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Ein Streifzug über die Weihnachtsmärkte in Hamburgs City: Instrumentenverwertung, Lichterzauber, Thujaschüsseln, fliegende Schlitten und mehr …

Hamburg - Der Weihnachtsmann auf dem Historischen Weihnachtsmarkt am Rathaus

Hamburg – Der Weihnachtsmann auf dem Historischen Weihnachtsmarkt am Rathaus

Der Dezember ist zur Hälfte bereits vorbei. Fast schon dritter Advent! Es wird höchste Zeit!
Kommen Sie heute mit durch Hamburgs festlich beleuchtete Innenstadt? Ganz gemächlich durch die belebten Straßen schlendern, dabei mit den Augen dies und jenes einfangen und obendrein hier und da die Ohren aufstellen.
Ein Weihnachtsmarktbummel ist eine ziemlich feine Sache, weil …
Warum eigentlich?
Die Gründe oder Anlässe für eine Stippvisite auf dem Weihnachtsmarkt sind sehr unterschiedlich. Die einen hoffen, dort ausgefallene oder überhaupt Geschenke zum Fest für die Lieben daheim zu finden. Andere müssen dringend ihren Dekorationsfundus aufstocken. Manche mögen einfach das Lichtermeer in der dunklen Jahreszeit, die besondere Atmosphäre, einige nutzen die Märkte zum abendlichen Treff mit Freunden, und ein ebenfalls erheblicher Teil giert nach Glühwein und hat Gelüste auf Schmalzgebäck oder Bratwürste. (Wussten Sie, dass es auch Glühcola gibt?)
Es existieren noch diverse Splittergruppen und kombinierte Fälle. Glühwein und Dekoversorgung – aber ohne Freunde, Treffen und Lichter schauen – aber nix kaufen usw. Letzteres Grüppchen ist für die Händler ein Dorn im Auge. Kommen die einfach daher, aber geben kein Geld aus! Für die Budenbetreiber und Standmiete zahlenden Verkäufer lohnt sich der ganze Aufwand nur, wenn auch Umsatz und Gewinn erzielt werden.
Ein solcher Dorn im Auge bin ich den Standbetreibern auch häufig. Ja, leider. Doch das Schauen bietet so viel, dass ich oftmals tatsächlich vollends mit der Entdeckerei beschäftigt bin. Und – ich brauche auch einfach nicht so viel …

In diesem Jahr habe ich meinen Spaziergang am Hauptbahnhof gestartet und von dort die geschmückte Spitaler Straße mit Ihren Weihnachtshütten angesteuert, eine Einkaufszone ohne Autoverkehr. Ich habe Fotos für Sie dabei, die aufgrund des Hochnebels nur alle leider ein wenig grieselig ausfallen.

Hamburg - Weihnachtsmarkt Spitaler Straße - Blick Richtung Hauptbahnhof (im Hintergrund)

Hamburg – Weihnachtsmarkt Spitaler Straße – Blick Richtung Hauptbahnhof (im Hintergrund)

Spielen Sie ein Instrument? Ja? Nein?
(Lesen Sie doch trotzdem weiter, es kann in beiden Fällen nützlich sein, davon zu erfahren.)
Haben Sie eine Trompete, ein Saxofon, eine Geige o. ä. daheim – wenn nicht gar mehrere?
Gibt es bei Ihnen eventuell ein Musikinstrument, das herumsteht? Entweder, weil sie es sowieso irgendwoher übernommen haben (Nachlass), aber selbst nicht darauf musizieren können oder weil es defekt bzw. eines ist, was in die Jahre gekommen ist, ein günstiges Anfängerexemplar war, zwar schön aussieht, aber keine wirklich klaren Töne produziert und Sie inzwischen längst ein anderes, wohlklingenderes, höherwertiges Exemplar besitzen?
Nur was wird jetzt mit den Gitarren, Klarinetten, Okarinas etc., die herumliegen? Den Instrumentenleichen?
Zum Wegschmeißen sind sie viel zu schade. Die ½-Violine, auf der sie die ersten Unterrichtsstunden hatten … Sich davon zu trennen, fällt schwer. Oft ist eine Art von enger persönlicher Bindung entstanden. Zum Müll? Undenkbar!
Auf dem Weihnachtsmarkt nahe des Hauptbahnhofs gibt es einen Standbetreiber, der kennt die Situation. Er hat sich daher vorgenommen, diesen in die Jahre gekommenen oder defekten Lieblingen zu einem zweiten Leben zu verhelfen, indem er sie als wesentliches Bauteil eines völlig neuen Gegenstands verwendet. Er baut Instrumente zu Lampen um, genauer gesagt fungieren Geige, Horn etc. als wichtige Bestandteile einer neu kreierten Lichtquelle. Sie sind fortan Lampenfüße/-unterteile, werden standfest gemacht, verkabelt, mit einem dazu passenden Lampenschirm versehen und – voilà – fertig ist ein Unikat mit sehr persönlichem Bezug.

Hamburg - Weihnachtsmarkt Spitaler Straße - Instrumentenleuchten von LUMINES

Hamburg – Weihnachtsmarkt Spitaler Straße – Instrumentenleuchten von LUMINES

Es ist anfangs ein etwas ungewohnter Gedanke, dass die Klarinette von nun an schweigt, dafür aber (indirekt) Licht gibt. Ansonsten ist es aber eine überaus feine Idee! Diese Verwendung ist sehr viel besser, als das Instrument unters Bett zu schieben und Spinnweben ansetzen zu lassen.
Sie können es sich ja noch ein Weilchen durch den Kopf gehen lassen …

Hamburg - Weihnachtsmarkt Spitaler Straße - Instrumentenleuchten von LUMINES

Hamburg – Weihnachtsmarkt Spitaler Straße – Instrumentenleuchten von LUMINES

Sie sollten es lediglich nicht mit ihrem einzigen, noch im Einsatz befindlichen Instrument machen, denn ständig zurückbauen, weil Sie wieder darauf blasen wollen, geht nicht!
Ach, und noch etwas: Es ist immer höchst verdächtig – und Sie sollten schon hellhörig werden! – wenn Ihnen als Hobbymusiker ein Nachbar plötzlich enthusiastisch mit der Idee kommt, Sie könnten doch ihre Geige zur Lampe umfunktionieren lassen …

An den Ständen und in der Auslage der diversen Hütten, gibt es in diesem Jahr reichlich Kristall in allen Variationen. Wenn Sie dort sind, ist das Tragen einer Sonnenbrille nicht verkehrt. Die kleinen Kunstwerke (Tiere, Schälchen und andere Gegenstände) sowie Schmuckteile, werden mit unzähligen Spots geschickt angestrahlt – so leuchtend sehen Sie sie nie wieder! Wenn Sie später mit dem gekauften Schmuck am Körper einen ebenso umwerfenden Glitzereffekt erzielen möchten, planen Sie Ihre Beleuchtung gleich mit ein, denn auch Sie müssten ständig im Scheinwerferlicht stehen.
Lassen wir das Kristall beiseite und schauen uns nach Alternativen um. Es gibt Schüsseln aus Thuja Wurzelholz. Sie kennen Thuja als immergrüne Heckenpflanze, möglicherweise unter dem deutschen Namen Lebensbaum. Das Holz hat einen sehr warmen, relativ dunklen Farbton, zumindest nach der Verarbeitung. Die fertigen Schalen wirken sehr urig, und auf den ersten Blick hat es sogar manchmal ein wenig den Anschein, als wären an einigen Stellen Intarsienarbeiten vorgenommen worden. Schon besonders …
Oder falls Sie auf Schrauben, Muttern und solche Sachen stehen und durchaus auch willens sind, recht sinnfrei Dinge aufzustellen, einfach, weil sie nett aussehen, dann wäre dies hier eine Möglichkeit.

Hamburg - Weihnachtsmarkt Spitaler Straße - Diverses aus Metallstangen, Federn, Schrauben, Muttern etc. Vorne auf der Ablage ein Schlagzeuger mit Drum-Set.

Hamburg – Weihnachtsmarkt Spitaler Straße – Diverses aus Metallstangen, Federn, Schrauben, Muttern etc. Vorne auf der Ablage ein Schlagzeuger mit Drum-Set.

Die Schrott ähnendeln Werkzeuge, Schrauben und Schlüssel aus dunkler, leicht überpuderter und somit rostig wirkender Schokolade, die ich vor zwei Jahren hier im Blog zeigte, bekommt man immer noch – oder besser gesagt, man bekommt sie jetzt recht häufig. Es sind weitere Anbieter hinzugekommen, während der erste Begeisterungssturm aufgrund des Neuigkeitseffekts hingegen inzwischen natürlich etwas abgeklungen ist.
Es gibt auch liebreizende, leicht debil, aber sehr sympathisch grinsende Schafe. Wollig-plüschige Exemplare in natürlichen Farben, die eine Wärmflasche als Innenleben besitzen. Das wäre z. B. ein Geschenk für die leicht fröstelnden Familienangehörigen.
Oder für Vogelliebhaber eine der vornehmen Futtervillen. Kleine, bunt angemalte Holzhäuschen für die Flattergesellen zur Fütterung im Winter oder später als Nistkasten. Auf einem vermeldet ein freundlicher Rabe – offensichtlich ein Schweizer: Grüezi!
Die Weihnachtspyramide steht an ihrem üblichen Platz. Sie leuchtet in der Dunkelheit in warmen Farben. Das dahinter liegende Haus, in dem Schuh-Görtz seine Filiale hat, ist als Adventskalender hergerichtet und besticht farblich durch ein – im Vergleich zur Pyramidenbeleuchtung – sehr kontrastreiches Telekom-Magenta sowie ein kühles, helles Flieder-Violett.

Hamburg - Weihnachtsmarkt Spitaler Straße - Weihnachtspyramide

Hamburg – Weihnachtsmarkt Spitaler Straße – Weihnachtspyramide

Hamburg - Weihnachtsmarkt Spitaler Straße - Der Barkhof mit der Görtz Filiale unten als Adventskalender gestaltet

Hamburg – Weihnachtsmarkt Spitaler Straße – Der Barkhof mit der Görtz Filiale unten als Adventskalender gestaltet

Hamburg - Weihnachtsmarkt Spitaler Straße/Gerhart-Hauptmann-Platz

Hamburg – Weihnachtsmarkt Spitaler Straße/Gerhart-Hauptmann-Platz

Ein kleines Stück weiter direkt am Gerhart-Hauptmann-Platz steht ein Silber-Elvis, eine dieser von Kopf bis Fuß im Metall-Look gestylten Personen, die regungslos verharren und bei denen man aufgrund der komplett mit versilberten Haut wirklich überlegt, ob die Figur echt ist oder nicht … Das Kinn hat gezuckt. Elvis lebt.
Der kleine Weihnachtsmarkt dort ist überschaubar und gut besucht.

Hamburg - Weihnachtsmarkt am Gerhart-Hauptmann-Platz

Hamburg – Weihnachtsmarkt am Gerhart-Hauptmann-Platz

Wer einen Blick zur Mönckebergstraße und weiter Richtung Rathaus wirft, hat auf der linken Seite schon den nächsten Markt im Visier: Die Buden, die rund um die Petrikirche aufgebaut wurden. Es sah an Mittwochabend so aus, als wäre Licht in der Kirche. So bin ich zum Haupteingang marschiert, der geöffnet war. Von drinnen drang gedämpft Musik nach draußen. Ab 17.15 Uhr fand die Stunde der Kirchenmusik statt und bei freiem Eintritt konnte man an diesem Klangerlebnis teilhaben. Ein kleines Orchester u. a. mit Bläsern spielte, ein Chor sang von Zeit zu Zeit, und die Menschen in der bis fast auf den letzten Platz (!) gefüllten Kirche, stimmten bei dem als Adventslied bekannten Stück „Tochter Zion, freue dich“ mit ein.

Hamburg - Petrikirche - Stunde der Kirchenmusik ...

Hamburg – Petrikirche – Stunde der Kirchenmusik …

Hier in der Petrikirche können Kerzen angezündet und so aufgestellt werden, dass sich – wie es heißt – ein umgedrehter Lichterbaum ergibt. Das Wachs tropft hinunter, und es erinnert stark an Stalaktiten, die Tropfsteine, die von der Decke hängen.

Hamburg - Petrikirche - Umgedrehter Lichterbaum ...

Hamburg – Petrikirche – Umgedrehter Lichterbaum …

Um noch die Anwesenheit des Weihnachtsmannes auf dem Rathausplatz mitzuerleben, verließ ich die Kirche nach einer Weile und gesellte mich zu den Unmengen von Menschen auf dem Markplatz, die mit Kind und Kegel dort standen und darauf warteten, dass es losging.

Hamburg - Weihnachtsmarkt am Rathausplatz - Eingangsportal

Hamburg – Weihnachtsmarkt am Rathausplatz – Eingangsportal

Zur vollen Stunde  ist es immer soweit. Der von Rentieren gezogene Schlitten des bärtigen Mannes im roten Mantel (den sie ganz oben am Beginn des Berichts bereits einmal gesehen haben) überquert – über ein gespanntes Drahtseil gezogen – den Platz. Zwischendurch hält das Gefährt, der Weihnachtsmann erhebt sich in luftiger Höhe von seiner Sitzbank, winkt dem Publikum huldvoll zu und erzählt die Geschichte von Rudolf, dem Rentier mit der roten Nase. Der Mann im Schlitten braucht dazu nicht von oben auf den Platz hinabzubrüllen. Es wird ein Band über Lautsprecher abgespielt. Prominente geben gern ihre Stimme für diesen Anlass. Zwei männliche Besucher des Spektakels wurden sich nicht einig, wer in diesem Jahr der Sprecher sei. Der eine war überzeugt, es handle sich um Volker Lechtenbrink, der andere schwor Stein und Bein auf Gunter Gabriel. (Der war es dann auch, ich habe es zur Sicherheit geprüft).

Hamburg - Weihnachtsmarkt am Rathausplatz - Der Weihnachtsmann erzählt die Geschicht von Rudolf, dem rotnasigen Rentier

Hamburg – Weihnachtsmarkt am Rathausplatz – Der Weihnachtsmann erzählt die Geschicht von Rudolf, dem rotnasigen Rentier

Natürlich erklingt im Anschluss an die Geschichte das Lied  „Rudolph, the red-nosed reindeer“. Regelmäßig habe ich den Song dann für mindestens sieben weitere Tage als Ohrwurm im Kopf. Rentiere und Weihnachtsmann „fliegen“ noch einmal bis zur Leuchtpyramide und was dabei auf dem Foto so aussieht, als würde der Schlitten explodieren, ist eine kleine Täuschung. Beim Abflug werden lediglich goldene Funken versprüht, die auf dem Foto eher wie Rauchwolken wirken.

Hamburg - Weihnachtsmarkt am Rathausplatz - Auf der Abschlussfahrt im Schlitten Richtung Glitzerpyramide gibt es ein kleines Feuerwerk  ...

Hamburg – Weihnachtsmarkt am Rathausplatz – Auf der Abschlussfahrt im Schlitten Richtung Glitzerpyramide gibt es ein kleines Feuerwerk …

Es gibt vielfältige Reaktionen auf diesen überraschend einsetzenden Funkenregen. Viele erstaunte und entzückte Ahs! und Ohs!. Manche Pappenheimer unter den Zuschauern, die es eigentlich schön finden, sich aber dabei komisch vorkommen, ziehen es flink ins Lächerliche. Sie tarnen ihre Begeisterung als eine lediglich gespielte und mokieren sich ein wenig über das Gesehene.
„Aaach, ist das schööön! Nein, wie ist das schöön!“  
Haben Sie den Tonfall im Ohr? Kommt es Ihnen bekannt vor?
Es hört sich genau so an wie in Loriots Sketch von der Rennbahn. „Ja, wo laufen sie denn?“ Blick durch das Fernglas. „Ach, ist der Rasen grün! … Aaach, ist das schöön!“

Es gibt zum Erkunden nicht nur den Rathausplatz, sondern auch das Rathaus selbst, welches im Innern weihnachtlich hergerichtet ist. Ein kleiner Blick hinein verrät, wie in diesem Jahr die stattliche Weihnachtstanne in der großen Diele dekoriert ist. 2013 präsentiert sie sich mit vorwiegend dunkelblauen und roten, matten sowie glänzenden Kugeln unterschiedlicher Größe, und es gibt helle, hölzerne Anhänger, die allesamt Hamburg-Motive zeigen!

Hamburg - Rathaus - Der Weihnachtsbaum in der Diele

Hamburg – Rathaus – Der Weihnachtsbaum in der Diele

Die markanten Kuppeln der Kirchtürme, das Stadttor (Wappen) und der Fernsehturm sind u. a. dabei – und dieser ist tatsächlich in diesem Fall nicht viel größer als manche der Weihnachtskugeln, die zum Teil einen veritablen Durchmesser aufweisen!

Hamburg - Rathaus - Anhänger aus Holz zeigen Hamburg-Motive (hier Heinrich-Hertz-Turm bzw. Fernsehturm)

Hamburg – Rathaus – Anhänger aus Holz zeigen Hamburg-Motive (hier Heinrich-Hertz-Turm bzw. Fernsehturm)

Bei meinem Besuch brummte beim Heraustreten das Leben auf dem historischen Weihnachtsmarkt, der auf dem gesamten Rathausplatz aufgebaut ist. Ihr Navi würde gar nicht erst stockenden Verkehr, sondern gleich Dauerstau anzeigen. Zeit, ein wenig weiter zu wandern.
Ein Mordsspektakel unmenschlicher Natur ertönte. Irgendjemand fütterte auf der Freitreppe gegenüber den Alsterarkaden die Wasservögel an der Kleinen Alster, was eine Invasion von Horden rüpelhafter, offenbar ausgehungerter Möwen zur Folge hatte! Sie können einen unglaublich hohen Lärmpegel erzeugen! Möwen werden sich irgendwann noch einmal selbst taub kreischen …

Hamburg - An der Kleinen Alster - Möwenversammlung  ...

Hamburg – An der Kleinen Alster – Möwenversammlung …

Hamburg - An der Kleinen Alster - Auch auf dem Wasser herrscht reger Betrieb ...

Hamburg – An der Kleinen Alster – Auch auf dem Wasser herrscht reger Betrieb …

Die ganze Stadt (inklusive sämtlicher Möwen) schien inzwischen auf den Beinen zu sein. So langsam konnten einem dabei die Bilder schon vor den Augen verschwimmen …

Hamburg - Viel los bei den Weihnachtsmärkten und immer noch Hochnebel. So langsam verschwimmt der Blick ...

Hamburg – Viel los bei den Weihnachtsmärkten und immer noch Hochnebel. So langsam verschwimmt der Blick …

Für heute lassen wir es daher gleich genug sein. Unser Spaziergang endet diesmal an der Binnenalster am Jungfernstieg. Der dortige Weihnachtsmarkt ist ganz in Weiß („Weißerzauber“) gehalten. Am Anleger sind Alsterfährboote vertäut und als Märchenschiffe geschmückt.

Hamburg  - Adventszeit - Märchenschiffe am Anleger Jungfernstieg

Hamburg – Adventszeit – Märchenschiffe am Anleger Jungfernstieg

Kinder können dort backen, Märchen hören  u. v. m. Diese Alsterboote mit den Aufbauten bleiben in der Vorweihnachtszeit festgemacht, doch es gibt weiterhin einige Boote, die Fahrten auf der Alster unternehmen – solange die Witterung es zulässt und das Wasser nicht gefriert.
Auf einem Ponton – mitten auf der Binnenalster platziert – ist jedes Jahr eine große Weihnachtstanne die Attraktion in der Adventszeit.

Hamburg - Binnenalster - Vorne die vertäuten Alsterboote, die jetzt Märchenschiffe sind - auf der Alster die Weihnachtstanne und ein Ausflugsboot, das in der Dunkelheit unterwegs ist

Hamburg – Binnenalster – Vorne die vertäuten Alsterboote, die jetzt Märchenschiffe sind – auf der Alster die Weihnachtstanne und ein Ausflugsboot, das in der Dunkelheit unterwegs ist

Hamburg - Weihnachtsmarkt am Jungfernstieg

Hamburg – Weihnachtsmarkt „Weißerzauber“  am Jungfernstieg, Pagodenzelte anstelle von Buden

Einmal dem Wasser den Rücken gekehrt, entdecken Sie ein Stück links vom bekannten Alsterhaus den Zugang zum Neuen Wall mit dem direkt an der Ecke in Grün und Gold weihnachtlich dekorierten Geschäft von Juwelier Wempe und ein Stück rechts vom Alsterhaus den Hamburger Hof, der auch jedes Jahr sehr prachtvoll illuminiert wird und in der Dunkelheit weithin leuchtet.

Hamburg - Weihnachtsmarkt am Jungfernstieg - Blick hinüber zum Neuen Wall

Hamburg – Weihnachtsmarkt am Jungfernstieg – Blick hinüber zum Neuen Wall

Hamburg - Neuer Wall - Weihnachtsdekoration - Juwelier Wempe

Hamburg – Neuer Wall – Weihnachtsdekoration – Juwelier Wempe

Hamburg - Hamburger Hof - Jungfernstieg (Binnenalster) -  weihnachtlich geschmückt

Hamburg – Jungfernstieg (Binnenalster) – Hamburger Hof (Passage) weihnachtlich geschmückt

Der Weg in die Stadt lohnt sich also in dieser Zeit. Es gibt viel Schönes, teils Originelles an den zahlreichen Ständen der Märkte, Sie können zudem garantiert nicht verhungern, und Sie erleben immer wieder Livemusik von Straßenmusikanten, die in vielen Fällen sehr profimäßig spielen. Mir gefiel die Darbietung eines Trompeters vor der Europa-Passage auf der Karstadt-Seite und am gegenüberliegenden Zugang zur Passage an der Binnenalster das Spiel eines Panflötisten, der mit – oder sollte ich eher sagen trotz – Playback-Orchesterbegleitung und Lautsprecherverstärkung wirklich etwas Ansprechendes darbot. Aus den Alsterarkaden drang Akkordeonmusik herüber.
Zusätzlich zur bunten Dekoration und den Lichtern, die die Weihnachtsmärkte erleuchten und verschönern, sind ebenfalls viele Bäume in den Straßen mit Lichterketten durchzogen, und gerade nach diesen zahlreichen trüben, von Hochnebel geprägten Tagen, bewirken das Strahlen und der bunte Lichterglanz eine wirklich spürbare Stimmungsaufhellung. Der Atmosphäre in der Stadt und unter den Menschen hat es jedenfalls sehr gutgetan.

War ein Plätzchen dabei, zu dem es Sie auch hingezogen hätte?

Falls Sie noch einen Weihnachtsmarktbesuch planen, so wünsche ich Ihnen viel Vergnügen dabei – sei es in Hamburg oder auf einem Markt in Ihrer Nähe. Schließlich hat jeder seinen ganz eigenen Reiz!

Einen schönen dritten Advent!

Hinweis:
Wer sich näher für die Instrumentenleuchten interessiert, hier geht es zu Olaf Cordes, dem Herrn von Lumines, einer Firma in Buxtehude.
-> http://www.lumines-leuchten-unikate.de/

©Dezember 2013 by Michèle Legrand
Michèle Legrand - WordPress.com - ©Foto Andreas Grav

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Vorbeigeschaut: Triathlon in Hamburg

Hamburg - Triathlon 2012 - Mitten in der Stadt ...

Hamburg – Triathlon 2012 – Mitten in der Stadt …

Am vergangenen Wochenende (21./22.07.2012) war Hamburg zum wiederholten Mal Austragungsort des Triathlons. Es ging um das fünfte Rennen der Dextro Energy Triathlon ITU World Championship Series 2012 und um die Austragung der Deutschen Meisterschaft im Paratriathlon Sprint Elite.
Schwimmen, Radfahren, Laufen. Verschiedene Distanzen, je nachdem, ob die Elite im offiziell gewerteten Rennen antrat oder ob es sich um die zahlreichen, ebenfalls startenden Jedermänner handelte.
Ich habe am Sonnabend vorbeigeschaut und hinterlasse im Blog einige Eindrücke und Gedanken.
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Hamburg - Triathlon 2012 - Streckenführungsplan

Hamburg – Triathlon 2012 – Streckenführungsplan

Ich mache mich auf den Weg zur Innenstadt an die Binnenalster, dem Schwimmterrain und zum Rathausplatz, der Wechselzone und Zieleinlauf darstellt. Bin ich ein ausgesprochen großer Sportenthusiast? Nicht unbedingt, doch mir gefällt das Drumherum, die Atmosphäre. Ich möchte sehen, was der Triathlon in diesem Jahr wieder aus meiner Heimatstadt macht.

Schon in der U-Bahn sind mehr Fahrgäste als gewöhnlich. Der Anteil der Menschen, die Kameras mit sich führen, ist überproportional hoch. Vor allem die Herren haben sehr profimäßig aussehende Exemplare dabei, und beim Aussteigen am Jungfernstieg wimmeln plötzlich am Anleger Schwärme dieser „Profifotografen“. An diesem Wochenende werden mit ziemlicher Sicherheit wieder Trilliarden von Aufnahmen entstehen. Gut, dass mit jedem Bild, das geschossen wird, nicht irgendetwas von der Landschaft verschwindet, oder ein Mensch Stück für Stück weggeknipst wird …
Schnappschüsse zum Text habe ich auch vorgesehen, doch für richtige, qualitativ hochwertige, „sportliche“ Fotos als Dokumentation zu einem Sportevent, verweise ich gleich vorweg auf die Fotostrecken der Zeitungen und Nachrichtenmagazine, an Galerien in speziellen Fotoblogs, etc.

Die Innenstadt ist vom Boden bis auf etwa Augenhöhe kaum wiederzuerkennen. Wären nicht beim Aufschauen immer noch die bekannten Fassaden höherer Gebäude und vor allem die Kirchturmspitzen und der Rathausturm sichtbar, so fühlte ich mich unter Umständen örtlich versetzt. Der NDR sorgt für Musik und beschallt gutgelaunt die Innenstadt. Der Beat wummert aus den Lautsprecherboxen. Vor lauter Menschentrauben am Anleger Jungfernstieg ist anfangs kaum die Binnenalster auszumachen. Die in meinem Rücken liegende Straße Jungfernstieg ist gesperrt, wird flankiert von weißen Zeltpavillons, in denen es für diejenigen, die noch nicht mit ihrem Triathlon-Outfit zufrieden sind, zusätzliches Equipment gibt.

19_Hamburg - Triathlon - Wer noch Outfit benötigt, findet es in einem der zahlreichen Zeltshops entlang des Jungfernstiegs

Wer noch Outfit-Ergänzungen benötigt, findet sie in einem der zahlreichen Zeltshops entlang des Jungfernstiegs

18_Hamburg - Triathlon 2012 - Ungewohnter Anblick: Der abgesperrte Jungfernstieg

Hamburg – Triathlon 2012 – Ungewohnter Anblick: Der abgesperrte Jungfernstieg

Entschieden habe ich mich an diesem Tag für die Starts der Jedermänner. Bei den Spitzensportlern, den Eliteathleten, die auch noch antreten, gehe ich natürlich davon aus, dass sie gut trainiert sind, es schaffen und es ihnen um das Superergebnis geht. Für sie ist halt einzig allein die Zeit immens wichtig.
Für mich spielt das nicht die Hauptrolle. Die Jedermänner (so um die 10.000 Anmeldungen und Startplätze gibt es) reizen mehr. Besonders, wenn in Sprint-Staffeln gleich ganze Familien antreten. Der Sohn übernimmt die Rennstrecke mit dem Rad, die Schwester das Laufen, der Vater stürzt sich todesmutig in die Binnenalster. Mutter filmt und feuert an,  Opa holt Würstchen, Oma betreut geduldig den jüngsten Enkel. Das hat was! Da wird wirklich mitgefiebert!

Apropos todesmutig …  Ist es eigentlich riskant, das Schwimmen im Alsterwasser?
Manche behaupten, nur das ihnen bekannte trinkbare Alsterwasser (anderenorts auch Radler genannt) wäre akzeptabel. Herrschaften, es geht ums Schwimmen!
Die Triathlon-Teilnehmer sollen die Binnenalster ja nicht austrinken!
Doch wie sieht es mit der Wasserqualität aus? Muss man mit Hautquaddeln rechnen, darf man sich verschlucken?
Bis in die 1940er Jahre gab es an der Außenalster mehrere Badestellen und Baden war ganz selbstverständlich. Am Schwanenwik befand sich die große (später zerstörte) Volksbadeanstalt. In den Jahren und Jahrzehnten danach verschlechterte sich die Wasserqualität, das Baden war,  unter dem gesundheitlichen Aspekt betrachtet, nicht ratsam. Durch umfangreiche Verbesserungen am Sielsystem ist die Qualität wieder so gut, dass Messungen der Umweltbehörde ergaben: es kann geschwommen (und notfalls ohne Todesfolge geschluckt)  werden.
Könnte.
Denn es gibt kein offizielles Bad! Zu teuer, zu gefährlich. Nicht wasserbedingt, sondern aufgrund des Schiffsverkehrs auf der Alster. Dampfer und Barkassen könnten in der Dämmerung schwimmende Personen übersehen. Außerdem ist das Ufer zu schlickreich und zu steinig.
Sie hat das im letzten Jahr wenig gekümmert. Die Alster-Nixe war für kurze Zeit Badegast in der Binnenalster …

Hamburg - Binnenalster - Badenixe vom letzten Jahr

Hamburg – Binnenalster – Badenixe vom letzten Jahr (2011)

Und wie steht es um die Wasservögel?
Ein paar Schwimmer – gezielt an dafür zugelassenen Stellen – würden hingegen das Brutgeschehen der vielen Alsterwasservögel wohl nicht stören.
Sagt man.
Hamburger, die sich um einen Startplatz beim Jedermann-Rennen beworben haben, haben übrigens für die Disziplin Schwimmen oft nicht nur im Hallenbad trainiert, sondern versuchten realitätsnah draußen in natürlichen Gewässern fit zu werden. Nicht wenige sind etwas außerhalb Hamburgs in die Nähe von Trittau gefahren, nach Großensee. Dort gibt es das gleichnamige Gewässer  inkl. offiziellem Freibad (Naturbad).

Um jedoch auf den Triathlon zurückzukommen:
Sportler haben die Möglichkeit unter www.hu.hamburg.de aktuelle Informationen zur Wasserqualität abzurufen. Das Institut für Hygiene und Umwelt der Gesundheitsbehörde untersucht die Schwimmstrecke seit Anfang Mai und prüft auf Bakterien und Blaualgen-Konzentration. Bisher war alles okay. Die Alster ist nun einmal „naturtrüb“ und etwas bräunlich, keine Südsee mit Sandstrand.
Gegen eine spontane Algenblüte spricht übrigens die momentane Wassertemperatur von lediglich 17,3 Grad Celsius.
17,3 Grad C? Im Juli! Das ist definitiv nichts für mich!
Und für die Schwimmer hier?
Sie haben (wahrscheinlich im krassen Gegensatz zu den Elite-Athleten, die noch starten) längst nicht alle Neoprenanzüge an. Viele springen nur in kurzer oder bestenfalls wadenlanger Hose, aber bloßem Oberkörper ins Nass. Manche Rücken, die aus dem Wasser blitzen, haben die Farbe von Hummern, die ins Heiße getaucht wurden. Sie sind knallrot!
Die Riegen der Schwimmer starten momentan in relativ kurzem Abstand. Wie hält man die Teilnehmergruppen bloß auseinander?
Woher weiß jeder Schwimmer, wohin er gehört und jeder der Helfer, wen er wohin leitet und begleitet auf dem Wasser?
Simples Prinzip: die Farben der Badekappen ändern sich! Die rote Gruppe ist bei der Boje, die blaue Gruppe schon an der Reesendammbrücke, die mit den weißen Mützen startet als nächstes.

5_Hamburg - Triathlon - Jedermann-Start - Eine Gruppe bereits auf dem Weg zum Ziel, die nächste startet am Anleger Jungfernstieg

Triathlon – Jedermann-Start – Eine Gruppe bereits auf dem Weg zum Ziel, die nächste startet am Anleger Jungfernstieg

Ich frage mich an diesem Tag zum wiederholten Mal, wo all die regulären Profischwimmer der Alster, die ohne Badekappen, abgeblieben sind. Die Schwäne, Wildgänse, Möwen, Enten, Rallen …etc. Sie haben sich sicher genervt auf die Außenalster verzogen. Kann ein Schwan eigentlich stirnrunzelnd gucken? Wo sitzt seine Stirn und würde man sein Runzeln wahrnehmen? Wahrscheinlich wäre es leichter zu erkennen, wenn er den Kopf traurig hängen ließe oder so’n Hals kriegen würde.

2a_Hamburg - Triathlon - Betrieb auf der Binnenalster - Netter Anblick für die ICE-Fahrgäste auf der Lombardsbrücke

Triathlon – Betrieb auf der Binnenalster – Netter Anblick für die ICE-Fahrgäste auf der Lombardsbrücke

Wenn ich mir das Foto ansehe, auf dem der ICE gerade die Lombardsbrücke quert, würde ich schon gern wissen, ob der ein oder andere Zugführer am heutigen Tage kurz sein Mikro anschaltet und verkündet:
„Verehrte Fahrgäste. Wir passieren gleich die Lombardsbrücke. Wenn sie hinunterschauen auf den Wanderweg an der Binnenalster, sehen sie die Läufer des gerade stattfindenden Triathlons. Bei den vielen kleinen, entfernten Punkte auf dem Wasser, handelt es sich nicht um von Kanus begleitete Wasservögel, es ist das schwimmende Teilnehmerfeld. Und hier ein Service ihrer Deutschen Bahn: Es besteht für Sie jetzt die Möglichkeit, den Reisezug am  Bahnhof Dammtor, den wir gleich erreichen werden, zu verlassen – falls Sie sich auch gern mit ins Getümmel stürzen möchten.“
Und prompt folgt ein Mordsgedrängel und Geschubse im Gang …
Oder er erzählt ihnen Märchen.
„In Hamburg gibt es an jedem Sommerwochenende Zwangsschwimmkurse für Einheimische. Eine Wiedergutmachung der Behörden, denn seit durch deren Beschluss  in den Schulen am Sachwimmunterricht gespart wird, kann kaum noch ein Hanseat schwimmen.“
Das Märchen ist übrigens nur der Kurs, das andere ist wahr.

Man sieht, die Strecke führt ein Stück auf die Binnenalster hinaus. Hilfsdienste sichern das Schwimmfeld. Bojen markieren die Wendepunkte. Zurück geht es unter der Reesendammbrücke hindurch in die Kleine Alster.

2_Hamburg - Triathlon 2012 - Jedermann-Start - Schwimmen in der Binnenalster

Jedermann-Start – Schwimmen in der Binnenalster

2_Hamburg - Triathlon 2012 - Jedermann-Start - Schwimmen in der Binnenalster - Von Weitem wirken die Köpfe wie Wasservögel ...

Triathlon 2012 – Jedermann-Start – Von Weitem wirken die Köpfe wie Wasservögel …

4_Hamburg - Triathlon - Binnenalster - Hilfskräfte auf der Ballindamm-Seite ...

Triathlon in Hamburg – Hilfskräfte auf der Ballindamm-Seite …

3_Hamburg-Triathlon 2012 - Jedermann-Start - Schwimmen - Unterquerung der Reesendammbrücke Richtung Kleine Alster und Rathaus (Ziel)

Triathlon 2012 – Jedermann-Start – Schwimmen – Unterquerung der Reesendammbrücke Richtung Kleine Alster und Rathaus (Ziel)

3a_Hamburg - Triathlon - Bitte links hindurch - Vorübung für Olympia (Linksverkehr in GB)

Hamburg – Triathlon – Bitte links hindurch! – Gleich eine Vorübung für die Profis, die zur Olympiade wollen … (Linksverkehr in GB)

Die Schwimmer, die unter dem Applaus der auf der großen Freitreppe sitzenden Zuschauer am Rathaus der Kleinen Alster entsteigen, begeben sich zur Wechselzone. Der Rathausplatz ist umgestaltet für den heutigen Anlass. Auf der sonstigen Freifläche sind Tribünen aufgebaut, der Zieleinlauf findet ebenfalls hier statt.

9_Hamburg - Triathlon - Unterquerung der  Reesendammbrücke ...

Hamburg – Triathlon – Unterquerung der Reesendammbrücke …

10_Hamburg - Triathlon - ... noch ein kurzes Stück in der Kleinen Alster entlang der Alsterarkaden ...

… noch ein kurzes Stück in der Kleinen Alster entlang der Alsterarkaden …

11_Hamburg - Triathlon - ... Ausstieg kurz vor der Schleuse links.

… Ausstieg kurz vor der Schleuse links.

12_Hamburg - Triathlon - Helfende Hände am Ziel der Schwimmstrecke

Hamburg – Triathlon – Helfende Hände am Ziel der Schwimmstrecke

Weiter zum Platz vor dem Rathaus …

13_Hamburg - Triathlon - Auf dem Rathausmarkt sind Tribünen aufgebaut ...

Hamburg – Triathlon – Auf dem Rathausmarkt sind Tribünen aufgebaut …

14_Hamburg - Triathlon - Tribünenplätze vor dem Rathaus

Tribünenplätze vor dem Hamburger Rathaus

14a_Hamburg - Triathlon - Einlauf auf dem Rathausmarkt - Teilnehmer des Jedermann-Felds. Vorne schon Tafeln mit den Namen der Elite-Sportler

Hamburg – Triathlon – Einlauf auf dem Rathausmarkt – Teilnehmer des Jedermann-Felds. Vorne bereits Tafeln mit den Namen der Elite-Sportler, die später am Tag antraten

Manch einen, den ich dort laufen sehe, hätte ich bei nur flüchtiger Betrachtung nicht unbedingt für einen Sportler gehalten. Einige Teilnehmer haben durchaus Bauch oder generelles Übergewicht. Es gibt auch Damen und Herren reiferen Alters, denen man solche extreme Belastungsfähigkeit gar nicht zutrauen würde.
So kann man daneben liegen.
Einige, die hier ihr Werk vollbracht haben, stehen mit Kollegen an den Ständen und trinken Bier. Sei es ihnen gegönnt, doch vielleicht erklärt es, warum sie eben ein bisschen mehr Gewicht haben.
Kalorienverbrauchstabellen geben darüber Auskunft (natürlich abhängig vom Körpergewicht), wie viele Kalorien ein Mensch beim Laufen, Radfahren oder Schwimmen verbraucht. Nehme ich mir diese groben Werte, dann verliert ein Jedermann-Teilnehmer während des Wettkampfs so um die 700 kcal. (Was mich erstaunt, ich dachte es wären unter dieser Belastung mehr)
Trinkt er danach zwei Bier (à 0,5 l), sind ca. 400 kcal direkt wieder da. Die alternativ oder auch zusätzlich getrunkenen Energy Drinks liefern pro 250 ml Dose etwa 120 kcal. Außerdem wird hier noch Dextro Energen Traubenzucker verteilt … Irgendwie muss das Loch ja wieder aufgefüllt werden.

15_ Hamburg - Triathlon 2012 - Teilnehmer  (erkennt man am Fußband) und fertig (erkennt man am Bier in der Hand)

Triathlon 2012 – Teilnehmer (erkennt man am Fußband) und fertig (erkennt man am Bier in der Hand)

16_Hamburg - Triathlon 2012 - Teilnehmer mit ihrem Erkennungszeichen: Fußband

Teilnehmer mit ihrem Erkennungszeichen: Fußband

Die ersten drei männlichen Elite-Athleten, die am Samstagabend ins Ziel liefen, schafften es in einer Zeit von 0:51.48/0:51.53 und 0:51:59 min.
Unglaublich! Das ganze Pensum in unter einer Stunde! Die sind schneller mit allem durch, als mein Waschmaschinenprogramm läuft und könnten theoretisch hinterher – schon wieder ausgeruht – noch die Wäsche aufhängen!
Solche Gedanken drängen sich dazwischen, während ich herumstromere.
An den Absperrgittern steht neben mir eine Frau mit einem Kleinkind auf dem Arm. Sie hat eben ihren Mann entdeckt, der sich joggend auf der Laufstrecke nähert. Der Lütte erkennt den Vater ebenfalls:
„Papa! – Auch!“
Aha, er will mitlaufen. Er unterstreicht seine Absicht deutlich, indem er beginnt, wie ein Wildgewordener auf dem Arm seiner Mutter herumzuzappeln.
Andere Leute applaudieren den Teilnehmern oder haben zum Ausdruck ihrer Begeisterung mit Luft gefüllte, lange Stäbe (Samsung hat gesponsert) in der Hand, mit denen sie herumfuchteln, sich duellieren und Knallgeräusche produzieren. Blaue Plastik-Ratschen kommen ebenfalls zum Einsatz. Ein Krawall! Muss wohl so sein. Immerhin keine Vuvuzelas …

Es herrscht trotz der Fülle und ungeachtet des gelegentlichen Lärms eine sehr entspannte Atmosphäre. Polizei ist nirgendwo zu sehen, aber überall und unermüdlich präsent sind die Hilfskräfte von DRK, THW, Maltesern u. a. Manche lassen sich gar keinem speziellen Dienst zuordnen. Sie wirken gut vorbereitet und haben alles im Blick. Es funktioniert einwandfrei.

17_Hamburg - Triathlon 2012 - Geparkt in der Bergstraße ...

Hamburg – Triathlon 2012 – Geparkt in der Bergstraße …

17_Hamburg - Triathlon 2012 - Wechselzone am Ballindamm - Laufen und Radfahren stehen noch aus ...

Triathlon 2012 – Wechselzone nahe des Rathauses am Ballindamm – Laufen und Radfahren stehen noch aus …

7_Hamburg - Triathlon - Ballindamm - Wechselzone

Ballindamm – Wechselzone

Obwohl halbhohe Metallgitter die Stadt durchtrennen, die die Laufstrecken kennzeichnen oder die Zuwegung zur Wechselzone mit den Fahrrädern, wird keiner wirklich behindert. Es wird auch keiner genötigt, kilometerweite Umwege zu gehen. Zwischendurch dürfen die Laufwege immer wieder passiert werden. Helfer leiten einen hindurch bzw. riegeln ab.

8_Hamburg - Triathlon - Vom Rathaus kommend, die Bergstraße querend und weiter  Richtung Ballindamm.

Vom Rathaus kommend, die Bergstraße querend und weiter Richtung Ballindamm. Die Sicherheitskräfte mit den gelben Westen regulieren den Fußgängerverkehr an den Durchgängen der Metallgitter. Hier hat der Läufer Vorrang …

8a_ Hamburg - Triathlon - ... einen Moment später können Passanten wieder weiter.

… einen Moment später können Passanten wieder weiter.

Das Gejammer der Ladenbesitzer in den ersten Jahren der Veranstaltung (Dann kommt ja keiner mehr zum Einkaufen!) hat sich als nicht ganz zutreffend erwiesen. Viele verbinden beides – Triathlon plus Shoppen – oder holen die Einkäufe eben am folgenden Wochenende nach.
Solange nicht Wochentage mit davon betroffen sind, sind die Auswirkungen nicht so schlimm. Es gibt jedoch immer einen Prozentsatz Menschen, der lauthals jammert:
Wenn die Straßen gesperrt sind, komme ich da überhaupt nicht hin!
Genau. Drama! Denn eine Stadt wie Hamburg bietet selbstverständlich überhaupt keine Alternativen. Und öffentliche Verkehrsmittel gibt es in dieser Großstadt generell gar nicht …
Oft sei auch die Frage gestattet: Wollte derjenige denn wirklich an diesem Tag unbedingt genau dort hin?
Werden die Sperrungen hingegen zeitlich ausgeweitet und fallen zusätzlich auf reguläre Wochenarbeitstage, sind die Auswirkungen gravierender. Der Anlieferverkehr in der Stadt kommt zum Erliegen. Der Geschäftsverkehrt hakt. Das Berufsverkehrschaos bricht regelmäßig aus, weil trotz vorheriger Ankündigung jeder überrascht tut und ausprobiert, ob er nicht eventuell doch dort durch kommt. Das Gejammer über die Situation steckt prompt allgemein an (hochinfektiös!), die Unmutsäußerungen nehmen zu.
Man hat es beobachtet, als 2007 Hamburg erstmals die WM durchführte und von Donnerstag bis Sonntag mit entsprechenden Sperrungen durchzog. Es wäre beinahe das letzte Mal gewesen …
Heute tritt einerseits der Gewöhnungsfaktor ein, andererseits helfen die Erfahrungen der letzten Jahre. Für 2017 ist angedacht, möglicherweise das Finale der WM nach Hamburg zu holen, d. h. es wird nötig werden zu prüfen, was anlässlich einer solchen Veranstaltung zugemutet werden kann.

Es ist schön in Hamburgs City an diesem Tag. Das Wetter hält sich. Die Sonne schafft es gelegentlich sogar, kurz durchzublinzeln und zu zeigen, dass es sie noch gibt.

Hamburg - Triathlon 2012 - Rathaus

Rathaus

Die Annahme, dass eine derartige Großveranstaltung geschäftsschädigend sei oder nur Unruhe und Unannehmlichkeiten bringe, ist definitiv falsch. Die Menschen um mich sind sehr ausgeglichen, was man an einem normalen Allerweltssonnabend nicht immer feststellt. Dieses Wochenende herrscht Ausnahmezustand in meiner Stadt. Und das ist gut so.
Mir kommt es  vor, als seien Events dieser Art (ganz besonders Open Air Sportveranstaltungen) einfach eine enorme Bereicherung für Hamburg und fördern (auch international betrachtet) ein positives Image.
Wo und wie sonst kann sich eine Stadt derart vorteilhaft präsentieren? Die Berichterstattung hat gewaltige Ausmaße angenommen. So etwas will mit irgendwelchen PR-Maßnahmen erst einmal erreicht werden!
Welche Stadt hat schon all die örtlichen Gegebenheiten, kann alle Voraussetzungen erfüllen?
Wir sollten sehr froh darüber sein, dass es so ist und wirklich die Chance nutzen, das vielgerühmte Tor zu Welt weit zu öffnen!

©Juli 2012 by Michèle Legrand

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