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Wenn es in Hamburg regnet: Rathausplatz, zwei Türme und ein Unterschlupf mit bunter Decke

Heute würde ich gern mit Ihnen in den Regen hinaus. Nicht lange!
Ich möchte Ihnen in Hamburgs City etwas zeigen, bevor in diesem Monat eine weitere Folge der Serie
Stilvolle Treppenhäuser, schöne Fassaden, eigenwilliges Interieur –
der Charme Hamburger Kontorhäuser
hier im Blog erscheint.
Entsinnen Sie sich an das beeindruckende Hildebrand-Haus aus dem dritten Teil und die Feststellung, dass es in der Straße Neuer Wall noch mehr zu entdecken gibt? Folgerichtig heißt es demnächst:
Teil IV – Hübner, Gutruf, Pinçon … ein Blick auf die Häuser im Bereich Neuer Wall

Heute sind wir ganz in der Nähe, nur vernachlässigen wir vorerst die Kontorhäuser, da es auf dem Weg dorthin bereits etwas gibt, was es sich anzuschauen lohnt. Wir kommen gleich dazu …
Wissen Sie, was mich manchmal stört?
Mich stört, dass auf Ansichtskarten fast immer Sonnenschein und blauer Himmel zu sehen sind. Meist sogar noch kräftig retuschiert! So unverschämt blau ist der Himmel selbst im Sommer höchst selten …
Es ist genauso unnatürlich, wie die Eigenart, in Rosamunde-Pilcher-Filmen Schottland oder Cornwall ebenfalls immer nur mit strahlender Sonne zu zeigen.
Es ist nicht so!
Und es ist auch nicht so, dass bestimmte Gegenden und Orte nur bei Sonne Charme hätten. Manches ist gerade bei Regen reizvoll. Die Größenverhältnisse scheinen anders, die Farben sind dunkler und kräftiger. Nasses Pflaster wirkt grundverschieden, Metall spiegelt, Granit glänzt. Geräusche verändern sich. Außerdem sind weniger Menschen da, auf einmal ist alles ganz weit. Mitten in der Stadt.
Diese Schönwetter-Postkarten führen leicht zu einer gewissen Erwartungshaltung und haben gelegentlich zur Folge,  dass schlechteres Wetter gleich fürchterlich krumm genommen wird. Manch einer geht dann gar nicht vor die Tür.
Genau das ist heute unser Glück!
Schnappen Sie sich eine Jacke und den Schirm. Es sieht weiter hinten bereits wieder heller aus, vielleicht wird es schon in ein paar Minuten besser.
Ach, einen kleinen Moment bitte noch!
Wir treffen uns heute auf dem Rathausplatz in Hamburg. Sie können Ihn gar nicht verfehlen …

Die City im Regen - Hamburg, Rathausplatz, Blick Richtung Petrikirche

Die City im Regen – Hamburg, Rathausplatz, Blick Richtung Petrikirche

Ist das nicht ein höchst ungewohnter Anblick? Wie oft habe ich Ihnen Bilder präsentiert, auf denen zumindest Teile des Platzes zu sehen waren. Mal waren chinesische Wochen, ein anderes Mal fand der Triathlon statt und die Fläche des Rathausmarktes war für den Einlauf der Läufer präpariert. Bahnen, Tribünen, künstlicher Bodenbelag.
Oder vor ein paar Wochen! Wissen Sie noch? Der Weihnachtsmarkt hatte gerade begonnen, alles war gefüllt mit Holzbuden, Ständen, Lichterdekoration, Tannenbäumen, Pyramiden.

Aber heute – heute haben wir alles fast alleine für uns! Zumindest momentan …

Die City im Regen - Hamburg, Rathausplatz, Blick zu den Alsterarkaden

Die City im Regen – Hamburg, Rathausplatz, Blick zu den Alsterarkaden

 

Jetzt erst lässt sich erkennen, welche Ausmaße der Platz eigentlich hat! Und wenn Sie sich umschauen, sehen auch die von Alexis de Chateauneuf erbauten Alsterarkaden im Regen schön aus. (Haben Sie bemerkt, der Regen wird weniger – schon strömen alle wieder nach draußen …)

Die City im Regen - Hamburg - Blick Richtung Alte Post (Poststraße)

Die City im Regen – Hamburg – Blick Richtung Alte Post (Poststraße)

Lassen Sie Ihren Blick weitergleiten Richtung Schleuse und hinein in die Poststraße. Sehen Sie das rote Gebäude links mit dem hohen Turm? Es ist die Alte Post.
Sie wurde von 1845 bis 1847 erbaut, und wer sich über gewisse Ähnlichkeiten im Stil wundert, etwas, das ihn an die gerade gesehenen Alsterarkaden erinnert, dem sei gesagt, dass Architekt Alexis de Chateauneuf auch hier zuständig war. Auch bei diesem Gebäude ist wieder italienische Renaissance im Spiel, das venezianische Vorbild, die Palazzo-Bauten – wenn auch hier und dort zusätzlich Ergänzungen durch gotisch anmutende Rundbögen aus Sandstein anzutreffen sind.

Hamburg -  Die Alte Post, Poststraße - Einer der  Seiteneingänge - Im EG befindet sich eine Einkaufspassage

Hamburg – Die Alte Post, Poststraße – Einer der Seiteneingänge – Im EG befindet sich eine Einkaufspassage

Hamburg -  Die Alte Post, Poststraße, diesmal vom Hanseviertel Richtung Rathaus schauend ...

Hamburg – Die Alte Post, Poststraße, diesmal vom Hanseviertel Richtung Rathaus schauend …

Hamburg -  Die Alte Post,  Poststraße - Uhrturm

Hamburg – Die Alte Post, Poststraße – Uhrturm

Sie haben den Turm gesehen? Natürlich!
Es ist der Uhrturm, an dessen Spitze sich ab ca. 1838 ein optischer Telegraf befand, der den Endpunkt der Nachrichtenverbindung bis zur Elbmündung, dem zu Hamburg gehörenden Cuxhaven, bildete. Er bekam später einen oktogonförmigen Baukörper zusätzlich obenauf gestülpt, weil man gemerkt hatte, dass der Turm für seine Zwecke zu niedrig war. In dieser Form sehen wir ihn heute hier, und mit diesem neuen Endpunkt wurde 1848 eine optische Telegrafenlinie Richtung Bremen in Betrieb genommen.

Bemerkenswert, dass es endlich ein erstes öffentlich zugängliches Kommunikationsmedium gab, das von Kaufleuten begründet und genutzt wurde. Andere Systeme zuvor hatten immer nur der Verwaltung gedient oder dem Militär!
Diese Erfindung war natürlich noch nicht das Gelbe vom Ei. Wenn Sie sich vorstellen, dass optische Telegrafen nur kurze Reichweiten hatten und es sich beispielsweise um einfache Blinkspiegel handelte. Oder auch komplexere Spiegeltelegrafen. Dann gab es noch Winkzeichen und Flaggensignale.
Alles ein bisschen unsicher, wetterabhängig, kompliziert, und es wurde schwierig bei ungünstigen Sichtverhältnissen.

Kein Wunder, dass kluge Köpfe weiter forschten, und sehr schnell vollzog sich der Wandel zum elektrischen Telegrafen/zur Morsetelegrafie. Die nötige technische Einrichtung hierfür war billiger, einfacher und letztendlich auch günstiger im Unterhalt. Jahrzehntelang gab es weiterhin beides. Das eine schlich sich dazu, das andere verabschiedete sich in kleinen Schritten.
Im Grunde haben wir sogar heute bei der Eisenbahn (Signale) immer noch einen gewissen Teil an optischen Telegrafen
Und bis heute sind trotz aller neuzeitlichen Erfindungen mancherorts auch weiterhin in der Schifffahrt Morselampen für kurze Entfernungen gebräuchlich.
Es reicht an Information, oder?

So, und was sehen Sie direkt in Verlängerung des Turms?
Einen weiteren Turm!

Die City im Regen - Hamburg -  Blick Richtung Alte Post ... und dahinter ... der Fernsehturm (Heinrich-Hertz-Turm)

Hamburg – Der Regen hat nachgelassen – Blick Richtung Alte Post … und dahinter … der Fernsehturm (Heinrich-Hertz-Turm)

Den Heinrich-Hertz-Turm, auch Telemichel (Fernsehtum) genannt oder ganz offiziell: die Funkübertragungsstelle 22 Hamburg. Er wurde in den Jahren 1966-1968 erbaut und ist quasi die moderne Variante des Alten Postturms – ein Neuer Postturm, ca. 120 Jahre jünger.  Hier im trauten Beisammensein …

Es regnet schon wieder …
Ach, Sie haben doch keinen Schirm dabei?
Jetzt schauen Sie nicht so unglücklich! Seien Sie froh, dass es momentan nicht so aussieht:

Hamburg - Alsterarkaden, Kleine Alster und Rathausschleuse im Nebel

Hamburg – Alsterarkaden, Kleine Alster und Rathausschleuse im Nebel

Kommen Sie!
Huschen wir einfach in den Arkadengang der Alsterarkaden,  und ich zeige Ihnen einen Durchgang, eine prachtvolle Abkürzung zum Neuen Wall (den wir uns demnächst vornehmen (s. o.)).
In den Alsterarkaden befindet sich die älteste und kleinste Einkaufspassage Hamburgs: die Mellin-Passage. Dort hat u. a. die Hamburger Bücherstube Felix Jud & Co. ihren Sitz.
Die Decken und höhergelegene Teile der Seitenwände des Durchgangs sind mit wunderschönen, farblich sehr stimmigen Malereien verziert. An vielen Stellen werden die Arkadenformen wieder aufgenommen. Ansonsten finden sich im oder am Mauerwerk zahlreiche Verzierungen, dekorative Vorsprünge oder auch weiter oben eingelassene Bogenfenster (geschlossen).

Hamburg - Durchgang Alsterarkaden zum Neuen Wall, Mellin-Passage

Hamburg – Durchgang Alsterarkaden zum Neuen Wall, Mellin-Passage

Hamburg -  Ein Blick an die Decke der Mellin-Passage (Alsterarkaden/Neuer Wall)

Hamburg – Ein Blick an die Decke der Mellin-Passage (Alsterarkaden/Neuer Wall)

Wussten Sie, dass diese Decken- und Wandbemalung mehr durch Zufall wieder zum Vorschein kam?
Nachdem es Silvester 1989 einen Brand in einem der Geschäfte gegeben hatte, musste ein Teil des Hauses abgerissen und wieder neu errichtet werden. Hauptsächlich fanden bauliche Veränderungen an der Westseite, also am Neuen Wall statt, und bei dieser Renovierung entdeckten Handwerker staunend die Malereien im Stil von Alphonse Mucha …

Hier werden wir uns beim nächsten Mal treffen. Ist Ihnen das recht?
Sagen wir in der Mitte der Passage, wo der Lichthof ist.
Und dann gehen wir hierhin (Appetizer)^^:

Hamburg - Kontorhäuser - Das Gutruf-Haus - Stilvoll und elegant - auch die Farbwahl

Hamburg – Kontorhäuser – Das Gutruf-Haus – Stilvoll und elegant – auch die Farbwahl

Ich freue mich, wenn Sie wieder dabei sind!

Quelle:
Wikipedia half mir mit Wissen über die optischen Telegrafen.

Anmerkung/Hinweis:
Wenn Sie generell gern mit durch Hamburg spazieren möchten, rufen Sie doch hier im Blog einfach die KATEGORIE Hamburg! auf.
Dort werden Sie fündig.

©Januar 2013 by Michèle Legrand

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Hamburg – Zeit: später Nachmittag – Zustand: weihnachtlich / Zum Advent ein kleiner Streifzug durch die City

Sonntag, 02. Dezember 2012. Der erste Advent!
Wir haben diesen November tatsächlich herumgekriegt!
Es ist geschafft, erledigt, vorbei!
In der letzten Woche gab es allerdings noch ein Ableben.
Nein, nicht was Sie denken!
Kein Mensch, es handelt sich lediglich um meine Kamera, an der ich jedoch hing. Das gute Stück kränkelte schon länger. Nun ist sie verstorben, letztendlich doch unerwartet, recht abrupt  und überaus stilecht im November. Am Totensonntag! Da sag noch einer,  ein Fotoapparat hätte kein Gefühl für Timing.
Zumindest aus der Sicht der Apparats.
Aus meiner Sicht ein eher bescheidenes Timing, denn hätte sie nicht noch bis Weihnachten durchhalten können? Nein, natürlich nicht …!
Ja, wie? Und hier? Die Fotos heute …
Ein Glücksfall! Ich habe eine Kamera ausgeliehen bekommen für meinen Streifzug durch die Stadt.

Ich hatte am Freitag einen Termin in der City. Leider relativ früh, als es noch hell war. Nichtsdestotrotz habe ich die Gelegenheit genutzt, um im Anschluss eine Ausstellung im Rathaus zu besuchen und ein wenig die Stadt in ihrer vorweihnachtlichen Pracht zu erleben. An vielen Stellen haben in der vergangenen Woche die Weihnachtsmärkte geöffnet und mit zunehmender Dunkelheit erwartet den Flaneur überall ein Lichtermeer bestehend aus beleuchteten Girlanden, Tieren, Tannen, Pyramiden u. a.

Das ist bei Ihnen sicher auch so, oder?

Was mir im November noch zu viel war, was nicht recht zur Zeit, zur Gemütslage und zum Wetter passen wollte – jetzt wirkt es tatsächlich anders. Der Advent ist inzwischen wirklich da!
Offenbar bringt das für einen Teil des Handels noch nicht genug Action mit sich. Das Einkaufzentrum „Hamburger Meile“ (U-Bahn Mundsburg), das generell schon sagt: Wir shoppen nicht, wir kaufrauschen!, dieses EKZ spricht jetzt auch nicht vom Advent sondern von Adventure!
Es ruft bei mir Bilder von rasanten Fechtduellen um den Adventskranz hervor …

Schauen Sie einmal, wie die Innenstadt Hamburgs am Nachmittag bei erst leichter Dämmerung aussieht:

Hamburg - Weihnachtliche City - Ein Blick vom Jungfernstieg in den Neuen Wall

Hamburg – Weihnachtliche City – Ein Blick vom Jungfernstieg in den Neuen Wall

Hamburg - Weihnachtliche City - Der Hingucker im Dunkeln: Der "Hamburger Hof" wünscht Frohe Weihnachten in mehreren Sprachen!

Hamburg – Weihnachtliche City – Der Hingucker, wenn es ganz dunkel geworden ist: Der „Hamburger Hof“ wünscht Frohe Weihnachten in mehreren Sprachen!

Hamburg-Weihnachtliche City - Selbst um 16 Uhr schon gut zu erkennen: Die Rehe bei Juwelier Wempe

Hamburg-Weihnachtliche City – Selbst um 16 Uhr schon gut zu erkennen: Die Rehe bei Juwelier Wempe

Hamburg - Weihnachtliche City - die Märchenschiffe am Anleger Jungfernstieg

Hamburg – Weihnachtliche City – die Märchenschiffe am Anleger Jungfernstieg

Hamburg - Weihnachtliche City - Die umgestylten Alsterdampfer ...

Hamburg – Weihnachtliche City – Die umgestylten Alsterdampfer …

Es herrscht momentan lebhaftes Treiben am Anleger Jungfernstieg. Die Alsterdampfer haben festgemacht, sind „umgestylt“ zu Märchenschiffen und bieten z. B. Backen für Kinder an. Ich begegnete einer Gruppe kleiner Mädchen und Jungen, die gerade mit ihren Eltern eine Dampferbackstube verließen. Eine aufgeregte Stimme verkündete: „Ich habe einen großen Schneemann gemacht!“
Nein, nein, es hat nicht geschneit!
Es ging um Riesenkekse. Alle Jungkeksproduzenten hatten noch rote Bäckchen und teilweise Mehlstaub im Gesicht sowie verräterische Kekskrümel um den Mund. Hüpfend entfernten sie sich …
Die Kinder, nicht die Krümel!
Sie verstehen schon.

Wenn Sie den Neuen Wall bis zur Kreuzung Poststraße vorgehen und dort nach rechts abbiegen, erreichen Sie das Haus 2-4, in dem sich die Parfümerie Sahling befindet. Sie hat in diesem Jahr eine besondere Schaufensterdekoration. Eine Winterlandschaft mit erstaunlich viel Bevölkerung, die zahlreichen Aktivitäten nachgeht. Eine Art Diorama. Faszinierend, wenn man erst einmal genauer hinschaut.
Eine Amerikanerin stand wie ich davor. Wir kamen uns unbeabsichtigt etwas ins Gehege, als wir beide fotografieren wollten. Natürlich die gleiche Szene im Fenster! Minimales Handgemenge, leichte Verlegenheit, und jeder wollte daraufhin den anderen vorlassen. So kam es überhaupt zum Gespräch.
Sie stammt aus Lancaster  (westlich von Philadelphia) im Staat Pennsylvania.  Auf meine Frage, was sie nach Hamburg führt, antwortete sie:
„Christmas shopping!“
Es stellte sich heraus, dass Hamburg nicht die einzige Station ihrer Tour ist. Sie war schon in Kopenhagen, will weiter nach München und Rom. Danach Paris und über London wieder heim. Sie sagte das so entspannt, als würde ich erzählen, dass ich heute den Weihnachtsmarkt in Hamburg besuche, morgen nach Lüneburg fahre und übermorgen Itzehoe anpeile.
Sie fühlte in anderen Dimensionen. Verständlich, denn in Anbetracht der Entfernung zwischen Hamburg und Pennsylvania, liegen die Städte, die sie sich hier ausgesucht hat, nur einen Katzensprung voneinander entfernt.
Um noch einmal auf das Diorama zurückzukommen: Sie fand die Szenen rührend.
„How lovely! I never saw anything like this! It’s amazing!“
Sie entdeckte immer wieder neue Kleinigkeiten und rief jedes Mal aufgeregt:
„Dear, did you see this? Look here! Did you see it?“
Es ist wirklich mit unheimlich viel Liebe zum Detail gemacht. Einige Gegenstände bewegen sich tatsächlich! Menschen kurven auf dem Eis, fliegen in den Sitzen des Kettenkarussells … – und die, die still stehen, wirken trotzdem aktiv! Sie sind mitten bei einer Schneeballschlacht, mit einem Luftgewehr am Schießstand, tanzend im Ballsaal …

Hamburg - Weihnachtliche  City - Winterliche Szenen im Schaufenster der Parfümerie Sahling in der Poststraße 2-4 - ein sich drehendes Kettenkarussell

Hamburg – Weihnachtliche City – Winterliche Szenen im Schaufenster der Parfümerie Sahling in der Poststraße 2-4 – ein sich drehendes Kettenkarussell

City - (Bewegte) winterliche Szenen im Schaufenster der Parfümerie Sahling in der Poststraße 2-4Hamburg - Weihnachtliche

Hamburg – Weihnachtliche City – (Bewegte) winterliche Szenen im Schaufenster der Parfümerie Sahling

Hamburg - Weihnachtliche City - (Bewegte) winterliche Szenen im Schaufenster der Parfümerie Sahling in der Poststraße 2-4 - Trubel auf der Eisbahn ...

Hamburg – Weihnachtliche City – (Bewegte) winterliche Szenen im Schaufenster der Parfümerie Sahling in der Poststraße 2-4 – Trubel auf der Eisbahn …

Sehr lustig zu beobachten: Wenn sich zwei vor dem Fenster unterhalten und mit Fingerzeig auf Dinge aufmerksam machen, noch dazu fotografieren – dann bleiben andere Passanten sofort stehen.
Was ist da los? Gibt es was umsonst? Was fotografieren die denn …?
Plötzlich herrscht Gewimmel vor dem Geschäft und Sie haben mindestens acht bis zehn Leute um sich, die Ihr Handy oder eine Kamera für Fotos zücken und mitdiskutieren.
Ich habe mich dann verdünnisiert …

Wie sieht es aus? Sind Sie inzwischen wieder mit dabei?
Dann kommen Sie doch noch ein Stückchen weiter mit!

Hamburg - Weihnachtliche City - Auch die Alsterarkaden sind mit Girlanden geschmückt ...

Hamburg – Weihnachtliche City – Auch die Alsterarkaden sind mit Girlanden geschmückt …

Wir sind einerseits recht früh dran (noch Tageslicht), andererseits zu spät. Der Weihnachtsmann schwebt dreimal täglich (um 16, 18 und 20 Uhr) mit seinem historischen Schlitten über den Rathausplatz.
Es ist kurz nach vier Uhr. Wir erwischen ihn vielleicht gerade noch …

Hamburg - Weihnachtliche City - Der Weihnachtsmann im Schlitten über dem Rathausmarkt ...

Hamburg – Weihnachtliche City – Der Weihnachtsmann im Schlitten über dem Rathausmarkt …

Lassen Sie uns heute nicht ausschließlich auf den Rathausplatz gehen, um den Weihnachtsmarkt dort zu besuchen, sondern kommen Sie vorher mit in die Diele des Rathauses.
(Vielleicht ist es danach auch schon so dunkel, dass die Dekoration draußen noch schöner leuchtet!)

Hamburg - Weihnachtliche City - Ein Blick in die Diele des Rathauses mit der geschmückten Tanne  ...

Hamburg – Weihnachtliche City – Ein Blick in die Diele des Rathauses mit der geschmückten Tanne …

Ich möchte Ihnen im Rathaus gerne eine Ausstellung vorstellen und empfehlen, die sich
„Auch Hände können sehen!“
nennt. Sie läuft noch bis zum 13. Dezember 2012 und zeigt Werke von
Horst W. Müller.
Der Maler stellt besondere, reliefartige, dreidimensionale Bilder her, denn er möchte, dass auch Nichtsehende oder Sehbehinderte seine Werke erfühlen und ertasten können.
Anfassen zum Erfassen, auf diese Art eine Vorstellung von der Darstellung erhalten!
Sehende selbstverständlich auch!
Kunst sei eine Weltsprache, sie dürfe doch nicht Blinde und Sehbehinderte aufgrund dieser Behinderung ausschließen!

Wenn Sie mehr darüber lesen möchten, folgen Sie gern den folgenden Links.
http://www.mueller-artroom.com/
http://www.hamburg.de/ausstellung-hamburg/3695982/auch-haende-koennen-sehen.html
In den vergangenen acht Jahren hat der in den USA lebende Maler Horst W. Müller auch schon in London, Miami, Stuart/Florida, in Toronto, Moskau und Berlin ausgestellt.

Hamburg - Weihnachtliche City - In der Diele des Rathauses zurzeit die Ausstellung "Auch Hände können sehen" mit Kunstwerken von Horst W. Müller

Hamburg – Weihnachtliche City – In der Diele des Rathauses zurzeit die Ausstellung „Auch Hände können sehen“ mit Kunstwerken von Horst W. Müller

Ich habe es sehr genossen, mit geschlossenen Augen einige der Bilder zuerst zu ertasten. Ich bin merkwürdigerweise anfangs mit einer etwas anderen Vorstellung bezüglich der Themen der Bilder in diese Ausstellung gegangen.
Ich nahm an, für Nichtsehende wären es eher realistische Motive, die so tastend nachempfunden werden könnten. Doch hier finden Sie (überwiegend) abstrakte Motive, die genauso interessant sind beim Befühlen.
Was mich jedoch als Sehenden zusätzlich besonders fasziniert, das sind die Farben! Und in diesem Moment bedaure ich unheimlich, dass sich zwar Formen, aber nicht diese Farben und Farbharmonien für Blinde darstellen lassen …

Fertig?
Dann lassen Sie uns das Rathaus verlassen und über den Weihnachtsmarkt gehen. Es riecht nach Glühwein, nach Bratwurst und Kartoffelpuffern. Es gibt viel Gelächter, und eben liefen vier Damen leicht fortgeschrittenen Alters vorbei, die alle rosa Hasenplüschohren auf ihrem Kopf trugen. Hochaufragend!
Ich nehme an ein Erkennungszeichen, etwas zum Wiederfinden, falls man sich hier verlieren sollte …

In der Handwerkergasse gibt es viel zu sehen:
Zwei junge Damen, die rote Mützen wie Rotkäppchen tragen, präsentieren modische Stulpen in allen Varianten. Es gibt Schmuck, Fossilien, …

Hamburg - Weihnachtliche City -  ... netter Empfang auf dem Rathausmarkt (Bilder vom Vorjahr in absoluter Dunkelheit siehe Link unten)

Hamburg – Weihnachtliche City – … netter Empfang auf dem Rathausmarkt (Bilder vom Vorjahr in absoluter Dunkelheit siehe Link unten)

Hamburg - Weihnachtliche City - Interessante Fossilien und Mineralien beim Steinkauz auf dem Rathausmarkt

Hamburg – Weihnachtliche City – Interessante Fossilien und Mineralien beim Steinkauz auf dem Rathausmarkt

Hamburg - Weihnachtliche City - Speiseuhus, Körnerkauze, Futtereulen ... wie auch immer. Auch auf dem Rathausmarkt zu finden.

Hamburg – Weihnachtliche City – Speiseuhus, Körnerkauze, Futtereulen … wie auch immer. Sie sind auf dem Rathausmarkt zu finden.

Und es gibt Holzskulpturen. Tiere!
Ich habe mich von einem Hund hereinlegen lassen! Dieser Lump!
Er saß regungslos aufrecht zwischen den anderen Skulpturen eines Holzbildhauers, und ich dachte, er wäre ein besonders gelungenes Werk!
Wahrscheinlich hielt er sogar die Luft an!
Als ich knipsen wollte, wurde es ihm anscheinend zu blöd. Er ging plötzlich weg!
Hinterließ mich derart verdutzt, dass ich im ersten Moment vergaß, auf den Auslöser zu drücken …

Hamburg - Weihnachtliche City - Holzschnitzereien ... und der echte Hund (siehe Text)

Hamburg – Weihnachtliche City – Holzschnitzereien … und der echte Hund (siehe Text)

Hamburg - Weihnachtliche City - Holzschnitzereien auf dem Rathausmarkt

Hamburg – Weihnachtliche City – Holzschnitzereien auf dem Rathausmarkt

Auch das machen manche Besucher des Weihnachtsmarktes: sie lassen sich wahrsagen!

Hamburg - Weihnachtliche City - ... Sie können sich auch wahrsagen lassen! - Rathausmarkt

Hamburg – Weihnachtliche City – … Sie können sich auch wahrsagen lassen! – Rathausmarkt

Geht es Ihnen vielleicht auch  so, dass es Ihnen ab einem bestimmten Punkt einfach zu voll wird? Ja?
Bei mir ist der Punkt gerade erreicht.
Wir laufen lieber weiter Richtung Mönckebergstraße, zur Petrikirche. Denn auch dort ist ein kleiner Weihnachtsmarkt.

Hamburg - Weihnachtliche City - die Weihnachtsstände an der Petrikirche

Hamburg – Weihnachtliche City – die Weihnachtsstände an der Petrikirche

Ein Stück voran auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich der Gerhart-Hauptmann-Platz – ebenfalls mit einem Weihnachtsmarkt.

Hamburg - Weihnachtliche City - Der Weihnachtsmarkt am Gerhart-Hauptmann-Platz

Hamburg – Weihnachtliche City – Der Weihnachtsmarkt am Gerhart-Hauptmann-Platz

Wenn Sie jetzt Richtung Hauptbahnhof schauen, dann liegen Mönckebergstraße und Barkhof/Spitaler Straße vor Ihnen. Gut besucht, überall herrscht Jubel und Trubel.

Hamburg - Weihnachtliche City - ... immer wieder etwas verwegen: Die Lichterketten in den Laubbäumen der Mönckebergstraße ...

Hamburg – Weihnachtliche City – … immer wieder etwas verwegen: Die Lichterketten in den Laubbäumen der Mönckebergstraße …

Hamburg - Weihnachtliche City -  ... ein Blick auf die Weihnachtstanne, -pyramide und in die Spitaler Straße hinein.

Hamburg – Weihnachtliche City – … ein Blick auf die Weihnachtstanne, -pyramide und in die Spitaler Straße hinein.

Hamburg - Weihnachtliche City - Die geschnitzten Figuren der Pyramide

Hamburg – Weihnachtliche City – Die geschnitzten Figuren der Pyramide

Hamburg - Weihnachtliche City - Weihnachtskrippe (hinter Glas, Barkhof-Beginn Spitaler Straße)

Hamburg – Weihnachtliche City – Weihnachtskrippe (hinter Glas, Barkhof/Beginn Spitaler Straße)

Hamburg - weihnachtliche City - gut besucht auch die Spitaler Straße ...

Hamburg – weihnachtliche City – gut besucht auch die Spitaler Straße …

Zum Abschluss unserer kleinen Tour, möchte ich Sie gern noch einmal mit zum Levantehaus in der Mönckebergstraße nehmen. Blogstammgäste waren schon mit mir dort und haben sich den Tierfries von Barry Baldwin angeschaut (Link zum Post siehe unten).
Heute besuchen wir die Einkaufspassage, weil u. a. die große Weihnachtstanne auf eine besondere Art geschmückt wurde.
Das Levantehaus feiert 100. Geburtstag (1912 war das Jahr der Fertigstellung), und aus diesem Grund wurde es im Stil dieser Zeit dekoriert! Historischer Schmuck nicht nur an der Tanne, sondern im ganzen Haus. Insgesamt 1.800 Dekorationsteile heißt es …

Hamburg - weihnachtliche City - Der Eingang zur Einkaufspassage im Levantehaus, welches in diesem Jahr 100 Jahre alt wird (Bj. 1912)

Hamburg – weihnachtliche City – Der Eingang zur Einkaufspassage im Levantehaus, welches in diesem Jahr 100 Jahre alt wird (Bj. 1912)

Hamburg - weihnachtliche City - Der im Stil von vor 100 Jahren (Geburtstag) geschmückte Weihnachtsbaum. Oben der Tierfries von Barry Baldwin (siehe Link unten für mehr Fotos)

Hamburg – weihnachtliche City – Der im Stil von vor 100 Jahren (Geburtstag) geschmückte Weihnachtsbaum im Levantehaus. Oben der Tierfries von Barry Baldwin (siehe Link unten für mehr Fotos)

Ein Blick auf die Uhr.
SO SPÄT?
Tut mir leid, ich muss mich los!
Ich habe einen älteren Herrn daheim, den ich füttern muss. Er hat Zahnprobleme. Drücken Sie mir bitte die Daumen, dass der acht Jahre alte Kaninchenbock bald wieder fit ist. Brei mit der Spritze zu füttern und ständig nach Hause zu flitzen, ist nicht die ideale Dauerlösung.

Nett, dass Sie wieder dabei waren!
Ich wünsche Ihnen einen schönen und geruhsamen ersten Adventssonntag!

Link zum letztjährigen Weihnachtsmarktbummel:
https://michelelegrand.wordpress.com/2011/11/24/richtig-tollen-%E2%80%9Eschrott-gesehen-weihnachtsmarkte-in-hamburgs-city/
Link zum Levantehaus (u. a.):
https://michelelegrand.wordpress.com/2011/12/17/hamburg-eindrucke-aus-der-city-heute-drinnen/

©Dezember 2012 by Michèle Legrand

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Demnächst im Blog: „Hamburgs Kontorhäuser“ – Eine kleine Einführung für Sie

Liebe Blogleser, nehmen Sie sich bitte in Acht!
Es könnte sein, dass ich Sie mir in Kürze schnappe und Sie, ehe Sie sich versehen, mitnehme. Wir werden wieder gemeinsam etwas erkunden, was ich bisher alleine überaus gern bei Regen, alternativ aber auch bei erschreckender Hitze unternommen habe! Denn dort, wo ich hingegangen bin, war es stets sowohl trocken als auch – wie gewünscht – angenehm kühl.

Es bedeutet allerdings auch, Ihre Chancen, sich aus Wettergründen herausreden zu können, sinken auf ein Minimum. Ich lasse Ihnen dafür jedoch noch etwas Zeit zu überlegen – oder ggf. Fluchtmaßnahmen zu ergreifen. Falls Sie eine Auswanderung erwägen, nehmen Sie kein Land mit Visumspflicht! So viel Zeit für dieses ganze Antragsbrimborium gebe ich Ihnen nämlich nicht!

Worum es geht:
Ich möchte Ihnen gern besondere Kontorhäuser zeigen. Keine Bange, Sie sollen sie bloß kennenlernen! Sie brauchen hinterher auch keinen Aufsatz darüber zu schreiben!
Ach nein, jetzt kommen Sie mir bitte nicht gleich mit einem unqualifiziertem:
Och, Kontorhäuser – wie langweilig!
Es deutet auf unzureichende Information hin, ist voreingenommen und trifft absolut nicht zu!
Vielleicht deutet es nur darauf hin, dass Sie in Ihrer Jugend zu irgendwelchen Besichtigungen mitgeschleppt wurden, denen Sie so gar nichts abgewinnen konnten.
Passen Sie auf: Mir schwebt vor, Sie in Paternoster zu zerren, Ihnen Treppenhäuser zu zeigen, in denen Sie künftig am liebsten wohnen möchten und Sie werden staunen, was sich hinter manch fader Tür so alles verbirgt!
Sie sehen alte, sanierte bzw. restaurierte Bauten, aber auch Gebäude, die in neuerer Zeit hinzugekommen sind und ihren ganz anderen, ebenfalls besonderen Reiz haben.

Warum es eine Anleitung gibt:
Nicht jeder Blogbesucher mag lange Texte. Manch einer sucht hier vorrangig nach Fotos. Das ist in Ordnung, doch da andere Gäste den Bericht dazu – eine Mischung aus Erlebtem, besonderen Vorkommnissen, auftauchenden Fragen und sachlicher Information mögen – habe ich mich zu folgender Lösung entschieden:
Diejenigen unter Ihnen, die eine ungefähre Vorstellung davon haben möchten, wann, wie, warum und wo man diese Gebäude baute, finden zu Beginn einen Artikel mit Informationen. Das ein oder andere Foto wird sicher auch dort auftauchen.

Das Thema Kontorhäuser ist als Serie konzipiert, d. h. danach werden Ihnen in einzelnen Blogposts jeweils ein oder zwei Bauten vorgestellt. Hier liegt das Hauptaugenmerk auf den Fotos, der Text fällt geringer aus.
Fotoliebhaber können sich daher überlegen, ob Sie erst dort mit einsteigen.

Da ich immer wieder neue (bzw. schon alte, aber für mich neue) Häuser entdecke, wird es in lockerer, durchaus unregelmäßiger Folge, weitere Beiträge im Blog geben. Bei gleichbleibendem Titel nummeriere ich die Teile fortlaufend und ergänze jeweils den Link zum Hauptartikel für die, die später hinzustoßen.

Sind Sie dabei?

Es würde mich sehr freuen!

Ankündigung Blog / Hamburgs Kontorhäuser

Hamburgs Kontorhäuser – demnächst im Blog!

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Leipziger Allerlei – Teil 5: Leipzig – Die City. An verschiedenen Ecken und in unterschiedlichem Licht

Gewandhaus mit Mendebrunnen bei abendlicher Beleuchtung

Gewandhaus mit Mendebrunnen davor bei abendlicher Beleuchtung

Morgens im Hotelbett liegen und stöhnen … Nein, leider nicht deshalb! So schön das Hotel nahe der Nikolaikirche ist (zentral, hell, ordentlich), so nett die Mitarbeiter sich verhalten, ich bin nicht ganz glücklich mit meiner Wahl. Der Grund: Ich bin müde und etwas gerädert und schuld ist der Lärm in meinem Quartier. Das Hotel ist ausgebucht, viele feiern das Ende der Buchmesse und bleiben noch eine weitere Nacht, bevor sie abreisen. Doch das allein ist es nicht. Was den Schlaf raubt, ist Folgendes: Die eng aneinander liegenden Zimmertüren lassen sich alle per Karte öffnen und sind zu diesem Zweck mit einer entsprechenden Apparatur ausgerüstet. Ein Riesenkasten mit Elektronik befindet sich unterhalb der Türklinke. Jeder, der kommt oder geht, stopft sein Kärtchen oben in den Schlitz, zieht es wieder heraus, öffnet zwar noch per Klinke die Tür und drückt sein Körpergewicht dagegen, konzentriert sich dann allerdings auf die Apparatur innen an der Eingangswand des Hotelzimmers. Es gilt dort den nächsten Schlitz zu treffen, der gewährleistet, dass es im Zimmer Strom gibt. Die Schulter ist an der Tür, der Fuß im Schlitz, den Trolley nicht vergessen, Karte zirkeln …
Mit Multitasking ist es so eine Sache. Mehr als zwei Hände hat der Mensch nicht. Der Gast quetscht sich folglich ganz in den Raum, die recht schwere Tür wird für die kommende Fummelei losgelassen und fällt augenblicklich mit gewaltigem Rums und mittelschwerer Erschütterung der Umgebung ins Schloss. KRAWUMM!
Gefühlt sind in dieser Nacht die letzten Hotelgäste etwa um 4 Uhr Richtung Bett marschiert (RUMS!), während die ersten Frühaufsteher sich ab 5 Uhr auf den Weg nach draußen machten (RUMS!). Das Wasser aus den Bädern rauschte durch die Leitungen sämtlicher Geschosse, die Toilettenspülungen liefen auf Hochtouren. Mein Schlaf war wohl auch nicht besonders tief, denn mir war kühl. Sich eine in einen Bettbezug gezogene, dünne Wolldecke umzuwickeln, reicht nur mäßig, um die Körperwärme zu halten, sie sich als Lärmschutz über die Ohren zu ziehen, ist völlig sinnlos. Dass ich in dem Zimmer eine Klimaanlage habe, bemerkte ich zwar und erhöhte die Temperatur ein wenig, doch es brachte nur etwas, wenn ebenfalls das Gebläse mehr leistete. Die Wahl der Höchststellung hatte natürlich Konsequenzen. Das Brummen einer Propellermaschine im 1. Weltkrieg war mit Sicherheit leiser.

Der Morgen. Gegen halb acht Uhr wird es auf einmal ruhiger. Ich beschließe, ausnahmsweise noch ein halbes Stündchen Bettruhe dranzuhängen, doch nach zehn Minuten ist es schon wieder vorbei mit der Stille, denn jetzt startet der Reinigungstrupp mit dem Staubsaugen der ersten Zimmer von Gästen, die zeitig abreisten.
Es ist zwecklos. Ich stehe auf, ziehe die Gardine auf. Es sieht gar nicht schlecht aus. Noch bewölkt, aber irgendwo versteckt sich die Sonne. Die Wettervorhersage war bisher für jeden Tag viel zu negativ ausgefallen. Zum Glück! Inzwischen glaube ich sie nicht mehr und habe meinen Schirm längst wieder im Koffer verbuddelt. Doch weil es sich immerhin ändern könnte, nehme ich mir vor, die trockene Zeit auf jeden Fall für Spaziergänge an der frischen Luft zu nutzen. Museen, Galerien, selbst Passagen – all das ist etwas, was man sich für schlechtes Wetter aufheben kann.
Klingt das nicht gut und logisch? Es hat aber einen Haken. Ich habe bemerkt, wenn es überhaupt nicht schlecht wird, sehe ich relativ wenige Museen … Immerhin kenne ich sie alle von außen!

Warum reist der Mensch bloß immer wieder in die gleiche Stadt? Er wird es aus dem gleichen Grund tun, aus dem manch einer auch immer wieder an den gleichen Urlaubsort zurückkehrt. Er findet dort etwas, was ihm gut tut. Für den einen ist es Erholung, für den anderen Anregung. Oder er trifft dort auf Menschen, die ihm sympathisch sind, mag die Mundart. Was sonst? Gute Erfahrungen, schöne Umgebung, appetitliches Essen, verträgliches Klima. Natur vorhanden, Kulturangebot ebenso, auf Wunsch Ruhe, die Mischung aus ländlich und städtisch, besondere Geräusche, Gerüche … All das spielt eine Rolle.
(Siehe auch: -> https://michelelegrand.wordpress.com/2011/10/03/leipziger-allerlei-teil-2-die-stadt-leipzig-verfallen-ihr-nicht-sie%E2%80%A6/ )
Und ich? Warum musste ich das vierte Mal nach Leipzig? Die Buchmesse war ein Grund. Ja. Aber hinzu kam all das andere, was ich gerade erwähnte.
Kennst du denn nicht langsam jeden Winkel? Wird es nicht langweilig?
Diese Frage stelle ich mir selbstverständlich auch und entdecke dabei, dass eben diese Vertrautheit mit einer Stadt häufig der Grund der Wiederkehr ist. Vertraut, aber nie gleich. Man kommt zu einer anderen Jahreszeit, und schon ergibt sich ein völlig anderes Bild. Winter heißt nicht ausschließlich kahl, es heißt auch, dass alles weiter und offener wirkt, sonst Verstecktes auf einmal hervortritt. Die Umwelt klingt anders im Winter! Im Sommer hingegen unterteilt das Grün der Bäume und Parks die Stadt in Einzelräume, die es zu erkunden gilt. Manches hemmt die Sicht, aber bietet Schutz. Die Tierwelt ist plötzlich präsenter. Sichtbar. Hörbar. Die Luft hat einen anderen Geruch.
Bei Regen wirkt vieles unauffällig und bleibt schnell unbeachtet. Oder das genaue Gegenteil tritt ein. Etwas glänzt besonders. Asphalt, polierte Granitplatten von Denkmälern, Metallverzierungen jeglicher Art.
Bei Regen entsteht übrigens ganz plötzlich der Eindruck, Leipzig hätte nur noch halb so viele Einwohner und viel breitere Gehwege. Die unzähligen „Freisitze“ (ein typischer Begriff – bei uns im Norden würde man Außenplätze sagen) sind zusammengeschoben, und nur wenige Hartgesottene (Raucher) harren etwas fröstelnd draußen aus.
Straßen verändern sich. Etwas wird abgerissen, etwas renoviert, Baustellen eingerichtet. Großbaustellen für Großprojekte. Bei jeder Rückkehr stellt sich die Frage: wie sieht es dort jetzt aus? Wie weit sind sie inzwischen? Erkenne ich es noch?
Oder ein Phänomen anderer Art: losgehen ohne bestimmtes Ziel und auf einmal magnetisch angezogen werden. (Fern-)gesteuert werden. Wieder und wieder ein Ziel anvisieren. Zum vierten Mal nicht daran vorbeigehen können.
Es gibt Dinge, die ich bei Tag gesehen habe und die in der Dunkelheit völlig anders wirken. Manches gewinnt durch tolle Abendbeleuchtung, sieht vielleicht nur dann pompös aus, anderes trumpft eher am Tag bei Sonnenlicht auf. Etwas wird bei Dunkelheit völlig geschluckt, doch Restteile ragen dafür umso deutlicher hervor. Bei einem einzigen Besuch lässt sich das gar nicht alles wahrnehmen.

Zu guter Letzt: die Menschen. Es geht immer auch darum, wie ich die Menschen erlebe, wen ich treffe, mit wem ich ins Gespräch komme. Heute beispielsweise, freue ich noch einmal auf ein Stündchen Nachmittags-Abschieds-Kaffeeklönschnack im Café de Ville mit Torte, vor allem aber mit meinem ‚alten’ Twitter-/Facebook-Freund Christian Scheinhardt.
Daher für mich ein weiteres , aber das erste Mal im März: Leipzig!
Soviel vorweg, damit ich gleich Fotos mit kleinen Kommentaren versehen posten und jeder sich vorstellen kann, warum ich gerade sie ausgewählt habe. Schöne und/oder interessante  Stellen in Leipzig, Orte, an denen ich mich wohlfühle, Gebäude, die Eindruck hinterlassen, Dinge, die mir ins Auge gefallen sind. Auch wenn es sehr willkürlich wirkt – durcheinander – es ist gerade diese enorme Vielseitigkeit, die Leipzig ausmacht!
Die grünen Stellen in Leipzig bekommen ihren eigenen Teil Leiziger Allerlei (in Teil 7) und bleiben hier außen vor.

Für mich ein Punkt des Wiederkehrens: der Augustusplatz. Das (Neue) Gewandhaus mit dem davor befindlichen Mendebrunnen ist besonders in der Dunkelheit mit Beleuchtung unheimlich schön anzusehen (siehe auch Foto zu Beginn)

Mendebrunnen, Gewandhaus, Panorama-Tower (MDR) am Tage

Mendebrunnen, Gewandhaus, Panorama-Tower (MDR) am Tage. Das Wasser sprudelt noch nicht, die Bäume lassen sich noch etwas Zeit mit dem Austrieb.

Am Abend wird alles plötzlich zu einem großen Kunstwerk:

Gesang vom Leben - Deckenmalerei im Hauptfoyer des Gewandhauses - Künstler Sighard Gille, 712 m², 1979-1981

Gesang vom Leben – Deckenmalerei im Hauptfoyer des Gewandhauses – Künstler Sighard Gille, 712 m², 1979-1981

Der hohe Panorama Tower (MDR-Tower) befindet sich gleich nebenan, ebenso die Moritzbastei, der letzte Rest der alten in den 70er Jahren entdeckten Stadtmaueranlage, die 1551-53 im Auftrag von Kurfürst Moritz von Sachsen ausgebaut wurde.

Leipzig - Moritzbastei (Anfang der 70er Jahre wiederentdeckt)

Moritzbastei (Anfang der 70er Jahre wiederentdeckt). Heute kultureller Treff.

Steingeschosse aus dem 30-jährigen Krieg - An der Moritzbastei (am Wirtschaftseingang)

Steingeschosse aus dem 30-jährigen Krieg – An der Moritzbastei (am Wirtschaftseingang)

Daran an schließt sich das neu gestaltete Unigebäude, das in Teilen an eine Kirche erinnert. Und wirklich, hier stand früher zuerst die Klosterkirche St. Pauli, nach Auflösung des Dominikanerklosters die Universitätskirche St. Pauli, die aber 1968 auf Betreiben der SED und letztendlich mit Zustimmung der Universität gesprengt wurde.
Der Neubau „Paulinum“ nimmt die Form der Kirche auf. Hier gibt es eine Aula und einen Andachtraum.

Universität Leipzig ... am Tag

Universität Leipzig … am Tag

Ich erwähnte im Text, wie unterschiedlich Gebäude am Tag oder bei Nacht wirken, daher auch hier zusätzlich ein Bild bei Nacht.

Blick auf die Uni bei Dunkelheit. Das helle zylinderförmige Gebilde im Vordergrund ist ein Aufgang aus dem Parkhaus.

Blick auf die Uni bei Dunkelheit. Das helle zylinderförmige Gebilde im Vordergrund ist ein Aufgang aus dem Parkhaus.

Im weiteren Verlauf erreicht man das Krochhochhaus (in dem sich auch das ägyptische Museum befindet). Es wurde 1927/1928 erbaut. Das erste Hochhaus (43m) damals inmitten von Bürgenhäusern, die von Historismus, Renaissance und Barock geprägt waren und das sich neben gotischen Hallenkirchen plötzlich als prägend für die Stadtmitte darstellte. Vorbild war der Uhrenturm auf dem Markusplatz in Venedig. Auch die im Relief ausgearbeiteten Markuslöwen an der Fassade zeigen das italienische Vorbild deutlich an.

Krochhochhaus - das erste Hochhaus im Zentrum Leipzigs

Krochhochhaus – das erste Hochhaus im Zentrum Leipzigs

3,30 m hoch sind die Glockenschlägerfiguren, die Leipzig die Zeit schlagen. Die Inschrift lautet: OMNIA VINCIT LABOR (Arbeit überwindet alles)
Einen Kreis schlagend, gelangt man zur Oper mit ihrem Vorplatz aus Pflastersteinen. Im Sommer befindet sich hier ein großes, rundes Wasserbecken mit einer Wasserfontäne in der Mitte.

Oper am Abend - der vordere Bereich (rund) enthält im Sommer Wasser

Oper am Abend – der vordere Bereich (rund) enthält im Sommer Wasser

Krochhochhaus, Oper und Mendebrunnen am Abend.

Und der schönen Stimmung wegen noch einmal am Abend: Krochhochhaus, Oper und Mendebrunnen.

Zurück zum Vorplatz des Gewandhauses mit seinem Mendebrunnen. Ich saß im Kaffeehaus Riquet und kam mit einem Paar am Nebentisch kurz ins Gespräch. Sie waren auch in Leipzig zu Besuch, aber gebürtige Sachsen.

Mendebrunnen vor dem Gewandhaus Leipzig

Mendebrunnen vor dem Gewandhaus Leipzig

„Ach, den Brunnen wollen Sie anguggen? Nu, der is scheen. Der Nuttenbrunnen …“
Bitte? Nuttenbrunnen? Ich dachte Mendebrunnen?! Nutten wegen der barbusigen Figuren?
Ich werde aufgeklärt, dass es mal eine Verwechslung hinsichtlich der Stifterin dieses Brunnens gab. Frau Marianne Pauline Mende war eine ehrbare, wohlhabende Witwe, die 150.000 Goldmark für die Errichtung stiftete. Ein Journalist verwechselte sie mit einer gleichnamigen Dame, die ein Bordell betrieb, behauptete von ihr, sie sei die edle Spenderin, und seither hält sich wohl der Name Nuttenbrunnen.
Mir gibt dieser Brunnen ein Rätsel auf. Am Abend sah ich eine der Figuren etwas haltend, von dem ich dachte, jemand hätte sich einen Spaß erlaubt, wäre hochgeklettert und hätte ihr eine Art Zwille, eine Krampenschleuder in die Hand gedrückt. Ich konnte es nicht richtig glauben, und als ich am Sonntag wieder vorbei kam, um dort in die Straßenbahn zur Messe zu steigen, schaute ich es mir wieder an. Bei Tageslicht wirkte es wiederum so, als gehöre es wirklich dazu.

Mendebrunnen - Krampen schießende Dame?

Mendebrunnen – Krampen schießende Dame?

Eine verkehrt herum gehaltene Wünschelrute, eine Zwille ohne Band. Was ist das eigentlich wirklich? Die anderen Figuren halten Fische, einen Seestern, einen Dreizack, eine Perlenkette (!), etc. und haben alle mit der griechischen Mythologie zu tun. Ich habe es nicht herausbekommen …

Das genannte und von mir enorm geschätzte Kaffeehaus Riquet, befindet sich in einem Eckhaus am Schuhmachergässchen 1. Die beiden die Eingangstür flankierenden, kupfergetriebenen Elefantenköpfe stellen das Markenzeichen der Firma Riquet dar. Es ist urgemütlich dort, und wer noch in Erinnerung hat, dass es mir in meinem Hotelzimmer  ein bisschen zu kühl und zu laut war, der ahnt, dass ich auch dort gesessen habe, weil sich neben mir eine warme Heizung befand, die Sonne hereinschien und der Geräuschpegel verursacht durch halblaute Gespräche einfach ein anderer und angenehmer war.

Eckgebäude mit Kaffeehaus Riquet und dem Wiener Café im 1. Stockwerk.

Eckgebäude mit Kaffeehaus Riquet und dem Wiener Café im 1. Stockwerk.

Kaffeehaus Riquet, Schuhmachergässchen 1, mit den markanten Elefantenköpfen

Kaffeehaus Riquet, Schuhmachergässchen 1, mit den markanten Elefantenköpfen

Kaffeehaus Riquet - In dem Tresen links befinden sich die tollsten Torten ...

Kaffeehaus Riquet – In dem Tresen links befinden sich die tollsten Torten …

Ich habe Schmandkuchen mit Mandarine probiert, am anderen Tag Schokoladen-Sahnetorte mit kleinen Zebra-Keksröllchen als Dekoration. Sehr delikat! Freundliche, prompte Bedienung, nette Umgebung, und wer tatsächlich einmal die sanitären Anlagen benutzen muss, steigt hinab ins Untergeschoss, kommt an einem Holzlattengitter vorbei (dem versperrten Zugang zum Weinkeller), vermutet daraufhin ein Uraltklosett und stößt stattdessen auf höchstmoderne Ausstattung mit sich drehender und automatisch selbst reinigender Klobrille.

Auf meinen Spaziergängen gelange ich immer wieder zur oder durch die sehr zentral gelegene Straße Am Brühl nahe dem Hauptbahnhof. Dort ist ein Großprojekt im Bau. Ein neues Einkaufszentrum der gehobenen Klasse mit dem Namen „Höfe am Brühl“. Als ich im September 2010 das erste Mal Leipzig besuchte, war gerade alles, was sich vorher dort befunden hatte,  abgerissen worden. Es war auch der Standort des ehemaligen Konsument-Warenhauses, das die Leipziger aufgrund der charakteristischen Aluminiumfassade Blechbüchse nannten.

Rückblick: Bauzaun September 2010 -  Bauvorhaben Höfe am Brühl

Rückblick: Bauzaun September 2010 – Bauvorhaben Höfe am Brühl

Beim darauffolgenden Besuch war die Baugrube ausgehoben, die Untergeschosse im Bau. Im September 2011 sah man schon an einigen Stellen mehrere Geschosse, aber alles im Rohbau. Und heute?

Baustelle Höfe am Brühl - Das Neue wächst ... Bezug Herbst 2012

Baustelle Höfe am Brühl – Das Neue wächst … Bezug Herbst 2012

Man kann sich vorstellen, dass im Herbst 2012 Eröffnung von 130 Geschäften (und Fertigstellung von 70 Wohnungen) sein wird.
Beim Neubau erkennt man, dass ein Teil der typischen, charakteristischen, denkmalgeschützten Aluminium-Fassade an gleicher Stelle wieder in das Gebäude integriert wird (Parkhaus).

Höfe am Brühl - ein Stück der alten, charakteristischen Aluminiumfassade wird  integriert

Höfe am Brühl – ein Stück der alten, charakteristischen Aluminiumfassade wird integriert

Etwas anderes möchte ich auch gern noch herauspicken: Die Alte Handelsbörse am Naschmarkt (beim Alten Rathaus). Dort, wo ich  im Festsaal im ersten Stock zur Lesung mit Peter Fricke eingeladen war.
Bekannt und berühmt ist die vor der Börse stehende Goethe-Statue. Es heißt, das Denkmal von 1903 erinnert an den jungen Goethe, der 1765-68 in Leipzig Jura studierte. Jung ist gut. Johann Wolfgang war 1765 erst 16 Jahre alt! Das Standbild wirkt aber nicht wie das Abbild eines schlaksigen Teens, sondern eher wie das eines gestandenen Mannsbilds. Oder war Jung-Goethe so extrem weit entwickelt?  Was lese ich dazu in der „Freien Presse“?  Ein 26-jähriger Sportlehrer hat damals für den Bildhauer Seffner Modell gestanden! … Alles klar.

Im Hintergrund die Alte Handelsbörse, im Vordergrund das Goethe-Standbild

Im Hintergrund die Alte Handelsbörse, im Vordergrund das Goethe-Standbild

Leipzig - Alte Handelsbörse - Zwei geflügelte Knaben, einer mit einem Merkurstab, halten ein prunkvolles Leipziger Stadtwappen

Leipzig – Alte Handelsbörse – Zwei geflügelte Knaben (einer mit einem Merkurstab) halten ein prunkvolles Leipziger Stadtwappen

Und wenn man von Goethe nach rechts schaut, entdeckt man quasi "meine" Brassérie

…und wenn man von Goethe nach rechts schaut, entdeckt man quasi „meine“ Brassérie ;)

Einen Halt würde ich auch bei der so geschichtsträchtigen Nikolaikirche empfehlen. Mehr Information zur Kirche im Anschluss an den Artikel bei den Link-Empfehlungen.

Blick auf die Nikolaikirche von der Ecke Nikolaistraße/Grimmaische Straße. Vorne im Bild der Fürstenerker.

Blick auf die Nikolaikirche von der Ecke Nikolaistraße/Grimmaische Straße. Vorne im Bild der Fürstenerker.

Nikolaikirchhof mit Gedenksäule (Nachbildung einer Dauthe'schen Säule des Künstlers Andreas Stötzner)

Nikolaikirchhof mit Gedenksäule (Nachbildung einer Dauthe’schen Säule des Künstlers Andreas Stötzner)

Leipzig - Nikolaikirche - Blick Richtung Altarraum

Leipzig – Nikolaikirche – Blick Richtung Altarraum

Leipzig - Nikolaikirche - Blick zur Orgel

Leipzig – Nikolaikirche – Blick zur Orgel

Die Palmenwedel an den Säulen

Die Palmenwedel an den Säulen

Nikolaikirche - Vorraum

Nikolaikirche – Vorraum

Die restaurierte Nikolaischule direkt auf der anderen Seite des Nikolaikirchhofs

Die restaurierte Nikolaischule direkt auf der anderen Seite des Nikolaikirchhofs

Leipzig - An der  Nikolaikirche - einzelne Pflasterscheine sind gegen Leuchtsteine ausgewechselt

Leipzig – An der Nikolaikirche – einzelne Pflasterscheine sind gegen Leuchtsteine ausgewechselt

Diese Steine entdeckte ich abends. Sie sind auf dem Kirchhof der Nikolaikirche eingelassen und ersetzen an vielen Stellen die Pflastersteine. Erst leuchteten sie nur vereinzelt bei gerader einsetzender Dunkelheit, wurden dann mehr und mehr. Insgesamt sind es  ca. 150 Leuchtsteine (Die Zahlenangaben variieren). Es ist eine Lichtinstallation, die nach folgendem Prinzip funktioniert: Im Abstand von einer Minute wird in der Dämmerung jeweils ein Lichtstein dazugeschaltet. Nach zweieinhalb Stunden leuchten alle auf. Grün, blau, pink-rötlich. Diese Installation soll das langsame Aufbauen friedlicher Versammlungen demonstrieren.

Immer wieder schön: die Malereien im Specks Hof. Und – man höre und staune – ich habe es diesmal geschafft, den Klangbrunnen, der in dieser Passage steht,  zum Tönen und das Wasser zum Kräuseln zu bringen!

Wandmalerei - Specks Hof

Wandmalerei – Specks Hof (bei Tageslicht)

Wandmalerei - Specks Hof (ebenfalls bei Tage)

Wandmalerei – Specks Hof (ebenfalls bei Tage und aus einer anderen Perspektive)

Wandmalerei - Specks Hof (bei Beleuchtung am Abend)

Wandmalerei – Specks Hof (bei Beleuchtung am Abend)

Kleinigkeiten am Rande

Auerbachs Keller - Szene 1

Auerbachs Keller – Szene 1

... der blankgerubbelte Schuh (weil es Glück bringen soll oder man zurückkommen möchte)

… der blankgerubbelte Schuh (weil es Glück bringen soll oder man zurückkommen möchte)

Auerbachs Keller - Szene 2

Auerbachs Keller – Szene 2

Wandbrunnen von J. Hartmann (Altes Rathaus), geweiht 1906

Wandbrunnen von J. Hartmann (Altes Rathaus), geweiht 1906

Der mit der langen Nase (man sieht noch den Finger eines kleinen, sehr beeindruckten Kindes, das stehenblieb und staunte)

Der mit der langen Nase (man sieht noch den Finger eines kleinen, sehr beeindruckten Kindes, das stehenblieb und staunte)

Leipzig - Diesmal nicht in den Zoo und dennoch eine kletternde Spezies entdeckt ...

Leipzig – Diesmal nicht in den Zoo und dennoch eine kletternde Spezies entdeckt …

Leipzig - Commerzbankgebäude nahe der Thomaskirche

Leipzig – Commerzbankgebäude nahe der Thomaskirche

Wanddekor 1

Wanddekor 1

Wanddekor 2 (Die Fortsetzung des Graffitis, das ich schon im früheren Blogpost veröffentlichte)

Wanddekor 2 (Die Fortsetzung des Graffitis, das ich schon im früheren Blogpost veröffentlichte)

und noch so viel mehr ….

Ein langer Tag, ein langer Marsch. Die Beine möchten ausgestreckt werden, das Hotel wird angesteuert. Wieder das Spielchen mit der Karte an der Tür und der Strominbetriebnahme. Was mich fürchterlich irritierte: am ersten Tag begann es  im Zimmer daraufhin zu knacken und zu knistern!
Ein Service des Hotels. Ich habe einen Flachbildschirm an der Wand, der mir Kaminfeuer simuliert. Sobald ich meine Karte zwecks Stromaktivierung in die Apparatur stecke, geht nicht nur Licht an, sondern auch ungefragt der Fernseher. Mit Ton. Lagerfeuer mitten in Leipzig. Kaum habe ich mich daran gewöhnt, narren sie mich heute mit etwas Neuem. Es passiert erst einmal gar nichts. Das Fernsehbild baut sich langsam auf. Oh, Abwechslung! Heute schaue ich in ein Aquarium. Nichts knackt und knistert, also lasse ich es an. Nach ein paar Minuten, als ich selbstvergessen in einem Buch lese, beginnen klagende Laute, die mich zusammenfahren lassen. Etwas schräge Unterwassermusik ist angesagt,  so lästig, dass ich nur noch auf AUS drücke. Anscheinend muss hier immer etwas laufen …
Ich beende den Tag in Leipzig  – und auch den mit Ihnen/euch. Ich hoffe, die Bilder gaben einen kleinen Eindruck von dieser sich rasant fortentwickelnden Stadt, die trotzdem versucht, die Tradition zu erhalten.

Der nächste Teil (Teil 6 und sicher nicht ganz so lang) wird sich mit einer vermeintlichen Demo befassen, die sich bald als Festakt anlässlich des 800-jährigen Bestehens des Thomanerchors entpuppte.
Vielleicht ist auch dann wieder einer mit dabei, wenn es heißt:
„Gugge mal, der Bräsident kommt nach Leibzsch!“

Abschließend Links zu den genannten Sehenswürdigkeiten und Orten, die ich in zwei Fällen auch als Quelle herangezogen habe:

Generell vielseitige Informationen:
http://www.schoenes-leipzig.de/
Die Alte Handelsbörse
http://www.leipzig-info.net/Info/Handelsboerse.html
Das Krochhochhaus
http://www.gko.uni-leipzig.de/aegyptisches-museum/ueber-das-museum/krochhochhaus.html
Die Moritzbastei
http://www.leipzig-info.net/Info/Moritzbastei.html
Informationen zum Unibau, der alten Paulinerkirche und dem Paulinum
http://de.wikipedia.org/wiki/Paulinerkirche_%28Leipzig%29
http://de.wikipedia.org/wiki/Paulinum_%28Universit%C3%A4t_Leipzig%29
Kaffehaus Riquet
http://www.riquethaus.de/kaffeehaus.php
Nikolaikirche
http://de.wikipedia.org/wiki/Nikolaikirche_%28Leipzig%29
Auch hier generell sehr interessante Berichte:
http://www.lebendige-stadt.de/

©März 2012 by Michèle Legrand

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Wieder auf Entdeckungstour: Teil 3 – Zwischen Hauptbahnhof und Binnenalster! Von Spinnen, Zyklopen und Nackten …

Im dritten und letzten Teil dieser kleinen Blogserie geht es um etwas, was ich ganz zu Beginn meines Ausflugs mit Ziel Alster erspäht habe. Ach, was sage ich denn! Weswegen ich auch dort hingefahren bin und weshalb ich genau diesen Weg einschlug. Den Weg hinaus aus dem Hamburger Hauptbahnhof  in den Glockengießerwall und von dort aus nach rechts Richtung Alster. Nicht weit entfernt befindet sich die Kunsthalle. Wer daran denkt, sich hier umzudrehen und zurückzuschauen, sieht den schönen Bahnhof im Ganzen (und wer schon beim Verlassen des Gebäudes zurücksah, bemerkte auch die Uhr am Ausgang der Halle).

Hauptbahnhof Hamburg (vom Glockengießerwall aus gesehen)

Hauptbahnhof Hamburg (vom Glockengießerwall aus gesehen)

Hamburg, Eingang Hauptbahnhof (vom Glockengießerwall) mit Uhr

Eingang Hauptbahnhof (vom Glockengießerwall) mit Uhr

Die Kunsthalle ist natürlich immer einen separaten, eigenen Besuch wert! Doch heute ist zu schönes Wetter, um sich gerade jetzt drinnen aufzuhalten. Die Kunsthalle besteht aus einem alten Teil (Backsteinbau), dem rechts davon liegenden Kuppelanbau („Rotunde“ – Richtung Hbf) und dem links vom Altbau errichteten weißen Kubus (eröffnet 1997) – der Galerie der Gegenwart. Zwischen dem alten Teil und dieser Galerie entstand ein Außenplateau, und dort befindet sich zurzeit ein sehr ungewöhnlicher Gast! Dazu gleich mehr.

Der Kuppelanbau wiederum besitzt einen kleinen Vorplatz. Dort gibt es bereits zwei Skulpturen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und die ich hier kurz vorstellen möchte:

Hamburg Kunsthalle (Vorplatz) - Bernhard Luginbühl, 1929, "Kleiner Zyklop"

Bernhard Luginbühl (1929) – „Kleiner Zyklop“

Dies ist der Kleine Zyklop.  Zyklop? Da steht man vor diesem Werk und überlegt geraume Zeit:
Wo ist denn nun eigentlich vorne und hinten?
Ist das der vorläufige Rostschutzanstrich?
Ja, das ist respektlos. Doch je länger man ihn betrachtet, desto sympathischer erscheint der Zyklop (sein kleiner Elefantenrüssel …), und vor allem möchte ich nun wissen, wer ihn eigentlich „gebaut“ hat.
Das Werk stammt vom dem Schweizer Bildhauer und Eisenplastiker Hans Bernhard Luginbühl, und wie es schon bei Herrn Ruwoldt war, der an dem Tag meines Auftauchens bei seiner Windsbraut (siehe Teil 1 der Serie) Geburtstag gehabt hätte, so ist es hier fast genauso. Luginbühls Geburtstag ist der 16. Februar. Er wäre 83 Jahre geworden (starb allerdings voriges Jahr am 19.02.2011).
Seinen Kleinen Zyklopen schuf er 1967. Einen weiterer Großer Zyklop entstand im gleichen Jahr. Er steht vor der Kunsthalle von Bern, dem Geburtsort des Künstlers. Das Material für seine Werke fand er sehr oft auf dem Schrottplatz.
Interessant finde ich, dass Herr Luginbühl auch Holzgebilde herstellte und im Jahr 1976 damit begann, diese gewollt – als Kunstakt! – in Flammen aufgehen zu lassen. Große Konstruktionen mit eingebauten Zündern und Feuerwerkskörpern schrieben nach einem kalkulierten Szenario Zeichen in den Himmel. So verrät es einem das Historische Lexikon der Schweiz (siehe Link unten) Unter anderem brannte am Milleniumssilvester eine 24 Meter lange und zehn Meter hohe Plastik mit dem treffenden Namen „Silvester“ auf dem Gurten (Berg bei Bern). Ein Werk, an dem immerhin zehn Personen ein Jahr gearbeitet hatten. Er veließ den Brandort übrigens, indem er mit einem Ballon entschwebte.
Der Kleine Zyklop vor der Hamburger Kunsthalle scheint mir indes robust und nicht brandgefährdet zu sein …

Ziemlich dicht daneben – man könnte ihn durchaus als Nachbarn bezeichnen – steht der Junge Reiter von Hermann Hahn (Jahrgang 1868).

Hamburg Kunsthalle (Vorplatz) - Hermann Hahn "Junger Reiter" (1908)

Ebenfalls auf dem Vorplatz der Kunsthalle: Der „Junge Reiter“ von Hermann Hahn (1908)

Sein Reiterstandbild von 1908 gibt mir irgendwie Rätsel auf.
Warum, bitte schön, ist der Reiter nackt? Und nicht nur das! Warum ist er  nackt, trägt aber einen Hut?
Als Sonnenschutz? Da wären vielleicht andere Dinge schützenswerter …
Eine Reitkappe ist es wohl auch nicht. Oder eventuell eine Art Helm? Wofür, wogegen? Man weiß es nicht.
Und nun zum Pferd: Warum hat das Pferd keine Zähne?
Fragen über Fragen, die unbeantwortet bleiben. Ich erinnere mich, als ich vor Jahren dort vorbei kam und zu meiner Belustigung entdeckte, dass jemand dem Reiter um eine seiner nackten Zehen ein Pflaster gewickelt hatte. Vielleicht hatte er eine Abschürfung dort … Inzwischen ist es offensichtlich verheilt, denn das Pflaster ist weg.

Während ich noch über den Reiter nachdenke, schaue ich Richtung Straße. Der Glockengießerwall ist eine breite, mehrspurige Straße, die einen Mittelstreifen besitzt. Auch dort gibt es einen Hingucker, und es handelt sich ebenfalls um einen Nackedei.

Hamburg, Kunsthalle -  Glockengießerwall Mittelstreifen -  "Der Fluss" von  Aristide Maillol

Blick von der gegenüberliegenden Straßenseite auf die Kunsthalle und das auf dem Mittelstreifen des Glockengießerwalls aufgebaute Kunstwerk „Der Fluss“ von Aristide Maillol

Es handelt sich um den „Fluss“ (La Rivière) von Aristide Maillol. Der Bildhauer Maillol aus Banyuls-sur-Mer (geb. 1861) galt in seinem Land als wichtigster Antipode  Auguste Rodins, und da er der Plastik den Weg zur Abstraktion ebnete in einer Weise, wie der Grafik dies Cézanne ermöglichte, wurde Maillol oft auch als Cézanne der Bildhauerei bezeichnet. Abstrakt, so ist  sicher auch dieses Kunstwerk zu verstehen, trotz realistischer Darstellung der Frauenfigur.
Also der „Fluss“. Und was haben wir da? Einen Nackedei, der fast vom Sockel kippt!  Modell für dieses Werk stand ihm Dina Vierny, der er persönlich sehr zugetan war, die mit 15 Jahren zu Maillols Hauptmodell wurde und es bis zu seinem Tod 1944 blieb.

Hamburg,Glockengießerwall Mittelstreifen (bei der Kunsthalle) "Der Fluss" von  Aristide Maillol

„Der Fluss“ – ein bisschen dichter …

Lassen wir doch kurz  beiseite, was der Künstler uns mit diesem Werk alles sagen wollte. Nehmen wir uns doch stattdessen bitte einmal diesen grauseligen Standort vor.
Wer stellt denn ein Kunstwerk auf den Mittelstreifen einer vielbefahrenen Straße, hm? Da hatte vielleicht jemand eine ganz abstrakte Minute. Bis er kam. Ungebremst. Der Gedankenblitz: Verkehrsfluss! Das muss es sein! Schwupps, da war das Ding auf dem Glockengießerwall. Nun, es sieht aus, als schiene es die Dame nicht zu stören. Sie strahlt eine enorme Ruhe aus, obwohl sie recht kippelig dort oben liegt und sie der Verkehr umbraust.

Zuletzt etwas sehr Spezielles, wie eingangs bereits erwähnt. Der spannende Gast auf dem Außenplateau! Ist jemand hier mit Spinnenphobie? Ganz ruhig, diese tut nichts.  Sie ist zwar über neun Meter groß und 12 Tonnen schwer, doch harmlos. Sie ist aus Marmor, Stahl und Bronze. Ihr werter Name ist „Maman“, ihre Schöpferin Louise Bourgeois. Die Dame starb 2010 im Alter von 99 Jahren und wird zurzeit in der Kunsthalle mit einer umfangreichen Ausstellung gewürdigt.

Hamburg - Außenplateau Kunsthalle - Spinne "Maman" von Louise Bourgeois

„Maman“ von Louise Bourgeois auf dem Außenplateau der Kunsthalle Hamburg

Zur Spinne und der Namensgebung sagte Louise Bourgeois sinngemäß, dass es eine Art Hommage an ihre Mutter sei. Sie beschrieb sie als ihre beste Freundin, als klug, geduldig, tröstend, feinfühlig und fleißig (In einem Interview von „Kulturzeit“). Diese hat als Restauratorin von Tapisserien gearbeitet. Dabei wird ständig Gewebe wiederhergestellt und restauriert – eine Tätigkeit, die auch Spinnen ständig ausführen. Es gilt zugleich als das Symbol für das unendliche, sich wiederholende und erneuernde Leben im Allgemeinen. Darum also wurde „Maman“ zum Namen für das Kunstwerk erwählt, und darum wurde es 1999  eine Spinne. Zu diesem Zeitpunkt war Louise Bourgeois bereits 88 Jahre!

Hamburg - Außenplateau Kunsthalle - Spinne "Maman" (Rumpf) von Louise Bourgeois

Außenplateau – „Maman“ – Hier ein Blick auf den Rumpf der Spinne. In dem „Drahtgeflecht“ sind Eier.

Nun steht sie seit Ende Januar hier. In Containern angeliefert, wurden vor Ort die Beine von Profis wieder zusammengebaut sowie der Rumpf befestigt. Ich fragte mich beim Hochschauen immer, was sich denn eigentlich in ihrem Rumpf befindet. In einer Schweizer Tageszeitung entdeckte ich die Information, dass es Keramikeier sein sollen. Vielleicht sind sie aber auch aus  Marmor, denn nur dieses Material konnte ich sonst in Beschreibungen entdecken.
„Maman“ war auch schon in London, Buenos Aires, Bilbao, Tokio, Bern/Zürich/Genf oder auch St. Petersburg. Unmittelbar vor Hamburg stand sie in Paris im Jardin des Tuileries. Bis Juni bleibt sie der Hansestadt erhalten. Wem die Fotos nicht ausreichen, der hat somit die Chance, sich „Maman“ in Natur anzusehen. Es lohnt sich, denn sie ist beeindruckend. Man kommt sich sehr klein daneben vor. Und erstaunlich ist, dass sie aus verschiedenen Richtungen mit unterschiedlichem Hintergrund auch entweder beinahe bedrohlich oder aber eher harmlos wirkt.

Hamburg: Außenplateau der Kunsthalle: Spinne "Maman" von Louise Bourgeois

Noch einmal aus einer anderen Richtung. Vom Backsteinbau aus Richtung Binnenalster gesehen.

Soviel für dieses Mal. Hier endet die Entdeckungstour.  Vorerst – bis irgendwann wieder eine neue kleine Tour startet!  Vielleicht ist wieder jemand mit dabei. Es würde mich sehr freuen.

Vielen Dank fürs Lesen!

Halt! Ein Foto habe ich noch. Wenn Sonnenschein ist, sind zwei Niedergänge zur U-Bahn (direkt am Hauptbahnhof) farblich eine Wucht! Sie leuchten in einem Türkis, dass ich jedesmal denke, wenn ich dort hinuntersteige, komme ich zum Swimming-Pool. Mit Palmen daneben. Und schwimmender Liegematte. Und Fruchtcocktail. Aber vielleicht denke nur ich das …

Hauptbahnhof Hamburg,  Niedergang zur U-Bahn am Glockengießerwall

Türkis! In Natur leuchtet es noch viel mehr … U-Bahn Abgang am Hamburger Hauptbahnhof

Weiterführende Links und Quellen:
Zu Hans Bernhard Luginbühl
http://www.luginbuehlstiftung.ch/  Der Link zur Stiftung. Dort gibt es eine Ausstellung der Werke von  Hans Bernhard Luginbühl. Wer auf „Park“ geht, kann einige kuriose Dinge erspähen.
http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D22082.php  Historisches Lexikon der Schweiz
Zu Louise Bourgeois:
http://www.hamburger-kunsthalle.de/index.php/Louise_Bourgeois/articles/Louise_Bourgeois.html
http://hamburgergeschichten.wordpress.com/2012/01/24/skulptur-riesenspinne-maman-kunsthalle-hamburg/

©Februar 2012 by Michèle Legrand

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Wieder auf Entdeckungstour: Teil 2 – Gefiederte Hamburger und Quiddjes / Die Scherben an der Rathausschleuse

Hamburg - Kleine Alster mit Blick auf die Reesendammbrücke (Jungfernstieg)

Kleine Alster mit Blick auf die Reesendammbrücke (Jungfernstieg)

An der Alster, sei es Außenalster oder Binnenalster, trifft man auf eine sehr große Anzahl und auch Vielfalt von Wasservögeln. Vogelarten, die hier ständig leben und auch über den Winter bleiben, sind Sturmmöwen, Stockenten, Blässhühner (Blässrallen), Wildgänse/Graugänse,  einige Lachmöwen, weitere Entenarten … – mit anderen Worten, vieles, was ich gar nicht genau identifizieren kann. Gelegentlich taucht ein farbenfroher Fremdling auf, der sich von der Elbe (oder der Nordsee) aufgemacht hat, und der Hamburg für einen Kurzbesuch attraktiv findet. Wenn ich die Namen der gefiederten Wesen nicht kenne, dann sind es meist Quiddjes. Das ist hier ein Ausdruck für Zugereiste oder Fremde. Die anderen sind bei mir folgerichtig die geborenen Hamburger. Bei denen gehe ich auch immer davon aus, dass sie sich untereinander wahrscheinlich  „op Platt“ verständigen ;).
Richtige Hamburger sind die hier so typischen Alsterschwäne, die den Winter allerdings in ihrem Ausweichquartier, dem Eppendorfer Mühlenteich verbringen und dort ggf.  auch Futter erhalten.
-> siehe auch:  https://michelelegrand.wordpress.com/2011/11/22/bootsfahrt-im-november/

Wie kommen die anderen mit den kalten Temperaturen und dem Eis klar?
Sie sind findig, und sie passen sich an. In einer Stadt bleibt viel liegen, was zum Verzehr geeignet ist. Die Möwen sind in den letzten Jahren zudem bei ihrer Nahrungssuche frecher geworden. Obwohl in Hamburg das Füttern von Wasservögeln (bei Androhung einer Geldbuße von bis zu 5.000 Euro) verboten ist, halten sich nicht alle daran. Dadurch empfinden viele Vögel den Menschen nicht nur als ungefährlich, sondern als regelrechten Futterspender. Hat er was, soll er es gefälligst auch herausrücken!
Zur Zeit der Weihnachtsmärkte ging es schon so weit, dass den Besuchern der Gastro-Stände die Brötchen und andere Speisen im Sturzflug dreist aus den Fingern gerissen wurden. Es ist also ratsam, bei Besuchen des Jungfernstiegs, der Alsterarkaden, des Rathausmarktes und anderer Plätze an der Alster, möglichst keine Nahrungsmittel in der Hand zu haben. Es ist oftmals nämlich nicht nur ein einzelnes Federvieh, das sich nähert, sondern eine ganze Truppe, und die Szene erinnert dann eher an Hitchcocks „Die Vögel„.
Ich hatte also nichts bei mir am Mittwoch. Trotzdem hatten mich die Kollegen sehr genau im Blick!

Reesendamm - gegenüber Alsterarkaden. Die Möwen hoffen auf Essbares ...

Reesendamm – gegenüber Alsterarkaden. Die Möwen hoffen auf Essbares … Im Hintergrund die Rathausschleuse

Sie sitzen vorzugweise auf den Brückengeländern, auf Duckdalben (eingerammten Pfählen) oder zurzeit auf den immer noch herumtreibenden Eisschollen der Kleinen Alster. So heißt dieser Wasserabschnitt, der von der Binnenalster durch den Jungfernstieg und die Reesendammbrücke getrennt wird. An diesem Becken liegen auf der einen Seite die Alsterarkaden, und gegenüber ist die große Freitreppe am Reesendamm. Das Wasser wird direkt zur Schleusenbrücke geführt, unter der sich die Rathausschleuse befindet (Das Rathaus selbst ist ebenfalls in unmittelbarer Nähe)

Hamburg, Kleine Alster, Rathaus mit Stele und Relief von Ernst Barlach

Kleine Alster vor der Schleusenbrücke. Links Rathaus mit Stele/Relief von Ernst Barlach zum Gedenken an die Gefallenen des 1. Weltkrieges. Errrichtet 1932

Die Alsterarkaden entstanden nach dem großen Stadtbrand von 1842. Das Gebäude hat einen weißen Anstrich sowie einen Arkadengang mit Rundbögen. Es wirkt sehr südländisch. (Vielleicht ist es meinen „Followers“ bei Twitter aufgefallen: Ich habe die Alsterarkaden seit Beginn als Hintergrundbild).

Hamburg, City. Die Alsterarkaden (ein Sommerfoto)

Die Alsterarkaden (ein Sommerfoto)

Das dunkle, schmiedeeiserne Geländer hat schöne, goldfarbene Motive eingearbeitet

Hamburg, Alsterarkaden, Geländerverzierung

Alsterarkaden: Geländerverzierung

Möwen nutzen diese Geländer gern als Ausguck, als Spähposten. Wo ist die nächste Beute …?  Von hier aus haben sie einen guten Überblick darüber, was sich auf und auch neben der Kleinen Alster tut.

Hamburg:  Kleine Alster, Auf dem Geländer der Alsterarkaden haben Möwen ihren Ausguck

Ausguck: Das Geländer der Alsterarkaden. Blick auf die Kleine Alster

Hamburg, Kleine Alster - an den Alsterarkaden - Die bunte Vielfalt an Wasservögeln

An den Alsterarkaden – Eine bunte Vielfalt an Wasservögeln ist hier vertreten

Hamburg, Alster. Blässhuhn auf Eisscholle und Stockente am "Eistauchen"...

Auch ein Blässhuhn hat sein Floß, die Stockente übt „Eistauchen“ …

Während ich Fotos von den Alsterarkaden aus hinüber Richtung Rathaus schieße, hat eine der Möwen etwas entdeckt. Gegenüber auf der Freitreppe stehen zwei junge Männer mit einer McDonald’s Tüte. Von hier sieht es aus, als hätten sie Pommes Frites in der Hand. Die Möwe startet, zischt über das Wasser, dreht haarscharf bei und – zack! Sie war erfolgreich und kehrt mit Pommes im Schnabel zurück. Die Jungs sind am Wettern! Und ich werde misstrauisch beäugt, ob ich eventuell etwas streitig machen könnte …

Hamburg - auf der Kleinen Alster. Möwen auf Eisschollen treiben todesmutig auf die Schleuse zu

Kleine Alster: Die Möwen treiben auf ihren Eisflößen todesmutig auf die Schleuse zu …

Die Eisschollen der Binnenalster treiben unter der Reesendammbrücke hier herein. Sämtliche Vögel nehmen sie als Landepunkt und – wie es aussieht – als Floß. An der Schleuse, die geöffnet ist, rauscht das Wasser im freien Fall abwärts. Die eisigen, schon recht dünnen „Eisscherben“ werden davon angezogen. Die Tiere jedoch harren auf ihnen aus.
Es erinnert mich auf einmal an Filme, in denen unschuldige, nichtsahnende Touristen mit dem Boot oder Floß unterwegs sind. In Richtung der Niagara-Fälle, was sie selbstverständlich nicht wissen und natürlich erst kurz vor dem Absturz dahinter kommen, was dieses merkwürdige, ständig lauter werdende Rauschen zu bedeuten hat. Aufkommende Hektik, Panik, runter vom Floß, rette sich, wer kann …

Kleine Alster mit Eisschollen. Die Wasservögel treiben auf die Schleuse zu ...

Kleine Alster mit Eisschollen. Die Wasservögel immer noch auf dem Weg Richtung Schleuse, doch die ersten heben ab …

Genauso halten es die Vögel. Erst kurz bevor das Wasser sie mitreißen würde, wirken  sie leicht überrascht und bequemen sich wegzufliegen. Manchmal reagieren sie etwas verdutzt und minimal panisch, wenn sie merken, dass der Untergrund glatt ist und dies den Start erschwert. Es klappt jedoch immer alles noch im letzten Moment.
Ansonsten, würde ihnen dies hier blühen:

Hamburg, City. An der Rathausschleuse werden die ankommenden Eisschollen gehäckselt

An der Rathausschleuse werden die ankommenden Eisschollen gehäckselt …

Hamburg, City. An der Rathausschleuse werden die ankommenden Eisschollen gehäckselt ..

Einmal von der anderen Seite gesehen …

In der Schleuse werden die Eisscherben gehäckselt und kommen doch sehr verkleinert auf der anderen Seite wieder zum Vorschein.

Hamburg Rathausschleuse: Die zertrümmerten Reste der Eisschollen gleiten in das Alsterfleet sterflee

Ein Blick in das dahinterliegende Alsterfleet, in dem nun die zertrümmerten Eisplatten gelandet sind …

Hinter der Rathausschleuse befindet sich der Alsterfleet, der weiterführt Richtung Baumwall und dort in den Hamburger Binnenhafen (letztendlich die Elbe) mündet.

Ich fand es nach dem Besuch der Außenalster und der Binnenalster auch hier außerordentlich schön und entspannend. Blieb mir nur noch, mich von den neuen Möwenfreunden zu verabschieden und mich langsam wieder auf den Rückweg Richtung Hauptbahnhof zu machen. Zwischen Hauptbahnhof und Alster gibt es ein paar Dinge, die ich im dritten Teil der kleinen Blogserie gern zeigen möchte.

In Kürze:
-> Teil 3: Entdeckt! Zwischen Hauptbahnhof und Binnenalster! Von Spinnen, Zyklopen und Nackten …

©Februar 2012 by Michèle Legrand

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Wieder auf Entdeckungstour: Teil 1: Hamburg – Wintersonne an der Binnenalster

Hamburg, Eis auf der Binnenalster, Jungfernstieg, Alsterschiffe am Anleger

Hamburg – Die Binnenalster am Jungfernstieg. Alsterschiffe im Resteis

Ich ließ es schon durchblicken: es ist Zeit, wieder auf Kennenlern- und Erkundungstour in Hamburg zu gehen! Wer schon Gast in meinem Blog war, weiß, dass ich in lockerer Folge über meine Heimatstadt berichte und gern Freiwillige auf einen Streifzug durch schöne und/oder interessante Ecken der Hansestadt mitnehme.
Im Dezember waren es – dem Wetter damals angemessen – Dinge, die drinnen zu finden sind. Am Mittwoch dieser Woche hingegen schien traumhaft die Sonne. Was war also naheliegender, als sich auf den Weg zur Alster zu machen. Vorgehabt hatte ich es bereits am letzten Wochenende. Die zugefrorene Außenalster war offiziell zum Betreten freigegeben, ein Ereignis, das nicht oft vorkommt. Nur leider kam mir zeitlich etwas dazwischen.
Ich wollte es am 15.02. nachholen, und ziemlich unbekümmert dachte ich mir: Nun kannst du das Eis wenigstens noch sehen, wenn auch nicht mehr überqueren. Die Behörden warnten und untersagten mittlerweile, dies zu tun.
Auf meinem Weg vom Hauptbahnhof zur Alster gab es schon viel zu entdecken, und so erwartet Sie jetzt ein Mehrteiler. Chronologisch geordnet wäre schön und sinnvoll gewesen, doch heute ist ein regnerischer, trüber Tag, und daher setze ich einfach die Sonnenfotos an den Anfang.

Teil 1: Hamburg – Rund um die (Binnen-)alster bei strahlend sonnigem Winterwetter
Teil 2: Gefiederte Hamburger und Quiddjes / Die Scherben an der Rathausschleuse
Teil 3: Entdeckt! Zwischen Hauptbahnhof und Binnenalster! Von Spinnen, Zyklopen und Nackten

Die Alster. Beginnen wir für Auswärtige mit der Information, dass es in Hamburgs City die Alster in Seeform gibt.
Superschön!
Die Quelle der Alster liegt in Schleswig-Holstein (Henstedt-Ulzburg), der breiter werdende Fluss nähert sich Hamburg von Norden und bildet hier schließlich die Außenalster (ca. 164 ha) sowie die Binnenalster (ca. 18 ha), bevor er später – durch Schleusen und Fleete geleitet –  in die Elbe mündet. Wem die Hektarangaben kein Bild von den Ausmaßen vor Augen produzieren, dem hilft eventuell dieser Vergleich:   Die Wasserfläche entspricht einer Größe von ca. 365 bzw. ca. 40 Fußballfeldern!
Die Trennung von Außen- und Binnenalster verläuft an der Lombardsbrücke bzw. der Kennedybrücke (die beiden Brücken liegen hintereinander).

Ich wollte gestern meinen Augen nicht trauen, als ich auf das Ufer der südlichen Außenalster stieß. Kaum zu glauben, aber das meiste Eis war schon wieder verschwunden! Sonntag eine 20cm dicke Eisschicht, die Hunderttausende trug, heute fröhlich vor sich hin plätscherndes Wasser in weiten Bereichen. Nun, ich habe glücklicherweise ein Foto von meiner Tochter bekommen, das am vorigen Freitag entstand. Ich bitte, den kleinen Unterschied zu beachten …

Hamburg, Außenalster am 10.02.2012, zugefroren, betretbar, im Hintergrund der "Fernsehturm"

Außenalster am 10.02.2012, zugefroren, betretbar, im Hintergrund der „Fernsehturm“

Hamburg: Außenalster am 15.02.2012 - Das Eis vom Wochenende ist fast verschwunden

Drei Tage nach dem Wochenende ist von dem Eis nicht mehr viel übrig …

Hamburg, Außenalster, Blick von der Kenndybrücke nach Norden, Resteis 15.02.2012

Blick auf die Außenalster (von der Kenndybrücke nach Norden)

Der Wind blies recht frisch um die Außenalster, so dass ich nach einer guten halben Stunde beschloss, mich mehr dem Bereich der Binnenalster zuzuwenden.

Hamburg, Hotel Atlantic, mit Granit-Skulptur von Max Bill im Vordergrund (Rhythmus im Raum)

Das bekannte Hotel Atlantic mit der Granit-Skulptur von Max Bill im Vordergrund

Auf dem Rückweg ein Blick auf das Hotel Atlantic. Im Vordergrund steht die Granit-Skulptur “Rhythmus im Raum“ von Max Bill. Über diesen Titel wurde oft diskutiert. Warum …? Wieso …? Oder auch: Nun, … irgendetwas wird er sich schon dabei gedacht haben …! Er hat (hauptsächlich) Formen entwickelt, die es so in der Natur nicht gibt.  Manche erinnert dieses Werk allerdings an einen Totenschädel.

Etwas später ein weiterer Blick von der Kennedybrücke in Richtung der Straße „Alsterufer“ und zum Ruderclub.

Hamburg, Blick von der Kennedybrücke Richtung Straße 'Alsterufer' mit Ruderclub

Blick von der Kennedybrücke auf die Außenalster. Richtung Straße „Alsterufer“ mit Ruderclub

Auch das gibt es. Auch in einer Stadt wie Hamburg ist es leider so, dass Obdachlose unter Brücken hausen müssen (Lombardsbrücke)

Hamburg, Obdachlose in ihren Zelten unter der Lombardsbrücke

Hamburg: Obdachlose in ihren Zelten unter der Lombardsbrücke …

Nimmt man den langen, schmalen Tunnel, der durch das Mauerwerk der Lombardsbrücke zur Binnenalsterseite führt, erwartet einen am Ende plötzlich ein sehr schönes Panorama.

Hamburg: Blick von der Lombardsbrücken-Seite über die Binnenalster Richtung Jungfernstieg

Blick von der Lombardsbrücken-Seite über die Binnenalster Richtung Jungfernstieg

Der Blick geht hinüber zum Jungfernstieg mit dem Anleger für die Boote der Alsterschifffahrt. Die Silhouette Hamburgs mit seinen markanten Kirchtürmen (St. Jacobi-Kirche, St. Petri, St. Katharinen (fast verdeckt), Rathaus, St. Nikolai-Turm) taucht auf, und die Sonne lässt alles blitzen und glänzen.

Hamburg. City. Binnenalster, Silhouette mit Kirchtürmen (St. Jacobi-Kirche, St. Petri, St. Katharinen (fast verdeckt), Rathaus, St. Nikolai-Turm)

Hamburg: Markante Kirchtürme der Hansestadt ->St. Jacobi-Kirche, St. Petri, St. Katharinen (fast verdeckt), Rathaus, St. Nikolai-Turm

Die Skulptur, die hier direkt am Ufer steht heißt Windsbraut und stammt von dem Hamburger Hans-Martin Ruwoldt, eigentlich bekannt als Tierbildhauer und Porträtist. Vielleicht braucht es deshalb hier einen zweiten und dritten Blick, um die Braut richtig zu erkennen und zu  würdigen. Als ich am Mittwoch dort war,  war es zufällig der Tag seines Geburtstags, der 15. Februar. Er wäre 121 Jahre geworden, starb allerdings schon 1969. Der Bildhauer lehrte zweitweilig an der Hochschule für bildende Künste Hamburg.

Hamburg Binnenalster Blick Richtung Jungfernstieg - Die Windsbraut von Hans-Martin Ruwoldt (1986)

Binnenalster: Blick Richtung Jungfernstieg – vorne die „Windsbraut“ von Hans-Martin Ruwoldt (1986)

Von ihm gibt es insgesamt ca. 10 Skulpturen (Tiere und Figuren) in Hamburg. Geparde und Panther sind ein bei ihm beliebtes Motiv, jedoch  auch Kraniche und weitere menschliche Figuren wie die Schreitende (bei den Grindel-Hochhäusern) und die Liegende (vor dem Bezirksamt Hamburg-Nord).

Bleibt man auf dieser Seite der Binnenalster, befindet man sich am „Neuen Jungfernstieg“, der Straße, in der auch das Hotel Vierjahreszeiten liegt. Am Ufer der Binnenalster dümpeln Einsschollen, doch so dünn, dass ich sie als ‚Scherben’ bezeichne.

Hamburg, Binnenalster. Neuer Jungfernstieg, Kaum Eisschollen, nur noch "Scherben" am 15.02.2012

Die Binnenalster am Neuen Jungfernstieg. Kaum Schollen, nur noch „Scherben“ am 15.02.2012

Auf einer wirklich noch etwas dickeren Scholle, die noch keine Sonne abbekommen hat, begegnen einem die übriggebliebenen Reste der letzten Tage  (wobei dieser Teil der Alster nie zum Betreten freigegeben war!).

Hamburg, Binnenalster am 15.02.2012, Die Überbleibsel auf dem Eis ...

Die Überbleibsel auf dem Eis …

Dort wo die Straße wieder auf den ‚richtigen’ Jungfernstieg trifft, stehen Menschen in der Mittagssonne und blinzeln auf das glitzernde Wasser. Die Mienen sind überaus freundlich. Es fehlt nur noch das Schnurren …

Hamburg, City, Jungfernstieg, Menschen genießen die Sonne

Am Jungfernstieg (Anleger) genießen die Menschen den Sonnenschein …

Natürlich ist es trotzdem noch kalt! Der frühere „Alsterpavillon“, der vor längerer Zeit umgebaut wurde und sich nun „Alex“ nennt, hat sämtliche Sommermöbel draußen – aber zusammengeschoben und die Schirme geschützt. Der hauseigene „Beachclub Georgia“ ist noch „closed“.

Hamburg, Jungfernstieg, das ALEX - Das Außenmobiliar ist noch eingepackt

Jungfernstieg und das ALEX – alles noch eingewickelt …

Hamburg, Jungfernstieg. Der hauseigene Beachclub des ALEX - "Georgia" ist noch geschlossen

Beachclub „Georgia“ beim ALEX – CLOSED wegen Winterfrische

Die Alsterdampfer nehmen sicher bald wieder die Fahrt auf. Hier liegen sie allerdings zwischen eiskalten „Scherben“. Im Hintergrund am Ballindamm ist das Gebäude von Hapag Llyod zu erkennen.

Hamburg, Jungfernstieg, Anleger der Alsterschiffe, Blick auf das Hapag LLoyd Haus

Alsterdampfer auf der Binnenalster am Jungfernstieg, rechts zu sehen das Gebäude von Hapag Lloyd (dunklere Flaggen)

Ich habe mich stundenlang in der sonnigen Kälte herumgetrieben. Dies war ein kleiner Eindruck rund ums Wasser. Im nächsten Teil  geht es Richtung Alsterarkaden und Schleuse. Eine Szene erinnerte mich an die Niagara-Fälle …, und wir widmen uns kurz dem Thema, was  hier in der City auf welche Art „gehäckselt“ wird ;).

-> Teil 2: Gefiederte Hamburger und Quiddjes / Die Scherben an der Rathausschleuse -> Folgt kurzfristig!

©Februar 2012 by Michèle Legrand

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