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Model Contest QUARREE GESICHTER 2013 – Der erste Workshop

Model Contest QUARREE GESICHTER 2013 - Die Workshops

Model Contest QUARREE GESICHTER 2013 – Workshop-Teilnehmerinnen

„Sie werden irgendwann Panther sein, so wie ihr Meister …“
Ein Gedanke, der mir am Wochenende plötzlich durch den Kopf schoss. Doch halt! Beginnen wir von vorn …

Model Contest. Die Workshops! Sie haben schon begonnen! Und darum gibt es heute an dieser Stelle einen neuen Zwischenbericht vom Fortgang des Model-Wettbewerbs QUARREE GESICHTER 2013. (Vorhergehende Artikel zum Vorjahreswettbewerb, zum diesjährigen Casting sowie Recall, sind hier im Blog leicht unter dem Suchbegriff Quarrée und QUARREE GESICHTER oder über die Kategorie MODE vorne auf der Startseite rechts zu finden)
Der aktuelle Stand:
Alle Kandidaten, die den Recall bestanden haben, erarbeiten und sicherten sich damit die Teilnahme an den jetzt stattfindenden Workshops.
Ihr nächstes Ziel:
Die Mitwirkung an den Modenschauen im Quarrée Wandsbek am 27. und 28. April. Doch vor diesem Event wartet harte Arbeit auf die noch übriggebliebenen Teilnehmer. Arbeit in Form eines regelmäßigen Laufsteg-Trainings. Die entsprechenden Wochenend-Trainingseinheiten (insgesamt fünf) starteten für alle Gruppen (Frauen, Männer, XL-Models (ab Gr. 42) sowie Best Ager (30-45 Jahre) bereits am 24. bzw. 25. März in den Räumen von Fitness First.
Am zweiten Wochenende nutzte ich die Chance, mich auf Einladung als Gast dazu zu gesellen (31.03.2012) – ausgerüstet mit Stift, Papier und meiner Kamera, von der ich im Nachhinein wieder sage: Liebes, du kann ebenso gut zu Hause bleiben, wenn dich Menschen in Bewegung gleich derart überfordern!
Ich griff folglich bei meiner Fotoausbeute auf Aufnahmen von still in einer Position verharrenden Kandidaten bzw. Teilnehmern zurück, die gerade sitzende Übungen absolvierten und freue mich unheimlich, dass Fotograf Sebastian Labudabi (auch auf Facebook und dort zusätzlich mit der Seite LABUDABI vertreten) mir gestattet, Fotos von ihm im Blog mit zu verwenden. Danke schön! Sobald mir diese vorliegen, werde ich sie ergänzen und entsprechend kennzeichnen.
Ein weiterer kurzer Hinweis: Dies ist zwar ein Bericht von den Workshops, doch wird es kein Fernkurs fürs Modeln! Ich möchte ungern die Übungen bis ins kleinste Detail beschreiben, denn ich denke, das ist das kleine Geheimnis der Veranstalter und auch der Kandidaten, die schließlich um die Teilnahme an diesem speziellen Training kämpfen mussten. Ich werde versuchen, die Ziele zu beschreiben, genannte Begriffe aufzugreifen und zu erklären (da nicht nur Teilnehmer des Wettbewerbs diesen Blog verfolgen), werde auf Notwendigkeiten hinweisen. Daher geht es gar nicht ausschließlich um Workshops, sondern es ist etwas breiter gefächert. Das heißt, ich werde auf diese Punkte zu sprechen kommen:
1) Models, die Modebranche, Modenschauen – Jede Medaille hat auch ihre Kehrseite …
2) Die Workshops: Was sollen sie bewirken, was wird vermittelt?
3) Der Vergleich: Männer und Frauen beim Workshop. Was sind die signifikanten Unterschiede im Verhalten? (Doch – sie existieren!) Gibt es geschlechterspezifische Stärken und Schwächen? Männliche und weibliche Reaktionen.
4) Fotos für einen ersten Eindruck, zum Unterstreichen, zum Gespanntsein auf Kommendes …

1) Models, die Modebranche, Modenschauen …
Welches Bild entsteht vor dem inneren Auge bei dem Gedanken an eine Modenschau und dort präsentierende Models? Haben Sie/habt ihr gleich eine eindeutige Vorstellung? Positiv? Negativ?
Durch Fotos und die Berichterstattung in den Medien gewinnt die Öffentlichkeit sehr häufig den Eindruck, Models seien ausschließlich Hungerhaken, dürre Klappergestelle, die nichts essen dürfen (oder alles wieder ausspucken), die grundsätzlich missmutig und gelangweilt dreinzuschauen haben, gern wie der Tod geschminkt werden und Kleider vorführen, die niemals ein Normalsterblicher auf offener Straße tragen würde. Das ist die eine Seite der Medaille, das eine Bild des Model-Business. Fotos, auf denen das Model obercool oder teilnahmslos/leblos blickt, provozierende Outfits, Körpermaße, die Diskussionen in Gang setzen, u. v. m. steigern offenbar eher und effektiver die Auflage einer Zeitung als das, was weniger reißerisch, normaler, menschlicher wirkt.
Die Haute Couture und ihre Macher scheinen trotz entbrannter heftiger Diskussion bis heute an diesem fragwürdigen, ungesunden, insgesamt negativen Bild festzuhalten, es zu bevorzugen, es zu fördern und tatsächlich derartige Ansprüche an ihre Models zu stellen. Auffallen um jeden Preis. Es fiele mir nur ein anderer Grund ein: sie können es nicht anders!

Andererseits gibt es auch das Gegenteil! Models und Modenschauen, die dazu da sind, Mode (und weitere artverwandte Produkte) durch ein charmantes, lebensfrohes, natürliches und gleichzeitig professionell arbeitendes Wesen zu präsentieren. Durch einen Menschen mit Charisma, positiver Ausstrahlung, Körperbewusstsein, aufrechter Haltung, ansteckendem Lächeln. Jemanden, der sympathisch wirkt, mit dem man sich gerne identifiziert, der bei allem, was ihn besonders aussehen lässt, doch weiterhin hinsichtlich Größe, Körpermaßen und Gewicht hinreichend gewöhnlich wirkt, dass es dem Normalbürger realistisch erscheint, die vorgestellte Mode auch selbst zu tragen zu können, in ihr gut, besser auszusehen. Im Grunde doch ideale Voraussetzungen für steigenden Absatz und eine positive Geschäftsentwicklung auf Herstellerseite. Letztendlich ist es doch das Interesse des Erzeugers, dass seine Ware beim Kunden auf Gefallen stößt und die Lust entfacht wird, sie selbst am Körper zu haben, zu besitzen, zu kaufen!

Wenn wir uns jetzt entschieden haben, welches Bild vom Model Business uns besser gefällt, welche Art Model uns vorschwebt, und es stellt sich heraus, dass es die zweite Version ist, dann sind wir bei diesem Wettbewerb goldrichtig. Die Kandidaten, die ich hier heute erneut treffe, sind junge, gesund wirkende, gut aussehende Menschen.
Er/sie sieht gut aus!
Ich verwende bewusst dieses einfache Wort „gut“, denn trotz seiner Einfachheit ist es passend und deutlich. Es enthält die gewünschte positive Aussage, doch ist es gleichzeitig allgemein genug gehalten, um hier alle mit einzubeziehen. „Gut“ legt nicht voreilig eine starre, unabänderbare Form fest. Eine Norm, die es unbedingt haargenau zu erfüllen gilt. Ein vermeintliches, aber fragwürdiges Ideal. Gut auszusehen wird nicht bestimmt durch Alter, Herkunft, Größe, Teint, Haarfarbe, Taillenumfang, o. ä. Gut auszusehen und vor allem gut „rüberzukommen“ ist ein Zustand und auch eine Fähigkeit, die von vielen zusätzlichen Dingen abhängt. Was jeder mitbringen sollte, sind gewisse Grundvoraussetzungen. Und die haben alle diese Menschen, die ich bei jedem der drei Kurse, die heute hier stattfinden, sehe.

Mir fällt wieder auf, wie unterschiedlich und vielfältig sie sind. Wie vielfältig ihre Statur ist – unabhängig von Gewicht und Größe. Wie verschieden die Gesichtsformen und Gesichtszüge, wie abweichend die Haare, die Breite der Schultern, die Größe der Hände und Länge der Finger, die Muskulatur, die Hüfte, die Füße, die Proportionen. Und bei allen stark abweichend – was es mir fast leichter macht, sie im Gewühl und vor allem von hinten wiederzuerkennen – ist der Gang! Ihre Haltung.
Bei diesem Workshop wird ihnen keiner eindringlich anraten, sich die Haare abschneiden zu lassen, den Typ komplett zu ändern, zu einem anderen Wesen zu mutieren. Hier wird keiner am Oberschenkelumfang herumnörgeln oder Diäten vorschreiben. Im Gegenteil, einer extrem schlanken Wettbewerbskandidatin im Recall wurde nahegelegt, bitte etwas zuzunehmen. Es kann aber durchaus passieren, dass der ein oder andere von sich aus auf einmal mehr auf die Figur achten möchte, auf die Gesundheit, die Fitness!
Und das ist es, was ihnen hier vorrangig beigebracht wird!
Das Bewusstsein für den eigenen Körper! Der Umgang mit dem eigenen Körper! Haltung, Körperspannung!
Die heutige Zeit fordert dem Menschen nicht mehr in dem Maße (tägliche) körperliche Tätigkeiten und Arbeit ab, wie es das früher vielleicht der Fall war. Technischer Fortschritt fördert oft Bequemlichkeit, gesellschaftliche Veränderungen (z. B. auch die Schulreform mit Schulstunden bis zum späten Nachmittag) bremsen hier zusätzlich aus. Die Muskulatur ist unterbeansprucht, schlaff. Nicht jeder übt als Ausgleich eine Sportart aus, die diesen Muskelabbau stoppt, geschweige denn beginnt er mit Training, welches sie gezielt aufbaut! Stattdessen wird häufig eine sehr typische Haltung in den gesamten Alltag übernommen: die, die der Mensch über Stunden vor dem Schreibtisch, vor dem Computer einnimmt: gebeugter Rücken, vorgezogene Schultern, das Kinn Richtung Brust gesenkt. Die zweite, weit verbreitete, alternative Fernseh-Hinfläzhaltung ist auch nicht muskelaufbauend, sie ist lediglich entspannter, bequemer und entlastet verkrampfte Schultern.
Ein Model, das derart gebeugt schlurfend um die Ecke kommt, kann gleich einpacken. Denn so wenig es uns bei uns selbst auffällt, wie krumm wir daherkommen, dem Gegenüber fällt es garantiert auf! Dem Zuschauer missfällt so ein vorgesetzter Quasimodo (männlich oder weiblich) maßlos. Auch wenn wir mit uns selbst etwas unkritisch umgehen, mit anderen sind wir nicht so nachgiebig. Manchmal ist im Unterbewusstsein sogar etwas, das uns zuflüstert, dass dieser Quasimodo uns quasi den Spiegel vorhält. Schau her! Bist du nicht auch so?- NEIN! Und was möchten wir stattdessen sehen? Doch bitte schön etwas Positives, Ansprechendes, Lebendiges! Etwas, dass unter Umständen Lust darauf macht, dem Spiegelbild nachzueifern und ihm vielleicht (wieder) ähnlich zu werden.

2) Die Workshops
Was brauchen Models mit einer positiven Ausstrahlung demnach am meisten? Körperbewusstsein! Es ist das A und O, die Grundlage für alles was kommt und soll in den nun folgenden Kursstunden vermittelt werden. Sich seines Körpers bewusst zu sein, bedeutet, auch die Haltung wahrzunehmen und sie ggf. zu korrigieren. Körperbewusstsein zu empfinden, versetzt uns in die Lage, ihn kontrollierter zu bewegen, uns aufrechter zu halten, mehr Körperspannung einzusetzen. All das erfordert jedoch Training. Es ist nicht damit getan, es einmal zu versuchen und darauf zu hoffen, dass sich der Rest von alleine einstellt. Muskeln bauen sich nicht über Nacht auf, ein eingeschleiftes Verhalten korrigiert sich nicht von heute auf morgen. In diesem Training wird versucht, schlummernde Fähigkeiten zu erwecken, neue zu erwerben und sie nach und nach in Fleisch und Blut übergehen zu lassen. Automatismen zu entwickeln. Schritt für Schritt.
Lernbereitschaft, Disziplin, eine gehörige Portion Willen gehören dazu – gepaart mit Ausdauer. Am besten, es ist Feuer da! Am besten, man brennt für diese Sache! Und das tun sie hier alle. Egal, wen ich in den drei Kursen an diesem Abend antreffe, sie alle wollen!
Alexander Strauß versucht ihnen zu verdeutlichen, dass es nicht ausschließlich nur um den Model Wettbewerb geht, sondern dass durch Körperbewusstsein die Körpersprache eine andere wird. Eine, die mehr Selbstbewusstsein ausdrückt und eine völlig andere Präsenz im Umfeld bewirkt. Vielleicht können einem damit konfrontierte Menschen gar nicht auf Anhieb definieren, was es ist, was auf einmal anders wirkt. Vielleicht suchen sie nach der neuen Frisur, einer sichtbaren, äußerlichen Veränderung. Dabei ist es „nur“ der Ausdruck des Körpers …

Ich komme noch einmal auf die Unterschiedlichkeit der Kandidaten zurück. Sie betrifft nicht nur das Äußerliche, sondern selbstverständlich auch die Wesensart.  So unterschiedlich wie ihr Aussehen,  sind auch Temperament, Auffassungsgabe, Konzentration. Nicht jeder ist in der Lage, sich gleich schnell auf etwas Neues einzustellen, etwas Unbekanntes anzunehmen und blitzschnell umzusetzen. Nicht jeder erkennt sofort die Wichtigkeit des regelmäßigen Trainierens. Manch einer meint noch, mit Minimalaufwand käme er vielleicht auch durch. Ich glaube, dass dieses zweite Kurswochenende wieder einigen klar gemacht hat, dass sie am Ball bleiben müssen. Sie wissen, wenn sie zweimal nicht kommen, sind sie raus aus dem Wettbewerb! Das sind klare Regeln. Heute haben sie zusätzlich bemerkt, dass ein Alexander Strauß durchaus merkt, wenn eine Übung, die als Hausaufgabe gestellt wurde, nicht konsequent gemacht wurde. Und dass es keinen guten Eindruck hinterlässt …

Der Begriff Automatismen entwickeln fiel. Warum ist das wichtig?
Während eines Auftritts läuft vieles auf einmal ab.  Es ist aber nicht die Zeit dafür oder die Gelegenheit dazu da, jede Bewegung, die gewünschte Mimik, die Haltung – all dies einzeln mühsam aus dem Gedächtnis hervorzukramen und Stück für Stück nacheinander auszuführen. Verhackstückelt. Stakkatoartig.  Marionettenhaft.  Im Gegenteil: Alles gehört zusammen, geht fließend ineinander über oder wird sogar zeitgleich ausgeführt. Was speziell trainiert wurde, sich verinnerlicht hat, kann abgerufen werden und somit automatisch umgesetzt werden. Daran wird gearbeitet, das wird geübt.
Ist man als Model immer allein auf dem Catwalk?
Natürlich nicht, was im Klartext heiß, ich muss wissen, was um mich herum vorgeht. Bei einer Choreographie muss ich wissen: Wo steht oder geht mein Kollege? Sind wir synchron bzw. haben wir den richtigen Abstand, klappt der Wechsel? Dafür brauche ich eine weitere Fähigkeit, die als der periphäre Blick bezeichnet wird. Ich schaue nicht nur nach vorne, sondern habe einen erweiterten Umkreis im Blick, der etwa der ausgestreckten Armlänge (zu beiden Seiten) entspricht.
Warum wird bereits bei den Workshops nach Körpergröße unterteilt?
Philipp Schumann, ein Finalist des letztjährigen Wettbewerbs, hatte mir während des Recalls bereits erklärt, dass ein wesentlicher Grund des Sortierens nach Größe sei, dass spätere Choreographien, die zusammen erarbeitet werden, einfach harmonischer aussehen, wenn Models etwa gleicher Größe aufeinandertreffen. Heute lerne ich dazu, dass natürlich auch das Schrittmaß ein anderes ist. Größere Mädchen, längere Beine, abweichende Schrittlänge. Eine extreme Abweichung macht ein Synchronlaufen schier unmöglich.

3) Mädchen und Jungen beim Workshop – Wo und wie unterscheiden sich Verhalten und Reaktionen?
Es ist im Kindergarten so, es setzt sich in der Schule fort, greift über in den beruflichen Bereich und lässt einen sein ganzes Leben im Privaten sowieso nicht los: das unterschiedliche Verhalten und die unterschiedlichen Reaktionen von Frauen und Männern. Es zeigen selbstverständlich nicht alle Frauen die gleiche Verhaltensweise, genauso wie nicht alle männlichen Wesen genau nach dem gleichen Muster handeln, doch hier bei den Workshops gibt es ein paar Punkte, die wirklich erwähnenswert sind.

Priscilla Kuhlmann zeigt Haltung und Gang. Teilnehmerinnen der Gruppe Mädchen bis 1,70m Körpergröße.

Priscilla Kuhlmann zeigt Haltung und Gang. Teilnehmerinnen der Gruppe Mädchen bis 1,70m Körpergröße.

Workshops Quarrée Gesichter 2013 - Kurs 2 - Mädchen ab 1,71m Körpergröße

Workshops Quarrée Gesichter 2013 – Gruppe 2 – Mädchen ab 1,71m Körpergröße bei einer Haltungsübung

Gruppe 3 an diesem Tag  - Auch die Herren lernen Körperspannung kennen, nehmen Haltung an.

Gruppe 3 an diesem Tag – Auch die Herren lernen Körperspannung kennen, nehmen Haltung an.

Der Abend beginnt mit 17 Mädchen, deren Körpergröße 1,70 m nicht überschreitet. Kurs 2, der im Anschluss startet, zählt 24 Mädchen, die dieses Maß übertreffen. Den dritten und letzten Kurs an diesem Tag bilden 30 männliche Teilnehmer.
Geleitet wird das Training von Alexander Strauß, dem Mr. QUARREE GESICHTER 2013. Unterstützung erhält er von Priscilla Kuhlmann, einer talentierten Teilnehmerin der QUARREE GESICHTER 2012, die hier ebenfalls als Laufsteg-Trainerin fungiert. Wir haben demnach schon hier Frau und Mann. Unterrichten sie gleich?
Sie agieren sehr unterschiedlich. Alexander Strauß gleichbleibend ruhig mit gleichbleibender Lautstärke, fordernd, nachhakend, erklärend, animierend. Instruktion – Anwendung. Kein Einlassen auf unnütze Diskussionen, der Chef ist er. Er wünscht Aufmerksamkeit, Ruhe und Disziplin und bekommt sie. Er setzt stark auf Körpersprache!

Alexander Strauß demonstriert die Rückwärtswende. Füße bilden zeitweise ein gespiegeltes großes 'L' am Boden.

Alexander Strauß demonstriert die Rückwärtswende. Füße bilden zeitweise ein gespiegeltes großes ‚L‘ am Boden

Priscilla Kuhlmanns (sie ist auf obigem Bild im Hintergrund zu sehen) Auftreten ist profimäßig, jedoch emotionaler. Sie ist einerseits einfühlsam, kommt gezielt zu einzelnen Kandidaten, korrigiert, wo es nötig ist, ist aufmerksam, hilfsbereit. Doch sie ist auch Antreiber, sie hat nicht unendlich Geduld, speziell nicht bei Unaufmerksamkeit. Sie sieht alles, und sie kann deutlich werden. Wohlgemerkt: Nicht verletzend! Doch plötzliche, leicht barsche Kommentare wie: Das war eben grottig! – Hallo! Wir wollten bis acht zählen! Bis ACHAT!! – Hm? Wie lange dauern wohl zwei Sekunden? Hm? … zeigen ihre Missbilligung und die dringende Aufforderung nach mehr Konzentration und Besserung. Bei ihr ist es insbesondere dieser Wechsel zwischen Ruhe und Poltern, der für Aufmerksamkeit sorgt.
Priscilla war mir gegenüber ausgesprochen freundlich, anleitend und hilfsbereit, obwohl sie anfangs durch etwas späteres Hinzukommen nicht wusste, dass ich lediglich zum Beobachten und Schreiben kam. Ich nahm bei ihrem Eintreffen auf Alexanders Vorschlag hin gerade an Übungen teil, so hielt sie mich lange Zeit für eine etwas desinteressierte, überreife Teilnehmerin der Best Ager Gruppe, die es sich herausnahm, hier und da einfach zu pausieren, auf einem Block herumzukritzeln und sogar Fotos zu schießen. Da ihr Boss es jedoch nie monierte, zeigte sie Haltung. Bis zum Kurs der Herren. Es erfolgte meine erneute Vorstellung, und Männer sind in der Hinsicht neugieriger.
Ein Gast? Wie? Was? Wo?
Alexander erklärt erschöpfend.
Ach, sie schreibt? Wie? Was? Wo?
Der Moment, in dem Priscilla lachend ihren Irrtum erkennt …

Die Mädchen haben von Alexander Strauß (wie auch alle Teilnehmer aus den nachfolgenden Kursen) beim letzten Mal eine Hausaufgabe mit auf den Weg bekommen. Es ist das tägliche Absolvieren einer bestimmten Übung, welche die Körperhaltung trainiert. Sie wird heute wieder aufgenommen und verrät, wer die Übung daheim regelmäßig gemacht hat und wer nicht.

QUARREE GESICHTER 2013 - Der Workshop - Körperspannung, aufrechte Haltung, Lächeln ...

QUARREE GESICHTER 2013 – Der Workshop – Körperspannung, aufrechte Haltung, Lächeln …

Es folgt eine Art Spiel, bei dem nach und nach diejenigen aussortiert werden, die diese sitzende Übung (Haltung!) nicht mehr akkurat ausführen, das dabei gewünschte Lächeln vergessen, Erlerntes nicht umsetzen. Die- oder eben derjenige verlässt die sitzende Gruppe und nimmt hinter allen Platz, um dort mit der Übung fortzufahren.
Und hier offenbart sich der nächste große Unterschied im Verhalten von Mädchen und Jungs. Während die Mädchen, auch die des späteren Kurses, dieses Ausscheiden hinnehmen, bestenfalls ein wenig ihre Unterlippe zuckt und ein erleichtertes, fast glückliches Blinzeln der Augen zu entdecken ist, wenn mehr und mehr „Konkurrentinnen“ aus dem Spiel herausgenommen werden, entsteht beim Kurs der Männer schon mal eine Diskussion.
Die Herren sitzen, der Meister kontrolliert und entlarvt den ersten Pfuscher.
Alexander Strauß: „Du bist raus.“
„Nein, wieso?“
„Na, hier“, leichter Knuff in den Rücken, der gewölbt ist.
Nochmalig ertönt ein entrüsteter, aber nur noch halbherziger Konter. „Aber ..!“
Alexander lässt sich auf nichts ein. Der Daumen zeigt wortlos nach hinten. Diskussion Ende.
Nächster Kandidat.
„Mach’ mal gerader!“
„Mach ich doch!“
„Mehr!“
„Das geht nicht!“
„Aufrechter!“
„Ich komme nicht weiter hoch als so!“
„Jetzt hast du es doch!“
„…Ja …! “
Diskussion Ende.

Workshop 31.03.2012 - Herren - Die Körperhaltung schon ziemlich perfekt (der Spiegel hat mich beim Fotografieren in nicht ganz so perfekter Haltung erwischt)

Workshop 31.03.2012 – Herren – Die Körperhaltung schon ziemlich perfekt (der Spiegel hat mich beim Fotografieren in nicht ganz so perfekter Haltung erwischt)

Die Unterschiede sind wirklich frappant. Nehmen wir nun das Hineinkommen in den Übungsraum. Die Mädchen haben schon beim Warten im Vorraum Gruppen gebildet. In lebhafte Gespräche verwickelt treten sie ein. Die Kleidung wird am Rand des Übungsraumes auf dem Boden deponiert. Und genauso, wie sie eintraten, legen sie auch die Sachen ab. Als bunte Gemeinschaftshäufchen. Immer mehrere zusammen. Sie sind weiter im Gespräch, bis Alexander zu ersten Übung ruft. Von diesem Moment an herrscht volle Konzentration, man spürt den Ehrgeiz in der Luft.
Bei den Jungs scheinen sich erst ein paar zusammengefunden zu haben. Zweiwortgespräche – wenn es unbedingt notwendig ist. Sie kommen eher vereinzelt durch die Tür, und so sehen auch ihre Häufchen aus. Einsame Tuffs. Jedes Set Jacke (+ Schuhe) liegt für sich allein. Und nicht bunt, sondern dunkel. In der Mehrzahl schwarz und Leder.

Workshop - Die dunklen Einzelhäufchen der Männer ...

Workshop – Die dunklen Einzelhäufchen der Männer …

Sie sitzen zwar genauso schnell, aber nur, weil es bequemer ist als zu stehen. Noch keine (weil anstrengende) aufrechte Haltung. Es gab ja noch keinen „Befehl“, der aber nun erfolgt. Zwei sind allerdings mental noch nicht so weit. Die Trennung von ihren Smartphones braucht noch ein wenig. Gut, auch das ist irgendwann erledigt. Es folgt die gleiche Haltungsübung, das gleiche Spiel wie bei den Damen. Die ersten sind bereits ausgeschieden. Ich sagte bereits, hier wird eher protestiert, diskutiert. Allerdings nicht von der Mehrzahl der jungen Männer, sondern eher von wenigen „Alphatieren“. Es ist nicht so, dass es bei den Frauen nicht das Äquivalent zum Alphatier gäbe, doch es drückt sich dort in Mimik und Körpersprache aus. Nicht verbal.

Apropos Smartphone. Ein voll motivierter, junger Mann hatte vergessen, sein Smartphone auf lautlos zu stellen. Mitten in der Haltungsübung, die er vorbildlich ausführt, gibt es irgendwo an seinem Körper Töne von sich. Alexander Strauß und auch Priscilla Kuhlmann sind glücklicherweise gerade am anderen Ende des Raumes. Die Übung wird keinesfalls unterbrochen, sondern unter Beibehaltung des Strahlelächelns eiskalt durchgezogen. Man erahnte allerhöchstens den Adrenalinschub und die winzige Schweißperle auf der Stirn. In Gedanken wurde sicher mitgezählt, wie oft dieses dämliche Handy vor dem Verstummen noch scheppert. Endlich. Es ist gestorben. Ende. Aus. Geschafft! Er hat sich wesentlich weniger davon stören lassen, als umsitzende oder bereits ‚ausgeschiedene’ Mitstreiter. Ein Profi, der Prioritäten setzt und beim nächsten Mal sicher das Handy ausgeschaltet hat.

Wie beenden Frauen die sitzende Haltungsübung?
Sobald Alexander sie als für beendet erklärt, lässt die Spannung merklich nach, die Sitzposition wird vorerst weiter beibehalten. Man wartet auf neue Anweisungen.
Und wie beenden Männer diese Übung?
Zwei Drittel der Männer fällt mit einem Stöhnen nach hinten. Die seitlich liegende Strandlaken-Pose. Ein Ellenbogen aufgestützt. Oh, Gott, geht das etwa schon wieder weiter …?
Haben es Männer eigentlich schwerer als Frauen, den richtigen Gang und die richtige Haltung zu lernen?
Weibliche Wesen genießen den kleinen Vorteil, dass sie von Natur aus durch ihre breiteren Hüften einen leicht wiegenden Gang haben. Männer müssen sich dazu erst ein bisschen lockern. Männer laufen gelegentlich so, als seien sie gerade vom Pferd gestiegen. Oder sie wissen nicht wohin mit ihrer Kraft. Das äußert sich häufig in einem eher eckigen, schweren Gang, bei manchen wirkt es sogar stampfend. Tritt akute Kraftlosigkeit auf, wird er schlurfend. Die Füße werden vor Schwäche nicht mehr hochgenommen. Auch Frauen verfallen in dieses Muster des gedankenlosen Herumschliefens, meist in Kombination mit gesenkten Schultern/krummen Rücken.
Lassen sich Männer leicht lockern?
Die heimliche Sorge mancher Männer ist, dass sie einen Gang lernen sollen, bei dem sie sich zum Affen machen. Doch diese Sorge ist völlig unbegründet. Von Männern wird kein ausgeprägter, affektierter, völlig unmännlicher Hüftschwung verlangt! Doch durch eine spezielle Art des Fußaufsetzens beim Voranschreiten (die Füße kreuzen sich leicht) sowie eines leichten Einknickens (Hüfte), entsteht ein katzenähnlicher, sehr eleganter, fließender Laufstil.
Alexander Strauß drückt deutlich aus, wie er es nicht möchte: Kein Storchengang! Kein Militär-Gedächtnismarsch! Dass er selber es perfekt verinnerlicht hat, entdeckte ich schon vor Wochen, als er einer Casting-Teilnehmerin anschaulich demonstrierte, wie er sich ihren Gang vorstellt. Von da an hieß er bei mir (intern) nur noch: Der Panther.

... Schrittübungen mit Priscilla Kuhlmann und Alexander Strauß

… Schrittübungen mit Priscilla Kuhlmann und Alexander Strauß


Am Beispiel des Erlernens von Schritten und Wenden: Frauen und Männer lernen verschiedenartig

Frauen:
Wenn Mädchen Schritte lernen, und es wird wichtig, das alle dasselbe tun, dann erhalten sie folgende Instruktionen von Trainer Alexander Strauß:
„Wir starten immer mit dem rechten Fuß. Wir machen eine gerade Anzahl von Schritten. Wir zählen zusammen bis acht beim Gehen, danach kommt die Wende.“
Nun, Frauen starten mit dem richtigen Fuß.
Frauen können auch zählen, aber nicht gleichmäßig schnell. Und manchmal vergessen sie mittendrin, ob sie schon bei acht waren oder erst bei sechs …
Ein Blick, der zwei Sekunden gehalten werden soll, wird auch kürzer oder länger und zeigt, dass das bei weiblichen Wesen das  Verständnis von dieser Zeitspanne unterschiedlich ist.
Frauen gucken auf die Nachbarin und achten auf Alexander Strauß oder Priscilla Kuhlmann.
So gern Frauen sonst reden, hier sind sie untereinander nicht sehr gesprächig. -> Hilfe, ich verpasse etwas!
Frauen werden manchmal hektisch, wenn etwas nicht gleich funktioniert.
„Wie geht das? Ich habe das überhaupt nicht gesehen!“
Diese Bemerkung kommt leicht klagend, damit klar ist, dass es auf keinen Fall Begriffsstutzigkeit ist, sondern der Grund das im Weg stehen und Sicht versperren einer anderen Person ist.
Frauen reagieren schneller geknickt oder nervös auf Korrekturen. -> Ich versage!
Frauen verstehen wortreiche Erklärungen. Worte formen bei ihnen Bilder, die sie umsetzen.
Frauen reagieren auf ein Anstupsen mit dem Zeigefinger (beispielsweise um mit einer solchen zarten Berührung auf der Schulter zu demonstrieren, dass es diese Seite ist, die sich jetzt mitdrehen muss).

Männer:
Die gleiche Ausgangslage bei den Herren. Identische Vorabinstruktionen.
Nun, es gibt schon Männer, die ein bisschen nachdenken, wo denn links und rechts ist.
Männer sind definitiv mehr auf sich fixiert.
Männer betrachten gern ihre eigenen Füße.
Männer bemerken nicht unbedingt, dass sie etwas anders machen.
Männer behalten die Ruhe. ->Wird schon!
Männer kommen hier vermehrt mit ihren Nachbarn ins Gespräch. -> Ey, hast du das kapiert?
Männer können besser zweimal bis vier zählen als einmal bis acht.
Männer marschieren sichtlich gern im Pulk gemeinsam auf und ab. Das gibt Sicherheit, und man kommt sich nicht so beobachtet vor.
Männer reagieren auf Korrekturen mit einem recht ungerührten: Echt? Ach so …
Männer scheinen Vergleiche langen Erklärungen vorzuziehen (Alexander Strauß zieht Vergleiche zu Filmszenen, Schauspielern, etc.). Dieser Vergleich gibt ihnen eine Vorstellung von dem, was von ihnen erwartet wird.
Männer reagieren nicht auf Anstupser. Männer müssen mit beiden Händen angefasst und gedreht werden.

Also Jungs, ihr kennt doch sicher noch Grease und John Travolta ... (Alexander Strauß beim Training)

Also Jungs, ihr kennt doch sicher noch Grease und John Travolta … (Alexander Strauß beim Training)

...Schulterblätter nach hinten, Oberarme an den Körper gepresst, spezieller Gang.

…Schulterblätter nach hinten, Oberarme an den Körper gepresst, spezieller Gang – Übungen im Workshop

Sieht doch schon ganz gut aus und wirkt wirklich anders, wenn die Herren eine aufrechte und gestreckte Körperhaltung zeigen

Sieht doch schon ganz gut aus und wirkt wirklich anders, wenn die Herren eine aufrechte und gestreckte Körperhaltung zeigen

Was ist denn gleich?
„Wir laufen jetzt wieder acht Schritte. Zählt mit!“
Beide Geschlechter müssen sich erst auf die Geschwindigkeit des Zählens einstellen. Sich auf ein gemeinsames Zähltempo einigen. Beide zählen daher anfangs im Kanon, um sich dann langsam aber sicher leistungsmäßig sehr stark zu steigern. Die Damen mit heller Stimme, die Herren brummelnd. Am Ende klingt es einheitlich und man erreicht gemeinsam die andere Seite des Raumes.
Beide Geschlechter haben anfangs ihre Mühe beim Einstudieren der Wenden. Doch leider sind Wenden nötig – denn der Laufsteg hat es so an sich, dass er irgendwo endet …
Alle Teilnehmer antworten am Kursende auf die Frage: Na, hattet ihr Spaß? mit einem enthusiastischen: Ja!!

Fazit:
Es ist spannend. Es bleibt spannend! Ich bin sehr neugierig auf die Fortschritte! Ich habe leider das Training am vergangenen Sonntag aus Zeitgründen nicht wahrnehmen können. Liebe Teilnehmer dieser Gruppen (weitere Mädchen einschließlich der Gruppe XL-Models sowie der Gruppe  Best Ager): ich werde auch von euch sicher noch Fotos zeigen und berichten!

Wir kommen zum Ende. Wissen Sie/wisst ihr übrigens, wie ihr in Wandsbek oder im östlichen Hamburg herausfinden könnt, ob ihr gerade hinter einem der teilnehmenden Models geht? Raunt mal ein leises: „Körperspannung!“ von hinten. Wer sich dann schlagartig aufrichtet und strafft, ist definitiv einer der Teilnehmer.

Ich verabschiede mich für heute mit dem Motto, das Alexander Strauß zum Schluss des Trainings mit auf den Weg gab:
Hüfte! Lächeln! Körperhaltung!
Angehende Models! Wettbewerbsteilnehmer! Präsentiert dem Meister eure Gummihüfte! Werdet elegant wie eine Katze. Übt, so dass ihr weiterkommt und ich irgendwann über euch schreiben kann:
Sie sind Panther – wie ihr Meister!

Weitere Bilder vom Sonnabend (31.03.2012):

Einüben der Vorwärtswende (rechtes Bein heranziehen ...)

Einüben der Vorwärtswende (rechtes Bein heranziehen …)

Laufen ... laufen ... laufen ...

Laufen … laufen … laufen …

... und zurück

… und zurück.

...und nach kurzer Zeit  läuft alles schon geordneter.

…und nach kurzer Zeit läuft alles schon geordneter.

Schritte richtig setzen ... Haltung bewahren.

Schritte richtig setzen … Haltung bewahren.

Wurde bei Jungs und Mädchen gleichermaßen als Hilfsmittel eingesetzt, um die Schrittbewegung zu trainieren.

Wurde bei Jungs und Mädchen gleichermaßen als Hilfsmittel eingesetzt, um die Schrittbewegung zu trainieren – Stange auf dem Boden.

Schultern, Mädels! ...

Schultern, Mädels! …

... die Wende einleiten (Fotograf Sebastian Labudabi hat alles im Blick)

… die Wende einleiten (Fotograf Sebastian Labudabi hat alles im Blick)

Einleitung der Rückwärtswende ... stehen die Füße richtig?

Einleitung der Rückwärtswende … stehen die Füße richtig?

Zum Abschluss einer Kurseinheit bilden die Teilnehmer ein Spalier  für den „Walk through“:

Zum Abschluss des Kursabends - Vorbereitung auf den Walk through ....

Zum Abschluss des Kursabends – Vorbereitung auf den Walk through ….

... auch Priscilla Kuhlmann läuft mit.

… auch Priscilla Kuhlmann läuft mit.

... walk through zu zweit

… walk through zu zweit

... auch diese Teilnehmerinnen zeigen ihr Können beim "walk through"

… auch diese Teilnehmerinnen zeigen ihr Können beim „walk through“

Man sieht, wie schwer es ist, auf alles zu achten (Schrittsynchronität)

Man sieht, wie schwer es ist, auf alles zu achten (Schrittsynchronität)

... bis alle einmal dran waren.

… bis alle einmal dran waren.

Auch bei den Herren findet es statt: walk(ing) through ...

Auch bei den Herren findet es statt: walk(ing) through …


Die weiteren Aufnahmen sind leider – wie oben erwähnt – für meine Kamera zu „dynamisch“ und daher zu verschwommen, um sie zu posten. Ich verweise in diesem Fall noch einmal auf Sebastian Labudabi, der bei diesem Workshop als Profi fotografiert hat.

ENDE
(vorerst)

Bis bald!

©April 2012 by Michèle Legrand

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Bleib sitzen! – Oder wollen wir tauschen?

„Gisela, bleib doch sitzen! Meine Liebe, das tut nicht not!“
„Nein, Emmi, kommt gar nicht in Frage! Wir tauschen! Du sitzt dort wirklich besser!“
Der Cappuccino wird mit einem Quietschen verschoben, ebenso das Eis ohne Sahne in der zierlichen Glasschale.
Dafür stehen an diesem Platz jetzt Milchkaffee und Eis mit Sahneberg
Es folgt Stühlerücken, bzw. ein Stuhl und eine Bank werden verrückt, um die Position zu wechseln. Emmi und Gisela wirken vital und äußerst unternehmungslustig. Energiegeladen könnte man es auch nennen, besonders bei der quirligen Emmi. Sie sind zudem zwei sehr gepflegt wirkende, weißhaarige Damen, die sich heute hier im Eiscafé Giovanni L. spontan zum Treff verabredet haben. Das entnehme ich ihrer Unterhaltung:
„Ach, Emmi, heute Morgen habe ich ja wirklich nicht geahnt, dass ich am Mittag mit dir in Wandsbek sitze …“
Manchmal hört man, dass ältere Herrschaften sich mit spontanen Aktionen schwertun. Es brauche alles eine Planungsphase, man stelle sich schließlich erst einmal darauf ein, man bereite sich hernach sorgfältig vor und nach zwei Wochen kann es dann passieren.
Ach, wo denkst du hin! Doch nicht bei allen … Allerdings ist ihre Platzwahl zeitraubend, doch ich schränke auch hier gleich wieder ein, dass sie damit nicht alleine dastehen oder es etwa ein Merkmal ihres Alters wäre!
Wie oft passiert Folgendes: Beim Hereinkommen in z. B. ein Café, bleiben die neuen Gäste kurz hinter der Eingangstür stehen und schauen sich prüfend um. Hier in Deutschland wird dem Besucher in den seltensten Fällen ein Platz zugewiesen. In gefragten Restaurants mit vorbestellten Plätzen ja, sonst nicht. Ein prüfender Blick in die Runde. . Bei einigen fällt die Entscheidung recht flott. Schauen, sich zunicken, zielstrebig hinmarschieren, Platz nehmen, Karte zücken, wählen, beim Ober bestellen.
Andere wiederum brauchen Jahre. Es gibt Pärchen, bei denen ist nach dem Eintreten noch völlig unklar, ob, und wenn ja wer, die Entscheidung bezüglich Platzwahl fällen soll. Unschlüssig verharren sie, bis irgendwann die Frage gestellt wird:
„Wo sollen wir hin?“
„Ach, ist mir egal.“
„Dann lass uns dort hin.“
„Findest du nicht, dass es da ziemlich dunkel ist?“
Nein, fand er wohl nicht, sonst hätte er es nicht vorgeschlagen. Nun ist sie am Zug:
„Lass uns doch da drüben sitzen.“
„Nein, da zieht’s.“
„Dann vielleicht hier?“
„Da laufen sie immer vorbei zur Küche!“
„Ich finde es auch bei der Palme schön …“
„Ach, nö …“
Sie gibt momentan auf und sagt leicht giftig:
„Dann entscheide du!“
„Wollen wir vielleicht dort ans Fenster?“ Er fragt jetzt besonders höflich.
„Ja, gut.“ Die Antwort fällt trotzdem knapp aus.
Man erreicht den Tisch einige Sekunden später. Er zieht sich den Stuhl zurecht und lässt ihr – seiner Meinung nach großzügig – den Platz auf der Bank.
„Ach, da wollte eigentlich ich sitzen!“ Sie zeigt auf seinen Stuhl und wirkt enttäuscht.
„Ich dachte, du magst es lieber gemütlich und willst nicht mit dem Rücken zum Geschehen sein.“ Er ist irritiert. Jetzt hatte er sich das gerade gemerkt …
„Ja, aber … ich wollte doch aus dem Fenster gucken!“
„Okay!“ Er schaut genervt. „Dann lass mich auf die Bank.“
„Nein, muss ja nicht sein…“ Sie seufzt.
„Ja, was denn nun!“, brodelt er los.
„Warum bist du denn gleich sauer?“ Sie ist eingeschnappt. „Jetzt lasse ich dir deinen Platz, und es ist auch wieder nicht recht.“
Sie lesen (angeblich) schweigend intensiv die Karte. Sie fragt:
„Wollen wir uns nicht doch lieber umsetzen? Dort drüben am Kuchentresen sieht es nett aus …“
„Umsetzen??“
„Ich dachte ja nur, falls dir dein Platz nicht gefällt.“
„Mir gefällt mein Platz! Du kamst doch auf der Bank nicht klar …!“
„Na ja, eigentlich hätte ich ja sowieso einen anderen Tisch genommen!“
Er platzt fast. „Und warum sagst du das nicht?“
„Habe ich doch!“ Sie schnaubt. „Das war dir doch zu dicht an der Küche!“
„Da wolltest du ernsthaft hin?“ Er kann es nicht fassen.
Und so geht das endlos!
Manchmal gibt es zusätzliche Probleme, wenn schon zwischendurch bestellt wurde, und nach einem Tischwechsel der Kellner den Gast nicht wiederfindet. Oder wenn vor der Bestellung neu hinzukommende Gäste schneller bedient werden.
„Hast du das gesehen? Die sind nach uns gekommen!“
„Ja, aber die saßen vor uns!“
Peng! Das saß.

Das Eiscafé ist in dieser Hinsicht besonders speziell und liefert daher nicht nur die optimale Voraussetzung für leckeres Eisschlecken, sondern schafft recht locker eine grandiose Ausgangssituation für mittlere Dramen. Es gibt dort nämlich zahlreiche sehr unterschiedliche Sitzmöglichkeiten, Tischgrößen-/formen-/varianten und Lichtverhältnisse.

Die Krokodillederimitatbank - ja, ohne Trennung schwer zu lesen ;) - bei Giovanni L.

Ein Vierertisch hat eine Zweierbank aus Korbmaterial mit weicher Kissenauflage und zwei separate Stühle gegenüber ohne jegliches Polster.
Zu den  Zweiertischen auf der anderen Seite vom Gang gehört eine Sitzbank, die entlang der gesamten Wand läuft und zur Auflockerung zusätzlich Eckkombinationen eingebaut hat. Die Bank ist komfortabel, hat aber eine relativ tiefe Sitzfläche. Tief im Sinne von weit nach hinten reichend, nicht im Sinne von niedrig. Sie ist mit schokobraunem Krokodillederimitat überzogen, dazu gibt es üppige Rückenkissen aus demselben Material. Da sie so voluminös sind, benötigen sie allein schon fast die Hälfte der Sitzfläche. Die großzügigen Maße nach hinten sind also bitter notwendig, sonst rutscht man vorne herunter. Die Tische stehen so, dass nur einer auf der Bank sitzen kann, der andere nimmt gegenüber Platz auf einem Einzelstuhl der Art, wie eben schon beschrieben: ohne Polster! Also, wer darf auf die Bank?  Wer kriegt ein Kissen? Und sitzen wir unter den Halogenstrahlern und nicht lieber drüben unter den Kronleuchtern?
Bisher habe ich ja nur die eckigen Tische erwähnt! Deren Tischplatten sehen aus wie rustikale Keramikplatten in mediterranen Farben, die ineinander verlaufen. Alles sehr warme Töne und passend auf das andere Mobiliar abgestimmt. Große Tische mit gelb/orange/brauner Platte, kleine mit einer Platte in warmen Rottönen. Beiden gleich ist der Eindruck, dass jemand dunkle Farbe daraufgetropft und dann mit einem Pinsel zu Streifen verwischt hat. Nun, welche Farbe liegt uns mehr? Ist der richtige Tisch an der bevorzugten Sitzgelegenheit?
Des Weiteren stehen runde, niedrige Glastische zur Auswahl. Man sitzt hier auf einem festeren, goldfarbenen Einzelpolsterplatz mit einer hochgezogenen Rückenlehne gleichen Materials. Ohne Kissen! Es ist also die Seite für den sachlichen, herben Typ.

Der Pygmäen-Hocker, aber Kinder finden ihn toll ...

Als Kombination dazu gibt es für die einem gegenüber Sitzenden den Mini-Sitzhocker auf kurzen Beinchen im Goldton mit einer nur angedeuteten Lehne, die ab Sitz max. 25 cm misst. Manche bezeichnen sie auch respektlos als Kinderstühle, bevor sie verkrampft das Café verlassen, das übrigens ganz tolles Eis hat. Weshalb alle wiederkommen.

Bei so vielen Wahlmöglichkeiten dauert es eben geraume Zeit, bis ankommende Besucher den endgültigen Tisch und ihre finale Sitzposition gefunden haben. Womit wir wieder bei Gisela und Emmi wären. Ich saß schon, als sie sich näherten.
„Emmi, wollen wir hier?“
„Du, der Tisch ist zu klein. Lass uns lieber einen Vierertisch nehmen.“
Die größeren Tische an den Polsterbänken sind belegt.
„Hier ist noch ein Tisch frei.“ Gisela hat die Kombination Rattanbank mit Polster, Korbsessel ohne Polster und Vierertisch in orange/gelb/braun entdeckt.
„Ich find ja die Glastische schöner. Die sind glatter. Da steht alles besser drauf.“ Emmi blickt suchend umher, doch es gibt davon keine große Variante.
„Du willst doch wohl nicht auf diesen kleinen Hockern sitzen? Kissen gibt es da auch nicht!“ Gisela zieht Emmi resolut Richtung Keramikplattenlook-Vierertisch.
„Lass uns hier hin. Wo willst du sitzen?“
Emmi deutet auf einen der Korbstühle mit Armlehnen. Gisela setzt sich auf die Bank. Sie, die Bank, ist ein Leichtgewicht und verrutscht nach hinten,  als Gisela Platz nimmt. Dahinter an einem der Glastische ist mein Revier. Sie schauen in die Karte und diskutieren über Eissorten und Getränkewünsche.
„Was nimmst du?“ Gisela schaut Emmi fragend an.
Bezüglich der Getränke gibt es keine großen Probleme, das Eis macht mehr Sorgen. Es gibt einfach zu viel Auswahl, und es gibt Sorten, die sie noch nicht kennen. Die sich verwegen anhören, abenteuerlich! Jetzt stellt sich heraus, wer mehr der Risikotyp ist, wer der Sicherheitsmensch.
„Also ich glaube, ich nehme Vanille und Stracciatella. Mit Sahne.“ Aha, ein Banker würde sagen, Gisela ist kein Aktientyp.
Emmi hingegen rückt beim Lesen schwungvoll ihre Brille zurecht und ist begeistert von den neuen Sorten, die hier angeboten werden.
„Hier, hör mal! Dulce de Leche!“ Sie spricht es mehr deutsch aus. „Da steht, das ist was mit argentinischem Caramel. Es gibt auch Walnuss mit Waldbeeren oder Rahm-Banane … Was ist das denn?“
Sie ist über Türkisch Mokka gestoßen.
„Ist das jetzt auch Eis oder was zu trinken? Wie das wohl schmeckt?“
Gisela guckt skeptisch.
„Nimm doch lieber was, was du kennst!“
„Das kann ich auch zu Hause essen!“, meint Emmi trocken.
„Und wenn es dir nicht schmeckt?“ Gisela versteht Emmis Risikobereitschaft nicht.
„Dann habe ich halt Pech gehabt!“
Der Kellner ist herangetreten. Emmi beginnt:
„Sagen Sie, was ist denn eigentlich das hier? Türkisch Mokka?“
„Nun, Mokka eben. Türkisch.“
Er ist grundsätzlich nicht so wortkarg. Er erklärt oft sehr bereitwillig alles, was Kunden ihn fragen. Doch offenbar kann er hier nichts erklären. Die Variante türkisch scheint eben auch nicht viel anders zu sein als normales Eis mit Mokkageschmack.
Emmi nimmt es auch nicht übel, löchert ihn aber weiter.
„Und was kann man dazu essen?“
Es klärt sich dann, dass sie wissen möchte, welche weitere Eissorte dazu schmeckt.
„Alles.“
Emmi wundert sich, als der Kellner ihr dies mitteilt, und er revidiert: alle Milchspeiseeissorten, Früchteeissorten würde er dazu nicht empfehlen. Also wählt Emmi Spanische Sahne, was eine Eissorte ist, keine Sahne. Und weil die Sorte schon so heißt, möchte sie bitte keine zusätzliche Sahne. Alles klar?
Der Kellner geht und Emmi rutscht auffällig auf ihrem Stuhl herum.
„Sitzt du nicht bequem?“ Gisela schaut besorgt.
„Na ja …“ Nach ein paar Minuten merkt Emmis Allerwertester, dass es ohne Polster halt etwas drückt.
„Komm, wir tauschen“, meint Gisela prompt und lässt sich nicht von ihrem Plan abbringen (siehe Anfang der Geschichte …).

Als alles umgestellt ist und Emmi auf der Bank Platz nimmt, stellt sich heraus, dass sie zu klein für die Korbbank ist, der Tisch folglich zu hoch, und Gisela und Emmi tauschen zurück.
Im Endeffekt arrangieren sie sich und akzeptieren alles so wie es ist, klönen entspannt über Volumen-Shampoo, die Gefahren von Fahrradfahren auf nassem Laub und bewundern dann den großen Eisbecher, den eine junge Dame am Nebentisch bekommt.
„Schau dir diesen Becher an! Ob die Deern das alles schafft?“
Emmi stellt die Frage tatsächlich auch an das junge Mädchen. Diese grinst und antwortet nur:
„Mal gucken.“
Sie sitzt auf der Krokoimitat-Bank.
„Sitzt man da bequem?“ Gisela kann es sich nicht verkneifen und fragt einfach mal nach …
„Ja, sehr!“
„Emmi, das nächste Mal setzen wir uns dort hin.“
Gisela hat gesprochen und Emmi stimmt ihr zu. Am liebsten hätten sie wohl gleich getauscht, denn ihr Blick ist sehnsüchtig, doch sie verkneifen es sich heldenhaft.

So ist das also mit der Qual der Wahl, der richtigen Entscheidung … Ich verrate mal mein kleines Geheimnis: Ich gestehen, ich habe auch alle Sitzpolstervarianten ausprobiert im Laufe der Zeit, aber… ich habe jetzt einen Stammplatz! ;)

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Es wird spannend: Tag der Entscheidung beim Model Contest „Quarrée Gesichter 2012“

Castingteilnehmer mit Mode von S. Oliver

„Du hast den Anruf nicht gehört!! Wo warst du denn?“
Bei meinem Rückruf werde ich mit Fragen begrüßt. Ich hatte gerade auf dem Display meines Handys den Hinweis auf einen Anruf in Abwesenheit bemerkt. Abwesenheit stimmt insofern nicht, als ich durchaus anwesend war, aber nichts hörte. Die Musik war einfach lauter gewesen und die Ablenkung durch das, was mir auf dem Catwalk und als Gesamtprogramm geboten wurde. Catwalk?
„Du hast was? Beim Model Contest zugeschaut …?“ Die Verblüffung ist nicht zu überhören.
Ja, gut, sie ist gerechtfertigt. Es stimmt. Ich kann mich beispielsweise einfach nicht zu DSDS überwinden. Zum Gucken, meine ich. Auch nicht mit Anschieben…
Ich denke, auch Germany’s Next Top Model kann gerne weiterhin am Donnerstag gesendet werden. An dem Tag habe ich nämlich abends Steptanz…
Aber ein Casting habe ich verfolgt! Es fand und findet sozusagen vor meiner eigenen Haustür statt. Was mich daran reizt?
Es ist die Art, wie dieser Contest veranstaltet wird (ab 22.10.2011 abends muss ich sagen wurde), und es sind zu einem nicht unerheblichen Teil auch die Reaktionen des Publikums. Alles wesentlich reizvoller als Dramen, Zickenkriege, Sprüche und Tränen im Fernsehen.
Wer in meinem Blog schon häufiger zu Besuch war, erhielt bereits dreimal einen kleinen Einblick. Ich stelle die Links zu zwei Artikeln und einem Boo (Audiobeitrag) weiter unten ein und fasse nur kurz das Wichtigste für die neu Hinzugekommenen zusammen.
Der Wettbewerb und das entsprechende Casting werden in Hamburg im Bezirk Wandsbek von einem sehr beliebten Einkaufszentrum, dem Quarrée, veranstaltet. Anfang des Jahres erfolgte ein Aufruf an vielleicht zukünftige Models, sich doch bei einem Fotoshooting an fünf Tagen im Februar einzufinden, denn man suche „Quarrée Gesichter 2012“. Am Ende des Model Contests würden ein weiblicher und ein männlicher Gewinner bekanntgegeben sowie ebenfalls ein Preisträger in der Kategorie XL-Model (ab Kleidergröße 42).
Dies war bereits der erste Punkt, der mir gefiel. Ich empfinde es als relativ eintönig, wenn von vorn herein ausschließlich superschlanke Mädels und sonst nichts zugelassen werden. Ich hätte sogar noch eine weitere Kategorie aufgenommen: Die Kategorie ‚reifes’ Model, vielleicht mit einem etwas besser klingenden Titel. Reif klingt wie verschrumpelter Pfirsich.
Die Jahreszahl 2012 hatte mich verwirrt zu diesem Zeitpunkt, da das ganze Jahr 2011 noch vor uns lag, doch durch ein sehr ausgefeiltes und zeitaufwendiges Auswahlverfahren mit einer Entscheidung erst im Oktober, entpuppten sich alle Zahlen als richtig.
Von ursprünglich über 900 Bewerbern, blieben nach einer ersten Sichtung noch etwa 300 übrig. Im Recall wiederum 130, die am 01. April ihren ersten großen Auftritt auf einem Catwalk im Quarrée hatten. Dem vorausgegangen war ein erstes Lauftraining, ein Workshop. Ich geriet damals zufällig ins Getümmel und nahm es zum Anlass, mich bei meinem freitäglichen Audiobeitrag, dem Boo, u. a mit diesem Event zu befassen. Ich gestehe, damals habe ich ein bisschen gelästert. Ich konnte mir noch nicht richtig vorstellen, dass im Endeffekt ein Model bzw. ein Gesicht gefunden wird, dem man auch in der Branche Beachtung schenken wird.
http://theladyfromhamburg.posterous.com/freitags-boo-so-siehts-aus-heute
Nach diesem ersten Catwalk wurde selbstverständlich weiter gesiebt, die Übriggebliebenen erhielten einen zusätzlichen Workshop als Belohnung. Am 06. und 07. Mai folgten neue Aktionen der Models mitten im Einkaufszentrum. Auftreten in Gruppen, kleine erdachte Choreografien, gemeinsame Fahrt mit Einkaufstüten auf der Rolltreppe, Gänsemarsch durch den Hauptgang mit Abbiegen beim Geflügel.
https://michelelegrand.wordpress.com/2011/05/08/wann-castings-fur-mich-anfangen-interessant-zu-werden%e2%80%a6/
Erneutes Filtern, eine weitere Auslese, ein Grüppchen, welches sich für einen wieder anders gearteten Workshop qualifizierte. Mitte Juni schlidderte ich mitten in die Living Dolls, die lebenden Schaufensterpuppen! Eine wirklich tolle und originelle Sache, die auch ein spezielles Können erfordert und einmal mehr hervorbringt, wer bei diesem Wettbewerb mit Vielseitigkeit glänzen kann.
https://michelelegrand.wordpress.com/2011/06/18/verscharfte-bedingungen-fur-nachwuchsmodels-%e2%80%a6/
Mein damals (für mich) sehr positiv aufgefallener männlicher Teilnehmer ist leider jetzt – kurz vor der Entscheidung – nicht mehr dabei.
Die Entscheidung, sie steht unmittelbar bevor. Am gestrigen Freitag, dem 21. Oktober, und auch heute am Sonnabend während des Tages finden jeweils drei Modenschauen mit den nun noch übrig gebliebenen, sehr hoffnungsvollen Kandidaten und Kandidatinnen statt. Die allererste dieser Shows gestern habe ich besucht – und dadurch, hier schließt sich der Kreis, hatte ich den Anruf überhört.
Ich kam etwas früher in der umgestalteten großen Halle an, entdeckte aufgebaute Stühle am Rand des Catwalks, die schon zu 2/3 belegt waren. Sollte ich mich auch setzen? Jetzt schon? Nein, ich erledigte noch ein paar Dinge und kehrte kurz vor Beginn zurück. Alle Plätze belegt. Es hat mich nicht gestört, denn im Sitzen sieht man von dort aus sowieso nur Füße und Beine. Auf einer Treppe, die zur Galerie hinauf- bzw.  von ihr herabführt, hatte sich eine Mutter mit drei kleinen Kindern auf halber Höhe auf die Stufen und ans Geländer gequetscht, um den Durchgang noch zu gewährleisten. Gute Idee. Ich nahm etwas höher auch dort Platz und war bald von noch mehr Kindern und ihren Müttern umringt. Die Kleinen neben mir waren Spanier. Junge und Mädchen.
Sie beobachten mich neugierig, als ich Fotoapparat und noch ein paar technische Dinge heraushole. Ich wiederum schaue mir das Publikum an. Noch etwas spärlich, was die Zahl der Stehenbleiber angeht, doch sobald die Musik ertönt, werden es mehr. Frauen sind eindeutig in der Mehrheit. Die, die so früh da waren und Sitzplätze ergatterten, scheinen zum großen Teil Angehörige der Teilnehmer/innen zu sein. Man merkt es etwas später beim Applaus. Bestimmte Personen klatschen nur für bestimmte Kandidaten. Etwas, das ich persönlich als daneben empfinde, denn es geht hier nicht darum, mit dem Applaus und seiner Lautstärke zu ermitteln, wer denn der Gewinner ist. Ich stelle fest:
Von den unvermittelt Stehenbleibenden klatschen Frauen mehr für die wenigen männlichen Models.
Frauen tuscheln miteinander und ihre Blicke sind kritisch prüfend.
Männer gucken leicht gelangweilt („Ach, ist das öde!“) und beachten ihre männlichen Geschlechtsgenossen im Wettbewerb mit eher geringem Interesse („Pfft! Der!).
Die Aufmerksamkeit der Männer hängt auch stark von der eingesetzten Musik ab. Je bassintensiver, je wacher der Blick.
Wie bekommt man eigentlich Männer mit zur Modenschau? Gar nicht, höre ich. Doch, ich glaube schon. Es wurden jedenfalls in dem Moment auf einmal auffällig mehr, als die  geheimnisvolle Ankündigung erfolgte, gleich würde etwas sehr Aufregendes passieren. Die Präsentation von Dessous-Mode der Marke Triumph! Also, bitte merken! Männer brauchen Bass, Spannung und Aussicht auf Haut …
Sie bremsten, diese männlichen Wesen. Hingen plötzlich am Geländer der Galerie und bekamen glitzernde Augen. Raffiniert eingefädelt ist es, denn die Models betreten die Bühne zuerst in lange, rote Bademäntel gewandet. Gespannte Erwartung. Der Mantel fällt. Aufkommender Beifall, vereinzelt Gejohle und Gepfeife. Eindeutig von den Herren. Ich hätte so gern mehr Hände gehabt, um Publikum und Catwalk gleichzeitig fotografieren zu können. Doch ich hätte ja nie alle fragen können, ob sie mit dem Posten der Fotos einverstanden sind. Hier ein großes Danke an das Quarrée-Team, welches mir offiziell die Erlaubnis erteilte, die Bilder ins Internet zu stellen und an den – wie ich finde – richtig gut/super versiert arbeitenden Tontechniker, mit dem ich hinterher noch einen kleinen Plausch hatte und der ebenfalls einverstanden ist, sein Foto im Internet zu sehen ;)
Neben mir die beiden Kinder passen gut auf. Sie mehr als er. Bei der Dessous-Präsentation zieht sich ihre Stirn sorgenvoll zusammen, und es kommt die Frage:
„Ist denen nicht kalt?“
Der kleine Spanier, der zwischendurch schon Spuren von Langeweile zeigte und mit einem Eis besänftigt wurde, vergisst weiter zu lecken und guckt. Wir schauen beide auf ein Model und bestätigen uns gegenseitig, dass sie wirklich „bonita“ (hübsch) ist. Ich erinnere ihn daran, sein Eis weiter zu lutschen – es fängt an zu tropfen. Eines der kleinen Mädchen weiter unten auf der Treppe entledigt sich ihres Pullovers. Ihre Mutter schimpft. Die Kleine mosert, dass „die da“ auf dem Catwalk schließlich auch nichts weiter anhaben.
Vorhin, als die Models mit Haartrocknern auf dem Catwalk performten (für Produkte der Firma Medimax), hörte ich den Kommentar einer anderen Lütten:
„Schießen die damit?“
Ja, es gibt Fragen über Fragen, die hier noch zu klären sind.
Zum Beispiel auch die, wer vielleicht gewinnen könnte. Die Moderatorin mutmaßt, dass wir als Zuschauer jeder sicher einen Favoriten hätten. Das sagt sie so einfach.
Übrig geblieben sind im Moment 28 Kandidaten. Fünf Vertreter bei den Herren, ebenso fünf bei den XL-Models. Macht als Differenz 18 junge Damen der Kategorie ‚Schlank’. Bei den  Herren und XL-Models habe ich durchaus meinen persönlichen Sieger, doch bei den Mädchen fällt die Entscheidung überaus schwer.
Ich stelle fest, dass ich bei einigen die Figur schön und das Gesicht apart finde. Dort aber Präsenz, Haltung und/oder Gang bemängele.
Einige können super laufen, haben tolle Haare, haben auf mich aber relativ wenig Ausstrahlung.
Zwei Kandidatinnen waren für mich erste Wahl, solange sie genügend Kleidung trugen. Im Bikini-Look wirken sie extrem hager und der Gang dadurch ein wenig eckig.
Zwei junge Damen sind schlichtweg die perfekten Models für einen Gruppenauftritt. Toll teamfähig, auch exzellenter Kontrast zu den anderen. Nur sobald sie den Catwalk alleine betreten, entsteht ein seltsames Gefühl von Leere.
Eines der Mädchen hat das bezaubernste Lächeln, das man sich vorstellen kann. Souverän, unaufdringlich, offen. Nicht aus der Ruhe zu bringen. Ihr traue ich es zu. Sie hat von der Größe her allerdings nicht unbedingt die typischen Modelmaße. Es fragt sich also, wie eine professionelle Jury sie bewertet.
Diese Jury wird aus fünf Personen bestehen, die mit der Branche und dem Metier zu tun haben und auf umfangreiche Erfahrungen zurückgreifen können.  Eine zusätzliche sechste Stimme hat das Publikum – per Online-Voting!
http://www.quarree.de/events/gesichter2012/

Bis heute Abend müssen die Teilnehmer noch bangen oder positiv ausgedrückt: sie dürfen hoffen. Ein letztes Mal treten sie bei einer Abendgala vor 2.500 geladenen Gästen auf. Nach einer letzten Beratung der Jury steht dann der Gewinner fest.
Ich wünsche allen viel Glück und denen, die heute Abend nicht siegreich sind, sei gesagt, dass man alles auch über Umwege erreichen kann. Dies ist nicht die einzige oder letzte Möglichkeit im Leben!

…“Was wolltest du denn eigentlich von mir?“, frage ich am Telefon.
„Du, das habe ich jetzt völlig vergessen!“

Die männlichen Kandidaten

Models werben für die Drogeriekette Budnikowsky

Man beachte bitte den steigenden Anteil der zuschauenden Männer. Man sammelt sich auf der Galerie... ;)

XL-Models präsentieren warme Kleidung

Die Rückkehr des Leoarden-Looks

Freizeitmode (Sportkleidung)

...es geht um Schmuck von Zero

Die Herren im Winteroutfit

XL-Models mit der Mode von C&A

Models präsentieren AUST

Es naht die Zeit der Laternenumzüge...

Mode von S. Oliver

Winteroutfit der Herren

Mein Fön schießt ...

... und weitere Spielchen mit dem Fön

Die Damen und Herren ausgestattet von Steffi-Moden

... posen und performen zur Musik

Noch züchtig verhüllt ...

Dessous-Mode von Triumph

...Dessous-Mode ist auch von hinten ansehnlich.

Einen Tusch und Extra-Applaus für den versierten Mann von der Tontechnik!

Finale - Gruppenbild mit der Moderatorin

Kleiner Nachtrag am 23.10.2011 zur Aktualisierung, denn nun stehen die Sieger dieses Contests fest:
Kategorie Damen: Anna-Marie
Kategorie Herren: Kevin
Kategorie XL-Models: Kim
Nachstehend als Link die vom Veranstalter selbst auf Facebook veröffentlichten Fotos der Gewinner:

http://www.facebook.com/photo.php?fbid=282711065082823&set=a.282711055082824.70313.164479016906029&type=1&theater

http://www.facebook.com/photo.php?fbid=282711078416155&set=a.282711055082824.70313.164479016906029&type=1&theater

http://www.facebook.com/photo.php?fbid=282711088416154&set=a.282711055082824.70313.164479016906029&type=1&theater

http://www.facebook.com/photo.php?fbid=282544251766171&set=a.190718887615375.42459.164479016906029&type=1&theater

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