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Stilvolle Treppenhäuser, schöne Fassaden, eigenwilliges Interieur – der Charme Hamburger Kontorhäuser / Teil V – Das Haus Pinçon am Neuen Wall

Der mittlerweile fünfte Part dieser Blogserie erscheint heute und mit ihm lernen Sie ein neues „altes“ Kontorhaus kennen:
Das Haus Pinçon.

Hamburg - Kontorhäuser -  Das Haus Pinçon im Neuen Wall 26-28, Fassade mit Keramikfliesen verziert

Hamburg – Kontorhäuser – Das Haus Pinçon im Neuen Wall 26-28, Fassade (ab 1. OG) mit Keramikfliesen verziert. Unten rechts das Tradtionsunternehmen Waßmann (Drei Goldschmiede in der Familie! Sie erinnern sich vielleicht an Thorsten Waßmann, den ich Ihnen in einem Bericht mit seinen besonderen Silberschmuckkreationen vorstellte). Links vom Eingang seit Anbeginn 1904 die Fa. Weitz (Porzellan)

Es ist in Hamburgs Innenstadt unter der Adresse Neuer Wall 26-28 zu finden, und der Name geht zurück auf den bekannten Hutmacher P. M. Pinçon & Co., der dort – als der Neubau fertiggestellt war – seine Geschäftsräume bezog.

„Alt“ in Anführungsstrichen gesetzt, denn obgleich sein Baujahr mit 1904/1905 angegeben wird (Architekten: Leon Frejtag & Hermann Wurzbach), erscheint es Ihnen heute beim Betrachten wahrscheinlich sehr frisch und irgendwie jung – nur ohne dabei modern zu sein.

Sie ahnen ganz richtig: das Haus wurde aufwendig restauriert!
Wir kommen gleich dazu und widmen uns der besonderen Fassade.

Vorweg eine Frage an Sie bzw. die Bitte, folgende Überlegung anzustellen:
Angenommen Sie wohnten in einer Wohnung oder einem Haus, das schon ein bisschen in die Jahre gekommen ist. Kleine optische Verbesserungen und Möbelveränderungen gab es, der bauliche Zustand – beispielsweise der sanitären Einrichtungen – blieb jedoch unverändert.
Neulich hat es einen Wasserschaden im Bad durch ein Leck im Wasserzulaufrohr gegeben. Die Wand wurde aufgeklopft, die undichte Stelle freigelegt, das eigentliche Leck gefunden.
Nun, das Gröbste ist wieder gerichtet. Das neue Rohr wurde installiert, die Mauer trocknete, die Löcher wurden verschlossen – nur es sieht grauslig aus! Ein Bereich der Fliesen musste  leider herausgestemmt werden, und die jetzt vorerst verputzten Stellen sind absolut keine Schönheit.
Jetzt sind Sie an der Reihe!
Was ist Ihr Plan?
Aha, ausbessern. Schöner Plan.
Haben Sie noch Fliesen nach all den Jahren?
Nicht? Schon stirbt der Plan.
Bitte?
Im Keller? Wie viele denn? Werden sie reichen?
Ach – nicht?
Fliesen dazu kaufen?
Die gibt es nicht mehr!
Ähnliche meinen Sie?
Stil und Farbe sind komplett out. Keine Chance.

Es bleiben nur zwei Möglichkeiten: Entweder Sie reißen alles raus und kacheln komplett neu (anders) oder – wenn Sie sehr an dem alten Kacheldesign gehangen haben, weil es etwas ganz Einmaliges war (Ihre Fliesen trugen handgemalte indianische Stammeszeichen o. ä.) – nehmen Sie Ihre Musterfliese aus dem Keller, marschieren damit zu einem Fachbetrieb und lassen sich neue Kacheln dieser Art anfertigen. Auch diese werden nicht haargenau zu den restlichen Unversehrten passen, die sich noch neben dem arg geschundenen Stück Ihrer Badwand befinden.
Sie lassen sich daher seufzend eine Charge in der Größenordnung anfertigen, dass sie zur Runderneuerung reicht …
Sie kennen jetzt das Problem.
Wann immer Sie etwas Existierendes wieder herrichten wollen, mit erheblicher zeitlicher Verzögerung etwas „nur“ausbessern möchten, irgendwie Vorgaben haben, an die Sie sich halten möchten oder müssen – immer dann wird es schwierig. Und teuer!

Nun kommen wir zum Haus Pinçon.
Hier geht es nicht um einen kleinen Wasserrohrbruch, sondern dieses im sogenannten  konstruktiven Jugendstil errichtete Bauwerk hat leider – wie viele andere Häuser auch – während des Zweiten Weltkriegs ziemlichen Schaden genommen.
Hamburg (und insbesondere auch die Innenstadt) wurde – wie Sie wissen – ausgiebig bombardiert. Gerade zentrale Lagen, wirtschaftlich empfindliche Punkte, verkehrstechnisch wichtige Orte (Hauptbahnhof, etc.) wurden bevorzugt anvisiert.

Manche Gebäude waren danach nur noch Schutt und Asche. Bei den Kontorhäusern gab es welche, die ihre oberen Geschosse verloren. Nicht alle wurden nach dem Krieg in der alten Form wieder aufgestockt.
Viele erlitten erhebliche Brandschäden, manchmal auch beides.
Nachdem in Hamburg im 19. Jahrhundert (1842) der Große Brand gewütet hatte, wurden als Konsequenz daraus die ersten Bauregelungen eingeführt, und aus der noch tief sitzenden Furcht vor Bränden eine gewisse Sensibilität hinsichtlich des Brandschutzes entwickelt.
Es erfolgten Änderungen der Bauweise, und der Blick richtete sich ebenfalls auf die Ausstattung.
Für die Kontorhäuser speziell hieß dies, dass sich Anfang des 20. Jahrhunderts die Stahlbetonbauten in Kombination mit Sandstein, Backstein oder Klinkern durchzusetzen begannen. Die Gebäude erhielten großzügige Treppenhäuser mit Kachelwänden und gefliestem Boden. Eine Vielzahl der Geländer war nun aus Metall/Schmiedeeisen, ein Teil weiterhin aus Holz, jedoch in einer eher massiven Form. Es wurde auf leicht entzündbare Gegenstände in den Foyers und Hallen gänzlich verzichtet. Die Fluchtwege blieben frei.

Die Gefahren für den Ausbruch eines Brandes wurden somit reduziert, die Ausbreitung erschwert – nur gegen (Brand-)bomben waren kein Haus immun.
Das Haus Pinçon trug im Krieg erhebliche Brandschäden davon, und in der folgenden Zeit reichten die knappen Mittel vorerst nur für eine Neuverblendung der Fassade mit hellen, grauen Klinkern. Abgesehen von dem anfangs nicht tragbaren finanziellen Aufwand, gab es natürlich einen weiteren Grund: das nötige Material war lange gar nicht vorhanden!
Wer in den Jahren bis etwa Beginn 2006 den Neuen Wall in Höhe des Hauses 26-28 entlangspazierte, passierte das Gebäude höchstwahrscheinlich schnelles Schrittes und ohne große Beachtung oder steuerte es lediglich an, um ein dort ansässiges Geschäft zu betreten.

Die damalige Eigentümerin, Frau Lotte Zscherpe, hingegen, hatte immer den Traum gehabt, es wieder so herzurichten, wie es am Anfang ausgesehen hatte. Ihr, die einst eine Zeit als Verkäuferin im Hutgeschäft P. M. Pinçon & Co. tätig war, schwebte der Urzustand vor:
Ein markantes Haus, rot verklinkert, mit einer sehr klar unterteilten Fassade im oben erwähnten konstruktiven Jugendstil.

Hamburg - Kontorhäuser -  Haus Pinçon - Neuer Wall 26-28 - Gemäß altem Vorbild_Kacheln mit blauer Glasur nach Machart "craquelée"

Hamburg – Kontorhäuser – Haus Pinçon – Neuer Wall 26-28 – Gemäß altem Vorbild: Kacheln mit blauer Glasur nach Machart „craquelée“

Als zusätzlichen Anziehungspunkt für das Auge und zur besonders gearteten Querunterteilung ab dem ersten Obergeschoss, herrliche, intensiv blaue Kacheln, dazu Kupfer. In luftiger Höhe – quasi als Abschluss vor dem Dachbeginn – vier besondere Keramik- Reliefs, die jeweils einen Frauenkopf zeigen – jeder mit einem anderen Gesichtsausdruck.

Hamburg - Kontorhäuser - Haus Pinçon - Neuer Wall 26-28 -   Fassade - nachgearbeitete Köpfe

Hamburg – Kontorhäuser – Haus Pinçon – Neuer Wall 26-28 – Fassade – nachgearbeitete Köpfe

Irgendwann war der Traum von Frau Zscherpe nicht mehr nur eine vage Wunschvorstellung, sondern das Unternehmen „Restaurierung“ nahm Formen an. Das Büro Pflügelbauer wurde beauftragt und deren Architektin Nathalie Göttling leitete die zwei Jahre dauernden Arbeiten. Als Vorbilder dienten alte Fotografien und Originalfliesen, die sich auf dem Dachboden des Hauses fanden.

Jetzt fragen Sie sich vielleicht, wie man mit einer Fliese aus dem Jahr 1904 heute weiterkommt. Der Baumarktleiter wird sicher nur traurig dreinschauen und bedauernd den Kopf schütteln, wenn Sie ihm hoffnungsfroh ein Musterexemplar vor die Füße legen und dabei vorsichtig mit Ihrem Plan herausrücken. Auch der oben erwähnte Fachbetrieb dürfte überfordert sein, denn sein heutiges Produktionsverfahren weicht doch erheblich von dem von vor über 100 Jahren ab.

Doch es gibt Spezialisten. Es gibt einen Herrn, der auch schon Fliesen für den Alten Elbtunnel in Hamburg, für das Holthusenbad oder für diverse Bahnhöfe der Hamburger U-Bahn (St. Pauli, Hallerstraße, Uhlandstraße etc.) herstellte. Sein neuestes Werk, die siebte Station mittlerweile, war 2012 die Mitgestaltung der U-Bahn-Station Sierichstraße.

Sein Name ist Hans Kuretzky. Herr Kuretzky ist Baukeramiker (Dipl.-Ing. nach einem Keramikdesign-Studium in Krefeld) und hat einen Werkstatthof in Borstorf – zwischen Trittau und Mölln gelegen. Er betreibt seine Werkstatt seit 1985. Anhand des Musters hat der Baukeramiker aus insgesamt sieben Tonnen (!) Ton die benötigten Fliesen und Ornamente nachgearbeitet.
Jede einzelne Fliese Handarbeit – insgesamt eine Fläche von 62 Quadratmetern!
Handkunstwerke – so nennt Herr Kuretzky sie selbst.
Die Fliesen wirken geflammt, an manchen Stellen in der Literatur stößt man auf den Begriff Majolika-Verkleidung, liest an anderer Stelle aber von „carreau flammé“ und von der Machart „façon craquelée“. Das wiederum leitet sich ab vom Verb craqueler = etwas rissig machen.
Bezogen auf die Glasur bedeutet es, dass bei dieser Machart beim Brennen feine Risse auftauchen. Und letztendlich war es genau diese Herstellungsweise, die hier angewandt wurde.
Außer der Anfertigung der blauen Kacheln, fielen Arbeiten am Rotstein für die Fassade an und natürlich mussten außerdem die 60-70 kg schweren, menschlichen Köpfe modelliert werden.
Diesen Auftrag führte der Restaurator und Kunstmaler Peter Lund aus. Obwohl er sie als eher androgyn beschreibt, wirken sie mehr weiblich – was auch einen gewissen Sinn ergibt, denn das Kontorhaus wurde (zumindest bis zu diesem Zeitpunkt) immer nur an Frauen vererbt!

Hamburg - Kontorhäuser - Haus Pinçon - Neuer Wall 26-28 -   Frauenköpfe mit - wenn man genau hinschaut -  unterschiedlichem Gesichtsausdruck

Hamburg – Kontorhäuser – Haus Pinçon – Neuer Wall 26-28 – Frauenköpfe mit – wenn man genau hinschaut – unterschiedlichem Gesichtsausdruck

Was Sie auf dem nächsten Foto vielleicht erkennen können, ist ein Schriftzug, der in etwa 15 Metern Höhe eingearbeitet ist. Er wurde von Frau Zscherpe persönlich – als christliches Element – ausgewählt und von Heidrun Kuretzky gestaltet. Es handelt sich um den Konfirmationsspruch der Eigentümerin nach Jesaja, 43,1: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“

Hamburg - Kontorhäuser - Haus Pinçon - Neuer Wall 26-28 - Eingearbeitet der Konfirmationsspruch ...

Hamburg – Kontorhäuser – Haus Pinçon – Neuer Wall 26-28 – Eingearbeitet der Konfirmationsspruch …(hier ist ein Teil zu sehen)

Für die Montage der neu modellierten und gebrannten Elemente, wurden die alten Behelfsklinker nicht entfernt. Auf die vorhandene Fassade kam eine Edelstahlmatte (wurde einfach vorgeschraubt), auf welcher sowohl Fliesen als auch Rotsteine aufgesetzt und verankert wurden.

Ein ziemlich beeindruckendes Ergebnis nach der Fertigstellung! Frau Zscherpe hat das Haus wunderschön wieder herrichten lassen, und zum Glück hat sie das Haus Pinçon in seiner neuen Pracht im Jahr Herbst 2007 auch noch miterlebt. Sie starb 2008 im Alter von 88 Jahren.

Nachdem Sie durch obige Bilder bereits die neue Fassade kennen, können Sie sich nun zusätzlich einen kleinen Eindruck davon verschaffen, wie der Eingangsbereich und der Zugang zum Treppenhaus gestaltet wurden.

Hamburg - Kontorhäuser - Haus Pinçon - Neuer Wall 26-28 - Eingangsbereich

Hamburg – Kontorhäuser – Haus Pinçon – Neuer Wall 26-28 – Eingangsbereich

Hamburg - Kontorhäuser -  Haus Pinçon - Neuer Wall 26-28 -  Ein Blick in das Treppenhaus ...

Hamburg – Kontorhäuser – Haus Pinçon – Neuer Wall 26-28 – Ein Blick in das Treppenhaus …

Hamburg - Kontorhäuser -  Haus Pinçon - Neuer Wall 26-28 -  ... die Wanduhr

Hamburg – Kontorhäuser – Haus Pinçon – Neuer Wall 26-28 – … die Wanduhr

Hamburg - Kontorhäuser -  Haus Pinçon - Neuer Wall  26-28 -   ... klare Formen

Hamburg – Kontorhäuser – Haus Pinçon – Neuer Wall 26-28 – … klare Formen

Keine Mosaiken wie im Fall des Hübner– oder Hildebrandt-Hauses, zurückhaltender insgesamt, doch überaus stilvoll – besonders die Treppenaufgänge/Geländer. Völlig anders auch als beispielsweise die Geländer im Laeiszhof (verspielte, eher floral wirkende Formen/Ranken).

Wie gefällt es Ihnen?

Beim nächsten Kontorhaus-Gang (Teil VI), werde ich Ihnen  – so sieht die derzeitige Planung aus – einige Gebäude in der Poststraße bzw. der Gerhofstraße in Bildform näherbringen. Vielleicht mögen Sie sich wieder anschließen ….

Quellen:
Einige der Informationen über die Arbeiten am Haus  stammen  aus folgenden Artikeln des Hamburger Abendblatts:
–  Ein Haus wie anno 1904 (Matthias Rebaschus) – 20.10.2007
Der Meister der glänzenden Fassaden (Karin Lubowski) – 01.07.2006

Vorhergehende Folgen der Kontorhaus-Serie sind über nachstehende Links für Sie aufrufbar:
https://michelelegrand.wordpress.com/2012/08/17/demnachst-im-blog-hamburgs-kontorhauser-eine-kleine-einfuhrung-fur-sie/

Teil I:
https://michelelegrand.wordpress.com/2012/08/20/stilvolle-treppenhauser-schone-fassaden-eigenwilliges-interieur-der-charme-hamburger-kontorhauser-teil-i-darf-es-etwas-basiswissen-sein/
Teil II:
https://michelelegrand.wordpress.com/2012/08/25/stilvolle-treppenhauser-schone-fassaden-eigenwilliges-interieur-der-charme-hamburger-kontorhauser-teil-ii-der-laeiszhof-samt-paternoster-und-watt/
Teil III:
http://wp.me/p1zeK1-1iW / Das Hildebrand-Haus
Teil IV:
https://michelelegrand.wordpress.com/2013/01/11/stilvolle-treppenhauser-schone-fassaden-eigenwilliges-interieur-der-charme-hamburger-kontorhauser-teil-iv-das-hubner-haus-und-eine-kleine-zeitreise/

©Januar 2013 by Michèle Legrand

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Stilvolle Treppenhäuser, schöne Fassaden, eigenwilliges Interieur – der Charme Hamburger Kontorhäuser / Teil IV – Das Hübner-Haus und eine kleine Zeitreise

Bei unserem letzten Blogspaziergang vor wenigen Tagen, hatten wir uns (gedanklich) in der Mellin-Passage (Alsterarkaden/Neuer Wall, großes Foto im letzten Blogpost!) verabredet, um  weitere Kontorhäuser in Hamburgs Innenstadt  näher  zu betrachten. Ich sehe, Sie haben sich daran erinnert und hingefunden  …^^

Vorweg:
Ich hatte Ihnen dabei Teil IV der Serie unter Nennung dreier Gebäudenamen im und am Neuen Wall angekündigt. Hier erfolgt nun eine kleine Änderung, da ich gern etwas mehr unterteilen und Ihnen die Häuser in separaten Blogposts vorstellen möchte. Was ich Ihnen ursprünglich zusammen präsentieren wollte, ist jedes für sich auf eine andere Art interessant und hat Anspruch auf eigenen Platz (auch für Fotos) und eigene Annäherung.
Unterschiede? Ja? Welche denn?
Manche Gebäude, wie der in Teil II vorgestellte Laieszhof, warten mit Besonderheiten auf, die es anderswo gar nicht oder kaum noch gibt. Dort ist es neben dem prachtvollen Treppenhaus der Paternoster, der immer noch in Betrieb ist. Sie haben ihn erlebt.
Das Hildebrand-Haus aus Teil III hat ein vom Stil her höchst interessantes, weil eigenwilliges und einmaliges Foyer sowie einen wirklich nachträglich gekonnt integrierten Fahrstuhl.
Im Teil I lag mir daran, Ihnen ein Bild der damaligen Zeit zu vermitteln. Ich erklärte  Ihnen zudem ein bisschen den Hintergrund, warum Kontorhäuser entstanden und verriet mehr über ihre Bauweise. Auch dort werden Sie Unterschiede (standortbezogen) entdeckt haben.

In den kommenden zwei Fortsetzungen wird es zusätzliche Schwerpunkte geben:
Das Hübner-Haus heute, Teil IV, besticht durch seinen schon beeindruckend gestalteten Eingangsbereich, aber es verleitet zusätzlich zu einer kleinen Zeitreise, denn wir werden uns gedanklich mit einem dort früher existierenden Café beschäftigen.
Im danach folgenden Teil V wiederum wird es um das Haus Pinçon und die Art und Weise gehen, wie es vor einigen Jahren aufwändig und detailgetreu nach altem Vorbild restauriert wurde.
Das eine Haus (Hübner) fasziniert vielleicht mehr durch Einzelheiten zu seiner Geschichte, seiner Nutzung, dem Leben im Gebäude.
Das andere (Pinçon) hat wechselvolle Zeiten und (Bau-)Zustände hinter sich, und hier liegt der Fokus auf der Wiederherstellung/Restaurierung.
Das Gutruf-Haus, dessen Bild ich zuletzt als „Appetizer“ mitgegeben hatte, wird zu gegeber Zeit ebenfalls noch vorgestellt.

Doch nun lassen Sie uns starten!

Hamburg - Durchgang Alsterarkaden zum Neuen Wall, Mellin-Passage

Hamburg – Durchgang Alsterarkaden zum Neuen Wall, Mellin-Passage

Aus der Mellin-Passage in den Neuen Wall tretend, wenden Sie sich nach links bis Sie auf die nächste Kreuzung treffen. Das Eckgebäude Neuer Wall 22/Poststraße 2-4 ist das Hübner-Haus, ein 1907/1908 vom Architekten Henry Grell errichtetes Gebäude.
Heute hat genau an der Ecke im Erdgeschoss ein Cartier-Geschäft seinen Sitz, angrenzend in der Poststraße ist die Parfümerie Sahling, deren fantasievoll gestaltete Weihnachtsdekoration Sie vielleicht erinnern. Ich zeigte Ihnen Ende November Fotos der liebevoll gestalteten, teils beweglichen Winter-Dioramen.

Die Hübners besaßen bereits vorher (ab ca. 1884) das Haus am Neuen Wall, welches mit einer recht scharfen Ecke zur Poststraße endete. Georg Hübner kaufte jedoch um die Jahrhundertwende das nebenan liegende Areal Poststraße 2 dazu und plante um 1908 den ersten Stahlbetonbau (Geschäftshaus) in Hamburg.
Das Haus erregte seinerzeit große Aufmerksamkeit!

Hübner-Haus

Hübner-Haus

Die Fassadenstützen sind sehr dicht aneinander gereiht. Für die Vorderfront wurde Sandstein verwendet, die Rückfront ist aus Backstein erbaut.
Wissen Sie noch?

Vorne war es wichtig, Eindruck zu machen und zu zeigen, dass man nicht arm war. Hinten konnte es billiger ausfallen. Da kam der Besucher/Geschäftspartner nicht hin.
Es wirkt von außen auf den ersten Blick vielleicht nicht ganz so anziehend und auffällig, was auch daran liegen mag, dass nach der Umgestaltung durch Schaufenstereinbauten Ausdruckskraft verloren ging.
Dafür ist es im Innern umso schöner!

Schauen Sie sich das einmal an!
Die Eingangshalle hat Mosaiken, die einen wirklich zum Staunen bringen. Gold ist eingearbeitet und neben den Mosaikstreifen befinden sich Marmorinkrustationen.

Hamburg - Kontorhäuser -  Hübnerhaus - Poststr. 2-4, Ecke Neuer Wall -  Foyer mit Goldmosaik und Marmorinkrustationen

Hamburg – Kontorhäuser – Hübnerhaus – Poststr. 2-4, Ecke Neuer Wall – Foyer mit Goldmosaik und Marmorinkrustationen

Das Foyer hat eine richtige Concierge-Loge, die immer noch so aussieht wie damals, als sie eingerichtet wurde, und es scheint, als würde dort jemand arbeiten. In diesem kleinen weißen Häuschen in der Halle brennt die Schreibtischlampe von Zeit zu Zeit.

Hamburg - Kontorhäuser - Hübner-Haus, Poststraße 2-4/Neuer Wall 22 - Die Loge des Portiers

Hamburg – Kontorhäuser – Hübner-Haus, Poststraße 2-4/Neuer Wall 22 – Die Loge des Portiers

Stellen Sie sich vor: In der
Weihnachtszeit wird dort auch dekoriert!

Dann liegen bunte Pakete auf dem Dach der kleinen Kabine.

Hamburg - Kontorhäuser - Hübnerhaus - Poststr. 2-4, Ecke Neuer Wall - Die Loge weihnachtlich dekoriert. Der Concierge hat frei. Das Licht ist aus ...

Hamburg – Kontorhäuser – Hübnerhaus – Poststr. 2-4, Ecke Neuer Wall – Die Loge weihnachtlich dekoriert. Der Concierge hat frei. Das Licht ist aus …

Nur mir wurde glaubhaft versichert, dass es überhaupt keinen Pförtner/Portier gibt!
Dabei sehe ich ihn förmlich vor mir, wie er über den Arbeitstisch gebeugt Kassenbücher ausfüllt, Vermerke macht, vielleicht in späteren Zeiten Telefonate entgegennahm. Ein distinguierter Herr. Nicht zu jung.
Oder?
Stellen Sie sich nicht auch die Frage, wer dort in früherer Zeit saß, wie er hieß, was seine Aufgaben waren?
Ob man von ihm respektvoll als z. B. Herr Buddenbohm sprach? Den Mann mit der Übersicht.
Oder riefen die Hübners von oben laut und unkompliziert den Vornamen durchs Treppenhaus nach unten?
„Heinrich, die Tür quietscht …!“
„Paul, das Fenster geht nicht zu …!“
Was musste er tun?
Ein Concierge. Das Wort leitet sich ab aus dem Lateinischen.  Conservius bzw.  servus und bedeutet in der Umgangssprache soviel wie Diener oder Sklave.
War er das?
Mit dem heutigen Begriff Concierge, der in einem noblen Hotel Gäste betreut und begehrte Musicalkarten herbeizaubern kann, ein geheimes Notizbuch mit den Eigenarten der Kunden führt, deren Vorlieben kennt – damit hat es sicher nichts zu tun gehabt.
Was dann?
Gab er Auskünfte? Bediente er den Paternoster, wenn es in diesem Haus anfangs einen – wie in vielen anderen Kontorhäusern – gab?
Wies er weiteres Personal an z. B. für die Treppenhausreinigung?
Hatte er aufzuschließen bzw. zu verriegeln und für Licht zu sorgen? Ließ er Besucher hinein, brachte Damen zu Beginn des 20. Jahrhunderts unter dem Regenschirm zur zuvor herbeigerufenen Droschke?
Regelte er den Lieferantenverkehr?
Denn Lieferanten und auch illustre Kunden hatte die Konditorei und Marzipanfabrik Georg Hübner eine Menge!
Was für ein Bild, wenn die ausgesandten Diener aus hochherrschaftlichen Häusern in Livree eintrafen, um kunstvoll verzierte Torten und edles Marzipangebäck für eine Festivität abzuholen. Vielleicht eine große Party beim Fürsten von Bismarck, vielleicht eine Hochzeit in den feinen Elbvororten. Einige Jahre  immer wieder geschäftiges Hufegetrappel und dampfende Pferdeäpfel vor dem Haus, später die ersten Automobile am Randstreifen.
Was muss dort an manchen Tagen für ein Betrieb gewesen sein!
Vielleicht kannte man auch damals schon Parkplatzsorgen …

Doch wir leben in der heutigen Zeit.
So schauen Sie sich erst gern um und bestaunen das, was heute noch alles außer der Loge des Portiers zu sehen ist.

Hamburg - Kontorhäuser - Hübnerhaus Poststraße 2-4, Ecke Neuer Wall - Holzverzierungen, Mosaikeinfassung, selbst auf dem Marmor weitere Verzierungen ...

Hamburg – Kontorhäuser – Hübnerhaus Poststraße 2-4, Ecke Neuer Wall – Holzverzierungen, Mosaikeinfassung, selbst auf dem Marmor weitere Verzierungen …

Hamburg - Kontorhäuser - Hübnerhaus, Poststr. 2-4, Ecke Neuer Wall - Eingangsbereich

Hamburg – Kontorhäuser – Hübnerhaus, Poststr. 2-4, Ecke Neuer Wall – Eingangsbereich

Hamburg - Kontorhäuser - Hübnerhaus, Poststr. 2-4, Ecke Neuer Wall - Eingangsbereich

Hamburg – Kontorhäuser – Hübnerhaus, Poststr. 2-4, Ecke Neuer Wall – Eingangsbereich

Hamburg - Kontorhäuser -  Hübnerhaus - Poststr. 2-4, Ecke Neuer Wall - Interessante Muster im Treppenhaus ...

Hamburg – Kontorhäuser – Hübner-Haus – Poststr. 2-4, Ecke Neuer Wall – Interessante Muster im Treppenhaus …

Hamburg - Kontorhäuser - Hübnerhaus - Poststr. 2-4, Ecke Neuer Wall - Ein Blick hinauf im Treppenhaus.  Geländer anschauen ...

Hamburg – Kontorhäuser – Hübnerhaus – Poststr. 2-4, Ecke Neuer Wall – Ein Blick hinauf im Treppenhaus. Geländer anschauen …

Hamburg - Kontorhäuser -  Hübnerhaus - Poststr. 2-4, Ecke Neuer Wall - Marmor, Mosaik, Gold ...

Hamburg – Kontorhäuser – Hübner-Haus – Poststr. 2-4, Ecke Neuer Wall – Marmor, Mosaik, Gold …

Hamburg - Kontorhäuser - Hübnerhaus - Poststr. 2-4, Ecke Neuer Wall -  ... selbst das Fußboden-Mosaik

Hamburg – Kontorhäuser – Hübner-Haus – Poststr. 2-4, Ecke Neuer Wall – … selbst das Fußboden-Mosaik

Ich war schon mehrmals dort.
Eines Tages, als ich mir wieder einmal alles ansah, kam ein wirklich schon ziemlich betagter Herr durch die Eingangstür, der, wie sich herausstellte, die Praxis eines Orthopäden aufsuchen wollte. Ich hatte gerade im Foyer in einer Ecke eine Glasvitrine mit Porzellan entdeckt und weitere Dinge, die an die Zeit erinnern, in der hier im Haus die „Conditorei und Marzipanfabrik Georg Hübner“ ansässig war und ein Café betrieb.
Wir kamen ins Gespräch, und er erzählte mir, dass er das Café noch kannte. Er wäre früher dort gelegentlich eingekehrt, und seinen Orthopäden hätte er letztendlich danach ausgewählt hat, wo er die Praxis hat. Drei hätten für ihn zur Wahl gestanden, er entschied sich für den Arzt im ihm bekannten Hübner-Haus.
Ich fragte ihn, wie lange es denn das Café noch gegeben hätte. Er war sich nicht sicher, aber der Ansicht, dass es schon Anfang der 1960er Jahre nicht mehr existierte. Er hatte recht, später las ich, dass die Vorfahren die Konditorei 1884 gründeten und dass das Café Silvester 1961 schloss.
Erstaunlich, dass es gut 50 Jahre danach immer noch in den Köpfen so vieler Menschen ist!
Es gibt einige wenige Orte, die dieses Phänomen hervorrufen. Der Alsterpavillon in seiner Urform. Das Hansa Variete Theater. Traditionsreiche Einzelhandelsgeschäfte (Feinkost, Buchhandel, Juweliere).
Was machte das Café Hübner so besonders?
Es ging dort seinerzeit hochherrschaftlich zu. Bestellungen für illustre Gäste wurden ausgeführt. Hübner stand für Qualität. Man kam, genoss, führte Gespräche.
Kaffeehausatmosphäre.
Man(n) las seine Zeitung, traf sich unter Seinesgleichen und Damen der feinen Gesellschaft kehrten ein, weil sie hier (erstmals) einen Ort hatten, an dem sie ohne männliche Begleitung ganz ehrenhaft sitzen und Kaffee trinken konnten.
Die Einrichtung und Ausstattung muss zeitweilig umwerfend gewesen sein! Offenbar gab es einen Salon im Stil eines Raumes, wie ihn japanische Fürsten ihr Eigen nannten. Dort befanden sich (nicht ganz bruchsichere) Porzellan-Etagèren sowie aufgetürmte Dekorationen, so dass kaum einer der Café-Besucher es wagte, heftiger auszuatmen, geschweige denn zu husten oder zu niesen.
Ein Bild, das in der Vitrine im Foyer ausgestellt ist, zeigt bereits einen etwas anderen Stil. Hohe Sitzhocker, alles etwas graziler (selbst die Damen).
Haben Sie schon einmal den Herrn mit der Zeitung näher betrachtet?
Er scheint seine Augen nicht so wirklich auf den Zeilen seines Lesestoffs ruhen zu haben. Auf mich wirkt es eher, als hätte er die weiblichen Gäste im Blick …

Hamburg - Kontorhäuser - Hübner-Haus - Poststr. 2-4, Ecke Neuer Wall - Schlichtes Design beim Service, die prunkvolle Zeit ist vorbei. Und wohin schaut der Herr ...

Hamburg – Kontorhäuser – Hübner-Haus – Poststr. 2-4, Ecke Neuer Wall – Schlichtes Design beim Service, die prunkvolle Zeit ist vorbei. Und wohin schaut der Herr …?

Die Zeiten änderten sich, wurden auch härter, was sich durchaus in der Art des Geschirrs zeigt. Wir finden nicht mehr den japanischen Stil mit eher verspielten, zarten, hauchfeinen Tässchen, sondern sehen hier ein recht schlichtes und robustes Service, das es ebenso gut in einem Bahnhofscafé hätte geben können. Günstiger, haltbarer, dennoch typisch. Es war immer noch das Café Hübner, und ich vermute, irgendwann war es einfach zur Tradition geworden.
Man traf sich bei Hübner!
Doch alles Geschichte.
Es kam der Moment, da der Anschluss an die Entwicklung verpasst wurde. Das Leben änderte sich, die Gewohnheiten und Ansprüche der Menschen ebenfalls – nur Hübner zog wohl nicht in dem Maße mit.
Immer nur von den Lorbeeren vergangener Zeit leben, ist nicht möglich. Hübner konnte nicht mehr genügend Kundschaft für sich gewinnen, die Gäste blieben aus.
Der alte Herr im Foyer erzählte mir, dass er sich an recht verschlissene Möbelbezugsstoffe erinnerte … Woher sollen auch Investitionen kommen, wenn zu wenig Einnahmen da sind?
Ein Teufelkreis. Hübner musste schließen.
Alles hat seine Zeit.

Heute geht man dort zum Orthopäden, Zahnarzt oder zu einer im Haus ansässigen Grundstücksverwaltungsgesellschaft.
Nichts mit stilvollem Café …
Was denken Sie, was wohl Herr Hübner zu abwischbaren Plastiktischen, eingeschweißten Donuts und Coffee to go im Pappbecher gesagt hätte?

Auch wenn es das Café nicht mehr gibt –  das Haus steht, und die Gestaltung hier im Foyer ist schon fantastisch.

Hamburg - Kontorhäuser - Hübnerhaus Poststraße 2-4, Ecke Neuer Wall (ehemals Café Hübner)

Hamburg – Kontorhäuser – Hübnerhaus Poststraße 2-4, Ecke Neuer Wall (ehemals Sitz des Café Hübner)

Haben Sie zu Ende entdeckt?
Wie können uns gern wiedertreffen. In ein oder zwei Wochen wird Teil V hier erscheinen. Dann erzähle ich Ihnen, wofür Herr Kuretzky sieben Tonnen Ton benötigte …

Ich hoffe, Ihnen hat das Hübner-Haus ein bisschen gefallen und wünsche Ihnen ein angenehmes Wochenende.

Hinweis:
Falls Sie vorangegangene Artikel suchen, finden Sie nachfolgend die entsprechenden Links:
https://michelelegrand.wordpress.com/2012/08/17/demnachst-im-blog-hamburgs-kontorhauser-eine-kleine-einfuhrung-fur-sie/
Teil I:
https://michelelegrand.wordpress.com/2012/08/20/stilvolle-treppenhauser-schone-fassaden-eigenwilliges-interieur-der-charme-hamburger-kontorhauser-teil-i-darf-es-etwas-basiswissen-sein/
Teil II:
https://michelelegrand.wordpress.com/2012/08/25/stilvolle-treppenhauser-schone-fassaden-eigenwilliges-interieur-der-charme-hamburger-kontorhauser-teil-ii-der-laeiszhof-samt-paternoster-und-watt/
Teil III:
http://wp.me/p1zeK1-1iW / Das Hildebrand-Haus

©Januar 2013 by Michèle Legrand

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9 Kommentare

Stilvolle Treppenhäuser, schöne Fassaden, eigenwilliges Interieur – der Charme Hamburger Kontorhäuser / Teil I – Darf es etwas Basiswissen sein …?

Heute wird es ernst! Seit wann, wie und wozu gibt es überhaupt diese Kontorhäuser? Wir befassen uns näher mit dem Thema und aus der Einleitung zur neuen Blogserie vom 17.08.2012 wissen Sie … es gibt Text!
Uff …
Ach, kommen Sie!
Es hat doch keiner etwas gesagt von Lexikonstil, Einbläuen, Frontalunterricht etc. Das heißt, verschieben Sie das Gähnen noch ein wenig. Doch, doch! Ich erwarte, dass Sie hier fit sind und mitdenken!
Nein, nur Spaß! Entspannen Sie sich wieder.
Wie aktiv oder passiv Sie dabei sind, ist allein Ihre Sache, nur ich weise gern darauf hin, dass ein gewisses Hineinversetzen und Miterleben alles viel interessanter macht und Sie vieles mit anderen Augen sehen lässt. Völlig anders, als wenn Sie Ihre Schotten dichtmachen,  Arme verschränken, Lippen zur Flunsch verziehen und denken:
So, soll die mal machen …!
Vielleicht war das jetzt psychologisch unklug. Sie zu verschrecken, meine ich. Aber andererseits stellen Sie möglicherweise gerade fest:
Mensch, ich bin noch wach!
Und somit können wir starten.

Kontorhäuser
Kontorhäuser sind besonders.  Sie bergen oft Geheimnisse, und keins ist wie das andere. Sie weisen Unerwartetes auf, sie enthalten sehr persönliche Elemente, sie vermögen es zu überraschen, zu verblüffen und zu begeistern!

Man sagt, es gibt in Hamburg ungefähr noch 200 dieser Gebäude. Der alten. Es hat natürlich auch eine Art Renaissance stattgefunden, und neue Häuser mit dieser Bezeichnung kamen in den 1990er Jahren hinzu. Die ursprünglichen Bauten sind nicht alle im Originalzustand erhalten, doch die Tatsache, dass viele, vom Krieg erheblich getroffene, wieder hergestellt wurden, zeigt, dass sie etwas haben müssen, was die Mühe lohnt.
Was denken Sie?
Lohnt es auch die Mühe, ein wenig mehr zurückzuschauen, um zu verstehen, was ihr Sinn und Zweck war und ist? Zu forschen, warum es sie gibt, und warum sie so sind wie sie sind?
Glauben Sie, es könnte Ihnen gelingen, sich gedanklich in eine Zeit zurückzuversetzen, die etwa 130 Jahre zurückliegt? Genaugenommen müssen wir noch weiter zurückgehen …
Versuchen Sie es bitte.
Blenden Sie Modernes aus, überhören Sie typische Geräusche von heute. Setzen Sie Ihren Zylinder auf, knöpfen Sie den Gehrock zu bzw. richten Sie die Rüschen Ihres Kleides, schlüpfen in die seidenen Handschuhe und spannen Sie das Sonnenschirmchen auf. Wir promenieren und schauen.
Vorsicht, dort liegen Pferdeäpfel!

Städte, dicht besiedelte Räume. Sie sahen nicht immer so aus, wie wir sie heute kennen.
Natürlich, werden Sie denken, das ist mir schon klar …
Wo, an welchem Punkt jedoch ein Umschwung stattfand, ein Umdenken begann, sich etwas Neues seinen Weg bahnte, wird in dem Moment, in dem Sie ein Haus – im Grunde genommen jegliches Bauwerk – betrachten, häufig außer Acht gelassen. Dabei ist dieser Punkt (z. B. ein bestimmtes Ereignis) die Ursache für seine Existenz und ursprünglich oft sogar alleiniger Grund für sein Dasein in genau dieser und keiner anderen Form!
Städte haben sich entwickelt. Sie haben sich angepasst an die äußeren Umstände und Gegebenheiten, an wirtschaftliche Erfordernisse, an veränderte Bevölkerungszahlen, an technische Entwicklungen. Gelegentlich gab es erforderliche Veränderungen erst als Reaktion auf vorausgegangene, schmerzliche Erfahrungen. Sie wissen schon, dieses „aus Schaden wird man klug“ Ding.
Um bei dem konkreten Beispiel Hamburg zu bleiben:
Im Südosten der Stadt herrschte bereits seit dem 17. Jahrhundert eine sehr enge Bebauung. Dem ein oder anderen ist vielleicht der Begriff „Gängeviertel“ vertraut. Lauter schmale Gassen, Twieten und natürlich die Fleete. Die Fläche der ursprünglichen Altstadt war naturgemäß begrenzt, doch zu dieser Zeit erfolgte genau dort der Zuwachs, und im Alltag der Menschen spielte sich das weitaus meiste genau dort ab. Hier wurde nicht nur gelebt, hier wurde gleichzeitig gewerkt, gehandelt und gelagert. Ein Großteil der Warentransporte erfolgte über die Fleete direkt bis ans Haus.
Sie können sich vorstellen, dass dies nicht nur ein Idyll war …

Hören Sie das Klappern von Hufen auf dem Kopfsteinpflaster? Das Quietschen von Rädern eines Leiterwagens?
Ja, stimmt, es riecht sehr muffig hier. Es kommt vom Fleet. Hier werden noch die Abwässer hineingeleitet, und es ist warm im Moment. Nehmen wir lieber den Weg auf der anderen Seite, weg vom Wasser …
Moment, lassen Sie eben den Herrn mit dem Kohlensack durch! Er hat ziemlich schwer zu schleppen!
Kommen Sie, wir gehen hier entlang
Achtung! – Ja, ich meine Sie! – Ihr Saum schleift im Dreck!

Man hockte aufeinander wie die Sardinen in der Büchse und hatte seine erheblichen Probleme mit der Hygiene allgemein und der Wasserreinheit im Speziellen.
Warum sollte es seinerzeit anders gewesen sein als heute in Bezug auf Entscheidungen; man konnte sich damals zwischen Senat und Bürgerschaft lange nicht auf eine Filteranlage einigen und entnahm daher das Wasser weiterhin ungereinigt aus der Elbe – todesmutig, samt aller Bakterien!
Nein, nicht trinken! Schütten Sie das weg! Wir sind noch nicht wieder in der heutigen Zeit!

Der Große Brand in Hamburg von 1842, der nur unheimlich schwer unter Kontrolle zu bringen war – erst nach vier Tagen und erheblichen Zerstörungen – war die Ursache für weitere Wohnungsnot und führte zu einer zusätzlichen Konzentration der Bebauung.
In diesem Jahrhundert hatte man bereits mehrmals unter Cholera-Ausbrüchen gelitten, doch erst die Epidemie von 1892 führte dazu, dass man sich mehr als nur schöne Gedanken über eine Sanierung des Gebietes machte.
Die Speicherstadt mit ihren vielen Lagermöglichkeiten entstand bereits ab 1883. Das Freihafengebiet wurde geschaffen. Dadurch gewann man ein wenig Übung mit der Umsiedlung größerer Teile der Bevölkerung. Es wurde danach vielerorts nötig.

Kommen Sie ein Stück in diese kleine Nebengasse. Es ist gerade sehr laut durch den Baulärm, der hier herrscht.

Stellen Sie sich vor, wie die Entwicklung voranschreitet, das Eisenbahnwesen neu geordnet wird, der U-Bahn-Bau beginnt – neue Straßen notwendig werden. Der Handel floriert, die Hygiene wird besser, die Stadt wächst weiter. Man beschließt einerseits eine hafennahe Wohnbebauung, anderseits beginnt parallel das kontinuierliche Erobern neuer Flächen im nördlichen bis dato noch unbebauten Raum für Wohnzwecke. Die Außenalster hat ihren Namen übrigens daher, dass sie damals tatsächlich noch außerhalb der Stadt lag und die Bürger erst nach und nach die heutigen nördlichen Stadtteile Rotherbaum oder Uhlenhorst etc. besiedelten.
War zuvor schon der Bereich Lagerung im Wohnbereich nicht mehr üblich, so fand jetzt auch eine Trennung zwischen Wohnen und Arbeiten statt.
Die Kaufmannschaft in Hamburg können Sie sich zu diesem Zeitpunkt als aufstrebend vorstellen, denn mittlerweile hatte es den Zollanschluss gegeben. Ihr Einfluss auf sowie ihr Wirken für die Stadt war nicht unerheblich, so war es logisch und folgerichtig, dass die seinerzeit Zuständigen sich Gedanken machten, wie sie dem Raumbedarf der Kaufleute Rechnung trugen.
Ihre Lösung lautete: Kontorhäuser.

Wir haben zwei Bereiche in Hamburg, in denen sehr konzentriert Kontorhäuser anzufinden sind.
Im eigens geschaffenen Kontorhausviertel im Südosten den Stadt sowie im Westen der Stadt im Bereich der Straßen Neuer Wall, Große Bleichen, Poststraße, Hohe Bleichen etc.

Bronzemodell (Tastmodell) von Egbert Broerken -  City Hamburg  - Lage Kontorhäuser

Ein Überblick …

Hamburgs Kontorhäuser - Anschauungs- und Tastmodell der Stadt von Egbert Broerken mit hinzugefügter Beschriftung

Hamburgs Kontorhäuser – Anschauungs- und Tastmodell der Stadt von Egbert Broerken mit hinzugefügter Beschriftung

Dies schließt nicht aus, dass sie weitere einzelne Bauten überall in der City verstreut antreffen.
Im Endeffekt mussten auch dafür Bewohner weichen und umsiedeln. Irgendwie schien es eine Zeit lang praktischer, die Innenstadt mehr und mehr für das Arbeiten, Kaufen, Handeln zu nutzen und das Wohnen weiter zu verdrängen. Die Folge kennen Sie: Innenstädte, die mit Laden- bzw. Büroschluss absolut tot sind. Hochgeklappte Bürgersteige …
Viel, viel später erst folgten hier eine Kehrtwendung und die Bemühungen zur Wiederbelebung der ausgestorbenen Innenstädte …

Lassen Sie uns ein Stück den Jungfernstieg entlanggehen. Der typischen Flaniermeile. Gesehen werden auf der Promenade …
Wussten Sie, dass es unheimlich fein war, wenn man   g a n z … l a n g s a m … g i n g? Es geht ein Gerücht, dass Sie sich dem Tempo einer Schildkröte anzupassen hatten.
Bitte? Ihre Schildkröte rennt grundsätzlich?
Nun, ich bin nicht sicher, ob Sie mit dieser Ausrede durchgekommen wären.

Und noch etwas, was Sie vielleicht sehr entrüstet, wenn Sie es hören, ist folgende Legende:
Wenn die Damen der Gesellschaft in eben jenem Tempo graziös auf dem Jungfernstieg entlangpromenierten, gesellten sich häufig die Herren dazu und parlierten, was das Zeug hält. Manchmal kamen Sie dadurch zu spät zur Börse, die ihren festen Termin hatte.
Ein Ärgernis, ein Problem, das es zu beheben galt.
Was meinen Sie, wie die Lösung aussah? Hm?
Nein, die Herren wurden nicht ermahnt! Niemand raunte ungeduldig:
Herr Bankier Schröder, jetzt beenden Sie sofort Ihr Gesäusel und kommen gefälligst in die Puschen!
Oh nein! Stattdessen wurde den Damen  für die bewusste halbe Stunde vor Börsentermin sehr nahegelegt, das Promenieren zu unterlassen, da sie mit diesem unerhörten und absolut inakzeptablen Tun die selbstredend völlig unschuldigen Herren ablenkten!

Wir werden eine kurze Pause einlegen. Solange, bis sich die leichte Empörung einzelner, offenbar weiblicher Leser, wieder etwas gelegt hat. Ich höre hier jemanden grummeln …
Und werte männliche Bloggäste: Es gibt keinen Grund zu grinsen!

Himmel, wir sind von den Kontorhäusern abgekommen! Konzentration!

Unter Kontorhäusern versteht man reine Bürogebäude, die zwischen 1886 und 1938, meist in den norddeutschen Hafenstädten gebaut wurden. So auch in Hamburg. Charakteristisch für sie ist, dass sie als Stahl- und Betonbauten (ganz am Anfang noch Eisen- und Betonbauten) erbaut sind, die im Kontorhausviertel Klinkerfassaden haben. Dort sind die Häuser recht dominant, groß (oft mehrflügelig) und jedes Bauwerk hat seinen doch sehr individuellen Charakter.

Hamburgs Kontorhäuser - Das Chilehaus mit seiner markanten Form ... (Blogserie Michèle. Gedanken(sprünge)

Hamburgs Kontorhäuser – Das Chilehaus (Backsteinexpressionismus) mit seiner markanten Form …Das Motiv wurde sogar für eine 40-Pf-Briefmarke der Post verwendet

Die Kontorhäuser, die ab ca. 1896 bis zum Ersten Weltkrieg im Westen der City entstanden, haben hingegen vorne sehr häufig eine Sandsteinfassade, die Rückwand wurde aus einfachem Backstein errichtet.
Ihnen allen gemein ist ein regelmäßiger Grundriss und meist ca. fünf bis sieben Etagen. Für damalige Verhältnisse schon relativ hohe Bauten. Daher finden Sie oftmals Staffelgeschosse, d. h. die oberen Geschosse sind treppenförmig zurückversetzt, was eine optische Aufweitung erwirkt (dazu noch eine Anmerkung in einem späteren Teil der Serie).

Gut, dass wir gerade am Jungfernstieg stehen, so kann ich Ihnen anhand eines Bildes des Gutruf-Hauses (in dem jetzt auf der Jungfernstiegseite die Fa. Apple ihren Store eingerichtet hat) etwas über die vielfach gewählte Konstruktionsart erzählen.

Hamburgs Kontorhäuser - Säulenkonstruktion am Gutruf-Haus (Jungfernstieg/Neuer Wall)

Hamburgs Kontorhäuser – Säulenkonstruktion am Gutruf-Haus (Jungfernstieg/Neuer Wall)

Hamburgs Kontorhäuser - Zwar grau, aber nicht schmucklos: Die Säulen am Gutruf-Haus ...

Hamburgs Kontorhäuser – Zwar grau, aber nicht schmucklos: Die Säulen am Gutruf-Haus …

Sie finden bei Kontorhäusern ein Pfeilersystem vor, was bedeutet, dass aufgrund des Stahl- und Betonbaus die Möglichkeit gegeben ist, mit diesem System die Außenwände als tragend zu konstruieren und auf tragende Wände im Innern zu verzichten. Bei gleichmäßiger Verteilung der Fensterflächen, gewährt man somit die größtmögliche Flexibilität bei der Bestimmung von Raumgrößen und –formen. Das ist überaus wichtig gewesen, da es sich fast immer um Zusammenschlüsse von Kaufleuten handelte, die mit ihren verschiedenen Unternehmen unterschiedlicher Größe dort einzogen.
Das Merkmal eines Kontorhauses ist, dass es nie von einer Firma allein bezogen wurde – sonst war es kein Kontorhaus!
Heute gibt es diese strenge Regel für die restaurierten bzw. sanierten Kontorhäuser nicht mehr – die Bezeichnung hingegen ist geblieben.

Das Wort Kontorhaus geht übrigens zurück auf das franz. „comptoir“ (Zahltisch) bzw. das engl. „counting (room)“ (Zählraum). Kontor selbst hat etwas differierende Bedeutungen, doch wir wenden es hier auf die Häuser bezogen im Sinne von Bürogebäude an.
Auch wenn es sich oft lediglich um die Außenwände und das Treppenhaus handelte, die nach dem Krieg stehengeblieben waren, so hat man dennoch in den letzten Jahrzehnten alles darangesetzt, stilgetreu zu rekonstruieren und neu aufzubauen. Damals hatten die Erbauer je nach Zeitgeschmack die Fassaden und die beeindruckenden Foyers und Treppenhäuser in der Art der Neo-Renaissance, des Expressionismus, der Reformarchitektur oder auch des Jugendstils gestaltet. Die Neugestaltung erfolgte nach diesem Vorbild und durch die besondere Vielfalt der Stile ist jedes Haus heute wieder eine Entdeckung für sich.
Denkmalschutz besteht darüber hinaus für die weitaus meisten Bauten seit 1999.

Ich habe Ihnen im Blog bereits im letzten Jahr das Levante-Haus ein wenig näher gezeigt, welches durch seinen Umbau allerdings viele neue Elemente bekommen hat und heutzutage eine andere Funktion als ursprünglich ausübt. Es beherbergt z. B.  ein Hotel sowie eine Ladenpassage.
Die Kontorhäuser, die hier im Blog in der nächsten Zeit ihr Herz erobern könnten, sind auch heute noch Gebäude, in denen Firmen aller Branchen, Arzt-, Notar- und Rechtsanwaltspraxen oder auch Honorarkonsulate, honorige Clubs etc. ihren Sitz haben. Im Westen der Stadt, den heutigen „besseren“ Einkaufsvierteln, sehr häufig mit Geschäften und großflächigen Schaufensterfronten auf Straßenhöhe oder bis in den zweiten Stock.
Sie werden sicher überrascht sein, was es alles gibt, wenn sich die schweren Eingangstüren dieser Häuser für Sie öffnen. Kontorhäuser dienten nämlich nicht einzig und allein als Tagesherberge für arbeitswütige Kaufleute, sondern sie hatten Repräsentationscharakter. Man zeigte, was man hatte, zeigte, wie gut es einem ging, dass die Geschäfte florierten.
Vermutlich erahnen Sie jetzt auch, warum die Rückwände nur aus Backstein waren. Was scherte schon die rückwärtige Ansicht? Der Besucher kam von vorne …

Wir hingegen kommen zum Ende. Was ist nun also der Nutzen dieser Häuser? Warum haben Sie sich in gewisser Weise durchsetzen können?
Sagen wir einfach: Die Zeit war reif, und es war enorm praktisch. Der technische Fortschritt war noch nicht so weit gediehen, dass Verständigung über größere und selbst kleinere Entfernungen schnell und unkompliziert möglich war. Das Telefon hielt erst sehr viel später Einzug in die Kontore.
Im einem Zeitalter, in dem elektrische Telegrafenlinien genutzt wurden, gemorst wurde, sich erst ab 1894 langsam die Schreibmaschine in den Büros verbreitete, war es von unschätzbarem Wert, wenn Kaufleute ihre Handelsgeschäfte durch günstige Lage zueinander, schnelle Erreichbarkeit und bestmögliche Kommunikation untereinander erleichtern und beschleunigen konnten. Wenn sie Erfahrungen austauschen, Absprachen treffen, Informationen weitergeben, Papiere schnell weiterleiten konnten.
Bitte? Post?
Sicher, natürlich wurde schon Post auf den Weg gebracht. Nur Schriftstücke konnten, mussten aber nicht notgedrungen schnell eintreffen. Auch das ist heute nicht anders als damals …

Es machte vieles einfacher, wenn es im Erdgeschossbüro eines Kontorhauses nach dem Diktat nur eines kleinen Auftrags seitens des Chefs bedurfte:
Fräulein Stahmer, gehen Sie damit nachher gleich in den 2. Stock zum Sloman und lassen das von ihm gegenzeichnen!
Den Namen Stahmer mit einem hamburgisch-hanseatisch spitzen St gesprochen.
Fräulein S-tahmer.
Sie oder der Commis Hansen sprangen kurze Zeit später pflichtgemäß mit den Unterlagen in den Paternoster und rumpelten nach oben.

Wissen Sie was?
Genau das werde ich im nächsten Teil der Blogserie über Kontorhäuser mit Ihnen machen!
Ein sehr schönes Haus besuchen und Paternoster fahren!

Und atmen Sie durch, die Zeit der langen Texte ist vorbei …
Sie waren übrigens sehr tapfer heute. Schön, dass Sie durchgehalten haben! ^^
PS: JETZT dürfen sie gähnen.

Zum Abschluss noch ein Appetizer-Foto:

Hamburgs Kontorhäuser - Das Treppenhaus im Ludwigshof - Hohe Bleichen 19

Hamburgs Kontorhäuser – Das Treppenhaus im Ludwigshof – Hohe Bleichen 19 (Dieses Haus wird noch separat im Blog vorgestellt)

Anmerkung/Quelle:
Als Quelle für Jahresdaten und Konstruktionsdetails habe ich größtenteils Wikipedia zu Rate gezogen. Der Rest ist meiner Feder (Tastatur) entsprungen.

©August 2012 by Michèle Legrand

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6 Kommentare

Demnächst im Blog: „Hamburgs Kontorhäuser“ – Eine kleine Einführung für Sie

Liebe Blogleser, nehmen Sie sich bitte in Acht!
Es könnte sein, dass ich Sie mir in Kürze schnappe und Sie, ehe Sie sich versehen, mitnehme. Wir werden wieder gemeinsam etwas erkunden, was ich bisher alleine überaus gern bei Regen, alternativ aber auch bei erschreckender Hitze unternommen habe! Denn dort, wo ich hingegangen bin, war es stets sowohl trocken als auch – wie gewünscht – angenehm kühl.

Es bedeutet allerdings auch, Ihre Chancen, sich aus Wettergründen herausreden zu können, sinken auf ein Minimum. Ich lasse Ihnen dafür jedoch noch etwas Zeit zu überlegen – oder ggf. Fluchtmaßnahmen zu ergreifen. Falls Sie eine Auswanderung erwägen, nehmen Sie kein Land mit Visumspflicht! So viel Zeit für dieses ganze Antragsbrimborium gebe ich Ihnen nämlich nicht!

Worum es geht:
Ich möchte Ihnen gern besondere Kontorhäuser zeigen. Keine Bange, Sie sollen sie bloß kennenlernen! Sie brauchen hinterher auch keinen Aufsatz darüber zu schreiben!
Ach nein, jetzt kommen Sie mir bitte nicht gleich mit einem unqualifiziertem:
Och, Kontorhäuser – wie langweilig!
Es deutet auf unzureichende Information hin, ist voreingenommen und trifft absolut nicht zu!
Vielleicht deutet es nur darauf hin, dass Sie in Ihrer Jugend zu irgendwelchen Besichtigungen mitgeschleppt wurden, denen Sie so gar nichts abgewinnen konnten.
Passen Sie auf: Mir schwebt vor, Sie in Paternoster zu zerren, Ihnen Treppenhäuser zu zeigen, in denen Sie künftig am liebsten wohnen möchten und Sie werden staunen, was sich hinter manch fader Tür so alles verbirgt!
Sie sehen alte, sanierte bzw. restaurierte Bauten, aber auch Gebäude, die in neuerer Zeit hinzugekommen sind und ihren ganz anderen, ebenfalls besonderen Reiz haben.

Warum es eine Anleitung gibt:
Nicht jeder Blogbesucher mag lange Texte. Manch einer sucht hier vorrangig nach Fotos. Das ist in Ordnung, doch da andere Gäste den Bericht dazu – eine Mischung aus Erlebtem, besonderen Vorkommnissen, auftauchenden Fragen und sachlicher Information mögen – habe ich mich zu folgender Lösung entschieden:
Diejenigen unter Ihnen, die eine ungefähre Vorstellung davon haben möchten, wann, wie, warum und wo man diese Gebäude baute, finden zu Beginn einen Artikel mit Informationen. Das ein oder andere Foto wird sicher auch dort auftauchen.

Das Thema Kontorhäuser ist als Serie konzipiert, d. h. danach werden Ihnen in einzelnen Blogposts jeweils ein oder zwei Bauten vorgestellt. Hier liegt das Hauptaugenmerk auf den Fotos, der Text fällt geringer aus.
Fotoliebhaber können sich daher überlegen, ob Sie erst dort mit einsteigen.

Da ich immer wieder neue (bzw. schon alte, aber für mich neue) Häuser entdecke, wird es in lockerer, durchaus unregelmäßiger Folge, weitere Beiträge im Blog geben. Bei gleichbleibendem Titel nummeriere ich die Teile fortlaufend und ergänze jeweils den Link zum Hauptartikel für die, die später hinzustoßen.

Sind Sie dabei?

Es würde mich sehr freuen!

Ankündigung Blog / Hamburgs Kontorhäuser

Hamburgs Kontorhäuser – demnächst im Blog!

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