Beiträge getaggt mit Oxford

Einfach runterkommen. (Nix Sexismus. Nix Grimme-Preis-Nominierung)

Michèle Legrand ©Foto Andreas Grav (Ausschnitt)Eine ereignisreiche Woche ist vorüber. Artikel standen an. Geballt.
Und doch ist hier nichts erschienen, wie Sie vielleicht bemerkt haben.
So geht es, wenn auf Wunsch produziert wird. Auf fremden Wunsch. In dem Fall gehen Sie leider kurzzeitig leer aus, denn meine Arbeit bleibt im Verborgenen. Oder Sie lesen sie irgendwann und ahnen nicht, dass sie ursprünglich hier entstand.
An meinem Laptop.
Das kann auch sein.

Ich bin etwas ausgepowert. Und so, wie es hier bei mir im Blog mit Ihnen läuft, bedeutet dies, dass heute leider kein langer Spaziergang drin ist, keine Architekturfortbildung, kein Ausflug in die heimische Flora, kein unter die Lupe nehmen der Neophyten.
Nicht einmal ein Grundthema gibt es!
Warum Sie dennoch bleiben sollten?
Zum Abschalten. Ich lade Sie heute einfach zu einem Kaffee ein, wir klönen ein wenig und läuten auf diese Art und Weise entspannt das Wochenende ein. Fast wie in alten Zeiten, als hier immer am Freitag der Freitags-Boo erschien. Ein kurzer Hörbeitrag, bei dem ein wenig die Woche aufgearbeitet wurde. Nichts Vorgefertigtes. Erzählen ohne Manuskript. Manchmal kamen auch sprachliche Feinheiten vor, Kurioses …

Wie war Ihre Woche? Stress …? Ging so …?
Als ich eben ganz kurz über ein aktuelles Thema nachdachte, über das es Wert wäre zu bloggen, stolperte ich sekundenlang über diese unsägliche Sexismus-Diskussion. Unsäglich nicht grundsätzlich, aber in Anbetracht der Ausgangssituation und in der Art wie und vor allem wie lange jetzt daran herumgewrungen wird. Damit lässt sich Quote machen.
Ich spreche gar nicht von den Einschaltquoten beim Fernsehen. Ich spreche von Klicks auf den Seiten der Blogger. So wie scheinbar endlos im TV palavert – Verzeihung, berichtet – wird, sich ein Sender nach dem anderen einschaltet, so springen zahllose Blogger auf diesen Zug auf, in der Hoffnung auf ein bisschen Ruhm und Glanz, Traumzahlen bei den Seitenklicks und, und, und …
Da wird aus wirklich guten, sachlichen Texten geklaut und wiederholt, verändert, gemutmaßt, gesteigert, polemisiert, sich echauffiert, der Proll herausgelassen, provoziert, gekeift, moralisiert, auf die Tränendrüse gedrückt … Das ganze Programm. Dazu natürlich ein ketzerischer, aufrüttelnder – auf jeden Fall auffallender Titel. Und nicht zu vergessen, das richtige Schlagwort! Das perfekte Keyword muss massenhaft und an den richtigen Stellen untergebracht, der richtige Hashtag eingesetzt werden (#Aufschrei).
So Ruhm, jetzt komm zu mir …
Ich habe dazu keine Lust. Punkt.
Ich mag die Degenspitze, die einmal zielgenau zusticht. Ohne große Verletzung der Umgebung. Nicht das wilde, blutreiche Gemetzel mit Säbeln.

Auch der Aufschrei bzgl. der Nominierung des Dschungelcamps für den Grimme-Preis lässt mich kalt und kommt mir als Heul- und Weinthema nicht in den Blog.
Und ansonsten?
Hier in Hamburg ist gerade wieder einmal der Ruf nach der Herabsetzung des Wahlberechtigtenalters laut geworden.
Werden Sie auch gerade so müde …?
Übrigens, wussten Sie, dass ich damals schon mit 16 Jahren wählen durfte?
Ich entschied mich dann für Kaffee statt Kakao.

Politikthema also nicht. Wie wäre es mit Kultur oder Sport?
Nein, liebe Leser nichts dergleichen, d. h. vielleicht können wir es doch beim Kaffeetrinken unauffällig einbinden.
Sagen Sie, haben Sie Ihren eigentlich schon bekommen?
Das dauert heute irgendwie ein bisschen lange …
Ach, jetzt weiß ich warum! Sie bekommen heute Latte Art serviert!

1_Latte Art - allein durch die Gießtechnik ...

Latte Art – allein durch die Gießtechnik …

Latte Art - gießen und malen ...

Latte Art – gießen und malen … (hier wurde vermutlich auch ein Schablone verwendet und Pulver gestreut)

Latte Art - Hasenkunst im Wiener Kaffeehaus ...

Latte Art – Hasenkunst im Wiener Caféhaus …

Ich vermute, Sie haben selbst schon einmal so etwas gesehen und den Begriff gehört. Ansonsten eine kleine Erklärung am Rande:
Manche Baristas in Kaffeehäusern, Restaurants oder auch guten Coffee Shops, haben die Fähigkeit, auf Espresso-Getränken wie Cappuccino, Latte Macchiato oder zum Teil auch auf Cafè Latte, richtige Kunst (= art) zu gestalten. Auf heißt in dem Fall auf der Milchschaumfläche (ital. latte = Milch).
Das Zusammenspiel zwischen Konsistenz und Dichte des Schaums und der Crema ist wichtig und insbesondere die Weise des Eingießens! Manche Künstler schaffen Motive allein durch ihre Gießtechnik (Blattformen, Schwan, etc.)
Andere beginnen damit. Bei ihnen sind es quasi die Vorarbeiten, die beim Einschenken durch die Strömungskraft des Milchschaums geleistet werden. Hinzu kommt die Fertigkeit, mit Stiften, Schokoladensoßen oder auch mit Schablonen – manchmal auch einem Mix aus allem – ein Bildnis zu schaffen. Schaum wird geteilt, gezogen, verbunden, hell und dunkel vermischt …
Wenn Sie einmal Künstler in Aktion erleben möchten, schauen Sie sich Videos auf YouTube an. Es ist erstaunlich und macht Spaß, den Akteuren und Könnern zuzusehen.
Dies hier (Gießtechnik) habe ich bei Jamie Oliver in Oxford bekommen:

Latte Art - gegossen - bei Jamie Oliver in Oxford bekommen ...

Latte Art – gegossen – bei Jamie Oliver in Oxford bekommen …

Und eines aus dem Wiener Caféhaus in Hamburg:

Latte Art - Gekonnt gegossen, danach mit dem Stift den Schaum bearbeitet (gezogen) und mit hell und dunkel gespielt (Augen gemalt)

Latte Art – Gekonnt gegossen, danach mit dem Stift den Schaum bearbeitet (gezogen) und mit hell und dunkel gespielt (Augen gemalt)

Geht es Ihnen auch so, dass Sie so ein Kunstwerk dann gar nicht zerstören mögen? Ich habe es mir immerhin fotografisch erhalten und erst danach angefangen, es vorsichtig mit dem Löffel abzutragen …

Die Zeit vergeht wieder so schnell. Es ist Freitagnachmittag, das Wochenende greifbar nah. Stehen Ihre Pläne schon? Oder müssen Sie etwa gerade am Wochenende arbeiten? Ich hoffe nicht …
Mein Wochenende wird ruhig. So habe ich es mir jedenfalls vorgenommen. Ausspannen und zwischendurch Stepschritte üben. Blogstammgäste wissen, ich bin ein Steptanzanhänger. Eine Tap Dance Abhängige.
Möchten Sie wissen, womit ich mich gerade beschäftige? Mit dem Teil einer Choreographie aus dem Film „The Artist“. Ich lasse Ihnen den Link zu einer Tanzszene auf YouTube hier, dann haben Sie eine Vorstellung, was mir übungsmäßig noch bevorsteht.

(Hinweis/Nachtrag April 2018: Das Video wurde leider zwischenzeitlich von der Videoplattform entfernt.)
Die haben ein ziemliches Tempo, die Herrschaften, nicht wahr? Ich las,  die Stepszenen für diesen Film seien ein halbes Jahr lang geprobt worden. Die Akteure waren vorher keine Steptänzer, hatten jedoch ihre übliche umfangreiche Schauspielausbildung, nach der man tänzerisch vorgebildet ist und auch einige Step-Grundschritte vermittelt bekommen hat. Alles andere jedoch erarbeiteten sie sich durch fortwährendes, intensives Training.

Wie sieht es aus? Haben Sie es bemerkt?
Wir haben Kultur und Sport mühelos mit untergebracht …
Ist Ihre Tasse leer?
Gut, meine auch. Dann lassen Sie uns auseinandergehen.
Wir treffen uns demnächst wieder. In alter Frische.

Bis dahin machen Sie es gut!

©Februar 2013 by Michèle Legrand

, , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

10 Kommentare

Freigeister, Malstifte und Torten

Freigeister_Malstifte_und_Torten.MP3
Listen on Posterous

Blick auf Oxford vom Carfaxtower ...

Blick auf Oxford vom Carfaxtower …

Es gibt Orte, an denen man sich sofort wohl fühlt. Das sind spezielle Plätze, die auf irgendeine geheimnisvolle Art auf Anhieb vermitteln, dass hierhin ALLE kommen dürfen, dass Anders(geartet)sein nicht nur mühsam toleriert, sondern vergnügt gelebt wird.
Oftmals sind es relativ unauffällige Fleckchen dieser Welt, die wirklich  nichts Besonderes haben. Weder hinsichtlich ihrer geografischen Lage  noch ihres Klimas (rein wetterbezogen), weder mit Hinblick auf ihr Umfeld noch ihre Ausstattung.
Nichts ist  kostbar oder besonders abweichend, auf irgendeine Weise extrem augenfällig und hervorstechend. Man könnte auf den ersten Blick vorbeilaufen (was viele auch tun!).
Wenn nicht …
Ja, wären da nicht die Kleinigkeiten, die den dort lebenden Freigeist verraten.  Einen Menschen, der von Schranken und Schubladen nichts hält.
Diese Art Menschen …
Ich nenne sie gern „bunte“ Lebewesen und stelle mir Folgendes vor:
Es gibt Wesen, die in ihrem Leben nur noch mit dem Bleistift malen. Schwarz.
Oder Stellen komplett leer lassen. Weiß.
So ist konsequenterweise auch ihr Sehen und Denken. Schwarz und Weiß.
Irgendwann hat man ihnen die Buntstifte weggenommen. Oder sie haben sie unbedacht weggeschmissen.
Manche vermissen sie nie und beharren stur auf ihrem Bleistift. Anderen kann man die Farbe wieder näherbringen.
Und noch wieder andere haben immer ein paar bunte Stifte hinter ihren Ohren klemmen, damit sie gleich das Triste und Engstirnige übermalen können.

Die Plätze, die ich so gerne finde, sind solche „bunten“ Orte. Bunt zwar auch – nur nicht zwangsläufig – im Sinne von Dekoration, sondern hauptsächlich in Bezug auf Meinungsvielfalt, Toleranz, Vorstellungsgabe, Akzeptanz, Offenheit.
An diesen Orten – wenn sie denn mal entdeckt  werden – treffen sich  plötzlich Menschen aller Altersgruppen, Menschen verschiedener Nationalitäten, verschiedenen Geschlechts, verschiedener Religionen, etc.  Immer wieder! Um dort zu klönen, zu staunen, zu lachen. Manchmal auch, um zu vergessen.
Oder sie treffen sich dort zum Torte kaufen.
Torte?
Genau, Torte!
Hergestellt aus  Sahne, Zucker, Mehl, Butter, Früchten … und Fantasie, viel Fantasie.
In Oxford entdeckte ich recht versteckt im September einen Laden, der eben diese herstellt. Spezielle, ausdrucksstarke Torten, so nenne ich sie für mich. Ohne, dass ich vorher davon gehört hätte und ohne spezielles Ziel vor Augen, hatte mich mein Weg direkt dorthin geführt. Fasziniert hatte ich nach kurzem Zögern die Tür zum Eintreten geöffnet. Die Atmosphäre war entspannt, und es hielten sich dort Kunden und  Angestellte unterschiedlichster Herkunft auf.
Ich war hineingegangen, weil es mich magisch angezogen hatte. Es interessierte mich brennend, wer oder was dahinter steckt. Hinter DIESEN Torten.
Weltverbesserer? Clowns? Freigeister?
Ich bat darum, Fotos von den Backwerken in der Auslage machen zu dürfen. Ich frage immer, wenn ich Werke anderer fotografieren will. Vielleicht nicht jedes Mal draußen, aber wenn sie sich im Raum oder auf Privatgrundstücken befinden schon. Manchmal zieht das einen Rüffel nach sich. Nicht von den Leuten, denen sie gehören. Sondern von denen, die mich begleiten.
„Nun mach’ schon! Was ist denn daran überhaupt besonders? Knips doch einfach. Wenn du fragst,  riskierst du doch nur ein Nein!“
Das Risiko gehe ich ein. Ein Grund ist der  Respekt vor dem Schaffen anderer. Der zweite Grund ist, dass es nie allein das Fotomotiv ist, was ich für mich und andere bewahren möchte. Mit meinem Fragen beginnt der Kontakt! Es gibt auch selten jemanden, der mir Aufnahmen verwehrt, wenn ich meinen Grund schildere: Bewunderung.
Der Chef des Ladens  hatte nichts dagegen. Ganz im Gegenteil, und automatisch plauderten wir auch ein bisschen. Das war inklusive. Er erzählte mir, dass es inzwischen zwei Geschäfte dieser Art gibt, eben hier in Oxford und des Weiteren in Banbury.  Das erste besteht schon seit 1986.  Ich fragte, ob er mir verraten würde, ob es eine spezielle Absicht sei, dass die Kunstwerke sozialkritisch seien bzw. unheimlich fortschrittlich was die gesellschaftliche Entwicklung angeht. (Sie werden vielleicht gleich bei den unten gezeigten Fotos merken, worauf ich hinauswollte)
Er lachte und sagte mir:
„Abgesehen davon, dass wir eben kreativ und originell sein möchten, ist der Hintergedanke und Leitsatz der Firma ganz einfach: Wir wollen mit unseren Torten nicht naserümpfend Missstände aufzeigen oder sie als Protestplakate benutzen. Es ist aber auch nicht einfach nur Ulk.  Abseits der Wunschmodelle der Kunden und des Standardangebots entwerfen wir Modelle, die für uns die Realität darstellen und von denen wir glauben – oder zumindest hoffen -, dass sie die  pure Selbstverständlichkeit wiedergeben. Wenn Sie es nicht tun, dann … ja,  dann sollen sie eine Anregung sein …!“

Hochzeitstorte - für Homosexuelle kreiert

Hochzeitstorte – für Homosexuelle kreiert

Diese Hochzeitstorte für schwule Paare beispielsweise. Homosexualität – in unserer Gesellschaft leider immer noch ein Reizthema, auch wenn sich vieles gebessert hat. Die Figuren oben auf der Torte: nicht nur homosexuelle, sondern auch noch Partner unterschiedlicher  Hautfarbe! Für den einen glücklicherweise völlig normal, für viele immer noch der Aufreger. Nur, es ist weder als Gag noch als Provokation gedacht! Eben Realität, hier in der Auslage des Schaufensters vor Augen gehalten.

Halloween-Torte - Motiv Mumie ...

Halloween-Torte – Motiv Mumie …

Oder Halloween. Ein leichtes sich Amüsieren über den Hype  Die Torte spricht Bände. Dem Kundenwunsch wird nachgekommen, doch darf man sich schon ein klein wenig lustig machen …

Hochzeitstorte - ... auf der Skipiste (Motiv für Ski- und Snowboardfahrer)

Hochzeitstorte – … auf der Skipiste (Motiv für Ski- und Snowboardfahrer)

Ganz wunschgemäß die Torte mit dem Ski- und  Snowboard fahrendem Paar. Piste aus Zuckerguss inklusive. Auch Kitsch hat eben seine Berechtigung. Würde niemand es wollen, gäbe es dies nicht. So ist Toleranz gefragt.
Von beiden Seiten!
Ich habe leider nicht alle Torten  als Bild, denn es ließ sich oft nur durch die Scheiben, die stark reflektierten, fotografieren. Es gab auch noch zwei Damen auf einer Hochzeitstorte, einen Löwen im Käfig, der die Gitterstäbe auseinanderbog, ein uraltes Pärchen, das sich innig küsste und ganz andere Dinge, die so viel über die Einstellung des ‚Erdenkers’ und/oder Konditors verrieten.
Wissen Sie, was mir noch auffiel?
Der Bereich, in dem dieses Geschäft angesiedelt ist, war in früheren Zeiten eine große freie Marktfläche in Oxford. Die Bewohner damals beschwerten sich über die merkwürdigen Gerüche, die dort wohl beim Essen kochen aufstiegen, wenn Wolle eingefärbt wurde, Tiere mitgebracht wurden,  o. ä.
Es hatte zur Folge, dass die Stadtherren beschlossen, diesen gesamten Bereich komplett niedrig überdachen zu lassen.  Abzudichten. So geschah es, und so blieb es bis heute. Ein versteckter, etwas vernachlässigter, leicht schäbiger Fleck inmitten Oxfords. Vieles war den Herren und Damen damals nicht gut genug gewesen und wurde mit gerümpfter Nase betrachtet.
Weggesperrt.
Aus den Augen, aus der Nase, aus dem Sinn.
Heute würden sie vielleicht andere Dinge noch mit darunter verstecken wollen.  Die Nase darüber rümpfen. Oder nicht ansprechen. In Vergessenheit geraten lassen. Alte Zöpfe huldigen. Entwicklungen der Gesellschaft am liebsten ignorieren.
Das hat ja schon immer so bombastisch geholfen….
Doch dann kommt irgendwann jemand daher, ein durchaus ernsthafter Mensch, der aber  gleichzeitig Humor und einen wachen Blick besitzt und mit diesem in dieser Enge, dieser Abgeschlossenheit, an diesem von vielen Blicken abgeschotteten Ort, ein Stückchen Offenheit lebt und frei anbietet, sie mit anderen zu teilen. Der sie verbreitet und es mit seiner entwaffnenden Selbstverständlichkeit geschafft hat, diesen leicht miefigen Standort in einen Platz zu verwandeln, von dem der frischeste Wind herausgetragen wird, den man sich nur denken kann. Hier ist nicht nur der Duft des Gebackenen verlockend!
Er hat es auf seine sehr eigene Art geschafft.
Mit Torten.
Finde ich toll!

Es war jedenfalls mehr als nur ein simples Vergnügen, in diesem Laden Gast gewesen zu sein.

 (Beitrag erscheint vorab bei www.goodnewstoday.de)

©November 2010 by Michèle Legrand

Nachtrag im Oktober 2012:
Zwei Jahre sind seitdem vergangen. Inzwischen ist es gar nicht mehr so selten, dass Lebensmittel (Gebäck wie Kekse, Muffins, Kuchen und Torten, aber auch Bonbons oder sogar die Dekoration auf einer Pizza) eine deutliche Aussage tragen können.
Oder sollen.
Oder dürfen.
Alles ist möglich.
Heute werden sie für alles „benutzt“.
Heute ist das Ziel dieser Kreation nicht mehr vorwiegend aufrütteln, aufzeigen oder protestieren. Es geht  mehr um das Abheben, um den Gag und die Erhöhung des Absatzes durch originelle Motivwahl und Andersartigkeit gegenüber der Konkurrenz.
Wird noch etwas durch die Blume gesagt?  Werden sich über den eigentlichen Hintergrund oder Sinn noch Gedanken gemacht?
Das Nachdenken darüber scheint nachgelassen zu haben …
Allerdings prägen sich auch auf diese etwas unreflektierte Art der Verbreitung früher ungewohnte Bilder und Anblicke ein. Werden selbstverständlich.
Und erreichen so letztendlich auch das Ziel.

, , , , , , , , , , , ,

2 Kommentare

%d Bloggern gefällt das: