Beiträge getaggt mit Menschen im Alltag

Der Verband …

Sind Sie eigentlich mehr ein mitfühlender Mensch oder eher der etwas schadenfrohe Typ?
Tatsächlich? Immer lieb und verständnisvoll?
Wie sieht es aus mit gelegentlich nur schwer unterdrücktem Grinsen?
So ein klein wenig? Nein? Nie …?
Falls Sie sich und Ihr Verhalten nicht genau einschätzen können und Unsicherheit bezüglich des Typs
herrscht, dürfen Sie Ihre spontane Reaktion auf eine Begebenheit gleich hier testen.

Sie saßen gestern mit mir in der U-Bahn. Eine jüngere Mutter neben mir auf der Zweiersitzbank,
gegenüber auf den beiden Plätzen hatten die Tochter und der Vater des Kindes Platz genommen.

„Kann ich mal die Tüte haben?“, fragte die ca. Sechsjährige.
„Welche denn?“, wollte meine Sitznachbarin wissen.
Die, wo die Pferde drin sind“, sagte die Kleine.
Ihre Mutter suchte in den diversen Taschen, nahm schließlich aus einem der Beutel eine noch original
verpackte Bettwäschegarnitur und reichte sie hinüber. Leuchtende Augen! Pferdebettwäsche! Der Traum
vieler weiblicher Wesen – zumindest in einem bestimmten Alter. Sie strich liebevoll mit den Fingern über
die durchsichtige Plastikfolie und schmachtete den darunter zu sehenden Pferdekopf an. Rundlich und freundlich wirkte er. Ein sehr sanfter Blick gehörte dazu. Die wuschelige Mähne hing in langen Fransen bis
über die dunklen Kulleraugen. Ein Pferdefan findet das ja ungemein attraktiv.
„Mama, kann ich das aufmachen?“
„Warte doch bis wir zu Hause sind, Jasmin.“
„Och, nöö … Kann ich nicht ein bisschen …? Ich will nur das Pferd fühlen.“
Das Pferd? Nun, ein Pferd auf Stoff schien auf jeden Fall „echter“ und somit fühlbarer zu sein als eines unter Plastikfolie.
„Also gut“, gab ihre Mutter nach, „du kannst zum Reingreifen die Packung oben öffnen. Siehst du, hier …
Aber nichts rausziehen!“

„Okay.“
Das Kind war beschäftigt, die Eltern bald in eine rege Unterhaltung verwickelt. Die Packung hatte oben als Verschluss eine überlappende und an der Packungsrückseite anhaftende Plastiklasche, die zusätzlich über die gesamte Breite noch mit einem Tesafilmstreifen gesichert war. Die Kleine hielt das nicht auf. Sie pulte geduldig den Anfang des Streifens los und zog ihn danach komplett ab, ohne dass sich das Ding verzwirbelte oder an ihr haften blieb. Sie nahm rechtzeitig die zweite Hand zur Hilfe und hielt den Streifen nun – straff gespannt – links und rechts jeweils an den Enden fest.
„Mama …?“
Loswerden wollte sie den Klebestreifen natürlich schon irgendwie. So konnte sie ihr Pferd nämlich nicht befühlen. Mama war jedoch in ihr eigenes Gespräch vertieft und bekam nichts mit. Hörte der Vater vielleicht besser?
„Papa, du …?“
Der war offensichtlich ebenso gefangen von der gemeinsamen Unterhaltung mit seiner Frau.
„Papa …, soll ich dir einen Verband machen?“
Es schien sich mehr um einen Automatismus zu handeln, dass sein Kopf sich bewegte und er zustimmend nickte. Seine Tochter wickelte daraufhin das klebrige Ding mit Geschick und Hingabe rund um seinen Arm, irgendwo auf halber Höhe zwischen Ellenbogen und der Armbanduhr. Der neue Verband lag eng an. Sie
drückte den Streifen ringsherum noch zusätzlich ein bisschen fest. Bildschön war es geworden …
„Mama, Papa, guckt mal …!“
„Toll, Jasmin“, erwiderte Mama. Nur schaute sie zu diesem Zeitpunkt gar nicht bewusst hin.

Die Kleine widmete sich nun zufrieden dem Pferd auf dem Stoff und wieherte ab und zu fröhlich vor sich hin.
Drei Stationen später ging es für die Familie ans Aussteigen.
„Jasmin, gibst du mir bitte die Bettwäsche wieder. Ich muss sie jetzt wegstecken.“
Beim Versuch, die Verpackung zu verschließen, fluppte die Lasche prompt wieder hoch.
„War da nicht noch etwas zum Zukleben?“, erkundigte sich Jasmins Mama.
„Das hat Papa doch jetzt als Verband!“, meinte Töchterlein daraufhin sehr stolz.
Zwei Elternaugenpaare richteten sich auf besagten Verband.

Und dann hätten Sie das Entsetzen sehen sollen, als der Vater bemerkte, dass sein stark behaarter Unterarm äußerst sorgsam umklebt worden war! Offenbar kamen alte Erinnerungen an schmerzvolle Pflasterent-
fernungen oder eventuell sogar an tatsächlich erlittene Enthaarungsdramen unvermittelt wieder hoch …
Er fluchte los, bekam sich wieder unter Kontrolle und zupfte schließlich äußerst zaghaft an einem Ende des Klebestreifens. Ihm fehlte der Mut, diese Fummelaktion fortzusetzen – ganz zu schweigen vom Mumm, den Streifen einfach beherzt herunterzureißen!
Jasmin verstand die ganze Aufregung natürlich überhaupt nicht, die Mutter wiederum verkniff sich krampfhaft ein Lachen. Sie kämpfte vorbildlich um ihre Beherrschung, was ihr auch auf bewundernswerte Weise bereits nach Sekunden gelang.  Sie schaffte es daraufhin sogar, ihren Mann mit der Aussicht auf ein daheim durch vorheriges Einweichen schmerzfreies Abnehmen seines Verbandes“ zu beruhigen.
Ja, ja, die kleine Dramen des Alltags …

Wie fiel denn nun Ihre spontane Reaktion aus? Kam Mitleid mit dem Manne auf? Nein, oder? Mitleid bringt auch nichts. Aber vielleicht ein Quäntchen Mitgefühl? Und trotzdem dieser Anflug eines leichten Grinsens? Nebst einer Prise Erleichterung, dass es jemand anderen traf? Na, nun rücken Sie schon damit heraus …

Was der Test bei mir ergab? In dieser Situation zumindest war ich eindeutig ein Mischtyp …

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© by Michèle Legrand, August 2016
Michèle Legrand - Michèle. Gedanken(sprünge) @wordpress.com

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Zecke. Baby. Im Hafen. Und Parken spezial. Kurzum: die Woche

36° C im Schatten. In Hamburg! Bei eher kälteerprobten, frosttauglichen Norddeutschen! Und es gab tagelang ähnliche Werte! (Ich weiß, anderenorts war es noch heftiger!)
Bei solchen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit fehlt es mir etwas an Elan. Ich habe dann relativ wenig Durchhaltevermögen. Sie wissen, wie lange der Tropfen eines leckenden Küchenwasserhahnes braucht, um im Spülbecken zu landen? Geht fix, oder? Sehen Sie, ich bin bereits groggy, bevor er landet! Auch die Konzentrationsfähigkeit sah schon erheblich besser aus.
Selbst mein Laptop zeigt erste Schwächen! Er ist halt auch Norddeutscher.

Ich dachte mir, vielleicht bin ich nicht die einzige, die hitzebedingt ab und zu fast schlurft und anstrengende Sachen meidet. Vielleicht laufen auch Sie nur noch auf Sparflamme und schwere Kost zum Lesen ist momentan überhaupt nicht Ihr Ding.
Mein Vorschlag wäre daher, ich erzähle Ihnen einfach von ein paar Besonderheiten der letzten Tage. Unkompliziert für Sie, entspannend für beide. Sie und mich. Falls ich abschweife, schweifen Sie mit. Das fällt momentan überhaupt nicht auf.

Premieren. Sie sind meist eine feine Sache. Ich war jedoch Part einer Premiere, auf die ich sehr gut hätte verzichten können. Mich biss, stach, biss … ach, wie auch immer es korrekt lautet, mich piesakte eine Zecke. Eine Hamburger Zecke – oder ein Quiddje, ein zugewandertes Exemplar. So etwas hat in Hamburg noch Seltenheitswert, daher versetzten mich sowohl Anwesenheit als auch Verhalten in Erstaunen.
Ich hatte mich nicht außerhalb in ländlicher Umgebung aufgehalten, war in der Stadt auf keiner Wiese, in keinem Park, im Garten nicht im Gebüsch gewesen. Ich trug am Tag des Überfalls zudem robuste Kleidung, war nicht etwa halb nackt! All das hat nichts genützt.
Man wird mitten in Hamburg von einer dreisten Zecke erklettert, die sich unter der langen Jeans zunächst am Kniestrumpf empor und später im Hosenbein hinauf bis zum Oberschenkel vorkämpft, um sich dort letztendlich festzusaugen. Ich habe sie nach Entdeckung eliminiert.
Nun hoffe ich, dass sie keine Borreliose-Erreger hinterlassen hat … Ein Bluttest ist leider erst nach acht Wochen möglich, und letztendlich bringt auch der nicht allzu viel. Er zeigt lediglich, ob sich Antikörper entwickelt haben. Wie jegliche Insektenangriffe, sehen auch die Nebenerscheinungen der Zeckenverköstigung bei mir nach Gemetzel und mindestens einer Monsterattacke aus. Doch nach jetzt sieben Tagen zieht es merklich ab. Zumindest das ist ein gutes Zeichen.

Am Montag ergab sich eine weitere Premiere der etwas anderen Art, als ich auf meinem Rückweg einen Moment auf einer Bank im Schatten pausierte. Neben mir den Platz belegte eine junge Mutter. Sie hatte ein Baby dabei, ein kleines Mädchen von vier Monaten, und ihren Sohn, etwa zweieinhalb Jahre alt. Das Gespann war ohne Kinderwagen unterwegs (der wartete im Kofferraum des anderswo geparkten Autos); so trug sie die Kleine auf dem Arm.
Der Knirps saß Eis schleckend zwischen uns. Als er meine Einkaufstasche mit der schwarz-weißen Zeichnung des Hamburger Hafens unten an den Landungsbrücken und am Alten Elbtunnel interessant fand und mir dazu mittelgroße Löcher in den Bauch fragte, kamen die junge Frau und ich ebenfalls ins Gespräch.
Gleich darauf gab es diesen kleinen Unfall mit seinem Eis. Es war im Pappbecher und bei der Hitze im Nu komplett flüssig geworden. Der Lütte hatte unvermittelt die Idee gehabt nachzuschauen, was wohl auf der Unterseite des Bechers stand, da landete die Soße komplett auf seinem T-Shirt. Auf seiner Brust. Er brüllte, denn die Tunke war offenbar immer noch recht kalt. Obendrein war sein schönes Eis futsch. Außerdem schien er mir einer zu sein, der generell enorme Vorbehalte gegen das Tragen eingedrecktes Kleidungsteile hegt.
Und er musste auf einmal. Ganz dringend!
Seine Mutter geriet langsam ins Schwitzen. Sie hatte – wie die meisten Mamas, die mit Nachwuchs unterwegs sind – eine Umhängetasche beachtlicher Größe dabei, die den halben Hausstand beherbergte. Woran es dennoch haperte? An einer ausreichenden Anzahl vor allem freier Hände. Das Baby begann bereits mitzuheulen. Aus Solidarität. Das ist wahre Geschwisterliebe.
Die Mutter der beiden schien in Windeseile nach einer Lösung zu suchen, wie sie den Großen schnellstmöglich zu einer Toilette bekam. Sie entschied sich kurzerhand für das „Bar Celona“ ein Stückchen weiter. Sie würde einfach durchstürmen Richtung WC. Es gab nur eines, was die flotte Aktion und das anschließende Umkleiden des Knaben sehr erschwerte: das gleichzeitige Tragen des Babys.

„Können Sie bitte kurz mein Baby halten?“, fragte sie mich. „Ich bin gleich wieder da …“
Schwupps, da hatte ich die kleine Madame im Arm, während sie sich ihren Sohn schnappte und mit ihm davonhastete.
Irgendwie muss ich verdammt vertrauenswürdig gewirkt haben, denn wer gibt schon sein Kind in die Obhut einer fast Fremden und begibt sich außer Sicht! Sein Baby! Ich glaube nicht, dass ich es an ihrer Stelle fertiggebracht hätte.
Die Kleine war derart verblüfft gewesen, dass sie vorerst das Heulen vergaß. Das musste man nutzen und diesen trockenen Zustand möglichst lang erhalten. Große Augen schauten mich sehr prüfend an.
Die sieht anders aus als Mama. Die kenne ich nicht. Wer ist das? Kann man der trauen? Was will die?
Die will dich unterhalten, kleines Fräulein. Mit einem netten Plausch, einem griffigen Armreif, der klappernden TicTac-Box, mit kitzelnden Haarspitzen und Fingermalereien auf dem Arm und der kleinen Handinnenfläche.
Wo blieb denn die Mama? Minuten können ganz schön lang werden …
Ich überlegte, ob ich den Weg Richtung „Bar Celona“ einschlagen sollte, den beiden ein Stück entgegengehen. Doch womöglich verpassten wir uns dabei. Wenn sie auf anderem Weg zurückkehrte, ihr Töchterlein und mich nicht vorfand, würde sie vor Schreck einen Herzanfall bekommen. Nicht auszudenken. Baby und ich blieben also auf der Bank. Gerade, als die Laune der Lütten merklich sank, kamen sie zurück.
Großes Hallo, Lob von allen für die junge Dame, die so brav gewesen war. Die Jüngste deutete daraufhin ein zauberhaftes Lächeln an. Sie hätte es jetzt womöglich noch länger bei mir ausgehalten …
Der große Bruder meinte indes: „Mama, holen wir jetzt ein neues Eis?“

Apropos Hafenmotiv und Landungsbrücken!
Am letzten Wochenende fuhr ich in den Abendstunden mit einer Barkasse von der Überseebrücke zum Hansahafen und später zurück. Es war keine reguläre Tour, sondern ein Sonderzubringerdienst zu einer Theatervorstellung im Hafenmuseum. Der junge Barkassenführer steuert aber wohl sonst die üblichen Hafenrundfahrten und bot auf der Rückfahrt an, für das kurze Stück entlang der Hafencity bis zum Anleger ein bisschen den Tourführer zu spielen und nebenher zu erzählen.
Sie wissen, wie man diese „Hafenführer“ hier bezeichnet? Als „He lücht!“ („Er lügt!“) Sie machen sich einen Spaß daraus, neben ansonsten korrekten und nüchternen Fakten haarsträubende Behauptungen einzubauen. Es lässt sich aber in 98 % der Fälle sofort erkennen, wann es Flunkerei ist. Manchmal geht es um ziemlich gefährliche Riesenfische, die hier angeblich in der Elbe leben, gern wird auch der Bau der Elbphilharmonie durch den Kakao gezogen. Oder es kommt etwas ganz anderes, wie bei meinem Steuermann an diesem Abend, der sehr vertraulich mitteilte:
„Mein Großvater war Kapitän auf der Titanic!“
(Ein Raunen unter den Fahrgästen der Barkasse.)
„Und mein Vater, der war Kapitän der Gorch Fock.“
(Wow! … Echt? … Moment! …).
„Ich bin ja nur Barkassenführer in Hamburg, aber es ist nett, dass Sie trotzdem mit mir mitfahren …“
(Dem He lücht! auf die Schliche gekommen. Gelächter.)

Hafen Hamburg am Abend - Blick Richtung Unilever-Haus (dahinter Marco-Polo-Tower) und Elbphilharmonie (links)

Hafen Hamburg am Abend – Blick Richtung Unilever-Haus (rechts, dahinter Marco-Polo-Tower) und Elbphilharmonie (links)

Hafen Hamburg - Abenddämmerung und Regen ...

Hafen Hamburg – Abenddämmerung und Regen …

Hafen Hamburg - An den Landungsbrücken - In dem erleuchteten Kuppelbau rechts befindet sich der Eingang zum Alten Elbtunnel

Hafen Hamburg – An den Landungsbrücken – In dem erleuchteten Kuppelbau rechts befindet sich der Eingang zum Alten Elbtunnel

War’s das?
Oh, einen Moment! Einen merkwürdigen Vorfall hätte ich noch!

Der trug sich zu, als ich bei Edeka etwas besorgen wollte. Der Parkplatz des Marktes war bis auf einen schmalen Platz direkt an der Zufahrt voll belegt. Zum Glück passte mein kleiner Hüpfer jedoch gut in diese Lücke hinein. Ich besorgte schnell das Gewünschte, und während ich an der Kasse stand, betrat vom Parkplatz her ein Mann den Laden, der die Kassiererin ansprach:
„Ich möchte nur Bescheid sagen. Vielleicht können Sie mal was durchsagen. Da hat …“
Weiter kam er nicht, denn die Kassiererin reagierte etwas unwirsch.
„Könnten Sie nicht einen Moment warten? Ich kassiere gerade!“
Der Herr geduldete sich zunächst. Offenbar dauerte es ihm zu lang, denn plötzlich drehte er auf dem Absatz und ging wieder hinaus. Kaum hatte sich jedoch die Tür hinter ihm geschlossen, öffnete sie sich wieder und verärgert marschierte er erneut zur Kasse.
„Also wissen Sie! Sie werden mir noch dankbar sein! Ich kann hier allerdings nicht ewig warten, also hören Sie mir jetzt bitte mal zu!“
„Ich bin gleich soweit.“ Die Verkäuferin blieb hartnäckig. Schließlich richtete sie ihre Augen auf ihn. „Was gibt es denn?“, fragte sie.
„Draußen hat jemand die Handbremse nicht angezogen, und nun ist der Wagen rückwärts aus der Parklücke gerollt und blockiert den ganzen Parkplatz. Die Parker im hinteren Bereich kommen nicht mehr raus. Können Sie den mal ausrufen? Das Kennzeichen ist HH-SK-XXX.“
Die Kassiererin tat wie ihr aufgetragen und brachte in ihren Text gleich eine gewisse Dramatik:
„Achtung, Achtung, verehrte Kunden! Eine wichtige Durchsage! Der Halter des Fahrezeugs mit dem Kennzeichen HH-SK-XXX wird sofort zu seinem Auto gebeten! Der Wagen rollt herrenlos und völlig unkontrolliert auf dem Parkplatz!“
Bereits der Klang ihrer Stimme vermittelte den Eindruck, das Auto liefe Amok. Sie fuhr fort:
„Sie haben vergessen, die Handbremse zu ziehen! Sie behindern andere Kunden und riskieren, dass Fahrzeuge beschädigt werden!“

Während ich bezahlte, meldete sich kein Kunde. Jedenfalls kam niemand mit hochrotem Kopf herbeigeeilt. Wahrscheinlich war derjenige gar nicht bei Edeka einkaufen, sondern hatte noch eine Besorgung anderswo erledigt. Ich war spontan recht froh, dass ich den Parkplatz vorne ergattert hatte.
So sah die Lage draußen aus:

Edeka - Parken ohne Handbremse ... (Wagen rollt führerlos zurück)

Edeka – Parken ohne Handbremse ….

(Sie sehen, es gibt ein gewisses Gefälle für den Wasserablauf. Das Ansteigen zur anderen Seite verhindert ein Weiterrollen und Zusammenstoßen mit dem Heck des Parkers gegenüber.)

Während ich meinen Einkauf im Kofferraum verstaute, erschienen die ersten Kunden, die nicht wegfahren konnten. Es wurde erregt diskutiert, geschimpft und verkündet, was man nun alles nicht rechtzeitig schaffen würde, weil man nicht wegkäme.
Wegen dem da …!

Ich habe mich nicht eingemischt, wunderte mich aber ein wenig. Was meinen Sie dazu? Wenn die Handbremse nicht gezogen ist und der Wagen so leicht rollt – warum kann man ihn nicht einfach zu zweit oder zu dritt zurück in die Parklücke schieben und einen Stein hinter das Hinterrad legen. Oder sonst etwas, was stoppt? Das müsste doch ganz leicht erledigt sein …

So. Stopp! Aus! Man schwatzt sich hier immer so fest! Ewig! Mittlerweile ist sogar die Witterung kühler geworden! Vielleicht liegt es ja daran, dass die Lebensgeister mit Macht zurückgekehrt sind! Selbst der Laptop arbeitet wieder ohne Zwischenschnaufer.
Trotzdem. Keine Verlängerung. Feierabend.

Schöne Tage! Schnell tief Luft holen, bevor die nächste Hitze da ist!
Bis demnächst!

© by Michèle Legrand, Juli 2015
Michèle Legrand ©Foto Andreas Grav (Ausschnitt)

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