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Raus aus der Stadt: Ostermontag am Mönchsteich

Hatten Sie schöne Ostern? Ich hoffe, auch bei Ihnen schien die Sonne so herrlich – zumindest zeitweise — wie hier im Norden.
Sie waren sicher draußen, oder?
Bei der Ostereiersuche (bzw. bei Ihrem Job als Ersatzosterhase), beim Spaziergang oder gar einer sportlichen Betätigung?

Mich lockten die Sonnenstrahlen und die Sehnsucht nach frischer Luft hinaus. Als Blogstammgast wissen Sie natürlich, dass Hamburg (obwohl Großstadt) selbst bereits gut für Spaziergänge geeignet ist – sogar dann, wenn es einen ans Wasser zieht – doch an den Osterfeiertagen wird es drängelig an der Alster, und es quillt förmlich direkt unten im Hafen an den Landungsbrücken.
Deshalb war ich diesmal östlich von Hamburg auf dem Land. Dort befinden Sie sich in der Stormarner Schweiz. Weiter als 30-40 km brauchen Sie nicht fahren, dann wird es sogar etwas hügelig, wenn auch nicht bergig, wie der Begriff Schweiz implizieren könnte … ^^
Eine schöne Landschaft. Seen, kleine Gemeinden mit dörflichem Charme und oft liebevoll gepflegten Gärten. Man sieht sogar Straßenschilder, die schmiedeeisern eingerahmt sind, kunstvoll geschwungen! Es gibt viel alten Baumbestand. Große, ausdrucksstarke, knorrige Bäume, deren Borke oft tiefe Furchen zeigt und deren Äste phantasievolle Formen ausgebildet haben.
Hier und dort beginnt plötzlich eine Allee, weite Felder umgeben Sie und manchmal taucht eine Wasser- bzw. Windmühle auf oder Sie passieren sehenswerte Dorfkirchen.

Einige Eindrücke hätte ich für Sie – vielleicht sind Sie auch für so etwas zu haben.

Ostern 2013 - Allee nahe Gut Basthorst

Ostern 2013 – Allee nahe Gut Basthorst

Ostern 2013 - Großes Stand-Vogelhaus aus Holz, reetgedeckt

Ostern 2013 – Großes Stand-Vogelhaus aus Holz, reetgedeckt

Ostern 2013 - Evang. St. Marien-Kirche, Basthorst - Schleswig-Holstein

Ostern 2013 – Evang. St. Marien-Kirche, Basthorst – Schleswig-Holstein

St. Marien-Kirche, Basthorst - von knorrigen Bäumen bewacht

St. Marien-Kirche, Basthorst – von knorrigen Bäumen bewacht

Ostern 2013 - Seltsam geformte Äste ... St. Marien-Kirche, Basthorst - Als würde jemand gleich auf das Dach springen ...

Ostern 2013 – Seltsam geformte Äste … St. Marien-Kirche, Basthorst – Als würde jemand gleich auf das Dach springen …

 Ostern 2013 - ausreichend Holzscheite für den Kamin oder Feuerkörbe ...

Ostern 2013 – ausreichend Holzscheite für den Kamin oder Feuerkörbe …

Einmal volltanken, bitte ...   Diesel-Zapfsäule mit eigener Beleuchtung.

Einmal volltanken, bitte … Diesel-Zapfsäule mit eigener Beleuchtung.

Mich zog es für den eigentlichen Spaziergang zum Mönchsteich, einem kleineren See, der sich nahe den zwei größeren Gewässern, dem Großen- und dem Lütjensee befindet. Auf der Strecke von Trittau nach Lütjensee (die Gemeinde selbst trägt auch diesen Namen), kommen Sie daran vorbei.
Manchmal erwarte ich, dort am Ufer einem älteren Herrn mit einer vielleicht braunen Kutte sowie einer locker um den Leib gewundenen Kordel zu begegnen, denn irgendwann, allerdings schon vor über 800 Jahren, waren es Mönche, die diesen Teich anlegten, um Karpfen zu züchten. So entstand sein Name.
Man kann dort auch baden. Es gibt zwar keinen Badestrand, aber kleine, verschwiegene Buchten, und es heißt, der See sei daher beliebt bei FKK-Anhängern.
Nun, im Winter bzw. an einem Osterfeiertag inklusive Schnee, ist die Chance relativ klein, dass Sie dort einem Nackten begegnen …

Ostern 2013 - Mönchsteich - Ein Blick hinüber zum winterlichen Ufer. Es ist noch Eis auf dem See ...

Ostern 2013 – Mönchsteich – Ein Blick hinüber zum winterlichen Ufer. Es ist noch Eis auf dem See …

Es ist herrlich dort draußen! Der Weg entlang des Sees führt durch Mischwald, die Luft ist klar, munteres Vogelgezwitscher ertönt von allen Seiten. Die Randzonen des Mönchsteichs sind natürlich geformt und mit Gräsern, Schilf, Rohrkolben u. a. typischen Uferpflanzen bewachsen. Ein Großteil der Gegend ist Naturschutz- bzw. Wasserschutzgebiet.

Ostern 2013 - Mönchsteich - Einige Baumarten, wie z. B. Weiden,beugen sich beim Wachsen wie zum Trinken ganz tief gen Wasser  ...

Ostern 2013 – Mönchsteich – Einige Baumarten, wie z. B. Weiden,beugen sich beim Wachsen wie zum Trinken ganz tief gen Wasser …

Ich hatte das Vergnügen auf der sonnenbeschienenen Seite des Sees zu laufen und dabei den Blick hinüber zum anderen hügeligen Ufer zu haben, das durch seinen offenbar dichteren Baumbestand und seine Lage wahrscheinlich länger im Schatten liegt und noch wesentlich winterlicher aussah. Ein Teil der Wasserfläche trug auch eine Eisschicht.
An einem Ufer bereits  Frühlingsluft,  am anderen noch das Winterfeeling …

Alles wirkt überaus idyllisch. Nur wenige Wanderer, vereinzelt mit Hunden, sind unterwegs. Zwei fast kalbgroße, wohlerzogene, sehr gepflegte, dickflauschige Bettvorleger schnuppern zurückhaltend, während sie vorbeitraben.
Alles ist friedlich. Zumindest zu Beginn …

Ostern 2013 - Mönchsteich -

Ostern 2013 – Mönchsteich – Rohrkolben am Ufer …

Oster 2013 - Am Mönchsteich zwischen nahe Lütjensee

Oster 2013 – Am Mönchsteich zwischen nahe Lütjensee

Am Mittag des Ostermontags gibt es anfangs auf dem See genau sieben Vögel, die sich zudem sehr großzügig verstreut haben.
Ein kleines Teichhuhn ist Single und teilt sich etwa ein Viertel der gesamten Seefläche mit einem einzigen Stockentenpaar, das dicht nebeneinander schwimmend, friedlich seine Runden dreht.
Im zweiten Viertel des Mönchsteichs dümpeln gelangweilt – oder extrem relaxed – zwei Graugänse vor sich hin.
Bei denen weiß ich nie, ob sie männlich oder weiblich sind. Sagen wir, es waren Jens und Uschi … vielleicht aber auch Jens und Hagen respektive Uschi und Lisbeth.

Ostern 2013 - Mönchsteich  - Graugänse genießen die wärmende Sonne auf dem Gefieder ...

Ostern 2013 – Mönchsteich – Graugänse genießen die wärmende Sonne auf dem Gefieder …

Die Gruppe komplettiert ein Schwanenpaar, das die gesamte zweite Hälfte des Sees sein Eigen zu nennen scheint. Sehr elegant sehen die beiden aus. Gleiten majestätisch über das Wasser. Vielleicht ein ganz wenig snobistisch … Ihre Bewegungen sind fließend, die Haltung vorbildlich.

Ostern 2013 - Mönchsteich - Das Schwanenpaar zieht seine Kreise ...

Ostern 2013 – Mönchsteich – Das Schwanenpaar zieht seine Kreise …

Es herrscht Ruhe auf dem Wasser.
Noch!

Bis irgendwann, aus heiterem Himmel, den Gänsen fatalerweise einfällt, dass sie Ortsveränderung brauchen. Vielleicht suchen sie auch das Abenteuer oder Action. Kurzerhand paddeln sie schnatternd los, kennen kein Halten und überqueren dabei eine unsichtbare Grenze.
Sie befinden sich nun in Seehälfte zwei!
Der Schwanenhälfte!
Denen wird selbstverständlich prompt in dem Augenblick klar, dass sie erstens das Schnattern kolossal stört und dass es zweitens verdammt eng werden könnte auf dem Wasser!
Wieso eng?
Na, hören Sie! Was ist ein halber See?
Das ist nichts!
Die Schwäne verlieren ihre Gelassenheit. Das Erhabene ist verschwunden. Sie scheinen sich untereinander zu verständigen, wer für die Abwehr der Eindringlinge zuständig ist.
Ein Schwan bleibt zunächst zurück, der andere wird zum Krawallbruder. Er nimmt Kurs auf die am nächsten schwimmende Gans, hebt wütend sein Gefieder an, breitet es leicht aus, vergrößert auf diese Art effektvoll sein Volumen, nähert sich mit dieser Drohgebärde und gibt fauchende Laute von sich.
Die Gänse haben noch genügend Sicherheitsabstand, um großkotzig zurückzustänkern.
Die Entfernung verringert sich jedoch schnell, und auch der zweite Schwan mischt jetzt mit, wenn auch nur begleitend. Gans eins, welche die Schwäne anpeilen, wird es obermulmig. Sie gibt aus taktischen Gründen vor abzudrehen. Der Bluff wirkt nur kurz.
Schwäne sind nicht dumm!

Ostern 2013 - Mönchsteich - Es wird ernst für die Gans ... Die Schwäne mögen keine Eindringlinge.

Ostern 2013 – Mönchsteich – Es wird ernst für die Gans … Die Schwäne mögen keine Eindringlinge.

Die Verfolgung geht weiter. Als nur noch ein Meter Distanz besteht, startet die Gans durch. Durchpflügt leicht panisch das Wasser, legt an Tempo zu, hebt ab und beschwert sich bei ihrem Abflug unüberhörbar entrüstet über die Ungerechtigkeit dieser Welt. Pöbelt weiter, während sie an Höhe gewinnt.
Gans zwei wartet ab, doch der aggressivere der beiden Schwäne dreht bereits auf sie zu. Sie verzichtet weise auf sein Komplettprogramm, sieht die Aussichtslosigkeit der Lage ein und fliegt solidarisch ihrem Kumpel hinterher.

Ostern 2013 - Mönchsteich - ... Kurs auf die noch verbliebene zweite Gans

Ostern 2013 – Mönchsteich – … Kurs auf die noch verbliebene zweite Gans

Ostern 2013 - Mönchsteich - ... auch sie wird erfolgreich vertrieben.

Ostern 2013 – Mönchsteich – … auch sie wird erfolgreich vertrieben.

Beide landen in ihrem ursprünglichen Seeviertel. Selbst dort hört man sie noch länger erbost randalieren.

Der Schwan hat sich beruhigt. Die Eindringlinge wurden erfolgreich vertrieben. Die lästigen Revier- oder Nahrungskonkurrenten sind außer Sicht.

Ostern 2013 -  Schwäne auf dem Mönchsteich - ... Ruhe kehrt wieder ein

Ostern 2013 – Schwäne auf dem Mönchsteich – … Ruhe kehrt wieder ein

Ganz schön imposant, wenn ein Schwan zur Furie wird!
Wenn Zoff auf dem See ist!
Wenn es laut wird und das Wasser dramatisch aufspritzt …

Auf dem Rückweg komme ich erneut an den Gänsen vorbei. Wieder scheinen sie  wie verankert an einer Stelle auf- und niederzuwippen. Ich schaue zu ihnen hinüber und rufe:
„Mein lieber Schwan, das ging aber heftig zu bei euch!“
Die Gänse drehen sich weg …
Ich glaube, sie hatten keine Lust auf solch überflüssige Konversation.

Vielleicht war es auch das Wort Schwan

©März 2013 by Michèle Legrand
Michèle Legrand (WordPress)_

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Genuss pur mitten in Hamburg: Planten un Blomen … und das Geheimnis der fehlenden Fensterscheibe

X -Planten un Blomen - Titelfoto, Blog Michèle. Gedanken(sprünge)
Es gibt etwas in meiner Stadt, was ich schon lange hier im Blog zeigen wollte. Etwas, von dem es zudem auch ein wenig zu berichten gibt  und wer hier öfter mitliest, der weiß, dass ich bezüglich ganz ausführlicher Fakten und Informationen zur (Vor-)Geschichte lieber auf die vorhandenen Quellen verweise, als diese hier erneut seitenweise haarklein wiederzugeben.
Mir geht es  eher um Dinge, die mir beim Besuch jenes Ortes durch den Kopf gehen, Erinnerungen und Gedanken, die hochkommen, Lebewesen – Mensch oder Tier –  die mir aus welchem Grund auch immer auffallen, um Fleckchen Erde, die einfach zu schön sind, um nicht gezeigt zu werden.
Meine Erkundungen geben idealerweise einen realistischen optischen Eindruck und Sie, als Leser, können bei dem persönlichen Touch, den jeder Blogpost enthält, entscheiden, ob Sie es genauso einschätzen und fühlen oder nie auf die Idee kommen würden, so zu denken.
Sie können sagen: Ja! Genau!  Sie können auch die Augenbrauen erstaunt hochziehend fragen: Echt?  Oder Sie brummeln: Also wirklich! Mir ist alles gleich lieb- denn Sie haben etwas empfunden! Darauf kommt es an.

Als es nach meinem Blogpost „Ich träume von Klatschmohnwiesen“ so vorzüglich mit dem Wetterwechsel geklappt hat (zwei Tage danach setzte der Sommer mit Temperaturen um 23-25°Celsius ein), machte  ich mich am Sonnabend, dem 26. Mai auf den Weg.  Mein Ziel: Planten un Blomen.
(Für Nichthamburger folgt nun doch eine kurze Erklärung:
Planten un Blomen ist ein Name aus dem Plattdeutschen und heißt ins Hochdeutsche übersetzt Pflanzen und Blumen. Es ist eine ca. 47 ha große Park- und Blumenanlage mit viel Wasser  (Bächen, Seen, Wassertreppen und –fontänen), mit Themengärten (Rosengarten, einem japanischen Garten u. a.), es gibt ein Tropenschauhaus (im Alten Botanischen Garten) und die davor liegenden Mittelmeerterrassen. Des Weiteren Freizeiteinrichtungen (großer Spielplatz, Wasserspiele für Kinder, in den Wallanlagen eine 4.300 qm große Kunsteis- bzw. Rollschuhbahn, Schachspielmöglichkeiten, Liegewiesen, Stühle, Restauration, Musikpavillon u. a.).
Schon in den Jahren zwischen 1930 und 1945 wurde die Grünanlage unter diesem Namen für die Niederdeutsche Gartenschau gestaltet. Bis 1930 war dort der zoologische Garten, dann ein Volks-, Vogel- und Vergnügungspark, der sich ab 1935 zu Planten un Blomen wandelte. In den 70er Jahren gestaltete man zusätzlich die Alten Wallanlagen (1616-1625 als Stadtbefestigung erbaut) zu öffentlichen Parks um und integrierte sie später. Alles zusammen trägt heute die Bezeichnung Planten und Blomen und ist ein Ort, der sehr gern von Hamburgern wie auch von auswärtigen Gästen der Stadt aufgesucht wird.)

Ich erwähnte gerade die Gartenschau der 30er Jahre. Auch danach war diese Gartenanlage noch dreimal Ort der IGA (Int. Gartenausstellung), nämlich in den Jahren 1953, 1963 und 1973.
Ich erinnere mich, dass ich die letzte als Kind mit meiner Mutter besuchte. Jeder spätere Besuch in der Parkanlage war und ist also auch ein wenig Rückkehr in Kindheitszeiten. Bei Orten, die Eindruck hinterließen, die das Gedächtnis einfach behält, findet immer eine Kombination aus Zeitreise und aktuellem Erleben statt. Es funktioniert bei positiven und negativen Erinnerungen gleichermaßen.
Wir wohnten damals im südlichen Schleswig-Holstein, eigentlich gar nicht so weit entfernt von Hamburg, doch es war zu der Zeit ein Abenteuer, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur IGA zu kommen. (Manche, die jetzt dort wohnen, stöhnen selbst heutzutage noch z . B. über Busfahrpläne und Linien, die ihren Betrieb grundsätzlich gegen 21 Uhr einstellen).
Unser Ausflug war daher minutiös geplant und musste akkurat eingehalten werden, denn wenn überhaupt ein Bus fuhr, dann mit mehrstündigem Abstand zum nächsten. Es ging  in aller Frühe los. Es bedeutete mehrmaliges Umsteigen und Anschlüsse erwischen, irgendwann das Erreichen der damals nördlichsten U-Bahnstation Hamburgs (Garstedt), um von dort aus in halbstündiger Fahrt zur Station Stephansplatz zu gelangen.
Man hatte es wirklich geschafft! Man war endlich dort!
Dort, wo sich die Welt traf, wo Trubel herrschte, wo alles bunt und prächtig war. In diesem Moment war es einem auch noch relativ egal, dass man irgendwann in ein paar Stunden in einem wesentlich ermüdeterem Zustand, die ganze Reise auch wieder zurück machen durfte …
Es gab die extra für diese Gartenausstellung aufgebaute IGA-Bahn, eine kleine Eisenbahn  (Seiten offen, jedoch mit Dach) auf Schienen, die durch das gesamte Gelände fuhr und haufenweise fußmüde oder generell lauffaule Menschen aufnahm. Vier Bahnhöfe wurden angefahren, etwa eine halbe Stunde dauerte die Rundfahrt. Wenn ich mich richtig entsinne, konnte man jedoch zwischendurch aussteigen, unterbrechen und wieder zusteigen. Es herrschte richtig Verkehr damals, denn ungefähr 15 farblich unterschiedlich aussehende Züge fuhren umher.
Ich weiß, dass es im Park seinerzeit Unmengen von Spatzen gab, ich sehe sie heute noch vor mir, wie sie durch die Gegend stoben, sich auf Banklehnen niederließen, immer in der Hoffnung, von den Besuchern die Krümel zu ergattern. Die Krümel von Brot und Keksen, nicht die Krümel von sich auflösenden Besuchern. Das hörte sich gerade missverständlich an …
Ist etwas davon geblieben? Die IGA-Bahn gibt es nicht mehr. Sie wurde noch ein paar Jahre weiter genutzt, dann fehlte Anfang der 80er Jahre ein Betreiber, und man mottete sie ein. Kurz danach wurden auch die weitaus meisten Gleise wieder entfernt. Eigentlich fast schade, denn es war eine schöne Idee, direkt durch blühende Beete fahren zu können.
Die Zahl der Spatzen ist extrem zurückgegangen! Vor einiger Zeit dachte ich, in Hamburg gäbe es fast keine mehr, doch seit etwa drei Jahren geht es wieder aufwärts. Der NABU fand bei seiner Winterzählung heraus, dass diese Vogelart hier in Hamburg zahlenmäßig an vierter Stelle steht. Bei mir im Garten sicher nicht. Dort kommen Rotkehlchen, Blau- und Kohlmeisen, Gimpel, Finken, Zaunkönige, Amseln, Tauben, Krähen, Elstern und sogar Grün- und Buntspecht sowie Eichelhäher eher vor als ein Spatz (Haussperling).
In Planten un Blomen sind mir vermehrt Amseln aufgefallen. Da fast alle, die mir über den Weg liefen,  Nahrung im Schnabel transportierten, vermute ich, dass viele gerade mit dem Füttern ihrer Jungen beschäftigt sind. Die Formulierung „über den Weg liefen“ war übrigens absolut wörtlich gemeint. Man könnte momentan annehmen, die schwarzen Sänger seien in diesem Stadium (Nahrungssuche) flugfaul, denn sage und schreibe insgesamt fünf Amseln hüpften vor mir die Treppen zu Fuß herauf bzw. herab. Ein merkwürdiger Anblick, besonders derart gehäuft.
Was geblieben ist, ist der wunderschöne Garten. Es hat sich einiges verändert. Es sind nicht mehr die auf kurzen Effekt ausgelegten Riesenbeete mit einjährigen Sommerblumen, die vorherrschen, es sind nun Staudenbeete in Kombination mit Gehölzen und viel Wasser. Es ist der japanische Landschaftsgarten, der hinzukam (wie auch das Teehaus, indem von Zeit zu Zeit Teezeremonien stattfinden). Es ist die Gesamtgestaltung und Ausweitung der Parkanlage, die unheimlich dazu beiträgt, dass man während des Aufenthaltes dort in eine andere Welt abtaucht.
Die Straßen und typischen Stadtgeräusche sind auf einmal unendlich weit weg, die Luft ist eine andere. Düfte kitzeln in der Nase, das Gurgeln des Wassers, das die vielen Wassertreppen herunterrinnt und -sprudelt, ist Balsam für die Ohren.
Die Vielseitigkeit der Anlage mit den großen, recht weitläufigen Rasenflächen am Parksee einerseits und andererseits ihren vielen schmalen, unvollkommenen, halb zugewachsenen Wegen und Stufen, die abzweigen und in kleine Bereiche führen, in dunkle, verwunschene Nischen und idyllische „Zimmer“, die Höhenunterschiede ausgleichen und einen von den hoch gelegenen Mittelmeerterrassen am Tropenschauhaus hinunter zum Wallgraben führen, diese Vielseitigkeit macht das Verweilen so interessant. Man möchte jeden Winkel erkunden, jeden Weg, der ins Nirgendwo zu gehen scheint, begehen, neugierig schauen, was sich hinter der nächsten Ecke verbirgt.

1 -Planten un Blomen - Eingang am Stephansplatz - Fernsehturm im Hintergrund

Planten un Blomen – Eingang am Stephansplatz – im Hintergrund ist der Heinrich-Hertz-Turm (Fernsehturm, Höhe ca. 279 m) zu sehen

2 -Planten un Blomen - Radisson Blu Hotel am CCH

Zwischen den Pflanzen taucht das Radisson Blu Hotel am CCH auf. Es ist das höchste Hotel Hamburgs (108 m), 32 Etagen (davon 27 bewohnbar), mit 556 Zimmern und Suiten

3 -Planten un Blomen - Die Liegende von Ludwig Kunstmann

Auf dem Weg zum Tropenschauhaus passiert man den Platz dieser Dame: Die Liegende von Ludwig Kunstmann

4 -Planten un Blomen - Brücke

Abgebogen ins Gebüsch und sie entdeckt: die Brücke …

5 -Planten un Blomen - Auch hier ein Schloss an der Brücke - Taura und Virgo haben es hinterlassen

Auch hier ein Schloss an der Brücke … Taura und Virgo haben es hinterlassen

Natürlich frage ich mich, wenn ich dieses Schloss sehe, wie lange es wohl schon dort festgemacht ist. Ich stelle mir Taura und Virgo vor. Ob es wirklich die realen Namen sind? Oder ist es eine Abwandlung der Sternzeichen beider (Stier und Jungfrau)? Sind sie noch zusammen? Werden die „Parkwächter“ das Schloss an der Brücke lassen? Oder kommt Virgo mit dem Bolzenschneider, weil er Taura inzwischen doof findet? Nein. Sie werden heiraten, und in ein paar Jahren mit ihren Kindern auf der Brücke stehen, um beim Anblick des Schlosses heimlich ein Tränchen wegzuwischen.
„Mama, warum weinst du denn?“
„Ich hab nur Staub ins Auge bekommen, Aquarius.“
Wir bleiben natürlich bei den Sternzeichennamen. Aquarius (Wassermann) für den Jungen und Libra (Waage) heißt das Mädchen. So einfach ist das … Virgo wird sich räuspern, Libra auf die Schultern setzen und ihr dann beim Weitergehen versuchen zu erklären, warum Papa da einfach ein Schloss anhängen durfte und warum er es auch jetzt nicht abmachen will.
Doch kommen wir langsam wieder zurück zu  … PLANTEN UND BLOMEN!

Ich wende mich dem Weg zu, der zum Tropenschauhaus und den Mittelmeerterrassen führt und habe einen schönen Blick auf den unter mir liegenden Wallgraben.

6 -Planten un Blomen - Blick auf den alten Wallgraben und blühende Iris am Ufer

Blick auf den alten Wallgraben und blühende Iris am Ufer

Die Mittelmeerterrassen sind im Alten Botanischen Garten. Daran angrenzend befindet sich das Tropenschauhaus. Im Grunde sind es mehrere Pflanzenschauhäuser, die alle unter Denkmalschutz stehen. Eröffnet wurden sie anlässlich der IGA 1963, und es existieren verschiedene Bereiche mit unterschiedlichen Klimazonen (Tropen, Subtropen, Kakteen und andere Sukkulenten sowie ein Farnhaus). Der Eintritt ist frei, Spenden erwünscht (es gibt einen Kasten am Ausgang).

8 -Planten un Blomen - Blick vom Wallgraben zu den Mittelmeerterrassen und zum Tropenschauhaus des Bot. Instituts derUniversität

Blick vom Wallgraben zu den Mittelmeerterrassen und zum Tropenschauhaus des Botanischen Instituts der Universität

9 -Planten un Blomen - Aquarium am Tropenschauhaus - Fisch schleckt Scheibe ab

Etwas unscharf, aber speziell. Im Aquarium am Eingang des Tropenschauhauses schleckte dieser Fisch hingebungsvoll die Scheibe ab …

10 -Planten un Blomen - Tropenschauhaus

Der Urwald in der Stadt – möglich im Tropenschauhaus

11 -Planten un Blomen - Beeindruckende Stämme (Formen) und Borken haben einige Palmen

Beeindruckende Stämme (Formen) und Borken haben einige Palmen …

12 -Planten un Blomen - Tropenschauhaus (Subtropen-Bereich)

Tropenschauhaus (Subtropen-Bereich)

13 -Planten un Blomen - Tropenschauhaus - Bereich Kakteen und andere Sukkulenten

Tropenschauhaus – Bereich Kakteen und andere Sukkulenten

14 -Planten un Blomen - Tropenschauhaus - interessante Blattanordnung ...

Interessante Blattanordnung …(es stand kein Name dran, dürfte aber wohl eine Euphorbia-Art sein)

Im Kakteenhaus (Sukkulentenhaus) ist zurzeit etwas Besonders zu sehen. Im Januar dieses Jahres stellte man hocherfreut fest, dass eine der Agaven einen Blütenstand ausbildet. Das war schon aufregend. Doch momentan ist man regelrecht aus dem Häuschen, weil seit Februar feststeht, dass auch die größte Agave blühen wird. Das ist so besonders, weil Agaven nur einmal in ihrem ganzen Leben blühen. Man erklärt dort, dass die Pflanzen, um dieses Blühen bewerkstelligen zu können, viele Jahre – bei großen Arten oft Jahrzehnte – brauchen, ehe sie ausreichend Pflanzenmasse aufgebaut und Reservestoffe gesammelt haben, um danach in wenigen Monaten einen Riesenblütenstand auszubilden und Samen anzusetzen. Das wiederum ist so kräftezehrend, dass alle Reservestoffe verbraucht werden und die Pflanze danach abstirbt.

Bei der Pflanze im Kakteenhaus handelt es sich um eine Agave (weberi J. F. Cels ex. J. Poiss), deren Alter man auf 30 bis 40 Jahre schätzt. Was die Herrschaften vom Tropenhaus – abgesehen von ihrer Begeisterung – zusätzlich ein bisschen ins Schwitzen bringt, ist die Tatsache, dass der Blütenstand eine Höhe von sieben bis acht Metern erreichen wird! Das ist höher als die vorhandene „Deckenhöhe“. Man hat überlegt, eine Dachglasscheibe zu entfernen und hat es mittlerweile auch getan. Solange noch Frostgefahr war, gab es eine vorübergehende Schutzkonstruktion gegen Kälte, und natürlich ist immer die Sorge da, wie sich das Wetter wohl weiter verhält.
Ich stelle mir schwere Güsse vor und weiß nicht, wie man in dem Fall verhindern will, dass das ganze Kakteenhaus geflutet wird …
Als ich dort war, wuchs die Agave recht munter gen Himmel und genoss die frische Luft ganz offensichtlich. Ich würde zu gern sehen, wie sie in voller Blütenpracht aussieht …

15 -Planten un Blomen - im Hintergrund die Agave, die einen Blütenstand ausbildet

Im Sukkulentenbereich -> im Hintergrund die Agave, die einen Blütenstand ausbildet

15a -Planten un Blomen - Agave (weberi J. F. Cels ex. J. Poiss)

Agave (weberi J. F. Cels ex. J. Poiss) – Die Pflanze ist auch als solche schon recht imposant.

16 -Planten un Blomen, Dachfenster entfernt, da die Agave zum Himmel strebt

Dachfenster entfernt, da die Agave zum Himmel strebt …

Beim Verlassen des Tropenschauhauses steige ich noch einmal die Stufen zum Wallgraben hinab, denn ich habe im Wasser etwas entdeckt, was ich mir näher anschauen möchte:

17 -Planten un Blomen - Zwei sich im Wallgraben auf einem Baumstumpf sonnende Schildkröten

Planten un Blomen – Zwei sich im Wallgraben auf einem Baumstumpf sonnende Schildkröten …

Vermutlich sind es Rotwangen-Schmuckschildkröten, die hier lässig abhängen. Ich habe ein Weilchen zugesehen, wie sie genüsslich den Hals streckten und ihr Gesicht Richtung Sonne drehten. Es hatte etwas enorm Friedliches und Erhabenes. Es drückte Wonne aus. Wohlbehagen. Deshalb war ich sehr erstaunt, als ein Spaziergänger neben mir zu seiner Begleitung sagte: „Können die nichts anderes als herumliegen? Muss das öde für die sein!“
Ich glaube es eigentlich nicht … (Sie sehen, hier ist auch wieder ein Punkt, an dem wir sehr unterschiedlich empfinden können).

17a -Planten un Blomen - Wieder auf dem Weg zum Hauptgang - vorbei an rotem Mohn

Wieder auf dem Weg zum Hauptgang – vorbei an rotem Mohn

17b -Planten un Blomen - Mohn mit enormer Leuchtkraft ...

Aus der Nähe: Mohn mit enormer Leuchtkraft …

18 -Planten un Blomen - Arkadengang am CCH (Dammtor)

Arkadengang am CCH (Dammtor)

19 -Planten un Blomen - Wassertreppen mit kleinem Wasserfall (rechts sind noch Beine eines ausruhenden Besuchers. Vorher wateten erhitzte Menschen durch das Wasser)

Wassertreppen mit kleinem Wasserfall (rechts sind noch Beine eines sich ausruhenden Besuchers. Vorher wateten erhitzte Menschen durch das Wasser)

20 -Planten un Blomen - in der Nähe des Parksees

In der Nähe des Parksees …

20a -Planten un Blomen - durch das Unterholz weiter zum Parksee ...

Durch das Unterholz weiter zum Parksee …

Mich zieht es weiter zum Parksee, der auch schon zur Zeit des Zoos dort war.  Selbst eine Fontäne gab es zu damaliger Zeit bereits, die manchmal, bei ganz speziellen Anlässen, auch beleuchtet wurde. Heute nun erleben wir im Parksee die Wasserfontänen, die ein bisschen wirken wie Orgelpfeifen. Wenn sie abends von den unter Wasser liegenden Scheinwerfern bunt erleuchtet werden und zudem Musik dazu erklingt (synchron zu Licht und Fontänen), dann wird auch gern von der Wasserlichtorgel gesprochen.

21 -Planten un Blomen - kurz danach ist der Blick auf den Parksee frei und wer Glück hat, sieht die Wasserfontänen

Kurz danach ist der Blick auf den Parksee frei und wer Glück hat, sieht die Wasserfontänen

22 -Planten un Blomen - So harmlos fängt es an (man sieht die Installationen unter bzw. im Wasser)

So harmlos fängt es an (man sieht die Installationen unter bzw. im Wasser)

23 -Planten un Blomen - Parksee - Wasserfontäne

Parksee – Wasserfontäne: nächste Stufe …

24 -Planten un Blomen - Wasserfontänen
25 -Planten un Blomen - Parksee: Wasserfontänen
25a -Planten un Blomen - Parksee: Wasserfontänen

26 -Planten un Blomen - Parksee: Wasserfontänen

Wieder geordneter …?

27 -Planten un Blomen - Parksee: Wasserfontänen

… doch noch einmal mit Power!

28 -Planten un Blomen - Gleiche Position einen Moment später  - als wäre nichts geschehen ...

Gleiche Position einen Moment später – als wäre nichts geschehen …

Spaziert man vom Parksee weiter in Richtung Messehallen und Fernsehturm (Heinrich-Hertz-Turm, ca. 279 m hoch), gelangt man an Blumen und Sonnenuhr vorbei zu den idyllisch gelegenen Wasserkaskaden. In einigen Becken befinden sich große, runde Trittsteine, die nicht nur von Kindern gern genutzt werden, um Tieren und Pflanzen noch ein wenig näher zu sein. Vereinzelte Bäume im Uferbereich sorgen für lichten Schatten, in dem wieder andere Pflanzen gedeihen. Hier entwickelt sich momentan der Wald-Geißbart (Aruncus dioicus) und besondere Iris-Arten gedeihen, wie zum Beispiel die gelbe Variante, die mit Vorliebe von Hummeln und anderen Insekten angesteuert wird.

29 - Planten un Blomen - gut besucht bei dem schönen Wetter

Planten un Blomen ist gut besucht bei dem schönen Wetter …

30 -Planten un Blomen - so viele Mohnknospen - ich muss wohl noch einmal wiederkommen ...

So viele Mohnknospen – ich muss wohl noch einmal wiederkommen …

31 -Planten un Blomen - Sonnenuhr (nahe Parksee)

Sonnenuhr (nahe Parksee)

32 -Planten un Blomen - besonders schön bei diesem Wetter - auch leicht schattige Bereiche

Besonders schön bei diesem Wetter – auch leicht schattige Bereiche

33 -Planten un Blomen - heißgeliebt von den Insekten - die gelbe Iris

Heißgeliebt von den Insekten – die gelbe Iris …

34 -Planten un Blomen - Die Sonnen- und Putzplätze der Enten. Hier wird auch der Nachwuchs aufgezogen.

Bei den Wasserkaskaden: Die Sonnen- und Putzplätze der Enten. Hier wird auch der Nachwuchs aufgezogen.

35 -Planten un Blomen - Entennachwuchs

Planten un Blomen – Entennachwuchs

36 - Planten un Blomen - Entennachwuchs und Kinder, die ihn gern oft ganz nah von den Trittsteinen aus beobachten

Entennachwuchs und Kinder, die ihn oft auch gern ganz nah von den Trittsteinen aus beobachten

37 -Planten un Blomen - Flamingogruppe von Hans Martin Ruwoldt

Flamingogruppe von Hans Martin Ruwoldt

Ist es nicht erstaunlich, dass Flamingos trotz ihres längeren Halses nur 17 Halswirbel haben, ein Schwan aber 25?

38 -Planten un Blomen - Storchenschnabel (Geranium) und Funkien (Hosta) am Wasser

Storchenschnabel (Geranium) und Funkien (Hosta) am Wasser

39 -Planten un Blomen - nahe Ausgang Messehallen: die Discokugeln ;)

Nahe Ausgang Messehallen: die Discokugeln ;)

40 -Planten un Blomen - Bronzeplastik von Barbara Haeger - eine von drei "Weiblichen Gestalten", die 1953 anlässlich der IGA aufgestellt wurden

Beim Apothekergarten die Bronzeplastik von Barbara Haeger – eine von drei „Weiblichen Gestalten“, die 1953 anlässlich der IGA aufgestellt wurden

Im Bogen geht es weiter zum Apothekergarten, der zur IGA 1963 angelegt wurde. Es ist ein Arzneipflanzengarten, bei dem man im Laufe der Zeit allerdings Giftpflanzen aus Sicherheitsgründen durch Kräuter ersetzt hat.  Nicht alle,  z. B. Fingerhut (Digitalis) habe ich noch entdeckt. Der Garten hat eine interessante Form, denn er verbirgt sich hinter weißen Mauern, die sieben einzelne Höfe mit Heilpflanzen umgeben. Man spaziert auf gewundenen Wegen und durchschreitet nach und nach Bereiche mit unterschiedlichen Pflanzen, die in einem „therapeutischen Bezug zu einem Organ oder Organgruppen des menschlichen Körpers stehen“.

42 -Planten un Blomen - Der Eingang zum Apothekergarten (Heilpflanzen- und Kräutergarten) ...

Der Eingang zum Apothekergarten (Heilpflanzen- und Kräutergarten) …

Kaum habe ich  das schmiedeeiserne Tor hinter mir gelassen, empfängt mich ein Schwall Oregano-Duft.  Jeder Hof riecht anders. Da keiner sonst dort war, konnte ich  mich teilweise mit geschlossenen Augen vorantasten und Stück für Stück erriechen, ohne Gefahr zu laufen, andere anzurempeln.
In den Mauern sind vereinzelt Öffnungen zum Durchgucken, wie auf dem Foto zu sehen. Als großer Ginkgo-Fan habe ich mich natürlich sehr gefreut, neben einem der „Fenster“ einen Ginkgo biloba zu entdecken …

43 -Planten un Blomen - Apothekergarten mit gewundenen Gängen und weißen Mauern - gelegentlich ein Durchguck ... (und ein Ginkgo biloba)

Apothekergarten mit gewundenen Gängen und weißen Mauern – gelegentlich ein Durchguck … (und ein Ginkgo biloba)

Ein Blick auf die Uhr sagte mir, dass ich schon mehrere Stunden im Park verbracht hatte. Und wenn einem das plötzlich bewusst wird, dann dauert es nicht mehr lange, bis das Gehirn sich  meldet und:
a) behauptet, dass die Füße weh tun
b) meint, dass es langsam Zeit wäre, an die Heimfahrt zu denken.
Gehört, getan.

41 -Planten un Blomen - Blüteninseln - immer wieder ...

Rückweg zur U-Bahnstation Stephansplatz: Blüteninseln – immer wieder …

44 -Planten un Blomen - schön die goldgelbe Laubfärbung des Baumes und die lilafarbenen Bälle des hohen Zierschnittlauchs (Allium) davor

Schön die goldgelbe Laubfärbung des Baumes und die lilafarbenen Bälle des hohen Zierschnittlauchs (Allium) davor. Verblüht sieht er (einige Sorten) ähnlich aus wie die Pusteblumen des Löwenzahns.

Der Ausgang ist erreicht, aber es war nicht das letzte Mal, und der zeitliche Abstand bis zum nächsten Besuch wird diesmal auch kürzer ausfallen.
Ich sage nur Mohnblüte, Agavenblüte, Laubfärbung Herbst …

Falls ihr/Sie auch Lust bekommen habt/haben, sei Ihnen gesagt, Planten un Blomen ist in jeder Jahreszeit einen Besuch wert, doch die schönsten Zeiten sind Frühsommer und Spätherbst. Demnächst, im  Juni, zeigen auch die Rosen im eigenständigen Rosengarten ihre ganze Pracht. Sie sind dieses Jahr etwas später dran, haben jedoch schon reichlich Knospen.
Es gibt genügend Sitzmöglichkeiten im Park (sowohl Bänke als auch schöne Stühle) und Liegewiesen (Decke mitnehmen!). Weiterhin bestehen die Möglichkeit sich zu verköstigen, falls kein Proviant mitgebracht wurde.
Oft ertönt Live-Musik (gratis) im Musikpavillon. Es kommt allerdings darauf an, welche Künstler auftreten. Von schön bis schaurig kann ein Besucher wirklich alles erleben. Heute war es Gebrüll ins Mikro, aber in einem verwunschenen Gang im Park spielten zwei Mädchen Querflöte und Geige, das klang gewaltig! Lassen Sie sich einfach überraschen!
Falls Sie mit Kinder kommen, nehmen Sie immer reichlich Wechselkleidung mit. Hier gibt es nicht nur den großen Spielplatz, sondern auch reichlich Wasserspiele. Da bleibt nichts lange trocken.
Und wenn Sie im Sommerhalbjahr abends durch den Park streifen, dann laufen Sie nicht vor 22 Uhr heim! Gehen Sie am Parksee vorbei und genießen Sie die das Konzert mit Wasserlichtorgel.

Das war es. Ich muss jetzt heim.  ;)

©2012 by Michèle Legrand

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