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Salut (6) – La Bretagne / Die Île de Bréhat – eine besondere Insel!

Erneut ruft das Meer!
Waren es bei Salut (4) bereits das imposante Cap Fréhel, das unwahrscheinlich farbintensive Meer entlang der Smaragdküste und nicht zuletzt die sich skurril türmenden Felsen in ihrem recht außergewöhnlichen Rosa an der Granitküste, so ist das Ziel heute im sechsten und vorerst letzten Teil der Bretagne-Serie eine Inselgruppe, die sich ebenfalls an der bretonischen Nordküste befindet. Noch im Bereich des Ärmelkanals, etwas nördlich und nicht weit entfernt von Paimpol, einem sehr hübschen Hafenstädtchen.

Bretagne - Paimpol  - Am Hafen

Bretagne – Paimpol – Am Hafen

Bretagne - Paimpol  - Während im Hafen von Paimpol immer Wasser aufgestaut ist ...

Bretagne – Paimpol – Während im Hafen von Paimpol immer Wasser aufgestaut ist …

Bretagne - Paimpol  - ... herrscht nebenan Ebbe und die Boote liegen im Schlick.

Bretagne – Paimpol – … herrscht nebenan Ebbe und die Boote liegen im Schlick.

Bretagne - Paimpol  - Kunstgegenstände ...

Bretagne – Paimpol – Kunstgegenstände …

Es wäre übrigens fantastisch, wenn Sie heute wieder etwas Muße mitbrächten, denn während des Ausflugs soll ein wenig Zeit für Nebengedanken oder einen Vergleich bleiben. Das, was ich Ihnen zeigen möchte, ist zu schade für ein Speeddating mit starrem Blick nur nach vorn.

Zu der erwähnten Inselgruppe gehören 86 kleine Inseln und obendrein eine überaus attraktive Hauptinsel mit höchst unterschiedlichem Nord- und Südteil. Die Franzosen selbst sprechen bei dieser Ansammlung von Inseln vom Archipel de Bréhat, nennen die Hauptinsel entsprechend Île de Bréhat. Der Begriff Archipel steht nicht allein für die diversen Inseln, sondern schließt Gewässer zwischen ihnen mit ein. Die zweiteilige Hauptinsel hat den Beinamen Blumeninsel sowie die weitere Bezeichnung Insel der rosa Felsen. Auf die Südinsel trifft der erste Beiname zu, denn hier ist die Vegetation nahezu üppig, vielfältig und besonders. Der zweite Zusatz beschreibt den schrofferen, den felsigeren nördlichen Teil der Île de Bréhat.
Rosa Felsen? Hatten wir nicht …?
Ganz recht, bereits hier, um die 40 km weiter östlich (Luftlinie) der Region, die ich Ihnen in Salut (4) zeigte, findet sich das farblich extrem selten vorkommende und daher um so markantere Granitgestein. Stellen Sie sich die Farbe bitte nicht als Barbie-Rosa vor, es geht mehr ins Altrosa, changiert ins Rötliche und Bräunliche, je nach Lichteinfall und Feuchtigkeit.
Anfang November war ich vor Ort.
Einen Moment! Ein Archipel und mehr noch eine Blumeninsel im November …?
Wer macht denn so etwas! Kann das überhaupt reizvoll sein?
Wenn Sie gerade wieder unser wenig apartes Wetter zum Aprilstart ertragen, sich bei Sturm kaum halten können und mehrfach von peitschendem Regen durchnässt werden, können Sie sich eine freiwillige Bootsfahrt oder auch nur wachsfreudige, grüne, blühende Pflanzen (draußen, nicht drinnen!) vermutlich schwer vorstellen. April – wie auch November – haben nicht unbedingt den besten Ruf hinsichtlich großzügiger Sonnenscheindauer oder Regenabstinenz.
Ich versichere Ihnen, es war dort selbst zu dieser späten Jahreszeit wunderbar, und es lässt fast darauf schließen, dass es an einem solchen Ort im Frühjahr und Frühsommer, wenn die Vegetation loslegt, – nein, explodiert! – wirklich traumhaft sein muss!

Bretagne - Île de Bréhat - November - Die Rankpflanzen am Haus sind noch in voller Blüte ...

Bretagne – Île de Bréhat – November – Die Rankpflanzen am Haus sind noch in voller Blüte …

Die Bretonen an der Küste – und speziell die Einheimischen auf der Île de Bréhat – versichern zudem nachdrücklich, dass die Sonne hier bei Ihnen wesentlich häufiger und länger scheint als beispielsweise in der französischen Hauptstadt, in Paris. Oder auf dem Festland ganz generell. Oft käme es vor, dass dunkle Wolken über die Insel zögen, sich allerdings erst am Festland abregneten.
Kennen wir das nicht auch von diversen Stellen an unserer Nord- bzw. Ostseeküste? Von den Nordfriesischen oder Ostfriesischen Inseln genauso wie von Rügen, Usedom etc.?
Den Umstand, dass auf dem Festland und speziell im Landesinneren das Wetter festhängt und der Regen nicht enden will, jedoch direkt an der Küste oder auf den ihr vorgelagerten Inseln alles schon wieder vorbei ist? Schauer kommen schneller, unvermuteter, verschwinden jedoch mancherorts häufig genauso rasant wie sie auftraten.

Prüfen wir doch fix: Was hat Einfluss auf Klima, Wetterlage?
Geographische Breite, Höhenlage und Relief, die Position zum Meer oder auch die Art der Bodenbedeckung. Das sind klimatische Faktoren. Und wenn man genau hinschaut, fallen einem noch viele andere Dinge auf, die vor Ort, lokal begrenzt, ganz eigene, besondere Wetterverhältnisse schaffen.
Werden kalte Winde abgelenkt, fließt eine warme Strömung in der Nähe, in welchem Maße kommen die Auswirkungen der Gezeiten zum Tragen? Halten eventuell natürliche Hindernisse wie Hügel und Berge oder eine hohe, großflächige Bepflanzung das Wetter fest und hindern es am weiterziehen? Oder liegen sie etwa vorteilhaft, so dass sie stattdessen ankommendes (Schlecht-)Wetter aufhalten? Heizt sich irgendwo die Luft besonders auf? Wie intensiv sind auf- und ablandige Winde?
Schon hätte wieder etwas Einfluss auf Verdunstung, auf Wolkenbildung, Regenhäufigkeit und seine Dauer
u. v. m.
Im Falle von Bréhat scheint ganz offensichtlich alles günstmöglichst auszufallen.

Die Einwohner der Île de Bréhat heben außerdem hervor, dass auf ihrer Insel ein besonderes Licht herrsche. Besseres Wetter, spezielle Lichtverhältnisse … Ist dem so?
Wie verhält es sich mit dem Licht an der See? Am Meer ist es doch immer intensiver, heißt es. Die großen Wasserflächen reflektieren schließlich Unmengen an Sonnenlicht. Eine klimatisch verwöhnte Ecke mit weniger Wolken und entsprechend mehr Sonnenstunden ist umso heller. Klar! Ist deshalb aber die Art des Lichts überall automatisch gleich?
Es ist ein wenig wie daheim in der guten Stube – wobei wir natürlich weitere Lichtquellen nutzen, nicht nur eine einzige. Sie empfinden mit Sicherheit große Unterschiede zwischen dem Licht einer Neonröhre oder LED-Leuchte und dem einer Glühbirne oder Kerze. Wie etwas farblich wirkt hängt auch davon ab, ob es direkt und indirekt beleuchtet wird. Ob dezent oder intensiv. Ob ein Lampenschirm das Licht der Quelle in seiner Farbe verändert.
Nicht weniger wichtig ist die Umgebung. Die schwarze Couch schluckt viel Licht, der helle Teppich gaukelt zusätzlich Helligkeit vor …

Draußen verhält es sich nicht anders. Auf die Île de Bréhat fällt mit Sicherheit nicht der Schein einer anderen Sonne, doch das klare Wasser, das die Insel und den ganzen Archipel umgibt, die Farbe der Felsen, die bei Sonneneinwirkung leicht rötlich schimmern, der relativ helle Sand, der zusätzlich Licht reflektiert – all das bewirkt ein durchaus spezielles, einzigartiges Licht.
Einige der örtlichen Gegebenheiten sorgen hier für Lichtintensität, andere kreieren eine Art Lichtfarbe. Bäume und Sträucher hingegen filtern mit ihrem Blattwerk Licht, dämpfen, sorgen für Punkte, an denen das Auge entspannen kann. Die Farbenpracht von Blüten wiederum scheint durch das vorherrschende Licht noch intensiver und regt die Sinne an.
Es ist schon verdammt anziehend! Selbst im November!

Bretagne - Archipel und Île de Bréhat - Für Seevögel ideal ...

Bretagne – Archipel und Île de Bréhat – Für Seevögel ideal …

Bretagne - Île de Bréhat - Verblühte Schmucklilien (Agapanthus africanus) - Was muss das im Sommer für ein blaues Blütenmeer sein ...

Bretagne – Île de Bréhat – Verblühte Schmucklilien (Agapanthus africanus) – Was muss das im Sommer für ein blaues Blütenmeer sein …

Ahnen Sie, wen das Licht noch angezogen haben könnte? Von jeher?
Exakt. Maler!
Auf dem Friedhof der Insel finden sich mehrere Ruhestätten von Künstlern, die hier nicht nur einen Urlaub, sondern Jahre ihres Lebens verbrachten, die einfach nicht wieder von ihr und der Atmosphäre, die das Licht schaffte oder den sich daraus ergebenden Malbedingungen, loskamen!

Während des Spaziergangs durch Le Bourg, den kleinen Hauptort der Südinsel, erzählte eine Ortsansässige, die sich nahe der Kirche Église Notre-Dame de Bréhat aufhielt, dass auch Matisse insgesamt 35 Jahre auf Bréhat gelebt hätte, hier verstarb und sich seine Grabstätte gleich nebenan, auf dem angeschlossenen Friedhof, befände.
Ohne zu zögern führte sie im nächsten Augenblick zu einem Haus ein Stückchen weiter, wies auf die Fenster der Wohnräume im ersten Stock und erklärte freundlich, dass sich dort, in großen, durchgehenden Zimmern mit Fenstern in unterschiedliche Himmelsrichtungen, sein Atelier befunden hätte.
Inzwischen bin ich mir dessen nicht mehr ganz so sicher. Als ich danach den Friedhof aufsuchte, stellte sich heraus, dass es sich um die Grabstätte von Auguste Matisse und nicht die von Henri Matisse handelt. Offenbar waren sie noch nicht einmal miteinander verwandt. Obwohl sie Zeitgenossen waren und Henri einen jüngeren Bruder namens Émile Auguste hatte, war es nicht jener Auguste, der hier begraben liegt.
Nun – dann eben ein anderer Matisse. Ein Maler und Zeichner maritimer Landschaften. Viele Wellenbilder sind dabei, aber er hat auch Plakate für die Olympischen Spiele von 1924 in Chamonix/Mont-Blanc entworfen und – so wie es sich anhört – sogar Buntglasfenster! Wahrscheinlich für Kirchen. Das ist doch was!
Die Inselbewohnerin hatte schließlich auch nie behauptet, es wäre Henri gewesen.
Allerdings … Weitere Nachforschungen ergaben, dass Auguste Matisse offenbar auf der felsigeren Nordinsel nahe Corderie lebte, nicht auf der Südinsel, und somit hatte er sein Atelier höchstwahrscheinlich auch nicht in dem gezeigten Haus.
Vielleicht ging es um einen der anderen Inselmaler … Eine Verwechslung. Irgendwer wird dort schon aktiv gewesen sein.

Bretagne - Île de Bréhat  - Friedhof an der Kirche Église Notre-Dame de Bréhat

Bretagne – Île de Bréhat – Friedhof an der Kirche Église Notre-Dame de Bréhat

Wir sind schon wieder mittendrin in den Details, dabei wollte ich Ihnen von der Anfahrt und von der Insel überhaupt erzählen!

Wenn Sie sich, aus der Hafenstadt Paimpol kommend, nördlich halten, stoßen Sie nach wenigen Kilometern auf eine Landspitze mit dem Namen Pointe de l’Arcouest. Hier legen die Fährboote zur Île de Bréhat ab. Wenn Sie sich auf direktem Weg hinüberbegeben, beträgt die Übersetzzeit ungefähr 15 Minuten. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, eine etwa einstündige Fahrt durch die Inselgruppe zu buchen und am Ende auf der Insel auszusteigen.

Bretagne - Pointe de l'Arcouest - Das Boot wartet auf die Rundfahrt- und Inselgäste ...

Bretagne – Pointe de l’Arcouest – Das Boot wartet auf die Rundfahrt- und Inselgäste …

Sie umrunden bei dieser Fahrt im Uhrzeigersinn die beiden Teile der Hauptinsel, gleiten zwischen vielen kleinen Inseln hindurch und bekommen auf diese Art einen ganz famosen Eindruck über die Größe des Archipels, die einzelnen Eilande und die Unterschiedlichkeit der Felsformationen. Sie haben zudem jederzeit einen exzellenten Blick auf zunächst die Süd-, später die Nordinsel

Bretagne - Archipel und Île de Bréhat

Bretagne – Archipel und Île de Bréhat

Bretagne - Île de Bréhat - Hafen Port-Clos voraus ...

Bretagne – Île de Bréhat – Hafen Port-Clos voraus …

Bretagne - Rundfahrt durch den Archipel de Bréhat ....

Bretagne – Rundfahrt durch den Archipel de Bréhat ….

Bretagne - Archipel und Île de Bréhat

Bretagne – Archipel und Île de Bréhat

Bretagne - Île de Bréhat - Hier sind die Wassersportler im November noch hemdsärmelig unterwegs ...

Bretagne – Île de Bréhat – Hier sind die Wassersportler im November noch hemdsärmelig unterwegs …

Bretagne - Île de Bréhat - Ruhiges Wasser zwischen einigen Eilanden ...

Bretagne – Île de Bréhat – Ruhiges Wasser zwischen einigen Eilanden …

Ganz nebenbei können Sie eine Vielzahl von Seevögeln erspähen. Kormorane, Basstölpel, diverse Möwen und neben sehr vielen weiteren Vogelarten auch die farbenfrohen, stets sehr lustig wirkenden Papageientaucher! Man erkennt, auf welchen Felsen oder kleinen Inseln die Seevögel sich bevorzugt aufhalten oder gar in Kolonien nisten. Die Steine an diesen Stellen erscheinen weißlich, sind überzogen mit den Hinterlassenschaften der fliegenden Mannschaft.

Bretagne - Archipel und Île de Bréhat - Ein Vogelparadies ...

Bretagne – Archipel und Île de Bréhat – Ein Vogelparadies …

Für Fotos sind diese Felsen und besonders ihre Bewohner resp. zeitweiligen Besetzer allerdings zu weit vom Boot entfernt oder aber das Gefährt hüpft zu sehr auf den Wellen, um scharfe Aufnahmen gelingen zu lassen. Ich hätte liebend gern einen der Papageientaucher erwischt – mir gelang es jedoch lediglich an Land und auch nur in Form eines nicht flüchtenden Wandbildes (Es befindet sich nicht einmal auf der Insel, sondern in Trégastel, nahe des Aquarium Marin) bzw. als Titelbild auf der Menükarte der Insel-Crêperie.

Bretagne - Wandbild mit den beliebten Papageientauchern  - hier: nahe des Aquarium Marin de Trégastel

Bretagne – Wandbild mit den beliebten Papageientauchern – hier: nahe des Aquarium Marin de Trégastel

Wir kamen übrigens – nicht das erste Mal – zu einem Zeitpunkt an, an dem in Frankreich das Mittagessen beendet ist und die Gastronomie bis zum Abend überall geschlossen bleibt. Sie erinnern sich vielleicht an meinen Hinweis aus einem der ersten Teile der Bretagne-Reihe. Wir hatten kaum Hoffnung, irgendetwas zu ergattern, doch bei dieser bewussten Papageientaucher-Crêperie saßen gerade die Töchter der Inhaberin am Tisch und aßen, als wir durch das Fenster schauten. Offenbar haben wir sehr verhungert ausgesehen, sie hat uns jedenfalls kurzerhand hereingelassen und ein paar zusätzliche Galettes und Crêpes gezaubert. Ziemlich zuvorkommend, oder?

Bretagne - Île de Bréhat - Crêperie L'oiseau des Îles

Bretagne – Île de Bréhat – Crêperie L’oiseau des Îles

Haben Sie zufällig auf den Text der Karte geachtet?
„Here we try to speak English.“ Das finde ich entzückend! ^^

Wenn die Rundfahrt endet, legt das Boot am Südzipfel der Südinsel in Port-Clos an.

Bretagne - Île de Bréhat - Hafen Port-Clos mit Anleger 1

Bretagne – Île de Bréhat – Hafen Port-Clos mit Anleger 1

Sie erinnern sich an die Gezeiten? Den doch bemerkenswerten Tidenhub?
Ich habe mich gefragt, ob das Festmachen im Hafen wohl nur bei Flut möglich sei, ob Überfahrten überhaupt zu anderen Zeiten – bei ablaufendem Wasser oder richtiger Ebbe – stattfinden könnten. Man hat dafür jedoch eine sehr praktische Lösung: Es gibt an drei verschiedenen Stellen einen Kaianleger!
Bei Flut ist es möglich, direkt in der kleinen Bucht mit Sandstrand zu landen, dort, wo sich ein kleines Hotel (Bellevue) mit Restaurant befindet, maximal eine Handvoll kleiner Läden platziert ist und von wo aus die Wege zum Ortskern oder zu anderen Zielen auf der Insel starten.
Anleger zwei liegt einige Meter südlich. Dort läuft das Wasser nicht mehr ganz so extrem ab. So kann dieser Pier bei mittlerer Tide noch bedient werden.
Der in Nähe der Buchteinfahrt am weitesten ins Meer hineinragende Anleger drei hat selbst bei Ebbe so ausreichend Wasser, dass die Ausflugsboote festmachen können.

Südinsel und Nordinsel zusammen erstrecken sich über eine Länge von 3,5 km, die Breite beträgt ungefähr 1,5 km. Beide Inselteile sind durch eine Brücke, die Pont Vauban verbunden.
Der schroffere Norden erinnert mich mit seiner Felsküste und seine durch eine zeitweilig hügelige Landschaft führenden Wege ein wenig an Irland. Am nördlichsten Zipfel befindet sich der Leuchtturm Phare du Paon (Pfauenleuchtturm). Wer es verlassener und landschaftlich eher etwas herber mag, der ist hier im Norden gut aufgehoben.

Bretagne - Île de Bréhat - Nordteil der Hauptinsel mit dem Leuchtturm Phare du Paon ...

Bretagne – Île de Bréhat – Nordteil der Hauptinsel mit dem Leuchtturm Phare du Paon …

 

Bretagne - Île de Bréhat - Nordteil

Bretagne – Île de Bréhat – Nordteil

Bretagne - Île de Bréhat - Umrundung der Nordspitze (mit Leuchtturm bei Gegenlicht) ...

Bretagne – Île de Bréhat – Umrundung der Nordspitze (mit Leuchtturm bei Gegenlicht) …

Auf der Südinsel ist das durch den warmen Golfstrom geprägte Mikroklima förmlich fühlbar. Erstaunlich, dass es auf einem relativ kleinen Raum bereits derartige Unterschiede gibt! (Aber auch das kennt man aus dem eigenen Garten, der ebenfalls seine warmen und kalten Ecken hat).

Dieser Teil der Insel wirkt an einigen Stellen durchaus südländisch. Bréhat war einst eine Piratenhochburg und von jeher das Ziel vieler Seefahrer. Sie brachten aus der Ferne exotische Pflanzen mit, die hier gediehen. Sie unterstützen den mediterranen Eindruck.

Bretagne - Île de Bréhat - Auch südländische Pflanzen gedeihen ...

Bretagne – Île de Bréhat – Auch südländische Pflanzen gedeihen …

Bretagne - Île de Bréhat - Palmlilie (Yucca)

Bretagne – Île de Bréhat – Palmlilie (Yucca)

Die Winter sind mild, so haben selbst frostempfindliche Arten eine Chance, die kalte europäische Jahreszeit zu überstehen. Licht und Sonne sind ebenfalls im ausreichenden Maße für die Immigranten vorhanden. So treffen Sie bei Ihrem Besuch der Insel auf Palmen, Agaven, Aloen und Mimosen. Es gedeihen Feigen, Palmlilien, Kamelien oder auch Oleander, den wir in Deutschland eigentlich nur als Kübelpflanze halten können und im Winter hereinnehmen müssen.
Daneben gibt es die etwas weniger empfindlichen Gewächse wie Eukalyptus, Lorbeer, man begegnet Maulbeerbäumen sowie Unmengen von Hortensien. Große Büsche mit riesigen Blütendolden!

Bretagne - Île de Bréhat - Passionblüte im November - Hier wuchert sie üppig in einer Hecke ...

Bretagne – Île de Bréhat – Passionblume (Passiflora) blüht im November – Hier wuchert sie üppig in einer Hecke …

Die Pflanze, die die Bretonen als die Erkennungspflanze der Insel bezeichnen, ist die ursprünglich aus Südafrika stammende Schmucklilie (Agapanthus africanus). Entlang der gewundenen Wege breitet sich diese Blütenstaude aus. Auf hohen Stängeln trägt sie sehr große, weithin leuchtende Blütenkugeln mit einem Durchmesser von ca. 20 cm (meist blau, gelegentlich auch weiß). Auch wer im November erst die Insel erkundet, erkennt noch, dass Goldlack (Erysimum chein/Cheiranthus), Echium (Natternköpfe), Passionsblumen (Passiflora), Lavendel (Lavendula) und rosa bis pinkfarbener Geranium (Pelargonium „Madeira“) häufig anzutreffende Pflanzen sind.
Als Garten- und Naturliebhaber muss man das einfach alles irgendwann einmal während der Hauptblütezeit sehen!

Nur wissen Sie, was der Nachteil ist, gerade dann anzureisen?
Zu dieser Zeit herrscht enormer Andrang!
Die Zahl der ständig – selbst im Winter – auf der Insel Lebenden, beläuft sich auf ungefähr 400, was einer Bevölkerungsdichte von etwa 130 Einwohnern pro Quadratkilometer entspricht.
Daher sieht es jetzt im November auf dem Marktplatz auch eher so aus:

Bretagne - Île de Bréhat - Der Marktplatz von Le Bourg ist um diese Jahreszeit doch etwas verlassen ...

Bretagne – Île de Bréhat – Der Marktplatz von Le Bourg ist um diese Jahreszeit doch etwas verlassen …

Im Sommer, wenn die Besucher aus dem In- und Ausland herbeiströmen oder einige Franzosen zu ihrem Zweitwohnsitz aufbrechen, steigt der Anteil der auf der Insel weilenden Menschen plötzlich auf bis zu 7000 Personen! Das entspricht mit einem Mal einer Dichte von 2265 Menschen pro km²!
Hamburg hat – nur als Vergleich – eine Dichte von ca. 2300 Einwohnern pro km². Mit anderen Worten herrscht auf der Île de Bréhat im Sommer ein Gewimmel wie in einer Großstadt!
Gut, nicht ganz. Glücklicherweise ist Autoverkehr auf der Insel nicht zugelassen. Wer dort unterwegs ist, ist es zu Fuß oder auf einem (Miet-)Fahrrad. Nur ein paar Trecker verrichten Arbeiten auf der Insel oder ziehen Wägelchen mit Touristen bzw. deren Gepäck.
Wer außerdem gelegentlich motorisiert unterwegs sein darf? Les pompiers! Die Feuerwehr!

Bretagne - Île de Bréhat - Die Inselfeuerwehr. Sie darf Autos benutzen ...

Bretagne – Île de Bréhat – Die Inselfeuerwehr. Sie darf Autos benutzen …

Die – wie auch der Postbote – sollten sich tunlichst gut auskennen auf der Insel, damit sie im Fall der Fälle wissen, wohin sie zum Löschen zu fahren haben bzw. wo exakt die Post abzugeben ist. Es gibt auf der Île de Bréhat eigenartigerweise nämlich keine Straßennamen. Wohl auch keine Hausnummern oder etwas in der Art. Ich habe jedenfalls nichts entdeckt.

Irgendwie erscheint es mir trotz der ausbleibenden Verkehrsprobleme trotz allem ratsam, sich außerhalb der Hauptferienzeiten auf den Weg zu machen. Die Schmucklilien blühen immerhin von Juni bis September, das schafft Möglichkeiten …

Bretagne - Île de Bréhat - Novemberblüher ... und abgeblühte Schmucklilien.

Bretagne – Île de Bréhat – Novemberblüher … und abgeblühte Schmucklilien.

Bretagne - Île de Bréhat - Imposante Eingangstür ...

Bretagne – Île de Bréhat – Imposante Eingangstür …

Bretagne - Île de Bréhat - Ganz in Blau  ... und ein Heiliger über der Tür.

Bretagne – Île de Bréhat – Ganz in Blau … und ein Heiliger über der Tür.

Ungefähr 800 m beträgt die Entfernung vom Hafen zum Ortskern mit seinem Marktplatz und einigen Geschäften, kleinen Cafés und der Kirche, die zu dieser Jahreszeit nur noch eingeschränkt geöffnet haben.
Ein Kilometer Distanz besteht zwischen Port-Clos und der auf einer Anhöhe erbauten Kapelle St. Michel, die sich 33 m über dem Meeresspiegel befindet und von der aus man daher einen spektakulären Ausblick auf das glitzernde Meer mit seinen vielen kleinen Inseln und Felsen hat. Von hier ist – wenn man richtig steht – auch die Gezeitenmühle der Insel – Moulin de Birlot – zu sehen.

Bretagne - Île de Bréhat - Blick auf die Anhöhe mit der Kapelle Saint-Michel ...

Bretagne – Île de Bréhat – Blick auf die Anhöhe mit der Kapelle Saint-Michel …

Bretagne - Île de Bréhat -  ... und hier der Ausblick von der Kapelle Saint-Michel auf den Archipel Richtung Westen

Bretagne – Île de Bréhat – … und hier der Ausblick von der Kapelle Saint-Michel auf den Archipel Richtung Westen

In der Kapelle findet man eine Wandkarte, die einen Plan der Insel zeigt. Ich habe für Sie die Hauptpunkte eingetragen:

Bretagne - Île de Bréhat - Wandmosaik in der Kapelle St. Michel  mit Karte der Süd- und Nordinsel

Bretagne – Île de Bréhat – Wandmosaik in der Kapelle St. Michel mit Karte der Süd- und Nordinsel-1

Im November wird es früh dunkel. Und kalt, wenn die Sonne verschwindet! Landflächen heizen sich in der Sonne zwar schnell auf, kühlen jedoch genauso schnell wieder ab. Der Vorteil ist: Bei sinkender Temperatur fällt der Abschied nicht ganz so schwer.

Bretagne - Île de Bréhat - Port-Clos - Das Wasser am Hauptanleger 1 ist verschwunden. Anleger 2 ist  quer ins Wasser ragend zu erkennen ...

Bretagne – Île de Bréhat – Port-Clos – Das Wasser am Hauptanleger 1 ist verschwunden. Anleger 2 ist quer ins Wasser ragend zu erkennen …

Die letzte Fähre zum Festland legt bei Sonnenuntergang ab. Inzwischen herrscht Ebbe, und so ist ein kleiner, knapp zehnminütiger zusätzlicher Spaziergang zum Anleger drei einzuplanen.
Die See hat sich merklich zurückgezogen. Auf dem Schlick, dort wo bei der Ankunft noch das Wasser die Bucht füllte, liegt überall Tang und verströmt seinen ganz typischen Geruch.

Bretagne - Île de Bréhat - Ebbe - Tang im Schlick im Hafen Port-Clos ...

Bretagne – Île de Bréhat – Ebbe – Tang im Schlick im Hafen Port-Clos …

Entlang einer Felswand führt der geteerte Weg hinaus zum Steg. Das Boot ist noch nicht im Sichtfeld, dazu müssen Sie ziemlich am Ende der Strecke erst die den Blick verstellenden, vorspringenden Felsen umrundet haben.

Bretagne - Île de Bréhat - Auf dem Weg zum Anleger 3. Es hat nicht geregnet. Der Weg war bis vor kurzem noch von Wasser überflutet ...

Bretagne – Île de Bréhat – Auf dem Weg zum Anleger 3. Es hat nicht geregnet. Der Weg war bis vor kurzem noch von Wasser überflutet …

Bretagne - Île de Bréhat - Sonnenuntergang, das letzte Schiff für heute. Und alles strömt ...

Bretagne – Île de Bréhat – Sonnenuntergang, das letzte Schiff für heute. Und alles strömt …

Es wartet bereits, präsentiert sich in der untergehenden Sonne. Die Dunkelheit bricht sagenhaft schnell herein! Während der lediglich viertelstündigen Überfahrt versinkt die Sonne endgültig im Meer zwischen den Inseln des Archipels.

Bretagne - Nordküste - Archipel de Bréhat bei Sonnenuntergang

Bretagne – Nordküste – Archipel de Bréhat bei Sonnenuntergang

Drüben, an der Pointe de l’Arcouest (auf der Festlandseite), wird diesmal ebenfalls ein weiter ins Meer hinausragender Anlegesteg angesteuert. Aufgrund der eintretenden Finsternis ist die Uferbeleuchtung nun bereits eingeschaltet
Das Ende eines schönen Erkundungstages naht. Auf dem kurzen Weg zum Auto wandert der Blick noch einmal hinüber zur Insel. Sie ist jetzt nur noch ein schwarzer Schatten, aus dem ganz vereinzelt ein kleines Licht aufblitzt.
Mit dem Verlassen der letzten Besucher ist auf der Île de Bréhat fürs Erste wieder die Novemberstille eingekehrt.

Bretagne - Blick von Pointe de l'Arcouest hinüber zur Île de Bréhat - Die Dunkelheit kommt schnell ...

Bretagne – Blick von Pointe de l’Arcouest hinüber zur Île de Bréhat – Die Dunkelheit kommt schnell …

Liebe Blogleser, das war die Bretagne! Danke fürs Mitkommen und Miterkunden! Salut!

PS: Das Osterfest naht. Ich lasse Ihnen diesen Bericht als mein Osterei für Sie da. Die Île de Bréhat fungiert sozusagen als Osterinsel.^^

Frohe Feiertage wünsche ich Ihnen allen und bis demnächst!

© by Michèle Legrand, April 2015
Michele Legrand - freie Autorin - Blog Michele. Gedanken(spruenge)

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28 Kommentare

Salut! (5) – La Bretagne – Auf Umwegen zum Viadukt von Morlaix

„ … 500 Meter … rechts … more Likes.“
Wie bitte? Was war das eben?
Entweder Sie gehen jetzt mit dem Fuß auf die Bremse oder Sie fahren langsam weiter und fragen staunend: „Liebes, was meintest du gerade?“
Es ist gar nicht so unüblich, sein Navigationsgerät im Auto nach einer dermaßen unklaren Ansage verblüfft in eine Unterhaltung zu verwickeln. Mit etwas Glück wiederholt ihre Fahrassistentin den letzten Hinweis. Zufällig. Eine tatsächliche, direkte Antwort ist eher unwahrscheinlich.
„Fahren Sie 500 Meter und nehmen dann die Ausfahrt auf der rechten Seite nach more Likes.“
Na bitte, es geht doch!
Viel klarer ist die Angelegenheit dadurch allerdings immer noch nicht.

Befinden Sie sich bei Auslandsreisen auch hin und wieder in der Sprachauswahlzwickmühle? Ich überlege häufig, in welcher Sprache ich die Stimme des Navis vor Ort plaudern lasse. Es klingt schön und hat seine Vorteile, die jeweilige Landessprache zu hören, doch alles, was nicht Muttersprache ist, erfordert mehr Konzentration, und von Zeit zu Zeit fühlt man sich als Fahrer am Steuer dabei leicht überfordert. Zum Beispiel, wenn – wie hier in Frankreich – nicht nur auf den regen Verkehr mit seinen vielen quirligen Großkreiseln, auf plötzlich auftauchende Mautstellen oder das generell fremde Terrain zu achten ist, sondern Sie zusätzlich auch noch auf ungewohnte Fachbegriffe horchen müssen.
Ganz fatal wird es, wenn Ihnen mitten im Gewühl Zahlen (z. B. Straßenbezeichnungen aus Buchstaben- und Zahlenkombinationen) vom Tempo her wie eine Maschinengewehrsalve am Ohr vorbeirauschen. Eine französische Salve wohlgemerkt!
Nein, nein, die Hinweise sind selbst auf Deutsch oft schon merkwürdig genug! Klingen gestelzt – und Sie müssen sehr hinhören, ob von Abfahrt, Ausfahrt oder Einfahrt, ob von jetzt sofort, gleich oder irgendwann demnächst die Rede ist.
Um all diese Irrtümer beim Hören und darauffolgende Irrfahrten zu vermeiden, entscheiden Sie sich – als vernünftiger Mensch – lieber für Ihre eigene Sprache. Vor Problemen sind sie trotzdem nicht sicher.
More Likes hat sie gesagt.
Es klingt nicht Deutsch. Es klingt aber auch nicht Französisch.
Erst langsam wird klar, sie spricht Morlaix, unseren heutigen Zielort in der Bretagne, so aus, wie man ihn schreibt. Sie spricht den Begriff für einen der Sprache nicht kundigen Deutschen, der das Wort im Vorbeifahren gleich auf einem Schild rein mit dem Auge erfassen wird und wiedererkennen soll.
Das wird schwer werden! Denn so funktioniert mein Gehirn nicht.
Ich kann mich auch nicht darauf einstellen, weil sich Madame Navi als komplett inkonsequent outet. Worte wie Charles de Gaulle, avenue, rue, Pierre etc., von denen sie annimmt, auch einem Teutonen sei die korrekte Aussprache bekannt, solche Worte und Namen spricht sie französisch aus – andere leider nicht.
Platze du Peiks. Himmel aber auch! Sie meint den Platz des Friedens (Place du Paix)! Und der Strand, la plage, wird für sie tatsächlich zur Plage. Wer ahnt denn so etwas!
Im Endeffekt werden Sie durch derlei Spielchen gezwungen, doch wieder wie ein Luchs hinzuhorchen.
Wissen Sie, wann ich wirklich komplett auf dem Schlauch stand? Gleich am allerersten Bretagne-Tag. Hartnäckig bestand sie auf einem Abbiegen Richtung Estemahlo. Mit der Betonung auf der Silbe mah. Estemahlo.
Ich hatte keinen blassen Schimmer!
Überlegte, ob es eine bretonische Ortsbezeichnung sein könnte. Der Groschen fiel, als ich dahinter kam, dass Madame Abkürzungen ausformuliert. St Malo stand dort geschrieben. Für Saint Malo! Mit der Betonung auf o.
Logischerweise wird bei ihr aus St ein Este und aus zwei Worten eines. Die neue Betonung bringt zusätzlich Leben in die Bude.
Ach, gehen Sie mir doch weg damit! Krempeln sich einem da nicht die Zehennägel hoch?

Schluss. Aus. Themenwechsel!

Nachdem in Teil 4 der Bretagne-Serie Smaragd- und Granitküste mit bizarr gestapelten Granitbrocken, Kaps, Stränden, den Gezeiten etc. eine große Rolle spielten, ist heute der Besuch in Morlaix, einem schönen, alten Städtchen angesagt.
Es liegt im Nordwesten der Bretagne an der sich insgesamt fast 15 km langziehenden Trichtermündung des Flusses Morlaix. Sechs Kilometer sind es von Morlaix aus noch bis zur Bucht von Morlaix am Ärmelkanal. (Sie merken, hier heißt alles Morlaix. Fluss, Bucht, Stadt … Praktisch, oder? Lässt sich leicht merken.)
Etwa 15.500 Einwohner leben hier, es gibt einen Hafen am Fluss (heutzutage für die Sportschifffahrt) und interessante Häuser. Viele mittelalterliche Bauten mit schönem Fachwerk, diversen Fassadenverzierungen und ins Auge fallenden Erkern.
Aufgrund ihres Alters sind die Häuser teilweise windschiefe Bauten! Oder anders gesagt: Charaktergebäude.

Bretagne - Morlaix

Bretagne – Morlaix

Bretagne - Morlaix

Bretagne – Morlaix

Eine Besonderheit aus dem 15. und 16. Jahrhundert stellen zudem die Laternenhäuser dar, die sich seinerzeit vorwiegend die ortsansässigen reichen Reeder und Kaufleute errichten ließen.
Wie sie zu ihrem Namen (maison à lanterne) kommen?
Laternenhäuser haben zum einen ein Vorderhaus mit oftmals reich verzierter Front. Sie besitzen aber auch ein Hinterhaus, und zwischen diesen beiden Teilen einen geschlossenen, oben verglasten Innenhof, über den in alle Zimmer Licht gelangt. Der Freiraum zwischen den Hausteilen wurde in gewisser Weise beheizt, denn dort befand sich die Feuerstelle.
Der Zugang zu den Geschossen entstand meist direkt im Hof und zwar über eine dort platzierte und von kunstvoll geschnitzten Eckpfosten getragene Holztreppe. Vorder- und Rückteil des Hauses waren in den jeweiligen Geschossen obendrein durch Galerien miteinander verbunden.
Wenn Sie sich die Anordnung der Gebäudeteile jetzt bildlich vorstellen, dazu die verbindenden Seitenwände, den Hof, das Feuer in der Mitte des Innenhofes, einfallendes Licht … dann hatte das Ganze schon etwas von einer Laterne.

Das dreistöckige Haus, das Sie auf dem nächsten Foto sehen, wird „Maison dite de la duchesse Anne“ genannt und ist ein solches Laternenhaus. Die berühmte Herzogin und spätere Königin Anne de Bretagne soll einmal auf einer ihrer Wallfahrtsreisen im Jahre 1505 dort eingekehrt und untergekommen sein.

Bretagne - Morlaix - Rechts das braune Fachwerkhaus ist das Maison dite la duchesse Anne (Laternenhaus, Anne de Bretagne)

Bretagne – Morlaix – Rechts das braune Fachwerkhaus ist das Maison dite la duchesse Anne (Laternenhaus, Anne de Bretagne)

Unter uns: Einmal die Schwelle überquert, schwupps, schon hieß das Haus so wie der Gast? Hm. Was lehrt uns das?
Wenn Sie ab jetzt irgendwo Rast machen oder sich im Urlaub kurz einquartieren, bestehen Sie darauf, dass die Unterkunft künftig Ihren Namen trägt. Lassen Sie sich nicht abwimmeln mit der Begründung, Sie seien weder Herzog noch König! Weisen Sie selbstbewusst darauf hin, dass Sie das noch zu werden gedenken.
Nun zurück zum Laternenhaus. Im Falle von Annes Haus verbindet übrigens eine Renaissance-Wendeltreppe die einzelnen Stockwerke.

Kirchen finden Sie in Morlaix natürlich auch. Die Kirche Saint-Melaine (Flamboyantstil (Spätgotik) – Bj. 1489), die nach schweren Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut wurde und dadurch heute moderner wirkt, als sie es eigentlich ist.

Bretagne - Morlaix  - Kirche Saint Melaine direkt am großen Viadukt

Bretagne – Morlaix – Kirche Saint Melaine direkt am großen Viadukt

Über die Rue Ange-de-Guernisac gelangen Sie zur Place des Viarmes. Wenn Sie sich dort Richtung Rue des Vignes halten, erreichen Sie das ehemalige Jakobinerkloster, heute Sitz des Musée de Morlaix.

Bretagne - Morlaix - Blick auf das Musée de Morlaix - Couvent des Jacobins

Bretagne – Morlaix – Blick auf das Musée de Morlaix – Couvent des Jacobins

Es gibt außerdem die Gemeindekirche Saint-Mathieu. Allerdings ist lediglich der Turm noch aus dem 16. Jahrhundert erhalten, alles andere wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts vollständig restauriert.
Seitdem darf sich dort die bretonische Flora ausbreiten …

Bretagne - Morlaix  - Kirche Saint Mathieu im Quartier Mathieu

Bretagne – Morlaix – Kirche Saint Mathieu im Quartier Mathieu

Bretagne - Morlaix  - Église Saint Mathieu - Hochgeschaut: Turmbewuchs ...

Bretagne – Morlaix – Église Saint Mathieu – Hochgeschaut: Turmbewuchs …

Jeder Ort, jedes Städtchen ist immer sehr stolz, wenn es etwas präsentieren kann, was ihn oder es unverwechselbar macht. Morlaix hat ein weithin sichtbares, markantes Bauwerk als sein Wahrzeichen vorzuweisen. Ein riesiges, zweistöckiges Viadukt!

Bretagne - Das Viadukt von Morlaix

Bretagne – Das Viadukt von Morlaix

Die Meterangaben zu Breite und Höhe schwanken – wie es häufig vorkommt bei Größenangaben. Sagen wir daher, die Brücke hat eine Länge von 285 bis 292 m und ist etwa 58 m hoch.
Der untere Teil besteht aus neun Gewölben, das obere Stockwerk sogar aus 14 Aufbauten mit halbkreisförmigem Bogenabschluss. Direkt über der ersten Etage verläuft ein Fußgängerweg in ca. 27 m Höhe über der Straße.
Ganz oben befindet sich die zweigleisige Eisenbahnstrecke von Paris nach Brest. Morlaix selbst liegt im tiefen Taleinschnitt des Dossen und hat sich im Laufe der Zeit beidseitig an den Hängen ausgebreitet.
Mitte des 19. Jahrhunderts hatten Verantwortliche beschlossen, eine zukünftige Zugstrecke nicht unten durch das Tal zu legen, sondern den Brückenbau zu realisieren. Der erste Dampfzug querte die Brücke 1864, offiziell eröffnet wurde die Strecke über das Viadukt im Jahr darauf (April 1865).
Auch heute noch fährt der TGV auf dem Weg nach Brest hier entlang!

Bretagne - Morlaix - Unter dem Viadukt ...

Bretagne – Morlaix – Unter dem Viadukt …

Imposant! Diese enorme Höhe! Wenn Sie unter den Bögen hindurchgehen, kommen Sie sich recht winzig vor. Ein Viadukt wie für Riesen gemacht. Die könnten ungeduckt …

Am Tag des Besuchs ließ sich die erwähnte Fußquerung auf halber Höhe nicht durchführen. Der Weg war aufgrund einer Veranstaltung gesperrt. Ein Ereignis, dessen Vorbereitungen sich vorher bereits auf die eigene Anfahrt auswirkten und wieder einmal zeigte sich, dass ein elektronischer Fahrassistent eben eine Maschine und nur so schlau ist, wie es die ihm vorliegenden Informationen erlauben.

Wie handhaben Sie es, wenn Sie sich an einem fremden Ort so gar nicht auskennen? Was steuern Sie an?
Ich vermute die Attraktivitäten zunächst vorrangig im Zentrum und nenne daher meinem Navigationsgerät als Ziel und Ausgangspunkt für Erkundungen einen zentral gelegenen Parkplatz in der Stadtmitte. So auch im Fall von Morlaix.
Was passiert?
Die Navistimme säuselt ihre Wegbeschreibung. Alles funktioniert prima, bis ungefähr einen halben bis einen Kilometer vor dem Ziel eine Straßensperrung auftaucht. Ein gelbes Schild mit dem Hinweis: Route barrée. Das ist eindeutig.
Nun, es gibt schließlich immer mehrere Wege nach Rom.

Bretagne - Morlaix  - Route barrée ...

Bretagne – Morlaix – Route barrée …

Pflichtgemäß biegen Sie ab, die neue Route wird hastig berechnet. Ihre Navidame hält eine Alternative bereit. Sie rollen frohgemut an – nur nach kürzester Zeit erscheint auch auf der Ausweichstrecke das berüchtigte gelbe Zeichen: Route barrée!
Nach zwei weiteren Fehlversuchen ahnen Sie, dass es nicht um eine kleine, örtlich begrenzte Baustelle geht, sondern die Sperrung recht ausgedehnt sein muss. Was machen Sie? Sie verwerfen das Ziel Zentrum, parken außerhalb und laufen. Ohne Navigation.
Morlaix macht es einem dabei einfach. Auf dem Hinweg zumindest. Man befindet sich in luftiger Höhe, wandert beschwingt hinunter ins Tal. Das Viadukt ist der Ansteuerungspunkt. Gar nicht zu übersehen. Der Rückweg hingegen … Zu dem komme ich nachher.
Der Grund der Vollsperrung ist ein Semimarathon, der an diesem milden Novembertag ausgetragen wird. Würde ich wie mein Navi sprechen, verliefe die Strecke von Estepohl nach More Likes. Ich aber sage, man wetzt von Saint Pol nach Morlaix. Außerdem gibt es eine Variante, bei der lediglich zehn Kilometer von Taulé nach Morlaix zu laufen sind. Und dann ist noch ein Abendlauf vorgesehen.Endpunkt ebenfalls Morlaix.
Viel los im Städtchen!

Bretagne - Morlaix  - Halbmarathon 02.11.2014 -  Noch kommt man von einer Seite zur anderen  (Das ist übrigens der ursprünglich einmal anvisierte Parkplatz ...)

Bretagne – Morlaix – Halbmarathon 02.11.2014 – Noch kommt man von einer Seite zur anderen (Das ist übrigens der ursprünglich einmal anvisierte Parkplatz …)

Nach der Einrichtung der Verkehrssperren, ist nun am späten Vormittag der Aufbau vieler Meter Absperrgitter entlang der Zielstrecke in vollem Gang. Der Zieleinlauf erfolgt vom Hafen kommend Richtung Viadukt, der Auslaufbereich befindet sich hinter dem Brückenbauwerk direkt vor dem Rathaus.

Bretagne - Morlaix -  Place des Otages zwischen Viadukt und Rathaus (im Hintergrund) - Schon für die Läufer reserviert

Bretagne – Morlaix – Place des Otages zwischen Viadukt und Rathaus (im Hintergrund) – Schon für die Läufer reserviert

Bretagne - Morlaix  -  Rathaus (Hôtel de Ville)

Bretagne – Morlaix – Rathaus (Hôtel de Ville)

Viele Sicherheitsleute und Ordner sammeln sich. Die Polizei ist präsent. Allerdings ist letztere vorerst noch unterwegs, um sich ein spätes Frühstück zu besorgen.

Bretagne - Morlaix  - Halbmarathon 02.11.2014 -  Erstmal Hunger ...

Bretagne – Morlaix – Halbmarathon 02.11.2014 – Erstmal Hunger …

Geraume Zeit weist die Absperrung entlang der Laufstrecke noch Lücken auf, so dass man die Straße weiter queren kann, doch irgendwann ist Schluss mit der Seitenwechselei. Die Barriere ist nun durchgängig. Wer jetzt erst merkt, dass nur „drüben“ etwas Essbares zu ergattern ist, der hat enorme Umwege vor sich, ehe er in den Bereich gelangt, wo ihn keine Abtrenngitter mehr stoppen.
Eine andere Möglichkeit gibt es nicht, denn die Nutzung des Viadukts scheidet durch die Wegsperrung ebenfalls aus. Fußgänger sind dort oben heute nicht erwünscht, wohl um zu vermeiden, dass jemand etwas auf die Läufer oder die Fahrzeuge bzw. technische Ausrüstung der Sender und Pressevertreter werfen könnte.
Die Lautsprecherdurchsagen starten. Man redet sich warm. Allmählich wird es ernst; die ersten Läufer des Halbmarathons sind avisiert und sollen das Ziel in Kürze erreichen. Die Eliteläufer aus der Profiliga brauchen nur knapp über eine Stunde für die Strecke.
In froher Erwartung werden zunächst die vorwegradelnden Polizisten registriert, danach die siegreichen Teilnehmer und alle weiteren Profiläufer mit anerkennendem Applaus bedacht.
Nur damit ist noch lange nicht Schluss!

Bretagne - Morlaix - Halbmarathon ...

Bretagne – Morlaix – Halbmarathon …

Bretagne - Morlaix - Halbmarathon - Die ersten haben es geschafft ...

Bretagne – Morlaix – Halbmarathon – Die ersten haben es geschafft …

Bretagne - Morlaix  - Halbmarathon 02.11.2014 - Warten auf die Läufer ...

Bretagne – Morlaix – Halbmarathon 02.11.2014 – Warten auf die Läufer …

Hier laufen nicht nur die Profis, hier läuft gefühlt das ganze Département Finistère! Erwachsene jedes Alters, jedoch ebenso Kinder verschiedener Altersgruppen. Die Jüngsten mögen um die zehn Jahre alt sein. Eine enorm große Teilnehmerschar, die selbstverständlich ihre eigenen Groupies entlang der Absperrgitter stehen hat. Das ist hier heute gleichzeitig ein riesiges Familienevent und die Stimmung entsprechend hervorragend.
Nach leichtem Regen am Morgen, hat es die Sonne am Mittag tatsächlich wieder durch die Wolkendecke geschafft. Das muntere Team an den Mikrofonen zeigt keinerlei Ermüdungserscheinungen. Es liefert eine Mischung aus Interviews, Angaben zu Läufern, rattert Zeiten herunter, feuert an und fiebert mit. Die Stimmen überschlagen sich. Vor lauter Begeisterung redet man sich gegenseitig fast in Grund und Boden.
Einerseits steckt dieser Enthusiasmus durchaus aus, andererseits schafft die Beschallung auf Dauer auch etwas.
Glück muss der Mensch haben, wenn er ein schönes Sitzplätzchen entdeckt, an dem es für Zuschauer neben einem exzellenten Ausblick auf die eintreffenden Läufer auch noch leckere Verköstigung in Form von Crèpes und Galettes gibt. (Sie erinnern sich an den Bretagnepart im Blog über die Hauptstadt Rennes? Dort steht mehr über die kulinarische Spezialität und die besonderen Vorlieben der Bretonen.)

Bretagne - Morlaix  -  Galette, die deftige Variante eines Crèpe

Bretagne – Morlaix – Galette, die deftige Variante eines Crèpe

Nebenher der Ausblick Richtung Hafen …

Bretagne - Morlaix  - Im Hintergrund der Hafen

Bretagne – Morlaix – Im Hintergrund der Hafen

Spätsommerwetter. Ein ungewöhnlicher, völlig untypischer Novembertag ….

Bretagne - Morlaix  - Novembervegetation ... Schon erstaunlich

Bretagne – Morlaix – Novembervegetation … Schon erstaunlich

An einem solchen Tag wirkt alles sehr harmonisch, fröhlich, heiter und entspannt. Dass hier auch durchaus einmal ein anderer Wind wehen kann und die Bevölkerung dieses Ortes genauso den üblichen Widrigkeiten ausgesetzt ist, mit EU-Regeln hadert und seine wirtschaftlichen Probleme hat wie anderswo auch, wurde gerade wieder im September und November deutlich, als französische Gemüseerzeuger in Morlaix auf die Straße gingen und ihren Unmut über fallende Preise und Absatzschwierigkeiten (das russische Embargo für europäische Produkte ließ den Export sinken) kundtaten.
Es blieb nicht allein beim Reden. Sie luden überall Artischocken und Blumenkohl, später auch Düngemist ab und brannten letztendlich sogar Steuer- und Versicherungsbüros nieder! Sie erinnern noch, dass die Agrarwirtschaft für die Menschen der Bretagne eine sehr große Rolle spielt? Die Lage ist für diese Menschen zurzeit kritisch …

Wenn so etwas nicht gerade direkt vor Ihrer Nase geschieht, bekommen Sie als Tourist davon meist nicht viel mit. Lokale Probleme dringen gar nicht so schnell an ihr Ohr. Außer Sie wollen es hören. Nein, Urlauber schauen auf andere Dinge und wandern eher im Haus der Duchesse Anne umher. Lauschen dort den Ausführungen.

Bretagne - Morlaix  - Blick in die Nebengassen ...

Bretagne – Morlaix – Blick in die Nebengassen …

Bretagne - Morlaix  - Die Bauten Richtung Hafen sind etwas neueren Datums ...

Bretagne – Morlaix – Die Bauten Richtung Hafen sind etwas neueren Datums …

Bretagne - Morlaix

Bretagne – Morlaix

Bretagne - Morlaix

Bretagne – Morlaix

Ein interessantes Städtchen, dieses Morlaix. Eines mit einem recht eigenen Gesicht. Man müsste es nun noch einmal ganz in Ruhe und pur, ohne Halbmarathon, erleben. Müsste mit Muße mehr kennenlernen, bis zur Bucht vorwandern, sich niederlassen, viel Zeit zum Schauen mitbringen und mit dem ein oder anderen Menschen reden. Einem von dort.
Dafür wäre definitiv eine Portion Fingerspitzengefühl nötig, denn uns Deutschen tritt man in dieser Gegend seit dem unrühmlichen Verhalten im Zweiten Weltkrieg auch heute – nach all den Jahren – noch nicht wieder völlig vorbehaltlos entgegen.

Bretagne - Morlaix  - Halbmarathon 02.11.2014

Bretagne – Morlaix – Halbmarathon – 02.11.2014 – Place des Otages

Die Place des Otages vor dem Rathaus, dort, wo heute der Auslauf für die Läufer des Halbmarathons eingerichtet wurde und sie ihre Rucksäcke deponiert haben, dieser Platz wurde zum Gedenken an die bretonischen Opfer der Deutschen geschaffen. 60 Bürger aus Morlaix wurden von den Deutschen am 2. Weihnachtsfeiertag 1943 als Geiseln genommen und deportiert.
Oder das Bombardement. Die Absicht der Deutschen, die Zugverbindung nach Brest zu unterbrechen, sollte durch eine Bombardierung des Viadukts erreicht werden. Bei dem Versuch traf man jedoch ziemlich daneben. Die Bomben zerstörten viel in Morlaix. Es gab dabei zahlreiche weitere Tote, zusätzliches Leid. Das ist nicht vergessen …
Genug der ernsten Sachen. Doch auch das braucht einfach seinen Platz.

Jetzt allerdings geht es noch darum, das Auto wiederzufinden.

Der Rückweg zum Auto entpuppte sich – ganz wie erwartet – als der anstrengendere Part. Ständiges Ansteigen der Straße erfordert dauerndes Kraxeln. Serpentinen, begrenzte Sicht, kaum ein markanter Anhaltspunkt, der als Orientierungshilfe dienlich wäre. Das war auf dem Hinweg wesentlich leichter gewesen. Leider besitzt das Auto nicht die Abmessungen eines Viadukts und macht sich auch sonst nicht bemerkbar. Doch die Erinnerung an die absolvierte Hinstrecke stimmt, der Wagen taucht irgendwann auf.
Das Navi war natürlich – mangels fehlender Kenntnis der tagesaktuellen Lage – auch bei der Weiterfahrt nicht davon abzubringen, durch die Innenstadt von Morlaix zu leiten. Sperrung hin oder her. More Likes for ever. Einfach, weil es die kürzeste Route für den Heimweg ergab.
Echt stur, das Ding.

Das waren Impressionen aus Morlaix. Persönliche. Vielleicht verschlägt es Sie auf einer Bretagne-Reise einmal in dieses Städtchen, so dass Sie sich Ihr eigenes Bild machen können. Dann klettern Sie doch seitlich des Viadukts am Hang all die Treppenstufen empor zur Eisenbahnstrecke und zum Bahnhof von Morlaix, der sich auf dem Plateau auf der Westseite befindet. Von dort haben Sie eine tolle Aussicht!

Wie es hier weitergeht?
Einen Besuch der Île de Bréhat hätte ich noch für Sie. Den Archipel und die Hauptinsel finden Sie im Nordwesten der Bretagne, recht küstennah gelegen. Als Orientierungshilfe an Land wäre die Stadt Paimpol zu nennen. Dorthin geht es also im nächsten Bretagne-Blogpost. Vielleicht schauen Sie wieder herein?

Ihnen allen ein schönes Wochenende!

© by Michèle Legrand, Februar 2015
Michele Legrand - freie Autorin - Blog Michele. Gedanken(spruenge)

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Salut! (2) – La Bretagne! Die kleinen Tücken auf dem Weg dorthin …

Himmel, wo bitte muss man jetzt hin? Da fahren Sie gerade erst ein Stückchen auf einer französischen Autobahn und werden schon durch das Schild „péage“ darauf hingewiesen, dass Sie gleich an eine Mautzahlstelle gelangen. Gleich ist gut!
Ehe man sich versieht, ist sie direkt vor einem; das Bild der Straße hat sich rasant verändert!
Mon Dieu! Und nun …?

Darf ich kurz unterbrechen?
Ich werde Ihnen wie versprochen im weiteren Verlauf dieser Artikelserie noch zahlreiche sehenswerte Stellen der beeindruckenden Bretagne zeigen, wie zum Beispiel die Granitküste

Bretagne - 01. Nov. 2014 - Granitküste bei Ploumanac'h

Bretagne – 01. Nov. 2014 – Granitküste bei Ploumanac’h

… jedoch heute vorab von Unterschieden erzählen. Zwischen Frankreich und Deutschland. Denn
das, was wir gewohnt sind, ist nicht unbedingt bei unseren Nachbarn gang und gäbe. Umgekehrt genauso.
Sicher, in vielerlei Hinsicht haben wir uns mittlerweile angenähert, bis zu einem gewissen Punkt sogar einander angeglichen, doch manche Eigenart oder länderspezifische Gegebenheit ist eben anders und dementsprechend anfangs fremd.
Dann kommt er, dieser Moment, in dem der Nichtlandsmann die Premiere erlebt. Da müssen alle irgendwie durch. Die Franzosen hier, die Deutschen drüben.
Dass es auch mich traf (davor schützten weder die seit frühester Jugend frankophile Haltung noch meine französischen Vorfahren väterlicherseits) ergab sich aus der Tatsache, dass vor einer Ankunft in der Bretagne zunächst eine recht lange Fahrt aus Norddeutschland via Belgien und Nordfrankreich unumgänglich ist. Die Entscheidung für eine Reise per Auto wiederum fiel, als sowohl Deutschlands Piloten als auch seine Lokführer immer wieder Streiks ausriefen, der Gemahl und ich jedoch gern sicher zu einem bestimmten Zeitpunkt ankommen wollten. So warteten gut 1200 Kilometer Strecke, davon ein gar nicht so geringer Teil in Frankreich mit seinen besagten kleinen Eigenheiten und Ungewohntem – wie z. B. diesen Mautstellen

Die bisher zweispurige Fahrbahn verbreitert sich unvermittelt dramatisch wie ein Flussdelta. Sie stehen mit einem Mal zwölf Schaltereinfahrten gegenüber, in deren weiterem Verlauf sich zwölf geschlossene Schranken befinden. Es erinnert ein bisschen an diese Boxen, in die man Hochleistungszuchtpferde vor einem Rennen hineinpfercht. Bis der Startschuss ertönt und sich vorne das Gitter öffnet.
Sie, als Ankömmling, schauen zunächst perplex, kurz danach hochkonzentriert, was Ihnen die Leuchtanzeigen über den zahlreichen Einlässen so zu bieten haben!
Oha! Es variiert.
Haben Sie schon den Überblick? Überlegen Sie flott, wohin Sie wollen, denn Sie können hier absolut nicht länger im Schneckentempo herumkrauchen oder noch drei- bis sechsmal unschlüssig umschwenken.
Zack! Entscheidung bitte! Wo müssen Sie sich jetzt einordnen?
Bei einer der Symbolanzeigen scheint es, als könnte nur mit Münze bezahlt werden, bei einem anderen Leuchtbildchen wirkt es eher, als sei dort Kartenzahlung vorgesehen. Oh, es gibt sogar beides in einem!
Bei zwei Schaltern erscheint gar keine Anzeige! Geschlossen scheinen sie dennoch nicht zu sein … Darf man die überhaupt anfahren? Wie ist das zu deuten?
Bei manchen Durchlässen leuchtet ein auffälliges „t“. Einzeln oder zusätzlich mit anderen Symbolen. „t“ wie Ticket? Bekommt man nur dort sein Streckenbillet? Und das andere sind reine Kassen? Vielleicht fürs Bezahlen schon hinter sich gebrachter Strecken, also nur für diejenigen, die gleich von der Autobahn abfahren?
Moment! Da gibt es offenbar kleine Angestelltenhäuschen an den Schranken. (Hörten Sie gerade, wie der Stein vom Herzen plumpste?) Wenn dort jemand sitzt, kann man wenigstens fragen.
Und falls das Kabuff leer ist …? (Es ist tatsächlich meist unbesetzt.)

Mir gefällt absolut nicht der Gedanke, am falschen Schalter vor einer Schranke zu halten, einer, die sich niemals öffnen wird – und über den Rückspiegel eine sich am Autoheck in Windeseile kilometerlang aufbauende Schlange wahrzunehmen. Nie, nie kommen Sie rückwärts wieder heraus!
Sie blockieren, sind allerdings selbst gefangen und alle müssen warten … Ruhig atmen. Franzosen sollen recht charmant sein. Sein können zumindest! Allerdings auch recht temperamentvoll. Es ließe sich bei der Gelegenheit herausfinden …
Diejenigen unter Ihnen, die schon oft in Frankreich unterwegs waren, vielleicht sogar nahe der Grenze leben und ständig hinüberhuschen, lachen. Maut zahlen. Nichts leichter als das! Ja, ja, so langsam kann ich es auch! Übung macht den Meister. Aber als Neuling?
Ich kannte lediglich die praktischen Jahres-Vignetten aus anderen Ländern. Kaufen, an die Windschutzscheibe kleben, fertig. Die vorherigen Autofahrten in Frankreich liegen ewig zurück. Ich entsinne mich überhaupt nicht, damals gezahlt zu haben. Da die Nachbarn ihren Wegzoll aber schon 1955 beschlossen haben, muss es eher an meinem löcherigen Gedächtnis liegen.
Nach mehreren Mautstellen und kleineren Zitterpartien, bin ich mir nach meiner Rückkehr in die Heimat immer noch nicht ganz sicher, ob ich das Prinzip verstanden habe oder nicht. Bei immerhin elf unterschiedlichen Betreibergesellschaften in Frankreich und abweichender Optik an den Zahlstellen, darf man zwischendurch kurz ins Schleudern kommen. Man wurschtelt sich eben bestmöglich durch.
Entweder Sie ziehen nur ein Ticket, das es in diesem Fall offenbar an jedem der Schalter gibt und bezahlen zu diesem Zeitpunkt noch gar nichts, oder Sie bezahlen einen einheitlich festgesetzten Betrag vorab – und falls kein Geldschlitz dort ist, funktioniert es immerhin mit der EC-Karte. (Obwohl im Internet vielfach mitgeteilt wird, dass keine EC-Karten sondern Kreditkarten nötig sind, hat es damit bestens geklappt.)
Alternativ bringen Sie bereits ein Ticket von der vorherigen Mautstelle mit und treffen diesmal auf eine reine Bezahlstelle. Der Automat liest das Ticket aus, sieht, wie viele Kilometer Sie schon auf Frankreichs Autobahn zubrachten, rechnet ab und zeigt Ihnen sehr eindeutig, was und womit Sie blechen müssen. Falls Sie beim Einfahren einen Zugang mit reinem Kartensymbol erwischten, können Sie eben nur mit Karte zahlen, ansonsten halten Sie Bargeld bereit.
Was mich verblüfft hat, ist, dass Sie beim bargeldlosen Verfahren Ihre Karte lediglich einstecken und die Abbuchung läuft. Sofort! Von wegen PIN eingeben! Ich bitte Sie! Wer braucht denn so etwas …
Tja, Sie können nur mitmachen, sich wundern und hoffen, dass alles hinterher seine Richtigkeit hat oder Sie kommen dort nicht weiter. Versauern an der Schranke.
Fahrstreifen mit dieser ominösen „t“-Anzeige sollten Sie eher meiden, außer Sie verfügen über so etwas wie ein Abonnement bzw. ein Gerät, das die automatische Mauterhebung möglich macht und alles elektronisch erfasst.

Gefühlt ist man ständig am bezahlen. Gerade fielen wieder zusätzlich 5,40 Euro für die Nutzung der „Pont de Normandie“ an …

Bretagne - Maut auch für die Überquerung der Seine-Mündung zwischen Le Havre und Honfleur (Pont de Normandie)

Bretagne – Maut auch für die Überquerung der Seine-Mündung zwischen Le Havre und Honfleur (Pont de Normandie)

Doch so langsam rückte die Bretagne näher und das Schöne ist – eine absolute Seltenheit in Frankreich! – dort ist die Fahrt auf den Straßen bzw. über Brücken und durch Tunnel mautfrei!

Der nächste Knackpunkt – für Norddeutsche und Hamburger sicher ganz speziell – ist Frankreichs Kreiselliebe.
Meine Güte, in Süddeutschland und in ländlichen Gebieten haben sich Kreisel etabliert und vermehrt wie die Kaninchen, aber wir haben hier in der Stadt kaum welche und wenn, dann solche mit einer einzigen Fahrspur innerhalb des Kreisels. Und wenn sie tatsächlich mehrere Spuren haben (Horner Kreisel, Hamburg), erhalten sie zusätzlich Ampeln. Die sollen zwar gerade durch den Kreisel vermieden werden – doch so sind wir Deutschen.

Die Franzosen haben kaum überhaupt noch irgendwo eine Ampel. Überall sind die „rond-points“ und französische Autofahrer können etwas, worüber ich nur staunen kann: Sie kommen bei dreispurigen Kreiseln nebst sechs Zu- und Abfahrten mit traumwandlerischer Sicherheit hindurch! Ihnen gelingt es blendend und filmreif, mit diagonalem Fahren durch alle Spuren von innen nach außen zur Wunschabbiegung zu gelangen – temporeich und vor allem schadlos durch den dicksten Verkehr! Das funktioniert ebenso beim Spurwechsel von außen nach innen. Nur wie?

Woher wissen die Fahrer auf der Mittel- und Außenspur, die sich auch erst sortieren, wann wieder einer von innen in einem Winkel von 45 bis 70 Grad spontan Richtung Ausfahrt will und quer durchschießt? Ungeniert die eigene Spur respektive den Kühler schneidet?
Woher ahnt der Mittelspurfahrer, ob die neu in den Kreisel einfahrenden Wagen auf die Außen-, Mittel- oder Innenspur möchten? Der Blinker zeigt bestenfalls links und rechts, aber nichts linkser und rechtser.
Wo wird bei dem Gewusel nun vorsichtshalber eher gebremst, wo tritt man hingegen aufs Gas? Ich konnte keine Regel erkennen. Die Einfahrt in den Kreisel ist machbar, klar – die Lösung für ein lebendiges wieder Hinausgelangen bereitet mir allerdings weiterhin Sorgenfalten.

Und wenn Sie endlich alles geschafft haben, die Anreise hinter Ihnen liegt, begegnen Ihnen im Hotel Gegebenheiten, die – zumindest in sehr vielen Fällen – in Frankreich anders sind als bei uns daheim.
Attention s.v.p.! Prudence est de mise.
Vorsicht ist tatsächlich angesagt, denn französische Toiletten sind wesentlich niedriger als deutsche! In der ersten Zeit sackt man beim Platz  nehmen durch, hängt zuerst immer irgendwie einen Moment in der Luft, um letztendlich die letzten Zentimeter Richtung WC-Sitz eigentlich mehr zu fallen. Der Mensch ist schon so ein Gewohnheitstier. Seine innere Umstellung auf die geringere Höhe dauert!
Ich z. B. hatte mich exakt am Tag der Abreise damit arrangiert und zu Hause prompt Schwierigkeiten bei der Rückgewöhnung. Was meinen Sie, was ich anfangs hier mit Schwung auf die Brille krachte! Der französische Abstand war weiterhin einprogrammiert. Ich bin halt davon ausgegangen, es sei noch massig Platz bis es ernst würde.
Noch eine Sache: Sie werden vergeblich nach Stöpseln für den Auslauf des Waschbeckens suchen.

Sekunde, lassen Sie mich einmal kurz auf die Uhr schauen …
Oh, là, là!
Wissen Sie was?
Genug für den Moment. Machen wir Schluss für heute. Wir werden uns beim nächsten Mal in Rennes umsehen. Die Hauptstadt der Bretagne ist überaus schön! Anziehend! Es wird also entsprechend bildreich zugehen!

Bretagne - Rennes - Altstadt mit Fachwerkbauten

Bretagne – Rennes – Altstadt mit Fachwerkbauten

Kennen Sie den Unterschied zwischen Crèpes und Galettes? Dazu kommen wir im dritten Teil ebenfalls.
Vielleicht sind Sie wieder mit dabei! Es würde mich freuen!

Salut et à bientôt!

©November 2014 by Michèle Legrand
Michele Legrand - freie Autorin - Blog Michele. Gedanken(spruenge)

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21 Kommentare

Salut! (1) – Zurück aus der Bretagne …

Michele Legrand - freie Autorin - Blog Michele. Gedanken(spruenge)Salut! Zurück aus der Bretagne!
Schnell die Reste vom letzten Crèpe vertilgt, und schon können wir beginnen.
Wie geht es Ihnen?
Hatten Sie in Ihrer Region auch diesen sagenhaften Sommernovemberbeginn? Zum Monatswechsel spazierte ich bei ca. 22 Grad und strahlendem Sonnenschein am bretonischen Cap Fréhel entlang und konnte gar nicht fassen, wie mild die Luft auf der Haut entlangstrich, wie weit die Sicht über das Meer war und in welchen Blau- und Grüntönen der Atlantik schimmerte!
Frankreich hat enorm schöne Ecken. Die Franzosen können sich schon glücklich schätzen. Die Bretonen ganz besonders! Was für eine herrliche Küste! Welch malerische Städtchen!
Sie ahnen, dass Ihnen in naher Zukunft im Blog etwas davon begegnen wird.
Doch heute starten wir sehr locker und halten es auch kurz.

Salut. Sie kennen dieses Grußwort, verwenden es vielleicht selbst hin und wieder. Es ist praktisch, denn es lässt sich sowohl bei der Begrüßung als auch bei der Verabschiedung nutzen. Die Schreibweise kommt uns Deutschen zudem vertraut vor, da wir Wortkreationen mit „Salut-“ kennen. Salutschüsse. Ist etwas anders, doch wen stört’s …
Macht nix?
Ich möchte Sie warnen! Wenn uns ein Wort in einer Sprache begegnet, die wir nicht beherrschen, es uns jedoch irgendwie bekannt vorkommt durch seine Schreibweise (meist eher als durch Aussprache), dann deuten wir es gern selbst. Grübeln, raten ein bisschen, mutmaßen sehr gewagt, beschließen irgendetwas und sind fortan felsenfest überzeugt, bezüglich des Sinns recht zu haben. Vielleicht kennen wir bei zusammengesetzten Begriffen sogar lediglich einen kleinen Teil, doch wir sind Meister im Interpretieren und basteln uns daraus unsere komplette Übersetzung.
Dass so etwas in die Hose gehen kann, werden Sie gleich anhand einiger Fotos sehen.

Was haben wir denn hier? La Porte de France.
Porte? Pforte? Tür, oder? Tor, Tür … Egal.
Die Tür nach Frankreich!
Dort geht es rein ins Land! Barzahlung vor Einlass. Klar, kennt man ja. Die Franzosen fordern schließlich fast überall Maut. Doch dies ist der Weg. Der Zugang! Hinter dieser Tür beginnt la Grande Nation … Oder doch nicht?

Bretagne - Morlaix - La porte de France ...

Bretagne – Morlaix – La Porte de France …

Und hier! Foto zwei zeigt ein überaus wichtiges Schild! Sollte Ihr Fahrrad ein Alkoholproblem haben, dürfen Sie hier nicht fahren! Sogenannte „Saufmodelle“ sind in dieser Straße unerwünscht …

Bretagne - Sauf bicyclettes ...

Bretagne – Sauf bicyclettes … Saufräder?

(Sind Sie zum ersten Mal mein Bloggast?  Als Wiederkehrer wissen Sie später, dass Sie sich von mir bitte nicht veräppeln lassen! „Sauf“ steht für außer, ausgenommen von … d. h. Fahrräder dürfen hier im Gegensatz zu Autos sehr wohl die Straße benutzen. Gesteuert von einem möglichst nüchternen Fahrer.)

Was haben wir denn da? Einen Schuhmacher. Er macht es Sprachunkundigen leicht, denn er hat netterweise dieses stiefelförmige Werbeschild an der Wand. Doch schauen Sie einmal auf den Begriff, der dort etwa in der Mitte auftaucht. Tampons.
Das Wort kennen Sie. Alles klar. In Frankreich kauft man Tampons nicht im Drogeriemarkt, sondern beim Schuster …

Bretagne - Cordonnerie

Bretagne – Cordonnerie … Der Schuster mit den Tampons?

Wundern Sie sich nur nicht, wenn Ihnen der Mann am Tresen daraufhin einen Stempel in die Hand drückt. Sein „tampon“ ist halt kein „o.b.“

In die nächste Straße eingebogen – und gleich Herzklopfen!
Mord L’Express!
Bringt man Sie hier schnell um die Ecke?
Restauration rapide …
Wird der vorher unbeschadete Zustand des Opfers womöglich doch schnell wiederhergestellt?

Bretagne - Mord l'Express ...

Bretagne –  Mord l’Express – Die Sache mit dem Expressmord und dem Restaurieren  …?

Oder ist es eher ein Schnellrestaurant, welches Ihnen in Windeseile etwas zu beißen verschafft (mordre = (an)beißen)? Ich würde sagen, Sie können sich wieder beruhigen …

Auf der Suche nach einer Unterkunft sollten Sie daran denken, dass in Frankreich auch nicht alles, was den Begriff „Hôtel“  in sich birgt, Zimmer bereitstellt.

Bretagne - Morlaix - Hôtel de Ville

Bretagne – Morlaix – Hôtel de Ville …

Das Hôtel de Ville ist leider nicht das größte Hotel der Stadt, sondern schlicht und einfach sein Rathaus.

Und noch etwas möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. Hier haben Sie es schwarz auf weiß:
In einer 30-km-Zone kriegen auch die Franzosen ihren Rappel (und teilen es allen gleich schriftlich mit).

Bretagne - 30 km Rappel

Bretagne – Der 30-km-Zone-Rappel …?

Komisch nur, dass dieses Rappel-Geständnis, diese Durchdreh-Warnung unter allen Tempozeichen auftaucht, selbst bei 130 km/h … Möglicherweise doch eher eine Erinnerung oder Ermahnung, dass Sie sich gefälligst stets an die ausgewiesene Geschwindigkeit zu halten haben?
Wie auch der Besitzer dieses schönen alten Renault R4 GTL …

Bretagne - Oldtimer (Renault 4 GTL)

Bretagne – Oldtimer (Renault 4 GTL)

Die Franzosen haben manchmal urige Öffnungszeiten. Das Foto ist sehr verspiegelt, doch Sie können die Uhren sicher erkennen. Sie meinen zu wissen, dass matin etwas mit morgens bedeutet und après-midi am Nachmittag anzusiedeln ist.
Doch werden Sie daraus so richtig schlau?

Bretagne - Recht eigenwillige und etwas "krumme" Öffnungszeiten ...

Bretagne – Recht eigenwillige und etwas „krumme“ Öffnungszeiten …

Ziemlich krumme Zeitangaben und überhaupt … Andere Länder, neue Entdeckungen, Erstaunliches.
Doch für heute soll es reichen. Fini! Ende.
Sie und ich müssen uns erst wieder eingewöhnen. Mein Internet geht übrigens hervorragend nach der Umstellung! Der Monteur hat Mittwoch sehr kompetent und fix alles neu gestöpselt und geregelt. Ihnen bleibt somit nichts erspart, und für mich gibt es keine Ausflüchte mehr …^^

In lockerer Folge erscheinen in nächster Zeit im Blog Berichte aus der Bretagne. Aus Rennes, von der beeindruckenden Granitküste, kleineren Küstenorten, vom Cap Fréhel, der Île de Bréhat, der mittelalterlichen Stadt Vitré sowie aus Morlaix. Es geht dabei ebenfalls um Unterschiede bzw. französische Besonderheiten, die einem Nichtfranzosen eben auffallen.
Aktuelles wird sich sicher dazwischenmogeln – auch damit es abwechslungsreich bleibt.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Wochenausklang, ein nettes Wochenende und hoffe, Sie haben keinen Stress durch nicht fahrende Züge.
Salut! Bis demnächst!

©November 2014 by Michèle Legrand

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