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Salut! (3) – Die Bretagne und das junge, alte Rennes …

Die Bretagne im November. Gibt es keinen günstigeren Zeitpunkt für eine Erkundungsreise? Im Sommer oder September vielleicht?
Salut, liebe Leser! Willkommen zurück!
Als ich das erste Mal in diese Region reiste, war ich knackjung. Es war Anfang September, das Wetter herrlich, die Gegend traumhaft. Natürlich hatte ich damals vor, einmal dorthin zurückzukommen.
Ist es etwas geworden? Nein.
Hätte ich das gedacht? Nein!
Und wissen Sie, was ich auch nie vermutet hätte? Dass ich Jahrzehnte später (nicht mehr so jung, dafür knackend) deshalb dort landen würde, weil meine damals noch gar nicht geborene, nicht mal im Entferntesten angedachte, jetzt erwachsene Tochter in Rennes, der Hauptstadt der Bretagne, ein Auslandssemester absolvieren würde. Dies war der Anlass, der gleichzeitig den Zeitpunkt des Aufenthaltes diktierte. Nicht am Beginn des Semesters beim Eingewöhnen und Zurechtfinden, nicht am Ende im Klausurenstress. Eine nette Unterbrechung mittendrin und gemeinsame Unternehmungen an zu dieser Zeit gerade vorlesungsfreien Tagen.
Ende Oktober/Anfang November eben …

Die Bretagne. Wo würden Sie sie geografisch einordnen? Frankreich natürlich, was für eine Frage. An der Küste, auch klar, denn es ist eine Halbinsel. Eigentlich meinte ich: Wo ist die Bretagne gefühlsmäßig für Sie gelegen? Ganz spontan. Es heißt, sie sei ganz im Norden des Landes. Genau diese Angabe verursacht bei vielen eine Vorstellung von „generell ganz weit oben“. Muss kühl und wahrscheinlich regnerisch sein. So wie Schottland.
Moment, Schottland?
Das ist aber wirklich viel nördlicher! Ja? Nein. Doch! Echt?
Geografie ist nicht jedermanns Sache. Erdkunde und persönliches geografisches Empfinden beißen sich nur allzu gern. Was meinen Sie, wie viele Menschen immer noch verdutzt sind, wenn sie hören, dass New York auf der Höhe von Rom liegt oder Hamburg auf gleicher Höhe mit dem sehr nördlichen Kanada. Wenn Sie einen Kirschkern in gerader Linie hinüberspucken würden, landete das Ding (kommen Sie mir jetzt nicht mit Erdkrümmung, oder so!) irgendwo im Bundesstaat Neufundland und Labrador.
Die Bretagne wiederum liegt so, dass der Kern eines bretonischen Weitspuckers – je nachdem ob er an der Nord- oder Südküste seiner Halbinsel steht – bei Ostrichtung zwischen Pforzheim und dem Raum südlich von Basel landen würde. Vielleicht auch keimen.
Der Standort der Hauptstadt Rennes befindet sich sogar etwas südlicher als der von Paris (die Stadt, die viele überhaupt nicht als im Norden gelegen empfinden). Das Klima ist zudem sehr mild, gar nicht extrem nordisch – doch dazu später mehr, wenn es an die Küste geht.

Rennes. Rennes ist speziell. Wenn Sie reine Geschichte suchen, die Haltung und Situation im Krieg erfahren wollen, ein Jahreszahlenfetischist sind etc., rufen Sie sich die entsprechenden Seiten im Internet auf. Das steht alles dort.
Ich werde Ihnen dafür erzählen, was mich am heutigen Rennes beeindruckt hat, wie es auf mich wirkte.

Bretagne - Rennes - Altstadt mit Fachwerkbauten

Bretagne – Rennes – Altstadt mit Fachwerkbauten

Rennes ist alt und jung zugleich! Die Stadt bietet einen gekonnten Mix aus Althergebrachtem und Modernem und hat – was die „Mischung“ angeht – eine doch eher ungewöhnliche, zumindest seltener anzutreffende Art der Zusammensetzung aus älteren und jungen Einwohnern.
Rennes zählt (über den Daumen, die Angaben schwanken je nach Quelle) 220.000 bis 240.000 Einwohner.
Was schätzen Sie, wie hoch der Anteil der Studenten ausfällt? Wie viele mag es in einer Stadt dieser Größenordnung geben?
Es sind ca. 60.000! Ein Viertel der Stadtbevölkerung!
Als Rennes I (die erste Universität) nicht mehr ausreichte, baute man Rennes II und verfügt über weitere angeschlossene Hochschulen. Die französischen étudiants, die aus allen Regionen des Landes stammen, werden ergänzt durch zahlreiche ausländische Kommilitonen. So ergibt sich ein buntes, internationales Völkchen.
Aus purer Neugier habe ich mir die entsprechenden Zahlen meiner Heimatstadt zum Vergleich herausgesucht.
Die Einwohnerzahl Hamburgs liegt bei ungefähr 1,8 Millionen. Die Zahl der Studenten aller Unis und (Fach-)Hochschulen beläuft sich auf insgesamt ca. 68.000 Studierende.
Gar nicht so viel mehr als in Rennes, oder?
Hochgerechnet –  also ebenfalls von einem Viertel ausgehend – müsste Hamburg somit 450.000 Studenten verzeichnen, um einen ebenso hohen Anteil und eine vergleichbare Bevölkerungsstruktur wie die Rennes‘ aufzuweisen.
Die Anzahl der Hamburger Studenten  – immer angenommen, dass es so wäre –  ergäbe wiederum fast zweimal die Gesamteinwohnerzahl (!) von Rennes.
Hätte Rennes prozentual allerdings nur so „wenig“ Studenten wie meine Stadt, würde sich die Zahl der Studierenden dort irgendwo im Bereich von mageren 9000 (statt 60.000) bewegen. Zahlenspielerei …
Es gibt jedoch eine deutsche Universitätsstadt, die eine ähnliche prozentuale Mischung wie die bretonische Hauptstadt besitzt: Marburg! Dort sind von rund 80.000 Einwohnern ungefähr 22.000 Studenten.
Ein so hoher Anteil an jungen Menschen (hinzu kommen Schüler und andere junge Nichtstudierende) fällt schon auf in einer Stadt und hat Gewicht. Es wirkt sich ebenfalls auf die weitere Stadtentwicklung (Wohnungsbau, Verkehrsnetz), Aussehen (moderner) und Angebote (Gastronomie, Bildung, Sport, Kultur u. a.)  aus.

Als Hauptstadt einer Region, die in vier Départements untergliedert ist, liegt Rennes überaus zentral und leicht erreichbar. In der Bretagne selbst sind es die gut ausgebauten vierspurigen Nationalstraßen, die die größeren Städte miteinander verknüpfen, keine Autobahnen. Vorteil: es geht zügig voran (Tempolimit 110 km/h) und ist obendrein mautfrei.
Es gibt die Anbindung per Flugzeug, per Zug (auch der TGV fährt Rennes an), und innerhalb der Stadt klappt das Vorankommen durch die Métro sowie das gut verzweigte Linienbusnetz. Nur wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Vororte zurückkommen oder sie verlassen möchte, dem begegnet die gleiche Situation, die auch hier in Deutschland viele Pendler kennen: In Hauptverkehrszeiten sieht der Fahrplan ganz gut aus, danach oder am Wochenende wird es schwierig.
Die bereits bestehende Linie der Métro Rennes wird momentan um eine zweite, diese erste Strecke kreuzende Linie erweitert. Der Bau schreitet voran, doch es wird noch einige Jahre in Anspruch nehmen, ehe alle Teilabschnitte und Bahnhöfe fertiggestellt sind. Manchmal dauern auch die Vorarbeiten länger als gedacht. An der Stelle, an der einmal die Station Saint-Germain sein wird, sind momentan noch die Archäologen tätig …

Bretagne - Rennes - Bauarbeiten für die neue Metro-Station St. Germain (noch sind die Archäologen dort)

Bretagne – Rennes – Bauarbeiten für die neue Métro-Station St. Germain (noch sind die Archäologen dort)

Bis 2019 soll jedoch alles ausgeführt und vollendet worden sein.

Bretagne - Rennes - Bauzaun mit Graffiti ... Dahinter sind die Arbeiten am Bau der neuen Métrolinie im Gange.

Bretagne – Rennes – Bauzaun mit Graffiti … Dahinter sind die Arbeiten am Bau der neuen Métrolinie im Gange.

Rennes von heute ist eine sukzessive gewachsene und dabei sehr bunte Stadt. Das liegt an den vielen Stilrichtungen und all den unterschiedlichen Baustoffen, die im Laufe der Zeit bei der Erstellung von Gebäuden zum Einsatz kamen. Prächtige öffentliche Bauten neben privaten Häusern aus unterschiedlichen Epochen. Stadtteile mit lebendigen Wohnstraßen, Bereiche mit sozialem Wohnungsbau und hinzu gesellen sich neue Gebäudekomplexe, die beinahe etwas futuristisch anmuten. Eher schlicht die Fassade, jedoch als Gesamtwerk architektornisch eigenwillig. Das Mittelalter trifft auf die Moderne. Doch es gibt ja auch noch die vielen charmanten Fachwerkbauten

Bretagne - Rennes -  Buchhandlung in alten Gemäuern ...

Bretagne – Rennes – Buchhandlung in alten Gemäuern …

Bretagne - Rennes - Altstadt mit Fachwerkbauten

Bretagne – Rennes – Altstadt mit Fachwerkbauten

Bretagne - Rennes - Altstadt mit Fachwerkbauten

Bretagne – Rennes – Altstadt mit Fachwerkbauten

Eine Nebengasse außerhalb der Altstadt …

Bretagne - Rennes - Nebengassen ...

Bretagne – Rennes – Nebengassen …

Und wieder etwas aus einer anderen Zeit …

Bretagne - Rennes - Aus einer anderen Zeit ... (Das Modernste sind die Mülltonnen)

Bretagne – Rennes – Aus einer anderen Zeit … (Das Modernste sind die Mülltonnen)

Die Hauptstadt hat diesen historischen Kern mit wirklich sehenswerten uralten, windschiefen und sehr unterschiedlichen Fachwerkbauten, die glücklicherweise nicht alle dem großen Brand von 1720 zum Opfer fielen. Im Bereich der „Place des Lices“ wurden sie vielfach verschont. Das ist heute das Areal, auf dem sich auch die Markthallen befinden. Auf dem früheren Ritterturnierplatz und den angrenzenden Straßen beginnt jeden Sonnabend der Aufbau für den zweitgrößten Wochenmarkt Frankreichs mit vielen frischen, regionalen Produkten. Die Bretagne ist eine der wichtigsten Agrarregionen Frankreichs, Sie können sich sicher vorstellen, was dort alles aufgetischt wird. Muscheln gibt es selbstverständlich auch. Zur Küste und zum Atlantik ist es nicht weit … Leider war ich lediglich an einem Donnerstag dort.

Bretagne - Rennes - Die alten Fachwerkbauten am Place des Lices

Bretagne – Rennes – Die alten Fachwerkbauten am Place des Lices

Bretagne - Rennes - Place des Lices mit Markthallen links anschließend - Hier ist sonnabends großer Markt!

Bretagne – Rennes – Place des Lices mit Markthallen links anschließend – Hier ist sonnabends großer Markt! Dann sind sämtliche (jetzt leere) Flächen belegt.

Natürlich lebt nicht jeder in der Altstadt bzw. kann sich dort die teuren Mieten und Preise gar nicht leisten. Der Ortskundige kauft eher in den Zentren am Stadtrand und bezieht vielleicht eine Wohnung in einem Haus wie diesem:

Bretagne - Rennes - Sozialer Wohnungsbau

Bretagne, Rennes

Ordentlich, aber einfacher. Dennoch zentral, und die Métro fährt quasi vor der Tür. Falls Sie die U-Bahn einmal benutzen sollten, schauen Sie genau hin. Hier fahren oft führerlose Züge. Der Zugang zu den Gleisen ist durch eine fest montierte Glaswand gar nicht mehr direkt möglich. Die Métro hält exakt so, dass die in der Glaswand befindlichen Schiebetüröffnungen mit den Türöffnungen des ankommenden Waggons übereinstimmen. Maßarbeit.

Bretagne - Métro Rennes -  Station Kennedy - Glastüren am Bahnsteig ...

Bretagne – Métro Rennes – Station Kennedy – Glastüren am Bahnsteig …

Bretagne - Métro Rennes -  Station Kennedy - ... und der fahrerlose Zug hält exakt an der richtigen Stelle.

Bretagne – Métro Rennes – Station Kennedy – … und der fahrerlose Zug hält exakt an der richtigen Stelle.

Rennes lebt nicht allein vom Tourismus. Vom Ende des Zweiten Weltkriegs ausgehend, hat sich die Einwohnerzahl mehr als verdoppelt. Als Folge setzte verstärkt die Entwicklung zur Industrie- und Handelsstadt ein. Konzerne siedelten sich an. Der Hauptstadtstatus bringt es zudem mit sich, dass Behörden (Finanz und Justiz) ihren Sitz dort haben. Über Bildung und Studenten sprachen wir schon. Sie haben wichtigen Anteil am Leben in Rennes.

Dies ist das Parlement de Bretagne, der Gerichtshof der Bretagne (1618-1655 erbaut, Arch. Salomon de Brosse). Ein kleiner Zirkus gastierte gerade auf dem Vorplatz.

Bretagne - Rennes - Place bzw. Palais du parlement de Bretagne - Der Gerichtshof der Bretagne

Bretagne – Rennes – Place bzw. Palais du parlement de Bretagne – Der Gerichtshof der Bretagne

Das Innere des Parlement de Bretagne ist übrigens äußerst sehenswert! Dort bestimmen wirklich einmalige Deckenmalereien und viele geschnitzte und reichlich mit Blattgold verzierte Täfelungen das Bild. Gar nicht so selbstverständlich, dass all das heute in dieser Form überhaupt noch existiert, denn können Sie sich vorstellen, dass dieses Bauwerk im Jahre 1994 einen katastrophalen Brand erlebte und in weiten Teilen zerstört wurde? Auch sein Inneres und die kunstvollen Dekors!
Man hat es in jahrelanger Arbeit wieder aufgebaut, einen komplett neuen Dachstuhl errichtet, die beschädigten Kunstwerke restauriert. Exemplarisch! Heute (seit 1999) dient das Parlement de Bretagne als Berufungsgericht.

Die Lage der Stadt, ihre Vielfältigkeit fällt positiv auf. In Rennes fließen die Flüsse Ille und Vilaine zusammen. Wasser tut jeder Stadt gut. Es vermittelt optisch oft Weite und wirkt entspannend. An einigen Stellen der Stadt tauchen unvermittelt gepflegte kleine Parkanlagen auf, wie z. B. hier der Jardin St. Georges.

Bretagne - Rennes - Palais et Jardin St Georges - Eine ehemalige Benediktinerabtei erbaut 1670 mit schönem Garten

Bretagne – Rennes – Palais et Jardin St Georges – Eine ehemalige Benediktinerabtei erbaut 1670 mit schönem Garten

Ein großer Park nordöstlich des Zentrums ist der Jardin Thabor. Er besticht durch alten Baumbestand, einen botanischen Gartenteil, Wasserkaskaden, Gewächshäuser, seinen Pavillon und die Vogelvoliere.

Bretagne - Rennes - Der Zugang zum Stadtgarten Thabor - wie das Rathaus bereits für Allerheiligen mit Chrysanthemen geschmückt

Bretagne – Rennes – Der Zugang zum Stadtgarten Thabor – wie das Rathaus bereits für Allerheiligen mit Chrysanthemen geschmückt

Bretagne - Rennes -  Jardin Thabor - Brücke

Bretagne – Rennes – Jardin Thabor – Wasserfall – Das Brückengeländer, das hölzern wirkt, ist in Wirklichkeit aus Beton erstellt. Aber sehr gekonnt!

Bretagne - Rennes - Jardin Thabor - Brückengeländer

Bretagne – Rennes – Jardin Thabor – Brückengeländer – Eine der Stützen läuft als eine Art Handabdruck im Beton aus …

Bretagne - Rennes - Jardin Thabor - Voliere

Bretagne – Rennes – Jardin Thabor – Voliere

Bretagne - Rennes - Jardin Thabor - Voliere -  Oben die Tauben ...

Bretagne – Rennes – Jardin Thabor – Voliere – Oben die Tauben …

Bretagne - Rennes - Jardin Thabor - Voliere -  ... unten die Horde Wellensittiche.

Bretagne – Rennes – Jardin Thabor – Voliere – … unten die Horde Wellensittiche.

Bretagne - Rennes - Jardin Thabor - Monatswechsel Okt./Nov.: Rosenblüte ...

Bretagne – Rennes – Jardin Thabor – Monatswechsel Okt./Nov.: Rosenblüte …

Bretagne - Rennes - Jardin Thabor - Herbst!  Ende Oktober!

Bretagne – Rennes – Jardin Thabor –  Ende Oktober! Kaum zu glauben …

Bretagne - Rennes - Jardin Thabor - ... eine Ecke weiter:  Es ist tatsächlich schon Herbst.

Bretagne – Rennes – Jardin Thabor – … eine Ecke weiter: Es ist tatsächlich schon Herbst.

Bretagne - Rennes - Jardin Thabor -  Freigehege und Anlage für mehrere Arten Wasservögel und einige Hühner

Bretagne – Rennes – Jardin Thabor – Freigehege und Anlage für mehrere Arten Wasservögel und einige Hühner

Bretagne - Rennes - Jardin Thabor -  Haben Sie gesehen, was der französische Vogelmann an den Füßen trägt?  Hahn trägt Puschen.

Bretagne – Rennes – Jardin Thabor – Haben Sie einmal auf die Füße geachtet? Der französiche  Hahn trägt kleidsame „Puschen“.

Wer in den Straßen unterwegs ist, begegnet immer wieder Besonderheiten. Das Schwimmbad St. Georges im Art-Déco-Stil gehört dazu:

Bretagne - Rennes - Schwimmbad Saint-Georges im Art-Déco-Stil - Die Mosaiken stammen von der Künstlerfamilie Odorico

Bretagne – Rennes – Schwimmbad Saint-Georges im Art-Déco-Stil – Die Mosaiken stammen von der Künstlerfamilie Odorico

Schauen Sie sich auch die Kathedrale Saint-Pierre an. Atemberaubend und mit viel vergoldetem Schnitzwerk über dem Altar!

Bretagne - Rennes -  Kathedrale Saint-Pierre - Muss man von innen anschauen!

Bretagne – Rennes – Kathedrale Saint-Pierre – Muss man von innen anschauen!

Bretagne - Rennes -  Kathedrale Saint-Pierre - Im Innern ...

Bretagne – Rennes – Kathedrale Saint-Pierre – Im Innern …

Bretagne - Rennes -  Kathedrale Saint-Pierre - Ein Blick auf Details ...

Bretagne – Rennes – Kathedrale Saint-Pierre – Ein Blick auf Details …

Ein Blick auf den Handelshof

Bretagne - Rennes - Palais du Commerce (Handelshof)

Bretagne – Rennes – Palais du Commerce (Handelshof)

… und den Platz mit Rathaus und Oper, heute mit Feuerwehranwesenheit.

Bretagne - Rennes - Das Rathaus: Hôtel de Ville  (geschmückt für Allerheiligen am 01. November)

Bretagne – Rennes – Das Rathaus: Hôtel de Ville (geschmückt für Allerheiligen am 01. November)

Bretagne - Rennes - Die Oper  ... heute mit Feuerwehreinsatz

Bretagne – Rennes – Die Oper … heute mit Feuerwehreinsatz

Die Gasse, in der es hauptsächlich um Trinken und Durstlöschen geht, wird hier per Graffiti angekündigt:

Bretagne - Rennes -  Graffiti  "Rue de la Soif"

Bretagne – Rennes – Graffiti „Rue de la Soif“ (soif= Durst)

Und wenn Sie jetzt allmählich – wie ich – Hunger bekommen haben sollten, dann setzen Sie sich doch mit auf den Platz zum Crèpes oder Galettes essen. Selbst zum Monatswechsel Oktober/November sorgt die Sonne für genug Wärme, um draußen genießen zu können.

Bretagne - Rennes - Fast November, aber Crèpes und Galettes draußen ...

Bretagne – Rennes – Fast November, aber Crèpes und Galettes draußen genießen …

Crèpe, dieser Ausdruck ist den meisten ein Begriff. Crèpes gibt es auch in Deutschland. Viele machen sich sogar daheim ihre eigenen hauchdünnen Pfannkuchen nach französischer Art. Dem Crèpe (eigentlich weiblich, also ihr …) ist eigen, dass er süß ist. Der Teig und auch der Belag. Der Bretone lädt sich gern noch zusätzlich reichlich Butter und Zucker, Schokolade (oder Nutella),  aber auch Zitronenaroma obendrauf. Es gibt natürlich ebenso die Varianten mit Apfelmus und anderen süßen Fruchtaufstrichen. Alles wird nett gefaltet, geklappt – und verspeist. Lecker!
Wer Galettes bestellt, bekommt die deftigere Variante. Der Pfannkuchenteig wird mit Buchweizenmehl gebacken (blé noir) und ist gesalzen, nicht gesüßt. Der Belag fällt entsprechend herzhaft aus. Galette complète ist die Variante mit Schinken, Käse und Spiegelei. Die Ränder der Galettes klappt man teils oder ganz zur Mitte ein.
(Galettes gibt es noch in völlig anderer Form. Unter diesem Begriff erhält man gelegentlich auch spezielle Butterkekse.)
Die Franzosen essen beide Pfannkuchentypen sehr gern als Mittags-Snack. Als Hauptgang Galette (salzig), als Nachtisch hinterher Crèpe (süß). Was mich vollkommen verblüfft ist die Tatsache, dass die Bretonen bei all ihrer Liebe zu sehr viel Extrabutter und Extrazucker, insgesamt unheimlich schlank sind! Man sieht dort kaum dicke Menschen!
Den Trick müssen sie der Menschheit unbedingt einmal verraten.

Wie Sie es schaffen, als Deutscher im Urlaub bei den Franzosen ohne größere Anstrengung abzunehmen, kann ich Ihnen allerdings verraten:
Sie wählen vermutlich ein Hotel oder Zimmer mit Frühstück. Das Buffet fällt meist reichlich aus. Weil Sie Urlaub haben, sind Sie nicht ganz so früh dran, dementsprechend lauert nun schon ein Hüngerchen. Sie haben ausgiebig Zeit zum Frühstücken und langen somit zu, auch, damit Sie für ihre Tagesunternehmungen gerüstet sind. Ihr nächster Hunger stellt sich daher nicht vor 15 Uhr ein.
Das ist schlecht. Ganz schlecht.
Es gibt nämlich nur zwischen 12 und 14 Uhr geöffnete Restaurants oder Lokale. Selbst eine Crèperie macht in den weitaus meisten Fällen danach zu. Erst am Abend – frühestens ab 19 Uhr, eher später – öffnen sich die Pforten bzw. Küchen wieder. Wenn Sie ab spätestens 16 Uhr einen veritabel knurrenden Magen haben, wird Ihnen klar, wie lang es noch hin ist bis zum nächsten Mahl. Vor 20 Uhr steht vermutlich nichts auf dem Tisch.
Es besteht auch nicht so leicht die Möglichkeit, sich irgendwie „etwas Kleines“ zu organisieren. Selbst Cafés sind – zumindest in der Bretagne – nachmittags gar nicht aktiv. Wenn Sie sich in der Stadt aufhalten, bleiben Ihnen immerhin zur Überbrückung bis abends der Besuch beim Bäcker, Supermarkt, Schlachter etc. Nach dessen Mittagspause wohlgemerkt! Das ist sowohl von der Versorgung als auch vom Verzehr her etwas eintönig und auch ungemütlich, wenn Sie noch nicht einmal sitzen können.
Folglich verzichten sie lieber. Oder sind außerhalb und kriegen sowieso nichts.
Und schon nehmen sie ab.
Ausnahme: Sie kommen in Rennes bei Gaëlle & Raphaël Roy vorbei, werden plötzlich schwach und schlagen hemmungslos zu …

Bretagne - Rennes -  Gaëlle & Raphaël Roy, Boulangerie- Pâtisserie  - feinste Kuchen!

Bretagne – Rennes – Gaëlle & Raphaël Roy, Boulangerie- Pâtisserie – feinste Kuchen!

Sollten Sie es geschafft haben, sich an die neuen Essenszeiten zu gewöhnen, achten Sie zusätzlich darauf, welches Restaurant Sie sich für den Abend ausgucken. Denn irgendwann hat dort jedes auch noch seinen Ruhetag. Mit Sicherheit.
Ich habe jetzt Ruhetag.
Sehen Sie bitte zu, dass Sie fertig werden, denn hier ist gleich Blogladenschluss.
War nur Spaß. Sie kennen mich doch.
Nun, lieber Blogleser, was haben Sie heute gelernt?
Exactement! Wo der Kirschkern landet …

In nicht allzu ferner Zukunft geht es mit Salut! (4) an die Küste. Ans Meer! Seien Sie gern wieder mit dabei!
A bientôt!

©November 2014 by Michèle Legrand
Michele Legrand - freie Autorin - Blog Michele. Gedanken(spruenge)

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