Beiträge getaggt mit Hafengeburtstag Hamburg

Vorbeigeschaut beim 827. Hafengeburtstag – Welcome aboard! Port Anniversary in Hamburg!

Hafengeburtstag in Hamburg und dann tagelang Traumwetter! Und sogar Wind am Sonntag! Ein absoluter Glücksfall, ein solches Zusammentreffen gab es seit ewigen Zeiten nicht mehr. Und nicht nur das!
Die Veranstalter haben darüber hinaus recht geschickt das traditionell für die Feier reservierte zweite Mai-
wochenende mit dem in diesem Jahr zeitlich bereits davor liegenden Himmelfahrtsfeiertag am Donnerstag kombiniert. Dieser kleine Geniestreich bescherte allen Anhängern des maritimen Vergnügens eine von knapp drei auf volle vier Tage verlängerte Geburtstagsparty mit unzähligen Veranstaltungen.

Man hat schwer es gemerkt, dass diesmal andere Umstände herrschten, das kann ich Ihnen sagen! Keine Regengüsse, keine böigen Winde nebst Kälteeinbruch, nichts, was vom Besuch des Hafens abhielt. Was war das voll am Donnerstag bei der Einlaufparade und offensichtlich auch an all den anderen Tagen, als das Wetter immer sommerlicher wurde! Derart überfüllt ging es lange nicht mehr zu und diesmal hörte man ganz besonders viele unterschiedliche Dialekte um sich herum. Einige Teilnehmer und Besucher müssen lange Anreisen auf sich genommen haben. Auch Dänisch, Holländisch, Polnisch, Russisch, Spanisch und natürlich Englisch waren Sprachen, die oft vertreten waren. Inzwischen heißt es, dass 1,6 Millionen Menschen beim Hafengeburtstag mitgefeiert hätten. Stellen Sie sich das einmal bildlich vor!
Sagen wir, jeder Teilnehmer wäre im Schnitt nur 1,60 m groß gewesen. Weiter angenommen, jeder hätte sich spaßeshalber hingelegt. Jeder immer mit dem Kopf an die Füße des Nächsten stoßend.
Wissen Sie, wie lang die liegende Menschenschlange gewesen wäre? 2.560 Kilometer!
Da Menschen bestimmt keine unnötigen Zick-Zack-Kurven legen, nehmen wir nun die Luftlinie. In diesem Fall hätte die liegende Menschenkette von Hamburg bis nach Nordafrika gereicht. Bis nach Rabat, in die marokkanische Hauptstadt! Schon verrückt, oder?  In Ostrichtung hätten Sie als Teilnehmer zuvorderst immerhin schon an der Grenze zu Kasachstan gelegen

Hamburg - 827. Hafengeburtstag (2016) - Alle sind unterwegs ... (Andrang an den Landungsbrücken)

Hamburg – 827. Hafengeburtstag (2016) – Alle sind unterwegs …

 

Hamburg - 827. Hafengeburtstag (2016) - Es quillt ... (Auf den Pontons herrscht Fülle)

Hamburg – 827. Hafengeburtstag (2016) – Es quillt …

Es muss definitiv irgendwo die berühmten 4-Tages-Pakete im Angebot gegeben haben. Hamburg inklusive Hotelübernachtung, mit eingeplantem Musicalbesuch und Teilnahme an den Hafengeburtstagsfestivitäten. Genau um diese Themen drehten sich sehr häufig die Gespräche der Umstehenden.
Man nächtigte zentral, war bereits im „Wunder von Bern“ oder dem „König der Löwen“, hatte eine Stadtrundfahrt absolviert und warf sich nun mit Elan ins Hafenvergnügen.

Hamburg - 827. Hafengeburtstag (2016) - Barkasse - Zubringer zum Musical König der Löwen ...

Hamburg – 827. Hafengeburtstag (2016) – Barkasse – Zubringer zum Musical König der Löwen …

„Ich fand das ja toll!“, sprudelte es aus einer Frau vor mir heraus. „Du doch auch, Manfred, oder?“
Ihr Enthusiasmus bezog sich auf den Löwenkönig, dessen Besuch sie den daneben stehenden Bekannten schmackhaft machen wollte. Nur der Gatte zog nicht voll mit.
„Manfred!“ (Die Erinnerung, dass eine Antwort ausstand.)
„Ja, ganz okay. Nicht schlecht gemacht …“, murmelte er.
„Aber?“, fragte aufhorchend das befreundete Ehepaar.
„Na ja, schon sehr bunt und märchenhaft“, meinte er, „aber sie (Seitenblick auf die Angetraute) wollte da hin. Ich wollte eigentlich in das andere Musical.“
„Du immer mit deinem Fußball …“, kam es etwas pikiert von ihr zurück.

Hamburg - 827. Hafengeburtstag (2016) - U- und S-Bahn Landungsbrücken

Hamburg – 827. Hafengeburtstag (2016) – U- und S-Bahn Landungsbrücken (Leicht zurückgegangener Andrang nach der Einlaufparade)

Wer nicht auf eines dieser Pauschalpakete zurückgriff, hatte sich aufgrund des günstig gelegenen Veranstaltungstermins etwas in Eigenregie zusammengestellt und kam dabei mit nur einem einzigen offiziellen Urlaubstag doch zu einem ganz netten Kurzurlaub in der Hansestadt. Wenn er rechtzeitig reserviert hatte!
In Hamburg herrschte Hochbetrieb, Kurzentschlossene hatten hinsichtlich freier Hotelbetten bei Spontaneität
eher schlechte Karten …
Wissen Sie, was es durch das Einbeziehen des Donnerstags ebenfalls so vorher nicht gab? Das gehäufte Auftreten von Herrengrüppchen, die den Hafen als Ziel ihres Vatertagsausflugs ansteuerten!

Hamburg - 827. Hafengeburtstag (2016) - Der NDR ist vor Ort ... (Hamburg 1 ebenfalls)

Hamburg – 827. Hafengeburtstag (2016) – Der NDR ist vor Ort … (Hamburg 1 ebenfalls)

Sind Sie regelmäßiger Blogleser? Hier bei mir? Dann wissen Sie, dass ich in den vergangenen Jahren schon häufiger Stippvisiten anlässlich des Hafengeburtstags eingeschoben und dabei bereits etwas über Grund und Tradition des Feierns erzählt habe. Schauen Sie gern einmal in die früheren Beiträge der letzten Jahre hinein. (Startseite rechts bei den KategorienHamburgs Events –  gut zu entdecken.) Dort sind viele Fotos und zahlreiche Informationen zu finden. Sie wissen, dass wir nicht wirklich schon seit 827 Jahren Geburtstag feiern. Jahre seit Gründung des Hafens korrekt zählen ja, aber feiern nein. Die (gefühlt) seitdem jährlich größer werdende Hafenparty gibt es erst seit 1977. Im nächsten Jahr findet also ein runder Geburtstag statt – was die Wiederholung des Festes angeht. 40 Jahre Hafenfest, aber 828 Jahre Hafen seit Entstehung.

Vier Tage maritimes Programm. Es dürften wieder alle auf ihre Kosten gekommen sein. Erneut nahmen mehr als 300 Schiffe an den beiden großen Paraden teil. Einlaufparade war am Donnerstag, Sonntag zum Ausklang gab es die Auslaufparade mit (Groß-)Seglern, Marineschiffen, Küstenwacht, Schleppern, Barkassen, Eisbrechern, diversen anderen Spezialbooten oder auch den Oldtimerschiffen aus dem Museumshafen.
Neun Kreuzfahrtschiffe konnten im Laufe von vier Tagen bestaunt und diverse Schiffe besichtigt werden („Open Ship“). Das Schlepperballett lockte, die AIDAprima wurde getauft, Feuerwerk, viel Unterhaltung zwischen HafenCity und Fischauktionshalle (Live Acts auf diversen Bühnen, Straßenkünstler etc. ), das Gastland Ungarn an der Kehrwiederspitze, Begleitfahrten, reguläre Barkassentouren, An- und Ablegemanöver, Vorführung einer Seenotrettung, Open Air Ausstellung zum Thema Küstenwelten, Infostände, Fischerdorf, Drachenbootregatta und noch vieles mehr.
Hungern muss absolut keiner. Noch nie! Kulinarisches gibt es selbstverständlich jedes Mal. En masse! Es scheint mir zunächst immer so, als reihten sich ausschließlich Stände mit Essbarem aneinander, und man fragt sich zeitweise schon, ob es nicht des Guten zu viel sei. Doch in dem Moment, in dem sich bei Ihnen Hunger und/oder Durst bemerkbar machen und Sie tatsächlich selbst etwas erstehen möchten, merken Sie schnell, dass die Nachfrage gewaltig ist und sich trotz Riesenangebot überall enorm lange Schlangen bilden.
Mich erschlagen allerdings fast regelmäßig ganz unvermittelt die vielen Gerüche, die sich auf engstem Raum vermengen. Durstgefühl ist weiterhin da, Hunger weniger.

Hamburg - 827. Hafengeburtstag (2016) - An Land ... XXL-Seifenblasen

Hamburg – 827. Hafengeburtstag (2016) – An Land … XXL-Seifenblasen

 

Hamburg - 827. Hafengeburtstag (2016) - Spaß mit den Seifenblasen ...

Hamburg – 827. Hafengeburtstag (2016) – Spaß mit den Seifenblasen …

Ich wusste vorher, ich konnte nicht so lang bleiben in diesem Jahr, wollte also gezielt zur Einlaufparade dazustoßen, doch lassen Sie sich für Ihren zukünftigen Besuch von so einem Vorhaben abraten. Die Plätze zum Schauen und Verfolgen sind alle belegt  Wenn Sie dann erst hinzukommen, stehen die Menschen bereits in dichten Reihen und fast gestapelt am Geländer der Uferpromenade. Die spät eintreffenden Extramassen schieben sich aus den Bahnhöfen Baumwall (U-Bahn) und Landungsbrücken (U- und S-Bahn) in Richtung Wasser und merken sehr bald, dass sämtliche in Gedanken konstruierte Umgehungs- und Ausweichpläne – zumindest zu solchen Stoßzeiten – durch die den ganzen Aufmarsch regelnden Sicherheitskräfte zunichte gemacht werden. Doch anders lässt sich ein derartiger Menschenauflauf wohl auch nicht in den Griff bekommen.
Ich wollte mich ab Bahnhof Landungsbrücken flussabwärts halten, wo es vermeintlich ruhiger wird. Wenn man das Geschehen auf der Elbe von dort aus und in Richtung Hafen und Elbphilharmonie fotografiert, blendet die Nachmittagssonne außerdem nicht direkt. Da alle einlaufenden Schiffe irgendwann in Höhe der HafenCity eine Kehrtwende einlegen und zurückfahren, hat man sie auch so irgendwann einmal von vorne.
Der Plan mag gut gewesen sein, nur kam ich nicht dorthin durch. Es gab in diesem Moment ausschließlich den Zugang auf die Promenade und dort ein kleines Stück ostwärts. Zwischen Landungsbrücken und Baumwall ist nach dem Abriss des Restaurants „Überseebrücke“ im Januar heute immer noch ein beachtlicher Geländeteil abgesperrt. Es bedeutet, es gibt hier einige Quadratmeter weniger Promenadenstandfläche und entsprechend weniger gute Plätze vorne am Geländer.

Hamburg - 827. Hafengeburtstag (2016) - Andrang ... (Landungsbrücken am Alten Elbtunnel)

Hamburg – 827. Hafengeburtstag (2016) – Andrang …

 

Hamburg - 827. Hafengeburtstag (2016) - Andrang auf den Pontons ....

Hamburg – 827. Hafengeburtstag (2016) – Andrang auf den Pontons ….

 

Hamburg - 827. Hafengeburtstag (2016) - Der britische Zerstörer HMS Duncan (D37, 152,4 m)

Hamburg – 827. Hafengeburtstag (2016) – Der britische Zerstörer HMS Duncan (D37, 152,4 m)

Dafür schien es, als würde der Fahrer der U-Bahn, die Sie auf dem nächsten Bild auf der Strecke wirklich stehen (nicht fahren) sehen, extra für seine Fahrgäste halten, damit sie von dort den Ausblick genießen und Fotos knipsen können. Es war die einzige Bahn, die anhielt, doch vielleicht musste der Fahrer auch lediglich warten, weil es vor ihm auf der Strecke eine Stockung gab …

Hamburg - 827. Hafengeburtstag (2016) - Noch Baustelle der Bereich, in dem das Restaurant "Überseebrücke" abgerissen wurde.

Hamburg – 827. Hafengeburtstag (2016) – Noch Baustelle der Bereich, in dem das Restaurant „Überseebrücke“ abgerissen wurde.

Voll, voll, voll … und zu spät vor Ort.
Sie sehen es an den Fotos. Ich befand mich relativ weit ab, die Sonne stand unvorteilhaft und erst nach und nach klappte es mit dem Vorrücken, so dass für Fotos nicht mehr zu viele Köpfe im Weg waren. Nur flott einen neuen Platz suchen, allein um eine andere Perspektive zu ergattern, war schier unmöglich. Wundern Sie sich nicht, dass Sie daher bei vielen Fotos eine Ansicht haben, bei der links die Rickmer Rickmers und rechts die Alexander von Humboldt II. als Einrahmung fungieren …

Hamburg - 827. Hafengeburtstag (2016) - Die einen laufen noch ein, die anderen haben schon gedreht und passieren erneut ...

Hamburg – 827. Hafengeburtstag (2016) – Die einen laufen noch ein, die anderen haben schon gedreht und passieren erneut …

 

Hamburg - 827. Hafengeburtstag (2016) - Mercedes (Brigg, NL) und links die Putlos (Y836, Todendorf-Klasse)

Hamburg – 827. Hafengeburtstag (2016) – Mercedes (Brigg, NL) und links die Putlos (Y836, Todendorf-Klasse)

 

Hamburg - 827. Hafengeburtstag (2016) - Die Seeadler (Küstenwache), links davon Traditionsschiff Landrath Küster

Hamburg – 827. Hafengeburtstag (2016) – Die Seeadler (Küstenwache), links davon Traditionsschiff Landrath Küster

 

Hamburg - 827. Hafengeburtstag (2016) - Alexander von Humboldt am Ponton, Albert Johannes (NL) auf der Elbe ...

Hamburg – 827. Hafengeburtstag (2016) – Alexander von Humboldt am Ponton, Albert Johannes (NL) auf der Elbe …

 

Hamburg - 827. Hafengeburtstag (2016) - Auf der Elbe vorne die Atlantis, hinten das Feuerschiff ELBE 1

Hamburg – 827. Hafengeburtstag (2016) – Auf der Elbe vorne die Atlantis, hinten das Feuerschiff ELBE 1

Ich denke mir nur wiederum, es gibt so viele Profifotos vom Hafengeburtstag bei denen aus idealer Position aufgenommen wurde, auf denen ein Schiff gestochen scharf, für sich allein und komplett und wahrscheinlich auch noch mit Traumhintergrund zu sehen ist, dass ich damit nicht konkurrieren kann und schon gar nicht will und muss. Mir geht es vorrangig um das Vermitteln eines Eindrucks, und dann gefällt mir sogar eine Aufnahme trotz Unschärfe oder Lichtmangelnebenerscheinungen, solange sie z. B. dafür deutlich zeigt, wie viel Trubel herrscht, wie scheinbar wild es auf dem Wasser zugeht, obwohl natürlich jeder Schiffsführer höllisch aufpasst. Nur aus mancher Perspektive gesehen hocken die Boote extrem dicht aufeinander, scheinen haarscharf aneinander vorbeizugleiten …

Hamburg - 827. Hafengeburtstag (2016) - Seglertreffen (MIR im Hintergrund, links Santa Maria Manuela, Alexander von Humboldt II.)

Hamburg – 827. Hafengeburtstag (2016) – Seglertreffen (MIR im Hintergrund, links Santa Maria Manuela, rechts Alexander von Humboldt II.)

 

Hamburg - 827. Hafengeburtstag (2016) - Auf der Elbe treffen sich Cap San Diego und die russ. Mir

Hamburg – 827. Hafengeburtstag (2016) – Auf der Elbe treffen sich Cap San Diego und die russ. Mir

 

Hamburg - 827. Hafengeburtstag (2016) - Die port. Santa Maria Manuela schiebt sich neben der Alexander von H. vorbei ...

Hamburg – 827. Hafengeburtstag (2016) – Die portug. Santa Maria Manuela schiebt sich neben der Alexander von Humboldt vorbei …

Das norwegische Motorschiff, das Sie auf dem folgenden Foto erkennen können, ist die Sjøkurs. Es kommt sozusagen an seine Geburtsstätte zurück. Gebaut wurde es nämlich 1956 drüben auf der Werft Blohm + Voss. Damals hieß es noch Ragnvald Jarl und war lange im Einsatz für die Hurtigruten, als es noch die traditionelle norwegische Postschifflinie gab, die Orte der über 2700 Kilometer langen norwegischen Westküste miteinander verband.Die Sjøkurs schied als eines der letzten Schiffe, die diese Route auch noch nach der offiziellen Aufgabe des Postzustelldienstes fuhren, im Jahre 1995 aus. Heute fahren dort andere Schiffe spezielle Touren für die Touristen. Zwischendurch bis 2007 hieß das Schiff Gann und heute nun als Sjøkurs ist es ein Schulschiff mit einem Internat an Bord. Manche Schüler, deren Wohnort sich nicht weit vom Heimathafen entfernt befindet, verlassen das Schiff übers Wochenende. Sie bekommen für den Aufenthalt in der Woche kleinere Kabinen und nutzen sanitäre Gemeinschaftsanlagen. Andere, für die dieses Wochenendpendeln aufgrund der Entfernung nicht machbar ist, bleiben durchweg an Bord und genießen das Vorrecht, die geräumigeren Unterkünfte zu erhalten.

Hamburg - 827. Hafengeburtstag (2016) - Sjøkurs, norwegisches Schulschiff, ehemaliges Hurtigruten-Schiff

Hamburg – 827. Hafengeburtstag (2016) – Sjøkurs, norwegisches Schulschiff

Die Cap San Diego, die generell als Museumsschiff an der Überseebrücke liegt, hatte zum Hafengeburtstag extra Anker gelichtet und war ausgelaufen, um später an der Einlaufparade teilnehmen zu können. Auch sie drehte im Hafen, erschien erneut an den Landungsbrücken und parkte mit Schlepperhilfe wieder rückwärts an ihrem Stammplatz ein.

Hamburg - 827. Hafengeburtstag (2016) - Die Cap San Diego parkt mit Schlepperhilfe rückwärts ein ...

Hamburg – 827. Hafengeburtstag (2016) – Die Cap San Diego parkt mit Schlepperhilfe rückwärts ein …

Hier gleitet die Kruzenshtern gerade die Elbe flussaufwärts. So ähnlich könnte nach der Restaurierung auch die Peking aussehen, die im Moment noch sehr heruntergekommen in New York liegt, im Herbst aber huckepack nach Deutschland transportiert wird und in ein paar Jahren nach den umfangreichen Werftarbeiten restauriert als Museumschiff einen Liegeplatz beim Hafenmuseum Hamburg erhält.

Hamburg - 827. Hafengeburtstag (2016) - Das russ. Segelschulschiff Kruzenshtern, Viermastbark

Hamburg – 827. Hafengeburtstag (2016) – Das russ. Segelschulschiff Kruzenshtern, Viermastbark

Warum könnte die Erscheinung ähnlich sein? Nun, die russische Viermastbark war ursprünglich die Padua und wie die Peking einer der berühmten, schnellen Segler der Flying P- Liner der Reederei Laeisz. Von all den Schiffen gibt es nur noch vier. Vielleicht haben Sie schon einmal die Passat gesehen, die in Travemünde liegt oder wissen, dass sich die Pommern als Museumsschiff in Mariehamn in Finnland befindet. Passat und Peking sind tatsächlich Schwesterschiffe, also nach gleichen Bauplänen entstanden. Die Padua (Kruzenshtern) weicht etwas ab, doch sind die Linien typisch. Das russische Schulschiff ist heute der einzige der ehemaligen P-Liner, der wirklich noch auf dem Wasser unterwegs ist. Vielen von Ihnen ist namentlich die Pamir geläufig und als P-Liner bekannt – vielleicht durch ihr Schicksal, bei dem viele ihr Leben verloren. Sie sank 1957 im Atlantik während eines Hurrikans. Auch sie war vom Bau her nicht identisch mit den jetzt noch vorhandenen vier Viermastbarken aus dieser Zeit.

Wenn es an den Landungsbrücken teilweise erstaunlich leer wirkt, z. b. direkt auf den Abgängen hinunter zu den Pontons, dann war dort nicht etwa wenig Betrieb und keiner hat’s gemerkt, sondern oben an den Zugängen standen Sicherheitskräfte und blockten alle ab, die nicht ein Ticket für die Barkassen gekauft hatten und somit hinunter mussten!

Hamburg - 827. Hafengeburtstag 2016 - Gedränge - doch leere Abgänge ...

Hamburg – 827. Hafengeburtstag 2016 – Gedränge – doch leere Abgänge …

 

Ich schrieb, dass neun Kreuzfahrtschiffe mit von der Partie waren, die fuhren allerdings nicht bei den Paraden mit. Sie hielten sich an den Cruise Terminals in der HafenCity, in Altona und auf Steinwerder auf. Ein Schiff, die in Japan gebaute AIDAprima, wurde am Sonnabend getauft.
Auch darüber wurde im Gedränge vor mir diskutiert. Ich dachte zunächst, der Dialekt wäre saarländisch geprägt, meinte dann bayerische Fetzen zu vernehmen, dann passte nichts dazu und zuletzt war mir das Kuddelmuddel komplett unbekannt … Ich kann es daher nur leicht verblüfft in Lautsprache wiedergeben:
„Da gibsja noach düsse Schüffstaouf von de Eidapriema.“
„Ah jo? Wer maacht dann de Taouf?“
„Das Madl vun dem Schweiga.“
„Vun wem?“
„Na, dem Schweiga. Kennst ühn net? Schweiger! Till! Aan Schauspüler!
„Na …Was für a Roll hat dann der? In a Fülm?“
„Kommissaa im Taatoahrt.“
„Taatoahrt schau i net .. Und der hat a Tochta?“
„Vüle Kinda. Viere glaub i. Und die Emma maacht des mit de Taouf.“
„Wollen mir da hi? Wo is dann de Taouf?“
„Die Eidapriema hans no Steinwerder geläächt. Aber do gibt’s aan Schaddel.“
„Geh, Werner, de Taouf is scho aan den Landungsbrück! Da musst doch net gaanz no Steinwerder hi!“
Ich musste erst einmal dahinter kommen, dass Schaddel Shuttle bedeutet …
Aber Sie müssen zugeben, man trainiert das Gehirn und lernt stets dazu.

Wollen Sie noch etwas zum Schiff erfahren? Die AIDAprima ist ein sogenanntes umweltschonendes Kreuz- fahrtschiff, das auch Flüssigerdgas verwenden kann. Wohlgemerkt auch. Es dreht sich um die Liegezeit im Hafen. Währenddessen kann der Dual-Fuel-Motor mit Flüssigerdgas (LNG) betrieben werde, und das senkt die NOx-Emissionen um 80 %, die CO2-Emissionen immerhin um 20 %. Immer im Vergleich zu einem üblichen Schiffsdiesel.
Nur es gibt natürlich auch eine erhöhte Explosionsgefahr bei der Handhabung des LNG. Das wiederum macht eine besondere Genehmigung des LNG-Betriebs notwendig. Auch der Hafen selbst muss eine Genehmigung dafür haben! Hamburg erhielt sie 2016.
Nun bleibt zu hoffen, dass das bisher schon dreimalige Auftreten von Feuer an Bord (alle Brände im Januar 2016 und noch auf der Werft in Japan) nichts Schlechtes bedeutet. Oder die Tatsache, dass das Schiff erst mit über einem Jahr Verspätung abgeliefert wurde. Oder das Stöhnen der japanischen Werft MHI (Mitsubishi Heavy Industries) Nagasaki Shipyard & Engine Works, die so viel Verlust beim Bau eingefahren hat, dass sie „so etwas“ angeblich nie wieder als Auftrag hereinnehmen will  …
Genug der Unkerei. Die AIDAprima wird schon tolle Fahrten machen, und frühe Gäste, die sich das Schiff schon ansehen durften, waren ziemlich begeistert von der Ausstattung und den Möglichkeiten an Bord.

Am Ende der Einlaufparade fahren stets noch die kleinen Museumsschiffe, die meisten davon aus dem Museumshafen Oevelgönne. Zu diesem Zeitpunkt durfte man als Besucher auch wieder die Landungsbrücken betreten und hinunter auf die Pontons, um direkt auf Wasserhöhe zu sein und einen guten Blick auf die Boote zu erhalten.

Hamburg - 827. Hafengeburtstag (2016) - Im Vordergrund die Präsident Freiherr von Maltzahn

Hamburg – 827. Hafengeburtstag (2016) – Im Vordergrund die Präsident Freiherr von Maltzahn

Früher fuhr der Arzt mit dieser Barkasse zu Zielen im Hafen …

Hamburg - 827. Hafengeburtstag (2016) - Der Hafendockter (ehemalige Hamburger Hafenarztbarkasse)

Hamburg – 827. Hafengeburtstag (2016) – Der Hafendockter (ehemalige Hamburger Hafenarztbarkasse)

 

Hamburg - 827. Hafengeburtstag (2016) - Die Borkum mit Begleitboot vom Zoll ....

Hamburg – 827. Hafengeburtstag (2016) – Die Borkum mit Begleitboot vom Zoll ….

 

Hamburg - 827. Hafengeburtstag (2016) - Ganz hinten der Gaffeltopschoner J. R. Tolkien ...

Hamburg – 827. Hafengeburtstag (2016) – Ganz hinten der Gaffeltopschoner J. R. Tolkien …

 

Hamburg - 827. Hafengeburtstag (2016) - Links Alexander von Humboldt II, hinten noch zu erkennen Fregatte Brandenburg und HMS Duncan

Hamburg – 827. Hafengeburtstag (2016) – Links Alexander von Humboldt II, hinten noch zu erkennen Fregatte Brandenburg und HMS Duncan

 

Hamburg - 827. Hafengeburtstag (2016) - Die Borkum der Küstenwache (Zoll)

Hamburg – 827. Hafengeburtstag (2016) – Die Borkum der Küstenwache (Zoll)

 

Hamburg - 827. Hafengeburtstag (2016) - Noch einige Teilnehmer der Oldtimer-Einlaufparade ...

Hamburg – 827. Hafengeburtstag (2016) – Noch einige Teilnehmer der Oldtimer-Einlaufparade …

 

Hamburg - 827. Hafengeburtstag (2016) - hinten Eisbrecher Stettin vorne die Präsident Schäfer

Hamburg – 827. Hafengeburtstag (2016) – hinten Eisbrecher Stettin vorne die Präsident Schäfer

 

Hafengeburtstag Hamburg. Es ist ein schönes Erlebnis für die Augen. Dieser Betrieb auf dem Fluss mit all seinen verschiedenen Schiffstypen, das muntere Treiben an den Pontons, der Zugang an Deck vieler Schiffe, das quirlige Herumwuseln der kleinen Motorboote oder auch der wendigen Hafenbarkassen auf der Elbe. Bei dem vorherrschenden Ostwind konnten die Schiffe zum Einlaufen leider keine Segel setzen, aber die Großsegler sehen auch so schon sehr stilvoll und beeindruckend aus. Bei der Auslaufparade herrschten sehr gute Bedingungen!

Wenn doch nur nicht diese Fülle an Land wäre. Dies und so wenig Möglichkeiten, zu verschnaufen oder sich zu setzen. Die aufgebauten Stände haben meist gar keine Stühle. Die wenigen Außenplätze der gastronomischen Betriebe sind wahrscheinlich seit Wochen reserviert, und wer einmal sitzt, gibt seinen Platz Stunden nicht wieder her. Die Kellner kommen nach gewisser Zeit herum und mit resigniertem Sauerblick wird vom Gast anstandshalber noch ein Viertele Apfelschorle nachbestellt.

Hier am Hang an der S- und- U-Bahnstation ließ es sich aber gut aushalten.

Hamburg - 827. Hafengeburtstag (2016) - Sonnenplatz am Hang,, im Hintergrund das Hotel Hafen Hamburg

Hamburg – 827. Hafengeburtstag (2016) – Sonnenplatz am Hang,, im Hintergrund das Hotel Hafen Hamburg

 

Viele kamen abends zu den Live Acts auf den Bühnen. Oder um das Feuerwerk mitzuerleben! Vom Feuerwerk höre ich sonst an meinem Wohnort im Osten Hamburgs zumindest immer das Zischen und Rumsen, doch diesmal blieb es stumm. Der laue Sommerwind kam aus einer anderen Richtung als gewöhnlich und trug alle Geräusche diesmal Richtung Westen.

Hamburg - 827. Hafengeburtstag (2016) - Reges Kommen und Gehen der Hafenbarkassen ...

Hamburg – 827. Hafengeburtstag (2016) – Reges Kommen und Gehen der Hafenbarkassen …

 

Hamburg - 827. Hafengeburtstag (2016) - Blick von den Landungsbrücken (Bereich zwischen Ufer und Ponton)

Hamburg – 827. Hafengeburtstag (2016) – Blick von den Landungsbrücken (Bereich zwischen Ufer und Ponton)

 

Ein Großfeuer auf der Veddel (südlich der Elbe), das durch in Brand geratene Teile in einer an der Autobahn gelegenen Lagerhalle entstand, sorgte am Sonntagabend zum Ende der Veranstaltung noch für einige Aufregung. Der sich bildende hohe Rauchpilz war kilometerweit zu sehen! Aufgrund der starken Rauchentwicklung und -ausdehnung wurde die Hafenfeier aus Sicherheitsgründen vorzeitig beendet und die Besucher räumten kurz vor 21 Uhr auf Anordnung das Gebiet. Ansonsten verlief der Hafengeburtstag jedoch glücklicherweise ohne besondere Vorkommnisse.
(Update hierzu: Der Hafengeburtstag endete regulär um 21 Uhr. Ein Abbruch war gar nicht vorgesehen. Die anschließend geplante Empfehlung, die Hafenmeile zu räumen, kursierte als Meldung und in der Form „Aufforderung zum Räumen“ eher als gewünscht in den sozialen Netzwerken.)

Der 827. Hafengeburtstag bleibt also mit vielseitigem Programm und vor allem wunderbarem Wetter in Erinnerung! Doch nächstes Mal werde ich wieder am regulären Eröffnungsfreitag vorbeiflanieren. Dann ist einfach ein besseres Durchkommen.

Ihnen nun eine recht angenehme Woche und hoffentlich noch einige weitere schöne Sonnentage!

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© by Michèle Legrand, Mai 2016
Michèle Legrand ©Foto Andreas Grav (Ausschnitt)

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