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Ein bisschen Paradies, ein bisschen Arbeitslager … Der Natur- und Gartenpost

Soll ich Ihnen etwas verraten? Wenn ich während der ganz extrem heißen Wochen zum Fenster hinaussah und die Dürre zuletzt durch immer mehr und größere braune Flächen oder in Form von viel zu früh vertrocknetem und herabrieselndem Laub zutage trat, dachte ich ein ums andere Mal:
Es wird nicht mehr lange dauern, dann werden hier Pflanzen wie Palmen, Kakteen oder Agaven die heutige Vegetation erst ergänzen, in der Folge sogar mehr und mehr ersetzen. Dass es bisher nur mit recht wenigen Exotenarten gelang, sie hier erfolgreich ganzjährig zu kultivieren, lag meist an unzureichender Anpassung an anhaltende winterliche Staunässe sowie an fehlender Frost- und ganz speziell Winterhärte. Zwischen diesen beiden Bezeichnungen besteht tatsächlich ein Unterschied. Einige Kameraden aus dem Süden können gewisse Minusgrade durchaus noch tolerieren, doch das viele Hin und Her zwischen Frost, milden Phasen mit Starkregen und wieder knackigem Frost – meist ohne schützenden Schnee – , das killt. Was bei uns in den Wintermonaten nicht den Erfrierungstod stirbt, verfault meist.

Brennt zukünftig die Sonne nicht nur in den Sommermonaten wochenlang, sondern steigt zusätzlich die Durchschnittstemperatur im Winterhalbjahr und fallen in unseren Breiten harte Frostperioden komplett aus, dann haben mediterrane und subtropische Gewächse alle Chancen, hier heimisch zu werden und ganz entscheidend das Bild zu prägen.
Es ist gut vorstellbar, dass in einigen Jahren in den Gärten statt Malven, Phlox, Margheriten, Sonnenhut und vielen anderen Stauden, Sukkulenten ihren Platz finden, weil alles andere die Trockenheit nicht überleben würde. Genauso erginge es bisher heimischen Baumarten.

Eine Palme im Vorgarten, Feigenkakteen unter dem Küchenfenster, Agaven, die sogar blühfreudig wären und teilweise meterhohe Blütenstängel ausbildeten, an der Terrasse. Drumherum ein paar niedrige Sukkulenten, ansonsten Schotterwege, weil keine Grünfläche das Klima durchhielte.
Was das für gravierende Auswirkungen hätte! Mit allen Konsequenzen für Natur und Mensch, denn die ganze europäische Insekten-, Vogel und sonstige Tierwelt würde in kürzester Zeit drastisch an Arten verlieren. Andere würden ihren Platz einnehmen …

Wussten Sie, dass es eine Fledermausart gibt, die genau die Agavenart bestäubt, aus der Tequila gemacht wird? Gäbe es diesen fleißigen Bestäuber nicht, kein Mensch hätte je Agavenschnaps kennengelernt. (Was mich jetzt nicht treffen würde.).
Auch die Erfindung und Verfeinerung von Schokolade wäre ohne gewisse Flattermänner vielleicht anders verlaufen. (Halte ich persönlich für tragischer als die Sache mit dem Tequila.) Tatsächlich bestäuben einige Fledermausarten ganz gezielt Kakaopflanzen.

Sind Sie den kleinen Nachtgeistern schon begegnet? Ich habe die ersten und bis vor Kurzem einzigen bei einem Besuch der Kalkberghöhlen in Bad Segeberg kennengelernt. Bad Segeberg in Schleswig-Holstein ist Ihnen sicher ein Begriff durch die Karl-May-Festspiele, die dort jeden Sommer direkt an den Kalkfelsen stattfinden. Doch erstaunlicherweise bietet auch eine Großstadt wie Hamburg viele Plätze, an denen Fledermauskolonien entstehen können.
Man sagt, dass es in Deutschland etwa 25 Fledermausarten gibt, in Hamburg sind immerhin 14 davon vertreten, die natürlich etwas voneinander abweichende Nistgewohnheiten haben. Die einen hausen lieber unterirdisch in Kellern, Bunkern oder Hohlräumen, die anderen ziehen in Baumhöhlen oder unters Dach. Und einige freuen sich über extra aufgestellte Fledermausnistkästen.
Neulich, als die Mondfinsternis angekündigt war und sich dieser sagenhafte Blutmond am Himmel präsentieren sollte, war ich am Abend draußen, um das Ereignis hautnah mitzubekommen. In der Hoffnung auf bessere Sicht stand ich in der Dunkelheit auch auf dem Balkon. Wer weiß, was ein drei Meter höherer Stand ausmacht. Zumindest überragt man so einige Büsche, die sonst im Blickfeld sind.
Der Mond ließ auf sich warten, doch plötzlich sausten Fledermäuse umher! Ich habe nie gewusst, dass sie auch hier aktiv sind!

Der Grund könnte zum einen die günstige Witterung sein, aber auch, dass in diesem Jahr ihr gedeckter Tisch zugenommen hat. Es heißt, Fledermäuse leiden gar nicht so unter mangelnden Nistmöglichkeiten, sondern sind gefährdet durch ein zu geringes Nahrungsangebot, sprich: es gibt wenig Insekten. Und die gewünschten – und davor ihre Raupen – zeigen sich natürlich erst, wenn auch sie das entsprechende Futter für sich finden.

Mittlerweile gehen zum Glück schon viele Gartenbesitzer dazu über, bewusst Futterpflanzen zu setzen – vorrangig für die farbenprächtigen Tagfalter unter den Schmetterlingen, für Hummeln und Bienen. Das ist schön fürs eigene Auge, hilft die Bestäubungstruppe zu stärken und zu vermehren, und es freuen sich die Vögel.
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Tagpfauenauge auf Eisenkraut (Verbene bonariensis „Lollipop“)

Tagpfauenauge auf Eisenkraut (Verbene bonariensis „Lollipop“)

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Bläuling im Fingerstrauch (Potentilla fruticosa)

Bläuling im Fingerstrauch (Potentilla fruticosa)

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Nur wenn auch noch die nachtaktiven Fledermäuse etwas davon haben sollen, dann braucht es Pflanzen, die Nachtfalter locken können. Sobald das ganze „Mottenzeugs“ mit von der Partie ist (Gammaeule, diverse Schwärmer etc.), lassen sich irgendwann auch die kleinen Draculas im Garten blicken.

Während lauer Abende ohne Regen öffneten sich seit Anfang Juni bis jetzt in den August mehr Blüten von Nachtgewächsen als üblicherweise, Schwärmer kurvten von der gelben Nachtkerzenblüte zum Jasmin, zum Phlox, der durch seine weiße Strahlkraft auch in der Dunkelheit noch anziehend wirkt, zu Lichtnelken, Wegwarten, zum Schnittlauch und Borretsch und vielem mehr.
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Taubenschwänzchen auf Phlox

Das erste Mal im Garten erwischt: Taubenschwänzchen auf Phlox

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Beliebt und begehrt sind ebenfalls Gewächse wie Haselnuss, Schneeball, Wildrosen oder Birken, Schlehen, Holunder und Weiden. Falls Sie mehr Getier anlocken möchten, achten Sie zudem im Garten auf weiche Übergänge! Viele der kleinen Lebewesen draußen mögen es einerseits nicht, ungeschützt „Lücken“ zu überwinden, andererseits verleitet ein Aneinanderreihen und Spicken mit attraktiven Nährpflanzen dazu, durch den gesamten Garten zu ziehen und sich ausgiebig dort zu versorgen, statt nach dem Besuch einer Pflanze davonzuflattern.
Und „gewohnt“ wird selbstverständlicher ebenfalls lieber dort, wo die Nahrung nicht zu knapp ist.
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Lockt im Dunkeln: Weißer Phlox (Flammenblume, Phlox paniculata)

Lockt im Dunkeln: Weißer Phlox (Flammenblume, Phlox paniculata)

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Ich erzählte im Frühjahr hier im Blog, dass ich eine arbeitsreiche Gartensaison vor mir hätte. Geschädigte Pflanzen einer durch Pilzbefall wie verdorrt aussehenden Wildhecke entfernen, vieles an Stauden teilen oder umsetzen, weil es durch größer gewordene Gehölze daneben mittlerweile im Schatten darbte.
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Durch Pilzbefall verdorrte Hecke lichten ...

Durch Pilzbefall verdorrte Hecke lichten …

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Es ging darum, ein abschüssiges Stück Pflanzfläche neu zu gestalten (terrassieren und bepflanzen) und darum, eine Heckenlücke an der anderen Grundstücksgrenze, die durch einen – nennen wir es wohlwollend nur über-
eifrigen – Anrainer verursacht wurde, als Sofortlösung zunächst mit mehreren Pflanzkübeln und Vorgezogenem zu schließen.
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Abschüssiges Staudenbeet, die Morgensonne erreicht die Schattenbereiche (Kugeldisteln, Fingerstrauch, Salbei, Sonnenhut u. a. )

Abschüssiges Staudenbeet, die Morgensonne erreicht die Schattenbereiche

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Ich hatte hohe Gehölze einzukürzen, was nicht nur einmalig, sondern generell anfällt …
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Stutzen der Büsche zum Nachbarn links - Terrasse. Arbeitsgeräte zum Schneiden und Aussägen, Schnittgut etc.

Stutzen der Büsche zum Nachbarn links

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Als weiteres plante ich, Rabatten in den Rasen hinein in ihrer Tiefe erweitern, um weitere Pflanzfläche für insektenfreundliche Stauden zu schaffen und musste dazu mehr als 500 würfelartige Einfassungssteine aus Granit auszugraben und neu setzen.Teilweise waren sie durch unermüdliche Grabeaktionen und Hügelbauten des Maulwurfs sowie unterirdische Tobereien einer Wühlmausrotte gesackt und halb verschüttet. Oder sie
waren überwachsen, und ich musste sie erst einmal wiederfinden! Die Waldmarbel hatte sie verschluckt.

Die Waldmarbel, manche sagen auch Wald-Hainsimse (Luzula sylvatica), ist eine Waldgrasart mit relativ breiten, etwas dunkleren Blättern. Die Marbel blüht sogar im Mai und Juni, ganz zart und bräunlich auf langen Stielen. Das Gras macht sich gut unter Gehölzen, die es kalkarm mögen, passt prima zu Farn, Funkien oder Bergenien und bleibt im Winter grün. Doch das Zeug hat einen Ausbreitungsdrang, es ist nicht zu fassen! Es sät sich nicht nur gern aus, es treibt auch Ausläufer. So etwas also nur dort hinsetzen, wo genau das – nämlich ein Teppicheffekt – erwünscht ist! Nicht als Füllsel zwischen Stauden! Ich habe allein von der Waldmarbel einen Sack mit Herausgerissenem gefüllt, weil sie den Nachbarpflanzen inzwischen zu sehr auf die Pelle gerückt war.
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In der Gehölzecke: Waldmarbel (Luzula sylvatica) mit Bergenien im Frühjahr

In der Gehölzecke: Waldmarbel (Luzula sylvatica) mit Bergenien im Frühjahr

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Aktion Schattenrabatte erweitern, Waldmarbelanteil reduzieren, Steine ausgraben und neu setzen

Aktion Schattenrabatte erweitern, Waldmarbelanteil reduzieren, Steine ausgraben und neu setzen

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Fast alle Vorhaben vom Frühjahr habe ich tatsächlich umsetzen können. Es fehlt noch ein kleines Stückchen Rabattenerweiterung mit entsprechend zu versetzenden Granitsteinen. Nur dazu bräuchte ich zusätzliche, stoße mit dem Bestand an die Grenze des Machbaren. Ich bekomme die Steine in kleiner Zahl leider gerade nirgends nach. Kommt Zeit, kommt Rat. Oder Granitstein.
Ich habe mich zwischenzeitlich eben dem umfangreichen Heckenschnitt gewidmet und bin nun gerade dabei, erneut die Rank- und Kletterpflanzen in Schach zu halten, eine Arbeit die wohl nie endet. Wenn ich hinten gerade fertig bin, geht es vorne wieder los!
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Wo sich die Insekten gern herumtreiben ... Blick auf en Stück Blütenwiese und Lavendel in Pflanzgefäßen, Holzhütte im Hintergrund

Wo sich die Insekten gern herumtreiben …

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Ein Stück Rasenfläche mittendrin musste dieses Jahr dran glauben! Ich habe das Gras entfernt, den Bereich umgegraben, geschaut, dass der Boden etwas magerer wurde und dort probeweise einen Flecken bunte Blumenwiese integriert. Vorerst einjährig, da es für den Fall der mehrjährigen Lösung besser ist, mit der An-
pflanzung bzw. Aussaat im Herbst zu starten. Vielleicht lasse ich es aber auch noch ein Weilchen dabei, denn die Blütenvielfalt der jetzigen Mischung gefällt mir durchaus.
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Kleiner Ausschnitt der Blütenwiese im frühen Blühstadium

Kleiner Ausschnitt der Blütenwiese im frühen Blühstadium

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Kohlweißling unterwegs

Kohlweißling unterwegs …

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So ungefähr können Sie sich vielleicht jetzt vorstellen, dass ich selten aus der Erde herausgekommen bin. Die Stunden und Tage verflogen, der anfängliche Muskelkater verschwand bald durch das ständige Training. Oberarmmuskeln zeigten sich wie nach regelmäßigem Besuch eines Fitnessstudios. Täglich sägen, schneiden, graben, Gewichte heben … Ich habe Abfall (Geäst, Ranken und anderen Schnitt, Wurzelreste, Unkraut, Staudenabfälle, aber auch Steine, Ziegel etc.)  angehäuft, dass sich die Säcke nur so stapelten. Irgendwann können Sie – auch noch so zerkleinert – derartige Massen an Bioabfall nicht mehr auf eigenem Grund unterbringen, und durch Pilz befallene Pflanzenteile müssen sowieso komplett eliminiert werden, ansonsten werden Sie den elenden Kram nie wieder los.
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Der Ziersalbei (Salvia nemorosa) blüht ...

Der Ziersalbei (Salvia nemorosa) blüht …

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Juni: Rambler "Lykkefund" und Waldgeißbart in Blüte

Juni: Rambler „Lykkefund“ und Waldgeißbart in Blüte

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Wenn man Blumenrabatten neu anlegt oder auch lediglich aufwendiger umgestaltet, sind oft in den ersten beiden Jahren die Abstände zwischen den frisch gesetzten, kleinen Stauden recht auffällig. Enger zu setzen wäre jedoch ungünstig, weil sich in den Folgejahren alles gegenseitig in der Entfaltung behinderte.
Ich hatte deshalb geplant, die noch kahlen Stellen mit einjährigen, bienen- und insektenfreundlichen Blüh-
pflanzen zu füllen. Auszusäen. In meinen Beständen befanden sich u. a. zwei Saattütchen, deren aufgedruckte Fotos sehr ähnlich ausfielen. Im Garten griff ich – unbebrillt – statt zu der beabsichtigten niedrigen „Jungfer im Grünen“ (Nigella damascena) zur Tüte mit dem „Bienenfreund“ (Phacelia tanacetifolia) und wunderte mich bereits ein wenig, als nach der Keimung das erste Grün spross … Da beide zunächst sehr luftig, fein gefiedert daherkommen, dauerte es jedoch weitere Tage, bis ich definitiv erkannte, die „Jungfer“ war ganz offensichtlich weiterhin in der Samentüte.

Die Aussaat des „Bienenfreunds“ fanden ein paar Wochen später bei Blüte die Hummeln zwar extrem klasse, doch Phacelia ist zu hoch, zu ausladend, um als Füller kleiner Freistellen zu taugen. Die Folge: Die Stauden daneben begannen zunehmend unter Licht- und Nährstoffmangel zu leiden und traten im Wachstum auf die Bremse. Mein „Bienenfreund“ hatte drei, vier Wochen später ausgeblüht hat, und da er im weiteren Verlauf bei der Hitze nur braune, brüchige und wegkippende Strünke hinterließ, habe ich die Reste bald entfernt. Prompt hatte das pikierte Mickern der Nachbarn ein Ende. Die Stauden legten los.
An anderer Stelle werde ich Phacelia auf jeden Fall wieder verwenden. Am geeigneten Ort entfaltet sich großflächig eine Pracht, und die Pflanze ist der Insektentreffpunkt schlechthin!
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Hummeln auf der Phacelia (Büschelschön, Bienenfreund)

Hummeln lieben Phacelia (Büschelschön, Bienenfreund) …

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Erinnern Sie sich noch an den kalten Start des Jahres? Den Frosteinbruch Anfang März mit Minusgraden im zweistelligen Bereich? Selbst Anfang April war das Wetter keinesfalls frühlingshaft. Es erforderte jedes Mal eine Portion Überwindung, im kalten und nassen Boden zu arbeiten oder noch dick vermummt Äste auszusägen. Daher freute ich mich zunächst sehr, als es beständiger und milder wurde und ich endlich meine Umgestaltung richtig anpacken konnte.
Hätte ich allerdings geahnt, dass uns allen diese wochenlange Trockenheit und Hitze bevorsteht, hätte ich mich mit diversen Pflanzaktionen doch etwas zurückgehalten und zumindest einen Teil davon in den Herbst verscho-
ben. Neuanpflanzungen sind nun einmal wesentlich empfindlicher gegen Trockenheit als Alteingewachsenes. Aber wem sage ich das. Sie kennen die Chose …
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Salbei, Buschmalve blau und Schleierkraut (im Hintergrund beschnittener Buchsbaum)

Salbei, Buschmalve blau und Schleierkraut

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Mir blieb nur teilweise gar nichts anderes übrig, als weiterzumachen, denn wenn Sie Pflanzen aufgrund von Krankheit herausnehmen müssen und sich beträchtliche Lücken auftun, oder wie bei meinem Japanischen Ahorn (Acer japonicum aconitifolium) meterhohe abgestorbene Stämme entfernt werden müssen, um vielleicht auf diese Art wenigstens den Rest des Baumes zu retten, dann wirkt der Restbestand in dem Bereich plötzlich fürchterlich unharmonisch. Die Proportionen sind auf einmal unpassend. Alles daneben wirkt zu hoch, die entstandene Lücke zu breit, der Übergang der Farben und Strukturen merkwürdig, die Staffelung ungünstig: Passt man seitlich etwas an, tanzt prompt der darauffolgende Nachbar aus der Reihe.
Das ist wie bei der Renovierung in der Wohnung: Wenn Sie irgendwo anfangen, dann zieht es einen Rattenschwanz nach sich!
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Den Jap. Ahorn (Acer aconitifolium) hat es auch erwischt. Entfernen der abgestorbenen Triebe ..

Den Japanischen Ahorn (Acer aconitifolium) hat es auch erwischt. Entfernen der abgestorbenen Triebe am Morgen, solange noch Schatten dort ist …

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Man könnte sich schönreden, dass sich bei der Dürre Zeit und Geld durch z. B. weniger Rasen mähen oder seltener Hecke schneiden sparten lässt, nur dieser Effekt wird sofort durch den dafür erheblichen Zeitaufwand fürs Gießen und die Kosten für den erhöhten Wasserverbrauch aufgehoben.
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Goldfelberich (Lysimachia punctata) kommt zum Glück mit Trockenheit klar ...

Goldfelberich (Lysimachia punctata) kommt zum Glück mit Trockenheit klar …

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Staudenbeet in der Sonne (vorne rote Cosmea im Bild)

Staudenbeet in der Sonne

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Rasselblume (Catananche caerulea) ), dahinter Blutweiderich (Lythrum)

Rasselblume (Catananche caerulea) ), dahinter Blutweiderich (Lythrum)

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Es sah wirklich wunderschön aus im Juni und Juli. Nun ist vieles verblüht, der Rest aufgrund der Dauerhitze mitgenommen und nicht willig, unnötig Energie zu verbrauchen. Die Tage werden wieder kürzer, der Blühwille geht generell zurück. Selbst Gießen ist kein Jungbrunnen und verhindert nicht das Ausklingen der Hochsaison im Garten. Es hilft allen Pflanzen momentan nur beim Durchhalten.
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Kohlweißling an der Katzenminze

Kohlweißling an der Katzenminze

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Kugeldistel (Echinops bannaticus)

Kugeldistel (Echinops bannaticus)

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Kaum tröpfelten immerhin drei kleine Regenschauer, wer kommt schon wieder aus der Ecke gekrochen? Das Nacktschneckenvolk! Wochen nicht gesehen. Wie haben die bloß überlebt! Ich treffe sie kaum persönlich an, doch ich sehe es an den typischen Schleimspuren, am radikal weggeraspelten „Mädchenauge“ (Coreopsis lanceolata, Coreopsis verticillata  hingegen wird nicht angerührt!) und an vielen Fraßspuren an meinen neu gepflanzten Stauden im lichten Schattenbereich. Kein Wunder! Dort ist es kühler und gegossen habe ich natürlich auch, damit alles gut anwächst. Und wofür? Um mir jetzt die traurigen Reste einer einst üppigen Glockenblume anzusehen, die nackten Strünke der Sterndolde (Astrantia major), die Schäden an den Funkien (Hosta), die nur noch zur Hälfte da sind … Oh, diese schleimigen Vielfraße!
Ich bin dennoch froher Hoffnung, dass die Stauden es überleben und spätestens im nächsten Jahr, wieder austreiben. Hauptsache, der Wurzelstock schafft es durchzuhalten.
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Große Sterndolde (Astrantia major)

Große Sterndolde (Astrantia major) vor dem Schneckenfraß …

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Irgendwann kam allerdings der Zeitpunkt, da konnte ich es bei der Hitze im Garten nicht mehr länger aushalten, geschweige denn körperliche Anstrengungen über Stunden wegstecken. So kehrte Mitte Juli etwas Ruhe ein.
Doch die beschauliche Zeit ist vorbei! Ich habe jetzt zum zehnten Mal in diesem Jahr – neuer Rekord! – den Blauregen (Wisteria) am Balkon gebändigt.
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Blauregen (Wisteria, Glyzinie) hat ständig Ausbreitungsdrang ... Es bilden sich im Nu neue meterlange Triebe, die sich um alles wickeln, was ihnen in den Weg kommt.

Blauregen (Wisteria, Glyzinie) hat ständig Ausbreitungsdrang …

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Dazu die vorwitzigen Ranken vom Wilden Wein (Parthenocissus tricuspidata) an der Wand, der wieder beschlossen hat, die Rolllädenkästen zu heiraten. Auch hier ist es erstaunlich: Kaum gibt es minimal Regen, schießt bei sommerlichen Temperaturen sofort alles wieder ins Kraut. Norddeutscher Dschungel.
Nur was wäre die Alternative, um weniger tun zu müssen? Alles herausreißen und den Garten zupflastern?
Nein, da könnte man mich dann gleich drunter begraben. Alles steril? Fürchterlich!
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Nach dem ersten Regen neulich .... Hortensie mit rosa Blütenbällen, davor Bergenien

Nach dem ersten Regen neulich ….

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Meine Aralie (Aralia elata) blüht jetzt im August und bis in den September hinein.
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Aralie (Aralia elata) - Mitte August öffnen sich immer mehr cremefarbene fünfzählige Einzelblüten an den Blütenrispen der Trugdolden

Aralie (Aralia elata) – Mitte August öffnen sich immer mehr fünfzählige Einzelblüten an den Blütenrispen der Trugdolden

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Wenn es ginge, würde ich Ihnen die Geräusche übermitteln, die hier momentan im Umkreis des Baumes zu hören sind. Mit Beginn der Blüte fiel der Startschuss für wochenlange Besuche und begeisterte Fressorgien von Bienen, Schwebfliegen, Hummeln und Konsorten.
Wenn Sie die Augen geschlossen halten, empfinden Sie das tiefe Brummen über sich entweder als Motoren-
geräusche und wähnen sich an einer vielbefahrenen Straße oder aber meinen, Sie ständen wirklich direkt neben einem Bienenstock und der Imker hätte eben ein Riesenvolk freigelassen. Dezibelmäßig sollte es locker an den Geräuschpegel eines startenden Sportflugzeugs heranreichen.
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Gut besucht von Insekten: Die Blüten der Aralie (Aralia elata)

Stets gut besucht: Die Blüten der Aralie (Aralia elata) – Hummeln fliegen sogar bei Regen!

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Und wissen Sie was? Diese Insektenhorden haben nicht nur Hunger! In diesem heißen Sommer hängen die Truppen auch manchmal wie ein Schluck Wasser in der Kurve, und jede gebotene Trinkmöglichkeit wird genutzt. Ich glaube, es ist das erste Mal, dass ich tatsächlich über Wochen gleich mehrere kleine Tränken im Garten verteilt habe, die auch immer wieder angesteuert werden. Sowohl von den Insekten, als auch von Vögeln und dem Eichhörnchen. Obwohl ich täglich frisch einfülle, wirkt das Wasser bei der Hitze im Nu gammelig. Es fliegen Staub und Blütenreste herum, die sich auf der Wasseroberfläche absetzen. Ein Teil schwimmt, ein Teil versinkt und bildet am Boden einen Schmierfilm. Die Hälfte des Wassers verdunstet, der Rest heizt sich in den flachen Schalen ruckzuck auf. Bereits nach kurzer Zeit bilden sich obenauf erste grüne Schlieren, die zwei Stunden später wie die Tentakel eines Tintenfisches im Schälchen herumwabern. Man kann sich gut vorstellen, wie das im Großen funktioniert und wie schnell das Wasser in Flüssen und besonders in stehenden Gewässern diese Entwicklung durchmacht (Blaualgen und Bakterien).
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Auch das Eichhörnchen hat Durst ... Eichhörnchen beugt sich gierig über eine flache Wasserschale

Auch das Eichhörnchen hat Durst …

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Hoffen wir, dass die Extremhitze hinter uns liegt.  Es muss nicht gleich nahtlos in trüben Herbst mit wochen-
langen Nebelzeiten und ununterbrochen fallenden Regen ausarten, doch so ein wenig Nass, das den Boden tränkt und bis in tiefere Schichten vordringt, wäre wunderbar.
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Die sonnenliebenden Stauden legen los .... Verbenen, Mädchenauge, Katzenminze, Spornblume und Goldrute

Die sonnenliebenden Stauden legen los …. Verbenen, Mädchenauge, Katzenminze, Spornblume und Goldrute

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Ich werde jetzt mit der Gießkanne herummarschieren, denn selbst bei fast moderaten 22-25 °C, die aktuell herrschen, ist alles staubtrocken, und was bis jetzt nicht eingegangen ist, hängt äußerst traurig herunter.

Ich sehe eben, dass die Efeuranken hier auch schon wieder zum Fenster herein wollen. Die muss ich etwas in ihre Schranken weisen. Hatte ich das nicht gerade erst? Mich überkommt ein Déjà-vu-Gefühl.
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Gartenparadies trotz langer Trockenheit ...

Gartenparadies trotz langer Trockenheit …

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Garten ist schon Paradies und Arbeitslager zugleich, oder?
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Tagpfauenauge auf der Goldrute (Solidago)

Tagpfauenauge auf der Goldrute (Solidago)

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Doch der Anblick entschädigt oft für manche Anstrengung im Vorfeld. Und was ist schon ein weiterer kleiner Arbeitseinsatz, wenn es um den Paradieserhalt geht …
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© by Michèle Legrand, August 2018
Michèle Legrand, Blog ->Michèle. Gedanken(sprünge)

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Wahlmöglichkeiten und was daraus wird …

Ein Mensch der Großstadt hat – rein theoretisch – ständig die Möglichkeit, aus einem vielfältigen Angebot an kulturellen oder sportlichen Veranstaltungen sein Programm nach eigenem Gusto zu wählen und könnte somit ohne Unterlass unterwegs sein. Ständig etwas erleben und permanent von Termin zu Termin flitzen.
Hallo übrigens! Ich grüße Sie und wollte heute zumindest kurz hereinschauen. Ein kleines Lebenszeichen hier hinterlassen …
Sie wissen, ich bin in Hamburg daheim, demnach eindeutig Stadtbewohner mit immenser Angebotsauswahl und dennoch – mir liegt das Flitzen von Event zu Event nicht so. Was wird also aus den ganzen Wahlalternativen?
Je mehr Auswahl da ist, umso schwerer wird es, sich für etwas zu entscheiden und das Wissen, dass alle Nase lang wieder etwas präsentiert wird, verleitet unheimlich leicht dazu, Dinge immer wieder zu verschieben. Geht ja später auch noch. Gibt’s (fast) alles wieder …
Hinzu kommt, dass Sie bei solchen Veranstaltungen als Teilnehmer verhältnismäßig anonym bleiben. Es fällt also überhaupt nicht auf, wenn Sie schwänzen. Keiner vermisst Sie dort. Machen Sie das mal auf dem Dorf! Maifest. Wo ist denn schon wieder die Legrand? Kann ja wohl nicht sein, dass die zu Hause bleibt … Du, schau doch mal nach, ob die noch lebt. Und bring sie mit!  (Sie wissen, was ich meine.)

Rote Schafgarbe (Achillea)

Rote Schafgarbe (Achillea)

In ländlichen Gebieten gibt es weniger Programm, also ist man sich einer selteneren Chance sehr bewusst und lässt sie nicht aus. Man wartet auf eine Gelegenheit, die sich bietet, hält alte Traditionen in Ehren und Bräuche am Leben, denn sie liefern Gründe und Anlässe.
Vor allem kennt sich das Landvolk untereinander! Es werden keine bloßen Zusammenkünfte, es sind soziale Treffs. Fast alle erscheinen – ohne besondere Absprache vorab. Dort wird sich ausgetauscht. Nichts mit anonym. Wenn Sie hingegen hier in der Stadt ein Fest oder ein Konzert besuchen, erfahren Sie meist erst hinterher davon, dass jemand, den Sie kennen, auch dort war. Dass Sie sich begegnen ist eher unwahr-
scheinlich. Zu unübersichtlich, zu wühlig. Sie müssen sich definitiv vorher fest verabreden.
Dennoch passiert es mir komischerweise recht häufig, dass ich unvermutet – also ohne jeglichen Veranstaltungshintergrund – in einer Millionenstadt Bekannten über den Weg laufe. Jemanden in der U-Bahn treffe. Ihr oder ihm im größten Menschenauflauf oder aber in einer kleinen Nebenstraße begegne. Irgendwo. Einfach so. Es verblüfft mich immer wieder! Wie groß ist die Chance? 1:1,8 Millionen? Oder wahrscheinlicher? Keine Ahnung …

Löwenmäulchen (Antirrhinum majus) und Frauenmantel (Alchemilla mollis)

Löwenmäulchen (Antirrhinum majus) und Frauenmantel (Alchemilla mollis)

Wo waren wir? Wahlmöglichkeiten! Am Wochenende vor einer Woche stand hier eine schier endlose Liste von Vorschlägen für Unternehmungen zur Verfügung. An allem möglichen hätte ich auf Hamburger Stadtgebiet teilnehmen können. Glänzende Motorräder anschauen bei den Harley Days, eine Ausstellung in den Deichtorhallen besuchen, Sportler anfeuern beim Halbmarathon, nettes Zeugs für den Garten unter die Lupe nehmen bei der Ausstellung Home & Garden, gemütlich herumspazieren auf dem Gelände des Botanischen Sondergartens Wandsbek anlässlich des Tags der Offenen Tür, Musik hören bei einem abendlichen Konzert
Jetzt dürfen Sie einmal raten, was es letztendlich wurde. Falsch! Und noch einmal falsch.
Weder noch. Nichts von alledem.
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HeckenschnittEs lief (ich sage das klaglos und ohne Bedauern) auf eine umfangreiche Wochenend-Fensterputzaktion hinaus (Fenster gibt es reichlich) und zeitgleich auf eine Verhinderung des drohenden Dornröschendaseins à la eingewachsenes Heim und umrankter Körper. Vorrang hatte es, das allmähliche Verschwinden der Behausung durch Überwucherung sowie vor allem komplett eingewachsene Fenster zu verhindern. Wie? Die Briten würden es aktuell vielleicht einen Ivyexit nennen. Wobei hier nicht mein schier explodierender Efeu den Austritt beantragt, sondern ich ihm maßvoll den Garaus mache. Den Durchblick nach draußen wieder garantiere. Also eher ein Ivycutback. Ein Ivystillthere. Ivyacceptance. Partly.

Endlich fertig, zufrieden mit dem Schaffen (zumal Fensterputzen ziemlich weit hinten auf der Liste der beliebten Tätigkeiten liegt), kurz verpustet, und schon ging es weiter mit dem Heckenschnitt am Grundstücksrand. Ich sag’s Ihnen, ein Dschungel könnte sich nicht vitaler entwickeln. Ach was, der zeigte sicherlich einen vergleichsweise kümmerlichen Wuchs!
Die Hecken sind noch lange nicht alle fertig, doch so ein bisschen Licht und Luft kommen zumindest an zweieinhalb Grundstückseiten schon wieder durch.
Ich bin absolut nicht allein am schwingen der Machete. Schweißgebadet. Nein, mein Nachbarvolk ackert ebenfalls. Bis auf einen Kneifer.
Briten haben dafür glaube ich zurzeit den Ausdruck Boris Johnson. Diese Art von Kneifer meckert gegen die Zustände, fühlt sich aber nicht dazu berufen, draußen tatsächlich eigenhändig etwas in Angriff zu nehmen.

 

 

Alles wächst und sprießt ... (Cornus kousa in Blüte)

Alles wächst und sprießt …

Doch der Rest hier ist aktiv – und lustigerweise stöhnen sämtliche Nachbarn jeweils über ihren sagenhaften Dschungel, von dem jeder meint, seiner falle am heftigsten aus und man hätte die wachstumsmäßig übelsten Pflanzen zu bändigen. Mein einer Nachbar flucht über seine triebhafte Buchenhecke und himmelhoch wachsende serbische Fichten, der andere über die schnellwüchsigen Kirschlorbeersträucher.

Rotkehlchen in Nachbars Konifere ...

Rotkehlchen in Nachbars Konifere …

Schräg hinter mir der Gartenbesitzer kann keinen Rasen mehr sehen, weil er das Gefühl hat, er sei zwischen Regenschauern nur noch am mähen. Und ich selbst empfinde es ganz generell als erstaunlich, wie sich der Ausbreitungsdrang und gegenseitige Verdrängungswunsch der Büsche, Kletterrosen oder auch des Blauregens, Efeus und Weins so darstellt. Einfach nicht zu bremsen und stets motiviert, diese Natur …

Die Massen an Bioabfall sind eine weitere Herausforderung. Der Herr von der Müllabfuhr meinte am Freitag beim Anblick einer netten Ansammlung von zusätzlich zur Abfuhr bereitgestellten Müllsäcken grinsend: „Was treiben Sie eigentlich immer?“ (Ich war gerade dabei, ihm noch einen weiteren Sack anzuschleppen.) „Hatten wir nicht gerade letzte Woche erst so einen Schub mitgenommen …?“

Feuchtwarme Zeiten sind des Gärtners Schreck. Manchmal auch ein Gemisch aus Freud und Leid. Nur was wäre ein Garten ohne üppigen Bewuchs und ohne Getier, das sich dort wohlfühlt und einzieht …

Helfer beim Heckenschnitt ... (Jungvogel am Boden)

Helfer beim Heckenschnitt …

Vielleicht geben Sie mir recht, wenn ich sage, dass der Mensch Grün um sich braucht. Inklusive Hecken. Besonders in einer Stadt. Als kleine Abschottung nach außen gegen Unruhe. Nicht nur im Sinne von Lärm. Auch gegen Unruhe fürs Auge oder unerwünschtes Hereinstieren. Aus diesem Grund sind die grünen Raumteiler auch zum ein oder anderen Nachbarmenschen so segensreich. Wie sagen in dem Fall die Briten doch gleich so treffend:
A hedge between keeps friendship green. (Die Hecke dazwischen erhält die Freundschaft.)

Indianernessel (Monarda didyma)

Indianernessel (Monarda didyma)

Liebe Blogleser, es wäre natürlich famos, wenn auch wir uns weiterhin grün blieben. Selbst wenn mir gerade Zeit zu Entdeckungen anderenorts und Muße zu neuen Erkundungsgängen fehlt und damit letztendlich sehr spezieller Nachschublesestoff für Sie noch etwas ausbleibt. Nun ja … Immerhin pflanze ich keine Hecke zum Abschotten. ^^ Im Gegenteil, für Sie habe ich mich extra kurz aus meinen Lianen befreit und wünsche Ihnen nun sehr herzlich ein schönes und entspanntes Wochenende.

Drei Hummeln an einer einzigen Kugeldistel (Echinops bannaticus)

Drei Hummeln an einer einzigen Kugeldistel … (Echinops bannaticus)

 

Ich muss wieder hinaus. Weiter ein wenig die Wildnis bändigen …

Bis demnächst!

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© by Michèle Legrand, Juli 2016
Michèle Legrand - freie Autorin - ©Fotograf Andreas Grav

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34 Kommentare

Gewitterstimmung …

Drückende Hitze. Saunaluft. Und dann ein Gewitter mit heftigem Platzregen.
Bei Ihnen auch?
Rote Kletterrose nach Regen ...
Ich grüße Sie und wollte mich kurz melden. Hätte es diesen enormen Guss nicht gegeben, wäre es gar nicht dazu gekommen. Er hat mich davor bewahrt, einen weiteren Tag mit richtig harter Gartenarbeit zu verbringen.
In diesem Jahr wächst er einem fast über den Kopf. Vielleicht liegt es an dem sagenhaften norddeutschen Sommer des letzten Jahres mit seinem anschließenden milden Winter. Es könnte diesen wahnsinnigen Austrieb aller Gehölze gefördert haben.
Irgendwie bin ich nur am sägen und ausschneiden. Selbst um diese Jahreszeit noch – oder wieder, jetzt nachdem die Vögel die Nester mit ihrem Jungvolk verlassen haben. Es ergibt so viel Biomüll, dass ich mit Komposthaufen, Biotonne und sonstigen Verwahrmöglichkeiten einfach nicht auskomme. Jede Woche fallen säckeweise Extramüll an.

Ohne zusätzliche Müllsäcke läuft in diesem Jahr gar nichts ...

Ohne zusätzliche Müllsäcke läuft in diesem Jahr gar nichts …

Meine Büsche kommen mir vor wie Bambus im Regenwald. Der wächst pro Tag 30 cm, und ich habe das dumpfe Gefühl, meine Gewächse hinken dem kaum hinterher.
Zusätzlich habe ich mich neulich aus rationalen Gründen und aus einem gewissen Harmoniebedürfnis heraus mit einem anstrengenden Nachbar wieder vertragen und versuche natürlich, neue kritische Diskussionen möglichst zu vermeiden. Persönlich aus dem Weg zu gehen. Keinen Anlass, aber auch keine Gelegenheit für weitere merkwürdige Ansinnen bezüglich Gehölzschnitt und -höhe etc. zu geben.  Schneide stattdessen vorsorglich, aber so, dass es mir noch gefällt.
Gerade herrscht also mit dem einen (seitlich) wieder Friede, Freude, Eierkuchen, da luchst mir mein hinten anschließender Nachbar in einer schwachen Minute bereits ein neues Zugeständnis ab.
Hätte ich bloß nicht!

Ich erzähle Ihnen gleich mehr darüber, doch wissen Sie was?
Falls Sie mit einem Grundstückskauf liebäugeln, denken Sie nicht, nur weil Sie ein Eckgrundstück oder Eck(reihen)haus erstehen und dadurch an einer Seite ein Nachbar wegfällt, ergibt sich automatisch weniger Zündstoff! Pustekuchen!
Schauen Sie vielmehr darauf, wie die anderen Häuser um Ihr Grundstück drumherum positioniert sind. Die, die gar nicht direkt Grenze an Grenze mit Ihnen sind, aber fast …
Ich habe zwar das sagenhafte Glück. dass ich einerseits nebenan richtig nette und verträgliche Tür-an-Tür-Nachbarn habe, aber andererseits auch das Pech, dass sich an meiner Grundstückslängsseite zusätzlich vier mit ihren Stirnseiten anschließende Nachbarn befinden.
Sie verstehen das jetzt schon richtig mit den Stirnseiten, oder?
Es geht um die Ländereien, nicht um die Köpfe.
Dazu kommt ein weiterer Nachbar an meinem Grundstücksende. Obwohl alle, die mit den schmalen Stirnseiten anstoßen, als Abstand erst noch ihren eigenen Vorgarten, den öffentlichen Gehweg und einen Seitengrünstreifen haben ehe meine Grenzhecke überhaupt beginnt, besteht dort in einem Hause die Ansicht, dass bei mir Gepflanztes trotz dieser Distanz Licht klaut.
Verdunkelt! (In einem Film würden jetzt beängstigende Töne erklingen …)
Wohlgemerkt es geht um einen Strauch, der in mein Grundstück hinein, nicht nach außen wächst und obendrein um einen, der nicht einmal direkt vis-à-vis des besagten Hauses steht, sondern mindestens 15 m weiter rechts. Mir will nie so ganz in den Kopf, wie dieses Gewächs die Erschaffung der Finsternis hinbekommen soll …
Friedliebend wie ich bin, hat er inzwischen doch wieder seinen Willen gekriegt. Der Nachbar, nicht der Busch. Er ist geschrumpft. Jetzt der Busch, nicht der …

Genug davon. Diesmal geht es zur Abwechslung um etwas anderes.

Ich habe als zusätzlichen Sichtschutz eine Holztrennwand zum Nachbarn hinten. Efeubewachsen. Es hat ihn genervt, weil das immergrüne Gewächs leider nicht nur auf meiner Seite wuchs, sondern sich zu ihm herüberschlängelte. Diese Art der natürlichen, grünen Wände sah von beiden Seiten superschön aus – und die Vögel liebten es ebenfalls.
Sie merken, ich spreche in der Vergangenheit.
Aus dem Bedürfnis heraus, endlich Ruhe vor den ewigen Klagen zu haben, habe ich zugesagt, den Efeu komplett zu entfernen. Gesagt, getan. Nun habe ich den Salat!
Zutage trat, dass der Efeu die Holzwand einerseits ramponiert, aber andererseits auch perfekt zusammengehalten hat. Jetzt, nachdem ich alles herunter- und herausgeschnitten und Hindurchgewachsenes herausgebrokelt habe, lösen sich nämlich die diagonalen Zierlatten, brechen teilweise weg.
Der neue Anblick gefällt weder meinem Nachbarn noch mir. Folglich steht die nächste Aktion an: Zaun erneuern. Sichtelemente austauschen. Das lässt sich nämlich garantiert nicht wieder zusammenschustern mit den verzogenen, geschrumpften, angebrochenen Teilen …
Ich sag’s Ihnen: Reichst du den kleinen Finger, wird gleich nach der ganzen Hand gegrabscht!
Gut, der Nachbar kann nicht wirklich etwas für den jetzt desolaten Zustand der Sichtschutzwand, aber hätte man alles so belassen, hätte es gehalten und wäre noch jahrelang wunderbar gewesen.
Wie sagt man bei uns im Norden: Alles unnützer Tüdelkram!
Ich bin also demnächst wieder im Garten beschäftigt – gerade als ich dachte, ich hätte jetzt erst einmal das Gröbste hinter mir. Nun ja, vielleicht spielt das Wetter …
Wann startet in Deutschland nochmal die Regenzeit …?

Gestern war ich gleich nach dem Gewitterregen draußen! Barfuß. Als alles noch tropfte und dampfte. Eine Waschküche ist nichts dagegen! Die Äste hingen alle ganz tief unter der schweren Last.
Was unerwartete Einblicke gewährte!
Mein Blumenhartriegel (Cornus kousa var. Chinensis) beginnt gerade zu blühen. Seine Äste sind etagenförmig angeordnet, stehen fast waagerecht ab.  Da ich ihn mehr als Baum, denn als Strauch gezogen habe, beginnt die Verästelung erst in gewisser Höhe und die Brakteen genannten Blüten auf ihren kleinen Stielen sieht man meist lediglich von der Seite.
Gestern gab es die Gelegenheit zur Draufsicht:

Auch die Zweige des Blumenhartriegels (Cornus kousa var. chinensis) drückt es herunter - so sind die Brakteen besser zu sehen!

Auch die Zweige des Blumenhartriegels (Cornus kousa var. chinensis) drückt es herunter – so sind die Brakteen besser zu sehen!

 

Die gelbe Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) hat sich wacker gehalten bei dem Platzregen …

Kapuzinerkresse  (Tropaeolum majus) im Regen ...

Auf den Blättern des Ginkgo biloba perlt der Regen besonders gut ab …

Ginkgo biloba mit Wasserperlen ...

Ginkgo biloba mit Wasserperlen …

Manche Blätter erinnern wirklich enorm an Schmetterlinge  …

Ginkgo biloba - Blätter wie Schmetterlinge ...
Auch die Kletterrosen ( „Lykkefund“, weiß und eine rote Kletterrose, beides Rambler) wirken zwar etwas zerzaust, haben den harten Niederschlag dennoch recht gut überstanden…

Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus), Spierstrauch und Rose Lykkefund im Regen ...

Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus), Spierstrauch und Rose „Lykkefund“ im Regen …

 

Rote Kletterrose (regennass)

Es ist also kein allzu großer Schaden entstanden. Morgen sieht wahrscheinlich alles wieder so aus, als wäre nichts geschehen.

Der Türkische Mohn (Papaver orientale) hat allerdings seine letzten Blütenblätter opfern müssen …

Mohnkapsel ... (Papaver orientale, Türkischer Mohn)
Das Orangerote Habichtskraut (Hiracium aurantiacum) schüttelt vermutlich nur noch kurz die Restfeuchtigkeit ab, dann strahlt es wieder wie hier kurz vor dem Guss …

Orangerotes Habichtskraut (Hiracium aurantiacum)

Ich ahne, dass der Garten nach dieser Dusche und bei milden Temperaturen erneut den Drang verspüren wird, mir über den Kopf zu wachsen. Die Hecke wird schießen! Irgendwie habe ich auch den Eindruck, der Rasen ist in den letzten Stunden schon wieder höher geworden!
Ach, ja …
Doch seien wir ehrlich: Ohne Garten wäre es auch nichts!
Hält fit. So muss man das sehen. Und bietet natürlich ebenfalls Entspannung. Zumindest gelegentlich.^^

Ich hoffe, Sie haben nicht nur zu wurschteln, sondern können  ein wenig entspannen. Ihnen allen einen schönen Sonntag, möglichst unverhagelt und gewitterfrei!

© by Michèle Legrand, Juni 2015
Michèle Legrand  ©Foto Andreas Grav (Ausschnitt)

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Lottozahlen, Orientierungsschwächen und sonstige Dinge der Woche …

Spielen Sie Lotto? – Bitte? Ob ich? Nein, ich spiele nicht.
Damit wäre die Geschichte im ungünstigsten Fall bereits zu Ende …
Ich habe mir jedoch, ungeachtet meiner eigenen Lottoabstinenz, erlaubt, stattdessen an Sie zu denken – sofern Sie Lotto spielen.

Manchem Tipper fällt es schwer, die Zahlen zu bestimmen. Ich rede von den vermeintlichen Glückszahlen der Woche. Wer nicht immer die Geburtstage der Familie inklusive seines eigenen wählen möchte, gerät schnell in die Bredouille. Was soll man nehmen, wonach auswählen, wie entscheiden?
Es gibt Spieler, die lieber für jede Wochenziehung unterschiedliche Zahlen verwenden möchten, damit sie sich – sollten sie aus irgendeinem Grund vergessen, den Schein abzugeben – nicht tierisch ärgern. Sie wissen es ja selbst, wenn Sie persönliche, feststehende Daten wählen, kennen Sie die Zahlen in- und auswendig und beißen sich in den Hintern, wenn genau diese Gewinnzahlen gerade dann gezogen werden, wenn Sie einmal nicht dabei sind. Sie wüssten haargenau, was Ihnen durch die Lappen gegangen ist. Auf Heller und Pfennig.
Welche Zahlenauswahl also sonst?
Es muss etwas sein, was Sie sich nicht dauerhaft merken können. Sie könnten einfach willkürlich irgendwo auf dem Schein Ihre Kreuze machen, das Blatt sofort umdrehen, nur … Das wirkt so furchtbar lieblos und undurchdacht! So, als hätten Sie sich überhaupt keine Mühe bei der Wahl gegeben.
Kann so ein Schein je gewinnen?

Sie sehen, Hilfe von außen wäre nicht schlecht, und just da komme ich ins Spiel. Während ich in der Erde wühlte und allgemein viele Stunden im Grünen schuftete, kamen mir einig lottoschöne, lotteriekonforme Zahlen unter.

Frühlingserwachen - Krokusse

Frühlingserwachen – Krokusse

Die im letzten Blogpost erwähnte Grauwetterperiode endete am darauffolgenden Wochenende. Von da an herrschte fast eine ganze Woche lang Sonnenschein bei milderen Temperaturen. Ideal, um einen Teil der allmählich pressierenden Gartenarbeiten zu erledigen. Leider war der Februar ungenutzt ins Land gegangen. Zu kalt, zu viel Graupel und Konsorten. Für die verbliebenen Aussäge- und Auslichtungsarbeiten wurde es fast schon zu spät in dieser Saison – allerdings hatte die penible Kontrolle der betroffenen Büsche und Sträucher ergeben, dass sich dort keine Vogelnester im Bau befanden.
So konnte es losgehen – jedenfalls fast. Lediglich die Stolperfallen in Form von Maulwurfshügeln mussten zuvor noch eingeebnet werden.
42. Nicht die Antwort auf die Frage „nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“ (Douglas Adams – „Per Anhalter durch die Galaxis“), sondern in diesem Fall die Anzahl der von einem arbeitswütigen Mauli aufgeworfenen Erdberge. Stolze 30 davon auf der Rasenfläche, 12 in den Rabatten.
Was hat der Lump nicht alles erfolgreich hochgedrückt und ausgebuddelt!

Und hier haben Sie bereits Ihre ersten Lottozahlen, 12, 30 und 42.
(Doch, doch, ich bin sicher. Die sind so etwas von energiegeladen!)

Einkürzen, auslichten, sägen ...

Einkürzen, auslichten, sägen …

Gartenarbeit. Es fällt immer mehr an, als man denkt. Ein Stadtgarten kleineren Ausmaßes, jedoch ein Eckgrundstück mit viel Heckenanteil. Dazu zahlreiche Rankgewächse, Kletterrosen, eine Sammlung Sträucher als Ausgleich für einst beim Sturm entwurzelte Bäume …
Aufgrund der Ecklage haben Sie automatisch auch mehrere Grundstücksnachbarn – oder solche, die es meinen zu sein, selbst wenn zwischen den Grundstücken öffentliche Wege verlaufen und zusätzlich trennende Randstreifen existieren, die Areale somit also nicht wirklich aneinanderstoßen.
Egal, wie es im Feinen oder Groben ausgelegt wird, es sind irgendwie Anrainer und Mitreder, und schon sind Sie entlang der Grenzen ständig am einkürzen und in Schach halten. Ich mag es vom Stil her natürlich, nur habe ich in besagter umliegender Nachbarschaft zwei Menschen, die jedes Gewächs, das die Größe von 50 cm überschritten hat, gnadenlos eliminieren. Oder wenn sie ausnahmsweise tatsächlich etwas Größeres als Sichtschutz bzw. Schattenspender besitzen, stutzen Sie es so zurück, dass es potthässlich aussieht. Sägen es derart ab, dass das Ergebnis einer Amputation gleicht. Nur noch traurige Stümpfe ragen in die Höhe. Furchtbar!

Was ich dagegen unternehme? Nichts. Es ist ihr Garten. Es ist ihre Sache. Ich lasse sie auf ihren Grundstücken machen, wonach ihnen der Sinn steht, nehme auch hin, dass mich einige Gewohnheiten ärgern oder ein Anblick stört. Leider ist diese Toleranz nicht gegenseitig.
Es besteht das unbezwingbare Verlangen, mich immer dann, wenn ich entlang der Außenhecken aktiv bin und (wie blödsinnig, allein schon deshalb!) gerade sowieso wieder für den akkuraten Rückschnitt sorge, mich prinzipiell stets dann anzusprechen und mir im Befehlston oder alternativ quengelnd vorzuschreiben, wie tief das Zurückschneiden auszufallen hat. Im gleichen Atemzug wird die Forderung herausgehauen, was prinzipiell bei der Gelegenheit noch alles verschwinden könnte und wie es bei mir bitte schön möglichst überhaupt auszuschauen hätte. Jedes Mal!
Das Murmeltier lässt grüßen …

Nun erlebte ich eine persönliche Überraschung. Wahrscheinlich folgt jetzt nicht das, was Sie denken. Sie tippen vermutlich auf plötzliche Zurückhaltung des Gegners. Ach, wo denken Sie hin. Eher das Gegenteil.
Nein, stellen Sie sich vor, ich habe es seit 29 Jahren hingenommen, habe vorbeugend gehandelt (prophylaktisch mehr abgeholzt), war beim persönlichen Aufeinandertreffen diplomatisch, kompromissbereit, harmoniebestrebt – doch am 9. März 2015 wurde es mir zu blöd. An diesem Montag ist mir doch sage und schreibe die Hutschnur gerissen!
Dieser Tag wird im Kalender angestrichen!
Stolz bin ich nicht darauf, denn es wird neue Konflikte nach sich ziehen. Momentan herrscht eine etwas frostige Atmosphäre, obwohl am Ende die Wogen geglättet werden konnten. Alarm? Entwarnung? Wer weiß schon, welche neuen, entzückenden Ideen bereits in fremden Köpfchen vor sich hinbrutzeln …

Merken Sie sich als weitere Lottozahlen bitte die 9 sowie die 29 vor.
(Doch, doch, auch das sind Glückszahlen! Sie zeugen von Durchsetzungswillen.)

Aussägearbeiten am  Haselnussstrauch - Der Haufen wächst ...

Aussägearbeiten am Haselnussstrauch – Der Haufen wächst …

Ich habe viel aussägen müssen. Besonders an einem sehr groß und breit geratenen Haselnussstrauch, einer Bluthasel mit rötlichem Laub. Sie ist nun wiederum der Lieblingsort der Eichhörnchen, die hier oft zu Gast sind. Ich habe in all den Jahren noch nie auch nur eine Nuss geerntet. Das liegt nicht am fehlenden Fruchtansatz! Oh, nein! Es liegt an den rotbraunen Nussknackern, die vorher schon alles wegtragen, manchmal auch gleich aufschnabulieren oder flink vergraben.
Jeden Morgen kommen ein bis zwei Hörnchen auf einem ganz speziellen Weg in den Garten. Sie hangeln sich an der Grundstücksgrenze immer entlang derselben Gewächse. Von Baum zu Busch, von Busch zu waagerecht verlaufenden Rankhölzern, hinauf in die Birke, herunter aufs Dach des Gartenhäuschens, und letztendlich entern sie zielsicher den großen Haselstrauch. Wippen, schaukeln und zischen enthusiastisch von oben nach unten und umgekehrt. Die mehrjährigen Triebe sind bis zum Auslichten teilweise oberarmdick gewesen. Perfekte Balancierstangen, Abspring- und Landezonen.

Tja, und nun habe ich etwa 2/3 der Alttriebe entfernen müssen, und die zwar zahlreich nachwachsenden, jedoch nur fingerdicken, labberigen, noch unverzweigten Neutriebe biegen sich beim Anflug der Akrobaten recht flott nach unten. Die Folge: Flughörnchen sackt durch und hängt unverhofft ziemlich bodennah! Dass es damit definitiv nicht gerechnet hat, erkennt man an dem anschließenden Blick, den ich durchaus als perplex bezeichnen würde.
Im Moment weichen A-Hörnchen und B-Hörnchen demonstrativ auf den etwas stabileren Hartriegel daneben aus. Was auffällt, ist ein gewisser ratloser Blick, mit dem sie den Boden absuchen. Ich habe fast das Gefühl, das durch das Aussägen doch verändert wirkende, nun ungewohnte Umfeld, hat ihnen ihre Orientierungspunkte genommen, und ohne diese Hilfe finden sie nicht auf Anhieb die Plätze wieder, an denen sie etwas vergraben haben.
Ich habe fast ein schlechtes Gewissen …

Eichhörnchen spürt seine Verstecke auf - die Suche nach vergrabenen Nüssen ist intensiv ...

Eichhörnchen spürt seine Verstecke auf – die Suche nach vergrabenen Nüssen ist intensiv …

Eichhörnchen sucht nach eventuell noch vorhandenen, einst verbuddelten Haselnüssen ...

Eichhörnchen – Die Suche geht weiter …

Eichhörnchen am Boden - wirkt etwas verwirrt ...

Eichhörnchen am Boden wirkt etwas verwirrt. – Die Frage, die es beschäftigt: Wo hatte ich doch gleich meine Nuss vergraben …?

Der Blick ist schon herzzerreißend, oder?
Liebe Freunde mit den buschigen Schwänzen, es tut mir echt leid! Beschwert euch doch bitte auch bei den angrenzend lebenden Quakbüdeln, den Herrschaften mit den ewigen Sonderwünschen. Macht gehörig Rabatz oder sonst etwas …

Zurück zu Ihnen und den Lottozahlen.
Es fielen bisher sieben Müllsäcke an kleingehäckseltem Bioabfall plus zwei komplette Mülltonnenfüllungen an. Die dicken, schweren, inzwischen in handliche Teile zersägten Stammstücke (36) sind gar nicht mitgerechnet. Die liegen hier immer noch gestapelt.
Folgende weitere Glückszahlen stehen zur Verfügung.  2, 7 und 36
(Doch, doch, auch die gehören dazu. Ich fühle es.)

Wenn es mittlerweile mehr Zahlen sind als erforderlich, nehmen Sie die zwei Überzähligen als Reserve. Wählen Sie die schönsten aus! 6 aus 8. Losen Sie, welche rausfliegt! Was auch immer, Sie finden schon einen Weg.
Ihre empfohlenen Glückszahlen zur besseren Übersicht hier nun auf einen Blick:

Lottozahlen (zum Blogpost)
Ich versichere Ihnen, dass ich mich vor der Auswahl von meinem ordnungsgemäßen Zustand überzeugt habe. Dennoch sind die Zahlen wie immer ohne Gewähr. Vergessen Sie bitte nicht, den Schein abzugeben! Zu guter Letzt ein Hinweis das Ausfüllen betreffend: Stoppen Sie rechtzeitig nach sechs Kreuzen! Viel Glück!

Der Kontrollblick auf die Uhr verrät mir gerade, dass meine Zeit für heute um ist. Ich muss Sie jetzt alleine lassen. Falls noch Fragen auftauchen sollten, finden Sie mich im Garten. Oder Sie hinterlassen einen Kommentar.

Einen nicht zu hektischen zweiten Teil der Woche mit möglichst viel Sonnenschein wünsche ich Ihnen!
Bis zum nächsten Mal!

© by Michèle Legrand, März 2015
Michèle Legrand - freie Autorin - ©Fotograf Andreas Grav

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Am Bodensee: Die Mainau – und warum ein Touristenmagnet zu sein auch Nachteile mit sich bringt (4)

Heute geht es zur Mainau. Erinnern Sie sich an Lummerland, Jim Knopf und Lukas, den Lokomotivführer? Haben Sie das berühmte Insellied noch im Ohr?
Eine Insel mit zwei Bergen und dem tiefen, weiten Meer,
mit vier Tunnels und Geleisen und dem Eisenbahnverkehr …

Sobald Sie am Bodensee, an dem Teil im Nordwesten, den man als den Überlinger See bezeichnet, die tropfenförmige „Blumeninsel“ der gräflichen Familie Bernadotte entdecken, idyllisch und durchaus südländisch anmutend, grün bewachsen, leicht ansteigend, von Wellen umplätschert … kann es Ihnen ergehen wie mir:
Sie summen das Lummerlandlied, und möglicherweise texten Sie dabei ebenfalls um:
Eine Insel mit viel Blumen und dem großen Bodensee
Mit Terrassen, Bäumen, Tieren und dem Schloss in luft’ger Höh’
Nun, wie mag die Insel heißen, ringsherum ist’s grün und blau.
Jeder sollte einmal reisen auf die herrliche Mainau …

Insel Mainau - Schöne Aussicht auf den See ...

Insel Mainau – Schöne Aussicht auf den See …

 

45 Hektar misst die Blumeninsel, die ihrem Namen wirklich alle Ehre macht. Eine Größe, die in etwa der Fläche von 63 Fußballfeldern entspricht, und nahezu das gesamte Areal ist gärtnerisch gestaltet. Im Süden ist die Insel über eine Fußgängerbrücke mit dem Festland verbunden, im Norden, im tieferen Seewasser, befinden sich die Schiffsanlegeplätze. Fähren erreichen die Mainau z. B. von Überlingen, Konstanz und Meersburg. Wer per Auto, Bus oder Rad anreist, für den ist vor dem Verbindungssteg Schluss. Für die, die nicht so weit laufen möchten bzw. können, pendelt jedoch regelmäßig der Inselbus zwischen Festland (Parkplätzen) und Blumeninsel.

Blumeninsel Mainau - Über eine Fußgängerbrücke geht es auf die Insel (oder Sie legen mit dem Schiff an).

Blumeninsel Mainau – Über eine Fußgängerbrücke geht es auf die Insel (oder Sie legen mit dem Schiff an).

Mainau - Der Weg auf die Blumeninsel - Urban knitting bzw. crocheting hier (umhäkelte Bäume)

Mainau – Der Weg auf die Blumeninsel – Urban knitting bzw. crocheting hier (umhäkelte Bäume)

Ich werde mich heute darauf beschränken Ihnen Garteneindrücke zu zeigen, Stellen, die mir gut gefallen haben und Ihnen gleichzeitig jedoch verraten, warum ich bei Touristenattraktionen – wie es auch die Insel eine ist – häufig etwas zwiespältige Gefühle habe. Egal, wie kritisch es sich anhört, ich mag das Eiland! Mir dient es heute lediglich als Beispiel für eine ganz bestimmte Entwicklung.
Wenn Sie an der Insel Mainau, jedoch eher an ihrer Geschichte, Entwicklung oder den geologischen Einzelheiten interessiert sind, bitte ich Sie daher, hinüber zu Herrn Wiki oder der Homepage der Mainau zu wandern.

Blumeninsel Mainau - Der Pfau

Blumeninsel Mainau – Der Pfau

Es muss ungefähr zwanzig Jahre her sein, dass ich – zwei kleinere Kinder dabei – das erste Mal die Blumeninsel besucht habe. Zu sehr kühler Jahreszeit, denn ich entsinne mich, dass wir damals sehr froh über die Orchideen waren, die im warmen Gewächshaus standen. Auf diese Art bot sich eine Gelegenheit, sich zwischendurch aufzuwärmen. Da diese Sonderausstellung immer im Zeitraum von März bis Anfang Mai stattfindet, wird es wohl ziemlich zum Ende des Winters, noch im März, gewesen sein.
Das, was haften blieb vom Besuch der Mainau, war ein Gefühl von Weite auf der eigentlich kleinen Insel, war die Erinnerung an den Anblick von großen Flächen auf denen schon Zwiebelblüher ihre Blütenpracht entfaltet hatten. Ein Meer von Krokussen, die ersten Narzissen und andere Frühblüher. Es war das Bild von mächtigen, alten, ehrwürdigen Bäumen. Es war die Erinnerung an das Schloss, die feuchtwarme Glashausatmosphäre bei den vielen Orchideen – und vor allem im Gedächtnis blieb das abenteuerliche Erkunden der Schatzinsel, wie meine Kinder sie genannt hatten.

Blumeninsel Mainau - Das Deutschordensschloss der Gräflichen Familie Bernadotte mit der Schlosskirche nebenan ...

Blumeninsel Mainau – Das Deutschordensschloss der Gräflichen Familie Bernadotte mit der Schlosskirche nebenan …

Blumeninsel Mainau - Links der Gärtnerturm (Wehrturm), rechts noch Teile des Torbogengebäudes ...

Blumeninsel Mainau – Links der Gärtnerturm (Wehrturm), rechts noch Teile des Torbogengebäudes …

Es gab Platz, viel Platz. Es gab sehr natürlich wirkende Ecken. Es gab räumlichen Abstand zwischen den Menschen, die auf der Insel unterwegs waren. Die Insel war lebendig, was sie jedoch keinesfalls automatisch zu einer lauten Insel machte.

Der Besucherandrang, der Konsum, das Programmangebot, die Vermarktung etc. hielten sich in Grenzen. Für die Kinder war zwar schon ein extra Spielbereich da, zog sie aber nicht sonderlich an. Es störte nicht. Es zählten das bergauf und bergab Insel erkunden, die neugierigen und beinahe zutraulichen Wasservögel, der Turm am Schloss, der Ausblick aufs weite Wasser und das Gefühl von noch viel vorhandener Natur.
Letztendlich hatten wir nicht übermäßig viel Zeit zur Verfügung, weil wir zum Familienbesuch im Süden waren und uns nur kurz weggeschlichen hatten.
Damals hatte ich mir immer gewünscht, irgendwann einmal wiederzukommen. Möglichst in einem der Sommermonate, wenn die Stauden ihre Hochzeit hatten  (mit langem „o“ –  sie haben nicht geheiratet) und all die wärmeliebenden Pflanzen im milden Klima am See so richtig losgelegten …

Blumeninsel Mainau - Staudenbeete

Blumeninsel Mainau – Staudenbeete

Blumeninsel Mainau - Staudenbeete

Blumeninsel Mainau – Staudenbeete

Es mag damals an der Jahreszeit gelegen haben, daran, dass nicht Hochsaison herrschte. Es mag aber auch noch vor der Phase gewesen sein, in der man Umstrukturierungen einführen musste, weil langsam aber sicher nicht mehr kostendeckend gewirtschaftet werden konnte und durch Besucherrückgang Verluste entstanden. Im Vergleich zu den 90er Jahren, halbierten sich die Gästezahlen bis etwa zum Jahre 2005.
Heute nun ist die Insel ganzjährig ein Touristenmagnet. Perfekt vermarktet. Eine eigene GmbH kümmert sich um das gesamte Management, die Stiftung ist höchst aktiv.

Blumeninsel Mainau - Der Paradiesvogel-Brunnen

Blumeninsel Mainau – Der Paradiesvogel-Brunnen

Die Mainau von heute bietet wechselnde Bepflanzung, Blütenhöhepunkte, Aktionswochen, Sonderausstellungen, Kunstprojekte, Märkte, Wahl zur Rosenkönigin, Schulungen, Seminare, Feste und noch mehr.
Die Räumlichkeiten des Schlosses können für Veranstaltungen, Feiern oder Tagungen gemietet werden. Hochzeiten (jetzt wirklich das Heiraten) finden im Schloss bzw. der daneben befindlichen Kirche statt. Die Gärten sind makellos. In der Hochsaison werden die Anlagen von ca. 300 Kräften gehegt und gepflegt, außerhalb der Saison ist immerhin noch die Hälfte (ca. 150 Mann) im Einsatz.

Blumeninsel Mainau - Staudenbeete

Blumeninsel Mainau – Staudenbeete

Blumeninsel Mainau - Oberhalb der Staudenbeete grasen Ziegen. Und irgendetwas hat die Katz' vorn gerade entdeckt ...

Blumeninsel Mainau – Oberhalb der Staudenbeete grasen Ziegen. Und irgendetwas hat die Katz‘ vorn gerade entdeckt …

Und hier ist der Punkt, an dem jedes Unternehmen, vor allem aber jeder, der anstrebt, ein Touristenmagnet zu sein oder zu bleiben, ganz fürchterlich in die Zwickmühle gerät. Ein merkwürdiger Kreislauf startet, Kettenreaktionen werden in Gang gesetzt.
Um etwas am laufen zu halten, den Unterhalt zu finanzieren, müssen weiterhin viele kommen, besser sogar, es zieht noch mehr an als bisher, denn:
Mehr Gäste, mehr Einnahmen.
Mehr Gäste aber auch nur, wenn mehr geboten wird, denn:
Mehr Leistung, höhere Attraktivität, steigende Besucherzahl.

Blumeninsel Mainau - Die berühmte Wassertreppe von 1982, die 2007 im Rahmen eines Kunstprojekts noch einmal verlängert wurde.

Blumeninsel Mainau – Die berühmte Wassertreppe von 1982, die 2007 im Rahmen eines Kunstprojekts noch einmal verlängert wurde.

Mehr leisten steigert jedoch ebenfalls die Kosten – mehr Gäste bringen allerdings das Plus auf der Einnahmenseite.
Wer mehr bietet, kann zudem eher den Eintrittspreis anheben. Durchsetzen! Wenn es gerechtfertigt erscheint!

Blumeninsel Mainau -  ... hier noch einmal nur der obere Teil der Wassertreppe.

Blumeninsel Mainau – … hier noch einmal nur der obere Teil der Wassertreppe.

Was rechtfertigt denn höhere Eintrittspreise? Und wann und wie kommen mehr Menschen als vorher?

Nehmen wir wieder die Mainau als Beispiel:
Man verbessert die Infrastruktur. Erneuert und vergrößert Parkplätze in beträchtlichem Ausmaß (plus Parkleitsystem, inkl. neuer, großzügiger Busbereiche). Man optimiert das Wegesystem auf der Insel. Breiter, besser begehbar, Rundgang, Querverbindungen, weiter führend als bisher oder sogar großteils barrierefrei. Man entkommt der Saisonfalle und bietet ganzjährig Programm. Kreiert im Jahresverlauf wechselnde Attraktionen, um Besucher zum Wiederkommen zu animieren. Zeigt ausgefallene Pflanzen. Pflanzt üppig und ungewöhnlich. Hebt auch den besonderen Baumbestand mehr hervor (Arboretum)
Man kümmert sich um das Wohl der jüngsten Gäste, stellt einen interessanteren, neuen, zusätzlich mit Wasser gestalteten Spielbereich zur Verfügung. Denkt sogar an das Vermieten von Handtüchern. Man sorgt für das leibliche Wohl. Baut nicht nur ein Restaurant, sondern bietet an verschiedenen Punkten quer über die Insel verteilt ein gastronomisches Angebot. Informationen zu Veranstaltungen, Pflanzen, Rundgängen, Geschichte etc. werden leichter zugänglich gemacht.
Man erhöht die Zahl der Anlegeplätze (inzwischen mind. fünf!), welche von den Fährschiffen genutzt werden, die die (begehrten) Touristen befördern. Mehr Schiffe, mehr Gäste … Gerade erst wurde im Bereich der Schiffsanlegestelle ein weiterer, sehr großer, modern erscheinender Gastronomiebereich erstellt.

Blumeninsel Mainau - Die Zahl der Anlegestellen hat im Laufe der Jahre mächtig zugenommen ...

Blumeninsel Mainau – Die Zahl der Anlegestellen hat im Laufe der Jahre mächtig zugenommen …

Was zusätzlich ein sehr einträgliches Geschäft ist und Geld in die Kassen schwemmt, ist der Souvenirverkauf. Folglich wird der Bau von Läden intensiviert. Die Shops werden strategisch geschickt platziert, nämlich so,  dass keiner so einfach daran vorbeikommt.
Was schließlich auch immer hervorragend läuft, sind Tiere. Bauernhoftiere machen sich gut und ziehen an.
Waren kalte Jahreszeit, Vegetationspause oder einfach schlechtes Wetter bisher das Problem und ließen Besucher fortbleiben, werden nun Attraktionen entwickelt, die vom Wetter unabhängig machen. Ein riesiges Schmetterlingshaus unter Glas lädt ein, mit je nach Saison bis zu 1000 Schmetterlingen!

Blumeninsel Mainau - Schmetterlingshaus - Tropische Tagfalter

Blumeninsel Mainau – Schmetterlingshaus – Tropische Tagfalter

Blumeninsel Mainau - Im Schmetterlingshaus ...

Blumeninsel Mainau – Im Schmetterlingshaus …

Blumeninsel Mainau - Schmetterlingshaus

Blumeninsel Mainau – Schmetterlingshaus

Blumeninsel Mainau - Schmetterlingshaus - ... an der Tränke

Blumeninsel Mainau – Schmetterlingshaus – … an der Tränke

Ich betone, die Mainau dient nur als Beispiel für etwas, was in dieser Form überall auftritt, wo geballt vermarktet wird, wo etwas Attraktivität erlangen bzw. behalten soll und es darum geht Besucher anzulocken, weil das Projekt – was immer es auch sei – sonst nicht tragbar wäre.
Die Ideen sind gut, die einzelnen Angebote gelungen, das Ziel scheint somit erreicht – doch alles zusammen erzeugt gleichzeitig leider auch etwas Unerwünschtes:
Massenandrang und Massenabfertigung mit all seinen negativen Nebenerscheinungen, und zusätzlich entfernt man sich mit der Zeit immer mehr vom ursprünglich Existierenden!
Manchmal auch von dem, was es einst ausmachte …
Ganz hart ausgedrückt, setzt die Entwicklung zudem eine Spirale der Eskalation in Gang mit Folgen, die so keiner möchte. Je mehr Leute tatsächlich wie gewünscht reagieren, d. h. anbeißen und hinströmen, umso mehr wird notgedrungen wieder angepasst respektive verändert. Um so in der Position zu sein, noch mehr Menschen aufzunehmen, sie abzufertigen und durchzuschleusen. Um erneut zusätzliche Eintrittsgelder zur Deckung der ein weiteres Mal gestiegenen Aufwendungen einzustreichen …

Blumeninsel Mainau - Brunnenarena

Blumeninsel Mainau – Brunnenarena

Blumeninsel Mainau - An der Brunnenarena - Dahlien, Hochstammrosen, ergänzt durch Stauden und Sommerblumen ...

Blumeninsel Mainau – An der Brunnenarena – Dahlien, Hochstammrosen, ergänzt durch Stauden und Sommerblumen …

Blumeninsel Mainau - Üppige Blütenpracht - Engelstrompete (Brugmansia)

Blumeninsel Mainau – Üppige Blütenpracht – Engelstrompete (Brugmansia)

Weitere Fähranlandungen oder Busladungen von Besuchern erfordern natürlich weitere Gastronomie, sanitäre Anlagen, zusätzliche Souvenirstände, noch mehr und immer buntere Beete, weitere Pflanzenarten, noch häufiger wechselndes Angebot, ständig neue Pläne und Ideen. Auf Seiten der Gäste steigt nämlich mittlerweile die Erwartungshaltung.
Und immer noch mehr … mehr … mehr.
Weiterer Kostenanstieg – denn der Erhalt und Unterhalt alles Neuen kommt hinzu. Die logische Konsequenz: Der Eintritt wird weiter erhöht. Gelegentlich werden in dem Zuge auch gleich bisher beibehaltene Vergünstigungen abgeschafft. Die Stimmung kann jetzt leicht kippen. Die Insel wird nicht größer, nur voller. Die Gärten werden nicht schöner, nur gefühlt bombastischer, erschlagender.
Gut so? – Okay? – Oder keine schöne Entwicklung?
Nur was wäre jetzt die Alternative?

Blumeninsel Mainau - Bitterorange  (Poncirus trifoliata)

Blumeninsel Mainau – Bitterorange (Poncirus trifoliata)

Zurückdrehen geht nicht mehr. Ein simpler Garten allein ist heute zu altbacken und uninteressant, bzw. wäre lediglich einer unter vielen. Kein Touristenmagnet. Er würde tatsächlich nur die reinen Gartenfreunde, die Pflanzenliebhaber und -kenner entzücken. Damit ließen sich nicht die Massen anlocken, und selbst die Liebhaber würden nicht fortwährend Wiederholungsbesuche einplanen, wenn sich tatsächlich nie etwas veränderte oder für Überraschungen sorgte.
Man kann also weder zurück, noch lässt sich einfach Stillstand bewahren. Nichts zu unternehmen bedeutete, keine Neugier mehr zu wecken, den (selbst anerzogenen) Besuchererwartungen nicht mehr zu genügen und in vermutlich kürzester Zeit an Anziehungskraft zu verlieren.
Dem Nichtstun folgte das Einfahren von Verlusten,  der Garten in der bestehenden Form könnte nicht erhalten werden. Er würde allmählich verkommen. Die Blumeninsel langsam aber sicher in Vergessenheit geraten …

Die Mainau hat sich verändert. Teilweise wohl zu ihrem Vorteil (vielseitiger, profitabler), teilweise eindeutig auch zum Nachteil. Die Begleitumstände sind es, die zu denken geben.
Es finden sich immer noch viele wunderschöne Stellen auf der Insel. Das sind für mich die weniger grellen, die ungekünstelten, an denen gar nicht versucht wurde, auf kleinstem Raum unheimlich viel Verschiedenes zusammenzupferchen.  Das ist dort, wo einen die Masse nicht erschlägt. Es gibt reizvolle Ideen wie die saisonalen Gärten, wo sich der Andrang in Grenzen hält. Anziehend ist mit Sicherheit das Schmetterlingshaus – würde man sich dort nur nicht wie eine Sardine in der Büchse fühlen.

Tropischer Tagfalter - Insel Mainau - Schmetterlingshaus

Tropischer Tagfalter – Insel Mainau – Schmetterlingshaus

Blumeninsel Mainau - Saisonale Gärten: "Welten"

Blumeninsel Mainau – Saisonale Gärten: „Welten“

Blumeninsel Mainau - Schön ist's, wenn die Wege am Wasser verlaufen und dazu noch südländisches Flair aufkommt ...

Blumeninsel Mainau – Schön ist’s, wenn die Wege am Wasser verlaufen und dazu noch südländisches Flair aufkommt …

Blumeninsel Mainau - Rankpflanzen mit tollen Blüten von Juli bis Herbst_ Die Sternwinde (Ipomea quamoclit)

Blumeninsel Mainau – Rankpflanzen mit tollen Blüten von Juli bis Herbst:  Die Sternwinde (Ipomea quamoclit)

Blumeninsel Mainau - Fleischfresser ...

Blumeninsel Mainau – Fleischfresser …

Ich wäre insgesamt mit wesentlich weniger zufrieden. Für mich müsste es tatsächlich nicht immer mehr, immer bunter, immer aufwändiger, immer anders, ständig neu sein.
Mich faszinieren Farbharmonien, Natürlichkeit und z. B. auch wesentlich mehr der Moment, in dem ich eine kleine Eidechse auf einem Stein entdecke …

Blumeninsel Mainau - Ein ganz kleiner ...

Blumeninsel Mainau – Ein ganz kleiner …

Blumeninsel Mainau -  ... wendet gerade

Blumeninsel Mainau – … wendet gerade

… oder Enten am Ufer bei ihren Dehnübungen beobachten kann. (Und mir überlege, ob ich das mit dem Bein wegstrecken auch hinbekommen würde.)

Blumeninsel Mainau -  ... hier betreiben auch die Enten ihre Dehnungsübungen

Blumeninsel Mainau – … hier betreiben auch die Enten ihre Dehnübungen

Trotz gemischter Gefühle würde ich gern wieder dorthin. Dem ganzen noch einmal eine Chance geben. Denn mit einem kann die Mainau immer punkten –  daran wird sich glücklicherweise nichts ändern: Sie hat diese traumhafte Lage im milden, so pflanzenfreundlichen Seeklima und den wirklich atemberaubenden Ausblick von der Anhöhe oben in Schlossnähe hinunter auf den Bodensee und Richtung Alpen.

Blumeninsel Mainau - Zimmer mit Aussicht ...

Blumeninsel Mainau – Zimmer mit Aussicht …

Blumeninsel Mainau - Staudenbeete

Blumeninsel Mainau – höher gelegene Staudenbeete an den Treppen nahe des Schlosses

Als ich die Mainau am frühen Nachmittag verließ – mit dem Gefühl, es sei bereits mehr als gut gefüllt!  – strömten gerade neue Menschenmassen aus Bussen und PKW über die Fußgängerbrücke zur Insel.
Wirkliche Massen! Die Tageshauptbesuchszeit hatte eingesetzt.
Summend entfernte ich mich …

Eine Insel mit viel Blumen und mit Menschen dicht an dicht
Mit Gedränge und Anstehen und nicht immer freier Sicht
Nun wie mag die Insel heißen, hin und wieder herrscht Radau
trotzdem sollte jeder reisen auf die herrliche Mainau …

Vielleicht sind Andrang und Lärm Anfang Mai oder im Spätherbst nicht ganz so groß … Einen Versuch wäre es wert.

©Oktober 2014 by Michèle Legrand
Michèle Legrand - freie Autorin - ©Fotograf Andreas Grav

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Zwischendurch: Rochus auf Hauke D. Gaum!

Sie kennen Hauke vermutlich nicht, was nicht weiter schlimm ist. Ich hätte auch lieber darauf verzichtet. Wobei ich zugeben muss, echten direkten Kontakt – hautnah und so Auge in Auge – hatten wir bisher gar nicht. Allerdings habe ich einen seiner Sorte vor einigen Jahren als Leiche angetroffen. Morgens lag er reglos ausgestreckt mitten auf dem Rasen.
Es war echt schade um ihn! Er war eine richtige Schönheit!
Glänzende Haare, große Hände, dabei jedoch feingliedrig. Eine dunkle Erscheinung. Sehr apart. Doch er war hin. Kein äußerlich erkennbares Zeichen von Verletzung, nur eben tot.
Man hat ihn damals im Morgengrauen weggeschafft.

Und nun kommt wieder einer – lebendig diesmal – und benimmt sich dermaßen daneben! Da ich jetzt weiß, wie wundervoll er sehr wahrscheinlich ist, wie traumhaft vermutlich auch er aussieht, fällt es mir schwer, etwas zu unternehmen. Darum – und weil er sowieso zu der Sorte gehört, der man nicht ungestraft an die Wäsche gehen darf! Deshalb halte ich mich zurück.

Letztes Jahr, mitten im Sommer, erschien er erstmals, dieser weitere Typ. Betrat das Grundstück! Mehrfach. Nie an der gleichen Stelle. Immer woanders. Anfangs tauchte er mit Unterbrechungen auf, nur alle paar Tage.
Reine Taktik!
Ich sollte mich an ihn gewöhnen. Nach dieser „Karenzzeit“ folgte die ständige Anwesenheit, und sein Bewegungsdrang nahm rapide zu. Er fühlte sich wie zu Hause und fand es völlig normal, ungefragt Umgestaltungen vorzunehmen. Sein Sinn für Ästhetik im Garten war ein anderer als meiner, nur er hegte vermutlich auch andere Absichten oder machte es aus einer anderen Motivation heraus. Ihn trieben Hunger, Gier, vielleicht auch Lust.
Soll ich Ihnen etwas verraten? Ich habe jetzt die Nase ein bisschen voll!
Verzeihung, wenn ich das so deutlich sage!
Von der Optik, vom desolaten Anblick alleine, rede ich ja gar nicht! Aber die Beete sind allmählich völlig hin, die Büsche kümmern, die Stauden und Zwiebelpflanzen leiden, verenden! Der Rasen ist eine einzige fleckige Stolperpiste. Alles durch bzw. wegen ihm! Dieser finsteren Gestalt!
Ich kann keine neuen Maulwurfshügel mehr sehen!
Besitzt der Kerl kürzlich die Frechheit und buddelt direkt neben mir im Gras, während ich keine 50 cm weiter in der Rabatte am Stauden retten bin! Wirft einen Haufen genau an der Stelle auf, an der ich kurz zuvor erst einen seiner Mount Everests eingeebnet hatte. Schaufelt der doch schon wieder mit Leidenschaft seine Gänge blitzblank! Wie in Ekstase! Ein wachsender Berg, Erdkügelchenm die förmlich auseinanderstoben.
Das ist doch fast schon Schikane!
Bitte? Von wem ich …? Wer Hauke ist?
Na, er! Dieser anhängliche Dauergast! Der Maulwurf!
Er hat einen Namen bekommen, weil ich dann besser über ihn fluchen kann. Das klingt persönlicher. Und ich bin echt sauer, weil er mit Sicherheit nach einem ersten, kaum merklichen Naserümpfen nur darüber grinst, wenn ich – als letzte erlaubte Möglichkeit – hoffnungsvoll komisch getränkte kleine Stäbchen im Boden versenke.
Solche, die vertreiben sollen!
Was tut er? Er lässt einen Miniabstand – anstandshalber – und setzt den nächsten Haufen eben knapp daneben. Wollen wir wetten? Hauke wälzt sich bestimmt gerade japsend vor Lachen in einem seiner Tunnel …

Ich habe mich natürlich bezüglich Vertreibungsmöglichkeiten informiert und auch mit Gärtnern gesprochen. Teure Geräte, die Ultraschallgeräusche produzieren, Stinkmittel (Benzin, Petroleum, Hering, Thujazweige, Knoblauch etc.), Metallstangen in der Erde, die resolut angeschlagen werden, hier und da ein in den Tunnel gepiekstes Windrädchen, geschickt platzierte Flaschen mit entferntem Boden und aus dem Gang herausschauendem Flaschenhals, unerlaubtes, in die unterirdischen Wege gepustetes Gas aus Patronen …
Obwohl man vom feinen Gehör der Erdbuddler und von ihrem guten Geruchssinn weiß – mir wurde versichert, nicht eine dieser Maßnahmen hat je wirklich und länger als ein paar Tage geholfen!
Man riet mir, stattdessen die Wühlzeiten abzupassen und wenn ein neuer Hügel entsteht, mit dem Spaten danebenzustehen … Tja, stehen kann ich. Das Weitere dann allerdings nicht.

Ich stattdessen habe nun die Hoffnung (bin halt anders gestrickt), dass meine Appelle an ihn inklusive namentlicher Anrede dringlicher wirken. Ihm zu Herzen gehen. Direkte, zielgerichtete Ansprache ist sowieso wichtig!
Woher soll er sonst wissen, was mich stört und dass er gemeint ist?
Wenn Sie im Büro genervt nur so allgemein lospoltern: „Was ist denn das hier für ein Saustall! Und wie das wieder riecht …!“, fühlt sich doch keiner angesprochen. Da ändert sich gar nichts!
Wenn Sie allerdings namentlich aktiv werden, bekommt das gleich ein anderes Gewicht!
„Herr Bergmann, nehmen Sie die gammeligen Apfelsinenschalen vom Schreibtisch und hören Sie gefälligst auf, meinen Radiergummi anzukokeln!“ Zack! Betretener Blick … Einsammeln des Biomülls, Löschen der Flamme.
Und so ähnlich mache ich das jetzt mit Hauke.
Hauke D. Gaum, dein unverschämt gutes Aussehen nützt dir gar nichts! Verschwinde! Aber zackig! Mach doch zur Abwechslung mal die Leute in den Nachbarstraßen mit deinen Haufen glücklich – oder zieh gleich in einen anderen Stadtteil!“
Mensch Hauke, du alter Haufenkenner, dreister Gartenumgraber, du …! Ich habe einen tierischen Rochus auf dich!

Ach, ja! Mit Sicherheit werde ich noch den großen Spaten in der Hütte erwähnen.  Er weiß ja nicht, dass es bloß ein Bluff ist …

©Juni 2014 by Michèle Legrand
Michèle Legrand - Blog Michèle. Gedanken(sprünge) Foto: Andreas Grav

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Anziehend, ausziehend, abziehend …

Er blühte auf, sie pellte sich und manche wurden begehrt. Oder: Das Ding hat seine Tücken!
Hätte man ebenso gut als Titel nehmen können.
Sie landen auch auf Knoblauch. Ich will noch nicht sterben. Der mit dem Monogramm …
Auch das hätte man alles sagen können. Doch ehrlich, eine Überschrift reicht.
Oder warten Sie!
Im Grunde hätte es auch Simsalabim sein können! Oder Bosowan Zwei.
Ach, Titel sind Schall und Rauch. Auch Texttitel. Wählen Sie doch einfach, wonach Ihnen der Sinn steht.

„Ich habe Durst!“
„Es gibt gleich was.“
„Ich habe aber jetzt schon Durst!“
„Felix, der Opa hat deinen Becher im Rucksack verstaut. Wir machen nur das Fahrrad fest, dann holen wir dein Getränk heraus.“
„Und wenn ich bis dahin sterbe?“
„Vor Durst?“
„Ja, es ist so heiß!“

Recht hat der Knabe. Hochsommerlich ist es zu diesem Zeitpunkt. Man stirbt nicht gleich bei kurzzeitiger Unterbrechung der Flüssigkeitszufuhr, doch der Mund ist trocken, die bei Bewegung selbst produzierte Flüssigkeit hingegen klebt großflächig auf der Haut.
Die Großeltern mit dem vier Jahre alten Enkel haben das gleiche Ziel wie ich: Sie unterbrechen ihren Fahrradausflug am Botanischen Sondergarten in Wandsbek.

Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg) im Mai

Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg) im Mai

Sein Rad kann man auf das umzäunte, 1,5 ha große Areal mitnehmen, man muss es nur schieben. Einfacher ist es, es gleich beim Betreten am Zaun abzustellen. So große Strecken sind im Garten selbst nicht zurückzulegen, das Tempo bleibt gemäßigt, doch wer trotz allem zwischendurch schlapp machen sollte, kann sich auf bereitstehenden Holzstühlen, auf Bänken oder einfach auf dem Rasen niederlassen.
Viele haben sich genau dazu entschlossen an so einem schönen Tag, sitzen – der direkten Sonne etwas entwischt – im Halbschatten von Gehölzen oder ungeschützt dicht am Teichbecken – einfach weil dort der Anblick von Wasser erfrischend wirkt. Sie lesen, lernen, dösen, picknicken, unterhalten sich. Freunde, Familien, Liebespärchen, eine kleine Gruppe von Radlern, Pflanzenliebhaber, Ruheschätzer.
Denn dieser Botanische Garten liegt zwar mitten in der Stadt, ist jedoch so weit von der nächsten Hauptstraße entfernt und zudem durch so viele Bäume abgeschirmt, dass der Lärm nicht mehr wahrgenommen wird. Wenn hier jemand Lärm macht, dann sind es die zahlreichen Vögel, die voller Inbrunst zwitschern. Ab und zu erspäht man in einem Gehölz einen von ihnen, doch meist dringen nur diverse Arien durch das inzwischen dichte Laub.

Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg) - Gern besucht ...

Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg) – Gern besucht …

Mittlerweile hat Felix mit seinen Großeltern eine Bank erreicht. Er lebt glücklicherweise weiterhin, hechelt lediglich wie ein junger Hund. Der Becher wird aus dem Rucksack gehangelt und damit beginnt das Problem. Er (der Becher) bockt offenbar widerspenstig. Jedenfalls müht sich der Großvater damit ziemlich ab. Es ist einer dieser höheren, verschraubbaren Thermosbehälter, die aus irgendwie ziemlich vielen Einzelteilen bestehen. Dem Unterteil mit Inhalt, einem abdichtenden Deckel, einer Kappe, die gleichzeitig als Trinkbecher fungiert, einem Zwischenring und falls man das Zusammenbauen nicht richtig macht,  scheint so ein Becher in noch wesentlich mehr Einzelteile zu zerfallen. Felix’ Opa erfährt gerade dieses Wunder der Teilevermehrung. Die Hände vermehren sich nicht dementsprechend mit, und so siegt die Schwerkraft. Zwei Teile gehen zu Boden, unter ihnen die Trinkkappe. Der rüstige Becherexperte reicht dem Jungen schließlich einfach nur das Unterteil mit dem Inhalt, während er die Reste wieder einsammelt.
„Opa, da gibt es doch einen Becher!“
„Jung, der ist runtergefallen, trink das mal so.“
„Oma, man trinkt doch nicht so aus der Flasche, oder?“
„Heute ausnahmsweise, pass auf, dass du dich nicht bekleckerst. Der Saft färbt.“
Felix bekommt es bildschön hin und wünscht, dass sein Becher nun wieder korrekt zusammengebaut wird.
„Hier, Opa, du musst das jetzt wieder zuschrauben.“
Eine einfache Anordnung? Es wird kompliziert. In welcher Reihenfolge kommt jetzt was? Beim Zuschrauben verkantet sich der Verschluss im Gewinde. Ein Teil ist zudem übrig. Es wird neu verschraubt, diesmal gerade. Nur wieder bleibt etwas übrig. Dieser Ring …
„Opa, ist das jetzt zu?“
„Ja.“
Felix gehört zu der Sorte Jungen, die nach dem Grundsatz leben: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Er nimmt seinen Thermosbecher und dreht ihn auf den Kopf. Es tropft. Der Blick Richtung Großvater ist anklagend.
Oma meint, das überzählige Teil spiele wohl doch eine Rolle. Alles wird erneut auseinandergenommen. Der nächste Verschließversuch bringt trotz inzwischen aufgesetzter Brille kein wesentlich anderes Resultat. Es leckt weiterhin. Großvater schaut grimmig, und weitere Kritik wäre jetzt fehl am Platz, wäre äußerst unklug.
Seine Frau meint deshalb ermunternd: „Ach, du kriegst das schon noch hin.“
Der Herr mit der grauen Wuschelfrisur macht jedoch keinerlei Anstalten.
Dafür will Felix!
Nur Oma will nicht, dass Felix will. Oma will selbst und Felix heult.
„Hier, schau zu“, erklärt sie seufzend ihrem Enkel. „Ich mache es dir einmal vor, dann kannst du es selbst versuchen.“
Felix schnieft und verkündet beleidigt, dass er so nicht mehr will, aber Opa aufpassen soll, damit er es dann endlich kann. Der runzelt die Stirn.
Die Demonstration beginnt. Oma schraubt, verbindet und macht vor dem letzten Teil eine kurze Kunstpause. Sie schaut verschwörerisch und murmelt:
„Simsalabim …!“
Fertig! Der Becher ist zu, hält dicht – und bei ihr bleibt nichts übrig beim Zusammenbau!
Felix bewundert sie sehr, erinnert seinen Großvater, dass nun er dran sei, und ehe die Stimmung kippt und die Heulerei wieder losgeht, macht dieser, wie ihm geheißen. Der Anfang klappt ganz passabel, doch mittendrin stockt er, wieder droht das bewusste Teil übrigzubleiben … Wo kam es bloß hin?
„Simsalabim …!“, raunt der Kleine und malt mit den Händen kreisförmige Figuren in die Luft.
Wer sagt’s denn! Opa weiß plötzlich, wo der Fehler ist, schraubt und strahlt. Er hat es geschafft!
Während die drei nun pausieren, schauen Sie und ich uns ein wenig im Garten um.

Wandselauf in Höhe des Botanischen Sondergartens (Wandsbek), Hamburg

Wandselauf in Höhe des Botanischen Sondergartens (Wandsbek), Hamburg

Nebenan läuft direkt an einem Bachlauf (Wandse) ein Wander- und Radweg, aus der City kommend und noch weit aus ihr hinausführend. Der Botanische Sondergarten ist ein anziehendes Ziel oder auch eine interessante und entspannende Unterbrechung, denn hier finden Sie ein idyllisches, hübsch angelegtes Fleckchen, eine Oase, die Ihnen im Verlauf des Jahres durch vielfältige Staudenbepflanzung, viele Zwiebelgewächse, farbenfrohe Sommerblumen und unterschiedlichste Gehölze sehr abwechslungsreiche Blüherlebnisse und Ansichten verschafft und obendrein mit zahlreichen besonderen, teilweise exotischen Pflanzen aufwarten kann.
Trotz allem wirkt die Park- bzw. Gartenanlage in vielen Teilen sehr natürlich, denn man hat z. B. den Rasen nicht überall akkurat gemäht, sondern lässt an einzelnen Stellen Wiesenstücke mit herrlichen Wildpflanzen stehen.

Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg) - Ein Teil des Grüns ist Rasen, ein Teil darf Wiese bleiben ...

Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg) – Ein Teil des Grüns ist Rasen, ein Teil darf Wiese bleiben …

Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg) - Wiese erlaubt ...

Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg) – Wiese erlaubt …

Gut, manche würden Sie vielleicht auch als Unkraut bezeichnen. Doch das ist eine Frage des Empfindens und der Definition. Es gibt wunderschöne Unkräuter, und vor allem sind sie hochbegehrt bei den Insekten und Schmetterlingen. Es brummt und flattert dort ständig und sobald Sie näher an die Blüten vieler Stauden herantreten, sehen Sie es dort ebenfalls wild herumwuseln.

Höchst anziehend!

Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg) -  Bepflanzung mit Stauden, Zwiebelblühern und Gräsern ...

Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg) – Bepflanzung mit Stauden, Zwiebelblühern und Gräsern …

Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg) - Teppich-Wiesenknöterich (Bistorta affinis 'Superbum')

Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg) – Teppich-Wiesenknöterich (Bistorta affinis ‚Superbum‘)

Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg) -  Schnittknoblauch (Allium tuberosum)

Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg) – Schnittknoblauch (Allium tuberosum)

Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg) -  Im Mai: Ein blaues Meer aus Akelei-Blüten  .

Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg) – Im Mai: Ein blaues Meer aus Akelei-Blüten

Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg) -  Bizarr und schön ... sieht aus wie die abgeblühten Blütenstände der Küchenschelle.

Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg) – Bizarr und schön … sieht aus wie die abgeblühten Blütenstände der Küchenschelle.

Schauen Sie bitte einmal hier! Ein ausgefallener Baum, der mich unweigerlich daran denken lässt, was passiert, wenn man bei diesem 28°-Grad-Sommer-Wetter seine Haut lange der Sonne und der intensiven  UV-Strahlung aussetzt: Sonnenbrand, abgestorbene Hautfetzen, abblätternde Haut.

Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg) - Kupferbirke (Betula albosinensis) mit abblätternder Borke

Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg) – Kupferbirke (Betula albosinensis) mit abblätternder Borke

Ausziehend!

Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg) -  Sie pellt sich ... die Borke der Kupferbirke (Betula albosinensis) blättert ab.

Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg) – Sie pellt sich … die Borke der Kupferbirke (Betula albosinensis) blättert ab.

Bei dieser besonderen Birke, der Betula albosinensis (vielen Dank an Helge Masch vom Sondergarten für die Information bezüglich des Namens), gibt es auch ein „Abpellen“, allerdings nicht sonnenbedingt oder sonnenabhängig. Es ist die älteste Borkenschicht, die bei diesem Baum die Eigenart hat, abzublättern. Am recht glattrindigen Stamm, der eine sehr ungewöhnliche Färbung, ein Farbspiel in unterschiedlichen Brauntönen (und das bei einer Birke!) zeigt, aber auch weiter oben in seinen Verästelungen. Dort, wo es sich pellt, ist die darunter liegende Rinde heller. Hauptsächlich so entstehen die Farbunterschiede. Einen schönen Kontrast dazu bildet das frischgrüne Laub samt den zur Zeit herabhängenden Kätzchen.
Als deutscher Name ist der Begriff Kupferbirke gebräuchlich, und tatsächlich erinnert die leicht glänzende Farbe des Stammes genau an das warme, changierende Braun dieses Metalls.

Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg) - Das Farbenspiel am Stamm der Kupferbirke (Betula albosinensis) ...

Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg) – Das Farbenspiel am Stamm der Kupferbirke (Betula albosinensis) …

Generell sollte man im eigenen Garten bei der Auswahl von Pflanzen sein Augenmerk ebenfalls auf Rinden (Borken) und Astformen richten, nicht nur auf Laub, Blüten oder Herbstfärbung. Was im Winter bleibt und sichtbar ist, sind Äste und die Rinde. Und wenn die kahlen Zweige im Schnee rot oder gelb leuchten (Hartriegel) oder außergewöhnliche Wuchsformen (die gedrehten Äste der Korkenzieherhasel, der Spindelstrauch mit seinen Korkleisten etc.) haben, reizt der Anblick – genauso wie der einer stark zerklüfteten Borke oder eben der eines Gehölz, das sich sogar „auszieht“.

Ich werfe nur eben schnell einen Blick hinüber zu Felix. Ah ja, man bestaunt Insekten …

Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg) -  Die Blüten des Zierlauchs (Allium Early Emperor) werden gern von Insekten besucht ...

Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg) – Die Blüten des Zierlauchs (Allium Early Emperor) werden gern von Insekten besucht …

Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg) -  Und diese Blätter und Blüten (Kätzchen) gehören zu einer Bitteren Hickorynuss (Cayra cordiformis aus Kanada)

Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg) – Und diese Blätter und Blüten (Kätzchen) gehören zu einer Bitteren Hickorynuss (Cayra cordiformis aus Kanada). Auch bei ihr lösen sich (kleinere) Schuppen von der Borke. Sind Sie zufällig Bogenschütze? Ihr Holz wird u. a. auch für den Bogenbau verwendet!

Besondere Attraktionen gibt es im Sondergarten immer wieder. Kürzlich war es die Blüte des großen Taschentuchbaums. Sie erinnern sich an den „Tatuba“ aus einem der vorherigen Blogposts?
Doch stellen Sie sich vor, hier gibt es auch Palmen! Obwohl in diesen Breitengraden und speziell im norddeutschen Flachland eher selten und unerwartet, sind z. B. chinesische Hanfpalmen (Fächerpalmen) recht robust und vermögen durchaus dem Frost bis zu einem gewissen Grad zu trotzen. Sie sind obendrein nicht nur frost- sondern auch nässetolerant. Wird es richtig frisch, mit Temperaturen von unter minus zehn Grad, haben sie mit einem zusätzlichen Schutz trotzdem reelle Chancen, den Winter schadlos zu überstehen und sich zu entwickeln. Wer sie im Kübel hält und in einem recht kühlen, aber frostfreien Raum überwintern kann, muss sich natürlich weniger sorgen.
Im Botanischen Sondergarten steht u. a. eine solche Hanfpalme (Trachycarpus fortunei), die nicht nur sehr schöne Palmenwedel besitzt, sondern in diesem Jahr spontan beschlossen hat, Blütenstände auszubilden. Etwas, was man in unseren Breiten nicht alle Tage zu sehen bekommt.
Wir machen es jetzt einfach so, wie Felix und seine Großmutter es vorhin taten. Ich zeige Ihnen zwei Fotos …

Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg) - Chinesische Hanfpalme bzw. Fächerpalme (Trachycarpus fortunei) bildet Blütenstände aus

Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg) – Chinesische Hanfpalme bzw. Fächerpalme (Trachycarpus fortunei) bildet Blütenstände aus

Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg) - Chinesische Hanfpalme bzw. Fächerpalme (Trachycarpus fortunei) mit gleich mehreren Blütenständen

Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg) – Chinesische Hanfpalme bzw. Fächerpalme (Trachycarpus fortunei) mit gleich mehreren Blütenständen

… und nun sagen Sie „Simsalabim“. Na, nun kommen Sie schon, zieren Sie sich nicht so!
Simsalabim!“
Na, bitte, klappt doch! Und schon hat sich die Blüte rasant weiterentwickelt!

Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg) - Chinesische Hanfpalme bzw. Fächerpalme (Trachycarpus fortunei) bildet Blütenstände aus - Der Fortschritt nach zwei Wochen ...

Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg) – Chinesische Hanfpalme bzw. Fächerpalme (Trachycarpus fortunei) bildet Blütenstände aus – Der Fortschritt nach zwei Wochen …

Wie Sie bei unserer Zauberspruchanwendung gesehen haben, wächst die Wahrscheinlichkeit von schnellen Fortschritten, wenn man zweimal im Park ist und von beiden Besuchen Fotos mitbringt. ^^
Auch die kleine, im Kübel gezogene Europäische Zwergpalme (Chamaerops humilis), hält mit: Blütenstände auch bei ihr.

Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg) - Europäische Zwergpalme (Chamaerops humilis) - ebenfalls mit Blütenstand!

Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg) – Europäische Zwergpalme (Chamaerops humilis) – ebenfalls mit Blütenstand!

 

Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg) - Am Teichbecken, zwei Wochen zuvor (03.05.2014), als die Tulpen noch blühten

Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg) – Am Teichbecken, zwei Wochen zuvor (03.05.2014), als die Tulpen noch blühten

Auf einer Bank liegt eine junge Frau auf dem Rücken lang ausgestreckt in der Sonne und telefoniert. Beim Vorbeigehen hört man mehrfach ein leicht verlegenes: „Nein … Ach, du!“ gefolgt von Gelächter.
Auch Felix lacht. Allerdings über die Hosenbeinhochkrempelversuche seines Opas. Vielleicht sind es auch nicht die Versuche, sondern es ist eher der unverhoffte Anblick von hautmäßig sehr blassen, dafür aber enorm dunkel behaarten Beinen.
Fragen Sie sich auch manchmal, warum dunkle Kopfhaare grau werden, Barthaare irgendwann auch, aber die Haare an den Beinen kohlrabenschwarz bleiben? Ulkig, oder? Wäre es andersherum, würde einem keiner glauben, dass man die Kopfhaare nicht dunkel nachgefärbt hat.

Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg) -  An allen Ecken blüht es bereits ...

Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg) – An allen Ecken blüht es bereits …

Es sieht so aus, als würden die Großeltern mit dem Jüngsten wieder aufbrechen. Vermutlich kommt nach dem Durst jetzt langsam der Hunger, und alles hat man ja nicht immer dabei. Jedenfalls nicht ausreichend. Proviant unterwegs geht immer wesentlich flotter weg als das Essen am Tisch daheim. Kaum sind Sie aufgebrochen, meint der erste Mitreisende, er bräuchte dringend Verpflegung.
Sie und ich sind zwar nicht am verhungern, aber so langsam sollten wir auch mal wieder … Oh, wer sitzt denn dort?

Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg) - Ein weiterer Gast des Gartens. Und wer genau hinschaut, weiß auch, an welcher Stelle sich die Katze aufhält. Unter dem Taschentuchbaum. Einige verräterisch herumliegende "Tücher" lassen den Schluss zu ...

Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg) – Ein weiterer Gast des Gartens. Und wer genau hinschaut, weiß auch, an welcher Stelle sich die Katze aufhält. Unter dem Taschentuchbaum. Einige verräterisch herumliegende „Tücher“ lassen den Schluss zu …

Abziehend!

Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg) - ... sie fühlte sich wohl beobachtet.

Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg) – … sie fühlte sich wohl beobachtet.

Wie hat es Ihnen im Botanischen Sondergarten gefallen? Ein Besuch lohnt sich, oder? Wenn Sie in Hamburg oder Umgebung leben, schauen Sie doch selbst einmal vorbei. Kombinieren Sie es mit einem Spaziergang, denn der Wanderweg sowie der nahegelegene Eichtalpark bieten sich dafür wirklich an.

Viburnum Opulus direkt beim Botanischen Sondergarten Wandsbek neben einem Teich ... und wer ist da?

Viburnum Opulus direkt beim Botanischen Sondergarten Wandsbek neben einem Teich …

Direkt am Gartenausgang zum Wandse-Wanderweg, befindet sich eine Wegabzweigung mit einer kleinen Brücke. Links und rechts von ihr liegen ganz idyllisch Teiche. Hier wächst u. a. ein Gehölz namens Viburnum opulus, ein Vertreter der zahlreichen Schneeballsorten. Er trägt zurzeit cremefarbene Blüten, gleichzeitig aber auch dunkle, rötliche bis fast schwarze Früchte. Schon mit dem Fahrrad am anfahren, schaut man da natürlich doch genauer hin. Und wen erspähe ich so glücklicherweise gerade noch aus dem Augenwinkel?

C-Falter auf einem Viburnum opulus

C-Falter auf einem Viburnum opulus

Es ist ein C-Falter (an der Unterseite der Flügel erscheint ein kleines helles C, daher der Name), der von diesem sonnigen Plätzchen angelockt wurde. Obwohl einer der gängigen Tagfalter, habe ich ihn in der Stadt vorher noch nie gesehen! Ein sehr schönes Exemplar – und außer an dem C recht gut an seinen sehr „zerklüfteten“ Flügelrändern zu erkennen, bei denen man im ersten Augenblick fast fürchtet, irgendjemand hätte ihn angeknabbert.

So, wir haben viel gesehen! Feierabend für heute.
Simsalabim!
Es ist Wochenende! Genießen Sie es und lassen Sie es sich gut gehen!
Bis zum nächsten Mal!

©Mai 2014 by Michèle Legrand
Michèle Legrand - Michèle. Gedanken(sprünge) @wordpress.com

 

 

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Märzsonnenbäder lassen Eiszapfen ziemlich schnell vergessen …

Hammer Park - Ende Februar -  Erica carnea (Schneeheide) blüht ...

Blühende Schneeheide (Erica carnea) – hier im Hammer Park, Hamburg, Ende Februar

Herrlich dieses Frühlingswetter, oder? Nutzen Sie momentan auch jede Gelegenheit, draußen zu sein? Und wenn es für ein paar Minuten zwischendurch ist?
Morgens täuscht der strahlend blaue Himmel zwar etwas hinterhältig mehr Wärme vor, als wirklich vorhanden ist, doch gegen Mittag verfügt die Sonne tatsächlich über genügend Kraft, um der Menschheit einzuheizen. Derart, dass die ersten Unverwüstlichen bereits im Top und mit nackten Beinen daherkommen. Splitternackte Haut und belüftete Zehen neben in Wollschals eingewickelten Hälsen und stiefelgeschützten Beinen und Füßen. Dick vermummt sind immer jene gut erkennbar, die schon im Dunkeln früh morgens bei 4° C aus dem Haus mussten. Weiterhin jene Skeptiker, die allem, was momentan wettermäßig abgeht, nicht so recht trauen mögen oder auch jene Vorsichtigen unter uns, die generell bis Mitte Mai Daunenmäntel mit Fell eingefasster Kapuze tragen.
Egal, wie das Wetter ist, bevor die Strickjacke eine Chance hat oder gar Haut freigelegt wird, werden konsequent erst die Eisheiligen abgewartet. Vor der Kalten Sophie geht gar nichts. Man könnte sonst Spätfrostschäden erleiden.
Ach, das gilt nur für Pflanzen?

Das Kuriose am (Vor-)Frühling 2014 ist, er ist diesmal Überraschungsgast, extrem früh dran und zwischen Eiszapfenzeit und lauer Frühlingsluft, Fellstiefeln und Sandalen liegen in diesem Jahr obendrein nur gut vier Wochen.
Hier im Norden (im Süden und Westen Deutschlands war es nicht so ausgeprägt) gab es Ende Januar eine Frostperiode mit Temperaturen von -8 bis -10°, doch nur einen Monat später, Ende Februar, stürmte der Frühling förmlich mit kontinuierlich ansteigenden Temperaturen heran.
Seit mittlerweile einer Woche hält es sich so traumhaft schön. Jede freie Minute zieht es einen hinaus und für mich z. B. bedeutete es eine beachtliche Anzahl von Stunden, die ich mit Gartenarbeit verbrachte. Wenn man so lange Zeit frische Frühlingsluft atmet, Sonne tankt, die Hormonproduktion in Schwung kommt etc., dann passiert etwas.
Im Körper. Im Gehirn!
Die Wärme radiert die Vorstellung an Frost aus. Man hält weitere Kälte langsam für unmöglich. Hält es zumindest für höchst unwahrscheinlich, dass der Winter jetzt noch einmal richtig zurückkommt.
Ausgeschlossen! Kann doch auch gar nicht sein! Die Vegetation! Leute, das treibt doch alles aus! Winter passt doch nun wirklich nicht mehr in die Landschaft!
Das menschliche Gedächtnis möchte – wer kann es ihm verübeln – liebend gern vergessen, dass es graues, nasses Wetter und Bibbertemperaturen gibt. Doch sein Besitzer, der Mensch, macht sich – ebenfalls liebend gern – selbst etwas vor.
Haben Sie es auch schon vergessen? Oder erinnern Sie sich noch daran? Wenn Sie während der letzten Tage zum Fenster herausschauten, dürfte es Ihnen schwergefallen sein, die Eisbilder von vor knapp fünf Wochen aufzurufen. Wollen wir kurz einmal das Gedächtnis auffrischen?

Planten un Blomen, Hamburg - Ende Januar - Etwas verfrorene Vögel auf dem Eis des Wallgrabens ...

Planten un Blomen, Hamburg – Ende Januar – Etwas verfrorene Vögel auf dem Eis des Wallgrabens …

Planten un Blomen, Hamburg - Wallgraben an den Mittelmeerterrassen Ende Januar - Eisig ...

Planten un Blomen, Hamburg – Wallgraben an den Mittelmeerterrassen Ende Januar – Eisig …

Zu der Zeit war der Wallgraben in Planten un Blomen leicht überfroren, immerhin doch so dick, dass die Vögel auf dem Eis sitzen konnten. Mir wäre das definitiv zu kalt am Hintern –  und sagen Sie selbst, sie sehen doch irgendwie ziemlich verfröstelt aus.

Planten un Blomen, Hamburg - Ende Januar - Der Wallgraben ist zugefroren ... Die Möwen rasten .

Planten un Blomen, Hamburg – Ende Januar – Der Wallgraben ist zugefroren … Die Möwen rasten .

Die Krähenvögel an Land plusterten sich dick auf und erhofften sich in menschlicher Nähe Nahrungsreste. Brötchenreste, Krümel, Heruntergefallenes …

Planten un Blomen, Hamburg - Ende Januar - Die Krähenvögel wirken verfroren.  Hoffnung auf Nahrung in Menschennähe ...

Planten un Blomen, Hamburg – Ende Januar – Die Krähenvögel wirken verfroren. Hoffnung auf Nahrung in Menschennähe …

Planten un Blomen, Hamburg - Ende Januar - Die zwei haben es sich auf dem Holzzaun gemütlich gemacht. Etwas wärmer als der Steinboden ... (Krähen auf einem Zaun am Tropenschauhaus)

Planten un Blomen, Hamburg – Ende Januar – Die zwei haben es sich auf dem Holzzaun gemütlich gemacht. Etwas wärmer als der Steinboden …

Und wenn Ihnen Ihr eigenes Haupt lieb und teuer war und Sie seine aktuelle Form und Funktionalität hoch schätzten, sollten Sie zur bewussten Zeit den Bereich unmittelbar an den Scheiben des Tropenschauhauses gemieden haben. Ein weiß-rotes Plastikabsperrband hat Ihnen auch mahnend angezeigt, dass Sie lieber etwas Distanz halten sollten. Der Blick nach oben offenbarte warum …

Planten un Blomen, Hamburg - Ende Januar - Eiszapfen am Tropenschauhaus

Planten un Blomen, Hamburg – Ende Januar – Eiszapfen am Tropenschauhaus

Planten un Blomen, Hamburg - Ende Januar - Am Tropenschauhaus brechen Eiszapfen und schwere Eisstücke vom Dach herunter ...

Planten un Blomen, Hamburg – Ende Januar – Am Tropenschauhaus brechen Eiszapfen und schwere Eisstücke vom Dach herunter …

Bei diesen Spießen und Keilen, die sich durchaus lösen und wie ein Fallbeil herunterstürzen, bleibt man automatisch in gebührlichem Abstand.

Planten un Blomen, Hamburg - Ende Januar - Am Tropenschauhaus - Sie sehen schön aus, die Eiszapfen, sind aber nicht ungefährlich ...

Planten un Blomen, Hamburg – Ende Januar – Am Tropenschauhaus – Sie sehen schön aus, die Eiszapfen, sind aber nicht ungefährlich …

Nein, nein, Winter – selbst in seiner schönsten Form –  mit frischem, knirschendem Schnee, kunstvoll geformten Eiskristallen, filigranen, überfrorenen Spinnennetzen etc. mag  an einzelnen Sonnentagen recht nett wirken, Fakt ist aber:
a) Man braucht das nicht ewig.
b) Man friert irgendwann doch.

Planten un Blomen, Hamburg - Ende Januar - Am Tropenschauhaus - Kalt ist es. Schön auf den Holzwegen links bleiben, der Rest sind nur mit einer sehr dünnen Eis- und Schneeschicht überzogene Wasserbecken

Planten un Blomen, Hamburg – Ende Januar — Kalt ist es. Schön auf den Holzwegen links bleiben, der Rest sind nur mit einer sehr dünnen Eis- und Schneeschicht überzogene Wasserbecken

Planten un Blomen, Hamburg - Ende Januar - Gräser zusammengebunden, Wurzelbereich geschützt, eine leichte Schneedecke  .... und FROST!

Planten un Blomen, Hamburg – Ende Januar – Gräser zusammengebunden, Wurzelbereich geschützt, eine leichte Schneedecke …. und FROST!

Als ich Ende Februar wieder im Park weilte (u. a. den Leberwurstbaum (Kigelia africana)  im grünen, warmen Tropenschauhaus anschauen, Sie kennen vielleicht den entsprechenden Blogpost), war es draußen nicht zu übersehen: Der Lenz hatte es auf einmal eilig!

Planten un Blomen, Hamburg - Ende Februar - Nur vier Wochen weiter und man ahnt den Frühling. Kein Eis mehr auf dem Wallgraben dahinter ...

Planten un Blomen, Hamburg – Ende Februar – Nur vier Wochen weiter und man ahnt den Frühling. Kein Eis mehr auf dem Wallgraben dahinter …

Planten un Blomen, Hamburg - Ende Februar - Beim Alpinum zeigen sich auch schon Blüten (Im Hintergrund das Radisson Blu Hotel am Dammtor)

Planten un Blomen, Hamburg – Ende Februar – Beim Alpinum zeigen sich auch schon Blüten (Im Hintergrund das Radisson Blu Hotel am Dammtor)

Planten un Blomen, Hamburg - Ende Februar - Christrosen (Helleborus niger) bahnen sich ihren Weg durchs alte Laub.

Planten un Blomen, Hamburg – Ende Februar – Christrosen (Helleborus niger) bahnen sich ihren Weg durchs alte Laub.

Die ersten Blattknospen öffnete sich und zeigten ihr frisches Grün, die ersten Blüten an Sträuchern reckten sich der Sonne entgegen, die Zwiebelblüher bildeten bunte Teppiche.

Planten un Blomen, Hamburg - Ende Februar - Frostfrei und es blühen Krokusse, Winterlinge, Schneeglöckchen und Märzenbecher

Planten un Blomen, Hamburg – Ende Februar – Frostfrei und es blühen Krokusse, Winterlinge, Schneeglöckchen und Märzenbecher

Am wieder eisfreien Wallgraben jagten die Herren Erpel lautstark quakend die Entendamen. Pflügten energisch durchs Wasser und hatten die Hormone kaum im Griff. Es herrschte Männerüberschuss, entsprechend beherzt waren die Werbeaktionen und entsprechend durchdringend klang es. Eine (Menschen-)Dame, die etwas oberhalb auf einem der weißen Stühle an den Mittelmeerterrassen saß und wohl vergeblich versuchte, lesend ein paar Zeilen in ihrem Buch voranzukommen, bat sich irgendwann genervt Ruhe aus.
„Jetzt ist aber mal gut hier! Sie hat es ja nun gehört, Jungs!“
Mag sein, dass die Entendame die engagierten Herren gehört hatte, sie tat allerdings höchst desinteressiert. Taktik?

Die Amseln sonnten sich am Boden und pickten, was sich so alles zwischen den alten Blättern befand.

Planten un Blomen, Hamburg - Ende Februar - Amsel in der Sonne (auf alten Blättern vor sich einen glänzenden Kronkorken)

Planten un Blomen, Hamburg – Ende Februar – Amsel in der Sonne

Was dieser Amselmann mit dem Kronkorken vorhatte?
Man weiß es nicht …
Blauer Himmel, Sonnenschein. Der Regenschirm hatte ausgedient. Neugierige Tauben checkten die Möglichkeit, ein ausgedientes Exemplar eventuell für den Nestbau zu gebrauchen und gegebenenfalls in Gemeinschaftsarbeit abzuschleppen.
Tauben-WG-tauglich? ^^

Planten un Blomen, Hamburg - Ende Februar - Tauben suchen Nistmaterial ...

Planten un Blomen, Hamburg – Ende Februar – Drei Tauben auf der Suche nach  Nistmaterial … „Kommt, das schauen wir uns mal genauer an …!“

Wissen Sie, was in diesen Tagen noch einmal besonders für einen Winter-Frühling-Kontrast sorgte und den Unterschied warm-kalt sehr deutlich zeigte?
Die Eisbahn in den an Planten un Blomen angrenzenden Wallanlagen!

Planten un Blomen, Hamburg -  Eisbahn in den Wallanlagen  - Ende Februar - In der Sonne bilden sich Pfützen auf der Eisbahn ...

Planten un Blomen, Hamburg – Eisbahn in den Wallanlagen – In der Sonne bilden sich Pfützen auf der Eisbahn …

Anfang März: Dort ist noch richtiges (jaja, natürlich künstlich erzeugtes) Eis! Kein Eisersatz, keine lediglich schlittschuhtauglichen Bodenplatten, welche zwar weiß daherkommen (und ökologisch als empfehlenswert gepriesen werden), aber wie verlegtes Laminat aussehen und so gar kein Eislauf-Feeling vermitteln.
Die echte Eisfläche gibt der unmittelbaren Umgebung weiterhin einen sehr winterlichen Touch. Optisch und akustisch! Man hört das ganz typische Kratzen der Kufen, wenn die Schlittschuhläufer ihre Bahnen ziehen und besonders, wenn die Künstler unter ihnen Pirouetten drehen oder nach einem Sprint abrupt abbremsen. Dann spritzt feiner Eisnebel auf.
Eisige Kulisse, doch die Kleidung ist plötzlich alles andere als winterlich. Sobald momentan die Frühlingssonne scheint, fahren viele im T-Shirt. Wer mehr Kleidung anlässt, friert nicht notgedrungen, sondern möchte für den Fall des Hinplumpsens eine Schutzhülle besitzen.

Planten un Blomen, Hamburg -  Die Eisbahn in den Wallanlagen

Planten un Blomen, Hamburg – Die Eisbahn in den Wallanlagen

Dass die Sonne ein ganz beachtlicher Heizstrahler ist, merkt man auch daran, dass das Eis auf dem Teil der Bahn, der nicht im Schatten liegt, zu tauen beginnt. So viel kann gar nicht hinterhergekühlt werden! Große Pfützen haben sich gebildet und werden mit gebührendem Respekt und geringerem Tempo durchquert. Wer das kennt, fährt momentan sogar mit Regenhose. Ein Ausrutscher ohne diese Vorkehrungen bedeutet sonst: die Büx trieft!  Und wer hat schon jedes Mal Ersatzkleidung mit dabei.

Jetzt, da ich Ihnen davon erzähle, ist allerdings Ende mit dem Eislauf. Die Eisbahn hat für diese Saison ihre Pforten geschlossen. Am 10. März war der letzte Öffnungstag. Nun heißt es wieder warten bis zum November … Oder vielleicht friert es draußen doch noch einmal heftig, sodass natürliche Flächen …
Wie bitte? Sie möchten keine Herumunkerei?
Warten Sie es ab. Das Erdreich riecht noch nicht richtig nach Frühling! Nicht ganz, ich habe im Garten intensiv geschnuppert. Dieser ganz typische, erdige und dabei etwas modrige Geruch, der vermischt mit Wärme und den ersten Düften von Frühlingszwiebelblühern vermengt etwas Unvergleichliches ergibt! Er war noch nicht ganz entstanden, wirkte gebremst. Und wenn man aufs Moos klopft, staubt es bisher nicht genügend.
Fazit: Da kommt noch wieder kühleres Wetter auf uns zu …

Als nervender Frühlingsdableibinfragesteller und alter Spielverderber muss ich Ihnen weiterhin (als anschauliches Beispiel) mitteilen, dass mein Großvater ein Widder-Geborener war, der am 31. März Geburtstag hatte. Wenn er feierte, dann hatten wir temperaturmäßig im Laufe seines Lebens an diesem Datum alles nur erdenklich Mögliche an Witterungs- und Saisonzuständen.
Man saß bei beinahe sommerlichen Temperaturen in Hemdsärmeln, die Balkontür weit auf, man kam in anderen Jahren mühsam bei einsetzendem Glatteis zu ihm oder – wenn er zufällig Ostern Geburtstag hatte – fiel die Eiersuche auch schon mal bedingt durch heftigen Neuschnee völlig aus. Mal waren die Hecken noch komplett kahl, mal grünte es sichtlich. Ein Jahr war vorher durchgehend Frost gewesen, im nächsten kam pünktlich zum Geburtstag Ende März die Wärme und blieb. Doch auf sehr frühe Wärme folgte stets das große Klappern!
Auch noch Ende April!

Gehen Sie also tunlichst jetzt hinaus, solange die Sonne sich zeigt, nutzen und genießen Sie die milden Temperaturen, aber packen Sie ihren Wintermantel noch nicht so weit weg.
Jammern Sie bitte nicht rum, wenn er demnächst noch einmal gebraucht wird.
Freuen Sie sich stattdessen, dass er zwischendurch unnötig war.

Die schöne Zeit kann Ihnen ja schließlich keiner mehr nehmen …

©März 2014 by Michèle Legrand
Michèle Legrand  ©Foto Andreas Grav (Ausschnitt)

Hinweis:
Planten un Blomen hat im Blog eine eigene Kategorie (siehe Startseite rechts). Hier finden Sie zahlreiche bebilderte Artikel, die Ihnen die Außenanlagen, aber auch die Tropengewächshäuser näherbringen. Außergewöhnliche Pflanzen, besondere Blühereignisse etc. können Sie via Blogbesuch und natürlich vor Ort kennenlernen.

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Von freilaufenden Vögeln, neuen tierischen Freunden und merkwürdigen Kullerfrüchten – Winter im Luisenpark, Mannheim

Mannheim und sein Luisenpark im Januar. Hat das was? Bei Temperaturen knapp über Null Grad? Ist das nicht alles furchtbar kahl? Da blüht doch nichts! Wahrscheinlich kein Tier draußen, Stühle weggeräumt, Restaurants und Cafés geschlossen.
Tote Hose. Muss so sein …
Überhaupt nicht!
Heute halte ich mich mit der Geschichte bzw. Details zur Aufteilung des Geländes ganz zurück, denn Sie finden auf der Homepage des Luisenparks bzw. mit dem Parknamen als Stichwort mit einem Klick ausreichend Information.
Ich verrate Ihnen lediglich, es gibt für den Pflanzenfreund genauso etwas wie für den Tierliebhaber und für den Besucher mit Relaxwunsch genauso Zonen wie für den bewegungsfreudigen Menschen. Es gibt Programm für den Kulturinteressierten und Ihnen wird nicht nur etwas im Außen-, sondern auch im Innenbereich geboten, nämlich in den vielseitigen Schauhäusern mit unterschiedlichen Klimazonen. Ideal im Winter, um sich aufzuwärmen und dabei trübes Wetter zu vergessen. Vielleicht bei den Süß- und Meerwasseraquarien?

Einige Exemplare des Molukken-Kardinalbarschs ...

Einige Exemplare des Molukken-Kardinalbarschs …

Diese interessante Wesen lebt ebenfalls im warmen Bereich des Luisenparks:

Großer Madagaskar-Leguan ...

Großer Madagaskar-Leguan …

Bei Bedarf werden Sie im „Café-Restaurant Pflanzenschauhaus“ in sehr angenehmem Umfeld verköstigt. (An dem Kuchen kommen Sie nicht vorbei!)  Es hat beileibe nicht alles im Park im Winter geschlossen, es gibt nur im Sommer noch mehr Möglichkeiten im Freien.

Dass diese Garten- und Parkanlage mit vielen Tieren auch jetzt höchst anziehend und sehenswert ist, dass Ende Januar durchaus nicht „nichts los“ ist, möchte ich Ihnen gern an ein paar Beispielen zeigen und Sie daher – sogar bei Sonnenschein! – mit über das Gelände nehmen und Ihnen dabei u. a. meine neuen tierischen Freunde vorstellen.

Mannheim - Luisenpark - Insel im Kutzerweiher mit dem Mannheimer Fernmeldeturm im Hintergrund

Mannheim – Luisenpark – Insel im Kutzerweiher mit dem Mannheimer Fernmeldeturm im Hintergrund

Für den Besuch im Luisenpark habe ich vor gut zwei Wochen bewusst meine Heimreise von Karlsruhe nach Hamburg unterbrochen. Bei einer ICE-Fahrt ist in dem Fall nach knapp einer halben Stunde schon wieder Ende der Tour, denn das neue Ziel ist gleich der erste Halt nach Karlsruhe in Richtung Norden.

Mannheim - Hauptbahnhof - Von da geht es später weiter Richtung Norden ...

Mannheim – Hauptbahnhof – Von da geht es später für mich weiter Richtung Norden …

Was mir stets gut gefällt, wenn ich Gärten und Parks inspiziere (und genieße), ist eine gewisse Großzügigkeit– oder zumindest, wenn durch geschickte Anlage und Wegführung dieser Eindruck der Weitläufigkeit vermittelt werden kann. Man fühlt sich nicht eingeengt, hat nicht das Gefühl, am Eingang schon wieder das Ende des Parks zu erspähen und genießt die Überraschung, hinter Wegbiegungen, Strauchgruppen, Baumansammlungen oder einfach durch Höhenunterschiede, die einen nicht alles gleich einsehen lassen, plötzlich ungeahnte Ecken und Details zu entdecken. Wenn es dann außer Pflanzen aller Art, Wasserbereichen oder Skulpturen sogar noch tierische Bewohner gibt, die nicht nur eingesperrt, sondern recht frei dort leben können, ist das das berühmte Tüpfelchen auf dem I.
Manche Vogelarten sind hier inzwischen ansässig, obwohl sie nicht „festgebunden“ werden. Störche zum Beispiel können sich völlig frei bewegen – und kommen freiwillig zurück. Die Bedingungen zum Nisten und die Versorgung sind hier eben optimal. Im Park selbst und der Neckar liegt direkt nebenan.
Schon von Weitem fallen in den jetzt unbelaubten Bäumen ihre großen Nester auf …

Nester in luftiger Höhe. Schon jemand da?

Nester in luftiger Höhe. Schon jemand da?

Es sind welche da! Schon – oder noch? Sind es frühe Rückkehrer und Hiergebliebene? Manche, die es zwar noch südwärts treibt, fliegen gar nicht mehr bis Afrika, sondern nur noch bis Frankreich oder Spanien und sind bei milden Temperaturen frühzeitig wieder hier.

Mannheim - Luisenpark - ... tatsächlich, die Störche richten sich ein (29.01.2014)

Mannheim – Luisenpark – … tatsächlich, die Störche richten sich ein (29.01.2014)

Schauen Sie, was hier wächst. Ich musste ein bisschen überlegen, denn Laubbäume im Winter haben quasi ihre Hauptidentifikationsmerkmale abgelegt: die Blätter.

Mannheim - Luisenpark - Und was ist das?  Sieht nach einem weiblichen Ginkgobaum aus. Samen anschauen (keine Früchte!)

Mannheim – Luisenpark – Und was ist das? Sieht nach einem weiblichen Ginkgobaum aus. Samen anschauen (keine Früchte!)

Man kann sich nur am Habitus, also an der Wuchsform orientieren und danach die Baumart zumindest stark eingrenzen. Wenn wie hier, außerdem Früchte oder Samenstände zu sehen sind, wird das Erkennen erleichtert. Wenn ich mich nicht ganz schwer täusche, ist es ein Ginkgo-Baum (Ginkgo biloba, auch Fächerblattbaum)
Besonders reich die Anzahl der  kugelrunden Samenstände (keine Früchte). Demnach ein weiblicher Ginkgo-Baum.

Mannheim - Luisenpark - Samen eines Ginkgo biloba im Winter. Dicht an dicht ...

Mannheim – Luisenpark – Samen eines Ginkgo biloba im Winter. Dicht an dicht …

Im Reifezustand fangen die Samen übrigens ganz übel an zu stinken, weshalb man in Gärten vorwiegend männliche Exemplare des Baums pflanzt, um davor gefeit zu sein. Das Problem ist nur, man erkennt häufig jahrelang recht schwer, was es denn nun ist … Die erste Blüte erfolgt oft erst nach 20-30 Jahren oder noch später.
Der Anblick erinnert ein bisschen an leicht vergammelte Mirabellen. Oder eher Aprikosen? Wird der Name Ginkgo aus dem Japanischen abgeleitet, setzt er sich nämlich aus „Gin“ (Silber) und dem Wort „Kyo“ (für Aprikose) zusammen.

Mannheim - Luisenpark - Wie muss das erst im Sommer schön sein ...

Mannheim – Luisenpark – Wie muss das erst im Sommer schön sein …

Nadelbäume können im Winterhalbjahr für oftmals erstaunlich frisches Grün sorgen.  Nicht alle Gewächse sind so dunkel wie einige Tannenarten, Fichten oder die Nadeln der Eiben.

Mannheim - Luisenpark -  Ende Januar bei Sonnenschein erstaunlich farbenfroh: die immergrünen Gewächse liefern frisch leuchtendes Grün, die Heide blüht.

Mannheim – Luisenpark – Ende Januar bei Sonnenschein erstaunlich farbenfroh: die immergrünen Gewächse liefern frisch leuchtendes Grün, die Heide blüht.

Und auch hier gibt es Hingucker – wenn man genauer hinsieht:

Mannheim - Luisenpark - Zapfen geballlt. Könnten von einer Tränenkiefer (Pinus wallichiana) stammen. (Der Stamm dahinter gehört zu einem anderen Baum)

Mannheim – Luisenpark – Zapfen geballlt. Könnten von einer Tränenkiefer (Pinus wallichiana) stammen. (Der Stamm dahinter gehört zu einem anderen Baum)

Unbelaubte Sträucher stehen nicht immer farblos in der Gegend.  Hier trägt eine Schönfrucht/Liebesperlenstrauch (Callicarpa) ihre auffällig lilafarbenen Beeren.

Mannheim - Luisenpark im Januar - Farne, Holzskulpturen und an den lila Steinfrüchten (keine Beeren) gut zu erkennen: die  Schönfrucht/Liebesperlenstrauch (Callicarpa)

Mannheim – Luisenpark im Januar – Farne, Holzskulpturen und an den lila Steinfrüchten (keine Beeren) gut zu erkennen: die Schönfrucht/Liebesperlenstrauch (Callicarpa)

Die Störche sind gerade unterwegs auf Erkundung und Futtersuche …

Mannheim - Luisenpark - Störche auf Futtersuche ...

Mannheim – Luisenpark – Störche auf Futtersuche …

Und es gibt nicht nur die Weißstörche, sondern auch Sattelstörche mit ihrer markanten Schnabelfärbung (Deuschlandfarben).

Mannheim - Luisenpark - Nicht nur Weißstörche, auch Sattelstörche gibt es hier  (Ephippiorhynchus senegalensis)

Mannheim – Luisenpark – Nicht nur Weißstörche, auch Sattelstörche gibt es hier (Ephippiorhynchus senegalensis)

Mannheim - Luisenpark -  Auch sie laufen hier frei umher: Nonnengänse beim Spaziergang.

Mannheim – Luisenpark – Auch sie laufen hier frei umher: Nonnengänse beim Spaziergang.

Wen ich im nördlichen Europa im Winter draußen meist gar nicht erwarte, weil ich immer annehme, es sei viel zu kalt, sind Vögel, die aus wärmeren Breitengraden stammen. Doch auch hier in Mannheim sind die Flamingos offenbar abgehärtet genug, um sich Ende Januar am Wasser aufzuhalten.

Mannheim - Luisenpark - Die Flamingos sind draußen, es wird auf dem Gelände gearbeitet, und beim Seerestaurant ist jetzt noch nicht so viel Betrieb ...

Mannheim – Luisenpark – Die Flamingos sind draußen, es wird auf dem Gelände gearbeitet, und beim Seerestaurant ist jetzt noch nicht so viel Betrieb …

In einer Außenvoliere findet sich ein besonders hübscher Kerl, der Jägerliest (Dacelo novaeguineae), auch Lachender Hans genannt. Diese Art, die zu den Eisvögeln zählt, kommt sonst hauptsächlich in Australien vor.

Mannheim - Luisenpark - Ein schöner Vogel_ Der Jägerliest (Dacelo novaeguineae), auch Lachender Hans genannt.

Mannheim – Luisenpark – Ein schöner Vogel: Der Jägerliest (Dacelo novaeguineae), auch Lachender Hans genannt.

Oder diese Gesellen, die ich erst ganz weit weg entdeckte. Ich musste unbedingt ein Foto machen, trotz der Entfernung, denn „vielleicht sind sie sonst weg“.
Von wegen!

Mannheim - Luisenpark - Wer tummelt sich denn da hinten ...?

Mannheim – Luisenpark – Wer tummelt sich denn da hinten …?

Das Federvieh, eine Gruppe Rosapelikane (Pelecanus onocrotalus), hatte einen kaum gesichtet, da entschied sich die Truppe spontan, sich quer über die Wiese auf den Weg zu mir zu machen.
Haben Sie schon einmal einen Pelikan laufen sehen? Oder auf hartem Untergrund seine Laufgeräusche gehört?
Ich werde Ihnen gern einmal beschreiben, wie Sie die Haltung und das Geräusch nachstellen könnten. Als Mensch! Nehmen Sie sich eine alte Gardine und hängen Sie sie sich wie einen Umhang um Ihre Schultern. Breiten Sie ihre Arme im etwa 60° Winkel aus. Pfropfen Sie nun eine lange Gurke oder ein Baguette längs in Ihren Mund. Ziehen Sie Taucherflossen an. Und jetzt versuchen Sie loszurennen und heben dabei Ihre Umhangarmflügel weiter an.

Mannheim - Luisenpark - Pelikane!  Und sie entscheiden sich, näher zu kommen!

Mannheim – Luisenpark – Pelikane! Und sie entscheiden sich, näher zu kommen!

Mannheim - Luisenpark - Pelikane - ... während die einen noch hetzen, zeigt der andere schon lässig sein Profil.

Mannheim – Luisenpark – Pelikane – … während die einen noch hetzen, zeigt der andere schon lässig sein Profil.

Mannheim - Luisenpark - Pelikane - Und nun? Fast am Weg angelangt. Unbeteiligt tun ...

Mannheim – Luisenpark – Pelikane – Und nun? Fast am Weg angelangt. Unbeteiligt tun …

Freundschaft schließen.

Mannheim - Luisenpark - Pelikane - Hi, schau mal, meine Flügel sind von unten schwarz ...

Mannheim – Luisenpark – Pelikane – Hi, schau mal, meine Flügel sind von unten schwarz …

Das hier sind also meine neuen Freunde. Ich kann nicht so gut unterscheiden, ob es männliche oder weibliche sind. Männliche sollen größer sein.

Mannheim - Luisenpark - Pelikane - Das Model ...

Mannheim – Luisenpark – Pelikane – Das Model …

Wie viel Wasser bekommen Sie in Ihren Mund? In seinen Schnabel passen bis zu 11 Liter!

Es sieht wackelig aus, wenn die Vögel laufen. Es ist ein merkliches von links auf rechts hüpfen. Und auf Platten und Steinen patscht es ganz enorm. Jeder Schritt. Bewegungen am Boden wirken etwas plump, doch in der Luft sind sie elegante Langstreckenflieger, die auf eine Geschwindigkeit von über 50 km/h kommen, bis zu 500 km in einem Rutsch fliegen und in Höhen bis zu 3.000 m aufsteigen!
Denkt man nicht, oder?

Mannheim - Luisenpark - Pelikane - ... nur irgendeiner muss einem im Hintergrund schon wieder die Schau stehlen.

Mannheim – Luisenpark – Pelikane – … nur irgendeiner muss einem im Hintergrund schon wieder die Schau stehlen.


Es hat sich gelohnt, den Zwischenstopp auf der Reise einzulegen. Der Luisenpark ist nicht ohne Grund so beliebt bei den Mannheimern und vielen Gästen von außerhalb. Eine grüne Lunge inmitten der Stadt, eine Freizeiteinrichtung, ein Park, der viel zu bieten hat.
Auch ein Ziel, was es erneut im Sommer anzusteuern gilt! Wie schön muss es erst sein, wenn die Blumenbeete sich in voller Pracht entfaltet haben, jetzt noch leere Wasserbecken gefüllt oder Wasserspiele in Betrieb sind.
Vorteile im Winter sind hingegen eindeutig der geringere Besucherandrang und ein spezieller, niedrigerer Wintereintrittspreis.

Inzwischen waren die Pelikane am Wasser … Pelikane gehen übrigens vorzugsweise und fast immer in der Gruppe auf Jagd.

Mannheim - Luisenpark - Das Pelikan-Team, inzwischen waren sie am Wasser.

Mannheim – Luisenpark – Das Pelikan-Team, inzwischen waren sie am Wasser.

Sollten Sie einmal in der Nähe des Parks sein, besuchen Sie doch die neugierige Truppe rosafarbener Gesellen!

Ich muss jetzt schnellstens zum Bahnhof. Zugbindung, Sie wissen schon …
Bis zum nächsten Mal!

©Februar 2014 by Michèle Legrand
Michèle Legrand ©Foto Andreas Grav (Ausschnitt)

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Heute in Kürze: Die Planung nach dem Ersatzdschungelcamp …

Schönes, schmiedeeisernes Tor im Schlosspark direkt hinter dem Karlsruher Schloss

Schönes, schmiedeeisernes Tor im Schlosspark direkt hinter dem Karlsruher Schloss

Vielleicht haben Sie es schon vermutet, als sich hier nichts tat und Sie auf einen weiteren Beitrag etwas warten mussten: Gründe für die Zurückhaltung und Verspätung waren Abwesenheit und daraus resultierender Zeitmangel.
Die zuständige Person – sprich ich –  fand die Auswirkung ja selbst nicht so optimal, doch wissen Sie, womit ich mich letztendlich beruhigt habe? Ich habe mir gedacht, bei den hohen Einschaltquoten, die für das RTL-Dschungelcamp 2014 vermeldet werden und dem abrupten, spürbaren Rückgang der Seitenklicks, sobald das Camp abends auf Sendung geht, müssen es einige (mehrere/sehr viele) von Ihnen regelmäßig verfolgen und werden in der Zeit der Urwalddramen und des Dschungelfiebers das Bloglesen sowieso hintenan stellen.
Ja, schon klar, unter diesen Umständen müssen halt Prioritäten gesetzt werden …
Die Entscheidung ist offensichtlich: Das irgendwann einmal sogar für den Grimme-Preis nominierte Bildungsfernsehen mit Kakerlaken, Zoff und Geheul geht vor.  ^^
Als Autor kann man in der Zeit also getrost Blogurlaub nehmen.
Das Finale findet – wie ich als bekennender Campignorant erst im Netz ermitteln musste – am morgigen Sonnabend statt, also schreibe ich Ihnen nun zum langsamen Wiedereinstieg in Ihren Alltag am Vortag einen kleinen Gruß und erzähle Ihnen, was ich demnächst hier vorhabe. (Haben Sie die Pause eben beim Lesen des Wortes Campignorant sofort korrekt hinter Camp gemacht oder waren Sie anfangs mehr bei den dem Champignon verwandten Begriffen?)

Zurück zur Planung und dem Blog:
Mich hat es vergangene Woche mit dem Zug erneut Richtung Süden verschlagen, und bei Bahnfahrten fällt bekanntermaßen immer ein bisschen für Sie ab. Man trifft wen, man erlebt etwas. Es war dieses Mal nicht anders. Da steht Ihnen etwas ins Haus.

Mein Ziel oder Aufenthaltsort? Wenn man so will, war ich in den vergangenen Tagen eigentlich selbst zeitweise im Dschungel. Mein allerdings deutscher Ersatzdschungel befand sich in Parks und (es ist Winter!) vor allem in Gewächshäusern mit üppiger tropischer und subtropischer Vegetation. Da ich es dort herrlich finde, lautet mein Alternativruf dementsprechend: Ich bin ein Fan, steckt mich da rein!

Im Ersatzdschungelcamp:  Ein Roter Piranha (Serrasalmus nattereri) – Der Name bezieht sich auf seinen rötlich-orangen Bauch, den man hier gerade nicht sehen kann

Im Ersatzdschungelcamp: Ein Roter Piranha (Serrasalmus nattereri) – Der Name bezieht sich auf seinen rötlich-orangen Bauch, den man hier gerade nicht sehen kann

Als mein Camp ließe sich gegebenenfalls ein Café mittendrin bezeichnen, das einen für mich unschätzbaren Vorteil hat: Keine desolaten Zustände, und selbstverständlich ging es dort wesentlich undramatischer zu als bei der Truppe im Fernsehen! Ich brauchte für meine Essenssicherung keine Prüfungen abzulegen! Ein Wort, und der Kaffee sowie Kuchen kamen. Bestellen reichte völlig. Rausfliegen in dem Sinne war unmöglich. Allerhöchstens eine Vertreibung bei Schließung der Gartenanlagen am späten Nachmittag wäre denkbar. Ein überaus geordneter Gemeinschaftsabgang, nichts mit einzelnem, telefonischem Hinauswählen.
Es gibt reichlich Fotos, und wenn Sie mögen, zeige ich Ihnen in den nächsten Posts mehr aus diesem „Milieu“ der angenehmeren Sorte. Doch dass wir uns richtig verstehen! Es geht nicht nur um Pflanzen!

In Karlsruhe sprang mir urplötzlich ein Polizist vor die Füße und blockierte hartnäckig den Weg. Warum? Man wird sehen …

Ich habe neue tierische Freunde in Mannheim gewonnen, die ich im Winter bei uns überhaupt nicht draußen oder frei herumlaufend erwartet hätte. Wen? Lassen Sie sich überraschen …

Luisenpark, Mannheim - Januar 2014 - In diesem Part der Anlage ein errstaunliches Grün angesichts des Winters.

Luisenpark, Mannheim – Januar 2014 – In diesem Part der Anlage ein errstaunliches Grün angesichts des Winters.

Und da ich nicht ausschließlich rein zum Vergnügen unterwegs war, überlege ich noch, was oder wie viel ich Ihnen ansonsten aus diesen Tagen verraten kann.
Wissen Sie, wie fies Demenz bei alten Menschen ist? Und für deren Angehörige? Das könnte durchaus auch ein Thema hier werden. Abwarten …

Und in Hamburg, wo es mächtig friert, zeige ich Ihnen, wo Sie sich besser nicht hinstellen sollten. Zu Ihrem eigenen Wohl. Auch davon demnächst mehr …

Vorher jedoch fiebere ich nun ein bisschen darauf, Blogbeiträge anderer (womöglich auch Ihren?) aus den vergangenen Tagen nachzulesen und werde mich um die Beantwortung der eingegangenen Kommentare kümmern. Ich bitte, dort die Verzögerung zu entschuldigen.

Beenden Sie erst einmal ganz in Ruhe Ihre TV-Dschungelphasefalls Sie denn zu den eifrigen Verfolgern gehören. Wir lesen uns danach wieder, wenn Sie mögen.

©Januar 2014 by Michèle Legrand
Michèle Legrand - ©Andreas Grav

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