Beiträge getaggt mit Ginkgo gelbe Laubfärbung Herbst

Verblüffend! So entsteht Hamburgs Laubfärbung – Wahr oder unwahr?

Es gibt neue Erkenntnisse darüber, was grüne Blätter wirklich in dieses prächtig bunte Herbstlaub verwandelt. Wir gehen heute einer erstaunlichen These am konkreten Beispiel Herbst in Planten un Blomen nach.
Es gibt inzwischen Zeugenberichte und aufschlussreiche Fotos, die uns nicht länger zweifelnd mit bis dahin bloßen Annahmen stehen lassen, sondern endlich Fakten schaffen.
Nur … Stimmt das Folgende, oder werden Sie furchtbar hinters Licht geführt?
Urteilen Sie selbst.

Blenden Sie einen Moment die letzten beiden Tage mit all den eintrudelnden Schneefotos aus. Davor wurden Sie bestimmt zwei Wochen oder länger von sämtlichen Medien und speziell durch das Internet großzügig mit Fotos zur aktuellen Laubfärbung versorgt und fragten sich vielleicht angesichts der fantastischen Farben-
pracht, wie es angehen kann, dass mancherorts das Herbstlaub der Bäume so unverschämt gelb leuchtet
oder einige Baumarten fulminant zu Fackeln mutieren.
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Hamburg - Planten un Blomen im Herbst - Laubfärbung (gelb)

Hamburg – Planten un Blomen im Herbst

Beim Anblick dermaßen intensiver Farben kommt automatisch der Gedanke, ob das alles natürlich und echt
ist. Wenn der Fotograf jedoch schwört, er hätte nichts bearbeitet oder wenn Sie die Pracht sogar mit eigenen Augen gesehen haben, stellt sich doch unweigerlich die Frage: Natur pur?

Kommen Sie, glauben Sie wirklich, das alles funktioniert allein deshalb, weil der Tag kürzer wird, die Tempera-
turen sinken und Proteine abgebaut werden? Sind Sie tatsächlich überzeugt, dass der bloße Chorophyllumbau und  -abbau ausreicht? Sicher, es wird dadurch der Blick auf die gelblich-roten Carotinoide frei. Und klar, für das Rot hält sich der Farbstoff Anthocyan parat. Das ist das ganze Geheimnis? So etwas sorgt in Deutschland für einen vielerorts derart grandiosen Indian Summer?
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Hamburg - Planten und Blomen im Herbst - Rote Laubfärbung

Hamburg – Planten un Blomen im Herbst

Die Antwort lautet nein. Was kaum einem zu Ohren kommt und woran folglich niemand einen Gedanken verschwendet, ist die Tatsache, dass in allen Bundesländern unerkannt Laubdesigner am Werke sind.
Hier in Hamburg ist es die Aufgabe von Außerirdischen und ganz speziell in Planten un Blomen sind es
32 Beauftragte vom Asteroiden B611, die für die Laubfärbung sorgen. Publik wurde dies in Hamburg rein
zufällig im Herbst dieses Jahres.
Zuvor hatten es die eine maximale Körperhöhe von 96 cm erreichenden, drahtig-schlanken Wesen mit der auberginefarbenen Haut, dem zitronengelben Kopf und den recht großen Händen immer unbemerkt in die Hansestadt geschafft und konnten sogar ihr bemanntes Flugobjekt nachts ungesichtet in Planten un Blomen landen.

In diesem Jahr vernahm man auf B611 jedoch frühzeitig die Botschaft, dass aufgrund eines bevorstehenden Gipfeltreffens von Politikern in den angrenzenden Messehallen ein Teil der Parkanlage zur Sicherheitszone ernannt werden würde. Streng kontrolliert und mit eingeschränktem Zugang. Ungünstigerweise gerade der, in dem sich der übliche Landeplatz für das Raumschiff befindet. Sie verlegten ihr Kommen daraufhin verschreckt terminlich vor und riskierten wegen der Uneinschätzbarkeit der Lage vor Ort und zwecks besserer Sicht sogar eine Taglandung.
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Hamburg - Planten un Blomen im Herbst. Im Hintergrund der Fernsehtum, Unterteil unsichtbar.

Hamburg – Planten un Blomen – Ufo im Anflug …

 

Normalerweise ist der Bereich, den Sie auf dem nächsten Foto sehen, der Ufo-Ankunftsplatz. Die außer-
irdischen Besucher peilen beim Anflug zunächst den weithin gut sichtbaren Fernsehturm an, um anschließend Richtung Parksee beizudrehen. Sie lassen einen Großteil des Seewassers ab und nutzen gern die dort neben den Wasserdüsen vorhandenen zahllosen Lichtstrahler zur Ausleuchtung des Flugfelds.
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Hamburg - Herbst in Planten un Blomen - Das Wasser des Sees ist teilweise abgelassen, Düsen und Strahler der Wasserspiele zu sehen

Hamburg – Herbst in Planten un Blomen – Der Ufo-Landeplatz

Mit der Furcht vor Beeinträchtigungen ihres Flugverkehrs zur Laubeinsatzzeit auf dem gewohnten Terrain, fiel der Entschluss zu handeln. Anders als sonst wurde diesmal ein Trupp vorweg geschickt, dessen Aufgabe darin bestand, außerhalb der Sicherheitszone am Tropenschauhaus eine Alternativfläche für Start- und Landezwecke zu roden.
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Hamburg - Planten un Blomen im Herbst - Umgestaltungen kündigen sich am Tropenschauhaus an - Rodung

Hamburg – Planten un Blomen im Herbst – Anlegen des neuen Landeplatzes …

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Die Wesen vom fernen Asteroiden besitzen bei Aufenthalt in der Erdatmosphäre zeitlich begrenzt (max. neun Stunden hintereinander) die Fähigkeit, sich auf ein Hundertstel ihrer eigentlichen Größe zu schrumpfen.
Die für die Vorbereitung der neuen Landefläche auserkorene Vierergruppe wurde am 21. Oktober mit dem Raumschiff am noch zugänglichen herkömmlichen Platz abgesetzt. Die Tage verlebten die Gesandten unbeachtet auf dem Gelände von Planten un Blomen – als Miniaturen in einem eigens dafür mitgebrachten Haus. Dessen Bauweise orientierte sich bewusst am menschlichen Vorbild. Am Abend jedoch, mit Wieder-
erlangung ihrer Originalgröße, arbeiteten sie nach Schließung des Parks in der Dunkelheit intensiv an der Fertigstellung der Ersatzfläche …
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Hamburg - Planten und Blomen - Ein kleines Modellhäuschen auf einem Felsen deponiert

Hamburg – Planten un Blomen – Haus für die geschrumpften Bewohner von Asteroid B611 in exponierter Lage …

Großflächige Erdarbeiten strengen an und machen durstig. Abhilfe schaffte in diesem Fall das Leertrinken der in Planten un Blomen angelegten Bäche bzw. das Abschlürfen allen restlichen Wassers von den vorhandenen Steintreppen …
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Hamburg - Planten un Blomen im Herbst - Ende Oktober fließt kein Wasser mehr die Treppe hinab

Hamburg – Planten un Blomen im Herbst – Die Treppe ist leergetrunken …

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Lediglich das Wasser des Wallgrabens haben sie nicht angerührt, weil die resoluten Möwen dort lautstark ihr Terrain verteidigen. Was den Größenunterschied angeht zwischen einem Außerirdischen von B611 und einer ortsansässigen Möwe, so müssen Sie sich den in etwa so vorstellen, als käme Ihnen eine Deutsche Dogge entgegen. Obendrein knurrend.
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Hamburg - Planten un Blomen im Herbst - Der Wallgraben mit Johan-van-Valckenburgh-Brücke

Hamburg – Planten un Blomen im Herbst – Der Wallgraben wurde verteidigt …

 

Die mitgebrachte pulverisierte Trockennahrung in Kapseln ist relativ vitaminarm und eintönig. Für das bloße Laubfärben reicht diese Art der Verpflegung aus, der erhöhte Kraftaufwand in diesem Jahr erforderte hingegen die zusätzliche Aufnahme von Hagebutten
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Hamburg - Planten und Blomen im Herbst - Hagebutten an den Mittelmeerterrassen

Hamburg – Planten un Blomen im Herbst – Vitaminreiche Hagebutten …

Früchten
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Hamburg - Planten un Blomen im Herbst - Über und über mit gelben Früchten behangener Baum

Hamburg – Planten un Blomen im Herbst – … Früchte!

 

… sowie den Verzehr von zarten Asternblütenblättern
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Hamburg - Planten un Blomen im Herbst - u. a. lila Astern

Hamburg – Planten un Blomen im Herbst

 

… und Blüten des Oktobersteinbrechs
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Hamburg - Planten un Blomen im Herbst - Schöner Anblick spät im Jahr_Der weiße Oktobersteinbrech

Hamburg – Planten un Blomen im Herbst – Oktobersteinbrech

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Der AUA (Alternative Ufo-Ankunftsbereich) wurde Ende Oktober fertig, woraufhin das komplette 32-köpfige Team der Laubfärber folgte und sich in der Parkanlage verteilte. Grundsätzlich wird mit den gelb zu färbenden Bäumen begonnen. Die zitronengelben Köpfe der Fremden sind in der Lage, einen farblich entsprechenden, intensiven Farbstoff abzugeben. Anstelle von Haaren sprießen auf den Häuptern der Asteroid-Bewohner stecknadelgroße, extrem feine Düsen, mit deren Hilfe sich der Farbstoff fein versprühen lässt.
Sie werden sagen: Ja, aber, die sind doch alle recht klein, wie kommen die denn so bis in die Baumkrone?
Um die Arbeit zu erleichtern, aber auch um den größtmöglichen Effekt zu erzielen, wird das Ufo nachts direkt über den betreffenden Baum dirigiert, die große, kreisrunde Bodenplatte öffnet sich hydraulisch, und die Außerirdischen hängen sich kopfüber aus der Luke heraus …
(Hiervon existiert leider kein Foto, es war zu dunkel.)
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Hamburg - Planten un Blomen im Herbst - Gelbe Laubfärbung direkt am Wallgraben

Hamburg – Planten un Blomen im Herbst – Gelb versprüht …

 

Hamburg - Planten un Blomen im Herbst - Gelbe Laubfärbung täuscht Sonnenschein vor

Hamburg – Planten un Blomen im Herbst – Nach Gelbeinsatz …

 

Das Vorgehen beim Rotfärben von Gehölzen unterscheidet sich ein wenig. Das notwendige Mittel wird produziert, indem sich die Wesen extrem anspannen, hoch konzentrieren und dabei den in der auberginefarbenen Haut befindlichen, sich kontinuierlich nachbildenden Farbstoff, in Richtung ihrer schaufelartigen, großformatigen Hände dirigieren. (Wer genau hinsieht, erkennt zudem zwischen den
Fingern feine Schwimmhäute.)
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Hamburg - Herbst in Planten un Blomen - Ausgetrocknetes Bachbett und wunderbar rotes Laub der Ahorngehölze

Hamburg – Herbst in Planten un Blomen – Rotfärbung wurde vorgenommen, das Bachbett auch hier leergetrunken

 

Dieser Prozess des Farbabzugs aus Hautpartien aller Körperteile hin zu den Händen, hat eine leichte chemische Reaktion zur Folge. So schwächt sich der Blauanteil in der Farbe ab, und das vormals dunkle Lila wandelt sich nach und nach zu einem warmen Burgunderton.
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Hamburg - Planten un Blomen im Herbst - Rotfärbung des Laubs bei den Gehölzen am See

Hamburg – Planten un Blomen im Herbst – Einsatz bei den Gehölzen am See ….

 

Sobald sich genügend Farbpartikel auf den Handflächen gesammelt haben, wird dicht neben einem Busch in die Hände geklatscht, alternativ die Farbe weit nach oben bzw. in die Strauchmitte oder in Gehölzgruppen geschleudert. Um einen Orangeton zu erzielen, werden das Zitronengelb und der Burgunderton kurzerhand gemischt.
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Hamburg - Planten un Blomen im Herbst - rote Laubverfärbung

Hamburg – Planten un Blomen im Herbst – Bis zu dieser Strauchhöhe reicht das in die Hände klatschen und Wegschleudern aus ….

 

 

Hamburg - Herbst in Planten un Blomen - Orange- und Brauntöne ...

Hamburg – Herbst in Planten un Blomen – Orange- und Brauntöne …

 

So läuft es laut den jetzt vorliegenden Aussagen der Außerirdischen bereits seit 319 Jahren. Nie hat ein Mensch etwas bemerkt. Wäre nicht diese unerfreuliche Sicherheitszone angekündigt worden, hätte obendrein der Bau des neuen Landeplatzes nicht die Aufmerksamkeit eines Gärtners erregt, und hätten nicht drei Jogger bei ihrer Runde das Ufo im Anflug gesehen, es wäre wohl weitere 319 Jahre ein Geheimnis geblieben.

Wie weiter zu vernehmen war, entschieden die ertappten Besucher aus dem All nach kurzem Zögern, dass
sie trotz des nicht beabsichtigten Bekanntwerdens ihrer Existenz und ihres Wirkens weiterhin ihre Arbeit im herbstlichen Planten un Blomen verrichten werden. Bei dieser Entscheidung dürfte auch das freundliche Verhalten eines Mitarbeiters des Gewächshauses eine Rolle gespielt haben, der beim Wintereinbruch vor
zwei Tagen kurzerhand beschloss, die durchgefrorenen Gäste zum Aufwärmen in die Tropenabteilung des Hauses einzuladen.

Ungeachtet dessen bittet die Laubdelegation des Asteroiden B611 allerdings darum, dass politische Treffen zukünftig nicht zu Sperrungen ihres gewohnten Landeplatzes führen oder den Aktionsradius einschränken. Sonst könnten sie für nichts garantieren.
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Hamburg - Herbst in Planten un Blomen - Der Ginkgo wird strahlendgelb ...

Hamburg – Herbst in Planten un Blomen – Der Ginkgo wurde gelb ….

 

Hamburg - Planten un Blomen im Herbst - Ein lauschiges Plätzchen neben rotem Laub ... (Holzbank beim Ahorn)

Hamburg – Planten un Blomen im Herbst – Ein lauschiges Plätzchen neben rotem Laub …

 

Nun sind Sie an der Reihe. Hand auf Herz: Funktioniert so die Laubfärbung? Die Beweise wirken doch recht eindeutig: Aufnahmen des Ufos, des Tagesrückzugshauses, dazu der Landeplatz, die Neufläche …
Sie wissen außerdem selbst, dass gerade am Morgen die Feststellung gemacht wird: Mensch, was haben die Blätter über Nacht für eine Farbe bekommen! Über Nacht, wohlgemerkt!
Sagt das nicht alles?

Also: Wahr oder unwahr?

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© by Michèle Legrand, November 2016
Michèle Legrand - freie Autorin - ©Fotograf Andreas Grav

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