Beiträge getaggt mit Eichelhäher Feder

Der eine gibt, der andere klaut …

Ich überlegte eben so für mich, wie sich unser heutiges Treffen korrekt einordnen ließe. Wer von uns platzt
jetzt bei wem herein, hm? Handelt es sich eher um einen Besuch meinerseits bei Ihnen samt Lesemitbringsel oder besuchen Sie vielmehr gerade mich? Rein gefühlt. Ganz spontan empfunden …
Hielten Sie es für an der Zeit? Oder schaue ich bei Ihnen nach dem Rechten?
Es ist letztendlich Jacke wie Hose, wer weiß schon, was den Magneten angeknipst hat, doch da wir nun sowieso zusammenhocken, lassen Sie uns doch kurz entspannt plaudern. Danach driften wir frohgemut auseinander und jeder geht wieder seiner Wege.
Wo wir sowieso
Wissen Sie, welchen Satz ein um die Ecke lebender Mitmensch mir gegenüber gern verwendet? „Wo ich Sie gerade sehe …“ Es könnte im Prinzip ein so harmloser Ausspruch sein. Ein Gesprächsstart im Fall eines urplötzlich auftauchenden Gedankens und zwar in Verbindung mit einem rein zufälligen Aufeinandertreffen, oder? Alles Täuschung! Schmu!
Das mag gelegentlich zutreffen, nur sobald von der besagten Person betont beiläufig dieses „Wo ich Sie gerade sehe …“ fällt, artet es in der Folge unter Garantie für mich in Arbeit aus. Es ist stets zuverlässig der Einleitungssatz für Sonderwünsche und Extrawursteinforderung … Aber das nur am Rande.

Der Startschuss für neue Entdeckungen größeren Umfangs ist übrigens weiterhin nicht gefallen, doch Sie glauben gar nicht, was sich dafür als Ausgleich alles zur Unterhaltung und gewollten wie ungewollten Beschäftigung im unmittelbaren Umfeld tut. Vor der eigenen Tür, im Garten, in der Familie.

Kennen Sie diesen Sketch mit Heinz Ehrhardt, in dem sich ein etwas kurioser Dialog zwischen ihm und einer Dame entwickelt? Es beginnt darin nämlich nicht nur jeder Satz, sondern ausnahmslos jedes Wort mit dem Buchstaben „G“! Die Erinnerung daran blitzte kürzlich auf, als mir – völlig unbeabsichtigt, das Wort Geburtstag war der Auslöser – ein kurzer Satz exakt so geriet. Wenn ich spaßeshalber einmal den G-Wort-Faden aufnehme, ergibt sich für Sie als nächstes folgende Schilderung:
Gemahl Geburtstag. Gern gesehene Gäste geladen. Gratulanten gekommen. Geschenke gebracht! Gatte gedankt. Gemütlich gemeinsam Gebackenes gefuttert. Gruppenklönschnack geführt. Großelterndasein genossen.
Grummeln ganz gewaltig! Gewitter! Guss! Garten getränkt, Gehweg geflutet, Gangwillige gelinde geschockt. Gummistiefel günstig. Gäste (gratis) gefahren.
Geschirr gespült. Gabentisch geringfügig geplündert. Genießerisch Gläschen Gutes geleert. Gemahl geneckt. Gattengeburtstag gelungen …
Nun wissen Sie Bescheid bzw. wurden mit Infos grob gefüttert.

Ist es bei Ihnen im Familien- oder Bekanntenkreis eigentlich auch so, dass Geburtstage vorzugsweise gehäuft auftreten? Geburtstagsdrängelei gefolgt von Geburtstagsdurststrecke? Hier gibt es das durchaus. Lange nichts, aber dann Geschubse. Dicht beieinander – einmal sogar am gleichen Tag!
Ich fürchte allerdings, so etwas wie das ideale Datum kann man nicht richtig planen. Oder was meinen Sie? Nehmen Sie meine Eltern. Die beiden hatten das damals grundsätzlich eigentlich gar nicht so schlecht hinbekommen. Terminlich, meine ich. Mit mir. Rein theoretisch. Da zeigte sich rund um den mutmaßlichen Entbindungstermin eine bildhübsche größere Lücke im Kalender. Doch im Endeffekt hatte ich meinen eigenen Kopf und kam gleich mehrere Wochen zu früh. In die Wochen zwischen errechnetem und tatsächlichem Termin fielen die Geburtstage von Opa G., Opa H. und Oma M. Exakt am Geburtstag meiner Oma M. erblickte ich das Licht der Welt. Sie fand das toll!
Mein Opa G. war jedoch enttäuscht. „Wenn meine Enkeltochter schon partout so viel eher kommt, dann hätte sie doch auch an meinem Geburtstag kommen können!“ Opa H., der Mann von Oma M., fing nun ebenfalls mit Beanstandungen an: „Also mein Geburtstag war viel näher dran am errechneten Termin. Eigentlich stände es mir zu!“
Ich selbst bedauerte schon bald mein schlechtes Timing. Als Kind machte mich diese Duplizität der Ereignisse ein bisschen sauer, da wir ständig an meinem Ehrentag zur Geburtstagsfeier meiner Oma kommen sollten. Da saß ich dann Stunden unter „alten“ Leuten und musste grundsätzlich den Kindergeburtstag nachfeiern. Was man in dem Alter ganz schlimm findet!
Später, als ich ins Teenageralter kam und es mir gar nicht mehr so wichtig war, am eigentlichen Geburtstag zu feiern, einigten wir uns auf einmal darauf, jährlich zu wechseln, so dass jeder einmal an seinem echten Ehrentag zum Zuge kam. Wir mussten trotz allem „wo und wann“ stets lebhaft neu klären, weil Omachen jedes Jahr aufs Neue felsenfest davon überzeugt war, dass sie wieder „dran“ sei. So wurden im Fall der Fälle entweder die Beweisfotos vom Vorjahr herausgekramt, oder es wurde der Einfachheit halber gleich auf das Vorrecht verzichtet.
Wäre ich weitere neun Tage eher auf die Welt gekommen, hätte ich mit meiner Mutter zusammen Geburtstag gehabt. Ob das vorteilhafter gewesen wäre?
Herrschaften! Da gibt es so viele unbelegte Tage und wo landet man? Auf einem bereits besetzten Tag und obendrein noch mitten im Pulk! Die Geburtstage von Freunden schieben sich ulkigerweise ebenfalls oft in diesen Zeitraum. Das könnte am Sternzeichen liegen! Oder an den Elementen! Also etwas um die Ecke gedacht. Ich meine an der Vorliebe für einige Tierkreiszeichen. Man wählt seinen Freundeskreis nicht selten danach aus, dass einem beim Gegenüber Wesenszüge und Eigenarten vertraut und sympathisch sind. Im Gespräch kommt es dann später heraus. „Ach, echt? Auch Waage/Krebs/Widder?“ Gleiche Sternzeichen sorgen für eng beieinander liegende Geburtstage. Dass die Chemie womöglich eher stimmt, bewirken manchmal auch gleiche Elemente, und diese Vorliebe könnte wiederum die Monatshäufung in einem anderen Quartal erklären. „Was Sie nicht sagen! Sie sind auch ein „Wasser-/Feuerzeichen“?
So langsam kommen wir der Sache auf die Spur.

Einer gibt, der andere klaut. Was hat es nun damit auf sich? Geht es um Materielles? Oder um Aufwand, womöglich um geschenkte oder geklaute Zeit? Fürs Lesen des Blogs etwa? Ach, wo denken Sie hin! Ich hatte nicht Sie oder mich im Sinn. Wen stattdessen, das werde ich Ihnen gern verraten.

Genau am Tag seines Geburtstags fand mein Mann auf den Stufen der Eingangstreppe die wirklich wunderschön aussehende, farblich auffallende Feder eines Stammgastes. Das Geschenk des Eichelhähers. Für ihn zum Ehrentag! Habe ich steif und fest behauptet …

Feder eines Eichelhähers

Feder eines Eichelhähers

Etwas später entdeckte ich auf der Terrasse direkt auf der Gartenbank deponiert ein weiteres Präsent. Eine Walnuss vom Eichhörnchen. Vermutlich ausgebuddelt, denn momentan gibt es noch keine frische Ernte. Außerdem war die Schale grün übermoost. Eine Nuss extra zum Geburtstag. Ganz klar. Der Gemahl blieb gegenüber dieser Theorie zwar weiterhin skeptisch, freute sich dennoch. Verdeckt. Heimlich.

Juli - Igelbesuch in der Abenddämmerung auf der Terrasse ....Am Abend in der Dämmerung, die Gäste waren schon daheim, erschien der Igel. Nach langer Zeit zum ersten
Mal! Er hatte kein sichtbares Geschenk dabei, kümmerte sich aber intensiv um die Reduzierung der Ameisen. An dem Tag waren zudem Horden von Flugameisen geschlüpft. Er vertilgte die bei solch massenhaftem Auftreten etwas lästigen Krabbelviecher, obwohl Ameisen (und auch Schnecken) im Gegensatz zur landläufigen Meinung gar nicht zu seinen Haupt- und Lieblingsspeisen gehören!

Abendbesuch ... (Igel auf der Terrasse)

Abendbesuch …

Er ist sonst viel eher hinter Käfern, Ohrwürmern, Larven von Nachtfaltern, Tausendfüßlern oder Regenwürmern her. Diesmal also Ameisen. Eindeutig eine weitere Aufmerksamkeit anlässlich des Geburtstags! ^^ (Der Gemahl ahnte es bereits. Doch wahrscheinlich muss es ihm der Igel selbst sagen, bevor er es glaubt. Männer brauchen handfeste Beweise.)

 

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Sie sehen, es gibt eine ganze Menge Geber. Oder sie sind zwar Nehmer, geben jedoch gleichzeitig selbst etwas …

Juli - Sehr beliebt bei Hummeln, Schwebfliegen und Schmetterlingen _Stachys (Ziest)

Juli – Sehr beliebt bei Hummeln, Schwebfliegen und Schmetterlingen: Stachys (Ziest)

Wer sich allerdings echt mies und überhaupt nicht geburtstagskonform verhielt, war dieses Luder! Eine besonders dreiste Nacktschnecke. Ich habe sie in flagranti erwischt, als sie über der Tomate hing. Ein Klauer
am helllichten Tag!

Nacktschnecke macht sich über Tomaten her

Dieses Luder ….

Im Vergleich zur Größe ihres Körpers, fressen diese Schleimer unheimlich viel. Schauen Sie nur, was für ein großes Loch an der Tomate entstand!

Nacktschneckenfraß an Tomate (Frucht und Blatt)

Nacktschneckenfraß an Tomate (Frucht und Blatt)

Wo lässt die das alles bloß! Wie groß ist eigentlich der Magen einer Nacktschnecke?
Wissen Sie was, wir klären das ein anderes Mal! Ein Blick auf die Uhr verrät mir nämlich gerade, dass ich für heute enden muss.
Alles Gute für Sie – und bis demnächst!

Oh, Moment! Wo ich Sie gerade sehe …! Danke fürs Hereinschauen!

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© by Michèle Legrand, Juli 2016
Michèle Legrand - Michèle. Gedanken(sprünge) @wordpress.com

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