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Kalenderkontrolle! Model Contest QUARREE GESICHTER 2013: Das Finale naht …!

Model Contest QUARREE GESICHTER 2013 - Das Finale!

Model Contest QUARREE GESICHTER 2013 – Das Finale steht bevor!

Nennen Sie es Kundendienst, Leserservice oder von mir aus auch ganz neudeutsch Blogreminder.
Fakt ist:
Ich muss Sie einfach dran erinnern!
Wenn Sie bisher im Blog den Modelwettbewerb QUARREE GESICHTER 2013 (-> siehe auch Startseite, Kategorie MODE) mitverfolgt haben, dann finden Sie beim Durchblättern Ihres Kalenders wahrscheinlich am 25. und 26. Oktober 2012 fett angestrichen den Eintrag:
Finale! Model Contest! – Nicht verpassen!

Sie haben es sich nicht eingetragen? Nanu?
Fahrlässigkeit nehme ich an. Anders lässt sich das gar nicht erklären. Sie waren abgelenkt, Ihr Bleistift abgebrochen, die Kulimine am Ende. Oder wenn Sie elektronisch unterwegs sind: akutes Handydesaster und Akkufail, als Sie es notieren wollten.

Nun, dafür haben Sie ja mich!

Gut acht Monate sind seit Beginn des Wettbewerbs vergangen.
Erinnern Sie sich noch?
Im Februar 2012 startete dieser Model Contest nun schon zum zweiten Mal. Wie im Vorjahr ausgerichtet, veranstaltet und umgesetzt von Alexander Strauß in Kooperation mit dem EKZ QUARREE Wandsbek. Gesucht wird für die Werbekampagnen des kommenden Jahres im EKZ das Gesicht 2013. Daher ist im Titel auch nicht das laufende Jahr 2012 genannt, sondern das Jahr, in dem der oder die Sieger auf Werbefotos zu sehen sein werden.
Als seinerzeit zum Casting aufgerufen wurde, meldeten sich 813 Bewerber, zum nachfolgenden Recall Anfang März wurden immerhin noch 320 Teilnehmer und Teilnehmerinnen zugelassen. Verteilt auf die Kategorien Männer, Frauen und XL-Models. Zusätzlich entstand bei den Damen eine Gruppe „Best Ager“ im Alter von 30-45 Jahren.
Nach und nach kristallisierte sich heraus, welche Kandidaten das Zeug dazu haben würden, es bis zu den finalen Modenschauen im Oktober zu schaffen, um dort vielleicht als Sieger aus diesem (Nachwuchs-)Model Contest hervorzugehen.
Lesen Sie gern in den vorherigen ausführlichen Berichten hier im Blog nach, welche Herausforderungen die Wettbewerbsteilnehmer bisher erwartete, welche mitreißenden Events schon stattfanden bzw. welche Workshops veranstaltet und absolviert wurden.
Denn hierin unterscheidet sich dieser von Alexander Strauß gestaltete Model Contest entschieden von vielen anderen!
Es geht nicht um einen Schönheitswettbewerb, bei dem ein kurzes Fotoshooting und eine Hauruck-Wochenendaktion darüber entscheiden, wer sich gerade in dem Moment am gescheitesten präsentiert hat, sondern hier werden in vielen Trainingseinheiten junge Menschen auf das Model Business vorbereitet, und es werden ihnen die dafür erforderlichen grundlegenden Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt.
Wer tatsächlich vorhat, in diesem Bereich der Modebranche Fuß zu fassen, kann nach acht Monaten einiges vorweisen und dient nicht nur dazu, dem Veranstaltungsort (Einkaufszentrum, City, Handelskette, o. ä.) für ein Wochenende Kunden zu bescheren und dabei ein wenig Glanz zu verleihen. Bei einigen anderen Veranstaltungen, die in diesem Jahr auch in Hamburg stattfanden, konnte man ein wenig den Eindruck gewinnen, hier ginge es hauptsächlich um den schnellen Effekt und Promotion ohne viel Selbsteinsatz und Kümmern.

Unsere QUARREE GESICHTER 2013 wurden trainiert und ziemlich gefordert. Profieinsatz ist gewünscht, und anders schafft es auch keiner ins Finale! Die Messlatte hängt hoch, da schon die Qualität der finalen Modenschauen des Vorjahres-Wettbewerbs  äußerst beachtlich war! Natürlich ist der Ehrgeiz vorhanden, es in diesem Jahr noch zu toppen.
Verabschieden Sie sich von der Vorstellung, dass ein paar nett anzuschauende Menschen einfach nur den Catwalk auf- und abmarschieren!
Das läuft ganz anders! Damit würde heute niemand auch nur einen Blumentopf gewinnen oder die Massen fesseln können!
Das Zauberwort heißt Komplettprogramm. Mehr bieten und damit berühren und packen! Laufchoreographien, Flexibilität, Variantenreichtum, Synchronität, Musikalität, Persönlichkeit/Ausdruck, Tanz. Den Überblick behalten, Feintuning vornehmen. Im Team agieren. Präsenz zeigen. Auf den Punkt genau da sein. Die Kunst einer gewissen Perfektion mit der gleichzeitigen Fähigkeit, es dabei jedoch verdammt natürlich aussehen zu lassen.
Und am besten, man gibt jedem Zuschauer das Gefühl, man laufe nur für ihn … (Du, die/der hat mich eben angeschaut …!)

Momentan sind sowohl Veranstalter als auch Kandidaten bei den letzten Vorbereitungen.
Das EKZ QUARREE Wandsbek erhält in der großen glasüberdeckten Halle wieder den langen Laufsteg und die Bühne.
Es geht in dieser Zeit  durchaus auch einmal  hektisch und stressig zu. Termine zu koordinieren ist nicht einfach. Es gibt für die Teilnehmer schließlich auch noch ein Leben neben dem Contest. Mit „lästigen“ Arbeitgebern, hartnäckiger Schule, Verpflichtungen aller Art.
Alexander Strauß schließlich könnte gut ein paar Klone gebrauchen, so viel wie er noch zu arrangieren, besorgen, bewerkstelligen und beaufsichtigen hat. Ihn und einzelne Teilnehmergruppen trifft man dieser Tage im EKZ an. Anprobetermine in den Geschäften.
Welche Outfits trägt wer bei welcher Show …?
Nur letztendlich dreht sich nicht alles ausschließlich um die Frage, ob die Kleidung sitzt, sondern auch darum: sitzt die Choreographie?
Sitzt alles, was sie gelernt haben? Ist alles abrufbereit, schon automatisiert?
Wer schafft es am Ende am besten?
Wer gewinnt?

Die Teilnehmer stellen sich einer Fachjury, die am Freitag, den 26.10.2012 nach der letzten Show, die um 19.30 Uhr startet, die Sieger jeder Kategorie verkünden wird. Wird der Spitzenkandidat der Jury auch Ihr Favorit sein?

Und hier kommen jetzt Sie ins Spiel!
Inzwischen läuft seit einigen Tagen das Online-Voting. Sie haben die Möglichkeit, in jeder der drei Kategorien abzustimmen und auf diese Art Ihren Kandidaten zu unterstützen. Diese separate Abstimmung dient zur Ermittlung des Publikumslieblings bei den Damen, Herren und XL-Models.
Machen Sie mit?
Es sind noch insgesamt 27 junge Frauen, 13 junge Männer und weitere acht ebenso junge Damen der XL-Kategorie im Rennen, die auf Ihre Stimme hoffen.
Sie können via nachstehendem Link direkt zum Voting gelangen oder klicken sich über die Homepage des Einkaufszentrums weiter und finden so zur Abstimmung.
Online-Voting: ->
https://www.facebook.com/QUARREE/app_170413959756947
Homepage EKZ Quarrée Wandsbek: ->
www.quarree.de/
Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen sind ohne Namensnennung aufgeführt, so dass Sie wirklich alleine anhand des jeweiligen Fotos entscheiden können.

Wenn Sie meinen, dass diese Fotos Ihnen für eine Entscheidung nicht eindeutig genug sind, dann besuchen Sie am kommenden Donnerstag oder Freitag eine der Modenschauen im Quarrée (jeweils 14.00, 16.00 und 18.00 Uhr, am Freitag zusätzlich um 19.30 Uhr Finale) und machen sich selbst ein Bild. Bis Freitag können Sie dann immer noch online voten.

Wenn Sie nicht die Chance haben, selbst nach Hamburg zu kommen, helfen Ihnen für das Voting unter Umständen die vielen Aufnahmen in den Artikeln über den Model Contest, die hier seit Februar im Blog erschienen sind. Stöbern Sie ein bisschen und entscheiden dann.

Übrigens, noch schnell nebenbei erwähnt:
Am 26. Oktober, dem Tag des Finales, findet im Einkaufszentrum als zusätzliche Attraktion ein Late Night Shopping statt, d. h. die Läden öffnen länger als üblich, so dass Sie bis 22 Uhr sämtliche Geschäfte aufsuchen können.
QUARREE-Nachbar Karstadt bietet an diesem Abend seine Ladies Night bis 22 Uhr an.
Sie sehen, Sie haben vielfältige Möglichkeiten … ^^

Haben wir alles?
Nein!
Kalenderkontrolle! Steht der Termin jetzt bei Ihnen drin?
Ja?
Sehr gut!

Nun? Wen von Ihnen sehe ich demnächst?
Ich würde mich freuen, auch Sie im Quarrée zu entdecken!

©Oktober 2012 by Michèle Legrand

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Model Contest QUARREE GESICHTER 2013 – Nach der Sommerpause: Vorbereitung auf das „Living Dolls“ Event

Model Contest Quarrée Gesichter 2013 - Workshop III - Sommerpause vorbei - Es geht wieder los ...!

Quarrée Gesichter 2013 – Die Sommerpause ist vorbei – Es geht wieder los …!

Es gab eine völlig neue Erfahrung für mich beim Schreiben eines Blogposts:
Ich habe zum ersten Mal dabei leise (später vielleicht auch lauter) geflucht!
Drei Versuche und dabei heraus kam jeweils ein vom Inhalt und Stil her völlig anderer, neuer Artikel.
a) Ein umfassender Bericht. Fotos inklusive.  Das Positive stark betont. – Unzufrieden!
b) Ein kurzer Report. Ebenfalls mit Fotos. Bewusst nüchtern. – Unzufrieden!
c) Ein mittellanger Blogpost. Fotos reduziert. Relativ harter Ton. – Unzufrieden!
Alles unbrauchbar!
Woran lag es?
Mich hatte Erlebtes irritiert. Ich musste mich entscheiden, ob ich beim Verfassen eine wohlwollende Selektion betreiben, mich auf das Positive konzentrieren oder aber einen ehrlichen, umfassenden Eindruck wiedergeben wollte. Die Entscheidung fiel auf Letzteres.
Deshalb die Anmerkung vorweg, dass heute im ersten Part dieses Artikels Beobachtungen vom Wochenende auch Anlass zu kritischen Bemerkungen, zumindest aber zum Nachdenken gaben.
Der Untertitel des heutigen Blogbeitrags über die QUARREE GESICHTER 2013 könnte lauten:
… und Sommerpausen haben ihre Tücken!

04. und 05. August 2012
Die Hamburger Schulferien sind zu Ende, die richtige, wirklich spürbare Urlaubssaison hier im Norden Deutschlands liegt ebenfalls hinter uns. Auch für die noch im Wettbewerb QUARREE GESICHTER 2013 stehenden Teilnehmer ist die offizielle Sommerpause vorbei.
Wenn wir ganz genau sind, hat es für sehr viele gar keine komplette Pause gegeben.
Wer wollte, konnte in den gut sechs Wochen, die zwischen dem letzten wichtigen Termin (den Walking Acts Mitte Juni im EKZ Quarrée Wandsbek) und dem Beginn des neuen regulären Workshops III lagen, an einem freiwilligen Sommertraining teilnehmen, das einmal wöchentlich wie üblich bei Fitness First stattfand.
Ein Angebot, um Erlerntes zu festigen, Schwächen anzugehen, eventuell Versäumtes nachzuholen oder noch nicht Verinnerlichtes vermehrt zu üben. Eine Möglichkeit, regelmäßig mit anderen zusammen und unter Anleitung sein Können zu stabilisieren und zu verbessern.
Freiwillig dennoch – denn irgendwann ist Urlaubssaison und jeder hat das Recht, auch einmal einige Wochen ohne den über mehrere Monate laufenden Wettbewerb zu verbringen.
Ganz ohne?
Hier ist der Haken, d. h. etwas müssen sich angehende Models – wie auch jeder andere Mensch in einer vergleichbaren Situation – überlegen:
Ich nehme an einem Wettbewerb teil, bei dem ich unbedingt dabei sein wollte!
Dieser Wettbewerb läuft weiter!
Ich habe mittlerweile viele für mich neue Dinge erlernt.
Diese neu gewonnenen Fähigkeiten werden auch nach der Pause von mir erwartet!!
Gleich!
Ich kann nicht wieder bei Null anfangen (bzw. Alexander Strauß kann es genauso wenig)!
Ich bin weiterhin interessiert. Und zwar nicht nur daran, mich in diesem Wettbewerb irgendwie durchzumauscheln, mich haarscharf am Ausscheiden vorbeizuhangeln!
Ich habe Elan und ich möchte gut sein!
Ich habe den Ehrgeiz, in die Finalrunde einzuziehen!
Ich gebe mein Bestes!
Mein Traum ist es zu gewinnen …

Kann ich es mir leisten, überhaupt nicht beim Sommerworkshop zu erscheinen?
Vielleicht.
Kann ich es mir leisten, sechs Wochen rein gar nichts zu tun?
Nein. Definitiv nicht!

Wie bei allem, was neu erlernt wird, braucht es mehr oder weniger lange, bis das Gehirn die Informationen nicht nur entgegengenommen, sondern auch verarbeitet hat. Bis es sie dauerhaft gespeichert hat. Wenn wir sie nur rein theoretisch kennen, heißt das noch lange nicht, dass wir sie jederzeit verfügbar haben und prompt abrufen können, dass Nerven, Muskeln etc. ebenfalls sofort wissen, was von Ihnen gewünscht wird.
Von dem Wissen im Kopf allein bewegt sich noch nicht einmal der kleine Zeh!
Verknüpfung ist erforderlich, Reaktion, Informationsweitergabe, Aussendung von Botenstoffen, Befehlserteilung. Das Umsetzen, das Verbinden, das Kombinieren von Bewegungen, der gleichzeitige Ablauf mehrerer Prozesse und das Beachten vieler Details stellt die wirkliche Herausforderung an uns dar.
Bei neu erlernten Fähigkeiten sind die hilfreichen und erleichternden Automatismen häufig noch gar nicht vorhanden oder bildlich gesprochen: sie sind nur locker irgendwo auf den Schreibtisch geworfen, statt ordentlich im Ordner abgeheftet.
Ich habe mir da doch mal etwas gemerkt …
Der verschmierte, herumfliegende Spickzettel verblasst kontinuierlich, reicht selten auf Dauer aus und ist prinzipiell nicht die Lösung.
Sie kennen es aus anderen Situationen sicher selbst: Wer drei Fahrstunden hatte und danach geraume Zeit aussetzt, wer zwei Stunden Tango geübt hat und versucht, nach ein oder zwei Monaten akkurat zu wiederholen, wer ein neues Instrument erlernt oder ein neues Lied einstudiert und es dann ewig ignoriert oder wer sechs Wochen seinen Modeltraum samt (Basis-)Wissen komplett ausblendet – der steht fast wieder am Anfang!
Dumm. Und ärgerlich.
Denn in der Zeit haben einen andere überholt.
Die Konkurrenz ist besser!
Man könnte sich selbst in den Hintern beißen …
Warum habe ich bloß nichts gemacht?
Im Ausreden erfinden sind wir alle ziemlich gut.
Hatte Urlaub, es ging nicht, es sieht blöd aus am Strand … (das Laufen üben), war ja ständig unterwegs, wollte doch immer, aber …
Natürlich gibt es leichter nachzuvollziehende, besser klingende Begründungen fürs Nichtstun.
Musste mich auf Prüfungen vorbereiten, hatte so viel Arbeit, war zwischendurch krank …
Durchgehend sechs Wochen?
Die bessere Ausrede ändert nichts am Resultat. Wer ganz ehrlich zu sich ist, wird sich eingestehen, dass die Faulheit siegte, dass er es einfach für nicht so wichtig hielt und es beim ersten Anflug von schlechtem Gewissen zur eigenen Beruhigung „zeitlich nur hinausschob“.
Ich mache es noch! Kommt schon …  Ist ja noch ein Weilchen hin …
Huch, die Zeit ist herum!
Vielleicht merkt es keiner… Genau! So schwer ist das alles doch auch nicht, oder?

Schwer? Schwer ist relativ. Menschen sind unterschiedlich in Bezug auf ihre Motorik, ihr Körpergefühl, ihre Auffassungsgabe, ihre Wahrnehmung etc. und benötigen somit durchaus unterschiedlich lange für dieselbe Aufgabe. Reicht dem einen ein fünfminütiges Rekapitulieren, braucht der andere eine halbe Stunde oder mehr.
Kann der eine Anweisungen zügig und ohne große Anstrengungen umsetzen, bedeutet es für den anderen erhebliche Anstrengungen, und der Zeitpunkt bis es Klick gemacht hat, wird demzufolge auch ein späterer sein.
Übung ist das Zauberwort. Konsequent dranbleiben. Wie exakt und in welchem Umfang ist sicher verschieden. Nur ganz ohne?
Ganz ohne ist nicht nur gedankenlos und einfältig, ganz ohne ist unprofessionell. Zeigt wenig Respekt. Behindert zudem andere.
Ganz ohne ist kräftig am eigenen Ast sägen, sich selbst ausbooten.
Von nichts kommt nichts!

Warum ich darüber so ausführlich schreibe?
Der Workshop III als Vorbereitung für ein neues Event im EKZ Quarrée Wandsbek hat begonnen. Beide Abende, bei sämtlichen Gruppen, die noch im Wettbewerb vertreten sind, habe ich mich dazugesellt und eben dies festgestellt.
Und ja! Es hat mich irritiert! Ein Teil der anscheinend trotzdem weiterhin durchaus hoffnungsfrohen Teilnehmer,  gräbt relativ blauäugig kräftig an der eigenen Grube. Die, die zu sehr Pausen pflegen. Die, die Hausaufgaben ignorieren. Die, deren Durchhaltevermögen wenig ausgeprägt zu sein scheint.
Da sei die Frage gestattet, wie ernsthaft denn wirklich der Wunsch nach einem guten Abschneiden beim Wettbewerb ist …

Schluss mit Kritik.

Der andere Teil, nämlich die Teilnehmer, die entweder beim Sommerworkshop ganz oder teilweise präsent waren und/oder auch daheim geübt und wiederholt haben, sind deutlich souveräner, weit voraus!
Einige Kandidaten haben sich nebenher Jobs erarbeitet. Laufen auf Modenschauen, haben das ein oder andere Shooting, ergatterten sich einen Model-Auftrag.
Eine Gruppe wird Ende September mit Alexander Strauß für ein mehrtätiges Event nach Friedrichshafen an den Bodensee reisen. Zahlreiche Auftritte bei der Interboot stehen an. Modepräsentation mit vielen Tanzeinlagen. An den Choreographien wird zurzeit schon heftig geübt! Neben dem normalen Wettbewerb und seinen Workshops!

An diesem Wochenende wurde einzeln vorgelaufen. Die Prüfung für das endgültige Weiterkommen. Die Bestätigung für Workshop III.

Model Contest Quarrée Gesichter 2013 - Workshop III - Vorlaufen auf dem imaginären Laufsteg ...

Workshop III – Vorlaufen auf dem imaginären Laufsteg …

Model Contest Quarrée Gesichter 2013 - Workshop III - Vorlaufen auf dem imaginären Laufsteg gilt selbstverständlich auch für die Herren

Vorlaufen auf dem imaginären Laufsteg gilt selbstverständlich auch für die Herren

Model Contest Quarrée Gesichter 2013 - Workshop III - Alexander Strauß entscheidet über das Weiterkommen im Wettbewerb ..

Alexander Strauß beobachtet und entscheidet über das Weiterkommen im Wettbewerb …

Model Contest Quarrée Gesichter 2013 - Workshop III - Vorlaufen, um weiter dabei zu sein ...

Quarrée Gesichter 2013 – Vorlaufen, um im Workshop III weiter dabei zu sein …

Model Contest Quarrée Gesichter 2013 - Workshop III - Guter Dinge  ... sie sind weiter dabei!

Model Contest Quarrée Gesichter 2013 – Guter Dinge … sie sind weiter dabei!

Faires, hilfreiches, sehr differenziertes Feedback von Alexander Strauß für jeden einzelnen, allerdings auch berechtigte (negative) Kritik und Ermahnungen. Oft wird noch einmal ein Auge zugedrückt. Wirklich die allerletzte Chance. Drei Wochen Galgenfrist, um zu zeigen, dass es einem doch ernst ist. Allerdings ist der gleichzeitige Hinweis, dass die momentane Leistung auf keinen Fall finalreif sei, mehr als deutlich …
Ist er angekommen …?

Was ist es wirklich, worauf ein Model beim Laufen achten muss – bzw. was kann es alles falsch machen? Hinweise, die Aufschluss darüber geben:
Denk an die Füße! Setze sie voreinander!
Du lässt den Kopf viel zu weit nach vorne hängen!
Schlenkere nicht so mit den Armen!
Achte auf deine Körperspannung!
Du wippst zu viel!
Streck die Knie durch!
Deine Hibbets sind nicht sauber ausgeführt!
Achte auf die Musik!
Lass dich nicht ablenken!
Du sollst nicht federn!
Mach dich doch nicht klein!
Wo ist deine Hüfte?
Nicht so viel Nachdenken! (Wer zu viel nachdenkt, schaut verkrampft)
Aus dem Song kannst du mehr herausholen!
Sei selbstbewusster! Komm mehr aus dir heraus!
Lauf nicht so abgehackt! Lauf fließend!
Größere Schritte …
langsamer …
schneller …

Oder entsprechend:
Sehr gut gemacht!
Saubere Fußarbeit!
Schöne Wenden/Hibbets
Song toll umgesetzt!
Super Kontakt mit dem Publikum hergestellt!
Prima Körperspannung!
Viel selbstbewusster!
Sehr natürlich gelaufen!
Alles Gelernte angewendet!
Das war sehr souverän und gelassen!
Knoten geplatzt …

Erstaunlich ist, wie oft offenbar ganz persönliche Erlebnisse, die gar nichts mit dem Wettbewerb zu tun haben, sich dennoch (häufig positiv) auf die Motivation und den Laufstil auswirken können. Sehr bemerkenswert an dieser Stelle wiederum die diesbezügliche Menschenkenntnis eines Alexander Strauß …

Am vergangenen Sonnabend und Sonntag wurden mehr als 50 Kandidaten offiziell für Workshop III zugelassen. Urlaubsbedingt stoßen einige weitere Kandidaten erst am kommenden Wochenende wieder dazu, werden ebenso eine Prüfung zu absolvieren haben und mit etwas Glück (hauptsächlich jedoch natürlich aufgrund ihres derzeitigen Könnens) beim nächsten Event dabei sein.
Bei den Living Dolls.
Der Darstellung von (lebendigen) Schaufensterpuppen!
Was für die Zuschauer ein großer Spaß ist und immer wieder Erstaunen, Begeisterung sowie verrückte Situationen hervorruft, stellt in der Vorbereitung für die Teilnehmer des Wettbewerbs gleichzeitig ein Training für zukünftige Fotoshootings dar. Dort ist die Fähigkeit gefragt, eine Pose lange halten zu können. Ein Model muss ggf. eine halbe oder dreiviertel Stunde auch in einer etwas merkwürdigen Haltung ausharren können, wenn es für das Zustandekommen des perfekten Fotos notwendig ist. Ehe mit leichten Variationen, geringfügigen Veränderungen an einer Pose oder am Gesichtsausdruck das eine Motiv entstanden ist, welches dieses optimale Bild ergibt, kann viel Zeit vergehen.

Schaufensterpuppen und  Living Dolls (die lebende Ausführung)
Haben Sie einmal darüber nachgedacht, was das Charakteristische einer Schaufensterpuppe ist?
Bitte? – Ja, natürlich, sie ist leblos.
Doch Sie müssen zugeben, dass sie trotz der Leblosigkeit weit davon entfernt ist, eine Leiche zu sein. Sie repräsentiert den Menschen im Schaufenster, weil sich keiner wochenlang dort selbst aufbauen würde. Sie ist ein Möchtegern-Lebewesen.
Wie ist ihre Körperhaltung?
Wie werden die Gliedmaßen gezeigt und ausgerichtet?
Wie ist ihr Blick? Wohin geht ihr Blick?
Steht sie realistisch? Lässt es sich mit der natürlichen Haltung eines wirklichen Menschen vergleichen?
Das ist durchaus nicht selbstverständlich. Nehmen Sie z. B. Comic-Figuren, die Menschen darstellen. Ihnen ist sicher auch schon aufgefallen, dass sie oft nur vier Finger haben, der Kopf relativ groß ausfällt. Der besseren Optik wegen, sagt man. Es sei „realistischer“!
Aha.
Ich habe mir daraufhin unterwegs Schaufensterpuppen angesehen und leicht misstrauische Blicke eingehandelt, als ich mehrmals meist deren Hände fotografierte. In diesem Fall hilft immer ein sehr offener, aber leicht irritierter Blick an mein Gegenüber. Und die Andeutung eines Lächelns. Es wirkt harmlos (bin ich ja schließlich auch …) und lädt denjenigen dazu ein, einfach nachzufragen. Wer den Grund fürs Fotografieren wirklich wissen will, tut es – den anderen reicht es letztendlich wohl so. Ich finde, sie dürfen denken, was sie gerne möchten.

Alexander Strauß hatte es bereits während des Workshops erwähnt: die Hände sind speziell. Oftmals wirken sie durch ihre Haltung bzw. die der Finger besonders schmal. Die Hand selbst wird gern abgespreizt positioniert, zumindest im Handgelenk geknickt.

Schaufensterpuppe: Haltung, egal was man übergezogen bekommt. (Beispiel gesehen bei Steffi-Moden, EKZ Quarree Wandsbek, im Juli 2010)

Schaufensterpuppe: Haltung, egal was man übergezogen bekommt. (Beispiel gesehen bei Steffi-Moden, EKZ Quarree Wandsbek, im Juli 2010)

QUARREE GESICHTER 2013 - Schaufensterpuppen - Die Haltung der Hände ...

Schaufensterpuppen – Die Haltung der Hände …

QUARREE GESICHTER 2013 - Schaufensterpuppen - ... oder auch so.

… oder auch so.

QUARREE GESICHTER 2013 - Schaufensterpuppen - ... so geht es natürlich auch.

… so geht es natürlich auch.

QUARREE GESICHTER 2013 - Schaufensterpuppen  - ... très élégant!

Schaufensterpuppe – … très élégant!

Das hier ist eine sehr aufgelöste Living Doll. Merke: immer alle Teile zusammenhalten!Nichts kopflos machen.

Das hier ist eine sehr aufgelöste Living Doll. Merke: immer alle Teile zusammenhalten und nichts kopflos machen!

Meine Schaufensterpuppen-Inspektion ergab heute für mich ein weiteres interessantes Resultat: Hautfarbene Körper sind offenbar out, und es gibt sehr starke Qualitätsunterschiede bei den Figuren!
Es gibt welche, die komplett in einem Stück aus irgendeinem Kunststoff gegossen sind. Weißlich, hohl und folglich leicht durchscheinend. Sie sieht man z. B. bei SIGNUM und promod.
Die nächste Stufe ist ebenfalls mit nicht abnehmbaren Händen und Füßen, aber recht massiv, blickdicht und mit leicht glänzendem Überzug. Emailleartig.
Edler wirkt Stufe drei mit abnehmbaren bzw. drehbaren Extremitäten. Immer noch sehr ebenmäßig, jedoch in verschiedenen Farbvarianten sowie glänzend oder dezent matt. Das Material erinnert optisch an Porzellan.
Die natürlichste (auf die Formgebung bezogen, nicht auf die Farbe) und vermutlich teuerste Variante entdeckte ich bei Steffi-Moden. Gold/Bronze glänzend, komplett zerlegbar und somit sehr flexibel. Arme, Beine, Hände, Kopf – überall kann gedreht und verändert werden. Die Hände sind absolut naturgetreu mit nachgebildeten Knöcheln, Fältchen sowie gepflegten, längeren Fingernägeln!
Doch das nur am Rande. Es geht wieder um den Contest.
Drehbare Gelenke, Knöchel, Fältchen und schicke Fingernägel haben unsere Models auch. Sie als Living Dolls sind folglich ebenfalls die (nur sehr lebendige) Edelvariante einer Schaufensterpuppe.
Das Aussehen dürfte die wenigsten Schwierigkeiten bereiten.
Wie sieht es mit der Haltung aus?
Manche Pose wirkt gut nachstellbar.
Ist sie auch haltbar?
Kann ein Mensch in einer Pose minutenlang verharren, ohne dass sein Bein einschläft, seine Hand blutleer läuft, leichte Genickstarre eintritt, der Arm zu zittern beginnt, Krämpfe einsetzen oder Ohnmachtsanfälle drohen?
Wie lang sind fünf Minuten?
Ich frage deshalb, weil die Kandidaten fünf lange Minuten in ein und derselben Pose verharren müssen. Danach ist nicht Schluss! Es wird nur die Pose gewechselt. Pause ist erst nach einer halben Stunde.
Ich beschließe kurzerhand einen Selbsttest und stelle mich vor den Spiegel.
Mein Wecker ist gestellt. Ich wähle eine – wie ich denke – simple Pose:
Kopf leicht schräg nach links gedreht, rechte Hand an der Hüfte, linke Hand in Brusthöhe, den Ellenbogen leicht angewinkelt mit nach oben geöffneter Hand. Die Belastung ist auf beide Beine verteilt, der Blick geht leicht in die Ferne …
Apropos Blick!
Die nächste Hürde, die es zu überwinden gilt: zwinkern Sie bloß nicht mit den Augen!
So etwas macht eine Schaufensterpuppe einfach nicht!
Test läuft.
Minute eins:
Es geht mir gut. Stehe still. Kein Zittern. Augenlider … na ja.
Minute zwei:
Wie? Wir sind erst bei Minute zwei?
Minute drei:
Die Hand an der Hüfte hat es gut. Die andere findet es mittlerweile doof.
Minute vier:
Ich halte nie wieder den Kopf schräg.
Minute fünf:
Durchhalten. Unterarm zittert minimal. Ich lenke mich damit ab, dass ich mir eine neue Pose ausdenke, in die ich – sobald der Wecker klingelt – hinübergleiten will.

Der Wecker schrillt ziemlich plötzlich.
Ach, schon vorbei?
Das ist es! Man braucht Ablenkung!
Ich versuche es ein zweites Mal und gehe in Gedanken das am Vortag gelesene Kapitel eines Buches durch. Die Zeit erscheint mir wesentlich kürzer, doch die Pose ist sicher verbesserungswürdig. Es lahmt wieder ein Arm.
Das war gestern Abend.
Heute habe ich lokalen Muskelkater, den ich mit Tippen auf der Tastatur wirksam bekämpfe.
Fazit:
Es wird eine Herausforderung für die angehenden Models!
Momentan bereiten sie sich im neuen Workshop III auf ihren Schaufensterpuppen-Einsatz vor. Es bleiben ihnen nur noch drei Wochen Zeit, denn die Auftritte der Living Dolls finden bereits Ende des Monates  im EKZ Quarrée Wandsbek statt.
Im letzten Jahr hatten die Besucher schon sehr viel Freude daran. Bei der diesjährigen Veranstaltung werden die Kandidaten nicht nur im Schaufenster stehen, sondern mit einer zusätzlichen Überraschung aufwarten …

Hier weitere Fotos vom Training:

Quarrée Gesichter 2013 - Workshop III - Training

Quarrée Gesichter 2013 – Workshop III – Training 04.08.2012

Quarrée Gesichter 2013 - Workshop III - Training am 04.08.2012

Quarrée Gesichter 2013 – Workshop III – Training am 04.08.2012

Quarrée Gesichter 2013 - Workshop III - 04.08.2012

Quarrée Gesichter 2013 – Workshop III – 04.08.2012

Model Contest QUARREE GESICHTER 2013 - Workshop III - 04.08.2012 - Living Dolls (erste Übungen)

Workshop III – 04.08.2012 – Living Dolls (erste Übungen)

Model Contest Quarrée Gesichter 2013 - Workshop III - Training 04.08.2012

Quarrée Gesichter 2013 – Workshop III – Training 04.08.2012

Quarrée Gesichter 2013 - Workshop III - Da diese Kandidatin leider nicht mit auf den  Gruppenfotos (Living Dolls Training) zu sehen ist, aber supergut lief, erscheint sie hier einmal separat.

Quarrée Gesichter 2013 – Workshop III – Da diese Kandidatin leider nicht mit auf den Gruppenfotos (Living Dolls Training) zu sehen ist, aber supergut lief, erscheint sie hier einmal separat.

QUARREE GESICHTER 2013  - Workshop III, 04.08.2012 - Living Dolls - erste Übungen

QUARREE GESICHTER 2013 – Workshop III, 04.08.2012 – Living Dolls – erste Übungen

Quarrée Gesichter 2013 - Workshop III - Training  05.08.2012

Quarrée Gesichter 2013 – Workshop III – Training 05.08.2012

Quarrée Gesichter 2013 - Workshop III - Training vom 05.08.2012

Quarrée Gesichter 2013 – Workshop III – Training vom 05.08.2012

Quarrée Gesichter 2013 - Workshop III - Noch einmal die Herren am 04.08.2012

Quarrée Gesichter 2013 – Workshop III – Noch einmal die Herren am 04.08.2012

Quarrée Gesichter 2013 - Workshop III - Training 05.08.2012 -  Erste Übungen für "Living Dolls" - Auf Priscilla Kuhlmann achten ...

Quarrée Gesichter 2013 – Workshop III – Training 05.08.2012 – Erste Übungen für „Living Dolls“ – Auf Priscilla Kuhlmann achten …

Quarrée Gesichter 2013 - Workshop III - Ein weiteres Foto vom Samstag (04.08.2012)

Quarrée Gesichter 2013 – Workshop III – Ein weiteres Foto vom Samstag (04.08.2012)

Quarrée Gesichter 2013 - Workshop III -  Erste Übungen für "Living Dolls" für die Gruppe vom 05.08.2012

Quarrée Gesichter 2013 – Workshop III – Erste Übungen für „Living Dolls“ für die Gruppe vom 05.08.2012

Es macht definitiv Lust auf mehr!
Wir werden – wenn Sie möchten – Ende August gemeinsam dabei sein.
Wir werden auch schauen, wer so überzeugt, dass er in die Finalrunde einziehen darf. Insgesamt überzeugt wohlgemerkt!
Beim Laufen und als Living Doll!

Wünschen wir allen Teilnehmern viel Glück für ihre nächste Aufgabe und lassen uns überraschen, wer unter ihnen möglicherweise auch ganz klar und deutlich vermittelt, dass mit ihm immer und auf jeden Fall zu rechnen ist! Bis zur letzten Minute!

Bitte vormerken:
Die Living Dolls im EKZ QUARREE Wandsbek am 31.08. und 01.09.2012!

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Model Contest QUARREE GESICHTER 2013 – Der erste Workshop

Model Contest QUARREE GESICHTER 2013 - Die Workshops

Model Contest QUARREE GESICHTER 2013 – Workshop-Teilnehmerinnen

„Sie werden irgendwann Panther sein, so wie ihr Meister …“
Ein Gedanke, der mir am Wochenende plötzlich durch den Kopf schoss. Doch halt! Beginnen wir von vorn …

Model Contest. Die Workshops! Sie haben schon begonnen! Und darum gibt es heute an dieser Stelle einen neuen Zwischenbericht vom Fortgang des Model-Wettbewerbs QUARREE GESICHTER 2013. (Vorhergehende Artikel zum Vorjahreswettbewerb, zum diesjährigen Casting sowie Recall, sind hier im Blog leicht unter dem Suchbegriff Quarrée und QUARREE GESICHTER oder über die Kategorie MODE vorne auf der Startseite rechts zu finden)
Der aktuelle Stand:
Alle Kandidaten, die den Recall bestanden haben, erarbeiten und sicherten sich damit die Teilnahme an den jetzt stattfindenden Workshops.
Ihr nächstes Ziel:
Die Mitwirkung an den Modenschauen im Quarrée Wandsbek am 27. und 28. April. Doch vor diesem Event wartet harte Arbeit auf die noch übriggebliebenen Teilnehmer. Arbeit in Form eines regelmäßigen Laufsteg-Trainings. Die entsprechenden Wochenend-Trainingseinheiten (insgesamt fünf) starteten für alle Gruppen (Frauen, Männer, XL-Models (ab Gr. 42) sowie Best Ager (30-45 Jahre) bereits am 24. bzw. 25. März in den Räumen von Fitness First.
Am zweiten Wochenende nutzte ich die Chance, mich auf Einladung als Gast dazu zu gesellen (31.03.2012) – ausgerüstet mit Stift, Papier und meiner Kamera, von der ich im Nachhinein wieder sage: Liebes, du kann ebenso gut zu Hause bleiben, wenn dich Menschen in Bewegung gleich derart überfordern!
Ich griff folglich bei meiner Fotoausbeute auf Aufnahmen von still in einer Position verharrenden Kandidaten bzw. Teilnehmern zurück, die gerade sitzende Übungen absolvierten und freue mich unheimlich, dass Fotograf Sebastian Labudabi (auch auf Facebook und dort zusätzlich mit der Seite LABUDABI vertreten) mir gestattet, Fotos von ihm im Blog mit zu verwenden. Danke schön! Sobald mir diese vorliegen, werde ich sie ergänzen und entsprechend kennzeichnen.
Ein weiterer kurzer Hinweis: Dies ist zwar ein Bericht von den Workshops, doch wird es kein Fernkurs fürs Modeln! Ich möchte ungern die Übungen bis ins kleinste Detail beschreiben, denn ich denke, das ist das kleine Geheimnis der Veranstalter und auch der Kandidaten, die schließlich um die Teilnahme an diesem speziellen Training kämpfen mussten. Ich werde versuchen, die Ziele zu beschreiben, genannte Begriffe aufzugreifen und zu erklären (da nicht nur Teilnehmer des Wettbewerbs diesen Blog verfolgen), werde auf Notwendigkeiten hinweisen. Daher geht es gar nicht ausschließlich um Workshops, sondern es ist etwas breiter gefächert. Das heißt, ich werde auf diese Punkte zu sprechen kommen:
1) Models, die Modebranche, Modenschauen – Jede Medaille hat auch ihre Kehrseite …
2) Die Workshops: Was sollen sie bewirken, was wird vermittelt?
3) Der Vergleich: Männer und Frauen beim Workshop. Was sind die signifikanten Unterschiede im Verhalten? (Doch – sie existieren!) Gibt es geschlechterspezifische Stärken und Schwächen? Männliche und weibliche Reaktionen.
4) Fotos für einen ersten Eindruck, zum Unterstreichen, zum Gespanntsein auf Kommendes …

1) Models, die Modebranche, Modenschauen …
Welches Bild entsteht vor dem inneren Auge bei dem Gedanken an eine Modenschau und dort präsentierende Models? Haben Sie/habt ihr gleich eine eindeutige Vorstellung? Positiv? Negativ?
Durch Fotos und die Berichterstattung in den Medien gewinnt die Öffentlichkeit sehr häufig den Eindruck, Models seien ausschließlich Hungerhaken, dürre Klappergestelle, die nichts essen dürfen (oder alles wieder ausspucken), die grundsätzlich missmutig und gelangweilt dreinzuschauen haben, gern wie der Tod geschminkt werden und Kleider vorführen, die niemals ein Normalsterblicher auf offener Straße tragen würde. Das ist die eine Seite der Medaille, das eine Bild des Model-Business. Fotos, auf denen das Model obercool oder teilnahmslos/leblos blickt, provozierende Outfits, Körpermaße, die Diskussionen in Gang setzen, u. v. m. steigern offenbar eher und effektiver die Auflage einer Zeitung als das, was weniger reißerisch, normaler, menschlicher wirkt.
Die Haute Couture und ihre Macher scheinen trotz entbrannter heftiger Diskussion bis heute an diesem fragwürdigen, ungesunden, insgesamt negativen Bild festzuhalten, es zu bevorzugen, es zu fördern und tatsächlich derartige Ansprüche an ihre Models zu stellen. Auffallen um jeden Preis. Es fiele mir nur ein anderer Grund ein: sie können es nicht anders!

Andererseits gibt es auch das Gegenteil! Models und Modenschauen, die dazu da sind, Mode (und weitere artverwandte Produkte) durch ein charmantes, lebensfrohes, natürliches und gleichzeitig professionell arbeitendes Wesen zu präsentieren. Durch einen Menschen mit Charisma, positiver Ausstrahlung, Körperbewusstsein, aufrechter Haltung, ansteckendem Lächeln. Jemanden, der sympathisch wirkt, mit dem man sich gerne identifiziert, der bei allem, was ihn besonders aussehen lässt, doch weiterhin hinsichtlich Größe, Körpermaßen und Gewicht hinreichend gewöhnlich wirkt, dass es dem Normalbürger realistisch erscheint, die vorgestellte Mode auch selbst zu tragen zu können, in ihr gut, besser auszusehen. Im Grunde doch ideale Voraussetzungen für steigenden Absatz und eine positive Geschäftsentwicklung auf Herstellerseite. Letztendlich ist es doch das Interesse des Erzeugers, dass seine Ware beim Kunden auf Gefallen stößt und die Lust entfacht wird, sie selbst am Körper zu haben, zu besitzen, zu kaufen!

Wenn wir uns jetzt entschieden haben, welches Bild vom Model Business uns besser gefällt, welche Art Model uns vorschwebt, und es stellt sich heraus, dass es die zweite Version ist, dann sind wir bei diesem Wettbewerb goldrichtig. Die Kandidaten, die ich hier heute erneut treffe, sind junge, gesund wirkende, gut aussehende Menschen.
Er/sie sieht gut aus!
Ich verwende bewusst dieses einfache Wort „gut“, denn trotz seiner Einfachheit ist es passend und deutlich. Es enthält die gewünschte positive Aussage, doch ist es gleichzeitig allgemein genug gehalten, um hier alle mit einzubeziehen. „Gut“ legt nicht voreilig eine starre, unabänderbare Form fest. Eine Norm, die es unbedingt haargenau zu erfüllen gilt. Ein vermeintliches, aber fragwürdiges Ideal. Gut auszusehen wird nicht bestimmt durch Alter, Herkunft, Größe, Teint, Haarfarbe, Taillenumfang, o. ä. Gut auszusehen und vor allem gut „rüberzukommen“ ist ein Zustand und auch eine Fähigkeit, die von vielen zusätzlichen Dingen abhängt. Was jeder mitbringen sollte, sind gewisse Grundvoraussetzungen. Und die haben alle diese Menschen, die ich bei jedem der drei Kurse, die heute hier stattfinden, sehe.

Mir fällt wieder auf, wie unterschiedlich und vielfältig sie sind. Wie vielfältig ihre Statur ist – unabhängig von Gewicht und Größe. Wie verschieden die Gesichtsformen und Gesichtszüge, wie abweichend die Haare, die Breite der Schultern, die Größe der Hände und Länge der Finger, die Muskulatur, die Hüfte, die Füße, die Proportionen. Und bei allen stark abweichend – was es mir fast leichter macht, sie im Gewühl und vor allem von hinten wiederzuerkennen – ist der Gang! Ihre Haltung.
Bei diesem Workshop wird ihnen keiner eindringlich anraten, sich die Haare abschneiden zu lassen, den Typ komplett zu ändern, zu einem anderen Wesen zu mutieren. Hier wird keiner am Oberschenkelumfang herumnörgeln oder Diäten vorschreiben. Im Gegenteil, einer extrem schlanken Wettbewerbskandidatin im Recall wurde nahegelegt, bitte etwas zuzunehmen. Es kann aber durchaus passieren, dass der ein oder andere von sich aus auf einmal mehr auf die Figur achten möchte, auf die Gesundheit, die Fitness!
Und das ist es, was ihnen hier vorrangig beigebracht wird!
Das Bewusstsein für den eigenen Körper! Der Umgang mit dem eigenen Körper! Haltung, Körperspannung!
Die heutige Zeit fordert dem Menschen nicht mehr in dem Maße (tägliche) körperliche Tätigkeiten und Arbeit ab, wie es das früher vielleicht der Fall war. Technischer Fortschritt fördert oft Bequemlichkeit, gesellschaftliche Veränderungen (z. B. auch die Schulreform mit Schulstunden bis zum späten Nachmittag) bremsen hier zusätzlich aus. Die Muskulatur ist unterbeansprucht, schlaff. Nicht jeder übt als Ausgleich eine Sportart aus, die diesen Muskelabbau stoppt, geschweige denn beginnt er mit Training, welches sie gezielt aufbaut! Stattdessen wird häufig eine sehr typische Haltung in den gesamten Alltag übernommen: die, die der Mensch über Stunden vor dem Schreibtisch, vor dem Computer einnimmt: gebeugter Rücken, vorgezogene Schultern, das Kinn Richtung Brust gesenkt. Die zweite, weit verbreitete, alternative Fernseh-Hinfläzhaltung ist auch nicht muskelaufbauend, sie ist lediglich entspannter, bequemer und entlastet verkrampfte Schultern.
Ein Model, das derart gebeugt schlurfend um die Ecke kommt, kann gleich einpacken. Denn so wenig es uns bei uns selbst auffällt, wie krumm wir daherkommen, dem Gegenüber fällt es garantiert auf! Dem Zuschauer missfällt so ein vorgesetzter Quasimodo (männlich oder weiblich) maßlos. Auch wenn wir mit uns selbst etwas unkritisch umgehen, mit anderen sind wir nicht so nachgiebig. Manchmal ist im Unterbewusstsein sogar etwas, das uns zuflüstert, dass dieser Quasimodo uns quasi den Spiegel vorhält. Schau her! Bist du nicht auch so?- NEIN! Und was möchten wir stattdessen sehen? Doch bitte schön etwas Positives, Ansprechendes, Lebendiges! Etwas, dass unter Umständen Lust darauf macht, dem Spiegelbild nachzueifern und ihm vielleicht (wieder) ähnlich zu werden.

2) Die Workshops
Was brauchen Models mit einer positiven Ausstrahlung demnach am meisten? Körperbewusstsein! Es ist das A und O, die Grundlage für alles was kommt und soll in den nun folgenden Kursstunden vermittelt werden. Sich seines Körpers bewusst zu sein, bedeutet, auch die Haltung wahrzunehmen und sie ggf. zu korrigieren. Körperbewusstsein zu empfinden, versetzt uns in die Lage, ihn kontrollierter zu bewegen, uns aufrechter zu halten, mehr Körperspannung einzusetzen. All das erfordert jedoch Training. Es ist nicht damit getan, es einmal zu versuchen und darauf zu hoffen, dass sich der Rest von alleine einstellt. Muskeln bauen sich nicht über Nacht auf, ein eingeschleiftes Verhalten korrigiert sich nicht von heute auf morgen. In diesem Training wird versucht, schlummernde Fähigkeiten zu erwecken, neue zu erwerben und sie nach und nach in Fleisch und Blut übergehen zu lassen. Automatismen zu entwickeln. Schritt für Schritt.
Lernbereitschaft, Disziplin, eine gehörige Portion Willen gehören dazu – gepaart mit Ausdauer. Am besten, es ist Feuer da! Am besten, man brennt für diese Sache! Und das tun sie hier alle. Egal, wen ich in den drei Kursen an diesem Abend antreffe, sie alle wollen!
Alexander Strauß versucht ihnen zu verdeutlichen, dass es nicht ausschließlich nur um den Model Wettbewerb geht, sondern dass durch Körperbewusstsein die Körpersprache eine andere wird. Eine, die mehr Selbstbewusstsein ausdrückt und eine völlig andere Präsenz im Umfeld bewirkt. Vielleicht können einem damit konfrontierte Menschen gar nicht auf Anhieb definieren, was es ist, was auf einmal anders wirkt. Vielleicht suchen sie nach der neuen Frisur, einer sichtbaren, äußerlichen Veränderung. Dabei ist es „nur“ der Ausdruck des Körpers …

Ich komme noch einmal auf die Unterschiedlichkeit der Kandidaten zurück. Sie betrifft nicht nur das Äußerliche, sondern selbstverständlich auch die Wesensart.  So unterschiedlich wie ihr Aussehen,  sind auch Temperament, Auffassungsgabe, Konzentration. Nicht jeder ist in der Lage, sich gleich schnell auf etwas Neues einzustellen, etwas Unbekanntes anzunehmen und blitzschnell umzusetzen. Nicht jeder erkennt sofort die Wichtigkeit des regelmäßigen Trainierens. Manch einer meint noch, mit Minimalaufwand käme er vielleicht auch durch. Ich glaube, dass dieses zweite Kurswochenende wieder einigen klar gemacht hat, dass sie am Ball bleiben müssen. Sie wissen, wenn sie zweimal nicht kommen, sind sie raus aus dem Wettbewerb! Das sind klare Regeln. Heute haben sie zusätzlich bemerkt, dass ein Alexander Strauß durchaus merkt, wenn eine Übung, die als Hausaufgabe gestellt wurde, nicht konsequent gemacht wurde. Und dass es keinen guten Eindruck hinterlässt …

Der Begriff Automatismen entwickeln fiel. Warum ist das wichtig?
Während eines Auftritts läuft vieles auf einmal ab.  Es ist aber nicht die Zeit dafür oder die Gelegenheit dazu da, jede Bewegung, die gewünschte Mimik, die Haltung – all dies einzeln mühsam aus dem Gedächtnis hervorzukramen und Stück für Stück nacheinander auszuführen. Verhackstückelt. Stakkatoartig.  Marionettenhaft.  Im Gegenteil: Alles gehört zusammen, geht fließend ineinander über oder wird sogar zeitgleich ausgeführt. Was speziell trainiert wurde, sich verinnerlicht hat, kann abgerufen werden und somit automatisch umgesetzt werden. Daran wird gearbeitet, das wird geübt.
Ist man als Model immer allein auf dem Catwalk?
Natürlich nicht, was im Klartext heiß, ich muss wissen, was um mich herum vorgeht. Bei einer Choreographie muss ich wissen: Wo steht oder geht mein Kollege? Sind wir synchron bzw. haben wir den richtigen Abstand, klappt der Wechsel? Dafür brauche ich eine weitere Fähigkeit, die als der periphäre Blick bezeichnet wird. Ich schaue nicht nur nach vorne, sondern habe einen erweiterten Umkreis im Blick, der etwa der ausgestreckten Armlänge (zu beiden Seiten) entspricht.
Warum wird bereits bei den Workshops nach Körpergröße unterteilt?
Philipp Schumann, ein Finalist des letztjährigen Wettbewerbs, hatte mir während des Recalls bereits erklärt, dass ein wesentlicher Grund des Sortierens nach Größe sei, dass spätere Choreographien, die zusammen erarbeitet werden, einfach harmonischer aussehen, wenn Models etwa gleicher Größe aufeinandertreffen. Heute lerne ich dazu, dass natürlich auch das Schrittmaß ein anderes ist. Größere Mädchen, längere Beine, abweichende Schrittlänge. Eine extreme Abweichung macht ein Synchronlaufen schier unmöglich.

3) Mädchen und Jungen beim Workshop – Wo und wie unterscheiden sich Verhalten und Reaktionen?
Es ist im Kindergarten so, es setzt sich in der Schule fort, greift über in den beruflichen Bereich und lässt einen sein ganzes Leben im Privaten sowieso nicht los: das unterschiedliche Verhalten und die unterschiedlichen Reaktionen von Frauen und Männern. Es zeigen selbstverständlich nicht alle Frauen die gleiche Verhaltensweise, genauso wie nicht alle männlichen Wesen genau nach dem gleichen Muster handeln, doch hier bei den Workshops gibt es ein paar Punkte, die wirklich erwähnenswert sind.

Priscilla Kuhlmann zeigt Haltung und Gang. Teilnehmerinnen der Gruppe Mädchen bis 1,70m Körpergröße.

Priscilla Kuhlmann zeigt Haltung und Gang. Teilnehmerinnen der Gruppe Mädchen bis 1,70m Körpergröße.

Workshops Quarrée Gesichter 2013 - Kurs 2 - Mädchen ab 1,71m Körpergröße

Workshops Quarrée Gesichter 2013 – Gruppe 2 – Mädchen ab 1,71m Körpergröße bei einer Haltungsübung

Gruppe 3 an diesem Tag  - Auch die Herren lernen Körperspannung kennen, nehmen Haltung an.

Gruppe 3 an diesem Tag – Auch die Herren lernen Körperspannung kennen, nehmen Haltung an.

Der Abend beginnt mit 17 Mädchen, deren Körpergröße 1,70 m nicht überschreitet. Kurs 2, der im Anschluss startet, zählt 24 Mädchen, die dieses Maß übertreffen. Den dritten und letzten Kurs an diesem Tag bilden 30 männliche Teilnehmer.
Geleitet wird das Training von Alexander Strauß, dem Mr. QUARREE GESICHTER 2013. Unterstützung erhält er von Priscilla Kuhlmann, einer talentierten Teilnehmerin der QUARREE GESICHTER 2012, die hier ebenfalls als Laufsteg-Trainerin fungiert. Wir haben demnach schon hier Frau und Mann. Unterrichten sie gleich?
Sie agieren sehr unterschiedlich. Alexander Strauß gleichbleibend ruhig mit gleichbleibender Lautstärke, fordernd, nachhakend, erklärend, animierend. Instruktion – Anwendung. Kein Einlassen auf unnütze Diskussionen, der Chef ist er. Er wünscht Aufmerksamkeit, Ruhe und Disziplin und bekommt sie. Er setzt stark auf Körpersprache!

Alexander Strauß demonstriert die Rückwärtswende. Füße bilden zeitweise ein gespiegeltes großes 'L' am Boden.

Alexander Strauß demonstriert die Rückwärtswende. Füße bilden zeitweise ein gespiegeltes großes ‚L‘ am Boden

Priscilla Kuhlmanns (sie ist auf obigem Bild im Hintergrund zu sehen) Auftreten ist profimäßig, jedoch emotionaler. Sie ist einerseits einfühlsam, kommt gezielt zu einzelnen Kandidaten, korrigiert, wo es nötig ist, ist aufmerksam, hilfsbereit. Doch sie ist auch Antreiber, sie hat nicht unendlich Geduld, speziell nicht bei Unaufmerksamkeit. Sie sieht alles, und sie kann deutlich werden. Wohlgemerkt: Nicht verletzend! Doch plötzliche, leicht barsche Kommentare wie: Das war eben grottig! – Hallo! Wir wollten bis acht zählen! Bis ACHAT!! – Hm? Wie lange dauern wohl zwei Sekunden? Hm? … zeigen ihre Missbilligung und die dringende Aufforderung nach mehr Konzentration und Besserung. Bei ihr ist es insbesondere dieser Wechsel zwischen Ruhe und Poltern, der für Aufmerksamkeit sorgt.
Priscilla war mir gegenüber ausgesprochen freundlich, anleitend und hilfsbereit, obwohl sie anfangs durch etwas späteres Hinzukommen nicht wusste, dass ich lediglich zum Beobachten und Schreiben kam. Ich nahm bei ihrem Eintreffen auf Alexanders Vorschlag hin gerade an Übungen teil, so hielt sie mich lange Zeit für eine etwas desinteressierte, überreife Teilnehmerin der Best Ager Gruppe, die es sich herausnahm, hier und da einfach zu pausieren, auf einem Block herumzukritzeln und sogar Fotos zu schießen. Da ihr Boss es jedoch nie monierte, zeigte sie Haltung. Bis zum Kurs der Herren. Es erfolgte meine erneute Vorstellung, und Männer sind in der Hinsicht neugieriger.
Ein Gast? Wie? Was? Wo?
Alexander erklärt erschöpfend.
Ach, sie schreibt? Wie? Was? Wo?
Der Moment, in dem Priscilla lachend ihren Irrtum erkennt …

Die Mädchen haben von Alexander Strauß (wie auch alle Teilnehmer aus den nachfolgenden Kursen) beim letzten Mal eine Hausaufgabe mit auf den Weg bekommen. Es ist das tägliche Absolvieren einer bestimmten Übung, welche die Körperhaltung trainiert. Sie wird heute wieder aufgenommen und verrät, wer die Übung daheim regelmäßig gemacht hat und wer nicht.

QUARREE GESICHTER 2013 - Der Workshop - Körperspannung, aufrechte Haltung, Lächeln ...

QUARREE GESICHTER 2013 – Der Workshop – Körperspannung, aufrechte Haltung, Lächeln …

Es folgt eine Art Spiel, bei dem nach und nach diejenigen aussortiert werden, die diese sitzende Übung (Haltung!) nicht mehr akkurat ausführen, das dabei gewünschte Lächeln vergessen, Erlerntes nicht umsetzen. Die- oder eben derjenige verlässt die sitzende Gruppe und nimmt hinter allen Platz, um dort mit der Übung fortzufahren.
Und hier offenbart sich der nächste große Unterschied im Verhalten von Mädchen und Jungs. Während die Mädchen, auch die des späteren Kurses, dieses Ausscheiden hinnehmen, bestenfalls ein wenig ihre Unterlippe zuckt und ein erleichtertes, fast glückliches Blinzeln der Augen zu entdecken ist, wenn mehr und mehr „Konkurrentinnen“ aus dem Spiel herausgenommen werden, entsteht beim Kurs der Männer schon mal eine Diskussion.
Die Herren sitzen, der Meister kontrolliert und entlarvt den ersten Pfuscher.
Alexander Strauß: „Du bist raus.“
„Nein, wieso?“
„Na, hier“, leichter Knuff in den Rücken, der gewölbt ist.
Nochmalig ertönt ein entrüsteter, aber nur noch halbherziger Konter. „Aber ..!“
Alexander lässt sich auf nichts ein. Der Daumen zeigt wortlos nach hinten. Diskussion Ende.
Nächster Kandidat.
„Mach’ mal gerader!“
„Mach ich doch!“
„Mehr!“
„Das geht nicht!“
„Aufrechter!“
„Ich komme nicht weiter hoch als so!“
„Jetzt hast du es doch!“
„…Ja …! “
Diskussion Ende.

Workshop 31.03.2012 - Herren - Die Körperhaltung schon ziemlich perfekt (der Spiegel hat mich beim Fotografieren in nicht ganz so perfekter Haltung erwischt)

Workshop 31.03.2012 – Herren – Die Körperhaltung schon ziemlich perfekt (der Spiegel hat mich beim Fotografieren in nicht ganz so perfekter Haltung erwischt)

Die Unterschiede sind wirklich frappant. Nehmen wir nun das Hineinkommen in den Übungsraum. Die Mädchen haben schon beim Warten im Vorraum Gruppen gebildet. In lebhafte Gespräche verwickelt treten sie ein. Die Kleidung wird am Rand des Übungsraumes auf dem Boden deponiert. Und genauso, wie sie eintraten, legen sie auch die Sachen ab. Als bunte Gemeinschaftshäufchen. Immer mehrere zusammen. Sie sind weiter im Gespräch, bis Alexander zu ersten Übung ruft. Von diesem Moment an herrscht volle Konzentration, man spürt den Ehrgeiz in der Luft.
Bei den Jungs scheinen sich erst ein paar zusammengefunden zu haben. Zweiwortgespräche – wenn es unbedingt notwendig ist. Sie kommen eher vereinzelt durch die Tür, und so sehen auch ihre Häufchen aus. Einsame Tuffs. Jedes Set Jacke (+ Schuhe) liegt für sich allein. Und nicht bunt, sondern dunkel. In der Mehrzahl schwarz und Leder.

Workshop - Die dunklen Einzelhäufchen der Männer ...

Workshop – Die dunklen Einzelhäufchen der Männer …

Sie sitzen zwar genauso schnell, aber nur, weil es bequemer ist als zu stehen. Noch keine (weil anstrengende) aufrechte Haltung. Es gab ja noch keinen „Befehl“, der aber nun erfolgt. Zwei sind allerdings mental noch nicht so weit. Die Trennung von ihren Smartphones braucht noch ein wenig. Gut, auch das ist irgendwann erledigt. Es folgt die gleiche Haltungsübung, das gleiche Spiel wie bei den Damen. Die ersten sind bereits ausgeschieden. Ich sagte bereits, hier wird eher protestiert, diskutiert. Allerdings nicht von der Mehrzahl der jungen Männer, sondern eher von wenigen „Alphatieren“. Es ist nicht so, dass es bei den Frauen nicht das Äquivalent zum Alphatier gäbe, doch es drückt sich dort in Mimik und Körpersprache aus. Nicht verbal.

Apropos Smartphone. Ein voll motivierter, junger Mann hatte vergessen, sein Smartphone auf lautlos zu stellen. Mitten in der Haltungsübung, die er vorbildlich ausführt, gibt es irgendwo an seinem Körper Töne von sich. Alexander Strauß und auch Priscilla Kuhlmann sind glücklicherweise gerade am anderen Ende des Raumes. Die Übung wird keinesfalls unterbrochen, sondern unter Beibehaltung des Strahlelächelns eiskalt durchgezogen. Man erahnte allerhöchstens den Adrenalinschub und die winzige Schweißperle auf der Stirn. In Gedanken wurde sicher mitgezählt, wie oft dieses dämliche Handy vor dem Verstummen noch scheppert. Endlich. Es ist gestorben. Ende. Aus. Geschafft! Er hat sich wesentlich weniger davon stören lassen, als umsitzende oder bereits ‚ausgeschiedene’ Mitstreiter. Ein Profi, der Prioritäten setzt und beim nächsten Mal sicher das Handy ausgeschaltet hat.

Wie beenden Frauen die sitzende Haltungsübung?
Sobald Alexander sie als für beendet erklärt, lässt die Spannung merklich nach, die Sitzposition wird vorerst weiter beibehalten. Man wartet auf neue Anweisungen.
Und wie beenden Männer diese Übung?
Zwei Drittel der Männer fällt mit einem Stöhnen nach hinten. Die seitlich liegende Strandlaken-Pose. Ein Ellenbogen aufgestützt. Oh, Gott, geht das etwa schon wieder weiter …?
Haben es Männer eigentlich schwerer als Frauen, den richtigen Gang und die richtige Haltung zu lernen?
Weibliche Wesen genießen den kleinen Vorteil, dass sie von Natur aus durch ihre breiteren Hüften einen leicht wiegenden Gang haben. Männer müssen sich dazu erst ein bisschen lockern. Männer laufen gelegentlich so, als seien sie gerade vom Pferd gestiegen. Oder sie wissen nicht wohin mit ihrer Kraft. Das äußert sich häufig in einem eher eckigen, schweren Gang, bei manchen wirkt es sogar stampfend. Tritt akute Kraftlosigkeit auf, wird er schlurfend. Die Füße werden vor Schwäche nicht mehr hochgenommen. Auch Frauen verfallen in dieses Muster des gedankenlosen Herumschliefens, meist in Kombination mit gesenkten Schultern/krummen Rücken.
Lassen sich Männer leicht lockern?
Die heimliche Sorge mancher Männer ist, dass sie einen Gang lernen sollen, bei dem sie sich zum Affen machen. Doch diese Sorge ist völlig unbegründet. Von Männern wird kein ausgeprägter, affektierter, völlig unmännlicher Hüftschwung verlangt! Doch durch eine spezielle Art des Fußaufsetzens beim Voranschreiten (die Füße kreuzen sich leicht) sowie eines leichten Einknickens (Hüfte), entsteht ein katzenähnlicher, sehr eleganter, fließender Laufstil.
Alexander Strauß drückt deutlich aus, wie er es nicht möchte: Kein Storchengang! Kein Militär-Gedächtnismarsch! Dass er selber es perfekt verinnerlicht hat, entdeckte ich schon vor Wochen, als er einer Casting-Teilnehmerin anschaulich demonstrierte, wie er sich ihren Gang vorstellt. Von da an hieß er bei mir (intern) nur noch: Der Panther.

... Schrittübungen mit Priscilla Kuhlmann und Alexander Strauß

… Schrittübungen mit Priscilla Kuhlmann und Alexander Strauß


Am Beispiel des Erlernens von Schritten und Wenden: Frauen und Männer lernen verschiedenartig

Frauen:
Wenn Mädchen Schritte lernen, und es wird wichtig, das alle dasselbe tun, dann erhalten sie folgende Instruktionen von Trainer Alexander Strauß:
„Wir starten immer mit dem rechten Fuß. Wir machen eine gerade Anzahl von Schritten. Wir zählen zusammen bis acht beim Gehen, danach kommt die Wende.“
Nun, Frauen starten mit dem richtigen Fuß.
Frauen können auch zählen, aber nicht gleichmäßig schnell. Und manchmal vergessen sie mittendrin, ob sie schon bei acht waren oder erst bei sechs …
Ein Blick, der zwei Sekunden gehalten werden soll, wird auch kürzer oder länger und zeigt, dass das bei weiblichen Wesen das  Verständnis von dieser Zeitspanne unterschiedlich ist.
Frauen gucken auf die Nachbarin und achten auf Alexander Strauß oder Priscilla Kuhlmann.
So gern Frauen sonst reden, hier sind sie untereinander nicht sehr gesprächig. -> Hilfe, ich verpasse etwas!
Frauen werden manchmal hektisch, wenn etwas nicht gleich funktioniert.
„Wie geht das? Ich habe das überhaupt nicht gesehen!“
Diese Bemerkung kommt leicht klagend, damit klar ist, dass es auf keinen Fall Begriffsstutzigkeit ist, sondern der Grund das im Weg stehen und Sicht versperren einer anderen Person ist.
Frauen reagieren schneller geknickt oder nervös auf Korrekturen. -> Ich versage!
Frauen verstehen wortreiche Erklärungen. Worte formen bei ihnen Bilder, die sie umsetzen.
Frauen reagieren auf ein Anstupsen mit dem Zeigefinger (beispielsweise um mit einer solchen zarten Berührung auf der Schulter zu demonstrieren, dass es diese Seite ist, die sich jetzt mitdrehen muss).

Männer:
Die gleiche Ausgangslage bei den Herren. Identische Vorabinstruktionen.
Nun, es gibt schon Männer, die ein bisschen nachdenken, wo denn links und rechts ist.
Männer sind definitiv mehr auf sich fixiert.
Männer betrachten gern ihre eigenen Füße.
Männer bemerken nicht unbedingt, dass sie etwas anders machen.
Männer behalten die Ruhe. ->Wird schon!
Männer kommen hier vermehrt mit ihren Nachbarn ins Gespräch. -> Ey, hast du das kapiert?
Männer können besser zweimal bis vier zählen als einmal bis acht.
Männer marschieren sichtlich gern im Pulk gemeinsam auf und ab. Das gibt Sicherheit, und man kommt sich nicht so beobachtet vor.
Männer reagieren auf Korrekturen mit einem recht ungerührten: Echt? Ach so …
Männer scheinen Vergleiche langen Erklärungen vorzuziehen (Alexander Strauß zieht Vergleiche zu Filmszenen, Schauspielern, etc.). Dieser Vergleich gibt ihnen eine Vorstellung von dem, was von ihnen erwartet wird.
Männer reagieren nicht auf Anstupser. Männer müssen mit beiden Händen angefasst und gedreht werden.

Also Jungs, ihr kennt doch sicher noch Grease und John Travolta ... (Alexander Strauß beim Training)

Also Jungs, ihr kennt doch sicher noch Grease und John Travolta … (Alexander Strauß beim Training)

...Schulterblätter nach hinten, Oberarme an den Körper gepresst, spezieller Gang.

…Schulterblätter nach hinten, Oberarme an den Körper gepresst, spezieller Gang – Übungen im Workshop

Sieht doch schon ganz gut aus und wirkt wirklich anders, wenn die Herren eine aufrechte und gestreckte Körperhaltung zeigen

Sieht doch schon ganz gut aus und wirkt wirklich anders, wenn die Herren eine aufrechte und gestreckte Körperhaltung zeigen

Was ist denn gleich?
„Wir laufen jetzt wieder acht Schritte. Zählt mit!“
Beide Geschlechter müssen sich erst auf die Geschwindigkeit des Zählens einstellen. Sich auf ein gemeinsames Zähltempo einigen. Beide zählen daher anfangs im Kanon, um sich dann langsam aber sicher leistungsmäßig sehr stark zu steigern. Die Damen mit heller Stimme, die Herren brummelnd. Am Ende klingt es einheitlich und man erreicht gemeinsam die andere Seite des Raumes.
Beide Geschlechter haben anfangs ihre Mühe beim Einstudieren der Wenden. Doch leider sind Wenden nötig – denn der Laufsteg hat es so an sich, dass er irgendwo endet …
Alle Teilnehmer antworten am Kursende auf die Frage: Na, hattet ihr Spaß? mit einem enthusiastischen: Ja!!

Fazit:
Es ist spannend. Es bleibt spannend! Ich bin sehr neugierig auf die Fortschritte! Ich habe leider das Training am vergangenen Sonntag aus Zeitgründen nicht wahrnehmen können. Liebe Teilnehmer dieser Gruppen (weitere Mädchen einschließlich der Gruppe XL-Models sowie der Gruppe  Best Ager): ich werde auch von euch sicher noch Fotos zeigen und berichten!

Wir kommen zum Ende. Wissen Sie/wisst ihr übrigens, wie ihr in Wandsbek oder im östlichen Hamburg herausfinden könnt, ob ihr gerade hinter einem der teilnehmenden Models geht? Raunt mal ein leises: „Körperspannung!“ von hinten. Wer sich dann schlagartig aufrichtet und strafft, ist definitiv einer der Teilnehmer.

Ich verabschiede mich für heute mit dem Motto, das Alexander Strauß zum Schluss des Trainings mit auf den Weg gab:
Hüfte! Lächeln! Körperhaltung!
Angehende Models! Wettbewerbsteilnehmer! Präsentiert dem Meister eure Gummihüfte! Werdet elegant wie eine Katze. Übt, so dass ihr weiterkommt und ich irgendwann über euch schreiben kann:
Sie sind Panther – wie ihr Meister!

Weitere Bilder vom Sonnabend (31.03.2012):

Einüben der Vorwärtswende (rechtes Bein heranziehen ...)

Einüben der Vorwärtswende (rechtes Bein heranziehen …)

Laufen ... laufen ... laufen ...

Laufen … laufen … laufen …

... und zurück

… und zurück.

...und nach kurzer Zeit  läuft alles schon geordneter.

…und nach kurzer Zeit läuft alles schon geordneter.

Schritte richtig setzen ... Haltung bewahren.

Schritte richtig setzen … Haltung bewahren.

Wurde bei Jungs und Mädchen gleichermaßen als Hilfsmittel eingesetzt, um die Schrittbewegung zu trainieren.

Wurde bei Jungs und Mädchen gleichermaßen als Hilfsmittel eingesetzt, um die Schrittbewegung zu trainieren – Stange auf dem Boden.

Schultern, Mädels! ...

Schultern, Mädels! …

... die Wende einleiten (Fotograf Sebastian Labudabi hat alles im Blick)

… die Wende einleiten (Fotograf Sebastian Labudabi hat alles im Blick)

Einleitung der Rückwärtswende ... stehen die Füße richtig?

Einleitung der Rückwärtswende … stehen die Füße richtig?

Zum Abschluss einer Kurseinheit bilden die Teilnehmer ein Spalier  für den „Walk through“:

Zum Abschluss des Kursabends - Vorbereitung auf den Walk through ....

Zum Abschluss des Kursabends – Vorbereitung auf den Walk through ….

... auch Priscilla Kuhlmann läuft mit.

… auch Priscilla Kuhlmann läuft mit.

... walk through zu zweit

… walk through zu zweit

... auch diese Teilnehmerinnen zeigen ihr Können beim "walk through"

… auch diese Teilnehmerinnen zeigen ihr Können beim „walk through“

Man sieht, wie schwer es ist, auf alles zu achten (Schrittsynchronität)

Man sieht, wie schwer es ist, auf alles zu achten (Schrittsynchronität)

... bis alle einmal dran waren.

… bis alle einmal dran waren.

Auch bei den Herren findet es statt: walk(ing) through ...

Auch bei den Herren findet es statt: walk(ing) through …


Die weiteren Aufnahmen sind leider – wie oben erwähnt – für meine Kamera zu „dynamisch“ und daher zu verschwommen, um sie zu posten. Ich verweise in diesem Fall noch einmal auf Sebastian Labudabi, der bei diesem Workshop als Profi fotografiert hat.

ENDE
(vorerst)

Bis bald!

©April 2012 by Michèle Legrand

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