Beiträge getaggt mit Blumenhartriegel Cornus kousa var. chinensis

Gewitterstimmung …

Drückende Hitze. Saunaluft. Und dann ein Gewitter mit heftigem Platzregen.
Bei Ihnen auch?
Rote Kletterrose nach Regen ...
Ich grüße Sie und wollte mich kurz melden. Hätte es diesen enormen Guss nicht gegeben, wäre es gar nicht dazu gekommen. Er hat mich davor bewahrt, einen weiteren Tag mit richtig harter Gartenarbeit zu verbringen.
In diesem Jahr wächst er einem fast über den Kopf. Vielleicht liegt es an dem sagenhaften norddeutschen Sommer des letzten Jahres mit seinem anschließenden milden Winter. Es könnte diesen wahnsinnigen Austrieb aller Gehölze gefördert haben.
Irgendwie bin ich nur am sägen und ausschneiden. Selbst um diese Jahreszeit noch – oder wieder, jetzt nachdem die Vögel die Nester mit ihrem Jungvolk verlassen haben. Es ergibt so viel Biomüll, dass ich mit Komposthaufen, Biotonne und sonstigen Verwahrmöglichkeiten einfach nicht auskomme. Jede Woche fallen säckeweise Extramüll an.

Ohne zusätzliche Müllsäcke läuft in diesem Jahr gar nichts ...

Ohne zusätzliche Müllsäcke läuft in diesem Jahr gar nichts …

Meine Büsche kommen mir vor wie Bambus im Regenwald. Der wächst pro Tag 30 cm, und ich habe das dumpfe Gefühl, meine Gewächse hinken dem kaum hinterher.
Zusätzlich habe ich mich neulich aus rationalen Gründen und aus einem gewissen Harmoniebedürfnis heraus mit einem anstrengenden Nachbar wieder vertragen und versuche natürlich, neue kritische Diskussionen möglichst zu vermeiden. Persönlich aus dem Weg zu gehen. Keinen Anlass, aber auch keine Gelegenheit für weitere merkwürdige Ansinnen bezüglich Gehölzschnitt und -höhe etc. zu geben.  Schneide stattdessen vorsorglich, aber so, dass es mir noch gefällt.
Gerade herrscht also mit dem einen (seitlich) wieder Friede, Freude, Eierkuchen, da luchst mir mein hinten anschließender Nachbar in einer schwachen Minute bereits ein neues Zugeständnis ab.
Hätte ich bloß nicht!

Ich erzähle Ihnen gleich mehr darüber, doch wissen Sie was?
Falls Sie mit einem Grundstückskauf liebäugeln, denken Sie nicht, nur weil Sie ein Eckgrundstück oder Eck(reihen)haus erstehen und dadurch an einer Seite ein Nachbar wegfällt, ergibt sich automatisch weniger Zündstoff! Pustekuchen!
Schauen Sie vielmehr darauf, wie die anderen Häuser um Ihr Grundstück drumherum positioniert sind. Die, die gar nicht direkt Grenze an Grenze mit Ihnen sind, aber fast …
Ich habe zwar das sagenhafte Glück. dass ich einerseits nebenan richtig nette und verträgliche Tür-an-Tür-Nachbarn habe, aber andererseits auch das Pech, dass sich an meiner Grundstückslängsseite zusätzlich vier mit ihren Stirnseiten anschließende Nachbarn befinden.
Sie verstehen das jetzt schon richtig mit den Stirnseiten, oder?
Es geht um die Ländereien, nicht um die Köpfe.
Dazu kommt ein weiterer Nachbar an meinem Grundstücksende. Obwohl alle, die mit den schmalen Stirnseiten anstoßen, als Abstand erst noch ihren eigenen Vorgarten, den öffentlichen Gehweg und einen Seitengrünstreifen haben ehe meine Grenzhecke überhaupt beginnt, besteht dort in einem Hause die Ansicht, dass bei mir Gepflanztes trotz dieser Distanz Licht klaut.
Verdunkelt! (In einem Film würden jetzt beängstigende Töne erklingen …)
Wohlgemerkt es geht um einen Strauch, der in mein Grundstück hinein, nicht nach außen wächst und obendrein um einen, der nicht einmal direkt vis-à-vis des besagten Hauses steht, sondern mindestens 15 m weiter rechts. Mir will nie so ganz in den Kopf, wie dieses Gewächs die Erschaffung der Finsternis hinbekommen soll …
Friedliebend wie ich bin, hat er inzwischen doch wieder seinen Willen gekriegt. Der Nachbar, nicht der Busch. Er ist geschrumpft. Jetzt der Busch, nicht der …

Genug davon. Diesmal geht es zur Abwechslung um etwas anderes.

Ich habe als zusätzlichen Sichtschutz eine Holztrennwand zum Nachbarn hinten. Efeubewachsen. Es hat ihn genervt, weil das immergrüne Gewächs leider nicht nur auf meiner Seite wuchs, sondern sich zu ihm herüberschlängelte. Diese Art der natürlichen, grünen Wände sah von beiden Seiten superschön aus – und die Vögel liebten es ebenfalls.
Sie merken, ich spreche in der Vergangenheit.
Aus dem Bedürfnis heraus, endlich Ruhe vor den ewigen Klagen zu haben, habe ich zugesagt, den Efeu komplett zu entfernen. Gesagt, getan. Nun habe ich den Salat!
Zutage trat, dass der Efeu die Holzwand einerseits ramponiert, aber andererseits auch perfekt zusammengehalten hat. Jetzt, nachdem ich alles herunter- und herausgeschnitten und Hindurchgewachsenes herausgebrokelt habe, lösen sich nämlich die diagonalen Zierlatten, brechen teilweise weg.
Der neue Anblick gefällt weder meinem Nachbarn noch mir. Folglich steht die nächste Aktion an: Zaun erneuern. Sichtelemente austauschen. Das lässt sich nämlich garantiert nicht wieder zusammenschustern mit den verzogenen, geschrumpften, angebrochenen Teilen …
Ich sag’s Ihnen: Reichst du den kleinen Finger, wird gleich nach der ganzen Hand gegrabscht!
Gut, der Nachbar kann nicht wirklich etwas für den jetzt desolaten Zustand der Sichtschutzwand, aber hätte man alles so belassen, hätte es gehalten und wäre noch jahrelang wunderbar gewesen.
Wie sagt man bei uns im Norden: Alles unnützer Tüdelkram!
Ich bin also demnächst wieder im Garten beschäftigt – gerade als ich dachte, ich hätte jetzt erst einmal das Gröbste hinter mir. Nun ja, vielleicht spielt das Wetter …
Wann startet in Deutschland nochmal die Regenzeit …?

Gestern war ich gleich nach dem Gewitterregen draußen! Barfuß. Als alles noch tropfte und dampfte. Eine Waschküche ist nichts dagegen! Die Äste hingen alle ganz tief unter der schweren Last.
Was unerwartete Einblicke gewährte!
Mein Blumenhartriegel (Cornus kousa var. Chinensis) beginnt gerade zu blühen. Seine Äste sind etagenförmig angeordnet, stehen fast waagerecht ab.  Da ich ihn mehr als Baum, denn als Strauch gezogen habe, beginnt die Verästelung erst in gewisser Höhe und die Brakteen genannten Blüten auf ihren kleinen Stielen sieht man meist lediglich von der Seite.
Gestern gab es die Gelegenheit zur Draufsicht:

Auch die Zweige des Blumenhartriegels (Cornus kousa var. chinensis) drückt es herunter - so sind die Brakteen besser zu sehen!

Auch die Zweige des Blumenhartriegels (Cornus kousa var. chinensis) drückt es herunter – so sind die Brakteen besser zu sehen!

 

Die gelbe Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) hat sich wacker gehalten bei dem Platzregen …

Kapuzinerkresse  (Tropaeolum majus) im Regen ...

Auf den Blättern des Ginkgo biloba perlt der Regen besonders gut ab …

Ginkgo biloba mit Wasserperlen ...

Ginkgo biloba mit Wasserperlen …

Manche Blätter erinnern wirklich enorm an Schmetterlinge  …

Ginkgo biloba - Blätter wie Schmetterlinge ...
Auch die Kletterrosen ( „Lykkefund“, weiß und eine rote Kletterrose, beides Rambler) wirken zwar etwas zerzaust, haben den harten Niederschlag dennoch recht gut überstanden…

Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus), Spierstrauch und Rose Lykkefund im Regen ...

Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus), Spierstrauch und Rose „Lykkefund“ im Regen …

 

Rote Kletterrose (regennass)

Es ist also kein allzu großer Schaden entstanden. Morgen sieht wahrscheinlich alles wieder so aus, als wäre nichts geschehen.

Der Türkische Mohn (Papaver orientale) hat allerdings seine letzten Blütenblätter opfern müssen …

Mohnkapsel ... (Papaver orientale, Türkischer Mohn)
Das Orangerote Habichtskraut (Hiracium aurantiacum) schüttelt vermutlich nur noch kurz die Restfeuchtigkeit ab, dann strahlt es wieder wie hier kurz vor dem Guss …

Orangerotes Habichtskraut (Hiracium aurantiacum)

Ich ahne, dass der Garten nach dieser Dusche und bei milden Temperaturen erneut den Drang verspüren wird, mir über den Kopf zu wachsen. Die Hecke wird schießen! Irgendwie habe ich auch den Eindruck, der Rasen ist in den letzten Stunden schon wieder höher geworden!
Ach, ja …
Doch seien wir ehrlich: Ohne Garten wäre es auch nichts!
Hält fit. So muss man das sehen. Und bietet natürlich ebenfalls Entspannung. Zumindest gelegentlich.^^

Ich hoffe, Sie haben nicht nur zu wurschteln, sondern können  ein wenig entspannen. Ihnen allen einen schönen Sonntag, möglichst unverhagelt und gewitterfrei!

© by Michèle Legrand, Juni 2015
Michèle Legrand  ©Foto Andreas Grav (Ausschnitt)

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