob auch Afrika. Ich konzentriere mich auf den Süden, bemerke zum Glück sogar unbebrillt die Insel Madagaskar, so dass ich weiß, ich welcher Höhe ich im Süden des Kontinents mit dem Zeigefinger ungefähr mittig hineinstupsen muss.
(Bei dem kleinen Globus ist da eh nicht so viel Fläche, um mit dem Finger noch genauer zu landen.)
„Hier“, sage ich, „ungefähr hier liegt Zimbabwe.“
Sie wirkt überrascht.
„Ja, stimmt!“
Ach, sie weiß es also doch! Für mich ist damit der Fall erledigt, zumal sie stumm bleibt. Ich verabschiede mich und gehe weiter. Und?
Ich hab’s nicht mitbekommen! Habe nicht verstanden, dass sie eigentlich für Oxfam werben wollte und mit Sicherheit mit mir noch gar nicht fertig war! Ich entdeckte im Weitergehen den Oxfam-Stand und noch eine weitere Person, die im Gespräch mit einem Passanten war und einen ebensolchen Globus in der Hand hielt. Aus Zeitgründen bin ich nicht noch einmal umgedreht.
Ein bisschen dumm gelaufen. Ich finde die Organisation nämlich richtig gut und deren Projekte und Aktionen lobenswert, das möchte ich betonen – doch wenn sie nicht sagt, was sie tatsächlich möchte, dann ist das nicht ganz so günstig. So gehetzt habe ich sie wirklich nicht …

Noch etwas in Gedanken betrete ich das Einkaufszentrum, nehme die Treppe nach oben, laufe dort den Gang entlang. Zack, zieht es an mir vorbei! Das Zebra.
Kleiner, als ich das Steppenpferd aus dem Zoo in Erinnerung habe. Mit Reiter! Und kaum habe ich mich von meinem Erstaunen erholt, taucht zusätzlich ein Einhorn auf.
Ein Einhorn!
Es ist Action im Einkaufszentrum. Ein halbes Gestüt scheint sich hier im Obergeschoss zu befinden. Die Zebras in unterschiedlichen Größen und das Einhorn sind natürlich die Exoten, ansonsten gibt es durchaus auch braune und schwarze Hauspferde unterschiedlicher Größe.
Plüschreittiere - Pferde, Zebras, Einhorn
Sie haben es erkannt: Die Attraktion im EKZ sind zurzeit pflegeleichte, echt wirkende, aber keine lebendigen Wesen – was der Begeisterung der galoppierenden Kinder keinesfalls Abbruch tut. Die Reittiere sind erstaunlich. Sie haben keine Batterien oder Motoren! Sie müssen andererseits aber auch nicht ständig durch einen Erwachsenen angeschoben werden, was für den Schieber und auch für das Kind ziemlich langweilig wäre.
Es sind recht ansehnliche Plüschtiere für unterschiedliche Altersgruppen, die sich auf Rollen bewegen und durch eine Reitbewegung in Schwung gebracht werden können. Beim Auf und Ab im Sattel (man steht in dem Moment im Steigbügel bzw. auf einer Art von Pedal) wird irgendeine Mechanik im Inneren in Gang gesetzt. Es ziehen sich wohl (untechnisch ausgedrückt) Teile zusammen, die sich kurz darauf wieder entspannen – was für das Vorwärtskommen sorgt. Eine feine Sache, denn hier muss man selbst etwas tun, muss Gleichgewicht halten, auf die Koordination achten …
Die jungen Reiter sind konzentriert bei der Sache. Die Kleinsten werden von den Eltern auf Schritt und Tritt begleitet, damit sich kein Zebra zur Rolltreppe verläuft. Notfalls können Kind und Tier angeschoben werden, wenn die Kraft nachlassen sollte.

Zebra unterwegs ... (Plüschtier zum Reiten)

Zebra unterwegs …

Die etwas größeren Mädchen behandeln ihr Reittier wie ein echtes Pferd und ahmen eine vorbildliche Reitposition nach. Sie möchten es „richtig“ machen. Zwei Jungen, die mir auf braunen Pferden begegnen, liefern sich hingegen eine rasante Verfolgungsjagd. Bei ihnen ist es mehr ein Western, der abläuft. Und ganz kleine Mädchen sitzen unendlich verzückt auf dem Einhorn …

Reiter im EKZ (Plüschpferde zum Reiten)

Reiter im EKZ …

Ich wurde noch weitere Male von Pferden, Zebras und dem Einhorn überholt oder bin ihnen gelegentlich beim Verlassen eines Ladens vor die Hufe geraten. Ein Mädchen rief ihrem Ross daraufhin tatsächlich ein „Brrr“ zu.

Was der Spaß kostet? Die Reitgebühr beträgt je nach Pferdgröße zwei bis drei Euro pro zehn Minuten Ausleihzeit. Die sind immer sehr schnell herum! Ein wenig günstiger als der Kauf eines solchen Tieres ist es dennoch.

Liebe Leser, wissen Sie, wie meine heutigen Empfehlungen für Sie lauten?
1) Falls Sie jemand ansprechen sollte, dem daran liegt zu erfahren, wo sich Zimbabwe befindet, warten Sie, nachdem Sie es gezeigt haben, ein bisschen länger als ich. Derjenige hat vielleicht doch noch ein separates Anliegen.
2) Interessieren Sie sich jetzt – weil Kinder in der Familie sind – spontan für Pferd, Zebra oder Einhorn, dann googeln Sie doch einfach einmal und schauen unter Pony Cycle.

 

© by Michèle Legrand, April 2015
Michèle Legrand - freie Autorin - ©Fotograf Andreas Grav

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Zwischendurch …

Erhoffen Sie heute nichts Weltbewegendes! Ich melde mich spontan zwischendurch. Der Titel hätte ebensogut anders lauten können: Getrennte Wege oder Schleichender Tod. Nur, mal ehrlich, wer will schon etwas dermaßen Trübsinniges – vor allem, wenn die Lage überhaupt nicht so extrem desolat ist!
Urteilen Sie bitte selbst:
Meine Maus starb letzte Woche einen siechenden Tod. Ich meine die felllose Maus, die vom Laptop. Sie muss den Transport zu meinem Workshop am vergangenen Wochenende übel genommen haben. Irgendwann wurde es zu eng für die Lütte. Platzmäßig. In der Tasche. Sie erlitt eine Quetschung.
Immerhin erst am Kursende.

Bei näherer Betrachtung daheim stellte sich heraus, dass sich die Achse verbogen und sich die Stellung des kleinen Rädchens obenauf geändert hatte. Es saß nicht mehr mittig, war nicht nur verschoben, sondern neuerdings in sich schief und ließ sich somit nicht an den ursprünglichen Platz zurückbewegen.
Beim Einsatz zeigte sich das Ausmaß der Sonntagsquetschung:  Scrollen war unmöglich, die rechte Maustaste hakte zudem, und irgendwie entwickelte sie ein für mich höchst erschütterndes Eigenleben.
Ständig wurde eine enorme Vergrößerung des Schriftbilds ausgelöst. Oder ein Wechsel auf eine vorangegangene Seite. Keine Ahnung, wie so etwas funktioniert. Es ließ sich nur nach völliger Deaktivierung der Maus und Einsetzen des Touchpads wieder rückgängig machen. Touchpad-Nutzung als Alternative ist gut und schön, geht auch – doch eine Sache macht mich kirre: damit Fotos zu bearbeiten.

Deshalb gibt es dieses Hallo zwischendurch und nicht den ursprünglich geplanten, bebilderten Beitrag. Für den wäre nämlich haargenau diese Prozedur nötig gewesen. Zig Aufnahmen verkleinern, vergrößern, ausschneiden, Licht nachbessern, Kontrast eventuell nachregulieren etc.
Mein Programm zum Optimieren von Bildern besitzt diese Schieberegler, die Sie mit dem Cursor der Maus anklicken können, um sie nach links oder rechts zu bewegen. Ein Klick, und das Debakel begann. Die Maus verschob eigensinnig nach links.
Ausschließlich dorthin! Was anderes kam nicht in Frage!
Und sie hörte überhaupt nicht damit auf. Immer bis zum Anschlag. Dem Luder war völlig schnuppe, was ich davon hielt! Jeder Stopp-, jeder Änderungsversuch meinerseits – es war alles für die Katz’. Wie von Geisterhand angeschoben wanderte der Schieber ständig zur linken Seite.
Jedes Bild verlor also zunächst unaufhaltsam sämtliche Farbe und wurde im nächsten Schritt komplett finster. Das Endprodukt wirkte so ähnlich wie eine nächtliche Schlammaufnahme.
Um dem Frust keine Chance zu geben, beschloss ich es mit Humor zu nehmen, nannte es künstlerisch wertvoll und taufte die Neukreation „Fango bei Neumond“.
Die Schöpfung ließ sich nur beim besten Willen nicht für den Bretagne-Blogpost, Teil 5 verwenden …

Die Macken wurden immer ausgefallener. Ich wollte die Trennung. Am Donnerstagabend kam die Neue. Sie wurde eingestöpselt und für gut befunden. Ganz folgsam ist sie. Macht, was ich ihr sage. Feine Maus.
Nur ausdenken und schreiben muss ich weiterhin selbst.
Ich werde jetzt sehen, dass ich irgendwo noch ein bisschen Extrazeit zusammenkratze, damit Sie demnächst im Blog auch wieder zusätzlich ein paar Fotos vorfinden.

Linksdrall. So hätte er auch heißen können. Der Blogpost …

©by Michèle Legrand, Februar 2015
Michèle Legrand - freie Autorin - ©Fotograf Andreas Grav

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Haie im Rhein und die Flexibilität

Sie wissen, es kommt häufig anders als man denkt. Gelegentlich schlechter, hin und wieder auch besser.
Sie z. B. dachten vermutlich, hier im Blog würde sich bis November nichts tun.
Still ruht der See, Schweigen im Walde.
Sie haben – fälschlicherweise! – angenommen und darauf vertraut, dass ich mich an meine Ankündigung halten würde. Stattdessen kehre ich vorzeitig zurück.
Besser für Sie? Oder schlechter?

Was soll ich sagen, es liegt jetzt an Ihnen, ob Sie flexibel reagieren und spontan wieder mit von der Partie sind oder ob Sie zum eher sturen Menschenschlag zählen, der darauf beharrt, dass alles wie verkündet eingehalten wird – ganz gleich, ob sich die Umstände mittlerweile geändert haben oder nicht.
Und die Lage hat sich definitiv verändert! Die Internetinfluenza ist nämlich vorerst kuriert. Ich habe halt einen genialen Sohn, der kürzlich fachmännisch herumgefriemelt und mein Internet so übergangsweise wieder zum Laufen bekommen hat. (Merke: auch Hamburgerinnen – hanseatisches Understatement-Klischee hin oder her – können, sobald es um ihren eigenen prachtvollen Nachwuchs geht, die vornehme Zurückhaltung ablegen und ziemlich enthusiastisch herumprahlen).
Die Umstellung auf neue Leitungen etc. erfolgt im November trotzdem noch. Hoffen wir, dass es danach dann ebenso gut funktioniert wie im Moment. Würden die Netzbetreiber nicht irgendwann die alte Technik abknipsen und ich dadurch reichlich dumm dastehen, würde ich jetzt am liebsten alles behalten wie es ist.
Never change a running system …

Der Zugang zum Web ist also wieder da, ich habe Lust – und Sie? Haben Sie sich mittlerweile überlegt, ob Sie vorzeitig lesewillig sind?
Sie wissen, dass man Ankündigungen, Mitteilungen, ja auch Warnungen und Entwarnungen sowieso nicht immer blind trauen darf.
Im Sommer, als ich an der Schweizer Grenze mit einem der Linienschiffe der Rheinschifffahrt starten wollte, sah ich ein Schild an der Anlegestelle. Es enthielt die Mitteilung, dass der Rhein eine haifreie Zone sei. Das war eindeutig eine offizielle, schriftliche Entwarnung! Garantiert keine Haie im Fluss …

Stein am Rhein (CH) - Warnschild - Keine Haie im Rhein

Stein am Rhein (CH) – Warnschild – Keine Haie im Rhein

Ich stieg also beruhigt an Bord, nur auf der Rückfahrt von Schaffhausen Richtung Stein am Rhein tauchte irgendwann hinter Diessenhofen am linken Ufer etwas höchst Merkwürdiges auf. Vergessen Sie alle vorherigen behördlichen Entwarnungen – es war ein Hai!
Ein weißer Hai!

Rhein zwischen Diessenhofen und Stein am Rhein ... Doch Haie!

Rhein zwischen Diessenhofen und Stein am Rhein … Doch Haie!

Man kann nichts glauben! Trotz allem hat sich die Bootsfahrt gelohnt und war schön. Ich lebe auch noch! Nur damit Sie sehen – so groß ist das Risiko für Sie hier wirklich nicht! Die Lage hat sich zwar verändert, doch es tut wirklich nicht weh, wenn Sie umdisponieren und bereits vor November lesen. Es könnte sich durchaus lohnen. Und ich garantiere Ihnen obendrein, dass der Blog haifrei ist.
Missachten Sie einfach überholte Ankündigungen. Streichen Sie sie innerlich! Fertig. Mein einer Opa hat in so einem Fall gern davon gesprochen, dass manche Sache doch „gehupft wie gesprungen“ sei.

Bevor ich Richtung Frankreich aufbreche, hinterlasse ich Ihnen in den nächsten Tagen noch einen Eindruck von der im Bodensee gelegenen Blumeninsel Mainau. (Übrigens ebenfalls so ein Fall von einstmals angekündigt, dann aber zugunsten von etwas Aktuellem verschoben.)
Schauen Sie gern herein. Der Beitrag wird eine größere Anzahl Fotos enthalten. Positive Bilder, kritisches Betrachten – und die Mainau als Beispiel für eine bestimmte Entwicklung.

Sollte tatsächlich erneut etwas Brandaktuelles vorgezogen werden oder das Internet einen Influenzarückfall erleiden, wird Ihre neu gewonnene Flexibilität von großem Vorteil sein, da Ihnen dieses spontane Umschwenken und Anpassen an eine neue Situation mittlerweile mit Sicherheit schon leichter fällt.
Sehe ich das richtig? ^^

©Oktober 2014 by Michèle Legrand
e Legrand, freie Autorin   ©Foto Andreas Grav (Ausschnitt)

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Herbstliche Internetinfluenza

Liebe Blogleser,

es hat mein (häusliches) Internet erwischt! Die gefürchtete Herbstinfluenza hat zugeschlagen mit anfänglicher Mattigkeit, anschließendem Kollaps und letztendlich droht sogar leider eine längere Reha.
Wäre ich ein Crack in Technikdingen, ließe sich die Wiederbelebungzeit vielleicht etwas verkürzen, doch diesmal muss aus Altersgründen eine Totalumstellung die Auferstehung bewerkstelligen. In einem solchen Fall ist es Sache der Profis, alles miteinander wieder gängig zu machen.
Sollte es bereits davor gelingen,  eine minimalistische Notlösung hinzugekommen, hören Sie von mir. Ansonsten bin ich durch diese Komplettumstellung leider erst wieder ab der zweiten Novemberwoche richtig mit Internet ausgerüstet, denn – Sie ahnen es – diese Techniker haben volle Terminkalender, die frühestens in zwei bis drei Wochen die ersten Lücken aufweisen.
Aus Sicherheitsgründen verfügt mein Handy nicht über alle Daten, die der Laptop beherbergt,  es ist auch bewusst nicht alles synchronisiert. Nun ist lediglich eingeschränkte Aktivität möglich und – ganz ehrlich – eine Frau (ich), die bereits auf eine Lesebrille angewiesen ist und nichtsdestotrotz gewöhnt ist, mit zehn Fingern schnell zu tippen, ein solches Wesen wird mit einem Handy für größere Textaktivitåten nicht glücklich.
Auf dem kleinen Display mit immer nur einem Teil des Textes im Sichtfeld den Überblick über den Gesamtinhalt zu behalten, ist schon lästig,  erfordert jedoch vielleicht nur mehr Konzentration. Doch ich schreibe einfach den größten Blödsinn auf kleinen Tastaturen!  Knapp daneben ist auch daneben.  Es entstehen Wortkreationen,  über die ich selbst immer Bauklötze staune. Auch Sie würden sich wundern!  Vielleicht tun Sie es jetzt schon, denn notgedrungen entstand dieser Text unter reichlichem Gefluche auf einer Smartphonetastatur …

Liebe Gemeinde, wir werden sehen, was bei diesem ersten Versuch herauskommt. Sie wissen nun, warum ich etwa drei Wochen lang verspätet reagiere oder nur sehr begrenzt Blogs besuchen und kommentieren kann und warum hier aller Voraussicht nach im Blog eine Pause beim Posten entstehen wird.
Umso mehr freue ich mich, Sie danach wieder anzutreffen!
Zwischendurch werde ich obendrein noch ein paar Tage unterwegs sein und habe vor, Ihnen aus einem Nachbarland einige Eindrücke mitzubringen. Von den Nachbarn, die Croissants gern mögen ..

©Oktober 2014 by Michèle Legrand

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„Oh, Gott! Hat er sich was getan …?“

Planten un Blomen - Herbst - Die Laubfärbung hat eingesetzt, es raschelt auch bereits am Boden ...
Manchmal überlege ich, meinen Unterwegs-Kaffee woanders zu trinken. Nicht ständig wieder im gleichen Eiscafé. Meist auch noch am selben Platz! Doch Begebenheiten wie die des heutigen Tages bestärken mich in der Annahme, dass es keinen Ort gibt, an dem es entspannender und gleichzeitig unterhaltsamer ist als dort.

Vier Menschen sitzen am Nachbartisch. Zu meiner Verblüffung sind sie nicht nur alle miteinander verwandt, sondern jede dieser Personen vertritt auch eine Generation dieser Familie! Da wären ein sechs Monate altes Baby (ein Junge), seine Mutter, deren Mutter und wiederum deren Mama. Baby, Mutter, Oma und Uroma. Diese Tatsache erfahre ich aus ihrem Gespräch.
Ich wäre nie darauf gekommen!
Auf den ersten Blick passt es überhaupt nicht. Uroma? Sie scheint viel zu jung. Eine eventuelle Familienähnlichkeit muss man bei den vier Frauen mit der Lupe suchen. Körperbau, Größe, Gesichtszüge – völlig unterschiedlich. Die Mutter und die Oma des Kleinen tragen lediglich die exakt gleiche Haarfarbe. Während der Altersunterschied zwischen diesen beiden Wesen sehr groß scheint, wirkt die Uroma nur zehn Jahre älter als die Oma, ihre Tochter.
Wie soll denn so etwas gehen?

Man kann nicht ungeniert ewig hinstarren, aber man kann so tun, als ob man lediglich das Baby anhimmeln würde. Das gibt mildernde Umstände, und nach mehrmaligen Hinüberblinzeln komme ich zu folgendem Resultat: Es ist doch möglich.
Die junge Mutter könnte Mitte Zwanzig sein, die Oma hat zwar schon viele, tiefere Falten, wird jedoch nach zweiter Einschätzung nicht Anfang 60 sondern maximal Mitte 50 sein. Und die Uroma ist eben extrem gut erhalten, aber nicht knapp 70 sondern Mitte bis Ende Siebzig. Und vielleicht ist irgendwer aus der mütterlichen Linie, der andere aber aus der väterlichen. Das würde diese Körperbaudiskrepanzen erklären.
Klingt plausibel.

Sie unterhalten sich, während ihre Bestellung in Arbeit ist. Wo waren sie schon an diesem Tag, wo soll es später hingehen …
„Wir könnten ja noch zu Karstadt“, meint die Mittlere.
„Oder lass uns nach C&A!“, schlägt daraufhin die Älteste am Tisch vor.
„Da waren wir doch schon“, erwidert ihre Enkelin.
„Da waren wir schon?“, ertönt die verdutzte Rückfrage.
„Ja, das war dort, wo wir die Lätzchen geholt haben.“
„DAS war C&A?“
„Ach, Oma, du bist echt süß …“

Fallen Ihnen auch gelegentlich die Unterschiede bei der Wortwahl auf? Zumindest hier im Norden benutzen einige Menschen – gern auch welche der älteren Generation –  den Ausdruck „nach“. („Richard, ich fahre gleich nach Karstadt!“)
Die Mehrheit der Jüngeren sagt hingegen „zu“. („Kommst du mit zu Edeka?“)
Ähnlich verhält es sich mit „beim“ und „bei“. (Claudia arbeitet beim Saturn. Sie war vor der Arbeit beim Aldi einkaufen. Aber: Henning bestellt bei Neckermann und erledigt den Rest bei Lidl).
Das „bei“ bzw. erneut das „nach“ wird nun wiederum von einigen Mitmenschen gern dort benutzt, wo andere „zu“ wählen und klingt in meinen Ohren stets extrem merkwürdig. („Ich geh bei Willi.“ „Jonas will nach Herbert.“ vs. „Ich gehe zu Edith.“)
Schon seltsam, diese Sprache … Und so etwas muss nun ein Baby alles erst lernen und begreifen. Nicht nur das! Es muss das Richtige herausfiltern und den Rest möglichst schnell wieder vergessen!

Die Erwachsenen bekommen ihr Eis serviert, der Junior wird fortan von Schoß zu Schoß weitergereicht, so dass jeder einmal ohne Zappelfrosch ist und vernünftig zum Essen kommt. Bei seiner Uroma wird der Lütte besonders aktiv. Vor ihr steht Spaghetti-Eis mit leuchtend roter Erdbeersoße, die es ihm farblich offenbar schwer angetan hat. Erhitzte Wangen, Begeisterungsgestöhne, das klingt wie ein Hirsch in der Brunftzeit, Oberkörpergeschwanke, Füßegezappel und Armgefuchtel sind die Konsequenz. Er würde wohl gern etwas davon abhaben.
„Nein, nein, Oma“, winkt Juniors Mutter ab, „ich habe für Julius extra etwas dabei. Er bekommt sein eigenes Essen!“
Er wird in den Kinderwagen verfrachtet und dort von ihr mit Apfelmus aus einer Tupperdose gefüttert. Nach Pseudoprotest und drei eiligst hervorgequetschten Krokodilstränen hebt sich die Laune von einer Sekunde zu anderen wieder. Der Nachwuchs mampft nun durchaus mit Begeisterung seinen Fruchtbrei, doch lässt er die Soße weiterhin nicht aus den Augen. Sobald seine Urgroßmutter einen Löffel zum Mund führt – ihrem eigenen wohlgemerkt! – flippt er ein wenig aus.
„Adda, ba …(Quietschlaute) …oohoh …da!“
(Übersetzung: „Ich komme um, wenn ich jetzt nicht bald was von dem Zeug kriege!“)
Die drei Damen amüsieren sich. Eine Diskussion startet zum Thema Soße geben ja oder nein. Die Mutter gerät ins Schwanken, die Oma ist dagegen, die Uroma ist der Ansicht:
„Lass ihn ein ganz bisschen probieren.“ Ihr Argument: „Das ist im Grunde doch nur Soße aus Früchten. Zucker ist dem fertigen Gläschenobstbrei auch!“
Sie erhält das offizielle Okay, befüllt ihren Löffel mit Erdbeerflüssigkeit und füttert den gierigen Urenkel. Das Raubtier schnappt zu, schließt den Mund, reagiert verblüfft auf den neuen Geschmack, verzieht leicht das Gesicht, kneift die Augen ….
In dem Moment naht ein Herr. Der Opa. (Fragen Sie mich nicht, ob Opa oder Uropa, das war altersmäßig wieder alles andere als eindeutig!) Er wird von den Ladys frühzeitig entdeckt und dem Jüngsten überschwänglich angekündigt:
„Ja, Julius! Schau mal, wer da kommt! Der Opa! Ei, der O-PA!“
(Sie kennen diese Art, wie man einem Baby deutlich vorspricht und dabei eine gehörige Portion Begeisterung mimt, nicht wahr?)
Julius hat den Sinn der Worte begriffen, schaut in die richtige Richtung. Beim Anblick seines Großvaters, beginnt er breit zu lächeln. Rote Soße rinnt langsam aus dem Mundwinkel, da Junior leider völlig vergessen hat, den flüssigen Sabsch komplett herunterzuschlucken.
„Oh, Gott! Hat er sich was getan?“
Opa wird blass. Der Enkelsohn sieht aus, als hätte er gerade eine kleine Schlägerei hinter sich. Die Brühe läuft täuschend echt wie Blut über sein Kinn. Und seine Mama sitzt neben diesem Vampir und hat nur Apfelmus auf dem Löffel …
Da jedoch keine der Frauen hysterisch reagiert und die Aufklärung ziemlich prompt erfolgt, bekommt das Gesicht des Großvaters schnell wieder Farbe.
„Jung, Jung …!“, ist der einzige Kommentar, ergänzt vom einem erleichterten Auspusten, welchem herzerfrischendes Gelächter folgt. Der Kleine beteiligt sich daran – auch ohne den Grund zu kennen.
Wie es immer so ist: Fröhlichkeit steckt an.
Jeden.

Soll ich Ihnen etwas verraten? Nächstes Mal werde ich wieder in mein Eiscafé gehen.
Basta.

©Oktober 2014 by Michèle Legrand
Michèle Legrand -  freie Autorin - Blog Michèle. Gedanken(sprünge) - Foto ©Andreas Grav

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Pferdestory ohne Pferd …

Gaulloses Wiehern und huffreies Galoppieren. Gibt es tatsächlich! Beweise habe ich mittlerweile.
So kommt es heute zur Pferdestory ohne Pferd.
Sie werden stattdessen Ersatzhengst und Stutendouble kennenlernen.

Wissen Sie, was ich unpraktisch finde?
Dass der Mensch manchmal zu perplex ist, um schlagfertig zu reagieren. Allerdings – vielleicht ist man auch nur zu abgeklärt, zu vorsichtig, ein Schisser … was auch immer, um sich auf einen (sinnlosen) verbalen Schlagabtausch einzulassen. Einen, der dann womöglich nicht einmal verbal bleibt sondern ausartet und womöglich handgreiflich wird!

Pferdestory ohne Pferd ... Ausspanntee!Ich setzte mich vorgestern unterwegs an einen Tisch, um meinen Ausspanntee (im Sinne von „Getränk um sich zu erholen“, kein sonderbarer Wundertrank um „jemandem jemanden auszuspannen“) zu genießen und bemerkte leider zu spät, dass zwei Tische weiter ein lautes, anstrengendes Frauentrio hockte. Ich sage Frauen, weil der Begriff Damen irreführend wäre.
Als ich eintraf, waren alle mit dem Handy beschäftigt und zufällig leise, doch kaum hatte ich bestellt, ging ein wahnsinniges Palaver los. Mein Rasenmäher ist leiser. Und klingt zudem intelligenter.
Ein Wesen hatte ein besonders durchdringendes, dominantes Organ, dabei gleichzeitig eine dermaßen nöhlige, unzufriedene Stimme, dass es einer Vergewaltigung der Ohren gleichkam und sich meine Nackenhaare unverzüglich aufrichteten.
Die Bestellung konnte ich nicht mehr rückgängig machen, doch ein Blick Richtung besagtem Tisch und das Entdecken fast leerer Tassen und Gläser, ließ mich hoffen, dass der Lärmtrupp bald – und zwar vor mir! – ging.
Mein stiller Wunsch erfüllte sich; einige Minuten darauf rüstete man sich zum Aufbruch. Beim Aufstehen wurde erneut das Handy gezuckt. Ein Smartphone hat für viele Erwachsene häufig eine ganz ähnliche Wirkung wie die Gabe eines Schnullers bei manchem Baby. Es kehrte himmlische Ruhe ein.
Machen Sie dann nicht den Fehler, den ich gemacht habe!
Ich habe definitiv zu früh entspannt, innerlich abgeschaltet, geträumt.
Sie mussten an meinem Tisch vorbei, um zum Ausgang zu gelangen. Irgendetwas auf dem Display der Dezibel liebenden großen Brünetten muss der Auslöser für einen – wie ich vermute – Heiterkeitsanfall gewesen sein. Oder für Entrüstung. Es war nicht eindeutig zu identifizieren.  Als sie an mir vorbeikam, explodierte sie.
Es ruderten ihre Gliedmaßen. Ihre Hand erschien plötzlich neben meinem Gesicht. Ihr Knie rumste an die Tischkante.
Aber vor allem war da der Lärm!
Ein Krach sondergleichen! Der Lautstärkeregler stand bis zum Anschlag! Ich spreche von ihrem, nicht von dem des Handys.
Kennen Sie diese Filme, in denen nächtens irgendwo auf einer Ranch ein böser, rachsüchtiger Pyromane Feuer im Stall legt und die Pferde unruhig werden? Wenn sie scharren, sich gegen die Wände ihrer Boxen schmeißen, sich aufbäumen und laut und schrill „Geräusche“ von sich geben?
Vielleicht hatte sie auf ihrem Handy Feueralarm vorgefunden. Ich hatte jedenfalls aus heiterem Himmel ein wildes, unkontrolliert wieherndes und schnaubendes Pferd am Tisch und mich darüber dermaßen erschrocken, dass mir der Teelöffel aus der Hand fiel.
Das eben noch wiehernde Wesen stutzte kurz, schaute mich leicht genervt an und äußerte sich folgendermaßen:
„Mein Gott, nun seien Sie doch nicht so schreckhaft!“
Ja, gell? Sie sind auch geringfügig überrascht? Hatten Sie angenommen, es wäre ihr vielleicht unangenehm?
Nicht doch! Die Umwelt ist das Weichei!
Ja, ich war perplex. Und nein, ich würde auch jetzt noch nichts erwidern. Es ist mir einfach zu blöd. Doch echte Pferde sind mir schon wesentlich lieber als dieses Stutendouble.

Das zweite Erlebnis hatte ich heute am Morgen, als ich mich im oberen Stockwerk im Bad vor dem Spiegel zurechtmachte, das Fenster eingeklappt hatte und sich mit einem Mal schnelle Schritte und schweres Prusten näherten.
Hier ist eine Sackgasse mit Wendeplatz. Die Sackgasse ist wirklich eine! Nicht nur für Autos. Auch Radfahrer und Fußgänger kommen nicht weiter. Am Ende des Wendeplatzes ist Schluss. Außerdem befindet sich in direkter Nähe ein Bahnübergang, dessen Schranken gern und lange geschlossen sind. Ist dies der Fall, schneien viele der nicht ortskundigen Wartenden hier trotz des Sackgassenschilds herein. In der Hoffnung, einen Alternativweg gefunden zu haben, der irgendwann auf eine der Parallelstraßen führt.
Eine vergebliche Hoffnung.
Das morgendliche Schnauben produzierten zwei Jogger. Die Schritte, die ich anfangs etwas entfernter gehört hatte, erklangen mittlerweile direkt unterhalb des Fensters. Füße traten auf der Stelle … Sie suchten vermutlich mit ihren Blicken den nicht vorhandenen zweiten Ausweg. Einer der beiden Läufer stellte ernüchtert fest:
„Du, isch gloob, wir beede ham uns hier rischdisch fergalobbierd.“
Voilà, der Ersatzhengst, das Fastpferd Nummer zwei!
Ein Jogger sächsischen Ursprungs, dem klar wurde, dass die Rennstrecke hier leider nicht fortführt.
„Komm, loofn könn’n wir ooch hier uffm Platz!“
Galopprennbahnen führen schließlich auch immer nur im Kreis bzw. Oval.
„Ja, nicht stoppen“, meinte sein Trainingspartner.
„Nu, mein Gudster, sisch imma beweschn is wirglisch am wischdigsdn!“, bekräftigte die erste Stimme.
Und während ich mich weiter zurechtmachte, drehten die beiden unermüdlich eine Runde nach der anderen. Zwischendurch kam ein Zug … und dann noch einer … und ein weiterer. Und wenn sie nicht gestorben sind …
Hoppala! Bewegung an der Schranke!
Man konnte den Galopp doch noch vor dem Abendmahl fortsetzen.

Wir fassen zusammen:

Läuft ein Hengst die falsche Route,
bewegt sich wie im Hamsterrad,
ist dem Gaul nicht wohl zumute,
doch bessres hat er nicht parat.

Hat eine Stute Geltungsdrang
und nervt durch Lärm erheblich
dann tut sie es wie unter Zwang,
was sagen ist vergeblich.

Und letztendlich:

Dreht eine Story sich ums Pferd
nur wird’s dir vorenthalten,
so hat Ersatz auch seinen Wert
drum lass doch Milde walten.

©September 2014 by Michèle Legrand
Michèle Legrand ©Foto Andreas Grav (Ausschnitt)

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Kurze Betrachtung: Der Norden hat sich angesteckt …

Erwischt. Er hat sich tatsächlich angesteckt!
Vor Jahren bereits wurde der Norden von hartnäckigen Valentinstagsbazillen attackiert. Hanseaten und sonstige Nordlichter, ansonsten eher auf der Hut und resistent wirkend, verspürten nach Infizierung mit einem Mal einen unbezwingbaren Kaufdrang. Häufig lechzten die Befallenen im Februar nach überaus kitschigen Gegenständen,  solchen, die sie den Rest des Jahres nicht eines Blickes würdigen würden.
Mit einigem zeitlichen Abstand folgte der Überfall der Halloweenbazillen samt Gruselschminkzwang. Bei leichtem Verlauf fiel dieser gemäßigt aus, steigerte sich mit zunehmender Schwere der Infektion jedoch hin zu blutrünstigem Enthusiasmus und wahrer Euphorie bei der Erstellung von täuschend echten Narben und Wunden.
Ganz zum Schluss strecken uns nun ganz offensichtlich auch noch diese Erreger nieder: die Oktoberfestbazillen. Im ernsten Stadium dieser Krankheit kommt es unweigerlich zum Auftreten des DirndlLederhosentragzwangs.

Es ist zwei, drei Jahre her, als ich hier im Blog ein wenig über das nordisch aufbereitete Oktoberfest in meinem Stadtteil schrieb. Eine blau-weiße Kopie des Bayernoriginals. Kopie en miniature. Die Wandsbeker Wiesn hat man sie getauft. Die Veranstaltung hat sich erfolgreich etabliert, findet seither alljährlich statt. Ab 19. September 2014 sind die Pforten respektive der Zelteingang wieder geöffnet. Wir haben noch gut drei Wochen Zeit bis dahin.

Oktoberfestexport in den Norden. Klappt so etwas, oder ist es von vornherein zum Scheitern verurteilt?
In den Anfängen, der experimentellen Versuchsphase, ließ sich ein Norddeutscher zwar dort sehen, tauchte jedoch mehr aus Versehen oder spontan aufgrund von Durst auf. Oder er wurde abgeschleppt! Mit Freunden gemeinsam war das lustig. Er fand allmählich Gefallen an der Sache, doch nichts, aber auch gar nichts, hätte ihn dazu bewegen können, sich sozusagen zum Affen zu machen und seine Kleidung zu ändern. Sie dem Bayerischen anzupassen! Kurze Lederhosen, Hosenträger, Strickkniestrümpfe mit Herzchen …
Niemals!
Die Damen zeigten sich geringfügig williger und offener, was eher daran liegen mag, das anlassbezogenes Ankleiden ein femininer Grundwesenszug zu sein scheint. Jedenfalls sind neue Kleidungsstücke und ein typveränderndes Styling nie wirklich unwillkommen.
Zurück zu den Herren. Irgendwann entdeckte ein Häuflein wiederkehrender Gäste – vermutlich eine Mischung aus Zugereisten und einigen Individuen des Schlags Hamburger, der etwas extrovertierter, mutiger, modeaffiner und verrückter ist als der Rest – dass man mit einem passenden Wiesn-Outfit à la Bavaria einerseits wunderbar auffällt und Eindruck macht – aber offenkundig auch mehr Spaß hat.

Anfangs wurden sie natürlich bestaunt, diese Exoten. Der Umschwung im Denken der restlichen Besucher vollzog sich jedoch verblüffend schnell. Lichtzeitschnell! Plötzlich war es in, regelrecht ein Muss, stilecht gekleidet zu erscheinen! Mit einem Male werden nun die beguckt, die immer noch wie üblich erscheinen.
Schau nur, im Alltagslook! Wie langweilig!
Und die Reaktion der Langweiler?
„Mensch, du, ich brauche dringend was zum Anziehen!“
„Wo willst du denn hin? Oper?“
„Nein, Oktoberfest!“
Zack! Wieder welche infiziert!
Man kann sich heute immer noch in Zivilkleidung und unvorbereitet hinsichtlich des Aussehens dazwischenmischen, doch wer sich nicht nur tagsüber und spontan auf ein Bier dort trifft, sondern abends (womöglich als Teil einer  Gruppe),  der macht daraus ein stilechtes Event.

Den Handel hat es irgendwie verblüfft. Er blieb in den ersten Jahren zurückhaltend. Selbst 2012 versuchten nur vereinzelt Läden – meist unmittelbar vor dem Fassanstich – auf diesen Zug namens „Oktoberfest“ aufzuspringen. Etwas passender Schmuck (Brezn-Motiv) bei Bijou Brigitte, ein wenig Trachtenlook bei C&A. Ein Friseur, der Flechtfrisuren anpries … Karstadt warf sich auf das kulinarische Programm mit Weißwürsten, Löwensenf, Brezeln und Bier.
Und im Jahre 2014? Wochen bevor es richtig losgeht?
Der Handel ist heute gewappnet, die großen Ketten reagieren. Plakate, Auslagen, Ankündigungen. Die Botschaft lautet:
Pass auf, das Oktoberfest naht! Vergiss das nicht wieder! Du willst doch nicht als einziger blöd dastehen. So unvorbereitet. Ignorant, langweilig … Hast du dich schon darum gekümmert, hm?
Alles so ein bisschen wie damals in der Lenor-Werbung diese Stimme von hinten. Das schlechte Gewissen. Und – wie praktisch – danach kommen die rettenden Angebote. Dekorationsartikel, Rezepte, Schmuck, Bekleidung, Essen, Bettwäsche, Tischtücher, Servietten, Stimmungsmusik. Alles oktoberfestorientiert und –tauglich.
Tchibo offeriert zünftige Lederhosen und Karohemden für den feierwilligen Herrn, ein charmantesTrachtenkleid für die oktoberfestfreudige Dame. Alles gut sichtbar in der Ladenmitte ausgestellt.
Die Modekette S. Oliver, die sonst sorgsam alles vermeidet, was sie trutschig und bieder wirken lassen könnte, verkauft ebenfalls zwei verschiedene Dirndl-Modelle! Sie hängen auf dem Ständer gleich neben den (korrekt) löcherigen Jeans. In weiteren Bekleidungsgeschäften dieser Art wird man ebenso fündig. Es könnte ein Zeichen dafür sein, dass ein Imagewandel stattfand.
Nicht bei den Geschäften!
Dort wird verkauft, wofür Kaufaussichten bestehen. Dort wird aus einem Sicherheitsbedürfnis heraus viel eher die bereits existierende Nachfrage befriedigt (oft mit Verspätung), als dass ein Angebot auf Verdacht produziert wird, welches im Endeffekt Verlust einfährt, weil sich kein Aas dafür interessiert.
Nein, der Imagewandel betrifft das Oktoberfest selbst. Seine nordischen Besucher sehen es nach der leicht misstrauisch beäugten Eingewöhnungsphase (und auch anfänglicher Ablehnung) heute aus anderer Sicht.
Mittlerweile kleidet man sich nicht nur aus reinem Pflichtgefühl heraus anders, dem Feiergrund angemessen, sondern Besucher sehen im Oktoberfest mittlerweile ein „cooles“ Event, einen angesagten Treffpunkt, für den bzw. das es hipp und unerlässlich ist, möglichst stilecht im Trachtenlook zu erscheinen und vielleicht auch noch ein paar Brocken im bayerischen Dialekt von sich geben zu können.
Um Spaß zu haben, um anzugeben, um dem Ganzen noch mehr (vermeintliche) Authentizität zu verleihen, um ganz einzutauchen.
Je echter, je schöner. Je trächtiger, je genüssiger. (Wehe, Sie schlagen das jetzt im Duden nach!)

So ändern sich Einstellungen. Nur weil Bazillen zuschlagen. Alles hartnäckige, erfolgreiche Erreger, gegen die unser Immunsystem offenbar machtlos ist.
Es gibt für Norddeutsche nur einen Bazillus, der es bisher nicht geschafft hat, sich durchzusetzen. Er nennt sich Karnevalsbazillus und versucht sich mittlerweile als Trittbrettfahrer, der aufgrund ähnlicher Symptome trickreich eine Kooperation mit dem Halloweenerreger eingeht und so die notwendige Gehirnwäsche in die Wege leiten möchte. Verkleiden und Schminken heißt der gemeinsame Nenner, Zeitpunkt und Anlass variieren ein wenig.

Irgendwann erwischt er uns schließlich auch hier im Norden: dieser Helauzwang – oder Alaafdrang.
Wie heißt es so schön? Steter Tropfen …

©August 2014 by Michèle Legrand
Michèle Legrand - Michèle. Gedanken(sprünge) @wordpress.com

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Und jedes Jahr das gleiche Resultat: Endmailadehemmung!

Hallo zusammen! Liebe Blogleser, ich grüße Sie! Wie sieht es aus? Glückte Ihnen auf Anhieb die Entzifferung der Überschrift? Was lasen Sie am Ende? Kamen Mails darin vor?
Fangen Sie notfalls von hinten an. Mit der Ladehemmung.

Es ist wieder soweit. Der Tag musste ja kommen. Sie kennen es bereits vom Vorjahr, vielleicht habe ich auch schon die drei Jahre davor – jeweils um diesen Zeitpunkt herum (Ende Mai) -geschwächelt und gestöhnt.
Es ist wirklich zum junge Hunde kriegen!
Irgendwann werde ich auch beantragen, dass man den Kram als außergewöhnliche Belastung absetzen kann. Als schwerwiegende Berufsbehinderung, grobe Hobbybeeinträchtigung, massiven Stimmungssenker.
Irgendetwas muss doch möglich sein und anerkannt werden!
Es ist gehirnschädigend, zeitraubend …
Genau! Arbeitsausfall!
Das Argument dürfte ziehen. Ich schreibe denen gleich jetzt! Aber wie …? Siezen, oder? Doch, ein Du finden die wahrscheinlich zu plump. Ich denke an einen Schrieb in dieser Art:

Liebes Finanzamt,

ich schicke Ihnen heute fristgerecht den obligatorischen Packen. Wie in den Vorjahren erstellte ich in den vergangenen Tagen brav und ehrlich meine von Ihnen offenbar immer wieder höchst begehrte Steuererklärung, bemerke aber betrübt, dass sich dabei Jahr für Jahr mein allgemeiner Zustand eklatant verschlechtert.
Ich altere währenddessen wesentlich schneller als üblich!
Auch nach Abschluss der Anlage dieser Akte, die Sie in Kürze in Sonntagsausgehschrift, mit Erläuterungen, fein sortiert und gebündelt als Einschreiben erhalten, geht es mir weiterhin miserabel, so dass ich nicht in der Lage bin, meinen sonstigen Verpflichtungen im gewohnten Maß und mit der üblichen Geschwindigkeit und Akkuratesse nachzukommen.

Ich halte daher fest, dass mein Hirn, auf dessen reibungsloses Funktionieren ich angewiesen bin, bei der umfangreichen und zeitaufwändigen Tätigkeit (unter uns: es ist dösige Papierwustproduktion!) großen Schaden genommen hat. Seine Denkfähigkeit und Belastbarkeit sind seitdem arg reduziert. Die intensive Beschäftigung mit der Steuermaterie, die schier nicht enden wollende Menge an Spalten, Zeilen und Lücken (inkl. der leider mal wieder umbenannten und veränderten Formularseiten), das Erstellen von Zahlenkolonnen sowie Sammeln und Sortieren von Belegen, verursachte wohl eine Überdosis schlechter Impulse und beeinträchtigt bislang die Gehirnaktivität. Verändert sie. Blockiert das Denken!
Vielleicht waren auch die vielen verqueren Formulierungen in Anlage KAP Schuld.

Da diese negativen Auswirkungen nicht das erste Mal auftreten, sich jährlich verschlimmern, zudem von Jahr zu Jahr länger anhalten und nicht unerheblichem Verdienstausfall sowie Anflüge von Depression zur Folge haben, beantrage ich hiermit, einen Betrag in Höhe von
€ ..… ,–  (ich überlege noch, ob ich im vier- oder gleich im fünfstelligen Bereich beginne),
als außerordentliche Belastung respektive Entschädigung für entgangenen Arbeitslohn einzusetzen.
Sie können sich natürlich auch dafür entscheiden, den genannten Betrag gleich steuermindernd von der zuvor errechneten Steuerschuld abzuziehen …

So in dem Stil hatte ich mir das vorgestellt. Feinarbeiten am Text sind natürlich noch drin.
Warum ich Ihnen das alles heute erzähle?
Verehrte Bloggäste, Sie sind schließlich auch davon betroffen!
Durch den momentanen Gehirnstreik fühle ich mich einfach noch nicht wieder in der Lage, völlig normal zu bloggen!
Nach diesem Steuerakt kommt regelmäßig die große Endmailadehemmung. Diese vertrackte Blockade im Gehirn. Sobald sie sich gelöst hat und dieser – salopp ausgedrückt – rammdösige Zustand sich gelegt hat, geht es hier wie üblich weiter.
Ich fand nur, ich sollte es Ihnen vorsorglich mitteilen. Die Alternative wäre ein sang- und klangloses Untertauchen gewesen. Das ist nun auch nicht die feine Art.

Also bis bald! Lassen Sie es sich mittlerweile gut gehen!

©Mai 2014 by Michèle Legrand
Michèle Legrand - Blog Michèle. Gedanken(sprünge) Foto ©Andreas Grav

 

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