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Glückstadt: Elbluft und ein Test …

Zeit für einen kleinen Plausch? Ich habe nichts Weltbewegendes, völlig Umwerfendes für Sie aus dem Ärmel
zu schütteln, aber ich hätte gerade welche. Zeit, meine ich. Und Lust auf eine nette Unterhaltung. Sollte das
bei Ihnen auch der Fall sein, rutschen Sie gern näher.

Sind Sie bei Facebook aktiv? Ja? Haben Sie auch schon festgestellt, dass man sich dort von Betreiberseite
her große Mühe gibt, mit Ihnen zu kommunizieren, dabei mehr und mehr dazu übergeht, Sie sehr persönlich anzusprechen, um dadurch eine Art Beziehung – oder nennen wir es eher Bindung – aufzubauen?
„Guten Tag, Michèle“, heißt es zum Beispiel, sobald ich mich einloggt habe, „wie geht es dir?“ „Hallo Michèle, was machst du gerade?“ Immer mit namentlicher Ansprache. Vergleichbar mit der Serienbrieffunktion bei herkömmlicher Briefmassenpost. Gleicher Text an alle, jedoch geänderter Name. Des Empfängers im Adressfeld, der Anspracheform im gesamten Text. Personifizierung. Vertraulichkeit. Ankuscheln …
Facebook bezeichnet sich selbst immer als „wir“.
„Wir haben uns gedacht, du würdest dich und deine Freunde vielleicht gern an Ereignis XYZ von vor vier
Jahren erinnern. (Ein Uraltpost ist bereits herausgekramt.) Teile mit deinen Freunden … “
„Uns ist aufgefallen, dass du dein Profilfoto seit Langem nicht geändert hast. Michèle, willst du nicht deinen Freunden …?“ Anschmeicheln. Neues herauskitzeln …
Oder man hat Tipps, die mir das Leben und den Alltag erleichtern sollen.
„Hallo Michèle, morgen soll es in Hamburg regnen. Packe lieber deinen Regenschirm ein.“

Ist das nicht rührend? (Sekunde … mein Taschentuch …) Wie für einen gesorgt wird? Der Mensch benötigt in Zukunft bald wirklich keine realen Freunde mehr. Die sind völlig überflüssig. (Die Ironie kommt durch, oder?)
Bei mir können die Wir-Poster lange auf eine Reaktion warten, ich schreibe, wann ich lustig bin und teile nach eigenem Ermessen. Und wenn mein Foto fünf Jahre alt ist, dann ist das eben so.

Um auf die Wettervorhersage zurückzukommen, die ist bekanntlich nicht immer das Gelbe vom Ei. Am Montag herrschte wider Erwarten richtig Sonnenschein – angekündigt waren Regen und vereinzelte Schneeregen-
schauer. Auf diese Vorhersage vertraute auch mein fürsorgliches soziales Netzwerk. Ging ihr auf den Leim!
Tja, liebe WirPoster, und nun? Was mache ich jetzt mit dem Schirm? Für diesen Fall wäre irgendwo ein per-
sönliches Schließfach zwecks Ablage gar nicht schlecht.

Letzten Sonnabend wiederum fuhr ich mit einer Dauersonnenscheinankündigung der Wetterfrösche im Gepäck Richtung Glückstadt. Und die angepriesene Sonne? Untergetaucht. Oder sie hatte sich heillos verirrt. Blinzelte jedenfalls bis zum späten Nachmittag lediglich dreimal versuchsweise jeweils für knapp fünf Minuten uninspiriert durch ein Miniaturwolkenloch, und das war’s dann gewesen.
Nichtsdestotrotz empfand ich es als feine Sache, Elbluft zu schnuppern! Graue Wolken hin oder her.
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Elbe bei Glückstadt mit Deichvorland (Niedrigwasser)

Elbe bei Glückstadt

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Sie werden sich vielleicht wundern. Warum fährt sie dafür nach Glückstadt? Elbluft gibt es doch in Hamburg auch! Der Fluss fließt doch quasi vor der eigenen Haustür …
Ja, schon, das ist aber anders!

Hamburg bedeutet Großstadt. Um die 1,8 Mio. Einwohner. Großstadt mit Hafenbetrieb, mit Gewerbe und Industrie, mit Verkehr nahezu rund um die Uhr und einem dementsprechend hohen Lärmpegel. Hamburg hat Stadtluft. So gern ich meine Stadt generell habe, im Winter fehlt das Grün. Als Farbklecks, als Luftfilter, als Lärmschutz. Bei Kahlheit und dazu permanent grauem Wetter wie in diesem Winter, verliert jede Großstadt enorm von ihrem Charme. Draußen zumindest.
Zudem herrscht hier – völlig wetterunabhängig – immer Trubel, am Wochenende speziell an Elbe und Alster. Einheimische, Besucher und Touristen machen sich alle gleichzeitig auf den Weg. Die einen zum Entdecken und Besichtigen, die anderen zum Spazieren, zum Joggen, Radeln, Hund ausführen etc.

Glückstadt hingegen ist selbst im Winter ein hübsches, kleines, exakt 400 Jahre altes Städtchen mit nur etwa 12.000 Einwohnern sowie einer charmanten Altstadt. Viele historische Gebäude, alles sehr gepflegt. Extrem gut geeignet für kurzzeitiges Stadtflüchten, ebenso geschätzt mittlerweile allerdings auch als Wohnsitz von Pendlern, die den Wert der Ruhe kennen. Ich erzähle Ihnen ein anderes Mal mehr davon. Heute nur soviel:

Glückstadt liegt ca. 60 km (nord)westlich von Hamburg direkt an der Elbe. Es gibt einen Außenhafen, zusätz-
lich einen durch ein Sperrwerk abgetrennten Binnenhafen, und der Tourismus hält sich im Winter sehr in Grenzen.
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Glückstadt an der Elbe - Hafenbereich

Glückstadt an der Elbe – Hafenbereich

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Die Luft ist spürbar besser, man merkt es sofort bei der Ankunft. Ganz besonders fällt es jedoch bei der Rückkehr in die Großstadt auf! Der Fluss hat hier draußen inzwischen immerhin eine Breite von fast drei Kilometern, Elbmündung und Nordsee liegen nur noch 50 km entfernt, und landschaftlich ist das alles natürlich ebenfalls ein ganz anderes Ding.
Drumherum weite Flächen mit Ackerland und Wiesen, Begriffe wie Engelbrechtsche Wildnis oder Blomesche Wildnis deuten schon an, dass man mit Riesenandrang eher nicht rechnen muss. Das Flüsschen Herzhorner Rhin, das später als Rhin mit dem Schwarzwasser zusammen den Glückstädter Binnenhafen bildet und dort in die Elbe mündet, schlängelt sich durch die Region.
Grasbewachsene Deiche und etwas Vorland schützen Stadt und Einwohner vor Elbhochwasser und Über-
schwemmungen. Von Frühjahr bis Herbst ziehen Schafe über diese Grünflächen. Lebende Rasenmäher …
Hinter dem Deich die Elbe, ruhig, gelassen wirkend, denn eine schmale, parallel zum Ufer liegende, langge-
streckte Insel, die Rhinplate, befindet sich direkt vor der Stadt mitten im Strom. Sie unterteilt den Fluss optisch, trennt gleichzeitig Glückstadt von der tiefen Fahrrinne. Das Fahrwasser der großen Pötte, die Hamburg an-
laufen oder den Hafen Richtung Nordsee verlassen, liegt nämlich zur anderen Seite, im Bereich zwischen der Insel und dem niedersächsischen Ufer.
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Glückstadt - Elbe - Gut zu erkennen, dass die Fahrrinne hinter der Insel verläuft ... (Frachter durch Lücke zu erkennen)n?

Glückstadt – Elbe – Gut zu erkennen, dass die Fahrrinne hinter der Insel verläuft … Sie sehen den Frachter durchblitzen?

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Diese spezielle Lage Glückstadts ist übrigens mit ein Grund dafür, dass es nie so recht geklappt hat mit dem Vorhaben, eine Art Konkurrenzhandelsplatz zu Hamburg zu werden. Mit einem konkurrierenden Hafen an der Unterelbe. Der ließ sich einfach nicht so ideal und vor allem tief genug ausbauen.
Dennoch können hier heute immerhin Frachter bis 130 m Länge, 16 m Breite und mit bis zu 5,80 m Tiefgang den Außenhafen anlaufen. So kann doch einiges vor Ort umgeschlagen werden.
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Glückstadt an der Elbe - Leitfeuer Nordmole

Glückstadt an der Elbe – Leitfeuer Nordmole

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Vielleicht ist Ihnen auch die Fährverbindung von Glückstadt (Schleswig-Holstein) nach Wischhafen (Niedersachsen) ein Begriff. Schon selbst genutzt? Oder in den Verkehrsnachrichten davon gehört?
Die Anlegestelle liegt von Glückstadt aus gesehen bereits ein Stück elbabwärts, doch muss die Fähre beim Übersetzen nach Wischhafen immer noch in einem Bogen um die Inselspitze (links im Bild) herum fahren …
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Glückstadt (Elbe) - Hinten rechts der Anleger der Fähre Glückstadt-Wischhafen mit gerade ablegender Fähre, links die Insel Rhinplate und Frachtverkehr

Glückstadt (Elbe) – Hinten rechts der Anleger der Fähre Glückstadt-Wischhafen mit gerade ablegender Fähre

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Wenn Sie ganz genau hinschauen, erkennen Sie trotz Dunst sogar die zwei sich begegnenden Frachter im Elbfahrwasser. (Ein Klick aufs Bild vergrößert die Ansicht.)

In Planung ist eine Autobahn als Nord-Süd-Verbindung. Ihr würde als Elbquerung natürlich die kleine Fähre nie reichen. Die Neubaustrecke wird einen Tunnel zur Unterquerung der Elbe erhalten.

Mich führen seit Spätherbst letzten Jahres familiäre Gründe nach Glückstadt, was mich sehr freut, und am Sonnabend hatte ich die Gelegenheit, einen für mich interessanten Test zu starten. Ich fuhr am selben Tag die Hinstrecke mit dem Zug, legte jedoch den Rückweg am Steuer meines Autos zurück. So hatte ich die Chance, unmittelbar zu vergleichen:
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.                   .Wie gelangt man besser ans Ziel? Per Auto oder per Bahn?

Eine Frage, die sich derart allgemein gehalten mit Sicherheit nie beantworten lässt. Es hängt von so vielen Faktoren ab. Hier wird es jedoch interessant, weil eine Strecke zur Verfügung steht, die einen Vergleich zulässt, während sonst meist schon Gründe wie schlechte Verbindung, häufiges Umsteigen, lange Fahrtdauer, mühsamer Gepäcktransport, keine Möglichkeit vom Endbahnhof zum eigentlichen Ziel zu gelangen etc. schnell die Bahnreise von vornherein als den Testverlierer darstellen.
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Glückstadt - Elbe - Leitfeuer Südmole

Glückstadt – Elbe – Leitfeuer Südmole

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Hamburg und Glückstadt bieten sich deshalb als Versuchsstrecke an, weil sich – ob per Zug oder Auto – zunächst zeitmäßig kein allzu großer Unterschied ergibt. Außer, sie leben bereits im Westen Hamburgs
und sind daher sofort an der Autobahnauffahrt.
Ansonsten müssen sie jedes Mal erst durch Hamburgs dichten Stadtverkehr, um auf die Autobahn (A23)
zu gelangen. Später hinter Elmshorn geht es von der Autobahn ab. Für die restliche Strecke Richtung Elbe
stehen Land-/Bundesstraße zur Verfügung.
Per Zug gibt es ab Hamburg eine Direktverbindung und genügend Regionalbahnen, die täglich via Glückstadt Richtung Itzehoe aufbrechen bzw. die Gegenrichtung bedienen. Selbst am Wochenende.
Jetzt stellt sich natürlich die Frage, was heißt eigentlich „besser“ ans Ziel kommen. Ich definiere es für mich einfach als ruhiger, entspannter. Und unter dem Aspekt geht für mich die Bahn als klarer Sieger dieses Wettbewerbs hervor!
Was habe ich es genossen, nicht überall im Stau zu stecken! Stattdessen abschalten, Beine ausstrecken, Gedanken freien Lauf lassen, hinaussehen. Keine Kuppelei, kein Stop and Go, keine mühsame Schlängelei durch einspurige Autobahnbaustellenbereiche.
Und vor allem, was kann man alles während der Bahnfahrt stattdessen machen oder einfach von außen aufnehmen. Was entdeckt man nicht alles unterwegs! Dinge, die einem konzentriert fahrenden, gestressten Autofahrer verborgen bleiben – ganz abgesehen davon, dass er genau dort gar nicht lang käme.
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Glückstadt - Hafen - Wandverschönerung am Fischpark (Wandmalerei mit Wal und Taucher)

Glückstadt – Hafen – Wandverschönerung am Fischpark

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Fazit: Mit Ausnahme der Landstraßenabschnitte in Schleswig-Holstein, die für Autofahrer recht entspanntes Fahren bedeuten, würde ich für diese Strecke jederzeit wieder die Bahn bevorzugen. Autofahren im Hamburger Stadtbereich oder der Peripherie ist eben absolut kein Vergnügen und das Argument Zeitvorteil kommt hier nicht zum Tragen.

Wissen Sie, was von der Zugfahrt besonders hängengeblieben ist? Der unabgelenkte Blick ins Weite!
Dunst, der über Feldern und Äckern liegt und langsam aufsteigt. Der aufreißt und sich verflüchtigt.
Die Ausschau auf Wiesen mit hunderten von Maulwurfshügeln. Einer neben dem anderen. Ich frage mich ernsthaft, wie viele Maulwürfe dort aktiv waren oder anders herum gesagt, wie viele Haufen ein einzelner Maulwurf wohl üblicherweise aufwirft. Wo sein Revier endet und der Kollege am buddeln ist.
Faszinierend auch der Anblick des Bussards, der von einem Zaunpfosten abhob, aufstieg und nach ein paar Flügelschlägen bereits in den Gleitflug verfiel …

Auf Hamburger Gebiet war es eher der ungewohnt geballte Anblick von Malereien an Gebäuden und Wänden entlang der Strecke. Oft wirklich keine Schönheit, nur Tags oder wilde Kritzeleien. Manchmal dazwischen plötzlich fantasievolle Fassadenmalerei, lebhafte, farbenfrohe Graffiti und zwischendurch Aussagen wie diese:
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.              Och, nö …

.              Du bist. Bist du? Du bist du!

.            .Wir wollen die Freiheit der Welt und Straßen aus Zucker.
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Hinter Hamburg-Eidelstedt bzw. -Stellingen enden die vielen Kurven und Gleiswechsel und mit ihnen das ge-
fühlte Schleichen. Nun kann die Regionalbahn richtig Gas geben. Die Autobahn des Bahnreisenden beginnt, hier werden Kilometer geschafft. Und das Schöne im Zug, ich muss selbst nichts dafür tun …

In Elmshorn hält der Zug regelmäßig etwas länger im Bahnhof, wartet auf andere Züge und Umsteiger. Mich beschlich irgendwann das Gefühl, wir kämen gar nicht wieder los, was offenbar an etwas unschlüssigen Menschen auf dem Bahnsteig lag. Kurz darauf erklang die freundlich-mahnende Durchsage des Zugführers:

„Bitte entscheiden Sie jetzt: Entweder rein in den Zug oder im schönen Elmshorn bleiben!“

Gerumpel, sich schließende Türen, Abfahrt. Der trotz Freundlichkeit offenbar genügend energisch herüberkommende verbale Anstupser hatte Wirkung gezeigt.

In Glückstadt riss übrigens tatsächlich der Himmel später etwas auf! Bei diesem Stadtnamen vielleicht kein Wunder, sondern Programm? Geht es Ihnen auch so, dass es sich für Sie netter, positiver und wünschens-
werter anhört, wenn Sie verkünden, Sie fahren nach Glückstadt, als – beispielsweise – nach Kummerfeld oder Elend?
Nichts gegen Kummerfeld und Elend! Ich spreche nur vom Namen und vom Gefühl!
Ich würde mich magisch von Glückstadt angezogen fühlen …
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Glückstadt - Die Elbe bei Niedrigwasser ...

Glückstadt – Die Elbe bei Niedrigwasser …

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Jetzt habe ich Ihnen tatsächlich schon wieder viel mehr erzählt, als ich ursprünglich vorhatte. Wie die Zeit vergeht! Lassen wir es für heute gut sein. Genügend Glückstädter Elbluft inhaliert. Für den Moment zumindest.

Nur eines noch: Haben Sie schon einmal einen Erpel landen sehen? Auf Eis? Auf nur einem, genauer gesagt dem linken Bein? Den rechten Patschfuß in die Luft und wie ein Stechpaddel elegant nach hinten rechts weggestreckt? Nicht?
Im Stadtpark von Glückstadt mit seinen Wasserläufen gibt es einen Artisten, der nach durchaus stürmischer Landung nicht etwa einbricht, sondern nach dem Aufsetzen mit lässiger Eleganz über hauchdünne Eisflächen glitscht. Ein Bild für die Götter!
Aller Aufwand nur, um danach Spaziergänger an Land zu Fuß zu begleiten …
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Glückstadt - Stadtpark - Als Spaziergänger fühlt man sich etwas verfolgt .... (Rechts vorne übrigens der Artistenerpel)

Glückstadt – Stadtpark – Als Spaziergänger fühlt man sich etwas verfolgt …. (Rechts vorne übrigens der Artistenerpel)

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Feierabend! Wenn Sie mögen, lesen wir uns demnächst wieder. Ich habe nur momentan einige Abendtermine und komme nicht so häufig an den Laptop wie gedacht.
Was nehmen Sie heute an Gelerntem mit? Genau: Aufpassen bei Facebook, Glückstadt ist schön, Elbluft ist nicht gleich Elbluft, Bahn fahren kann sehr entspannend sein, und es lohnt sich, auf landende Erpel zu achten.

Bis zum Wiederlesen! Lassen Sie es sich bis dahin gutgehen!

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© by Michèle Legrand, Februar 2017
Michèle Legrand

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„Büschen Wind“

Haben Sie das Weihnachtsfest gut verlebt? Ich hoffe, Sie hatten schöne Feiertage, solche entspannter Natur, so dass Ihnen Stress oder andere Unannehmlichkeiten weitestgehend erspart blieben.

Nachdem der Trubel vorbei und das Essen etwas gesackt ist, spräche doch nichts dagegen, sich hier erneut zusammenzufinden. Ich hätte Sie nach der vermehrten Sitzerei natürlich gern wieder zu einem Spaziergang abgeholt, doch glauben Sie mir, das Hamburger Wetter war bisher alles andere als empfehlenswert für einen Aufenthalt im Freien. Sturm, Regen und Hochwasser wurden uns um Weihnachten herum kredenzt.
Obwohl Hamburger – mit ihrem leichten Faible fürs Understatement – eher von einem büschen (bisschen) Wind und erhöhter Feuchtigkeit sprechen. Ich sage, es hat ordentlich gebrist, dazu gab es ausgiebig Sprühregen, am zweiten Feiertag abends örtlich obendrein Hagel, der Blitzeis auslöste. Nicht so fein. Genauso wenig wie umge-
stürzte Bäume und herumfliegende Gegenstände. Und dann die Elbe!
Dazu fällt mir gerade etwas ein …

Ein ehemaliger Kollege war Leiter der Speditionsabteilung meiner damaligen Firma. Er war einer dieser wetterfesten Althamburger. Jobbedingt musste er recht häufig vom Büro an der Außenalster hinüber in den Hafen zu Speditionen und anderen Betrieben, zu Lagerhallen und Schuppen oder, wenn wir Ware erwarteten bzw. verluden, auch direkt bis an die Pier zu den Containerschiffen. Ein alter Fuchs wie er war natürlich mit den Gezeiten vertraut und wusste, was Sturm an der Elbe, einem mit der rauen Nordsee verbundenen Fluss, bedeutet. So einem war klar, dass man bei Hochwasser fix aufpassen musste, wo im Hafenareal noch ein Durchkommen war und vor allem, wo man bei angesetzten Terminen vor Ort zwischenzeitlich sein Auto ab-
stellen konnte und wo tunlichst nicht.
Wer nicht gerade ein Amphibienfahrzeug besitzt, hat nämlich sonst ganz schnell das Nachsehen.

Es ging auch alles gut bis zu dem Tag, an dem er nach einem Vertragsabschluss zum Feiern mit Geschäfts-
partnern am Hafenrand, unten in Altona an der Fischauktionshalle, unterwegs war und seinen ziemlich neuen BMW dort parkte. Völlig sorglos, da sich kaum ein Lüftchen regte, geschweige denn eine Sturmflutwarnung verbreitet worden wäre.
Man feierte bei einem Essen auf Partnerseite die zu erwartenden großen Ladungsmengen bzw. auf unserer Seite vorteilhafte Sonderkonditionen für alle Frachtraten, zog spätabends zu Fuß weiter, versackte in einer Kneipe auf St. Pauli und becherte ganz erheblich – wie das seinerzeit branchenüblich war. Der Morgen dämmerte bereits, als der Kollege sich von einem Taxi nach Hause chauffieren ließ. Vernünftig nach all dem Alkoholkonsum, und das eigene Auto lässt sich schließlich auch im Tagesverlauf noch einsammeln.

Nicht so reaktionsschnell wie sonst, fiel ihm im angeduselten Zustand überhaupt nicht auf, dass über Nacht ein frisches Windchen aufgekommen war. Eines, das der Sturmflutwarndienst des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie so nicht auf dem Schirm gehabt hatte. Später hieß es, man hätte es schwächer und wesentlich weiter nordöstlich vorbeiziehend erwartet. Dieses „büschen Wind“ erreichte jedoch selbst in Stadtnähe in Böen Orkanstärke, was wiederum zur Folge hatte, dass das auflaufende Hochwasser mit Macht hereingedrückt wurde und in Altona an der Fischauktionshalle Land unter herrschte. Die Elbe trat im Schwall über die Kaimauer, noch bevor überhaupt der Höchststand der Flut erreicht worden war.

Es ist jedes Mal aufs Neue erstaunlich, wie sich Wasser seinen Weg sucht, wie schnell es sich durchfrisst, ausbreitet und dabei der Wasserspiegel innerhalb weniger Minuten massiv steigt …
Für die Fischauktionshalle selbst ist das Hochwasser kein Drama. Dort ist es bereits eingeplant. Man öffnet sogar die Tore, damit das Wasser gut wieder ablaufen kann. Aber für alles drum herum bedeutet es heute genauso wie früher: Was nicht niet- und nagelfest ist, wird getunkt, getränkt und mitgeschleift, und nicht rechtzeitig entfernte Autos in Kainähe gehen nach kurzer Zeit auf leichte Tauchstation. Heute wie damals.

Wie es mit dem Kollegen weiterging? Am nächsten Morgen vermissten die Mitarbeiter der Speditionsabteilung zunächst ihren Chef, nahmen angesichts des Vertragsabschlusses und des intensiven „Anstoßens“ jedoch an, er wäre verkatert und käme deshalb etwas später. Mittags hielt ein weißer R4 vor der Firma. Sein Sohn lieferte ihn am Büro ab.
Es stellte sich heraus, dass der Nachtschwärmer daheim im Halbschlaf das Heulen des Windes und das Rütteln an den Fenstern mitbekommen und kurz darauf im Radio von der Sturmflut bzw. der Situation im Hafen gehört hatte. In böser Vorahnung war er mit seinem Sohn als Chauffeur zur Fischauktionshalle geeilt. Wasser stand dort nicht. Nicht mehr. So schnell wie es aufläuft, läuft es häufig auch wieder ab. Allerdings stand dort auch kein Auto mehr. Kostenpflichtig abtransportiert, wie er kurz darauf von der Polizei erfuhr. Es hatte nachts eigenmächtig seine Position verändert und gefährdete den Verkehr. Die Spuren am Auto zeigten, dass das Wasser bis mindestens Oberkante Radkasten gestanden hatte und teilweise hineingelaufen war – an Stellen, die besser kein Wasser abbekommen hätten.
Inzwischen befand sich der BMW erneut auf einem Abschleppwagen und auf dem Weg zu einer Werkstatt. Die Laune seines Besitzers fiel eine ganze Weile entsprechend grottig aus. Die Stimmung besserte sich erst, als das Auto aus der Reparatur zurückkam, wieder einsatzfähig war und langsam Gras über die Sache wuchs.
Nur von Zeit zu Zeit, wenn der Abteilungschef wieder zu Terminen Richtung Hafen aufbrach, konnte es sich mancher nicht verkneifen, mit unschuldigem Blick und den Worten „Büschen windig, oder?“ alte Wunden wieder aufzureißen.

Sturmflut in Hamburg. Überflutete Bereiche im Hafengebiet. Verschwundene Straßen, einsam aus dem Wasser ragende Laternenpfähle oder die Oberkanten von Sitzbanklehnen als einzige noch herausragende Teile und sichtbare Beweise ihrer Existenz. Umgekippte Mülltonnen, herumfliegende Gegenstände, im Wasser treibende Teile. Sprühregen, den der Wind waagerecht heranpeitschen lässt. Sie haben vielleicht entsprechende Aufnahmen gesehen. Alles büschen feucht …

Im Moment wird gerade wieder diskutiert, ob zu spät vor dem Hochwasser am zweiten Feiertag gewarnt wurde, denn die Sturmflutwarnung kam erst in der Nacht, als die meisten bereits schliefen, also nichts mehr hätten in Sicherheit bringen oder eventuell zusätzlich hätten schützen können. Auf der anderen Seite kam es selbst für Spätheimkehrer nicht mehr rechtzeitig genug; sie wurden von der Heftigkeit der Sturmflut und den überfluteten Straßen größtenteils überrascht.
Zum Zeitpunkt der Nachricht und Warnung war der Höchststand jedenfalls schon fast erreicht, und der Fischmarkt optisch bereits ein Swimmingpool.

Es ist offenbar gar nicht so leicht, den richtigen Zeitpunkt für die Verbreitung einer Warnmeldung zu finden. Vor einiger Zeit wurde massiv und mit überreichlichem Vorlauf vor einer erwarteten, schweren Sturmflut gewarnt, nur trat sie später in dieser Form nicht ein. Die angekündigten Pegelstände wurden bei weitem nicht erreicht. Schon wurde gemeckert. Was die Aufregung und unnütze Panikmacherei solle.
Zu Weihnachten hingegen hatte man stürmische Winde an der Küste erwähnt und auf dadurch etwas höher ausfallendes Hochwasser hingewiesen. Nun entpuppte sich das „büschen Wind“ als mächtiger als vermutet. Sie werden es ahnen – nun wird gemosert, dass „nie“ jemand was sagt.
Und die Fachleute selbst äußern dazu, sie wollten vermeiden, zu oft und zu früh zu warnen, weil sie dadurch im Fall der Fälle keiner mehr ernst nehmen würde …
Stimmt alles, doch lieber einmal zu oft oder letztendlich unnötig gewarnt, als gar nicht und es passiert durch Unwissenheit ein Unglück. Oder wie sehen Sie die Sache?

Bei Sturm und Regen war mir nicht so sehr danach ins Hochwassergebiet zu marschieren, nur um Fotos mitzubringen. Ich habe in meinem Archiv gekramt und zeige Ihnen stattdessen, wie es an der Fischauktionshalle aussieht, wenn es trocken und sturmfrei ist. Die 120 Jahre alte Halle ist nämlich ein sehr schöner Bau, der nach der Restaurierung 1984 zu Recht unter Denkmalschutz gestellt wurde.
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Hamburg - Altona - Fischauktionshalle in der Abenddämmerung

Hamburg – Altona – Fischauktionshalle in der Abenddämmerung

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Haben Sie gesehen? Draußen vor der Halle macht gerade eine Gruppe von weißbemützten Köchen Pause, bevor die Verköstigung der Gäste drinnen weitergeht …
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Hamburg - Altona - Fischauktionshalle mit Stil an der Großen Elbstraße (Details Ziegelwand und Wandlampen)

Hamburg – Altona – Fischauktionshalle mit Stil an der Großen Elbstraße

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Hamburg - Altona - Fischauktionshalle (Detail Fenster Eingang)

Hamburg – Altona – Fischauktionshalle

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Hamburg - Altona - Fischauktionshalle - Auch von innen interessant anzusehen ...

Hamburg – Altona – Fischauktionshalle – Auch von innen interessant anzusehen …

Sie können auf den nächsten Aufnahmen erkennen, wo Autos üblicherweise geparkt werden. Hinter der Fischauktionshalle verläuft die Große Elbstraße …
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Hamburg - Altona - Große Elbstraße (Im Hintergrund die Fischauktionshalle)

Hamburg – Altona – Große Elbstraße (Im Hintergrund die Fischauktionshalle)

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… und etwas weiter rechts (Foto unten), von der Halle aus gesehen, findet am Sonntag in der Früh stets der traditionelle Altonaer Fischmarkt statt.
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Hamburg - Elbe - Anleger Altona (Fischmarkt) mit Fischauktionshalle

Hamburg – Elbe – Anleger Altona (Fischmarkt) mit Fischauktionshalle

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All diese Bereiche stehen bei Sturmflut komplett unter Wasser …

Der erwähnte Kollege hat natürlich nie wieder dort unten geparkt. Einmal Überflutung, nasser BMW und Reparaturkosten haben ihm gereicht. Geben auch Sie acht, wo Sie ihre Habseligkeiten abstellen, falls Sie einmal in Hamburg an der Elbe unterwegs sind und so ein büschen Wind weht. Auch am Elbstrand!
So wie die Flut an der Nordsee nach der Ebbe enorm schnell große und eben noch trockene Wattbereiche wieder für sich einnimmt, so macht sich hier der Fluss notfalls breit und erobert sich das Land dazu. Wasser
ist unberechenbar …

Ich schaue gerade aus dem Fenster … Ich möchte nicht euphorisch wirken, schon gar nicht zu früh, doch es scheint tatsächlich so, als würde sich das Wetter endlich bessern. Ein Spaziergang rückt somit in greifbare Nähe. Sie werden schon sehen, das wird hier alles penibel nachgeholt …

Haben Sie jedoch erst einmal eine schöne Zeit zwischen den Jahren und kommen Sie gut in das neue Jahr hinein. Wäre es nicht traumhaft, wenn 2017 positiver und friedlicher ausfallen würde als 2016?
Ach, kommen Sie, träumen und hoffen darf man doch …

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© by Michèle Legrand, Dezember 2016
Michèle Legrand ©Foto Andreas Grav (Ausschnitt)

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Lauenburg – Kaiser Wilhelm, Kellergewölbe, passgenaue Zäune, Mücken und ein Fest

Würden Sie gern einmal auf einem 114-Jährigen sitzen? Einem, der zeit seines Lebens wirklich jedes Jahr einige Male aktiv war?
Oder zieht es Sie zur Reeperbahn, nur Sie haben Bedenken wegen Rotlichtmilieu, zwielichtigen Gesellen o. ä.? Es gibt eine Alternative!
Vielleicht träumen Sie aber auch davon, sich in grün-blau ausgeleuchteten Kellergewölben herumzutreiben?
Lieben Sie steile Treppen, alte Türme, Möwengeschrei und den Blick aufs weite Wasser?
Sind Sie ein Flussschiffinteressierter, ein dem Museumsbesuch nicht Abgeneigter, vielleicht ein Fischesser, Kopfsteinpflasterliebhaber und Fachwerkbewunderer?
Dann sollten Sie definitiv einmal das Städtchen Lauenburg besuchen!

Elbe vor Lauenburg__

Elbe vor Lauenburg

Lauenburg liegt – von Hamburg aus gerechnet – etwa 50 km flussaufwärts unmittelbar an der Elbe. Wenn Sie dort am Wasser stehen, dann sind es zur einen Seite Richtung Flussmündung bei Cuxhaven noch 158,4 km und zur anderen Seite Richtung Quelle im Riesengebirge noch 932,6 km Flussstrecke. Schon ziemlich lang, diese Elbe
Falls Ihnen – auch wenn Sie weiter weg leben – der Name des Städtchens irgendwie geläufig, seltsam bekannt erscheint, dann kann dies zwei Ursachen haben:
Zum einen wird die schöne historische Altstadt mit Fachwerkbauten aus dem 16. bis 19. Jahrhundert gelegentlich überregional hervorgehoben, und zum anderen erscheint Lauenburg immer dann in Zeitungen und im Fernsehen, wenn – wie Ende Mai/Anfang Juni 2013 wieder ganz massiv – Überschwemmungsgefahr bei extremen Hochwassern oder schweren Sturmfluten besteht.
Die Altstadt liegt direkt am Flussufer (Unterstadt), während sich der neuere Teil, die Oberstadt, außerhalb der Gefahrenzone an einem Hang in sicherer Höhe befindet.

Lauenburg - Hochwasseranzeige ....

Lauenburg – Hochwasseranzeige …. Die Pegelstände aus verschiedenen Jahren. Ziemlich weit oben das Jahr 2013 – ganz oben die Anzeige bzgl. der aktuellen Deichhöhe

Am letzten Septemberwochenende gab es in der alten Schifferstadt einen Grund zum Feiern. Nach vierjähriger Umbauphase hatte das Lauenburger Elbschifffahrtsmuseum zur Wiedereröffnung eingeladen. Es bot am 27. und 28. September 2014 die Gelegenheit zu einem Kennenlernbesuch bei freiem Eintritt sowie weiteres Programm zur Unterhaltung.
Das Museum (Elbstraße 59) ist im ehemaligen Rathaus direkt bei der Maria-Magdalenen-Kirche untergebracht, die Tourist-Information der unmittelbare Nachbar.
Auf dem Kirchplatz wurde bei Sonnenschein kräftig gefeiert. U. a. traten am Sonntag die Sänger des Lauenburger Shanty-Chors „Die Kielschweine“ auf. Falls Sie sich über diesen Namen wundern – es ist nichts Verwerfliches oder Anstößiges. Ein Kielschwein ist ein äußerst wichtiges Teil eines Schiffes, nämlich der Längsholm ganz unten über dem Kiel, dessen Funktion es u. a. ist, die Spanten des Bootes und deren Kräfte aufzunehmen. Das Teil gibt also dem Rumpf Längssteifigkeit und den Spanten und Bodenwrangen Anbindung.  Bei der Chorgründung im Jahre 1976  hatten die damaligen Mitglieder  alle in irgendeiner Form mit Booten zu tun und entschieden sich daher damals für diesen Namen.

Lauenburg - Fest auf dem Kirchplatz anlässlich der Wiedereröffnung des Elbschifffahrtsmuseums - Shanty-Chor "Kielschweine"

Lauenburg – Fest auf dem Kirchplatz anlässlich der Wiedereröffnung des Elbschifffahrtsmuseums – Shanty-Chor „Kielschweine“

Und wo wir schon bei verwerflich oder nicht sind … Reeperbahn! Ihnen ist schon bewusst, dass dies ursprünglich nicht der Begriff für eine Straße im Rotlichtviertel war? Eigentlich hat der Ausdruck Reep die Bedeutung von Seil oder Schiffstau. Die Reeperbahn war der Arbeitsplatz eines Reepschlägers in einer Seilerei. Hier wurden die Schiffstaue verdrillt. Manchmal wurde auch der Lagerplatz der Reepseile so genannt.
Auf dem Kirchplatz konnte man einem Herrn zusehen, der seine eigene Reeperbahn mitgebracht hatte und die Seilherstellung demonstrierte.

Lauenburg - Seilherstellung mit der "Reeperbahn"

Lauenburg – Seilherstellung mit der „Reeperbahn“

Lauenburg - Seilherstellung mit der "Reeperbahn" - Auf einer Seite einhängen, kurbeln, drehen, zwirbeln, straffen, richten .... Ein Kunstwerk für sich.

Lauenburg – Seilherstellung mit der „Reeperbahn“ – Auf einer Seite einhängen, kurbeln, drehen, zwirbeln, straffen, richten …. Ein Kunstwerk für sich.

Das Museum, das sich mit allem was zur Flussschifffahrt dazugehört beschäftigt, hat sich von einer einstmals bloßen Ausstellungsfläche zu einer multimedialen Erlebniswelt entwickelt. Barrierefrei erreichbar, lässt sich auf drei Etagen inkl. Kellergewölbe eine Vorstellung davon bekommen, wie das Leben am und auf dem Fluss mit seinen Werften und seiner Personen- bzw. Güterschifffahrt für die Menschen im Laufe der Jahrhunderte gewesen sein muss und welche Bedeutung die Schifffahrt bis heute hat.
Und es war viel Betrieb auf dem Fluss!
Wenn Sie sich vorstellen, dass im Jahre 1877 50 % aller in Deutschland registrierten Schiffe auf der Elbe fuhren!
Im Museum werden nicht nur die Wandflächen für Tafeln, Bilder und Informationen genutzt, sondern auch die Bodenflächen – beispielsweise für aufgezeichnete Landkarten oder auch nachempfundene Eisschollen. Modellschiffe in Großvitrinen, Gemälde, zeitgenössische Gegenstände und Filme (via Flachbildmonitor mit Sitzmöglichkeit davor!) warten. Sie können interaktiv werden und Informationen abrufen oder Abläufe in Gang setzen.
Sie erfahren mehr über die Flößer, Werftarbeiter und Schleusenwärter früherer Zeit, sehen Modelle der Kettendampfer (Schleppdampfer mit nur 50 cm Tiefgang), entdecken Schiffs- und Wassermühlen.
Den eingangs erwähnten grün-blau ausgeleuchteten Keller treffen Sie ebenfalls hier im Museum an. Im dem nicht sehr hohen, schummrigen Gewölbe befinden sich unzählige große Maschinen, die punktuell und höchst effektvoll beleuchtet sind. Bestimmt empfinden es viele Besucher als sehr faszinierend, jedoch vielleicht anfangs ebenso als leicht gruselig. Ehe sich nämlich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben, könnten es auf den allerersten Blick durchaus auch Folterinstrumente sein. Ein bisschen Frankenstein-Gefühl kommt auf … Mit der Zeit erkennt man alles, und die vielen Motoren, Dampfkessel, Dampfmaschinen, Glühkopfmotoren, Antriebswellen etc. entpuppen sich als ungefährlich. Zusätzliche „normale“ Beleuchtung lässt sich an den einzelnen Ausstellungsstücken zur besseren Sicht hinzuschalten.

Lauenburg - Das wiedereröffnete Elbschifffahrtsmuseum im ehemaligen alten Rathaus in der Elbstr. 59

Lauenburg – Das wiedereröffnete Elbschifffahrtsmuseum im ehemaligen alten Rathaus in der Elbstr. 59

Lauenburg - Elbschifffahrtsmuseum - Wein und Efeu ranken vorwitzig die schönen alten Schilder ein ...

Lauenburg – Elbschifffahrtsmuseum – Wein und Efeu ranken vorwitzig die schönen alten Schilder ein …

Lauenburg - Alter Postbriefkasten in der Altstadt

Lauenburg – Alter Postbriefkasten in der Altstadt

Wenn Sie mit der Museumsrunde fertig sind, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder Sie sind ein Freak, dann nehmen Sie auch noch Kontakt zum Schifffahrtsarchiv auf, das sich in einem separaten Gebäude ein Stück die Elbstraße hinauf befindet und in dem Abertausende von Unterlagen lagern.
Wenn Ihnen mehr nach frischer Luft ist, wäre Kaiser Wilhelm mein Vorschlag. Der Kaiser ist gebürtiger Sachse. Ihn hatte es eine Zeit lang an die Weser verschlagen, doch seit 1970 verweilt er in Lauenburg. Er ist mittlerweile 114 Jahre alt und trotz seines hohen Alters meist draußen, unten am Anleger, zu finden. Manchmal pfeift er ziemlich durchdringend fremden Leuten hinterher. Sie können ihn besteigen, sich auf ihn setzen … aber das erwähnte ich glaube ich bereits.
Kaiser Wilhelm ist ein Schaufelraddampfer, der im Sommerhalbjahr von Ende April bis Ende September Fahrten auf der Elbe zwischen Lauenburg und Bleckede, manchmal auch ein Stück elbabwärts unternimmt. Tatsächlich ist es so, dass er bisher in jeder Saison gefahren ist – seit 114 Jahren! Ohne Ausnahme! Das Schiff ist in Deutschland einer der letzten noch fahrenden kohlebefeuerten Schaufelraddampfer, und derart original erhaltene Exemplare findet man weltweit nur noch ganz wenige.
Am vergangenen Sonntag fand um 14 Uhr die allerletzte Tour dieses Jahres statt. Da war ich an Bord – und viele Menschen mit mir.

Lauenburg - Ablegen mit Raddampfer "Kaiser Wilhelm" bei schönstem Herbstwetter ...

Lauenburg – Ablegen mit Raddampfer „Kaiser Wilhelm“ bei schönstem Herbstwetter …

Lauenburg an der Elbe

Lauenburg an der Elbe

Fahrt auf dem Raddampfer "Kaiser Wilhelm"

Fahrt auf dem Raddampfer „Kaiser Wilhelm“ – Beim Unterfahren der Brücke muss der Mast eingeklappt werden …

Elbflitzer bei Lauenburg ...

Elbflitzer bei Lauenburg …

Möwen gibt es wohl überall wo Wasser ist ....

Möwen gibt es wohl überall wo Wasser ist ….

Zufluss der Elbe-Seitenkanals in die Elbe

Zufluss des Elbe-Seitenkanals in die Elbe

Wieder von Bord .... Die Dampfpfeife ertönt  - Raddampfer "Kaiser Wilhelm" in Lauenburg - 28.09.2014:  Letzte Fahrt der Saison

28.09.2014: Letzte Fahrt der Saison – Wieder von Bord …. Die Dampfpfeife ertönt – Raddampfer „Kaiser Wilhelm“ in Lauenburg

Falls Sie Lust bekommen haben, merken Sie sich den Raddampfer für die nächste Saison vor. An Bord können Sie übrigens selbst testen, wie warm es unten im Maschinenraum ist …

Treppen steigen lässt sich in Lauenburg sehr ausgiebig. Es geht gar nicht anders, wenn Sie zwischen Altstadt (unten) und Neustadt (oben) pendeln. Es erinnert mich als Hamburgerin ein wenig an das Treppenviertel in Blankenese. Schmale, teilweise steile Stiegen mit gelegentlichem Richtungswechsel …

Lauenburg - Von der Altstadt am Wasser über Treppen zur Oberstadt ...

Lauenburg – Von der Altstadt am Wasser über Treppen zur Oberstadt …

In oberen Teil Lauenburgs angekommen, erreichen Sie den Fürstengarten, eine Parkanlage, die seit 2003 nach alten Originalplänen (aus dem 16. bzw. 17.  Jahrhundert) rekonstruiert wurde. Hier stoßen Sie auf Herrn Fielmann. Nicht persönlich, doch es gibt eine Baumallee, für deren Anpflanzung der Chef der Optikerkette die vielen Kupferfelsenbirnen gespendet hat.
Ein kleiner Rosenbereich, ein Insektenhotel, viel Rasenfläche zum Verweilen  …

Lauenburg - Fürstengarten mit Rosenbereich

Lauenburg – Fürstengarten mit Rosenbereich

Lauenburg - Großzügiges Insektenhotel im Fürstengarten ...

Lauenburg – Großzügiges Insektenhotel im Fürstengarten …

… und auch hier einen grandiosen Ausblick hinab auf den Fluss und die Einmündung des Elbe-Lübeck-Kanals!

Lauenburg - Blick vom Fürstengarten hinunter auf die Elbe - Vorne die Einmündung des Elbe-Lübeck-Kanals

Lauenburg – Blick vom Fürstengarten hinunter auf die Elbe – Vorne die Einmündung des Elbe-Lübeck-Kanals

 

Die alte Schifferstadt besaß sogar einst ein komplettes Schloss! Von der Schlossanlage stehen nach einem Brand im Jahre 1616 lediglich noch ein Flügel (heute von der Stadtverwaltung genutzt) sowie der älteste Teil der Anlage, ein alter Turm aus dem Jahre 1477. Auf den musste ich natürlich hinauf. Allein schon, um den Ausblick von dort auf die Elbe zu genießen …
Was mich davon abhielt, oben länger zu verweilen, waren ein Angriff von unzähligen Mücken, die dort als Geschwader umherzischten und die Hinterlassenschaften von offenbar einer Riesenhorde Tauben.

Lauenburg - Der alte Turm (1477) am Schloss ...

Lauenburg – Der alte Turm (1477) am Schloss …

Lauenburg - Schlossturm ... der Aufstieg ist eng und niedrig. Kopf einziehen ...

Lauenburg – Schlossturm … der Aufstieg ist eng und niedrig. Kopf einziehen …

Lauenburg - Schlossturm - Ganz schön dicke Wände ...

Lauenburg – Schlossturm – Ganz schön dicke Wände …

Lauenburg - Ausblick vom Turm am Schloss auf die Elbe  ....

Lauenburg – Ausblick vom Turm am Schloss auf die Elbe ….

Lauenburg - ... wieder abwärts, zurück zur Altstadt

Lauenburg – … wieder abwärts, zurück zur Altstadt

Lauenburg - Altstadt - Elbstraße

Lauenburg – Altstadt – Elbstraße

Lauenburg - Altstadt - Raths-Apotheke mit sehr schönem Eingang ...

Lauenburg – Altstadt – Raths-Apotheke mit sehr schönem Eingang …

Lauenburg - Altstadt

Lauenburg – Altstadt

Lauenburg - Altstadt

Lauenburg – Altstadt

Lauenburg - Altstadt

Lauenburg – Altstadt

Graniticum XV - Alter Schwede in Lauenburg -  Pyramide und Megalith sind Symbole für Zeit und Ewigkeit

Graniticum XV – Alter Schwede in Lauenburg – Pyramide und Megalith sind Symbole für Zeit und Ewigkeit (Entwurf: Ludwig Vöpel, Bau: Hitzler-Werft, 2002) – Der Findling wiegt 2.800 kg!

Sie merken,  in Lauenburg gibt es allerhand zu sehen. Wenn Sie selbst zu weit entfernt wohnen, haben Sie die über 800 Jahre alte Schifferstadt heute zumindest via Blog ein wenig kennengelernt. Falls Sie einen persönlichen Besuch planen, entdecken Sie selbst bestimmt noch viel mehr und haben bis dahin das Geschriebene hier samt Fotos sowieso fast schon wieder vergessen.
Wissen Sie, was die meisten Menschen ein paar Monate später aller Voraussicht nach auf Anhieb davon erinnern werden?
Lauenburg? Klar, weiß ich noch! Da gibt’s einen Raddampfer. Irgendein Kaiser. Uralt. Aber ständig aktiv! Und hat das Museum nicht einen Frankenstein-Keller? Ach ja, oben im Turm schwirren saumäßig viel Mücken … Und sonst … Bitte? Die Altstadt? … Oh ja, natürlich, die ist auch sehr schön! Wohnt da nicht Fielmann …?
Vorsicht! Kriegen Sie nichts durcheinander!
Wir sollten Schluss machen. Nur eines noch:
In Lauenburg werden Zäune überaus akkurat angepasst. Schauen Sie einmal hier, die Stelle, an der Felsmauer und Bretterzaun aufeinandertreffen …

Lauenburg - Mauer triff auf Zaun - Der Übergang stimmt ...

Lauenburg – Mauer triff auf Zaun – Der Übergang stimmt …

Eine weiteres (unnützes) Detail, das – wie ich vermute – hartnäckig im Gedächtnis haften bleiben wird. ^^

Nun ist wirklich Feierabend für heute!
Ich wünsche Ihnen einen schönen Sonntag! Bis zum nächsten Mal!

©Oktober 2014 by Michèle Legrand

Michèle Legrand - freie Autorin ©Foto Andreas Grav (Ausschnitt)

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Stippvisite beim Hafengeburtstag 2013 – Schlepperballett und ein volles Hamburg

Hamburg - 824. Hafengeburtstag - 11.05.2013 - 16.00 Uhr - Warten auf den Beginn des Schlepperballetts ... Noch scheint die Sonne.

Hamburg – 824. Hafengeburtstag – 11.05.2013 – 16.00 Uhr – Warten auf den Beginn des Schlepperballetts … Noch scheint die Sonne.

„Bleiben Sie nicht stehen! Gehen Sie weiter!“
Die Stimme ist mittels Technik verstärkt und klingt energisch.
Keine Diskussion!
Zuletzt habe ich solche Anweisungen vor ewigen Zeiten in London im Tower gehört. Bei der Besichtigung der Kronjuwelen. Dort durfte auch keiner irgendwo stehenbleiben.
Überhaupt nicht!
Doch hier geht es offenbar nur um das Stoppen an der richtigen Stelle.
„Gehen Sie bitte bis zur Mitte durch! Dort ist noch Platz! – Nun lassen Sie doch den Kinderwagen auch mit rein!“
Merken Sie, wo wir uns befinden?
Auf einem Bahnsteig der Linie U3 in Hafennähe, und die Anweisungen gelten für die Einsteigenden.

Hafengeburtstag – und Hamburg quillt über!
Nach Marathon, Kirchentag und weiteren Veranstaltungen in diesem Frühjahr, ist diese Feier der vorläufige Abschluss einer richtigen Reihe von Großevents, die die Stadt jedes Mal zum Magneten nicht nur für Touristen, sondern auch für die Einheimischen selbst sowie seine Bewohner aus dem Umland werden lässt.
Während bei den vorherigen Großereignissen alles durch verschiedene, mehr über die Stadt verteilte Veranstaltungsorte, etwas entzerrt wurde, ist diese jährliche Festivität naturgemäß auf einen vergleichsweise relativ kleinen Raum beschränkt – den Hafenbereich.
Versuchen Sie bloß nicht, mit dem Auto direkt dort hinzufahren!
Sperrungen, Umleitungen, Parkplatzmangel, Abschleppen etc. Sie kennen das.
Die Alternative heißt öffentliche Verkehrsmittel. Doch der Haken ist, dass es nur zwei Stationen von U- bzw. S-Bahn gibt, die im Endeffekt aufgrund ihrer Nähe zum Geschehen als Ziel wirklich angesteuert werden. Das sind die Stationen „Baumwall“ und „Landungsbrücken“
Würde man alles laufen lassen wie üblich, gäbe es an diesen Haltepunkten während des Hafengeburtstags Chaos, Mord und Totschlag!
Keine gute Werbung für die Hansestadt, und so ist auf und vor beiden Bahnhöfen Sonderpersonal in neonfarbenen Warnwesten anwesend, das alles regelt und dabei informiert.
Die Helfer haben sich vor nahezu jeder Doppeltür der Wagen mit einer Kelle postiert. Sobald sich die Türen nach der Einfahrt öffnen, wird man „empfangen“ und mehr oder weniger nachdrücklich geleitet.
Der Bahnhof Baumwall, der üblicherweise an beiden Enden des Bahnsteigs Auf- und Abgänge hat, ist in dieser Zeit umgestaltet. Eine Seite ist nur Eingang, die andere ausschließlich Ausgang, und den Zugang zum Bahnsteig regelt allein das Personal. Es lässt immer nur eine begrenzte Anzahl von Fahrgästen auf den Bahnsteig. Einerseits aus Sicherheitsgründen, um zu großes Gedränge(l) und Unfälle zu vermeiden, doch es hat noch einen weiteren Grund: Man hat bemerkt, dass einige (zumindest noch) gar nicht fahren wollen, sondern vielmehr vom hoch über dem Hafen gelegenen Bahnsteig aus in Ruhe den Hafengeburtstag betrachten möchten.
Logenplatz mit tollem Blick auf die Elbe – dadurch jedoch wird der Bahnsteig heillos verstopft.
Dann geht gar nichts mehr!
Also ist es verboten. Wer auf dem Bahnsteig ist, muss in die nächste Bahn einsteigen – begleitet von den schon oben erwähnten Instruktionen, die gebetsmühlenartig wiederholt werden
Werden müssen!
Komischerweise beziehen nämlich viele Menschen die Anweisungen nicht auf sich, sondern meinen, sie gelten nur für den Rest der Truppe.

Im letzten Jahr war ich bereits am Freitag, dem traditionellen Eröffnungstag (diesmal fiel der Startschuss durch den Feiertag  ausnahmsweise schon am Donnerstag) an den Landungsbrücken gewesen. Zu Beginn des Hafenfests ist es am frühen Nachmittag etwas überschaubarer – die zu dem Zeitpunkt noch arbeitende Bevölkerung gesellt sich erst später dazu.
Damals hatte ich vorgehabt, nur kurz einer Einladung des Hamburger Abendblatts zu folgen und dem Gewühl danach wieder zu entkommen. Es entwickelte sich anders, denn ich blieb plötzlich beim Hafengeburtstag hängen. Im Endeffekt sah ich mir die gesamte Einlaufparade der teilnehmenden Schiffe an, und die Zeit verging dabei wie im Flug. Die Atmosphäre war angenehm, so bummelte ich danach weiter an den Landungsbrücken, fotografierte und ging erst Stunden später wieder heim.
Dazu gibt es einen Blogpost mit dementsprechend vielen Fotos! (Link s. u.)

Hamburg - 824. Hafengeburtstag - 11.05.2013 - Statuen, die es nur beim Hafengeburtstag gibt ...

Hamburg – 824. Hafengeburtstag – 11.05.2013 – Statuen, die es nur beim Hafengeburtstag gibt …

Seinerzeit habe ich allerdings nicht das Schlepperballett gesehen, denn dieser Programmpunkt ist ein Publikums-Highlight, das generell erst am Wochenende stattfindet.
Es nehmen Hafenschlepper verschiedener Bauart und unterschiedlichen Alters teil, die den Schleppreedereien Bugsier, Fairplay, Lütgens & Reimers, L. Meyer und Petersen & Alpers gehören und die sonst ihren Platz an einem Schwimmsteg am Elbufer von Neumühlen haben.
Für das Ballett sammeln sich die bis zu 50.000 PS starken Boote auf der Elbe direkt vor den Landungsbrücken und fahren eine Art Choreographie zu einem Wiener Walzer von Johann Strauß.
Das heißt, sie rödeln nicht nur elbauf- und elbabwärts, sie tanzen!
Sie fahren vorwärts und rückwärts, drehen sich, bilden mit ihren Hecks zueinander gerichtet einen Kreis. Sie rollen und stampfen durchs Elbwasser sagen die Kenner, sie preschen vor, wiegen sich dabei nach Back- und Steuerbord und bringen ihre Boote dermaßen zum Schunkeln und Schaukeln, dass mächtig Seegang entsteht!
Sie kommen ganz bewusst dicht an die Anlegestellen – doch selbst ohne diese unmittelbare Nähe laufen die verursachten Wellen Richtung Landungsbrücken aus und schlagen dort mit Wucht an die Pontons. Aufgrund der exzellenten Sicht auf das Geschehen, ist dieser Platz bei Zuschauern beliebt, doch man sollte dort immer zünftig gekleidet sein und mit Gischt, nassen Füßen oder einem mittleren Bad rechnen.
Manch Neuling oder Auswärtiger weiß das nicht …

Ich war in Begleitung und stand ungeplant ganz woanders. Zwar angenehm trocken, nur war die Stelle ein bisschen ungünstig oder – um ganz ehrlich zu sein – sie war für den Zweck „Schlepperballett erleben“ höchst ungeeignet.
Wir haben leider am Anfang einen Fehler gemacht und sind in der Annahme, die Station Landungsbrücken sei komplett überfüllt, bereits am Baumwall ausgestiegen. Nur dort war es nicht anders. Auch dort schoben sich die Massen und wir kamen zu Fuß kaum weiter. Wir stoppten, als es 16 Uhr wurde – und der Tanz der Schlepper offiziell beginnen sollte – an einer Stelle, die trotz Menschenmengen zumindest halbwegs Blick auf das Wasser gewährte.
In gut zwanzig Minuten hatten wir lediglich einige Meter Strecke geschafft, und es war absehbar, dass wir den eigentlichen Ort des Geschehens nicht mehr rechtzeitig erreichen würden.

Hamburg - 824. Hafengeburtstag - 11.05.2013 -  Mengen von Menschen, die  sich zwischendurch verpflegen

Hamburg – 824. Hafengeburtstag – 11.05.2013 – Mengen von Menschen, die sich zwischendurch verpflegen

Von diesem Platz aus entdeckte man durchaus die schunkelnden Schlepper – nur leider sah man sie nie als Gesamtbild. Man erspähte nie alle gleichzeitig, konnte daher das Zusammenspiel nicht verfolgen und keine Choreographie erkennen, bekam auch nicht mit, was sich auf dem Ponton unter den Zuschauern abspielte, denn zwei Schiffe, die Rickmer Rickmers und das Segelschulschiff der deutschen Marine, die Gorch Fock, lagen quasi im Weg und versperrten die Sicht.
Last but not least: der Wiener Walzer war überhaupt nicht zu hören. Er kam  nicht an, stattdessen hörten die Schlepperballett-Fans völlig unpassende Musik samt wummernder Bässe aus den Lautsprecherboxen eines Stands in der hinter ihnen liegenden Budenmeile.

Hamburg - 824. Hafengeburtstag - 11.05.2013 - Es geht los, das Feuerlöschboot macht den Anfang, die Schlepper folgen. Die Wolken werden dichter ...

Hamburg – 824. Hafengeburtstag – 11.05.2013 – Es geht los, das Feuerlöschboot macht den Anfang, die Schlepper folgen. Die Wolken werden dichter …

Hamburg - 824. Hafengeburtstag - 11.05.2013 - Die Schlepper formieren sich ...

Hamburg – 824. Hafengeburtstag – 11.05.2013 – Die Schlepper formieren sich …

Hamburg - 824. Hafengeburtstag - 11.05.2013 - Schlepperballett - ... auf geht's

Hamburg – 824. Hafengeburtstag – 11.05.2013 – Schlepperballett – … auf geht’s

Hamburg - 824. Hafengeburtstag - 11.05.2013 - Während des Schlepperballetts (Mitte) ein Blick hinüber zur Werft (Blohm+Voss, Thyssen)

Hamburg – 824. Hafengeburtstag – 11.05.2013 – Während des Schlepperballetts (Mitte) ein Blick hinüber zur Werft (Blohm+Voss, Thyssen)

Hamburg - 824. Hafengeburtstag - 11.05.2013 - rechts Rickmer Rickmers und daneben die Gorch Fock, Schlepper und zunehmend Wellengang.

Hamburg – 824. Hafengeburtstag – 11.05.2013 – rechts Rickmer Rickmers und daneben die Gorch Fock, links die Schlepper und zunehmend Wellengang.

Nun, wie schaut es aus? Dumm gelaufen, Enttäuschung, Frust?
Ach, überhaupt nicht!
Es war trotz allem längst nicht so miserabel, wie es sich eben vielleicht anhörte!

Der alternative Anblick der Rickmer Rickmers und der Gorch Fock lohnt sich, der Versuch, sich den Walzer zu Schlepperbewegungen vorzustellen, sich ihn allein im Kopf abspielen zu lassen, ist schon eine erheiternde Herausforderung! Ausschlaggebend für das Gefühl, doch ein schönes Erlebnis gehabt zu haben, waren aber auch die mit anwesenden Menschen die durchweg guter Dinge waren.
Wissen Sie was?
Zu weit weg von der einen Sache zu stehen, heißt andererseits doch nur, man steht  dicht an einer anderen!
Was mir speziell ins Auge fiel und mich immer wieder auf das Wasser in unmittelbarer Nähe blicken ließ, war folgendes:
Andere Boote durften in der Zeit den Bereich, in dem die Schlepper agierten, natürlich nicht durchqueren. Sie formten derweil einen imaginären großen Kreis um die Schlepper herum und warteten. Einige gezwungenermaßen, andere hatten sich extra dort platziert, um alles gut sehen zu können.

Hamburg - 824. Hafengeburtstag - 11.05.2013 - ... noch ein bisschen mehr Seegang. Die kleinen Booten hüpfen wie Nussschalen auf und ab ...

Hamburg – 824. Hafengeburtstag – 11.05.2013 – … noch ein bisschen mehr Seegang. Die kleinen Boote hüpfen wie Nussschalen auf und ab …

Unheimlich viele Boote unterschiedlichsten Stils bildeten bunte Farbtupfer auf dem Grau des Elbwassers. Zuerst als ruhig liegende, fixierte Punkte, doch mit zunehmendem Wellengang wippten und zappelten sie recht unkontrolliert. Auf dem Höhepunkt des Schlepperballets wurden sie, Nussschalen oder leeren Joghurtbechern gleich, regelrecht auf und ab geworfen.
Sie schienen beinahe wie fliegende Fische aus dem Wasser zu springen!
Die an Bord Anwesenden hatten hoffentlich alle einen unempfindlichen Magen … Selbst der Bug einer relativ großen Motoryacht wurde von diesen Wellen hoch angehoben und stürzte danach förmlich ab!
Sie merken, trotz eingeschränkter Sicht war etwas los!

Richtig Stimmung kam auf, als das Mordsgetöse der Signalhörner (von vorne) herüberschallte und den Wummerbass (von hinten) damit übertönte.
Zwischendurch ertönte über den Köpfen das Brummen von Propeller-Flugzeugen, das viele Hamburger auch schon bei anderen Anlässen gehört haben. Es stammt von der alten Tante Ju (JU 52). Auch sie unternahm anlässlich des Hafengeburtstags Rundflüge – diesmal sogar im Doppelpack!

Hamburg - 824. Hafengeburtstag - 11.05.2013 - ... zwischendurch brummt sie über die Köpfe hinweg_ Die Tante Ju (JU 52) in doppelter Ausführung.

Hamburg – 824. Hafengeburtstag – 11.05.2013 – … zwischendurch brummt sie über die Köpfe hinweg_ Die Tante Ju (JU 52) in doppelter Ausführung.

Als das Ballett um 17 Uhr endete und wir gleich wieder zurück zur U-Bahn mussten, kamen wir auf dem Weg zur Station Landungsbrücken immerhin noch an einigen Schiffen vorbei.
Was mich – selbst bei einem solch kurzen Besuch – beeindruckt, ist der Anblick des Zusammentreffens von alt und neu. Die Begegnung von früher und heute, das Nebeneinander von beinahe altertümlich und höchst modern.

Schauen Sie einmal hier:
Vornean liegt die Rickmer Rickmers (1896 gebaut), dahinter die Masten – die so aussehen, als hätte die Rickmers fälschlicherweise kleine dazwischen – diese Masten stammen vom Segelschulschiff Gorch Fock (Baujahr 1958) und die komischen, völlig unpassenden „Aufbauten“ in weiß, die man auf dem Deck der Rickmers zu sehen glaubt, sie stammen von der ganz neuen, erst am Freitag getauften MS Europa 2, die gerade Richtung Lissabon ausläuft.

Hamburg - 824. Hafengeburtstag - 11.05.2013 - Rickmer Rickmers, dahinter Gorch Fock und EUROPA 2 auslaufend

Hamburg – 824. Hafengeburtstag – 11.05.2013 – Rickmer Rickmers, dahinter Gorch Fock und MS Europa 2 auslaufend

Oder hier:
Die Cap San Diego, Baujahr 1962, das engl. Marineschiff Defender (im März 2013 in Dienst gestellt), direkt dahinter ist noch ein Stück der Sachsen (F 219) zu sehen, die 2004 ihren Dienst aufnahm. Außerdem ein kleines Hilfsschiff der dt. Marine, Y835, welches 1993 gebaut wurde. Rechts an allen vorbei zieht das moderne, einen Tag zuvor getaufte Kreuzfahrtschiff MS Europa 2

Hamburg - 824. Hafengeburtstag - 11.05.2013  - Cap San Diego (1962), Defender, dahinter die Sachsen, neben ihnen  MS Europa 2

Hamburg – 824. Hafengeburtstag – 11.05.2013 – Cap San Diego (1962), Defender, dahinter die Sachsen, neben ihnen MS Europa 2. Vorne eine der Barkassen, die Gäste zum Musical „König der Löwen“ ans andere Elbufer bringen.

 

Hier auf diesem Foto, ein kleines Stück weiter aufgenommen, kommt auch noch die Rickmer Rickmers mit ins Bild. Von ihrem Alter ausgehend, liegen hier zwischen dem ältesten und dem neuesten Schiff ca. 117 Jahre!

Hamburg - 824. Hafengeburtstag - 11.05.2013  - Cap San Diego (Bj. 1962), Defender, Sachsen (F 219,  vorne Rickmer Rickmers (Bj. 1896)

Hamburg – 824. Hafengeburtstag – 11.05.2013 – Cap San Diego (Bj. 1962), Defender, Sachsen (F 219, vorne Rickmer Rickmers (Bj. 1896)


Irgendwo auf dem Weg hatte ich neben einem hochmodernen Boot des Küstenschutzes auch die Ubena von Bremen, den Nachbau einer Kogge gesehen, der uralt wirkt und doch erst 1988 Kiellegung hatte. Ein äußerst interessantes Gemisch, überaus kontrastreich.

Die Stippvisite in den Hafen hat sich gelohnt. Der Hafengeburtstag ist eine Veranstaltung mit sehr positiver Atmosphäre und abwechslungsreichem Angebot. Insgesamt 1,5 Millionen Gäste sollen an den insgesamt vier Tagen dort gewesen sein. 90.000 Menschen besichtigten Schiffe, allein 12.000 die Gorch Fock!
500 Buden waren diesmal aufgebaut, es gab die Tauffeier der MS Europa 2 vor Blankenese, es gab Feuerwerk, es gab Musik, Unterhaltung, Wasserski-Darbietungen, die zielgenauen Sprünge von Fallschirmspringern und vieles, vieles mehr.

Als ich am vergangenen Sonnabend kurz vor Mitternacht bereits im Bett lag, ertönte nach dem Feuerwerk ab 23.45 Uhr knapp eine halbe Stunde lang ein Konzert der Nebelhörner von ich weiß nicht wie vielen Schiffen! Gut hörbar – obwohl ca. neun Kilometer von mir entfernt.

Es ist halt das größte Hafenfest der Welt, und ich habe mir vorgenommen, auch beim 825. Geburtstag wieder vorbeizuschauen.
Schlepperballett ansehen. Dann aber vom richtigen Platz!

Vielleicht führt Sie Ihr Weg ja auch eines Tages dorthin (falls Sie nicht schon dort waren).

(Der Link zu den Fotos vom Vorjahr – Viele der Schiffe kommen regelmäßig und waren auch in diesem Jahr wieder zu Gast)
-> https://michelelegrand.wordpress.com/2012/05/13/hangengeblieben-beim-hafengeburtstag-worlds-greatest-port-festival-in-hamburg/

©Mai 2013 by Michèle Legrand

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Auf ein Wort … an der Elbe bei Blankenese

Hamburg - Blankenese (Richtung Falkensteiner Ufer) - Elbe mit Segelschiff Mare Frisium

Hamburg – Blankenese (Richtung Falkensteiner Ufer) – Elbe mit Segelschiff „Mare Frisium“

August ist da.
Denken Sie eigentlich dabei grundsätzlich sofort an den Monat?
Oder kennen Sie persönlich einen August, der sie gerade mit seiner Anwesenheit beehrt (da ist)?
August löst bei mir immer mehrere Assoziationen aus. Ein weißhaariger Onkel meiner Mutter hatte diesen Namen, der Hamster eines Nachbarkindes aus eigenen Kindertagen hieß ebenso.
Es taucht auch sogleich Augustus „Gussie“ Fink-Nottle vor meinem inneren Auge auf. Dieser August ist eine Figur, die in den Jeeves (and Berti Wooster) Romanen von P. G. Wodehouse vorkommt. Ein bebrillter, etwas verhuschter, eher zurückgezogener und gern in (Liebes-)Dramen verwickelter junger Mann aus der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts mit einer immensen Vorliebe für Wassermolche. Ein leicht weltfremder, kolossaler „newt nerd“. Und da ich gerade – ebenfalls etwas weltfremd – an der Elbe in der Augustsonne sitze und ein dunkler Schatten durch das Wasser flitzt, kam August, der Molchfreak, mir automatisch mit in den Sinn.
Sie merken sicherlich, heute ist lockeres, entspanntes Gespräch angesagt. Geplänkel. Dies und das steht auf dem Programm.
Ich hätte Ihnen ja auch gern eher gesagt, dass ich an die Elbe gehe – falls Sie vorgehabt hätten mitzukommen – doch seit die Olympischen Spiele im Gange sind, habe ich den Eindruck, die Mehrzahl der Menschen ist momentan damit hinreichend beschäftigt und ausgelastet. Was ich völlig in Ordnung finde!
Sollten Sie zwischen Turmspringen, Fechten, Rudern, Reiten etc. kurz Zeit haben, setzen Sie sich zu mir, lassen sie die Füße in die Elbe baumeln und plaudern einfach mit.

Dies ist Blankenese, ein recht feiner Stadtteil im Westen Hamburgs, direkt am Fluss gelegen. Besonders und markant für Blankenese ist, dass es Berge hat.
Oder Hügel.
Wir wollen ja nicht übertreiben.

Hamburg, Blankenese, Blick auf den Süllberg - 01082012

Blankenese – Blick auf den Süllberg

Süllberg, Waseberg, Kiekeberg und Baurs Berg. Am höchsten ist der letzte, jedoch knackt keiner von ihnen die 100 m Marke. Möglicherweise haben die Sportfans unter Ihnen den Waseberg schon einmal im Fernsehen gesehen. Bei den Vattenfall Cyclassics müssen die Radsport-Athleten diesen Berg erklimmen. Die ersten 400 m sind noch erträglich, die letzten 300 m weisen jedoch eine Steigung von 16 % auf.
Also doch ein Berg …
Ansonsten gibt es viel Grün. In früheren Zeiten befanden sich hier ausgedehnte Wälder, in denen sich „heidnisches Raubgesindel“ herumtrieb. So schrieb man im 11. Jahrhundert. Später waren es eher Waldgeister, Trolle, Feen u. a., die Blankenese heimsuchten.
Ich habe bisher weder das eine noch das andere entdeckt.
Heute sind die Hänge dicht besiedelt und Trolle finden sich hier höchstens in Form von Gartenzwergen.

Wie ich hinunter zum Fluss gekommen bin bei all den Steigungen bzw. Abhängen?
Blankenese hat ein Treppenviertel. Von der Elbchaussee führen an vielen Stellen kreuz und quer über den Hang verteilt recht steile Treppen zu den einzelnen Häusern und letztendlich ganz hinunter zum Wasser. Es gibt einige schmale, kurvenreiche Straßen, auf denen zum Teil  sogar ein Bus verkehrt. Allerdings ein spezieller Bus, ein kürzeres und schmaleres Modell als das, was in Hamburg üblicherweise auf den Straßen anzutreffen ist. Die Linie 48  des HVV verkehrt zwischen dem oben gelegenen Blankeneser S-Bahnhof und dem Strandweg am Elbufer. Bergziege heißt passenderweise dieser Kletterkurzbus, und sein Fahrer braucht wirklich Nerven aus Stahl, um hier heil um die Kurven zu kommen, bzw. die Steigungen zu nehmen. Ein Falschparker und schon geht nichts mehr! Glätte im Winter? Albtraum!

Hamburg, Blankenese ... steil hinauf (oder herab) über eine der zahlreichen Treppen ..

Blankenese … steil hinauf (oder herab) über eine der zahlreichen Treppen.

Hamburg, Blankenese - Treppenviertel - 01082012

Blankenese – Treppenviertel

Hamburg, Blankenese - Treppauf, treppab ...

Blankenese – Treppauf, treppab …

Hamburg -  Blankenese - Das "Strandhotel" am Strandweg ...

Blankenese – Das „Strandhotel“ am Strandweg …

Hamburg -  Blankenese -  ... schön angelegt im Bauergarten-Stil

Blankenese – Am Strandweg … schön angelegt im Bauergarten-Stil

Wir haben aber keinen Winter. Im Gegenteil. Es ist wieder warm, die Sonne hat es am Nachmittag geschafft, sich gegen die Wolken durchzusetzen, und so glitzert das Wasser der Elbe verlockend. Einzelne Menschen und vor allem mehrere schwer begeisterte Hunde, haben sich in die Fluten gestürzt, Boote tuckern auf dem Strom, Containerfrachter erreichen und verlassen die Hansestadt.
Die Restaurants und Cafés am Ufer sind – obwohl es kein Wochenende ist – gut besucht, zahlreiche Spaziergänger und Radfahrer unterwegs. Es ist erholsam am Wasser, und so sitze ich nun hier und erzähle Ihnen davon.

Hamburg - Blankenese - Einlaufender Containerfrachter  ... und irgendwie schaut's aus, als hätte er oben ein Schiff quer geladen (Brücke)

Blankenese – Einlaufender Containerfrachter … und irgendwie schaut’s aus, als hätte er oben ein Schiff quer geladen (Brücke)

Hamburg - Blankenese - ... der Containerfrachter brachte übrigens die Anlieferung für das Baumhaus..

Blankenese – … der Containerfrachter brachte übrigens die Anlieferung für das Baumhaus (Vorhaben „Luxurious Elbtree Residence“)

Hamburg - Blankenese - Ab ins Wasser  ...

Blankenese (Richtung Falkensteiner Ufer) – Ab ins Wasser …

Hamburg -  Elbe - Falkensteiner Ufer - Sonne und glitzerndes Wasser am 1. August 2012

Falkensteiner Ufer – Sonne und glitzerndes Wasser am 1. August 2012

Dies und das.
Das war dies.
Das ist, dass ich Ihnen eine kleine Blog-Vorausschau liefern möchte. In nächster Zeit plane ich u. a. Posts zu folgenden Themen:

1)
Es gibt in Hamburg sogenannte Kontorhäuser, gebaut in  der Zeit von ca. 1890 bis vor den ersten Weltkrieg. Damals eindrucksvoll, oftmals während des zweiten Weltkriegs stark beschädigt, aber in den letzten Jahrzehnten saniert und restauriert. Viele von ihnen haben wunderschöne Treppenhäuser! Darüber werde ich künftig berichten. Da ich immer wieder welche entdecke, schwebt mir eine lockere Serie vor, die von Zeit zu Zeit ein neues Haus vorstellt.
Nicht wie ein Lexikon!
Ich habe einige schöne Aufnahmen und werde dazu und zu Besonderheiten einige Anmerkungen machen.
2)
Ich würde Ihnen gern ein bisschen Hagenbecks Tierpark schmackhaft machen.
3)
Bei den verbliebenen Teilnehmern des Model Contests QUARREE GESICHTER 2013 geht es in die nächste Runde. Die neuen Workshops starten an diesem ersten August-Wochenende, ein Event (die Models als lebende Schaufensterpuppen) findet Ende des Monats statt, und danach arbeiten die Finalisten darauf hin, im Oktober bei den finalen Modenschauen als Sieger hervorzugehen! Es gibt somit einiges zu berichten.

Zwischendurch werden höchstwahrscheinlich immer wieder Dinge einfach ungeplant „passieren“. Sie werden – wie bisher auch – kurzerhand eingeschoben.

So, langsam kriege ich kalte Füße hier am Wasser, und bei Ihnen geht sehr wahrscheinlich die Olympiade weiter. Nicht dass Sie die Entscheidung verpassen …

Es war nett, mit Ihnen zu plaudern. Bis demnächst!

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Hängengeblieben – beim Hafengeburtstag! (World’s greatest port festival in Hamburg)

Hamburg - Hafengeburtstag 11.05.2012 - rechts Cap San Diego

11.-13.05. 2012 – 823. Hafengeburtstag in Hamburg

Kennen Sie das?
Sie gehen am Abend ins Bett und kaum liegen Sie, schon fängt Ihr Nachtlager an zu schwanken!
Bevor Sie jetzt vorangegangenen, hemmungslosen Alkoholgenuss, vorbeirumpelnde Güterzüge oder leichte Erdbeben vermuten – die Ursache war eine andere.
Ich habe am Nachmittag des bewussten Tages einige Stunden auf den Anlegepontons im Hamburger Hafen verbracht, die sich ständig heben und senken. Natürlich umso mehr, je ausgeprägter der Schiffsverkehr auf der Elbe ist.
War nun am Freitag Verkehr?
Doch, ja! Am vergangenen Wochenende wurde in Hamburg der 823. Hafengeburtstag gefeiert, und es liegt nun einmal in der Natur der Sache, dass zu einem solchen Anlass das eine oder andere Boot den Fluss entlangkommt (so klingt Understatement bei einer Hanseatin).
Der 823. Hafengeburtstag. Enorm, oder?
Am 07. Mai 1189 stellte Kaiser Friedrich Barbarossa den Hamburgern einen Freibrief aus, und fortan wurde ihnen für ihre Schiffe auf der Elbe zwischen Hamburg und der Nordsee Zollfreiheit gewährt. Die Ausmaße des Hafens in seinen Anfängen waren selbstverständlich viel geringer, als dies heute der Fall ist.
Aber Hafen ist Hafen! Basta. (Sie erkennen hier die dann und wann auftretende  leichte Sturheit einer Hanseatin)

Denken Sie auch manchmal, dann müssten nach Adam Riese jetzt schon 823 wilde Partys gestiegen sein? Prüfen wir es nach: Zumindest Friedrich Barbarossa konnte nicht mehr viel mitfeiern, der ertrank bereits ein Jahr später am 10. Juni 1190 am Fluss Saleop im südlichen Anatolien. Doch vielleicht sagte einer seiner Mitstreiter im Jahre 1199:
Leute, es ist jetzt schon zehn Jahre her mit unserem Hafendingens. Heute gibt es Torte!
Das könnten die Anfänge gewesen sein. 50 Jahre später reichte ihnen Feingebackenes unter Umständen nicht mehr. Da hieß die Anweisung vielleicht schon:
Boote putzen! Proviant herbei! Kapelle! Gäste einladen!

Im Laufe der Jahrhunderte stank dem einen oder anderen möglicherweise der ganze Aufwand. Jedenfalls konnte man sich nicht zu etwas Offiziellem durchringen oder sich auf etwas regelmäßig Wiederkehrendes einigen. Das Thema Geburtstagsfest geriet in Vergessenheit. Man feierte höchstens einzelne kleine, nicht öffentliche Veranstaltungen am inzwischen existenten Überseetag (seit 63 Jahren am 07.05) und verband es mit der Ehrung von verdienten, langjährigen Mitarbeitern des Hafens.
Vor 35 Jahren befand der damalige Wirtschaftssenator Prof. Dr. Wilhelm Nölling, dass eine Hafengeburtstagsfeier eine super Sache wäre, und so führte man diese 1977 ein. Ganz klein, nur mit ein paar Schaustellern. Erst nach und nach (Carlheinz Hollmann war für die Programmhöhepunkte wie das Schlepperballett zuständig) wurde daraus das heute bekannte, riesige Hafenfest. Man spricht davon, dass es das weltweit Größte seiner Art sei. Im Jahr 1989, als der 800. Jahrestag anstand, wurde sogar das ganze Jahr über mit weiteren Veranstaltungen gefeiert!
Wir haben also gelernt, es gab nicht seit 1189 kontinuierlich Hafenfeste. Und wir lernen jetzt: Aus diesem Grund ist es nötig, dass wir heute immer jeweils drei Tage feiern – um nachzuholen …

Ich war vor einigen Jahren zum letzten Mal bei diesem Fest und fand es durchaus schön, aber gleichzeitig auch unheimlich wühlig und definitiv zu voll.
Hin oder nicht? In jedem Folgejahr flammte die Frage auf, und oft entschied einfach das Wetter. War ich nicht dort, gab es immerhin viele Berichte und Bilder in Zeitung und Fernsehen.
In diesem Jahr bekam ich eine Information, dass am ersten Tag der Feierlichkeiten ein neues Wahrzeichen meiner Tageszeitung eingeweiht werden sollte. Das Hamburger Abendblatt ließ aus Aluminium ein (letztendlich) ca. 18 m langes Boot bauen, das aussieht wie ein gefaltetes Papierschiffchen. Er trägt Werbung im Design der Zeitung mit den typischen Farben (grün) und der bekannten Schriftart. Es ist auf einem dunkelgrünen Ponton befestigt, auf dem es befördert werden kann, denn es ist selbst nicht schwimm- bzw. fahrtauglich.

Hamburg - Hafengeburtstag 2012: Das neue Wahrzeichen des Hamburger Abendblatts, das an diesem Nachmittag vorgestellt wurde _ Alusschiffchen auf Ponton

Das neue Wahrzeichen des Hamburger Abendblatts: 18,4 m lang, sechs Meter breit und 5,5 Meter hoch.

So eine kleine Aktion wie Schiffsvorstellung gepaart mit Shanty-Chor und Elbgeruch entsprach meiner Vorstellung. Zusätzlicher Pluspunkt: Am ersten Tag, dem Freitag, ist am frühen Nachmittag meist noch nicht ganz so viel los. Meine Idee war ein Kurztrip in den Hafen, um die Enthüllung mitzuerleben und mich ein bisschen umzusehen (Baustand der Elbphilharmonie, Trubel ringsherum). Das Abendblatt Schiffchen sollte vom Ponton an der Überseebrücke noch vor dem Eintreffen der ersten Schiffe der Einlaufparade hinaus auf die Elbe gezogen und in die Hafencity gebracht werden. Ich wollte danach noch ein oder zwei der an der Parade teilnehmenden Schiffe abwarten und bei zunehmender Fülle und Platzmangel wieder verschwinden.

Hafengeburtstag in Hamburg - Abendblatt-Schiff - es wurde nach seiner Vorstellung samt Ponton zur HafenCity geschoben

Nach seiner Vorstellung auf dem Weg in die HafenCity …

Ein Blick umher …

Hamburg - Hafengeburtstag 2012 - Blick Richtung Speicherstadt - 11.05.2012

Blick Richtung Speicherstadt

Hamburg -  Hafengeburtstag - Altes zum Restaurant umgebautes Feuerschiff im Hafen

Altes zum Restaurant umgebautes Feuerschiff im Hafen

Hafengeburtstag in Hamburg 2012 - Hafen mit Blick auf die im Bau befindliche Elbphilharmonie

Hafen mit Blick auf die im Bau befindliche Elbphiharmoniel

Hafengeburtstag in Hamburg: Hochseilklettern anlässlich des Hafengeburtstages für 5 €

Hochseilklettern anlässlich des Hafengeburtstages für 5 € …

Was aus diesem Plan wurde? Im Endeffekt war ich fast fünf Stunden im Hafen unterwegs – und eben einen Großteil der Zeit unten auf den schwankenden Anlegepontons! Ich werde nicht gleich seekrank und mag die unmittelbare Nähe zum Wasser – vor allem die herrlichen Geräusche, die dort entstehen! Bei Wellengang heben und senken sich die einzelnen, durch Stahlblechplatten (zum Überqueren) miteinander verbundenen, Pontons unterschiedlich. Die Stahlplatten liegen locker auf, damit sie Platz zum Arbeiten haben und bei unterschiedlichem Niveau der Pontons und den sich daraus ergebenden Verschiebungen nicht aus ihrer Verankerung reißen. Bei diesem Auf und Ab und Hin und Her knartzen und quietschen sie, was das Zeug hält oder krachen gelegentlich, wenn der Seegang besonders heftig ist. Dieser Lärm kommt  sehr unterschiedlich bei den Besuchern an. Manche beachten es überhaupt nicht, ein älterer Herr murrt beim Quietschen hingegen: „Das holt ja den letzten Zahnschmelz runter …!“
Der Wind pfeift um die Ohren und jeder, der fest am Kopf sitzende Haare hat, kann sich glücklich schätzen. Die Frisur selbst hat keine Chance, nur da alle dort so zerfleddert aussehen, ist es völlig egal. Hüte und Mützen müssen stramm sitzen. Es gibt keine Statistik darüber, wie viele Kopfbedeckungen im Laufe der Zeit in der Elbe gelandet sind – doch gefühlsmäßig müsste es das Flussbett langsam auskleiden.
Es kann auch feucht zugehen – gelegentlich werden die Pontons von den Wellen überspült. Es heißt also aufpassen …
Als die deutsche Fregatte Mecklenburg-Vorpommern (F218), eines der ersten Schiffe am Freitag, sich nähert, wird sie von einem Feuerlöschboot begleitet, das die ganz Zeit zu beiden Seiten große Fontänen sprüht. Beim Herannahen spürt man die erste Gischt in der Luft. Noch ist es nur ein feiner, feuchter Nebel …
Die Insider verstecken sich hinter den flachen Gebäuden auf den Pontons. Doch die Besatzung des Feuerlöschbootes hat ein Einsehen und stellt ihre Fontänen ab, während das Boot den Ponton passiert.

Hafengeburtstag 2012 in Hamburg - Das Einlaufen der deutschen Fregatte Mecklenburg-Vorpommern (F 218)

Hafengeburtstag 2012 in Hamburg – Das Einlaufen der deutschen Fregatte Mecklenburg-Vorpommern (F 218)

Hamburg - Hafengeburtstag - F218 begleitet vom einem Feuerlöschboot, das auch fast die Besucher auf dem Ponton duscht.

F218 begleitet vom einem Feuerlöschboot, das auch fast die Besucher auf dem Ponton duscht …

Weitere Schiffe der Parade …

Hamburg - Hafengeburtstag - 11.05.2012 - Gast in Hamburg: die FREYA

Gast in Hamburg bei der Einlaufparade: die FREYA

Hamburg - Hafengeburtstag - 11.05.2012 - Stimmung  auf der Aurora - Blaskapelle an an Bord - winkende Passagiere an Deck

Stimmung auf der Aurora, die den einlaufenden Schiffen entgegenfährt: Blaskapelle an an Bord – winkende Passagiere an Deck

Hamburg - Hafengeburtstag - 11.05.2012 - Einlaufen einer Vielzahl unterschiedlicher Schiffe und Boote

Einlaufen einer Vielzahl unterschiedlicher Schiffe und Boote

Hamburg - Einer der hier ständig fahrenden Ausflugsraddampfer ...

Einer der hier ständig fahrenden Ausflugsraddampfer: Die Mississippi Queen

Irgendwie verging die Zeit wie im Flug. Die Schiffe kamen und mit ihnen die Menschenmassen. Die Pontons füllten sich stetig, beim Blick Richtung Land sah man  ebensolche Massen auf den Landungsbrücken und der Promenade stehen. Aus den Stationen der U- und S-Bahn quollen bunte Punkte, die zielstrebig zum Wasser eilten.
Irgendwann wurden wir alle von den zum Zoll gehörenden Polizisten vom Ponton verscheucht.
Meine Damen und Herren! Bitte verlassen Sie sofort diesen Ponton! Hier wird in Kürze ein Schiff anlegen. Zu Ihrer eigenen Sicherheit … u.s.w.
Es stellte sich heraus, dass die F218 diese Stelle als Anlegeplatz zugewiesen bekommen hatte. Der Bereich an der Überseebrücke ist generell der Platz der Marineboote während dieses Hafengeburtstages.

Hamburg - Hafengeburtstag - 11.05.2012 - Marineschiffe haben festgemacht - im Hintergrund die Elbphilharmonie

Marineschiffe haben festgemacht – im Hintergrund die Elbphilharmonie

Hamburg - Hafengeburtstag - 11.05.2012 - Man ist am Schönmachen  (Aufhängen der Lichterketten)

Hamburg – Hafengeburtstag – 11.05.2012 – Man ist am Schönmachen (Aufhängen der Lichterketten)

Auf diese Weise vertrieben, schob ich mich langsam weiter. Mein Weg führte mich jetzt oben auf der Promenade entlang und von der Kehrwiederspitze und Vorsetzen weg in Richtung Alter Elbtunnel. Die Sicht über den Fluss ist von dort aus auch gut, nur stehen mehr Menschen direkt an den Geländern vor einem. Während des Fotografierens habe ich hier häufig plötzlich einen herumfuchtelnden Arm im Bild.

Hamburg - Hafengeburtstag - 11.05.2012 - Blick an Land Richtung U-Bahn Station Baumwall

Blick an Land Richtung U-Bahn Station Baumwall

Hamburg - Hafengeburtstag - 11.05.2012 - Blick Richtung Land ...

Im Hafenbeckenzwischen Land und Pontons …

Hamburg - Hafengeburtstag - 11.05.2012 - Blick von den Pontons an Land zum Überseebrücken-Restaurant mit den Tanzenden Türmen im Hintergrund

Blick von den Pontons an Land zum Überseebrücken-Restaurant mit den Tanzenden Türmen im Hintergrund

Hafengeburtstag 2012 in Hamburg: Zwischendurch auch neugierige Blicke aus der U-Bahn ...

Zwischendurch auch neugierige Blicke aus der U-Bahn …

Hamburg - Hafengeburtstag - 11.05.2012 - Buntes Treiben an Land ...

Hafengeburtstag – 11.05.2012 – Buntes Treiben an Land …

Überall sind Buden mit Essen, Trinken („Fressmeile“) oder auch Stände, die Bernstein, Taschen, Souvenirs und Postkarten anbieten. Manche Menschen sehe ich häufiger, was mich überrascht angesichts der Menge von Leuten. Ein Ehepaar, das die gleichen Jacken trägt (um sich besser wiederzufinden?), eine aufgekratzte Gruppe von sechs Frauen, die  hauptsächlich durch den verursachten Lärmpegel auffällt, zwei Herren, die jeder mit jeweils zwei Kameras behängt sind, eine Familie, die ständig „Roman, komm zurück!“ ruft, und ein Bayer, der immer, wenn ich ihm wieder begegne, ein Bier in der Hand hat und von „Gaudi“ redet.

Hamburg - Hafengeburtstag - 11.05.2012 - Natürlich haben auch die Buden maritimen Touch ...

Natürlich haben auch die Buden maritimen Touch …

Hamburg - Hafengeburtstag - 11.05.2012 - Dürfen natürlich nicht fehlen: Taschen und Postkarten

Dürfen natürlich nicht fehlen: Taschen und Postkarten

Charlie Chaplin steht auf einer silbernen Kiste und wird von vielen als Statue wahrgenommen. Auch Hunde ignorieren ihn anfangs komplett. Sie bellen irgendwann, als der durchaus lebendige Darsteller ein wenig die Position ändert …

Hamburg - Hafengeburtstag - 11.05.2012 - Er war echt (was die Hunde erst etwas später merkten ...)

Charlie Chaplin war echt (was die Hunde erst etwas später merkten …)

Die Cap San Diego, normalerweise ein Museumsschiff mit festem Liegeplatz, war seit dem Vormittag zu einer Ausfahrt unterwegs und kommt bei der Einlaufparade wieder mit zurück in ihren Heimathafen. Jedes Schiff wird begrüßt, die entsprechenden Hymnen des Herkunftslandes abgespielt. Manchmal erhalten die Zuschauer noch ein bisschen mehr Information zu dem gerade vorbeikommenden Teilnehmer der Parade.

Hamburg -Hafengeburtstag - 11.05.2012 - Betrieb auf der Elbe ...

Hafengeburtstag – 11.05.2012 – Betrieb auf der Elbe …

Hamburg - Hafengeburtstag - 11.05.2012 - Andrang und der Wunsch nach einem Platz mit guter Sicht ...

Andrang und der Wunsch nach einem Platz mit guter Sicht …

Hamburg - Hafengeburtstag - 11.05.2012 - Während die MARE FRISIUM schon einmal auf der Elbe gedreht hat, fährt die ALEXANDER VON HUMBOLDT II jetzt ein

Während die MARE FRISIUM schon einmal auf der Elbe gedreht hat, fährt die ALEXANDER VON HUMBOLDT II jetzt ein

Hamburg - Hafengeburtstag - 11.05.2012

Hamburg - Hafengeburtstag - 11.05.2012 - Getümmel bei der Rickmer Rickmers, dahinter einlaufende Segelboote, Wetter durchwachsen (die ersten Schirme, von T-Shirt bis Mantel alles dabei)

Getümmel bei der Rickmer Rickmers, dahinter einlaufende Segelboote, Wetter durchwachsen (die ersten Schirme, von T-Shirt bis Mantel alles dabei)

Hamburg - Hafengeburtstag - 11.05.2012 - Man flaniert mehrstöckig ...

Man flaniert mehrstöckig …

Hamburg - Hafengeburtstag - 11.05.2012 - Auch die DAR MLODZIEZY hat angelegt ...

Auch die DAR MLODZIEZY hat angelegt …

Hamburg - Hafengeburtstag - 11.05.2012 - Im Vordergrund die "MIR"

Im Vordergrund rechts die „MIR“ …

Hamburg - Hafengeburtstag - 11.05.2012 - Alexander von Humboldt II an den Landungsbrücken

Alexander von Humboldt II an den Landungsbrücken

Hamburg - Hafengeburtstag - 11.05.2012 - Schöne Aussicht auch für die Mitarbeiter  der OPDR ...

Schöne Aussicht auch für die Mitarbeiter der OPDR …

Hamburg - Hafengeburtstag - 11.05.2012 - Vorne die MIR, dahinter die Alexander von Humboldt II

Vorne die MIR, dahinter die Alexander von Humboldt II

Hamburg - Hafengeburtstag - 11.05.2012 - Kruzenshtern

Hafengeburtstag – 11.05.2012 – Kruzenshtern

Hamburg - Hafengeburtstag - 11.05.2012 - Kruzenshtern

Rechts im Bild: Kruzenshtern

Hamburg-Hafengeburtstag - 11.05.2012 - Die Landungsbrücken in Höhe des Alten Elbtunnels (Sie führen zu den Pontons, an denen viele Segelschiffe festmachten)

Die Landungsbrücken in Höhe des Alten Elbtunnels (Sie führen zu den Pontons, an denen viele Segelschiffe festmachten)

Hamburg - Hafengeburtstag - 11.05.2012 - Viel los an den Landungsbrücken - auch die Mannschaften sind unterwegs ...

Viel los an den Landungsbrücken – auch die Mannschaften sind unterwegs …

Die großen Segelschiffe „Dar Mlodziezy“, „Kruzenshtern“, „Mir“, „Alexander von Humboldt II“ u. a. legen sogar an den Landungsbrücken an, und es besteht die Möglichkeit, sie zu besichtigen.
Ein Hilfsschiff der französischen Marine (A669) hat ebenfalls hier festgemacht.

Hamburg - Hafengeburtstag - 11.05.2012 - Auch ein Hilfsboot der franz. Marine legt an ...

Auch ein Hilfsboot (A669) der franz. Marine legt an …

Die Elbe ist mittlerweile voll von Booten aller Typen, die in beiden Richtungen unterwegs sind. Die ersten haben schon gedreht und kommen bei der Rücktour erneut vorbei, die letzten tauchen das erste Mal vor ihrem Publikum auf. Feuerwehr, Marine, Fischereischutzboot „Seefalke“, das Technische Hilfswerk, die Wasserschutzpolizei, die Bundespolizei („Bad Bramstedt“), das Zollschiff „Borkum“, alte Hafenfähren („Tonne“), Schlepper, Motor- und Segelyachten sowie die Traditions- und Museumsschiffe sind präsent.

Hamburg - Hafengeburtstag - 11.05.2012 - An den Franzosen zieht ein alter Kran vorbei (mit Hilfe des Schleppers)

An den Franzosen zieht ein alter Kran vorbei (mit Hilfe des Schleppers)

Hamburg - Hafengeburtstag - 11.05.2012 - Die Küstenwache mit einem sehr modernen Doppelrumpfboot ...

Hamburg – Hafengeburtstag – 11.05.2012 – Die Küstenwache mit einem sehr modernen Doppelrumpfboot …

Hamburg - Hafengeburtstag - 11.05.2012 - Segelboote auf der Elbe - im Vordergrund Boote des Zolls und der Polizei, im Hintergrund die Werft Blohm + Voss

Segelboote auf der Elbe – im Vordergrund Boote des Zolls und der Polizei, im Hintergrund die Werft Blohm + Voss

Hamburg - Hafengeburtstag - 11.05.2012 - "Tonne" (alte Hafenfähre - aufgrund der  Form auch "Rundstück" genannt) und Constant (vor Blohm + Voss)

„Tonne“ (alte Hafenfähre – aufgrund der Form auch „Rundstück“ genannt) und Constant (vor Blohm + Voss)

Hamburg - Hafengeburtstag - 11.05.2012 - Im Vordergrund die MIR

Rechts im Bild die „Mir“

Hamburg - Hafengeburtstag - Blick auf die Rickmer Rickmers

Blick auf die Rickmer Rickmers im Hintergrund rechts …

Die Cap San Diego muss auf der Elbe gedreht werden. Dafür ist eine Sperrung notwendig. Mit Schlepperhilfe wird sie mit der Nase zuerst ein Stückchen in Richtung eines kleinen Nebenarms der Elbe drüben bei Blohm + Voss gezogen. Zusätzlicher Platz zum Rangieren. Die 180° Drehung ist schnell vollzogen. Gegen 18 Uhr ist die Cap San Diego wieder an ihrem Liegeplatz.

Hamburg - Hafengeburtstag - 11.05.2012 - Die Cap San Diego wird mit Schlepperhilfe auf der Elbe gedreht ...

Die Cap San Diego wird mit Schlepperhilfe auf der Elbe gedreht …

Hamburg - Hafengeburtstag - 11.05.2012 - Die Cap San Diego quer in der Fahrrinne ...

Die Cap San Diego quer in der Fahrrinne …

Hamburg - Hafengeburtstag - 11.05.2012 - Fast geschafft .. (Wende Cap San Diego auf der Elbe)

Fast geschafft .. (Wende Cap San Diego auf der Elbe)

Hamburg - Hafengeburtstag - 11.05.2012 - Es quillt von der Station Ladungsbrücken ...

Mittlerweile „quillt“ es unaufhörlich aus den Ausgängen der U- und S-Bahn Station Landungsbrücken. Immer mehr Menschen strömen Richtung Hafen …

Hamburg - Hafengeburtstag - 11.05.2012 - Es verteilt sich besser durch mehrere Laufebenen ...

Auch hier verteilt es sich besser durch mehrere Laufebenen …

In der Luft ertönt ein ungewohntes Motorengeräusch. An den Tagen des Hafengeburtstags gibt es  wieder Rundflüge mit der alten Tante Ju (Junkers Ju 52). Später dringt ein anderes Geräusch an die Ohren: Hubschrauber. Die Rettungshubschrauber der Polizei und des ADAC zeigen ihr Können.

Auch die Alte Tante Ju ist heute zu Rundflügen unterwegs (vorne der Zugang zum  Alten Elbtunnel)

Auch die Alte Tante Ju ist heute zu Rundflügen unterwegs (vorne der Zugang zum Alten Elbtunnel)

Hamburg - Hafengeburtstag - 11.05.2012 - Flugvorführung von Polizei- und ADAC Rettungshubschrauber ...

Flugvorführung von Polizei- und ADAC Rettungshubschrauber …

Mittlerweile bin ich beim Alten Elbtunnel angelangt. Dort ist zur Landseite hin eine Bühne aufgebaut. Hamburg Journal und NDR 90.3 präsentieren Musik. Als ich vorbeikomme, sagt gerade Karl Dall die nächste Gruppe an. Der Platz vor der Bühne ist voll und viele singen mit … Alle, die mit uns auf Kaperfahrt fahren, müssen Männer mit Bärten sein …

Hamburg - Hafengeburtstag - 11.05.2012 - Die Bühne von Hamburg Journal und NDR am Alten Elbtunnel

Die Bühne von Hamburg Journal und NDR am Alten Elbtunnel …

Hamburg - Hafengeburtstag - 11.05.2012 - Buden am Alten Elbtunnel - ebenfalls gut besucht.

Buden am Alten Elbtunnel – ebenfalls gut besucht.

Rettungsfahrzeuge für Notfälle sind auf den gesperrten Straßen St. Pauli Hafenstraße und Johannisbollwerk abgestellt. Es gibt so viele Absperrgitter, dass ich anfangs Mühe habe, wieder zur Bahn zu kommen. Doch um kurz vor 19.00 Uhr beende ich – noch erstaunlich frisch – meine Hafenzeit und staune wieder einmal, wie manchmal alles so anders kommt als gedacht. Zögerlich ein Stündchen ohne Gewühl eingeplant, mit Spaß fünf Stunden inmitten der Massen verbracht … So kann es gehen.

Nur jetzt habe ich halt diese Nachbeschwerden … Das schwankende Bett. Und das Gefühl, dass immer noch der Wind pfeift und an meinen Haaren zerrt …. Doch bald ist auch das vorbei. Mir fehlt momentan noch die Power, schon wieder ins Gewühl zu gehen, derartiges Getümmel laugt mich im Nachhinein immer etwas aus. Doch im nächsten Jahr muss ich unbedingt am Sonnabend dabei sein und das Schlepperballett sehen! Oder später das Feuerwerk. Ich fange wieder klein an und sage mir:
Komm, halbe Stunde. Dann gehst du wieder …
Ich meine, was ist das schon für ein Risiko? Es wird sich doch notfalls irgendjemand finden, der mich gegen Mitternacht nach Hause zerrt, oder? Und falls Sie einmal um den 07. Mai herum in Hamburg weilen – planen Sie doch auch den Hafen mit ein. Ein paar Minütchen nur … ;)

PS
Meine Fotos entstanden bei der am Freitag vorherrschenden starken Bewölkung. Wer von den anderen Tagen Fotos sucht und ganz generell richtig gute Profibilder schätzt, dem empfehle ich wärmstens Malte Klauck (@MalteKlauck bei Twitter, ebenfalls bei Facebook unter seinem Namen und neuerdings mit einer eigenen Seite, die sich „Hamburg fotografiert“ nennt. -> https://www.facebook.com/HamburgFotografiert ) Tolle Fotos vom Hafengeburtstag!

©Mai 2012 by Michèle Legrand

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