Beiträge getaggt mit Maulwurf

Zwischendurch: Rochus auf Hauke D. Gaum!

Sie kennen Hauke vermutlich nicht, was nicht weiter schlimm ist. Ich hätte auch lieber darauf verzichtet. Wobei ich zugeben muss, echten direkten Kontakt – hautnah und so Auge in Auge – hatten wir bisher gar nicht. Allerdings habe ich einen seiner Sorte vor einigen Jahren als Leiche angetroffen. Morgens lag er reglos ausgestreckt mitten auf dem Rasen.
Es war echt schade um ihn! Er war eine richtige Schönheit!
Glänzende Haare, große Hände, dabei jedoch feingliedrig. Eine dunkle Erscheinung. Sehr apart. Doch er war hin. Kein äußerlich erkennbares Zeichen von Verletzung, nur eben tot.
Man hat ihn damals im Morgengrauen weggeschafft.

Und nun kommt wieder einer – lebendig diesmal – und benimmt sich dermaßen daneben! Da ich jetzt weiß, wie wundervoll er sehr wahrscheinlich ist, wie traumhaft vermutlich auch er aussieht, fällt es mir schwer, etwas zu unternehmen. Darum – und weil er sowieso zu der Sorte gehört, der man nicht ungestraft an die Wäsche gehen darf! Deshalb halte ich mich zurück.

Letztes Jahr, mitten im Sommer, erschien er erstmals, dieser weitere Typ. Betrat das Grundstück! Mehrfach. Nie an der gleichen Stelle. Immer woanders. Anfangs tauchte er mit Unterbrechungen auf, nur alle paar Tage.
Reine Taktik!
Ich sollte mich an ihn gewöhnen. Nach dieser „Karenzzeit“ folgte die ständige Anwesenheit, und sein Bewegungsdrang nahm rapide zu. Er fühlte sich wie zu Hause und fand es völlig normal, ungefragt Umgestaltungen vorzunehmen. Sein Sinn für Ästhetik im Garten war ein anderer als meiner, nur er hegte vermutlich auch andere Absichten oder machte es aus einer anderen Motivation heraus. Ihn trieben Hunger, Gier, vielleicht auch Lust.
Soll ich Ihnen etwas verraten? Ich habe jetzt die Nase ein bisschen voll!
Verzeihung, wenn ich das so deutlich sage!
Von der Optik, vom desolaten Anblick alleine, rede ich ja gar nicht! Aber die Beete sind allmählich völlig hin, die Büsche kümmern, die Stauden und Zwiebelpflanzen leiden, verenden! Der Rasen ist eine einzige fleckige Stolperpiste. Alles durch bzw. wegen ihm! Dieser finsteren Gestalt!
Ich kann keine neuen Maulwurfshügel mehr sehen!
Besitzt der Kerl kürzlich die Frechheit und buddelt direkt neben mir im Gras, während ich keine 50 cm weiter in der Rabatte am Stauden retten bin! Wirft einen Haufen genau an der Stelle auf, an der ich kurz zuvor erst einen seiner Mount Everests eingeebnet hatte. Schaufelt der doch schon wieder mit Leidenschaft seine Gänge blitzblank! Wie in Ekstase! Ein wachsender Berg, Erdkügelchenm die förmlich auseinanderstoben.
Das ist doch fast schon Schikane!
Bitte? Von wem ich …? Wer Hauke ist?
Na, er! Dieser anhängliche Dauergast! Der Maulwurf!
Er hat einen Namen bekommen, weil ich dann besser über ihn fluchen kann. Das klingt persönlicher. Und ich bin echt sauer, weil er mit Sicherheit nach einem ersten, kaum merklichen Naserümpfen nur darüber grinst, wenn ich – als letzte erlaubte Möglichkeit – hoffnungsvoll komisch getränkte kleine Stäbchen im Boden versenke.
Solche, die vertreiben sollen!
Was tut er? Er lässt einen Miniabstand – anstandshalber – und setzt den nächsten Haufen eben knapp daneben. Wollen wir wetten? Hauke wälzt sich bestimmt gerade japsend vor Lachen in einem seiner Tunnel …

Ich habe mich natürlich bezüglich Vertreibungsmöglichkeiten informiert und auch mit Gärtnern gesprochen. Teure Geräte, die Ultraschallgeräusche produzieren, Stinkmittel (Benzin, Petroleum, Hering, Thujazweige, Knoblauch etc.), Metallstangen in der Erde, die resolut angeschlagen werden, hier und da ein in den Tunnel gepiekstes Windrädchen, geschickt platzierte Flaschen mit entferntem Boden und aus dem Gang herausschauendem Flaschenhals, unerlaubtes, in die unterirdischen Wege gepustetes Gas aus Patronen …
Obwohl man vom feinen Gehör der Erdbuddler und von ihrem guten Geruchssinn weiß – mir wurde versichert, nicht eine dieser Maßnahmen hat je wirklich und länger als ein paar Tage geholfen!
Man riet mir, stattdessen die Wühlzeiten abzupassen und wenn ein neuer Hügel entsteht, mit dem Spaten danebenzustehen … Tja, stehen kann ich. Das Weitere dann allerdings nicht.

Ich stattdessen habe nun die Hoffnung (bin halt anders gestrickt), dass meine Appelle an ihn inklusive namentlicher Anrede dringlicher wirken. Ihm zu Herzen gehen. Direkte, zielgerichtete Ansprache ist sowieso wichtig!
Woher soll er sonst wissen, was mich stört und dass er gemeint ist?
Wenn Sie im Büro genervt nur so allgemein lospoltern: „Was ist denn das hier für ein Saustall! Und wie das wieder riecht …!“, fühlt sich doch keiner angesprochen. Da ändert sich gar nichts!
Wenn Sie allerdings namentlich aktiv werden, bekommt das gleich ein anderes Gewicht!
„Herr Bergmann, nehmen Sie die gammeligen Apfelsinenschalen vom Schreibtisch und hören Sie gefälligst auf, meinen Radiergummi anzukokeln!“ Zack! Betretener Blick … Einsammeln des Biomülls, Löschen der Flamme.
Und so ähnlich mache ich das jetzt mit Hauke.
Hauke D. Gaum, dein unverschämt gutes Aussehen nützt dir gar nichts! Verschwinde! Aber zackig! Mach doch zur Abwechslung mal die Leute in den Nachbarstraßen mit deinen Haufen glücklich – oder zieh gleich in einen anderen Stadtteil!“
Mensch Hauke, du alter Haufenkenner, dreister Gartenumgraber, du …! Ich habe einen tierischen Rochus auf dich!

Ach, ja! Mit Sicherheit werde ich noch den großen Spaten in der Hütte erwähnen.  Er weiß ja nicht, dass es bloß ein Bluff ist …

©Juni 2014 by Michèle Legrand
Michèle Legrand - Blog Michèle. Gedanken(sprünge) Foto: Andreas Grav

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Frohes Neues … Maulwurf und Dino?

Michèle Legrand_WordPress_Neujahr 2013Ein mittlerweile waches Hallo an Sie alle!

Hallo?

So viel kommt heute von Ihnen ja noch nicht zurück.
Bitte? Was meinten Sie? Wegen Neujahr?
Ich glaube nicht, dass der Tag an sich Sie abhält, doch ich habe verstanden. Sie fühlen sich noch nicht wieder richtig fit.
Gut, es sei Ihnen erlaubt, sich noch im Bett zu lümmeln und fehlenden Schlaf der letzten Nacht nachzuholen.
Oder Ihren Rausch auszuschlafen. Ja, pflegen Sie Ihren Kater. Den einen und den gegebenenfalls zweiten echten …

Ich war ein wenig draußen, und was meinen Sie, was ich für Sie aufgegabelt habe?
Etwas Einfaches – angesichts Ihres Zustandes.
Ich habe zwei Fotomotive, die mich allerdings wieder zu Gedankensprüngen (langsam wissen Sie auch, warum dieser Blog so heißt) verleiteten.

Ich kam an einem Vorgarten mit großer Rasenfläche vorbei. Das Grundstück wirkt immer unbelebt und unbenutzt. Der einzige, der die Grünfläche mit Vorliebe zu besuchen scheint, ist ein Maulwurf. Wenn er sich an die Arbeit macht, dann richtig. Hügel an Hügel – es ist eine Freude.
In dem Moment erkennt der Spaziergänger allerdings, dass in dem dazugehörenden Haus doch jemand wohnen muss, denn es erfolgt immer eine Reaktion. Irgendwer stürmt relativ prompt hinaus und stampft wütend die Berge platt. Alle!
Stört das unseren schwarzen Freund?
Nein, natürlich nicht!
Im Gegenteil, es verleitet ihn dazu, zur Höchstform aufzulaufen.
Das muss der Punkt gewesen sein, an dem sich der Herr oder die Dame des Hauses einen Plan zurechtlegte.
Sie wissen selbstverständlich, dass man den samtigen Gesellen nichts antun darf. Sie sind geschützt. Fallen aufstellen, Gift legen oder Spaten-Massaker anrichten, fällt für den entrüsteten und eher rabiaten Garteneigentümer somit komplett weg.
Was tun?
Unser Mensch in der Nachbarschaft hat sich überlegt, künstliche Tiere hinauszustellen. Anfangs genau an die Stellen, an denen zuvor die lockere Erde plattgewalzt wurde, später auch daneben – irgendwo mitten auf dem Rasen.

Maulwurfshügel und seltsame Gesellen ...

Maulwurfshügel und seltsame Gesellen …

Jetzt frage ich mich natürlich, was das soll.
Soll das Kunststofftier durch sein Eigengewicht verhindern, dass der Maulwurf an dieser Stelle wieder einen Hügel wirft?
Oder soll er sich beim Hochkommen den Kopf stoßen?
Oder – ganz anders – soll er sich erschrecken, wenn er an anderer Stelle auftaucht und gleich neben sich einen solchen Plastikkumpan hat?

Maulwurfshügel ... und das künstliche Eichhörnchen ...

Maulwurfshügel … und das künstliche Eichhörnchen …

Erschrecken sich Maulwürfe eigentlich generell z. B. vor Eichhörnchen?
Und sind Maulwürfe nicht ziemlich blind? Würde er überhaupt etwas merken? Etwas erkennen?
Soll das ganze Ensemble dort auf dem Rasen einfach nur nett aussehen? Ist das Kunst?
Ist das Ablenkung für das Auge – von den schwarzen Stellen auf der ansonsten immer sehr gepflegten Rasenfläche?

Sie sehen, man kann dort stehen und sich geraume Zeit seine Gedanken machen.
Was meinen Sie denn? Welche Intention steckt dahinter?

Und wenn Sie schon – obwohl Sie, wie wir wissen, noch angeschlagen sind – gerade überlegen, vielleicht können Sie mir auch verraten, warum man einen Dinosaurier auf der Tiefgarage braucht?
Ist das Liebe zum Dino, dient es der Abschreckung von Dieben, braucht man dringend eine Dekoration für diese Kahlfläche?

Dinosaurier auf der Tiefgarage ....

Dinosaurier auf der Tiefgarage ….

Jetzt sind Sie dran!
Ihre Ideen sind gefragt.

Ich bin übrigens inzwischen wieder ein bisschen müde nach der kurzen Nacht.
Während Sie jetzt grübeln, genehmige ich mir ein kleines Päuschen …

Lesen wir uns wieder?^^

©Januar 2013 by Michèle Legrand

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