Beiträge getaggt mit Bericht

Dampf, Segel, Wellen … Der Hamburger Hafen feierte seinen 826. Geburtstag!

Hamburg - Mai 2015 - 826. Hafengeburtstag - Einlaufparade - Cap San Diego

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Einlaufparade – Cap San Diego


Hafengeburtstag
. Waren Sie dort? Haben Sie überhaupt etwas davon mitbekommen? Als Hamburger oder ganz speziell, wenn Sie in anderen Teilen der Republik oder im Ausland leben?
Manche Schiffs- und Hafenfans sagen, sie bekamen leider nicht genug mit, andere Zeitgenossen behaupten, sie wären mit dem Thema Hafengeburtstag förmlich erschlagen worden. Fernsehen, Internet – tausende Fotos seien ins Netz hochgeladen! Jeder präsentiert seine Ausbeute. Die heutige Zeit halt.
Brauchen Sie überhaupt noch mehr „Hafiges“, oder soll ich den Laptop lieber gleich wieder ausschalten?

Sie ahnen, es handelt sich um eine rein rhetorische Frage, denn ich schreibe so oder so. Wissen Sie weshalb? Weil mein Schwerpunkt nicht auf dem in Rekordzeit Hochladen, dem absoluten Profifoto oder Abbildungen aller drei Tage aus sämtlichen Blickwinkeln liegt. Was im Netz gelegentlich etwas zu kurz kommt – der Text, Details – beides hat hier seinen Platz. Ich ziehe wie immer los und erzähle Ihnen, was mir interessant und sehenswert erschien. Zeige es Ihnen gern zusätzlich auf einigen Fotos.
Wenn Sie sich anschließen, nehme ich Sie – maritim ausgedrückt – ins Schlepptau, wir dümpeln ein wenig die Elbe entlang und werfen ab und zu den Anker. Sollte ich irgendwo den Eindruck haben, dass Sie eventuell gar nicht wissen können, warum mich etwas scheinbar Normales an einer Stelle reizt, weil Ihnen wichtige Kleinigkeiten aufgrund fehlender Ortskenntnis unbekannt sind, schreibe ich den Hintergrund dazu.

Hafengeburtstag – Anno dazumal: 1977
Auch wenn die Gründung des Hafens Jahrhunderte zurückliegt, finden ja nicht schon seit 826 Jahren an jedem 2. Maiwochenende in der heute bekannten Form Feste, Ein- und Auslaufparaden, kulturelle Events etc. statt. Als die dreitägige Hafenparty mit all ihren Feierlichkeiten im Jahre 1977 ihre Premiere hatte, war dieser neue Hafengeburtstag anfangs ein eher lokales, bestenfalls norddeutsches Ereignis.
Das Internet spielte noch keine Rolle, der NDR war nicht überall zu empfangen, den Sender Hamburg 1 gab es noch gar nicht. Der Publikumsandrang war begrenzt. Es fehlte einerseits der Bekanntheitsgrad und andererseits wissen Sie, dass auch die Grenze zwischen den beiden deutschen Staaten noch weitere 12 Jahre geschlossen blieb …
Wer also berichtete überregional über den Hafengeburtstag?
Zeitungen – wenn überhaupt!
Oder die anderen 3. Programme übernahmen die Dokumentation nachträglich vom NDR. Irgendwann in der Adventszeit sah man sich dann in Süddeutschland Bilder aus dem Mai vom Hamburger Hafengeburtstag an.

826. Hafengeburtstag – Feiern heute: 2015
Heute kommt die Berichterstattung ohne Zeitversatz überall an. Auf mehreren Kanälen, manchmal recht ungefiltert, denn jetzt wird stundenlang so ziemlich alles gesendet. Dabei wird auch viel wiederholt – und viel palavert. Vielleicht ist es das, was manche als erschlagen werden empfinden.
War viel los?
Auf alle Fälle. Man redet von einer Million Besuchern und dass trotz wenig erbaulicher Wetterprognose und zu Zeiten, in denen die Lokführer streikten, was in Hamburg natürlich den Regionalverkehr inkl. der S-Bahn schwer traf. Es hat aber trotzdem funktioniert. U-Bahn (U3) und Busse haben es gerichtet. Engere Taktung, diese dichten Fahrtabstände ausgeweitet bis 1.30 h in der Nacht. Die Hochbahn entsandte 640 Zugfahrer auf 5000 Fahrten. Hinzu kam zusätzliche 150 Kollegen (auch aus anderen Städten) für die Information und zur Unterstützung an den Haltestellen Baumwall und Landungsbrücken. So war es manchmal zwar brechend voll, doch die Beförderung klappte letztendlich auch ohne die Streikenden.

Ganz generell (auch für zukünftige Besuche des Geburtstags):
Drei Tage Feier – an welchem Tag soll man hin?
Wetter und Programmpunkte mögen bei der Entscheidung eine Rolle spielen, ich behaupte dennoch, hauptsächlich ist dies typabhängig. Sie kennen sich am besten und wissen, wie viel Gewimmel und Action Sie benötigen oder aber – wichtiger noch – maximal vertragen. Gutes Programm gibt es jedenfalls an jedem der drei Tage. An die Wettervorhersage sollten Sie sich nicht binden. Das Wetter macht eh was es will.

Am Freitag, dem Eröffnungstag, erwartet Sie stets am Nachmittag als Hauptattraktion die Einlaufparade der teilnehmenden Schiffe, am Sonnabend ist es das Schlepperballett und am Sonntag die Auslaufparade. Dazwischen können Sie an Bord vieler Schiffe zur Besichtigung aufkreuzen, es finden im Grasbrookhafen in der HafenCity Wettkämpfe der ältesten Drachenboot-Regatta unseres Landes statt oder vielleicht interessiert es Sie, Hafentouren und Ausflugsfahrten mit Barkassen  zu unternehmen. Eventuell sogar mit anlässlich des Geburtstags fahrenden Traditionsschiffen? Bei diesen Sonderfahrten der alten Schiffe müssen Sie allerdings immer vorher Plätze buchen, das geht nicht auf den letzten Drücker.
Möglicherweise zieht es Sie in den Museumshafen nach Oevelgönne oder Richtung Veddel und zum Hansahafen, wo sich auch das Hafenmuseum (nicht zu verwechseln mit den Internationalen Maritimen Museum!) befindet.

Sollten Sie Gewimmel lieben, je mehr je besser, dann tauchen Sie am Wochenende, möglichst am Sonnabend am späten Nachmittag auf und halten durch bis mindestens 23 Uhr. So decken Sie gleich zwei Hauptattraktionen ab. Sie starten um 17 Uhr mit dem Schlepperballett, sehen den Hafen sowohl bei Helligkeit als auch im Dunkeln mit festlicher Beleuchtung und erleben als krönenden Abschluss das große Feuerwerk, das um 22.30 Uhr beginnt. Auf der NDR-Bühne auf dem Vorplatz beim Alten Elbtunnel und an weiteren Stellen gibt es zudem Musik.

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Unten am Alten Elbtunnel hat der NDR seine große Bühne aufgebaut ...

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Unten am Alten Elbtunnel hat der NDR seine große Bühne aufgebaut …

Alternativ tauchen Sie am frühen Sonntagnachmittag zur Auslaufparade auf. Da haben Sie ebenfalls dieses Sardine-in-der-Büchse-Gefühl, aber Sie sehen noch einmal alle Schiffe und zwar mit der Sonne im Rücken, was fürs Schauen und auch fürs Fotografieren vorteilhaft ist.

Der Nachteil bei all den Terminen: Sie müssen sehr viel früher da sein, um noch einen Platz zu ergattern, von dem aus Sie irgendetwas sehen können. Die Promenade sowie die Pontons an den Landungsbrücken quellen über!

Wenn Sie nun zögern und merken, dass Sie doch etwas persönlichen Freiraum lieben, noch durchkommen möchten, nicht unbedingt jedes Schiff gesehen haben müssen, abendliche Konzerte auf den aufgebauten Bühnen eher eine Nebenrolle spielen, dann ist der Freitag für Sie der ideale Tag.
Sie starten am frühen Nachmittag und halten bis zur um 17 Uhr beginnenden Einlaufparade von bis zu 300 Schiffen locker durch. Zwischen fünf und sechs Kilometer Flanierstrecke kommen zusammen, wenn Sie von der HafenCity vorbei an den Landungsbrücken Richtung Fischmarkt (Altona) und weiter bis Övelgönne zum Museumshafen laufen. Eine Tour hat wohlgemerkt diese Länge! Das Zurücklaufen bitte nicht vergessen beim Errechnen der Kilometer.
Das Gute ist, Sie können am Hafen nie verhungern. Im Gegenteil, mir begegneten Leute mehrfach, die ständig etwas zum Vertilgen in der Hand hielten. Hier ist eher das Risiko des Überfutterns gegeben.
Am Freitag ist noch Luft zum Atmen, der Alkoholpegel der Besucher schlägt erst später kritisch nach oben aus, und die Standbesitzer sind noch nicht erschöpft und dementsprechend gut gelaunt.
Ich selbst entschied mich für diese Freitagsvariante mit Lauffreiheit und habe von meiner Runde Fotos mitgebracht.

Hafengeburtstag Hamburg 2015 – kleine Rundtour
An der Kehrwiederspitze bei der Elbphilharmonie waren in diesem Jahr die Niederlande (Groningen) als Partner eingeladen und präsentierten sich mit diversen Ständen. Poffertjes gab es. Kleine, relativ dicke Pfannkuchen. Haben Sie schon einmal Austernpilzkugeln probiert? Die wachsen offenbar auf Kaffeesatz. Die Pilze, nicht die fertigen Kugeln …

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Groningen (Niederlande) bietet Spezialitäten auf der Kehrwiederspitze an ...

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Groningen (Niederlande) bietet Spezialitäten auf der Kehrwiederspitze an …

Schön war es für mich zu entdecken, dass sich die Aktivitäten insgesamt ein wenig entzerrt haben. Räumlich gesehen. Seit auch die HafenCity mit dem Traditionsschiffhafen (ehemals Sandtorhafen) und dem Grasbrookhafen (erwähnte Drachenboot-Rennen) mit von der Partie ist, lässt es sich herrlich dort starten und im Laufe der Zeit elbabwärts bummeln.

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Traditionsschiffhafen am Sandtorkai (Hafencity)

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Traditionsschiffhafen am Sandtorkai (Hafencity)

Bis zu 27 Schiffe liegen im Traditionsschiffhafen üblicherweise vor Anker. Bei einem Anlass wie dem Hafengeburtstag hält es viele natürlich nicht an ihrem Platz; sie machen Sonderfahrten. Das bringt schließlich auch ein bisschen Geld herein.
Hier legen gerade der dampfbetriebene Eisbrecher ELBE (Bj. 1911) und das Ausflugsschiff Seute Deern (Bj. 1961) ab. Die Seute Deern hat in ihrer besten Zeit von Cuxhaven aus einige Jahre lang Helgoland angelaufen und war danach als Ostsee-Butterdampfer auf der Strecke von Eckernförde nach Sønderborg unterwegs.

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Die Seute Deern legt ab (Traditionsschiffhafen am Sandtorkai)

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Die „Seute Deern“ legt ab (Traditionsschiffhafen am Sandtorkai)

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Traditionsschiffhafen - Die Fahrt geht los - Eisbrecher ELBE lässt Dampf ab ...

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Traditionsschiffhafen – Die Fahrt geht los – Eisbrecher „ELBE“ lässt Dampf ab …

Sehen Sie die aufgeklappte Brücke dort vorne? Die Tatsache hat mich doch erstaunt. Es handelt sich um die Mahatma-Gandhi-Brücke, die bereits seit 1995 existiert.
Was also ist daran dann ungewöhnlich?

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Eisbrecher ELBE läuft aus dem Traditionsschiffhafen aus ...

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Eisbrecher „ELBE“ läuft aus dem Traditionsschiffhafen aus …

Als sich die HafenCity in den letzten Jahren mit Macht entwickelte, wurde die bestehende Brücke an der Elbphilharmonie plötzlich als zu schmal erachtet und ihr Umbau beschlossen. 2013 oder 2014 ging es mit der Verbreiterung auf zwei großzügig bemessene Fahrstreifen und der Schaffung eines danebenliegenden Fußwegs los. Man kam gar nicht mehr hinüber von Kai zu Kai, musste Umwege in Kauf nehmen. Diese Arbeiten sollten laut Plan noch gar nicht beendet sein. Es hieß frühestens zum Ende des Jahres. Und nun sieh einer an! Der Umbau ist noch nicht abgeschlossen, aber Sie lässt sich immerhin schon wieder öffnen, so dass die Schiffe besser in und aus dem Hafen gelangen.

Am Baumwall und Richtung Landungsbrücken wurde im Zuge der Verbesserung des Flutschutzes eine neue Uferpromenade mit breiten Treppen und Terrassen angelegt. Sie ist nun endlich fertig (letztes Jahr war dort noch eine einzige Riesenbaustelle!). Die Hafenbesucher genossen es sichtlich, einen Moment auf den Stufen zu rasten und den Blick über Boote oder auch hin zur Elbphilharmonie schweifen zu lassen.

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Am Baumwall auf den neu angelegten Treppen sitzen ...

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Am Baumwall auf den neu angelegten Treppen sitzen …

Die Rickmer Rickmers (Museumsschiff) trägt am Geburtstag Wimpel und am Nachmittag erschallt von Bord der Gesang eines Shanty-Chors. Leider war zur offiziellen Eröffnung des Hafengeburtstags am Nachmittag nur geladenen Gästen der Zutritt gestattet. Dafür konnte sie dann am Wochenende wieder besucht werden.

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Rickmer Rickmers an ihrem ständigen Liegeplatz  ...

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Rickmer Rickmers an ihrem ständigen Liegeplatz …

Natürlich hatte jeder Hafengeburtstagsbesucher vor, sich einen guten Platz für die Einlaufparade zu ergattern. Leider gibt es im Vergleich zum Andrang nur wenig Sitzmöglichkeiten, und die Restaurants und Lokale sind schnell am Ende ihrer Kapazitäten. Darauf warten, dass jemand geht, ist zwecklos. Wer einen Platz hat, verharrt dort bis zum bitteren Ende und gibt ihn nicht wieder her.

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Kein freier Sitzplatz mehr und die Einlaufparade ist erst in zwei Stunden ...

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Kein freier Sitzplatz mehr – und die Einlaufparade ist erst in zwei Stunden …

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Die Hafenbarkassen haben Hochbetrieb, die Pontons füllen sich ....

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Die Hafenbarkassen haben Hochbetrieb, die Pontons füllen sich ….

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Im Hintergrund die niederländische Barkentine ATLANTIS (1905/1985)

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Im Hintergrund die niederländische Barkentine ATLANTIS (1905/1985)

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Die SHTANDART, der russ. Nachbau einer Fregatte (Replik 1703)  an den Landungsbrücken ...

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Die „SHTANDART“, der russ. Nachbau einer Fregatte (Replik 1703) an den Landungsbrücken …

Richtung Hafenstraße, dort befindet sich das Fischerdorf, ändert sich ein bisschen das Warenangebot der Stände. Essen und Trinken gibt es weiterhin, doch hier findet auch der Piercing-Interessierte, der Rastazopf-Fan oder der Totenschädel-Shirt-Freak entsprechende Auslagen.
Wer auf den Blick von oben aufs Geschehen aus war, stieg in eine der Gondeln des (kleinen) Riesenrads, wer schnelle Blickrichtungswechsel vorzog und eine gewisse Magenfestigkeit besaß, der ließ sich von den Krakenarmen eines weiteren Fahrgeschäfts wild durch die Lüfte wirbeln.

Hamburg - Mai 2015 - 826. Hafengeburtstag - Im Fischerdorf ...

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Im „Fischerdorf“ …

Um die Einlaufparade gut verfolgen zu können, ist auch am Freitag rechtzeitiges Kommen empfehlenswert. Ich habe mir einen Platz an den Landungsbrücken direkt auf den Pontons gesucht.

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Es füllt sich auf den Pontons ....

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Es füllt sich auf den Pontons ….

Die Idee hatten auch andere, und so dauerte es nicht lange, bis Ordnungskräfte dafür sorgen mussten, dass einerseits die vorderen Wartenden Abstand zur Kaikante hielten und andererseits die hinteren nicht drängelten und alle nach vorne schubsten. Da ist diese gelbe Linie … Weiter darf man nicht, sonst gibt’s Ärger!

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Und nicht übertreten beim gelben Streifen .... (Es wird kontrolliert!)

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Und nicht übertreten beim gelben Streifen …. (Es wird kontrolliert!)

Überhaupt ist irgendwann Schluss mit Betreten. Wenn die Pontons voll sind, sind sie voll.
Was zuerst wie ein optimaler Standort wirkte, entpuppte sich etwas später als Platz mit ab und zu versperrter Sicht. Immer dann, wenn eine Barkasse heranrauschte, um Fahrgäste auszuladen. Zum Glück waren es Linienschiffe mit Fahrt nach Fahrplan, und so verließen die Sichtversperrer stets nach kurzer Zeit wieder den Anlegeplatz.

Sollten Sie einmal eine Stelle suchen, die wirklich weniger überlaufen ist, dann marschieren Sie unter der Elbe durch den Alten Elbtunnel auf die andere Uferseite und lassen sich dort nieder. Die Profifotografen machen das sowieso gern. In dem Fall entgeht man nicht nur der Fülle, sondern hat als Hintergrund zusätzlich noch die schöne Hamburg-Kulisse mit Michel und allem anderen.

Einlaufparade!
17 Uhr. Es geht los! Das Feuerlöschboot ist bereits in der Ferne zu sehen. Fontänen sprühend!

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Die Einlaufparade startet. Das Feuerlöschboot fährt vorweg ...

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Die Einlaufparade startet. Das Feuerlöschboot fährt vorweg …

Man müsste die Nordsee für einen Tag auf die gegenüberliegende Seite packen können. Dann kämen die Schiffe bei der Einlaufparade am Nachmittag von Osten herein – und die Sonne würde nicht für Gegenlicht bei Aufnahmen sorgen. Alternativ ließe sich natürlich auch – etwas weniger aufwendig – die Parade auf die Morgenstunden  vorverlegen.
Das menschliche Auge nimmt das Gegenlicht gar nicht übermäßig wahr, schließlich schauen Sie auf das Wasser und nicht direkt in den Himmel, das Auge der Kamera jedoch ist pingelig. Die Belichtung auf einigen Fotos lässt vermuten, es sei bereits Abend. Die Belichtungszeit, Sie wissen schon … Lassen Sie sich davon bitte nicht irritieren.

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Einlaufparade -  Segelschulschiff Gorch Fock (Bark, 1958)

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Einlaufparade – Segelschulschiff „Gorch Fock“ (Bark, 1958)

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Einlaufparade - Fregatte AUGSBURG der deutschen Marine

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Einlaufparade – Fregatte „AUGSBURG“ der deutschen Marine

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Einlaufparade - BRIGITTE BARDOT, der 35 m lange Trimaran der Umweltorganisation SEA SHEPHERD und 2-Mast-Schoner  Flying Dutchman

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Einlaufparade – „BRIGITTE BARDOT“, der 35 m lange Trimaran der Umweltorganisation SEA SHEPHERD und 2-Mast-Schoner „Flying Dutchman“

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Einlaufparade - Blick elbaufwärts

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Einlaufparade – Blick elbaufwärts

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Einlaufparade - In der Mitte die niederl. 3-Mast-Barkentine PEDRO DONCKER

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Einlaufparade – In der Mitte die niederl. 3-Mast-Barkentine PEDRO DONCKER

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Einlaufparade - Hinten_ RINGEN, SPEDITOREN und BRIGADEN, Küstenschutzschiffe der dän. Marine

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Einlaufparade – Hinten: MHV „RINGEN“, „SPEDITOREN“ und „BRIGADEN“, Küstenschutzschiffe der dän. Marine

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Einlaufparade

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Einlaufparade

826. Hafengeburtstag Hamburg - Einlaufparade - Mir (russ., 109 m lang)

826. Hafengeburtstag Hamburg – Einlaufparade – „Mir“ (russ., 109 m lang)

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Einlaufparade - Dampfeisbrecher STETTIN

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Einlaufparade – Dampfeisbrecher STETTIN

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Einlaufparade - 3-Mast-Bark Alexander von Humboldt II nähert sich ...

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Einlaufparade – 3-Mast-Bark „Alexander von Humboldt II“ nähert sich …

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Kieler Museumsdampfschiff (Tonnenleger, 1906) ) BUSSARD

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Kieler Museumsdampfschiff (Tonnenleger, 1906) ) „BUSSARD“

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Einlaufparade - Bunte Mischung ...

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Einlaufparade – Bunte Mischung …

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Einlaufparade - Die Cap San Diego läuft ein ...

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Einlaufparade – Die „Cap San Diego“ läuft ein …

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Einlaufparade - Hinter den Schleppern das polnische Landungsschiff TORÚN

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Einlaufparade – Hinter den Schleppern das polnische Landungsschiff „TORÚN“

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Einlaufparade - In der Mitte Schlepper HOLLAND

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Einlaufparade – In der Mitte Schlepper „HOLLAND“

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Einlaufparade - Rechts das russ. Segelschulschiff MIR

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Einlaufparade – Rechts das russ. Segelschulschiff „MIR“

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Einlaufparade - Links die PEDRO DONCKER

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Einlaufparade – Links die „PEDRO DONCKER“

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Einlaufparade - Reger Betrieb auf der Elbe

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Einlaufparade – Reger Betrieb auf der Elbe

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Einlaufparade - Vorne Dampfschlepper Claus D. aus dem Museumshaven Oevelgönne

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Einlaufparade – Vorne Dampfschlepper Claus D. aus dem Museumshaven Oevelgönne

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Einlaufparade

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Einlaufparade

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Einlaufparade - Vorne Dampfschlepper Woltmann, dahinter die Alexander von Humboldt II

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Einlaufparade – Vorne Dampfschlepper „Woltmann“, dahinter die „Alexander von Humboldt II“

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Einlaufparade

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Einlaufparade

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Einlaufparade

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Einlaufparade

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Einlaufparade___

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Zwei Schiffe der deutschen Küstenwache_vorne Meerkatze (Fischereischutzboot), hinten Helgoland (Zollboot)

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Zwei Schiffe der deutschen Küstenwache: vorne „Meerkatze“ (Fischereischutzboot), hinten „Helgoland“ (Zollboot)

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Einlaufparade

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Einlaufparade

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Einlaufparade - Die Cap San Diego hat gewendet und wird an der Überseebrücke festmachen ....

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Einlaufparade – Die „Cap San Diego“ hat gewendet und wird an der Überseebrücke festmachen …

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Einlaufparade - Die ganze Zeit aktiv ...

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Einlaufparade – Die ganze Zeit aktiv …

 

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Einlaufparade - Es wird nicht nur in die eine Richtung gewinkt und fotografiert ...

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Einlaufparade – Es wird nicht nur in die eine Richtung gewinkt und fotografiert …

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Anlegemanöver an der Überseebrücke - Die Cap San Diego

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Anlegemanöver an der Überseebrücke – Die „Cap San Diego“

Hamburg - Mai 2015  - 826. Hafengeburtstag - Topsegelschoner  Swaensborgh (Bj. 1907)

Hamburg – Mai 2015 – 826. Hafengeburtstag – Topsegelschoner „Swaensborgh“ (Bj. 1907)

Etwas mehr als eine Stunde später sind sie (fast) alle an einem vorbeigezogen. Und trotz allen Gewusels gab es keine Karambolagen! Eine Kunst für sich.

Résumé
Viel gesehen – insgesamt! Vielseitig die Teilnehmer an der Parade, nette wildfremde Stehnachbarn auf dem Ponton.  Links aus Pakistan. Rechts aus Wuppertal. Hinter mir klang es schwäbisch. Und es blieb trocken. Kein Regen! Was will man mehr!
Nach dem Abschluss der Parade machte sich jedoch wie in den Vorjahren die viele Lauferei und das zuletzt sehr lange Stehen auf einer Stelle bemerkbar. Mich zog es danach daher heim zum Entspannen. Für andere fing das Vergnügen jetzt erst an – oder stand für Sonnabend und Sonntag noch auf dem Plan.

Man hört momentan, dass die Attraktivität des Hafengeburtstags nachgelassen hätte, dass es diesmal nicht an vorangegangene Veranstaltungen hätte heranreichen können. Ich kann es für mich nicht bestätigen. Mir gefiel das Programmangebot, mir reichte die Zahl der teilnehmenden Schiffe völlig aus und mir behagte besonders die Weitläufigkeit in diesem Jahr. Die Stimmung war gut, das Wetter entpuppte sich als besser, als prognostiziert. Was später im Fernsehen aus dem Hafen gesendet wurde, wirkte ebenfalls – solange es nicht zum fünften Mal ausgestrahlt wurde – positiv.
Man munkelt von Plänen, zukünftig mehr Prominente anziehen zu wollen. Als Publikumsmagneten. Mit speziellem Grund – z. B. für ein Konzert oder wenn diese „gebuchten“ Personen tatsächlichen Bezug zur Seefahrt und Hafenthemen haben – könnte ich es mir noch vorstellen. Wenn diese Tendenz allerdings überhand nähme und womöglich nur noch mehr Gestalten von der Sorte erschienen, die überall mitmischen, sich meist nur produzieren  und (am Thema vorbei) palavern, dann wäre es für mich definitiv ein Grund wegzubleiben. Mit Hafengeburtstag verbinde ich doch etwas anderes.

Das war’s!
Ich hoffe, Sie haben einen kleinen Überblick erhalten und Ihnen hat auch der optische Eindruck vom 826. Hafengeburtstag ein wenig gefallen!
Wir werden jetzt anlegen, damit Sie von Bord gehen können …

© by Michèle Legrand (Text & Fotos), Mai 2015
Michèle Legrand - freie Autorin - ©Fotograf Andreas Grav

, , , , , , , , , ,

26 Kommentare

Hamburg: Weihnachtsmärkte, Weihnachtsparade … Trubel in der City!

Dem ersten Elch begegnete ich in der U-Bahn. Sein Geweih hatte weiter vorne im Waggon ein Stückchen über die Lehne einer Sitzbank geragt. Später liefen mir Artgenossen in der Innenstadt über den Weg. Ich spreche von menschlichen Wesen, die sich in der Weihnachtszeit einen Haarreif mit eben diesem Elchgeweih auf- und meist erst Stunden später wieder absetzen.
Haben Sie auch schon gesehen, oder?
Manchmal müssen auch Angestellte – gerne in Bäckereien oder beim Schlachter – an speziellen Festtagen Geweihe, Hütchen bzw. Hasenohren tragen oder Luftschlangen umlegen.
Müssen?
Ich bin mir nicht sicher, nahm bisher allerdings an, das Anlegen dieser von der üblichen Arbeitskleidung arg abweichenden „Teile“ wäre auf jeden Fall freiwillig. Nur bei meinem Bäcker treten in solch einem Fall die zusätzlichen Accessoires recht massiv auf, was mich zu dem Schluss kommen lässt, dass ein Angestellter wahrscheinlich nach reiflicher Überlegung aus Joberhaltungsinteresse entscheidet, dass er es „wohl besser mal mitmacht“. Zu dieser Vermutung passt der nicht immer ganz glückliche Blick an solchen Verkleidungstagen.
Kleiner Gedankensprung. Jetzt geht es weiter.

Es heißt, in der Adventszeit, wenn die Weihnachtsmärkte eröffnet haben, sei es – speziell an den Wochenenden – besonders voll in der Stadt. Stimmt das?
Ja! Aber so was von!
Sie können sich kaum vorstellen, was für ein Gedränge, welcher Trubel in der City von Hamburg am 3. Adventssonnabend herrschte! Menschen über Menschen. Drinnen, draußen, wohin das Auge reicht. Ich hätte mir den Sonnabendtermin zum Bummeln grundsätzlich liebend gern verkniffen, nur wollte ich endlich einmal die Weihnachtsparade miterleben.
An den vier Adventssonnabenden findet in der Innenstadt jeweils dreimal täglich (um 11.30, 14.00 und 17.00 Uhr) ein kleiner Umzug statt. Gestartet wird bei Saturn am Hauptbahnhof. Die Route verläuft durch die Mönckebergstraße bis zum Rathaus. Nach einer Weile geht es von dort retour. Irgendwie muss der ganze Trupp schließlich wieder zum Ausgangspunkt gelangen, um später den zweiten und dritten Umzug zu starten.
Ich peilte die mittlere Zeit an, was mir die Möglichkeit offenhielt, nach dem Bummel über die Weihnachtsmärkte sowie der ein oder anderen Besorgung ein zweites Mal Gast der Parade zu werden. Dann als Zuschauer bei Dunkelheit mit entsprechend stimmungsvoller Beleuchtung des Ereignisses.

Ein wenig früher als nötig am geplanten Startpunkt des City-Spaziergangs angekommen, blieb Zeit für eine Stippvisite der weißen Pavillonzelte des „Winterzaubers“, des Weihnachtsmarktes, der direkt am Anleger Jungfernstieg aufgebaut ist.
Ein kulinarisch geprägter Bereich mit vielfältigem Angebot und den entsprechenden Bratgerüchen bzw. Glühweindüften wird Richtung Ballindamm und Europassage ergänzt durch eine Reihe von Verkaufsständen, die sich auf Weihnachtsdekoration (Figuren, Kerzen, Anhänger), Kunsthandwerk aus Glas und Holz (auch Spielzeug) sowie Accessoires wie Mützen, Hüte, Schals, Tücher (in verschiedenen Stilrichtungen) u. a. spezialisiert haben.
Sehr schön anzuschauen – wenn es einem gelingt, überhaupt bis an die Ware heranzukommen! Körperkontakte entstehen, die ersten Ellenbogen treffen. Es folgen fremde Tapser auf die eigenen Zehen, gelegentlich ein leichter Tritt in die Ferse. Doch im Großen und Ganzen ist die Masse friedlich gestimmt, nicht gestresst und auf Ärger aus.
Kennen Sie so etwas schon?

Hamburg - Winterzauber 2014  am Jungfernstieg - Der Stand von Dadarella mit Gamaschen (Stulpen) in unterschiedlichsten Materialien und Größen ...

Hamburg – Winterzauber 2014 am Jungfernstieg – Der Stand von Dadarella mit Gamaschen (Stulpen) in unterschiedlichsten Materialien und Größen …

Dadarella bietet Gamaschen bzw. eine Art von Beinstulpen aus den unterschiedlichsten Materialien und in mehreren Größen (Weiten, Längen) an. Welche mit Seidenlook, Tweedcharakter, als Mischform von Stoff und Lederbesatz etc. Auf den Fotos, die am Stand dazu ausgestellt sind, trägt man diese Gamaschen vorrangig zu Absatz-Pumps oder sogar zu hauchdünnen, extrem hohen Highheels. Doch die Variante flacher Schuh und Ballerina ist ebenfalls vorgesehen. Oft wird ein Kontrast zwischen Stulpe und Schuhwerk bevorzugt. Großes Schottenkaromuster auf der Gamasche zum schwarzen Lackschuh. Es schließt nicht nahtlos aneinander an; dazwischen ist nackte Haut bzw. der Perlonstrumpf.
Ich könnte mir diese Gamaschen gut zu farblich und stilmäßig darauf abgestimmten Halbschuhen vorstellen. Es entstünde eine Stiefeloptik, die zwischendurch für Abwechslung sorgen würde. Zusätzlich hätten diese Beinstulpen bei Kälte eine sehr praktische Wärmefunktion …

Hamburg - Jungfernstieg - Winterzauber in weißen Zelten - Dekorationsvorschläge ...

Hamburg – Jungfernstieg – Winterzauber in weißen Zelten – Dekorationsvorschläge …

Schauen Sie sich gelegentlich Hüte an? Oder besuchen Hutabteilungen in Geschäften? Viele davon existieren heute gar nicht mehr.
Es gibt beim „Winterzauber“ einen Stand mit Kopfbekleidungen, den habe ich mir nicht entgehen lassen wollen, selbst wenn ich intensiv dem Gegenverkehr trotzen musste und einige Zeit brauchte, um mich hartnäckig Stück für Stück heranzuschieben. Um einen Hut zu kaufen?
Nein, ich mag gern – eher unauffällig natürlich – potentiellen Kunden zusehen, wie sie Hüte anprobieren. Schaue, wer sich überhaupt für einen Hut interessiert. In diesem Fall wurde es obendrein spannend, da dieser Pavillon einen Bereich mit ausschließlich Herrenhüten besitzt. Gibt es Interessenten? Viele männliche Hutträger sind nicht gerade auf den Straßen unterwegs. Sind also Hüte bei Männern zurzeit überhaupt angesagt? Und wenn ja, bei wem? Einer bestimmten Altersgruppe? Einem bestimmten Typ?
Nach einigen Minuten stellte sich heraus:
– dass hier, wo Menschen (Mann) zufällig auf das Angebot stößt, reges Spontaninteresse herrscht. Es wirkt alles sehr unverbindlich, zwanglos und dadurch einladend.
– dass seltsamerweise große Herren mehr Interesse an Hüten haben als kleinere.
– dass ältere Herren (ab etwa 70 Jahren) eher eine Art Schiebermütze wollen. So etwas wie die Prinz-Heinrich-Mütze des Helmut Schmidt oder den Elbsegler von Hans Albers.
– dass es auffallend häufig Männer mit schütterem Haupthaar oder gewollter Glatze anzieht (denen es im Winter oben herum vermutlich momentan etwas frisch wird).
– dass Herren es offenbar bei der Hutanprobe ähnlich halten wie Damen: Sie probieren entspannt ein ums andere Modell.  Sie amüsieren sich beim Blick in den Spiegel oder sind erschüttert, und letztendlich zieht der Großteil von ihnen ohne jeglichen neuen Kopfschmuck von dannen.
Zur Kaufentscheidung kommt es relativ selten, doch ein brauner, traditioneller Hut mit breiterer Krempe fand einen neuen Besitzer und wurde sofort aufbehalten. Es zieht halt etwas an der Binnenalster …

Lange halten Sie es in einem derartigen Gewühl nicht aus. Zum blaue Flecke zählen oder auch Luft holen können Sie vom Weihnachtsmarkt abdriften und sich den Stufen am Anleger Jungfernstieg Richtung Wasser zuwenden. Einen schönen Anblick bietet die auf einem Ponton mitten in der Binnenalster platzierte Lichtertanne. Sie leuchtet weit über das ruhig wirkende Wasser. Die bzw. der St. Georg, ein historischer, restaurierter, alter Alsterdampfer, lag am Sonnabend am Anleger – leise vor sich hinqualmend und bereit zum Ablegen.
Wissen Sie, welche blinden Passagiere sich massenweise auf den Dächern der Alsterboote tummeln, die im Moment nebeneinander nahe der Reesendammbrücke vertäut sind und nicht im Dienst sind? Möwen! Für sie scheint es ein Lieblingsplatz etwas abseits des Trubels zu sein, der es ihnen dennoch erlaubt, auf kürzestem Weg wieder die Bereiche anzusteuern, an denen die Weihnachtsmarktbesucher Essensreste fallen lassen.

Hamburg - Jungfernstieg (Binnenalster) - Die Möwen lieben es offenbar, auf den Dächern der Boote zu hocken ...

Hamburg – Jungfernstieg (Binnenalster) – Die Möwen lieben es offenbar, auf den Dächern der Boote zu hocken …

Hamburg - Am Fähranleger Jungfernstieg (Binnenalster) - Die meisten Boote liegen vertäut ...

Hamburg – Am Fähranleger Jungfernstieg (Binnenalster) – Die meisten Boote liegen vertäut …

Sich zu überlegen, die gerammelt vollen Gehwege zu meiden und dafür die Abkürzung durch die Europapassage Richtung Mönckebergstraße zu wählen, bringt definitiv keine Verbesserung beim Vorwärtskommen. In der Passage brummt es wie in einem Bienenkorb! Menschenmassen werden per Rolltreppe hinauf- oder hinabtransportiert, die Gänge bersten fast.

Hamburg - Adventssonnabend - Gedränge in der Europapassage ...

Hamburg – Adventssonnabend – Gedränge in der Europapassage …

Alles ist jedoch wunderhübsch weihnachtlich geschmückt. Wenn man nichts zu besorgen hat, nicht anstehen muss, geht es vielleicht. Doch die Wärme und auch die stickige Luft schlauchen merklich. Welch Wohltat, auf der anderen Seite die Passage wieder zu verlassen und die kühle Luft draußen zu spüren.

Hamburg - Europapassage, Innenstadt - ... nichtsdestotrotz sieht es schön aus!

Hamburg – Europapassage, Innenstadt – … nichtsdestotrotz sieht es schön aus!

14.10 Uhr. Die Parade ist mittlerweile am Hauptbahnhof gestartet. Musik ist zu hören, und in der Ferne erscheinen die Umrisse von hohen Fahrzeugen …

Hamburg - Innenstadt - Weihnachtsparade auf der Mönckebergstraße - Musik vorneweg ...

Hamburg – Innenstadt – Weihnachtsparade auf der Mönckebergstraße – Musik vorneweg …

Hamburg - Innenstadt - Weihnachtsparade auf der Mönckebergstraße an den Adventssonnabenden

Hamburg – Innenstadt – Weihnachtsparade auf der Mönckebergstraße an den Adventssonnabenden

Hamburg - Innenstadt - Weihnachtsparade auf der Mönckebergstraße an den Adventssonnabenden

Hamburg – Innenstadt – Weihnachtsparade auf der Mönckebergstraße an den Adventssonnabenden

Hamburg - Innenstadt - Weihnachtsparade auf der Mönckebergstraße ...

Hamburg – Innenstadt – Weihnachtsparade auf der Mönckebergstraße …

Weihnachtsmänner, Engel, Lebkuchenmänner (bzw. –mädchen), die Schneekönigin … Sie sind alle dabei. Ein Wagen mit Schneeattrappe, auf dem menschliche Elche wippen. Ein weiterer mit Engeln, die – obwohl sie nicht vermummt wirken – gegen die Kälte auf dem offenen Gefährt gut gerüstet sind. Dicke Flechtzopfperücken wärmen wie Mützen, das Winken wirkt auch mit Fäustlingen graziös. Die Umhänge verraten nicht, wie viele Schichten „Dämmung“ sich darunter befindet …

Hamburg - Innenstadt - Weihnachtsparade auf der Mönckebergstraße an den Adventssonnabenden

Hamburg – Innenstadt – Weihnachtsparade auf der Mönckebergstraße an den Adventssonnabenden (hier auf der Rücktour)

Bei Helligkeit fehlt ein wenig der Glanz, den Lichter in der Dunkelheit verbreiten. Noch schöner und stimmungsvoller ist es vermutlich bei der Parade, die um 17 Uhr startet.

Hamburg - Innenstadt - Weihnachtsparade auf der Mönckebergstraße - Und so zieht der Tross Richtung Rathaus ...

Hamburg – Innenstadt – Weihnachtsparade auf der Mönckebergstraße – Und so zieht der Tross Richtung Rathaus …

Der Weihnachtsmarkt am Gerhart-Hauptmannplatz bietet ebenfalls die Mischung aus Essen, Getränken und weihnachtlichem Kunsthandwerk, Schmuck, Leder, Glas etc.

Hamburg - Innenstadt - Weihnachtsmarkt am Gerhart-Hauptmann-Platz

Hamburg – Innenstadt – Weihnachtsmarkt am Gerhart-Hauptmann-Platz

Hier ist allerdings für die Kinder noch ein Karussell aufgebaut, das guten Anklang findet. Selbstverständlich wird die Fahrt der Jüngsten per Handyfoto festgehalten …

Hamburg - Innenstadt - Karussell am Gerhart-Hauptmann-Platz - Und natürlich werden Erinnerungsfotos mit dem Handy gemacht ...

Hamburg – Innenstadt – Karussell am Gerhart-Hauptmann-Platz – Und natürlich werden Erinnerungsfotos mit dem Handy gemacht …

Hamburg - Innenstadt - Weihnachtsmarkt am Gerhart-Hauptmann-Platz - Gedränge auch hier ...

Hamburg – Innenstadt – Weihnachtsmarkt am Gerhart-Hauptmann-Platz – Kerzen in den Bäumen – Gedränge auch hier …

Um die St.-Petri-Kirche ist es etwas freier – oder der Besucherstrom verteilt sich einfach besser, da es sich nicht so sehr um einen komplett abgeschlossenen Bereich handelt. Hier bin ich ganz gezielt, um beim Stand eines finnischen Produzenten besonderen Honig zu erstehen. Sonst bin ich kein ausgesprochener Honigesser. Er ist mir oft viel zu süß. Doch dies ist Arktischer Honig, der leicht nach Minze bzw. nach Eukalyptus schmeckt (Mintuntippa oder auch Minzhupferl bzw. Eukon Lapytys oder auch Winterfrische), und es gibt eine von mir sehr geschätzte Variante, die einen leichten Zitronentouch hat (Sitruskiusaus bzw. Süßer Zitrusflirt). Sehr lecker!

Hamburg - Innenstadt - Weihnachtsmarkt an der St.-Petri-Kirche

Hamburg – Innenstadt – Weihnachtsmarkt an der St.-Petri-Kirche

Kennengelernt habe ich diesen zugegeben etwas süchtig machenden Honig vor fast fünf Jahren auf dem Augustusplatz in Leipzig. Dort fand gerade ein Fest mit einem großen Markt statt. Am finnischen Stand konnte man den Honig probieren. Getestet und für nicht schlecht befunden. Ich nahm einen kleinen Becher mit heim. Bei meinem zweiten Leipzigbesuch habe ich terminlich großes Glück gehabt, wieder einen besonderen Markt (Tag des Handwerks o. ä.) erwischt und dadurch Nachschub bekommen. Einige Monate später – inzwischen war mein Vorrat wieder einmal zur Neige gegangen – besorgte und schenkte mir netterweise ein Leipziger Freund diesen Honig zu Weihnachten. Er war auf dem dortigen Weihnachtsmarkt fündig geworden. Große Begeisterung, als bald darauf für zwei Jahre zur Weihnachtszeit ein Stand der Finnen in Hamburg auf dem Gerhart-Hauptmann-Platz sein Quartier bezog. Doch danach war leider Schluss. Kein Stand mehr – und nun?
Es gibt die Möglichkeit, das begehrte Suchtmittel online zu bestellen, doch – ganz ehrlich – das ist nicht dasselbe. Es muss etwas Besonderes bleiben. Etwas, was es nur ab und zu gibt. In kleinen Mengen. Etwas, was man sich richtig mühsam ergattern muss, um dann glücklich mit der Beute nach Hause zu ziehen … Nun gibt es 2014 wieder einen Stand. Direkt an der Petri-Kirche. Ich habe neuen Honig – und bin happy.

Am Rathausplatz, auf dem größten Weihnachtsmarkt, herrscht Überfüllung. Man schiebt sich nur noch und versucht dabei, all denen vorsichtig aus dem Weg zu gehen, die mit Glühwein und sonstigen Getränkebechern in der Hand die Gänge bevölkern. Den Markt muss man definitiv an einem Wochentag aufsuchen. Abends bei Beleuchtung, auch, wenn dann der Andrang natürlich wieder zunimmt.

Hamburg - Innenstadt - Weihnachtsmarkt am Rathausplatz: voll - schon am frühen Nachmittag

Hamburg – Innenstadt – Weihnachtsmarkt am Rathausplatz: voll – schon am frühen Nachmittag

Ich wollte noch einmal auf diese Geweihträger zurückkommen. Wissen Sie, warum so viele Leute so etwas oder auch diese Weihnachtsmannmützen auf dem Kopf haben? Es gibt einerseits Einzelgänger, die einfach Lust auf saisonale und anlassbezogene Verkleidung haben – aber meistens handelt es sich bei den Trägern um Menschen, die zu einer Gruppe gehören. Ein Weihnachtsmarktbesuch hat Event-Charakter. Ein bisschen Ausstaffieren ist Pflicht, jedoch vor allem ist es ein Erkennungszeichen im Gewühl. Denn glauben Sie ja nicht, dass man bei dem Lärmpegel sein Handyklingeln hört oder irgendein Telefongespräch unter Freunden zur Klärung der jeweiligen Standorte führen kann. Eine Gruppe junger Frauen hatte auf dem Rathausmarkt drei mit Helium gefüllte Luftballons dabei. Auch nur zum Zwecke des sich Wiederfindens in der Menge.

War Ihnen eigentlich schon bekannt, dass Weihnachtsmänner nicht mehr per Schlitten reisen? Sie sind umgestiegen auf den Elektro-Roller Segway.

Hamburg - Innenstadt - Weihnachtsmänner sind heutzutage per Segway unterwegs ...

Hamburg – Innenstadt – Weihnachtsmänner sind heutzutage per Segway unterwegs …

Der Lärm ist gewaltig und nimmt weiter zu. Die Glocken der St.Petri-Kirche läuten durchdringend, tausende von Stimmen scheinen gleichzeitig zu reden, eine aus vermutlich vier Generationen bestehende südamerikanische Familie singt bzw. brüllt lauthals Lieder vor C&A. Zehn Meter weiter steht ein Leierkastenmann und leiert stoisch gegenan. Gegenüber, nahe des Mönckebergbrunnens, baut sich eine Gruppe junger Männer auf. Ein Blechbläser-Ensemble, das äußerst professionell klingt! Ein kleines Stückchen weiter in der Einmündung zur Spitaler Straße, direkt an der Weihnachtskrippe, sitzt ein talentierter Sänger mit seiner Gitarre. Er hat einen Verstärker und ein Mikrofon angeschlossen und zieht ebenfalls viel Publikum an.
Es ist schön – nur eben alles … viel. Eng. Laut. Voll.

Hamburg - Innenstadt - Eingang zur Passage im Levante-Haus in der Mönckebergstraße

Hamburg – Innenstadt – Eingang zur Passage im Levante-Haus in der Mönckebergstraße

Eine geringfügig freiere Stelle findet sich kurzzeitig vor dem Levante-Haus in der Mönckebergstraße.

Hamburg - Innenstadt - Jedes Jahr anders geschmückt: Der Tannenbaum im Levante-Haus

Hamburg – Innenstadt – Jedes Jahr anders geschmückt: Der Tannenbaum im Levante-Haus

Doch es hilft nichts: Es zieht mich nach Hause. Ich schaffe es nicht mehr durchzuhalten, bis die Dunkelheit richtig einzieht. Tragisch ist es nicht, denn die Außendekoration ist der der Vorjahre sehr ähnlich. Ich weiß also, wie der Anblick später sein wird.
Doch falls Sie die Weihnachtsbeleuchtung oder auch Besonderheiten auf den Märkten noch nicht kennen und schauen möchten – im Blogarchiv gibt es dazu die Möglichkeit.
Hier (2011 mit besonderem „Schrott“). Hier (2012, Streifzug durch die City). Und hier (2013 mit vielen Fotos und einem Vorschlag, wie sich alte, nicht intakte Instrumente weiter verwenden lassen).

Ich sende Ihnen allen herzliche vorweihnachtliche Grüße! Lassen Sie sich von der allgemeinen Hektik möglichst nicht anstecken. Entdecken Sie die (ab und zu) durchaus existierenden besinnlichen Momente dieser Adventszeit.
Wenn es meine Zeit irgendwie erlaubt, schaue ich zum Fest noch einmal herein.

©Dezember 2014 by Michèle Legrand
Michèle Legrand - freie Autorin - ©Fotograf Andreas Grav

 

 

 

PS:
Da mir Josef aus München netterweise mitgeteilt hat, dass die Links nicht funktionieren, gibt es sie hier noch einmal in der langen Variante:
2013:
https://michelelegrand.wordpress.com/2013/12/14/ein-streifzug-uber-die-weihnachtsmarkte-in-hamburgs-city-instrumentenverwertung-lichterzauber-thujaschusseln-fliegende-schlitten-und-mehr/
2012:
https://michelelegrand.wordpress.com/2012/12/02/hamburg-zeit-spater-nachmittag-zustand-weihnachtlich-zum-advent-ein-kleiner-streifzug-durch-die-city/
2011:
https://michelelegrand.wordpress.com/2011/11/24/richtig-tollen-%E2%80%9Eschrott-gesehen-weihnachtsmarkte-in-hamburgs-city/

, , , , , , , , , ,

22 Kommentare

Salut! (1) – Zurück aus der Bretagne …

Michele Legrand - freie Autorin - Blog Michele. Gedanken(spruenge)Salut! Zurück aus der Bretagne!
Schnell die Reste vom letzten Crèpe vertilgt, und schon können wir beginnen.
Wie geht es Ihnen?
Hatten Sie in Ihrer Region auch diesen sagenhaften Sommernovemberbeginn? Zum Monatswechsel spazierte ich bei ca. 22 Grad und strahlendem Sonnenschein am bretonischen Cap Fréhel entlang und konnte gar nicht fassen, wie mild die Luft auf der Haut entlangstrich, wie weit die Sicht über das Meer war und in welchen Blau- und Grüntönen der Atlantik schimmerte!
Frankreich hat enorm schöne Ecken. Die Franzosen können sich schon glücklich schätzen. Die Bretonen ganz besonders! Was für eine herrliche Küste! Welch malerische Städtchen!
Sie ahnen, dass Ihnen in naher Zukunft im Blog etwas davon begegnen wird.
Doch heute starten wir sehr locker und halten es auch kurz.

Salut. Sie kennen dieses Grußwort, verwenden es vielleicht selbst hin und wieder. Es ist praktisch, denn es lässt sich sowohl bei der Begrüßung als auch bei der Verabschiedung nutzen. Die Schreibweise kommt uns Deutschen zudem vertraut vor, da wir Wortkreationen mit „Salut-“ kennen. Salutschüsse. Ist etwas anders, doch wen stört’s …
Macht nix?
Ich möchte Sie warnen! Wenn uns ein Wort in einer Sprache begegnet, die wir nicht beherrschen, es uns jedoch irgendwie bekannt vorkommt durch seine Schreibweise (meist eher als durch Aussprache), dann deuten wir es gern selbst. Grübeln, raten ein bisschen, mutmaßen sehr gewagt, beschließen irgendetwas und sind fortan felsenfest überzeugt, bezüglich des Sinns recht zu haben. Vielleicht kennen wir bei zusammengesetzten Begriffen sogar lediglich einen kleinen Teil, doch wir sind Meister im Interpretieren und basteln uns daraus unsere komplette Übersetzung.
Dass so etwas in die Hose gehen kann, werden Sie gleich anhand einiger Fotos sehen.

Was haben wir denn hier? La Porte de France.
Porte? Pforte? Tür, oder? Tor, Tür … Egal.
Die Tür nach Frankreich!
Dort geht es rein ins Land! Barzahlung vor Einlass. Klar, kennt man ja. Die Franzosen fordern schließlich fast überall Maut. Doch dies ist der Weg. Der Zugang! Hinter dieser Tür beginnt la Grande Nation … Oder doch nicht?

Bretagne - Morlaix - La porte de France ...

Bretagne – Morlaix – La Porte de France …

Und hier! Foto zwei zeigt ein überaus wichtiges Schild! Sollte Ihr Fahrrad ein Alkoholproblem haben, dürfen Sie hier nicht fahren! Sogenannte „Saufmodelle“ sind in dieser Straße unerwünscht …

Bretagne - Sauf bicyclettes ...

Bretagne – Sauf bicyclettes … Saufräder?

(Sind Sie zum ersten Mal mein Bloggast?  Als Wiederkehrer wissen Sie später, dass Sie sich von mir bitte nicht veräppeln lassen! „Sauf“ steht für außer, ausgenommen von … d. h. Fahrräder dürfen hier im Gegensatz zu Autos sehr wohl die Straße benutzen. Gesteuert von einem möglichst nüchternen Fahrer.)

Was haben wir denn da? Einen Schuhmacher. Er macht es Sprachunkundigen leicht, denn er hat netterweise dieses stiefelförmige Werbeschild an der Wand. Doch schauen Sie einmal auf den Begriff, der dort etwa in der Mitte auftaucht. Tampons.
Das Wort kennen Sie. Alles klar. In Frankreich kauft man Tampons nicht im Drogeriemarkt, sondern beim Schuster …

Bretagne - Cordonnerie

Bretagne – Cordonnerie … Der Schuster mit den Tampons?

Wundern Sie sich nur nicht, wenn Ihnen der Mann am Tresen daraufhin einen Stempel in die Hand drückt. Sein „tampon“ ist halt kein „o.b.“

In die nächste Straße eingebogen – und gleich Herzklopfen!
Mord L’Express!
Bringt man Sie hier schnell um die Ecke?
Restauration rapide …
Wird der vorher unbeschadete Zustand des Opfers womöglich doch schnell wiederhergestellt?

Bretagne - Mord l'Express ...

Bretagne –  Mord l’Express – Die Sache mit dem Expressmord und dem Restaurieren  …?

Oder ist es eher ein Schnellrestaurant, welches Ihnen in Windeseile etwas zu beißen verschafft (mordre = (an)beißen)? Ich würde sagen, Sie können sich wieder beruhigen …

Auf der Suche nach einer Unterkunft sollten Sie daran denken, dass in Frankreich auch nicht alles, was den Begriff „Hôtel“  in sich birgt, Zimmer bereitstellt.

Bretagne - Morlaix - Hôtel de Ville

Bretagne – Morlaix – Hôtel de Ville …

Das Hôtel de Ville ist leider nicht das größte Hotel der Stadt, sondern schlicht und einfach sein Rathaus.

Und noch etwas möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. Hier haben Sie es schwarz auf weiß:
In einer 30-km-Zone kriegen auch die Franzosen ihren Rappel (und teilen es allen gleich schriftlich mit).

Bretagne - 30 km Rappel

Bretagne – Der 30-km-Zone-Rappel …?

Komisch nur, dass dieses Rappel-Geständnis, diese Durchdreh-Warnung unter allen Tempozeichen auftaucht, selbst bei 130 km/h … Möglicherweise doch eher eine Erinnerung oder Ermahnung, dass Sie sich gefälligst stets an die ausgewiesene Geschwindigkeit zu halten haben?
Wie auch der Besitzer dieses schönen alten Renault R4 GTL …

Bretagne - Oldtimer (Renault 4 GTL)

Bretagne – Oldtimer (Renault 4 GTL)

Die Franzosen haben manchmal urige Öffnungszeiten. Das Foto ist sehr verspiegelt, doch Sie können die Uhren sicher erkennen. Sie meinen zu wissen, dass matin etwas mit morgens bedeutet und après-midi am Nachmittag anzusiedeln ist.
Doch werden Sie daraus so richtig schlau?

Bretagne - Recht eigenwillige und etwas "krumme" Öffnungszeiten ...

Bretagne – Recht eigenwillige und etwas „krumme“ Öffnungszeiten …

Ziemlich krumme Zeitangaben und überhaupt … Andere Länder, neue Entdeckungen, Erstaunliches.
Doch für heute soll es reichen. Fini! Ende.
Sie und ich müssen uns erst wieder eingewöhnen. Mein Internet geht übrigens hervorragend nach der Umstellung! Der Monteur hat Mittwoch sehr kompetent und fix alles neu gestöpselt und geregelt. Ihnen bleibt somit nichts erspart, und für mich gibt es keine Ausflüchte mehr …^^

In lockerer Folge erscheinen in nächster Zeit im Blog Berichte aus der Bretagne. Aus Rennes, von der beeindruckenden Granitküste, kleineren Küstenorten, vom Cap Fréhel, der Île de Bréhat, der mittelalterlichen Stadt Vitré sowie aus Morlaix. Es geht dabei ebenfalls um Unterschiede bzw. französische Besonderheiten, die einem Nichtfranzosen eben auffallen.
Aktuelles wird sich sicher dazwischenmogeln – auch damit es abwechslungsreich bleibt.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Wochenausklang, ein nettes Wochenende und hoffe, Sie haben keinen Stress durch nicht fahrende Züge.
Salut! Bis demnächst!

©November 2014 by Michèle Legrand

, , , , , , , , , , ,

33 Kommentare

Unerwarteter Zwischenstopp …

Anspannung, Aufregung, Adrenalin! Probleme, Panik, Puff!
Oder lieber Peng. Puff könnte Sie in die Irre führen.
Das waren Begriffe, die mich ansprangen, als an mich herangetragen wurde, ich sollte bitte einmal etwas zu Pleiten, Pech und Pannen im Urlaub im Blog hinterlassen. Für eine Aktion. Mache ich diesmal ausnahmsweise, denn es ist eine wahre Geschichte, die ich Ihnen sowieso irgendwann erzählen wollte.

Manches mag schon ein wenig zurückliegen, doch hat es sich als Ereignis derart eindrücklich erwiesen, als über alle Maßen fest im Gehirn verankert, dass es auch ein paar Jahrzehnte später bei bestimmten Signalworten augenblicklich auftaucht. So, als hätte es sich im letzten Urlaub zugetragen.
Mensch, da war ganz schön was los …!

Wenn Sie die Urlaubsreise planen, ist wahrscheinlich eine Ihrer Sorgen, ob wohl die Hotelbeschreibung wahrheitsgemäß ist. Stimmt die Lage, sehen die Zimmer so aus wie im Prospekt, oder hat man das Weitwinkelobjektiv wieder in der Privatwohnung des Eigentümers geschwenkt? Gibt es den Fitnessraum,  hat der Pool auch Wasser und übersteigt seine Größe die einer Badewanne. Funktioniert die Dusche nicht nur sporadisch, wird das Essen schmecken und reichen, hat das Zimmer den viel gepriesenen Meerblick, ist es ruhig, bedeutet Strandnähe tatsächlich eine Distanz von weniger als 12 km etc.
Es geht zum einen um die Dinge am Urlaubsort selbst, zum anderen vermutlich noch um die Verbindung vom Heimatort zum Reiseziel. Gibt es einen Direktanschluss, fliegt der Jet bereits im Morgengrauen vor dem Aufstehen, braucht man Visa.
Wenn Sie das alles als kontrolliert (= nachgefragt), beachtet (= durchgelesen) und erledigt (= beantragt) abhaken können – was kann noch passieren?
Wenn Sie bereits im Flieger ab Hamburg starteten, das Umsteigen in München ebenfalls pünktlich nebst allem Gepäck vonstattenging – dann kann man doch im Grunde ganz genüsslich den Restflug nach Athen genießen und sich gedanklich auf die Ferien auf einer griechischen Insel einstellen. Läuft doch! Mittags Start in München, gegen 15 Uhr Ankunft in Athen, gegen 17.30 Uhr Abfahrt der Fähre ab Piräus Richtung Paros.
Gute Planung, gell?
Planungen sind klasse. Sie funktionieren nur oft nicht …

Auf Paros ...

Auf Paros …

Ende August. Der Düsenjet nach Athen ist schon geraume Zeit in der Luft, als die Stewardessen (so nannte man sie zu der Zeit noch) beginnen, das Mittagessen zu servieren. Das Besteck gibt es extra, in Plastik verpackt, begleitet von einer miteingetüteten weißen Serviette.
Gefräßige Stille. Nach einer Weile ist eine merkwürdige Unruhe spürbar. Beim Luftpersonal.  Und auch bei zwei Passagieren im hinteren Bereich des Fliegers. Jedenfalls scheint es mir so.
Die eine Stewardess war mindestens schon dreimal Richtung Cockpit unterwegs. Wir haben keine Turbulenzen, der Himmel sieht freundlich aus. Beim Hinausblicken steigen bisher keine Rauchfahnen über den Tragflächen auf …
Was ist los?

Über den Wolken - Noch ist alles in Ordnung auf dem Weg von München nach Athen ...

Über den Wolken – Noch ist alles in Ordnung auf dem Weg von München nach Athen …

Es vergeht eine weitere Viertelstunde, als plötzlich über Bordlautsprecher kurz angebunden mitgeteilt wird, dass wir nicht wie vorgesehen in Athen landen, sondern umgeleitet werden. Fragen bleiben unbeantwortet. Das Lächeln der Servicekräfte wirkt angestrengt.
Einige Zeit darauf befinden wir uns im Sinkflug, doch von einer Stadt ist weit und breit nichts zu entdecken. Sandige, karge Flächen. Beinahe wie aus dem Nichts liegt eine asphaltierte Piste vor uns, und beim Ausrollen nach der Landung tauchen Baracken auf. Und Jeeps.
Als das Flugzeug zum Stehen kommt, werden sämtliche Ausgänge sofort aufgerissen. Wir werden angewiesen, alles mitzunehmen und unverzüglich die Maschine zu verlassen. An der eiligst herangeschobenen Treppe warten bewaffnete Soldaten der griechischen Armee in Tarnanzügen. Wir sind auf einem Militärstützpunkt angekommen!
Unter kritischen Blicken und immer wieder hektisch angetrieben, verlassen alle Passagiere den Flieger. Wir werden zusammengedrängt und etwas entfernt unter ein Zeltdach geführt.
In der Sonne ist es gar nicht auszuhalten, doch auch unter der gespannten, notdürftig verzurrten Plane klettern die Temperaturen auf fast 40° C.
Es wird nichts erklärt, wir werden alle nur – vom Militär umringt – bewacht. In der Zwischenzeit beginnt eine Gruppe Soldaten, die gesamte Flugzeugkabine zu durchforsten und startet danach, den Frachtraum zu leeren.
Endlich gesellt sich ein unheimlich geschlaucht wirkendes Mitglied der Crew zu uns und berichtet Folgendes:
Ein Passagier hat während des Mittagessens auf seiner gerade auseinandergefalteten Serviette eine handgeschriebene Notiz entdeckt.
„An Bord Ihrer Maschine befindet sich eine Bombe …! „ etc.
Man nimmt die Warnung sehr ernst,  denn seinerzeit (1980) gibt es ziemlich unberechenbare Sympathisanten der RAF,  der Organisation, die auch in diesen Jahren weiterhin ein großes Problem darstellt, auch wenn einige wichtige Köpfe bereits verurteilt wurden, Selbstmord begingen – oder zu diesem Zeitpunkt in Stammheim einsitzen. Die letzten Bombenexplosionen sind noch nicht lange her, der Anschlag auf Nato-Generalsekretär Alexander Haig erfolgte im Juni des Vorjahres. Es geht in diesen Tagen ebenfalls um die Freipressung von Häftlingen.
Die Verbindung zur Serviette?
Die Päckchen mit dem Besteck, den Servietten und weiteren Dingen werden in Stammheim von Häftlingen gepackt.  Es könnte jemand von der Bombe erfahren und kalte Füße bekommen haben …

Die Soldaten haben in der Zwischenzeit die Suche fortgesetzt. Da man im Innenraum nichts entdeckt hat, wird nun das Frachtgepäck jedem einzelnen Mitreisenden zugeordnet. Bliebe ein Gepäckstück übrig …
Koffer stapeln sich auf dem Rollfeld, und soweit sich auf ihnen Namensangaben zur Identifizierung befinden, werden sie separat gelagert. Eine andere Gruppe von Armeeangehörigen hat merkwürdige Geräte bei sich, die vielleicht das Auffinden einer Bombe erleichtern sollten. Wer weiß, worauf die Apparate reagieren.
Wir haben zwar einigen Abstand, doch ganz wohl ist keinem bei der Sache. Ginge jetzt etwas in die Luft, würde die Druckwelle garantiert weiter reichen und umherfliegende Objekte mit Sicherheit bis zur Zeltplane gelangen und einiges anrichten.

Es wird immer heißer und unerträglich schwül unter der Plane. Bisher haben wir nichts bekommen. Es gibt keine Getränke, als Sitzgelegenheit dient lediglich der nackte Boden. Einige haben ihre Panik nur mühsam im Griff, mehrere leiden unter massiven Kreislaufproblemen. Kinder weinen. Ältere Herrschaften können sich kaum noch auf den Beinen halten.
Man organisiert schließlich doch Wasser und Becher.
Das Gepäck lagert weiter in der prallen Sonne. Wie viel Grad mögen dort auf dem asphaltierten Rollfeld sein? Über 50, vielleicht sogar 60 Grad Celsius?

RUUMMMMS! Explosion!

Bei dem Knall schreien viele auf! Warten entsetzt auf die weiteren Folgen! Doch die tatsächlichen Auswirkungen scheinen sich in Grenzen zu halten … Während die Soldaten aufs Rollfeld zurasen, wird klar, dass es nur einen einzigen Koffer etwas zerfetzt hat. Schnell stellt sich heraus, dass in dem Gepäck befindliche Flaschen, die Treibgase enthalten, wie z. B.  Haarspray, Deo etc. , dass sie jetzt durch die Hitzeeinwirkung zur Explosion kommen.
Um weitere Sprengungen zu verhindern, wird das namentlich zugeordnete Gepäck zur Plane gebracht und dort noch einmal persönlich identifiziert. Was geklärt ist, wird wieder ins Flugzeug transportiert. Die namenlosen Koffer lassen sich allesamt ebenfalls ihren Eigentümern zuordnen, es bleibt nichts übrig. Kein Koffer ohne Begleitung, und somit offenbar keine Bombe an Bord. An einen Selbstmordattentäter denkt damals keiner.
Ein sehr seltsames Gefühl beschleicht alle, als sie die Erlaubnis – nein, den Befehl! – erteilt bekommen, nun wieder in das Flugzeug einzusteigen.
Dieses letzte Stück des Fluges wird für mich zum unangenehmsten und nervenaufreibendsten Part der Reise. Diese bange Gefühl, ob etwas übersehen wurde … Jedes Geräusch wird sehr argwöhnisch und verschreckt registriert.

Die Maschine landet mit drei Stunden Verspätung in Athen. Die Fähre nach Paros ist inzwischen ohne uns abgefahren. Auch andere haben ihre Anschlüsse verpasst. Die Fluggesellschaft versucht, Hotelunterkünfte in Piräus zu organisieren, damit die nächste Verbindung am frühen Morgen des kommenden Tages gut erreicht werden kann.
Wir landen in einer ziemlichen Absteige. Schmuddelig, ein Doppelbett mit einer extrem durchgelegenen Matratze, bei der man automatisch immer zur Mitte rollt. Trotz allem sind wir froh, dass wir nicht auf der Straße übernachten müssen.
In dieser Nacht stecke ich einige Ellenbogenstöße ein und schlafe schlecht. Träume von zahlreichen Explosionen.

Ankunft mit der Fähre in Parikia (Paros)

Ankunft mit der Fähre in Parikia (Paros)

Die Fähre am nächsten Morgen fährt fahrplanmäßig, die Insel taucht am Nachmittag vor uns auf. Keine besonderen Vorkommnisse mehr in diesem Urlaub und doch …

Noch ein bisserl verschüchtert nach dieser Anreise ...

Noch ein bisserl verschüchtert nach dieser Anreise …

… ich bin seitdem nie mehr nach Athen geflogen.
Albern, oder?
Die können ja gar nichts dafür.

Ich hoffe, dass Ihre Urlaube weniger aufregend verlaufen und Sie keinen Grund zur Klage haben, dass Ihnen unnütze Aufregung erspart bleibt. Manchmal bleibt sie einem allerdings schon dadurch erspart, dass man sich einfach mit einigen Dingen abfindet, die gar nicht so dramatisch sind. Regen Sie sich z.  B. nicht über hart- oder weichgekochte Eier auf. Ich hatte einmal so einen Miturlauber.  Das ist wirklich vergeudete Zeit!

Wenn Sie nun selbst zwar störungsfrei reisen, Sie aber vielleicht weitere besondere – zugegebenermaßen eigentlich eher verzichtbare – Vorkommnisse im Zusammenhang mit Urlaub, die bei anderen Mitmenschen aufgetreten sind,  interessieren, dann schauen Sie auf die Seite, deren Link ich Ihnen gleich gebe. Dort werden im Laufe der nächsten Wochen solche Berichte gesammelt.
Oder falls Sie etwas zu erzählen haben, schreiben Sie es nieder! Generell natürlich immer und wann es Ihnen beliebt, doch im Rahmen dieser Aktion wäre es begrenzt bis zum 30. August 2014 möglich.
Hier der Link:
http://www.reisen-fotografie.de/blogparade-pleiten-pech-und-pannen-auf-reisen/

Ein schönes, entspanntes Wochenende und bis demnächst!

©Juli 2014 by Michèle Legrand
Michèle Legrand - WordPress.com - Foto: Andreas Grav

 

, , , , , , , , , ,

39 Kommentare

Ein Streifzug über die Weihnachtsmärkte in Hamburgs City: Instrumentenverwertung, Lichterzauber, Thujaschüsseln, fliegende Schlitten und mehr …

Hamburg - Der Weihnachtsmann auf dem Historischen Weihnachtsmarkt am Rathaus

Hamburg – Der Weihnachtsmann auf dem Historischen Weihnachtsmarkt am Rathaus

Der Dezember ist zur Hälfte bereits vorbei. Fast schon dritter Advent! Es wird höchste Zeit!
Kommen Sie heute mit durch Hamburgs festlich beleuchtete Innenstadt? Ganz gemächlich durch die belebten Straßen schlendern, dabei mit den Augen dies und jenes einfangen und obendrein hier und da die Ohren aufstellen.
Ein Weihnachtsmarktbummel ist eine ziemlich feine Sache, weil …
Warum eigentlich?
Die Gründe oder Anlässe für eine Stippvisite auf dem Weihnachtsmarkt sind sehr unterschiedlich. Die einen hoffen, dort ausgefallene oder überhaupt Geschenke zum Fest für die Lieben daheim zu finden. Andere müssen dringend ihren Dekorationsfundus aufstocken. Manche mögen einfach das Lichtermeer in der dunklen Jahreszeit, die besondere Atmosphäre, einige nutzen die Märkte zum abendlichen Treff mit Freunden, und ein ebenfalls erheblicher Teil giert nach Glühwein und hat Gelüste auf Schmalzgebäck oder Bratwürste. (Wussten Sie, dass es auch Glühcola gibt?)
Es existieren noch diverse Splittergruppen und kombinierte Fälle. Glühwein und Dekoversorgung – aber ohne Freunde, Treffen und Lichter schauen – aber nix kaufen usw. Letzteres Grüppchen ist für die Händler ein Dorn im Auge. Kommen die einfach daher, aber geben kein Geld aus! Für die Budenbetreiber und Standmiete zahlenden Verkäufer lohnt sich der ganze Aufwand nur, wenn auch Umsatz und Gewinn erzielt werden.
Ein solcher Dorn im Auge bin ich den Standbetreibern auch häufig. Ja, leider. Doch das Schauen bietet so viel, dass ich oftmals tatsächlich vollends mit der Entdeckerei beschäftigt bin. Und – ich brauche auch einfach nicht so viel …

In diesem Jahr habe ich meinen Spaziergang am Hauptbahnhof gestartet und von dort die geschmückte Spitaler Straße mit Ihren Weihnachtshütten angesteuert, eine Einkaufszone ohne Autoverkehr. Ich habe Fotos für Sie dabei, die aufgrund des Hochnebels nur alle leider ein wenig grieselig ausfallen.

Hamburg - Weihnachtsmarkt Spitaler Straße - Blick Richtung Hauptbahnhof (im Hintergrund)

Hamburg – Weihnachtsmarkt Spitaler Straße – Blick Richtung Hauptbahnhof (im Hintergrund)

Spielen Sie ein Instrument? Ja? Nein?
(Lesen Sie doch trotzdem weiter, es kann in beiden Fällen nützlich sein, davon zu erfahren.)
Haben Sie eine Trompete, ein Saxofon, eine Geige o. ä. daheim – wenn nicht gar mehrere?
Gibt es bei Ihnen eventuell ein Musikinstrument, das herumsteht? Entweder, weil sie es sowieso irgendwoher übernommen haben (Nachlass), aber selbst nicht darauf musizieren können oder weil es defekt bzw. eines ist, was in die Jahre gekommen ist, ein günstiges Anfängerexemplar war, zwar schön aussieht, aber keine wirklich klaren Töne produziert und Sie inzwischen längst ein anderes, wohlklingenderes, höherwertiges Exemplar besitzen?
Nur was wird jetzt mit den Gitarren, Klarinetten, Okarinas etc., die herumliegen? Den Instrumentenleichen?
Zum Wegschmeißen sind sie viel zu schade. Die ½-Violine, auf der sie die ersten Unterrichtsstunden hatten … Sich davon zu trennen, fällt schwer. Oft ist eine Art von enger persönlicher Bindung entstanden. Zum Müll? Undenkbar!
Auf dem Weihnachtsmarkt nahe des Hauptbahnhofs gibt es einen Standbetreiber, der kennt die Situation. Er hat sich daher vorgenommen, diesen in die Jahre gekommenen oder defekten Lieblingen zu einem zweiten Leben zu verhelfen, indem er sie als wesentliches Bauteil eines völlig neuen Gegenstands verwendet. Er baut Instrumente zu Lampen um, genauer gesagt fungieren Geige, Horn etc. als wichtige Bestandteile einer neu kreierten Lichtquelle. Sie sind fortan Lampenfüße/-unterteile, werden standfest gemacht, verkabelt, mit einem dazu passenden Lampenschirm versehen und – voilà – fertig ist ein Unikat mit sehr persönlichem Bezug.

Hamburg - Weihnachtsmarkt Spitaler Straße - Instrumentenleuchten von LUMINES

Hamburg – Weihnachtsmarkt Spitaler Straße – Instrumentenleuchten von LUMINES

Es ist anfangs ein etwas ungewohnter Gedanke, dass die Klarinette von nun an schweigt, dafür aber (indirekt) Licht gibt. Ansonsten ist es aber eine überaus feine Idee! Diese Verwendung ist sehr viel besser, als das Instrument unters Bett zu schieben und Spinnweben ansetzen zu lassen.
Sie können es sich ja noch ein Weilchen durch den Kopf gehen lassen …

Hamburg - Weihnachtsmarkt Spitaler Straße - Instrumentenleuchten von LUMINES

Hamburg – Weihnachtsmarkt Spitaler Straße – Instrumentenleuchten von LUMINES

Sie sollten es lediglich nicht mit ihrem einzigen, noch im Einsatz befindlichen Instrument machen, denn ständig zurückbauen, weil Sie wieder darauf blasen wollen, geht nicht!
Ach, und noch etwas: Es ist immer höchst verdächtig – und Sie sollten schon hellhörig werden! – wenn Ihnen als Hobbymusiker ein Nachbar plötzlich enthusiastisch mit der Idee kommt, Sie könnten doch ihre Geige zur Lampe umfunktionieren lassen …

An den Ständen und in der Auslage der diversen Hütten, gibt es in diesem Jahr reichlich Kristall in allen Variationen. Wenn Sie dort sind, ist das Tragen einer Sonnenbrille nicht verkehrt. Die kleinen Kunstwerke (Tiere, Schälchen und andere Gegenstände) sowie Schmuckteile, werden mit unzähligen Spots geschickt angestrahlt – so leuchtend sehen Sie sie nie wieder! Wenn Sie später mit dem gekauften Schmuck am Körper einen ebenso umwerfenden Glitzereffekt erzielen möchten, planen Sie Ihre Beleuchtung gleich mit ein, denn auch Sie müssten ständig im Scheinwerferlicht stehen.
Lassen wir das Kristall beiseite und schauen uns nach Alternativen um. Es gibt Schüsseln aus Thuja Wurzelholz. Sie kennen Thuja als immergrüne Heckenpflanze, möglicherweise unter dem deutschen Namen Lebensbaum. Das Holz hat einen sehr warmen, relativ dunklen Farbton, zumindest nach der Verarbeitung. Die fertigen Schalen wirken sehr urig, und auf den ersten Blick hat es sogar manchmal ein wenig den Anschein, als wären an einigen Stellen Intarsienarbeiten vorgenommen worden. Schon besonders …
Oder falls Sie auf Schrauben, Muttern und solche Sachen stehen und durchaus auch willens sind, recht sinnfrei Dinge aufzustellen, einfach, weil sie nett aussehen, dann wäre dies hier eine Möglichkeit.

Hamburg - Weihnachtsmarkt Spitaler Straße - Diverses aus Metallstangen, Federn, Schrauben, Muttern etc. Vorne auf der Ablage ein Schlagzeuger mit Drum-Set.

Hamburg – Weihnachtsmarkt Spitaler Straße – Diverses aus Metallstangen, Federn, Schrauben, Muttern etc. Vorne auf der Ablage ein Schlagzeuger mit Drum-Set.

Die Schrott ähnendeln Werkzeuge, Schrauben und Schlüssel aus dunkler, leicht überpuderter und somit rostig wirkender Schokolade, die ich vor zwei Jahren hier im Blog zeigte, bekommt man immer noch – oder besser gesagt, man bekommt sie jetzt recht häufig. Es sind weitere Anbieter hinzugekommen, während der erste Begeisterungssturm aufgrund des Neuigkeitseffekts hingegen inzwischen natürlich etwas abgeklungen ist.
Es gibt auch liebreizende, leicht debil, aber sehr sympathisch grinsende Schafe. Wollig-plüschige Exemplare in natürlichen Farben, die eine Wärmflasche als Innenleben besitzen. Das wäre z. B. ein Geschenk für die leicht fröstelnden Familienangehörigen.
Oder für Vogelliebhaber eine der vornehmen Futtervillen. Kleine, bunt angemalte Holzhäuschen für die Flattergesellen zur Fütterung im Winter oder später als Nistkasten. Auf einem vermeldet ein freundlicher Rabe – offensichtlich ein Schweizer: Grüezi!
Die Weihnachtspyramide steht an ihrem üblichen Platz. Sie leuchtet in der Dunkelheit in warmen Farben. Das dahinter liegende Haus, in dem Schuh-Görtz seine Filiale hat, ist als Adventskalender hergerichtet und besticht farblich durch ein – im Vergleich zur Pyramidenbeleuchtung – sehr kontrastreiches Telekom-Magenta sowie ein kühles, helles Flieder-Violett.

Hamburg - Weihnachtsmarkt Spitaler Straße - Weihnachtspyramide

Hamburg – Weihnachtsmarkt Spitaler Straße – Weihnachtspyramide

Hamburg - Weihnachtsmarkt Spitaler Straße - Der Barkhof mit der Görtz Filiale unten als Adventskalender gestaltet

Hamburg – Weihnachtsmarkt Spitaler Straße – Der Barkhof mit der Görtz Filiale unten als Adventskalender gestaltet

Hamburg - Weihnachtsmarkt Spitaler Straße/Gerhart-Hauptmann-Platz

Hamburg – Weihnachtsmarkt Spitaler Straße/Gerhart-Hauptmann-Platz

Ein kleines Stück weiter direkt am Gerhart-Hauptmann-Platz steht ein Silber-Elvis, eine dieser von Kopf bis Fuß im Metall-Look gestylten Personen, die regungslos verharren und bei denen man aufgrund der komplett mit versilberten Haut wirklich überlegt, ob die Figur echt ist oder nicht … Das Kinn hat gezuckt. Elvis lebt.
Der kleine Weihnachtsmarkt dort ist überschaubar und gut besucht.

Hamburg - Weihnachtsmarkt am Gerhart-Hauptmann-Platz

Hamburg – Weihnachtsmarkt am Gerhart-Hauptmann-Platz

Wer einen Blick zur Mönckebergstraße und weiter Richtung Rathaus wirft, hat auf der linken Seite schon den nächsten Markt im Visier: Die Buden, die rund um die Petrikirche aufgebaut wurden. Es sah an Mittwochabend so aus, als wäre Licht in der Kirche. So bin ich zum Haupteingang marschiert, der geöffnet war. Von drinnen drang gedämpft Musik nach draußen. Ab 17.15 Uhr fand die Stunde der Kirchenmusik statt und bei freiem Eintritt konnte man an diesem Klangerlebnis teilhaben. Ein kleines Orchester u. a. mit Bläsern spielte, ein Chor sang von Zeit zu Zeit, und die Menschen in der bis fast auf den letzten Platz (!) gefüllten Kirche, stimmten bei dem als Adventslied bekannten Stück „Tochter Zion, freue dich“ mit ein.

Hamburg - Petrikirche - Stunde der Kirchenmusik ...

Hamburg – Petrikirche – Stunde der Kirchenmusik …

Hier in der Petrikirche können Kerzen angezündet und so aufgestellt werden, dass sich – wie es heißt – ein umgedrehter Lichterbaum ergibt. Das Wachs tropft hinunter, und es erinnert stark an Stalaktiten, die Tropfsteine, die von der Decke hängen.

Hamburg - Petrikirche - Umgedrehter Lichterbaum ...

Hamburg – Petrikirche – Umgedrehter Lichterbaum …

Um noch die Anwesenheit des Weihnachtsmannes auf dem Rathausplatz mitzuerleben, verließ ich die Kirche nach einer Weile und gesellte mich zu den Unmengen von Menschen auf dem Markplatz, die mit Kind und Kegel dort standen und darauf warteten, dass es losging.

Hamburg - Weihnachtsmarkt am Rathausplatz - Eingangsportal

Hamburg – Weihnachtsmarkt am Rathausplatz – Eingangsportal

Zur vollen Stunde  ist es immer soweit. Der von Rentieren gezogene Schlitten des bärtigen Mannes im roten Mantel (den sie ganz oben am Beginn des Berichts bereits einmal gesehen haben) überquert – über ein gespanntes Drahtseil gezogen – den Platz. Zwischendurch hält das Gefährt, der Weihnachtsmann erhebt sich in luftiger Höhe von seiner Sitzbank, winkt dem Publikum huldvoll zu und erzählt die Geschichte von Rudolf, dem Rentier mit der roten Nase. Der Mann im Schlitten braucht dazu nicht von oben auf den Platz hinabzubrüllen. Es wird ein Band über Lautsprecher abgespielt. Prominente geben gern ihre Stimme für diesen Anlass. Zwei männliche Besucher des Spektakels wurden sich nicht einig, wer in diesem Jahr der Sprecher sei. Der eine war überzeugt, es handle sich um Volker Lechtenbrink, der andere schwor Stein und Bein auf Gunter Gabriel. (Der war es dann auch, ich habe es zur Sicherheit geprüft).

Hamburg - Weihnachtsmarkt am Rathausplatz - Der Weihnachtsmann erzählt die Geschicht von Rudolf, dem rotnasigen Rentier

Hamburg – Weihnachtsmarkt am Rathausplatz – Der Weihnachtsmann erzählt die Geschicht von Rudolf, dem rotnasigen Rentier

Natürlich erklingt im Anschluss an die Geschichte das Lied  „Rudolph, the red-nosed reindeer“. Regelmäßig habe ich den Song dann für mindestens sieben weitere Tage als Ohrwurm im Kopf. Rentiere und Weihnachtsmann „fliegen“ noch einmal bis zur Leuchtpyramide und was dabei auf dem Foto so aussieht, als würde der Schlitten explodieren, ist eine kleine Täuschung. Beim Abflug werden lediglich goldene Funken versprüht, die auf dem Foto eher wie Rauchwolken wirken.

Hamburg - Weihnachtsmarkt am Rathausplatz - Auf der Abschlussfahrt im Schlitten Richtung Glitzerpyramide gibt es ein kleines Feuerwerk  ...

Hamburg – Weihnachtsmarkt am Rathausplatz – Auf der Abschlussfahrt im Schlitten Richtung Glitzerpyramide gibt es ein kleines Feuerwerk …

Es gibt vielfältige Reaktionen auf diesen überraschend einsetzenden Funkenregen. Viele erstaunte und entzückte Ahs! und Ohs!. Manche Pappenheimer unter den Zuschauern, die es eigentlich schön finden, sich aber dabei komisch vorkommen, ziehen es flink ins Lächerliche. Sie tarnen ihre Begeisterung als eine lediglich gespielte und mokieren sich ein wenig über das Gesehene.
„Aaach, ist das schööön! Nein, wie ist das schöön!“  
Haben Sie den Tonfall im Ohr? Kommt es Ihnen bekannt vor?
Es hört sich genau so an wie in Loriots Sketch von der Rennbahn. „Ja, wo laufen sie denn?“ Blick durch das Fernglas. „Ach, ist der Rasen grün! … Aaach, ist das schöön!“

Es gibt zum Erkunden nicht nur den Rathausplatz, sondern auch das Rathaus selbst, welches im Innern weihnachtlich hergerichtet ist. Ein kleiner Blick hinein verrät, wie in diesem Jahr die stattliche Weihnachtstanne in der großen Diele dekoriert ist. 2013 präsentiert sie sich mit vorwiegend dunkelblauen und roten, matten sowie glänzenden Kugeln unterschiedlicher Größe, und es gibt helle, hölzerne Anhänger, die allesamt Hamburg-Motive zeigen!

Hamburg - Rathaus - Der Weihnachtsbaum in der Diele

Hamburg – Rathaus – Der Weihnachtsbaum in der Diele

Die markanten Kuppeln der Kirchtürme, das Stadttor (Wappen) und der Fernsehturm sind u. a. dabei – und dieser ist tatsächlich in diesem Fall nicht viel größer als manche der Weihnachtskugeln, die zum Teil einen veritablen Durchmesser aufweisen!

Hamburg - Rathaus - Anhänger aus Holz zeigen Hamburg-Motive (hier Heinrich-Hertz-Turm bzw. Fernsehturm)

Hamburg – Rathaus – Anhänger aus Holz zeigen Hamburg-Motive (hier Heinrich-Hertz-Turm bzw. Fernsehturm)

Bei meinem Besuch brummte beim Heraustreten das Leben auf dem historischen Weihnachtsmarkt, der auf dem gesamten Rathausplatz aufgebaut ist. Ihr Navi würde gar nicht erst stockenden Verkehr, sondern gleich Dauerstau anzeigen. Zeit, ein wenig weiter zu wandern.
Ein Mordsspektakel unmenschlicher Natur ertönte. Irgendjemand fütterte auf der Freitreppe gegenüber den Alsterarkaden die Wasservögel an der Kleinen Alster, was eine Invasion von Horden rüpelhafter, offenbar ausgehungerter Möwen zur Folge hatte! Sie können einen unglaublich hohen Lärmpegel erzeugen! Möwen werden sich irgendwann noch einmal selbst taub kreischen …

Hamburg - An der Kleinen Alster - Möwenversammlung  ...

Hamburg – An der Kleinen Alster – Möwenversammlung …

Hamburg - An der Kleinen Alster - Auch auf dem Wasser herrscht reger Betrieb ...

Hamburg – An der Kleinen Alster – Auch auf dem Wasser herrscht reger Betrieb …

Die ganze Stadt (inklusive sämtlicher Möwen) schien inzwischen auf den Beinen zu sein. So langsam konnten einem dabei die Bilder schon vor den Augen verschwimmen …

Hamburg - Viel los bei den Weihnachtsmärkten und immer noch Hochnebel. So langsam verschwimmt der Blick ...

Hamburg – Viel los bei den Weihnachtsmärkten und immer noch Hochnebel. So langsam verschwimmt der Blick …

Für heute lassen wir es daher gleich genug sein. Unser Spaziergang endet diesmal an der Binnenalster am Jungfernstieg. Der dortige Weihnachtsmarkt ist ganz in Weiß („Weißerzauber“) gehalten. Am Anleger sind Alsterfährboote vertäut und als Märchenschiffe geschmückt.

Hamburg  - Adventszeit - Märchenschiffe am Anleger Jungfernstieg

Hamburg – Adventszeit – Märchenschiffe am Anleger Jungfernstieg

Kinder können dort backen, Märchen hören  u. v. m. Diese Alsterboote mit den Aufbauten bleiben in der Vorweihnachtszeit festgemacht, doch es gibt weiterhin einige Boote, die Fahrten auf der Alster unternehmen – solange die Witterung es zulässt und das Wasser nicht gefriert.
Auf einem Ponton – mitten auf der Binnenalster platziert – ist jedes Jahr eine große Weihnachtstanne die Attraktion in der Adventszeit.

Hamburg - Binnenalster - Vorne die vertäuten Alsterboote, die jetzt Märchenschiffe sind - auf der Alster die Weihnachtstanne und ein Ausflugsboot, das in der Dunkelheit unterwegs ist

Hamburg – Binnenalster – Vorne die vertäuten Alsterboote, die jetzt Märchenschiffe sind – auf der Alster die Weihnachtstanne und ein Ausflugsboot, das in der Dunkelheit unterwegs ist

Hamburg - Weihnachtsmarkt am Jungfernstieg

Hamburg – Weihnachtsmarkt „Weißerzauber“  am Jungfernstieg, Pagodenzelte anstelle von Buden

Einmal dem Wasser den Rücken gekehrt, entdecken Sie ein Stück links vom bekannten Alsterhaus den Zugang zum Neuen Wall mit dem direkt an der Ecke in Grün und Gold weihnachtlich dekorierten Geschäft von Juwelier Wempe und ein Stück rechts vom Alsterhaus den Hamburger Hof, der auch jedes Jahr sehr prachtvoll illuminiert wird und in der Dunkelheit weithin leuchtet.

Hamburg - Weihnachtsmarkt am Jungfernstieg - Blick hinüber zum Neuen Wall

Hamburg – Weihnachtsmarkt am Jungfernstieg – Blick hinüber zum Neuen Wall

Hamburg - Neuer Wall - Weihnachtsdekoration - Juwelier Wempe

Hamburg – Neuer Wall – Weihnachtsdekoration – Juwelier Wempe

Hamburg - Hamburger Hof - Jungfernstieg (Binnenalster) -  weihnachtlich geschmückt

Hamburg – Jungfernstieg (Binnenalster) – Hamburger Hof (Passage) weihnachtlich geschmückt

Der Weg in die Stadt lohnt sich also in dieser Zeit. Es gibt viel Schönes, teils Originelles an den zahlreichen Ständen der Märkte, Sie können zudem garantiert nicht verhungern, und Sie erleben immer wieder Livemusik von Straßenmusikanten, die in vielen Fällen sehr profimäßig spielen. Mir gefiel die Darbietung eines Trompeters vor der Europa-Passage auf der Karstadt-Seite und am gegenüberliegenden Zugang zur Passage an der Binnenalster das Spiel eines Panflötisten, der mit – oder sollte ich eher sagen trotz – Playback-Orchesterbegleitung und Lautsprecherverstärkung wirklich etwas Ansprechendes darbot. Aus den Alsterarkaden drang Akkordeonmusik herüber.
Zusätzlich zur bunten Dekoration und den Lichtern, die die Weihnachtsmärkte erleuchten und verschönern, sind ebenfalls viele Bäume in den Straßen mit Lichterketten durchzogen, und gerade nach diesen zahlreichen trüben, von Hochnebel geprägten Tagen, bewirken das Strahlen und der bunte Lichterglanz eine wirklich spürbare Stimmungsaufhellung. Der Atmosphäre in der Stadt und unter den Menschen hat es jedenfalls sehr gutgetan.

War ein Plätzchen dabei, zu dem es Sie auch hingezogen hätte?

Falls Sie noch einen Weihnachtsmarktbesuch planen, so wünsche ich Ihnen viel Vergnügen dabei – sei es in Hamburg oder auf einem Markt in Ihrer Nähe. Schließlich hat jeder seinen ganz eigenen Reiz!

Einen schönen dritten Advent!

Hinweis:
Wer sich näher für die Instrumentenleuchten interessiert, hier geht es zu Olaf Cordes, dem Herrn von Lumines, einer Firma in Buxtehude.
-> http://www.lumines-leuchten-unikate.de/

©Dezember 2013 by Michèle Legrand
Michèle Legrand - WordPress.com - ©Foto Andreas Grav

, , , , , , , , , , ,

23 Kommentare

Movie meets Media 2013 in Hamburg – Der legendäre, glamouröse Branchentreff

Roter Teppich, Blitzlichtgewitter, bekannte Gesichter, ein elegantes Hotel an der Außenalster, an dessen bereits von Weitem erkennbarer Weltkugel hoch oben auf dem Dach James Bond einst hangelte …
Für Red Carpet Reports, Berlin, besuchte ich am vergangenen Montagabend in Hamburg im Hotel Atlantic Kempinski den alljährlich stattfindenden Treff der Film- und Fernsehfachleute, der Medienprofis, der Menschen, die vor und ebenfalls hinter den Kameras wirken. Hier gibt sich stets auch die Prominenz gern ein Stelldichein und filmreif ist dann nicht nur der rote Teppich, der zum Empfang ausgelegt wird!

Hotel Atlantic Kempinski (Foto aus 2012) an der Außenalster in Hamburg

Hotel Atlantic Kempinski (Foto aus 2012) an der Außenalster in Hamburg

Sie konnten wahrscheinlich nicht selbst anwesend sein, doch wenn es Sie interessiert, was eigentlich der Hintergrundgedanke dieser Veranstaltung ist und wer in diesem Jahr keine Wege und Mühen gescheut hat, daran teilzunehmen, dann rufen Sie sich gern meinen Vor-Ort-Bericht via untenstehendem Link auf, den Red Carpets Reports jetzt dazu veröffentlicht hat.
Sie können dort weiterhin erfahren, wer in diesem Jahr den Preis „Coolster Kommissar“ des deutschen Fernsehens gewann, und ich sprach u. a. mit Katja Flint, Saskia Valencia, Gotthilf Fischer und einigen anderen.
Schauen Sie am besten selbst hinein!
Eine Bildergalerie ist ebenfalls aufrufbar, denn Fotograf (und Kollege an diesem Abend) Andreas Grav stand am roten Teppich und hat unzählige Aufnahmen von den eintreffenden Gästen gemacht. Eine Auswahl davon ist in besagter Galerie zu sehen.

Als kleinen Ausgleich dafür, dass Sie nicht mitfeiern konnten, habe ich für Sie daheim noch etwas „Bonusmaterial“:
Schauspieler Mark Keller (u. a. „Alarm für Cobra 11“) war anwesend, der Anfang des Monats ein sehr unschönes Erlebnis hatte. Das Auto, in dem er in Begleitung fuhr, begann plötzlich zu qualmen und geriet schließlich in Brand. Er versicherte noch einmal, dass zum Glück keiner verletzt wurde und beide Autoinsassen mit dem Schrecken davonkamen.
Roberto Blanco und seine Frau Luzandra unterbrach ich nur ungern bei der Kult-Currywurst, doch wir kamen ins Gespräch, da er vor 25 Jahren anlässlich der spektakulären Eröffnung eines lokalen Einkaufzentrums einen Auftritt mit einer Sambatruppe quasi vor meiner Haustür hatte. Es ließ sich also ein wenig in Erinnerungen schwelgen.
Erschrocken reagierte ich, als hinter mir jemand vor sich hinbrummelte: „… und dann gönne ich mir noch ein Bierchen.“ Verjagt habe ich mich weniger über diesen Satz als darüber, dass ich beim Umdrehen in einen Jackenausschnitt sowie grellorange leuchtende Federn schaute und einen ziemlich veritablen, unumstößlichen Leuchtturm vor mir hatte. Drag Queen und Kiez-Ikone Olivia Jones hatte gerade das Radiointerview mit  dem NDR abgeschlossen und ragte nun haushoch – ach was, wolkenkratzerhoch! – vor mir auf, den Blick in die Ferne gerichtet. Wir kamen aneinander vorbei, und generell war es sowieso ein überaus freundlicher Leuchtturm.

Sie werden merken, es war ein recht glamouröser Abend mit einer – wie könnte es unter Film- und Medienleuten anders sein – fast schon filmreifen Party.
Hier geht es zum Bericht:
-> http://www.redcarpetreports.de/2013/allgemein/ein-glamouroeser-abend-movie-meets-media-2013-in-hamburg/

©Dezember 2013 by Michèle Legrand
Michèle Legrand - WordPress.com - ©Foto Andreas Grav

, , , , , , , , , ,

Hinterlasse einen Kommentar

Alte Bekannte, Menschenfresserzeugs und Heimatgefühle: Das Tropenschauhaus von Planten und Blomen

Es gibt Menschen, einige sogar, die zieht es immer wieder in ihre Stammkneipe. Sie biegen nach Feierabend noch schnell in die bewusste Nebengasse und schieben einen kurzen Besuch ein. Zur Entspannung, zum Abschalten. Dort fühlen sie sich wohl, dort kennen sie sich aus, alles ist vertraut. Trotzdem ist der Ort auch immer wieder gut für Überraschungen. Man erfährt dabei Neues! Oder stößt auf Bekannte.
Es gibt Fälle, da steigen Lebewesen, obwohl sie eigentlich durchfahren und mit der Bahn direkt nach Hause wollten, plötzlich an einer früheren Station aus. Sie legen spontan einen Zwischenhalt ein, um solch eine angenehm vertraute Stelle anzusteuern. Nur muss es nicht zwangsläufig ein Stammlokal sein! Es braucht lediglich eine Stätte, welche all die genannten Merkmale aufweist und die gleiche Funktion erfüllt.
Vertraut, heimelig, anziehend – genau mein oder Ihr Ding.

Bei mir ist das Tropenschauhaus von Planten un Blomen quasi die Ersatzkneipe und ein Ort mit erstaunlicher Anziehungskraft. Zog es mich vergangenen Wochenende doch tatsächlich am Dammtor-Bahnhof aus dem Zug! Dort oder über den Ausgang des U-Bahnhofs Stephansplatz kommen Sie schnell und ohne weitere Umwege in die Parkanlage, in der sich die Gewächshäuser befinden.
Im Zug konnte ich förmlich spüren, wie jemand kurz vor dem Halt am Dammtor an meinem Hosenbein zerrte und dabei sirenengleich säuselte: Komm! Komm mit! Du willst es doch auch!
Widerstand zwecklos. Ja, selbstverständlich wollte ich und war in Sekundenschnelle überzeugt! Der Zug präsentierte sich kalt und muffig. Ich wollte da raus, mich entlüften, allerdings auch wieder warm werden. Ich wünschte mirm die Beine zu vertreten, ich war süchtig nach Entspannung, ich brauchte Vertrautes. Einen Ort wie eine Stammkneipe. Eine für Nichttrinker.

Bahnhof Hamburg-Dammtor vom Congress Center (CCH) aus gesehen - November 2013

Bahnhof Hamburg-Dammtor vom Congress Center (CCH) aus gesehen – November 2013

Möchten Sie virtuell mitkommen? Es ist überhaupt nicht weit. Ich wollte Ihnen diesmal im Tropenschauhaus ein Gewächs mit einem merkwürdigen Namen und einem interessanten Hintergrund zeigen und auch Dinge, die Sie vielleicht – allerdings etwas anders ausschauend – von zwei vorherigen Besuchen erinnern.
Der kurze Weg vom Bahnhof führt am Congress Center Hamburg (CCH) und dem direkt daneben errichteten Hotel Radisson Blu entlang. Eine Fußgängerbrücke leitet Sie vom Bahnhofsvorplatz hinüber zum Park. Die Sumpfzypressen, von denen ich im Oktober unter anderem sprach (siehe auch rechts auf der Startseite des Blogs die Extrakategorie Planten un Blomen im Gartenbereich für sämtliche Artikel und Fotos), sind inzwischen ziemlich braun, doch haben sie ihre Nadeln bisher nicht abgeworfen.

Planten un Blomen - November 2013 - Sumpfzypressen (Taxodium distichum) mit inzwischen braunen Nadeln ...

Planten un Blomen – November 2013 – Sumpfzypressen (Taxodium distichum) mit inzwischen braunen Nadeln …

Von dort aus ist es nur noch ein kleines Stück Weg bis zum Tropenschauhaus.

Planten un Blomen - November 2013 - Vom Dammtor und CCH kein weiter Weg zum Tropenschauhaus ...

Planten un Blomen – November 2013 – Vom Dammtor und CCH kein weiter Weg zum Tropenschauhaus …

Immer wenn ich dort die Tür öffne und eintrete, habe ich einen ganz bestimmten Geruch in der Nase. Im Grunde habe ich ihn schon kurz vorher irgendwo – als Erinnerung. Er ist gar nicht so spezifisch, denn die eigentlichen Abteilungen des Gewächshauses beginnen erst hinter den nächsten Türen, es ist also im Eingangsbereich noch kein Regenwald- oder Tropenfeeling. Dort kommt jedoch Verschiedenes zusammen. Ich glaube, mit einer Augenbinde dort hingeführt, wüsste ich nach kurzer Zeit, wo ich mich befinde.
Viele blinde Menschen besuchen diesen Blog, sie können sehr gut nachempfinden, wenn ich jetzt sage, wie es sich anfühlt.
In den Minuten, in denen Sie – am besten  mittig – im Eingangsbereich stehen, öffnen und schließen sich im Wechsel die Tür nach draußen, die Glaseingangstür zum warmen Tropenhausteil und die Ausgangstür vom Sukkulentenhaus. In der Luft, die von draußen eindringt, schwingt immer irgendein Rest Pflanzenaroma mit, und gelegentlich dringt Vogelgeschrei mit hinein. Besonders jetzt im Herbst, wenn sich die relativ lauten Möwen unterhalb der Mittelmeerterrassen im Wallgraben breit gemacht haben. Ansonsten ist mehr menschliches Gemurmel zu vernehmen.
Öffnen Besucher die Tropenhaustür, dringt ein kleiner Schwall feuchte Luft und Wärme ins Foyer. Ein bisschen Regenwaldklima schleicht sich jedes Mal mit hinaus, dazu gesellt sich der leicht modrige Geruch der Erde. Doch sobald ein Besucher den Sukkulentenbereich des Schauhauses, der wesentlich kühler ist und trockene Luft besitzt, verlässt, dann geht, nachdem sich diese Glastür geöffnet hat, mit kurzer Verzögerung ein ganz leichtes Frösteln über ihre Haut.
Und manchmal, während Sie dort stehen und herauszufinden versuchen, wo Sie sind, sagt jemand belustigt: Oh, guck mal! Der Fisch!  Das ist dann höchst verräterisch! Es gibt nämlich Wandaquarien im Vorraum, und einer der schwimmenden Bewohner hat es wirklich drauf: Er hängt sich gern mit weit geöffnetem Maul platt an die Frontscheibe und starrt Besucher an.
Doch ich wollte ja hinein mit Ihnen und nicht nur mit Augenbinde im Vorraum verweilen …

Im Moment ist gleich beim Eintreten rechts ein eigentlich bekannt aussehendes Gewächs mit einem allerdings sehr merkwürdigen Namen zu finden. Die Menschenfressertomate!

Planten un Blomen - November 2013 - Tropenschauhaus - Menschenfressertomate (Solanum viride)

Planten un Blomen – November 2013 – Tropenschauhaus – Menschenfressertomate (Solanum viride) – Wirkt recht harmlos …

Denken Sie auch immer erst so einfach gestrickt wie ich? Aha, eine Tomate, die Menschenfresser frisst … Und wundern sich dann, was die angeblich so kann?
Willkommen im Club!
Sie kann es nicht! Es ist im Grunde nur ein Wort wie z. B. Berufskillercroissant. In dem Fall jedoch würden Sie wahrscheinlich nicht annehmen, das Croissant könnte Berufskiller killen, sondern Ihr Gehirn würde richtig erkennen:
Aha, ein Croissant, welches vermutlich besonders gern von Berufkillern verzehrt wird.
Und so ist das mit dieser Tomate, der Solanum viride, ebenfalls. Es gibt auch einen guten Grund, warum die Kannibalen der Fidschi-Inseln sie lieben. Menschenfresser haben es offenbar gar nicht so leicht beim Verzehr von Artgenossen. Sie kennen mit Sicherheit den Ausdruck: Du, das liegt mir jetzt aber schwer im Magen! Bei uns ist es im übertragenen Sinn gemeint, nur die Kannibalen haben tatsächlich ein Problem mit der nur gemächlich voranschreitenden Verdauung von Menschenfleisch, die etwa zwei bis drei Tage benötigt, egal wie sympathisch oder fies der Verzehrte war. Fleisch ist Fleisch bzw. Bokola ist Bokola. Es liegt schwer wie Blei und sorgt selbst bei ansonsten eher Hartgesottenen für einen verdorbenen Magen. Sagen wir lieber sorgte, denn offiziell gibt es keinen Kannibalismus mehr.
Etwas Abhilfe schaffte bei dieser unbeliebten Situation die leicht bittere, verdauungsfördernde Menschenfressertomate, die auch zu einer Tomatensoße verarbeitet wurde. Die Blätter der Pflanzen wiederum wurden häufig wie bei einer Kohlroulade genutzt: Man wickelte sie um das Fleisch, das dann auf heißen Steinen gebacken wurde.
Sven Bernhard vom Tropenschauhaus in Planten un Blomen hat Informationen dazu auf einer Schautafel hinterlassen. Etwas seriöser als ich, mehr fachsprachliche Ausdrücke als Worte wie Berufskillercroissants, Kohlrouladen etc. ^^ Er geht dort noch auf drei weitere Pflanzen ein, deren Blätter ebenfalls auf diese Art bei der Fleischzubereitung verwendet wurden.
Wer heutzutage schwer Verdauliches isst, schwört häufig auf Magenbitter (Kräutertrank) oder hat sonst irgendwelche Tricks auf Lager, die das Wohlbefinden danach wiederherstellen sollen. Vielleicht sollten Sie die wirkungsvolle Tomate anbauen. Ihre Wirkstoffe helfen sicher auch bei anderen Gerichten. Eisbein etc. Sie müssen jetzt deshalb nicht mit Bokola anfangen …

Diese schöne Pflanze, ein afrikanischer Losbaum, blüht auch im November:

Planten un Blomen - November 2013 - Tropenschauhaus - Blüht momentan: Der afrikanische Losbaum (Clerodendrum splendens)

Planten un Blomen – November 2013 – Tropenschauhaus – Blüht momentan: Der afrikanische Losbaum (Clerodendrum splendens)

Ein Stückchen weiter gelangen Sie an den Platz der Titanenwurz, die Ende Juli blühte und hier im Blog einen eigenen Artikel erhielt.
Damals sah sie so aus:

Planten un Blomen - Titanenwurz (Amorphophallus Titanum) in Blüte am 20.07.2013

Planten un Blomen – Titanenwurz (Amorphophallus Titanum) in Blüte am 20.07.2013

Der Blütenkelch verwelkte und der gesamte Rest – ich nenne es einmal salopp  – vergammelte mehr oder weniger, jedenfalls blieb danach oberirdisch nicht viel übrig. Manchmal stirbt die Pflanze danach sogar ab. Nicht generell, doch einige Knollen überleben den Kraftakt zuvor nicht. Wenn die Knolle sich allerdings erholt, treibt die Titanenwurz ein Blatt.  So las ich es damals und stellte mir daher wirklich einen langen Trieb mit mehr oder weniger einem großen Blatt vor. Nichts da! Wollen Sie einmal schauen, wie sie im Moment aussieht?

Planten un Blomen - November 2013 - Tropenschauhaus - Titanenwurz (Amorphophallus titanum)

Planten un Blomen – November 2013 – Tropenschauhaus – Titanenwurz (Amorphophallus titanum)

Ein völlig anderer Eindruck, nicht wahr? Spannend, ob sie nun innerhalb von etwa 12-20 Monaten eine weitere (neue, etwa doppelt so schwere) Knolle ausbildet, die nach einer Ruhepause entweder auch ein Blatt treibt oder aber einen erneuten Blütenansatz zeigt und daraufhin ihren gewaltigen Kelch eines Nachts öffnet. Man wird sehen …
Eine Dame traf ich dort, die auch das zarte Grün betrachtete. Irgendwie kam mir ihr Gesicht bekannt vor. Es stellte sich heraus, dass sie auch zur Blüte in der Julinacht gekommen war. Eine alte Bekannte gewissermaßen, mit der man prima fachsimpeln und auch in Erinnerungen schwelgen konnte.

Kommen Sie doch noch ganz kurz mit in den Sukkulentenbereich, denn ich möchte Sie fragen, ob Ihnen das etwas trockene Gestrüpp, das hinten an der Wand lehnt, irgendwie bekannt vorkommt.

Planten un Blomen - November 2013 - Tropenschauhaus - Sukkulentenbereich mit der abgetrockneten Agave weberi J. F. Cels ex. J. Poiss aus dem Vorjahr

Planten un Blomen – November 2013 – Tropenschauhaus – Sukkulentenbereich mit der abgetrockneten Agave weberi J. F. Cels ex. J. Poiss aus dem Vorjahr

Nicht? Ich gehe ein bisschen näher heran …

Planten un Blomen - November 2013 - Tropenschauhaus - Sukkulentenbereich- ... und Agave weberi J. F. Cels ex. J. Poiss aus der Nähe gesehen

Planten un Blomen – November 2013 – Tropenschauhaus – Sukkulentenbereich- … und Agave weberi J. F. Cels ex. J. Poiss aus der Nähe gesehen

2012 blühte im Herbst hier in diesem Teil der Gewächshäuser eine Agave weberi und ragte dabei meterhoch aus dem Schauhaus hinaus. Ein Fenster wurde damals dafür extra entfernt, weil die vorhandene Höhe drinnen bei Weitem nicht ausreichte. Als sie abgeblüht war, wurde der lange Blütenstiel nicht weggeworfen, kompostiert! Oh, nein! Der ist wirklich selten und besonders! Als ich im Juli hier war, lag er aufbewahrt – besser gesagt: aufgebahrt –  hinter den Kakteen.

Planten un Blomen - Tropenschauhaus - Sukkulentenbereich mit den Resten Agave weberi J. F. Cels ex. J. Poiss aus dem Vorjahr - Juli 2013

Planten un Blomen – Tropenschauhaus – Sukkulentenbereich mit den Resten Agave weberi J. F. Cels ex. J. Poiss aus dem Vorjahr – Juli 2013 – „Aufgebahrt …“

Nun steht er und erinnert dadurch besonders an die Zeit, als es so aussah:

Planten un Blomen - Agave weberi blühend und aus dem Gewächshaus wachsend im September 2012

Planten un Blomen – Agave weberi blühend und aus dem Gewächshaus wachsend im September 2012

Die nächsten zwei Pflanzenarten sind ebenfalls gerade am blühen. Die gelben Blüten auf dem ersten Foto erinnern auf Anhieb an Mohn, auch die Samenkapseln. Aber so pieksig? Doch, es gibt auch eine stachelige Variante der Mohngewächse (Papaveraceae)! Den mexikanischen Stachelmohn (Argemone mexicana):

Planten un Blomen - November 2013 - Tropenschauhaus - Sukkulentenbereich - Mexikanischer Stachelmohn (Argemone mexicana)

Planten un Blomen – November 2013 – Tropenschauhaus – Sukkulentenbereich – Mexikanischer Stachelmohn (Argemone mexicana)

Planten un Blomen - November 2013 - Tropenschauhaus - Sukkulentenbereich - Auch sie blüht im Moment_(Aloe bellatula) aus Madagaskar

Planten un Blomen – November 2013 – Tropenschauhaus – Sukkulentenbereich – Auch sie blüht im Moment: Aloe bellatula aus Madagaskar

Genug gesehen, oder? Beim Verlassen des Gewächshauses lohnt sich ein kleiner Gang auf die Johan-van-Valckenburgh-Brücke, auf der Fußgänger den Wallgraben überqueren können. Von dort haben Sie u. a. einen schönen Blick auf das Radisson Blu Hotel am CCH.

Planten un Blomen - November 2013 - Der Blick von der Johan-van-Valckenburgh-Brücke am Wallgraben hinüber zum Radisson Blu Hotel am Dammtor

Planten un Blomen – November 2013 – Der Blick von der Johan-van-Valckenburgh-Brücke am Wallgraben hinüber zum Radisson Blu Hotel am Dammtor

Und beim Verlassen des Parks am Ausgang U-Bahn Stephansplatz, zieht dieses Farbenspiel am inzwischen trockengelegten Bachbett die Blicke noch einmal auf sich. Ein Kommentator bei Facebook, wo ich das Bild vorab veröffentlichte, äußerte, er hätte zu gern noch Schnee dazu gehabt. Das stelle ich mir von der Farbkombination her auch wunderschön vor.

Planten un Blomen - November 2013 - Intensive Laubfärbung neben dem inzwischen trockenen Bachbett am Ausgang Stephansplatz

Planten un Blomen – November 2013 – Intensive Laubfärbung neben dem inzwischen trockenen Bachbett am Ausgang Stephansplatz

Nachdem wir für heute alles entdeckt haben, frage ich Sie: Was sagen Sie zu der gewagten These vom Tropenschauhaus als Ersatzstammkneipe? Diesem Vergleich. Hinkt gar nicht so sehr, oder?
Sie kommen in vertraute Umgebung, was Ihnen dieses Heimatgefühl vermittelt, Sie fühlen sich wohl, kommen ins Gespräch, treffen Bekannte, erfahren, was es Neues gibt, freuen sich dennoch ungemein, das meiste wie gewohnt anzutreffen und gehen irgendwann zufrieden und entspannt nach Hause. Sogar nüchtern!

©November 2013 by Michèle Legrand
Michèle Legrand auf WordPress

, , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

16 Kommentare

Das Finale der QUARREE GESICHTER 2014 – Die Modenschauen, die Entscheidung, die Gewinner im Nachwuchsmodel-Wettbewerb! Der große Bericht mit vielen Fotos!

Sie ist vorbei! Die dritte Staffel des Model Contests QUARREE GESICHTER 2014 endete am vergangenen Sonnabend (26.10.2013) mit einer rauschenden Galaveranstaltung, einer allerletzten Modenschau vor der anwesenden Fachjury und einer Entscheidung. Die Gewinner des diesjährigen Wettbewerbs stehen fest.

Sie haben es im Blog gesehen: Mit dem diesen direkt vorausgehenden Eintrag standen Ihnen die Ergebnisse sowie ein erster Eindruck durch einen kurzen Artikel bereits am Sonntag – nur wenige Stunden nach Abschluss der Veranstaltung – zur Verfügung. Doch heute, heute geht es um Details und selbstverständlich um optische Eindrücke!

Wir besuchen ausschnittweise die acht Modenschauen, die vor dem eigentlichen Finallauf im EKZ Quarree vor der Öffentlichkeit stattfanden, werfen einen kurzen Blick in den Backstage-Bereich, klären, wer eigentlich in diesem Jahr Jurymitglied war, beschäftigen uns mit den allgemeinen Modetrends und ihrer Umsetzung in der Show und sind letztendlich natürlich beim Finale dabei!
Sie auch – falls Sie mögen!

Die Herbstläufe
(Herbstmodenschauen)
41 Teilnehmer konnten sich in diesem Jahr beim Wettbewerb für die Teilnahme am Finale qualifizieren. Diese Nachwuchsmodels und Titelaspiranten liefen am 25. und 26. Oktober 2013 insgesamt neun Modenschauen! Vier davon fanden am Freitag, vier weitere am Sonnabend vor der Anwesenheit der Jury statt.
Der letzte, alles entscheidende Lauf, begann am Abend des zweiten Tages um 20.30 Uhr im Zuge der Galaveranstaltung.
In den vorherigen Shows wurden dem breiten Publikum die aktuellen Herbst-/Wintermodetrends präsentiert. Die Wettbewerbsteilnehmer konnten sich auf diese Art zum einen für das Finale „einlaufen“, zum anderen bot es ihnen natürlich die Möglichkeit, sich bereits zu diesem Zeitpunkt von ihrer allerbesten Seite zu zeigen und Besucher, die eventuell noch am Online-Voting teilzunehmen gedachten, für sich einzunehmen. Sie erinnern sich, es konnte via Internet über den Publikumsfavoriten abgestimmt werden.

Der Freitag
Am Freitag ging es anfangs noch ein wenig verhalten zu. Um es kurz zu formulieren: Besucherzahlen, aber auch Leistung bei den Modenschauen, waren steigerungsfähig. Diese Steigerung erfolgte mit jeder weiteren Show. Und zwar gewaltig!
Es ist schon etwas anderes, auf einem großen Laufsteg vor Publikum zu laufen und dort bei aller Konzentration weiterhin den richtigen Überblick hinsichtlich Aufbau und der optisch optimalen Position eines jeden einzelnen in einer Gruppe zu behalten. Und es ist schwierig bei Tanzchoreographien mitzubekommen, ob alles synchron läuft.
Im Trainingsraum sind die Wände großteils verspiegelt. Beim Üben sehen die Kandidaten nicht nur sich selbst, sondern auch die Teamkollegen. Die daneben und selbst jene, die hinter ihnen stehen! Es ist relativ leicht zu prüfen, ob eine Anordnung harmonisch wirkt oder ob Lücken entstanden sind. Oder ob jemand einen anderen verdeckt! Bei Bewegungsabläufen fällt sofort auf, falls der Nachbar schon mit der Drehung ansetzt, während man selbst noch den Schritt davor ausführt. Man passt sich in Bruchteilen von Sekunden an und kann mit solch einem Blitzschummeln viel retten. Auf einer Bühne, noch dazu einem Laufsteg, mit Teammitgliedern, die hintereinander agieren, erfordert es hartes Training – möglichst auch einige Male ohne Spiegel!
Was viele ebenfalls leicht vergessen: im Trainingsraum wird mit Trainingsschuhen getanzt und gelaufen, sonst wäre der Boden schnell hinüber, regelrecht perforiert! Aber auf dem Laufsteg gibt es – zumindest für die Damen – nichts anderes als High Heels.
Dabei schnell ein kleiner Hinweis: Wenn Sie auf den nachfolgenden Fotos eine junge Dame entdecken, die konsequent in flachen Schuhen auftritt, dann denken Sie bitte nicht, dass Stine nicht in der Lage wäre, auf hohen Absätzen zu laufen! Sie darf es nicht, selbst wenn sie wollte. Sie ist die größte Teilnehmerin bei den Damen und um ihre Teamkolleginnen nicht merklich zu überragen, wird der Größenunterschied über die Absatzhöhe ausgeglichen. So kann es einem gehen …

Und wie ergeht es den Kandidaten und den Trainern bei den allerersten Shows. Was macht Coach und Stylist Alexander Strauß? Wie reagieren sie alle?
Es wird nach jeder Show natürlich kritisiert – und daraus gelernt!
Wo lag noch etwas im Argen, worauf muss geachtet werden, wer kann wo was besser machen. Diese Kritik von Trainerseite fällt gelegentlich hart aus. Sie setzt manchmal arg zu, wird jedoch geschluckt und akzeptiert. Es wird intensiv daran gearbeitet, die Anweisungen umzusetzen, und das Resultat kann sich sehen lassen.

Bevor es im Text weitergeht, lassen Sie uns einige Eindrücke anhand von Fotos gewinnen und später auch schauen, ob im Vergleich zu den nachfolgenden Auftritten Unterschiede erkennbar sind.
Hier zu Beginn Fotos aus Show II bzw. III des ersten Tages:

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 1. Tag - 25.10.2013 - Show II - Outfit: C&A

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 1. Tag – 25.10.2013 – Show II – Outfit: C&A

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 1. Tag - 25.10.2013 - Show III - Outfit: AUST

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 1. Tag – 25.10.2013 – Show III – Outfit: AUST

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 1. Tag - 25.10.2013 - Show III - Outfit: C&A

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 1. Tag – 25.10.2013 – Show III – Outfit: C&A

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 1. Tag - 25.10.2013 - Show III - Outfit: C. Dierks

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 1. Tag – 25.10.2013 – Show III – Outfit: C. Dierks

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 1. Tag - 25.10.2013 - Show III - Outfit: C. Dierks

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 1. Tag – 25.10.2013 – Show III – Outfit: C. Dierks

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 1. Tag - 25.10.2013 - Show III - Outfit: C. Dierks

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 1. Tag – 25.10.2013 – Show III – Outfit: C. Dierks

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 1. Tag - 25.10.2013 - Show III - Outfit: C. Dierks

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 1. Tag – 25.10.2013 – Show III – Outfit: C. Dierks

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 1. Tag - 25.10.2013 - Show III - Outfit: Colloseum

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 1. Tag – 25.10.2013 – Show III – Outfit: Colloseum

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 1. Tag - 25.10.2013 - Show III - Outfit: Jack Jones

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 1. Tag – 25.10.2013 – Show III – Outfit: Jack Jones

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 1. Tag - 25.10.2013 - Show III - Outfit: Jack Jones

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 1. Tag – 25.10.2013 – Show III – Outfit: Jack Jones

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 1. Tag - 25.10.2013 - Show III - Outfit: Jack Jones

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 1. Tag – 25.10.2013 – Show III – Outfit: Jack Jones

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 1. Tag - 25.10.2013 - Show III - Outfit: Jack Jones

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 1. Tag – 25.10.2013 – Show III – Outfit: Jack Jones

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 1. Tag - 25.10.2013 - Show III - Outfit: Paparazzi

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 1. Tag – 25.10.2013 – Show III – Outfit: Paparazzi

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 1. Tag - 25.10.2013 - Show III - Outfit: Paparazzi

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 1. Tag – 25.10.2013 – Show III – Outfit: Paparazzi

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 1. Tag - 25.10.2013 - Show III - Outfit: pimkie

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 1. Tag – 25.10.2013 – Show III – Outfit: pimkie

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 1. Tag - 25.10.2013 - Show III - Outfit: SIGNUM (Hemden)

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 1. Tag – 25.10.2013 – Show III – Outfit: SIGNUM (Hemden)

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 1. Tag - 25.10.2013 - Show III - Outfit: SIGNUM (Hemden)

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 1. Tag – 25.10.2013 – Show III – Outfit: SIGNUM (Hemden)

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 1. Tag - 25.10.2013 - Show III - Outfit: SIGNUM (Hemden)

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 1. Tag – 25.10.2013 – Show III – Outfit: SIGNUM (Hemden)

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 1. Tag - 25.10.2013 - Show III - Outfit: SIGNUM (Hemden)

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 1. Tag – 25.10.2013 – Show III – Outfit: SIGNUM (Hemden)

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 1. Tag - 25.10.2013 - Show III - Outfit: TE

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 1. Tag – 25.10.2013 – Show III – Outfit: TE

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 1. Tag - 25.10.2013 - Show III - Outfit: TE

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 1. Tag – 25.10.2013 – Show III – Outfit: TE

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 1. Tag - 25.10.2013 - Show III - Outfit: TE

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 1. Tag – 25.10.2013 – Show III – Outfit: TE

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 1. Tag - 25.10.2013 - Show III - Outfit: Tom Tailor

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 1. Tag – 25.10.2013 – Show III – Outfit: Tom Tailor

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 1. Tag - 25.10.2013 - Show III - Präsentation für Medimax, Outfit: ONLY

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 1. Tag – 25.10.2013 – Show III – Präsentation für Medimax, Outfit: ONLY

DIe Shows wurde zum Teil gelaufen, zum Teil jedoch auch getanzt!
Die folgenden Fotos lassen Sie eine kleine ansprechende Geschichte nacherleben, die mit einer Tanzchoreographie erzählt wurde. Sie sehen, Damen und Herren – mit Schmuck behängt -, begegnen sich auf dem Laufsteg. Es wird getanzt, man bewundert im Bühnenbereich gegenseitig den Schmuck des jeweils anderen.
Die Damen erobern erneut den Laufsteg, doch erstarren zu Puppen. Die Herren nähern sich indes wie Pinguine, berauben die reglosen Wesen ihrer wertvollen Zier, um anschließend recht triumphierend damit zu verschwinden. Die Damen wiederum erwachen aus ihrer Starre, bemerken erschreckt den Verlust und flüchten kopflos.
Schauen Sie selbst!

Es beginnt harmlos mit einem gemeinsamen Tänzchen …

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 1. Tag - 25.10.2013 - Show III - Tanzchoreographie, Schmuck Bijou Brigitte, Outfit:  Paparazzi

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 1. Tag – 25.10.2013 – Show III – Tanzchoreographie, Schmuck Bijou Brigitte, Outfit: Paparazzi

Man bestaunt den Schmuck …

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 1. Tag - 25.10.2013 - Show III - Tanzchoreographie, Schmuck:  Bijou Brigitte, Outfit:  Paparazzi

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 1. Tag – 25.10.2013 – Show III – Tanzchoreographie, Schmuck: Bijou Brigitte, Outfit: Paparazzi

Die Damen erstarrten, die Diebe nähern sich … (hier ein Foto vom folgenden Tag aus Show VII)

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 2. Tag - 26.10.2013 - Show VII - Präsentation für Bijou Brigitte , Outfit:  Paparazzi

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 2. Tag – 26.10.2013 – Show VII – Präsentation für Bijou Brigitte , Outfit: Paparazzi

Der Raub findet statt …

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 1. Tag - 25.10.2013 - Show III - Tanzchoreographie mit Schmuckdiebstahl - Schmuck Bijou Brigitte, Outfit: Paparazzi

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 1. Tag – 25.10.2013 – Show III – Tanzchoreographie mit Schmuckdiebstahl – Schmuck Bijou Brigitte, Outfit: Paparazzi

Die Bestohlenen fliehen …  (zur Ergänzung hier ein Foto von der Galashow/Finale)

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 -  Finale 26.10.2013 - Galashow - Schmuck von Bijou Brigitte, Outfit:  Paparazzi

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 – Finale 26.10.2013 – Galashow – Schmuck von Bijou Brigitte, Outfit: Paparazzi

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 1. Tag - 25.10.2013 - Show III - Wäsche: hunkemöller

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 1. Tag – 25.10.2013 – Show III – Wäsche: hunkemöller

Hätte es Boxershorts oder Slips auch für die Herren in der Farbe pink gegeben, hätten sie keine langen Hosen bekommen …

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 1. Tag - 25.10.2013 - Show III -  Pinktober - Outfit: hunkemöller

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 1. Tag – 25.10.2013 – Show III – Pinktober – Outfit: hunkemöller

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 1. Tag - 25.10.2013 - Show III - Fliege geht auch ohne Hemd ...

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 1. Tag – 25.10.2013 – Show III – Fliege geht auch ohne Hemd …

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 1. Tag - 25.10.2013 - Show III - Ali, der junge Mann, der Platz 3 bei den Herren belegte und im Online-Voting Publikumsfavorit ist.

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 1. Tag – 25.10.2013 – Show III – Ali, der junge Mann, der Platz 3 bei den Herren belegte und im Online-Voting Publikumsfavorit ist.

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 1. Tag - 25.10.2013 - Finale Show III

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 1. Tag – 25.10.2013 – Finale Show III

Am Sonnabend
An diesem Tag zeigt sich ein anderes Bild im Quarree. Im Zentrum quillt es, in der großen Halle am Laufsteg stehen die Besucher eng gedrängt. Viele weichen auf die Galerie aus und beobachten die Modenschau aus dieser Höhe. Die Stimmung ist gut, die Präsentation gefällt. Aus Berlin ist ein weiteres Mal das Filmteam von AVP angereist. Neben einer fest aufgestellten Kamera, wird auch direkt mit der Handkamera auf dem Catwalk gedreht.
Sie sehen den bewussten Herrn auf manchen Fotos. Es lässt sich gar nicht vermeiden, und außerdem kann ich die Gelegenheit gut nutzen, Ihnen zu verdeutlichen, dass alles gar nicht so einfach ist bei dieser Art von Filmerei. Weder für die Models auf dem Laufsteg, noch für den Kameramann. Die Kandidaten müssen das zusätzliche Wesen auf dem Catwalk wie Luft behandeln, dürfen es aber auch nicht umrennen. Der Blick geht scheinbar hindurch … Das bewegliche Hindernis beeinflusst nur unmerklich die Schrittrichtung. Eine kleine Abweichung um fünf Zentimeter, damit der Filmer sich noch vorbeischieben kann …
Der Kameramann wiederum darf den Walk der Models nicht behindern und muss ahnen, wann und an welcher Stelle für ihn eine Lücke entsteht, wann er aus dem Weg springen muss, wo er neu ansetzen kann. Zu sehr herumfuchteln sollte er tunlichst auch nicht, ansonsten werden die Zuschauer später beim Anschauen des Films seekrank.
Er ist häufig am Vorauslaufen, um die Models einen Moment später von vorne zu filmen und um nicht nach einer Wende im Lauf nur ihre Kehrseite aufnehmen zu können. Manchmal wechselt er auch mittendrin seine Richtung. Begleitet die ersten bis zur Hälfte, geht dann allerdings mit dem gerade auf dem Rückweg befindlichen zweiten Teil der Gruppe zurück. Sein Laufpensum ist enorm. Er weiß mit Sicherheit abends auch, was er getan hat …

Fotos aus den Shows VI und VII vom 26.10.2013:

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 2. Tag - 26.10.2013 - Show VI - Finale

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 2. Tag – 26.10.2013 – Show VI – Finale

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 2. Tag - 26.10.2013 - Show VII - Fitness First

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 2. Tag – 26.10.2013 – Show VII – Fitness First

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 2. Tag - 26.10.2013 - Show VII - Outfit: AUST

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 2. Tag – 26.10.2013 – Show VII – Outfit: AUST

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 2. Tag - 26.10.2013 - Show VII - Outfit: AUST

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 2. Tag – 26.10.2013 – Show VII – Outfit: AUST

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 2. Tag - 26.10.2013 - Show VII - Outfit: AUST

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 2. Tag – 26.10.2013 – Show VII – Outfit: AUST

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 2. Tag - 26.10.2013 - Show VII - Outfit: C&A

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 2. Tag – 26.10.2013 – Show VII – Outfit: C&A

Der Kameramann in Aktion … (siehe auch Text)

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 2. Tag - 26.10.2013 - Show VII - Outfit: C&A

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 2. Tag – 26.10.2013 – Show VII – Outfit: C&A

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 2. Tag - 26.10.2013 - Show VII - Outfit: C&A

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 2. Tag – 26.10.2013 – Show VII – Outfit: C&A

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 2. Tag - 26.10.2013 - Show VII - Outfit: C&A

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 2. Tag – 26.10.2013 – Show VII – Outfit: C&A

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 2. Tag - 26.10.2013 - Show VII - Outfit: Colloseum

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 2. Tag – 26.10.2013 – Show VII – Outfit: Colloseum

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 2. Tag - 26.10.2013 - Show VII - Outfit: pimkie

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 2. Tag – 26.10.2013 – Show VII – Outfit: pimkie

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 2. Tag - 26.10.2013 - Show VII - Outfit: pimkie

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 2. Tag – 26.10.2013 – Show VII – Outfit: pimkie

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 2. Tag - 26.10.2013 - Show VII - Outfit: TE

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 2. Tag – 26.10.2013 – Show VII – Outfit: TE

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 2. Tag - 26.10.2013 - Show VII - Outfit: TE

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 2. Tag – 26.10.2013 – Show VII – Outfit: TE

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 2. Tag - 26.10.2013 - Aufmerksamer Beobachter am Rande des Laufstegs: Alexander Strauß

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 2. Tag – 26.10.2013 – Aufmerksamer Beobachter am Rande des Laufstegs: Alexander Strauß

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 2. Tag - 26.10.2013 - Show VII -Outfit: C. Dierks

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 2. Tag – 26.10.2013 – Show VII -Outfit: C. Dierks

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 2. Tag - 26.10.2013 - Show VII -Outfit: hunkemöller

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 2. Tag – 26.10.2013 – Show VII -Outfit: hunkemöller – Rechts vorn im Bild ist Ronja, die Gewinnerin der Online-Publikumsabstimmung zu sehen

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 2. Tag - 26.10.2013 - Show VII -Outfit: Tom Tailor

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 2. Tag – 26.10.2013 – Show VII -Outfit: Tom Tailor

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 2. Tag - 26.10.2013 - Show VII -Schuhe: LoveBoots

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 2. Tag – 26.10.2013 – Show VII -Schuhe: LoveBoots

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 2. Tag - 26.10.2013 - Show VII -Schuhe: LoveBoots

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 2. Tag – 26.10.2013 – Show VII -Schuhe: LoveBoots

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 2. Tag - 26.10.2013 - Show VII - Pinktober - Outfit: hunkemöller

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 2. Tag – 26.10.2013 – Show VII – Pinktober – Outfit: hunkemöller

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 2. Tag - 26.10.2013 - Finale Show VII - mit Moderatorin Nina-Marlisa Lenzi und Alexander Strauß - Auf dem Laufsteg im Einsatz: Fotograf Andreas Grav

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 2. Tag – 26.10.2013 – Finale Show VII – mit Moderatorin Nina-Marlisa Lenzi und Alexander Strauß – Auf dem Laufsteg im Einsatz: Fotograf Andreas Grav

Backstage
In den Pausen zwischen den Shows wird sich umgezogen, das Make Up und Hairstyling korrigiert oder verändert und kurz danach fällt bereits der Startschuss für die nächste Modenschau.
Für die Zeit der Herbstläufe stand dem Team wieder ein Bereich in der Nähe des Center-Managements zur Verfügung. Hier war es – wie schon oft zuvor – die große Herausforderung, mit dem vorhandenen Platz auszukommen, die Übersicht nicht zu verlieren und den zeitlichen Ablauf möglichst ideal zu koordinieren.
Ein Blick hinter die Kulissen verriet, dass die Wettbewerbsteilnehmer über- , unter- und durcheinander klettern, sich durch kleinste Spalte quetschen und jedes Eckchen der Flure und Waschräume mitnutzen, um irgendwo einige Quadratzentimeter zum Wechseln der Kleidung zu erhaschen. Teilnehmer des Vorjahres (Nancy, Denise, Sofia etc.) sind Helfer dieses Jahres und haben den Raum für den Anlass eingerichtet. Kleiderständer, markiert mit den Namen der Geschäfte, die das jeweilige Outfit zur Verfügung stellen, reihen sich dicht an dicht. Tüten mit Accessoires stapeln sich. Die jungen Ladys oben haben jedoch den Überblick, wissen sofort, wo etwas zu finden ist. Ein Wunder!

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 2. Tag - 26.10.2013 - Backstage

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 2. Tag – 26.10.2013 – Backstage

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 2. Tag - 26.10.2013 - Backstage

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 2. Tag – 26.10.2013 – Backstage

Heute sind Petra und Anne die Visagisten im Team und zuständig für das Make Up und die Frisuren der Finalteilnehmer.

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 2. Tag - 26.10.2013 - Alexander bei der Visagisten - Das Mini-Studio zum Auffrischen an der Rolltreppe ...

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 2. Tag – 26.10.2013 – Alexander bei Visagistin Petra – Das Mini-Studio zum Auffrischen an der Rolltreppe …

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 2. Tag - 26.10.2013 - Zwei Minuten durchatmen zwischen Show VI und VII:  Priscilla Kuhlmann

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 2. Tag – 26.10.2013 – Zwei Minuten durchatmen zwischen Show VI und VII: Priscilla Kuhlmann

Die Modetrends
Die Mode der teilnehmenden Geschäfte des Einkaufszentrums spiegelte die aktuellen Trends der großen Modedesigner und -häuser in ihren Kollektionen wieder. Diese aktuellen Herbsttrends griff auch das Wettbewerbsteam auf und wählte sehr geschickt geschmackvolle Kombinationen für seine Models und seine zahlreich erschienenen interessierten Zuschauer aus.
Die Besucher entdeckten Schwarz als Modefarbe in vielen verschiedenen Schnittformen und –längen, an Kleidung und Schuhen fielen metallene, glänzende Accessoires (Nieten, Schnallen, kontrastreiche Reißverschlüsse, Glitzersteine etc.) auf.
Rot kam als angesagte Herbstfarbe in vielen Varianten vor, gern auch aus verschiedenen Tönen kombiniert.
Kältere Farbtöne, die sich an den Edelsteinfarben Amethyst, Smaragd oder Rubin orientieren, tauchten auf – häufig in Kombination mit Schwarz. Ebenso dabei waren helle Kombinationen in Wollweiß, Rosa und Grau, Farben, die derzeit ebenfalls im Trend liegen.
(Siehe beispielsweise die Outfits von pimkie und AUST)
Man entdeckte Fellbesatz (Trend: Fake Fur), sah Kontraste und Animal Design, fühlte sich durchaus hier und da an die 40er Jahre Mode (gerade wieder aktuell) erinnert, erspähte einige der angesagten Lederjacken im Biker-Stil und bei den Herren großzügig geschnittene Mäntel sowie als Ergänzung breitkrempige Hüte (z. B. von C&A)
Weiterhin auf dem Laufsteg vorgestellt wurden parkaähnliche Jacken und Ponchos. Ein bisschen Gaucho, auch ein wenig Dandy war vertreten. Purismus oder der Uniform-Look waren hingegen nicht explizit gewählt, doch das Strenge, was in der Verbindung mit dem Uniform-Trend gern auftaucht – eine Kombination mit Fliege beispielsweise – wurde aufgenommen. Nur diesmal halt mit nackter Haut kombiniert, wie Sie auf den Fotos sehen werden.

Weitere Fotos aus Show VIII vom 26.10.2013:

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 2. Tag - 26.10.2013 - Show VIII -  Aus einem anderen Blickwinkel - Outfit: Soccx

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 2. Tag – 26.10.2013 – Show VIII – Aus einem anderen Blickwinkel – Outfit: Soccx

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 2. Tag - 26.10.2013 - Show VIII -  Outfit: C&A

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 2. Tag – 26.10.2013 – Show VIII – Outfit: C&A

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 2. Tag - 26.10.2013 - Show VIII -  Outfit:  karstadt sports

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 2. Tag – 26.10.2013 – Show VIII – Outfit: Karstadt sports

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 2. Tag - 26.10.2013 - Show VIII -  Outfit ONLY

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 2. Tag – 26.10.2013 – Show VIII – Outfit: ONLY

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 2. Tag - 26.10.2013 - Show VIII -  Outfit Steffi-Moden

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 2. Tag – 26.10.2013 – Show VIII – Outfit: Steffi-Moden

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 2. Tag - 26.10.2013 - Show VIII -  Outfit:  Steffi-Moden

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 2. Tag – 26.10.2013 – Show VIII – Outfit: Steffi-Moden

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 2. Tag - 26.10.2013 - Show VIII -  Outfit Triumph

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 2. Tag – 26.10.2013 – Show VIII – Outfit: Triumph

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 2. Tag - 26.10.2013 - Show VIII -  Outfit:  Triumph

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 2. Tag – 26.10.2013 – Show VIII – Outfit: Triumph

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 2. Tag - 26.10.2013 - Show VIII -  Outfit: Camp David

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 2. Tag – 26.10.2013 – Show VIII – Outfit: Camp David

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 2. Tag - 26.10.2013 - Show VIII -  Outfit: Camp David

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 2. Tag – 26.10.2013 – Show VIII – Outfit: Camp David

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 2. Tag - 26.10.2013 - Show VIII -  Outfit: Hardrock Cafe

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 2. Tag – 26.10.2013 – Show VIII – Outfit: Hardrock Cafe

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 2. Tag - 26.10.2013 - Show VIII -  Outfit: menstore

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 2. Tag – 26.10.2013 – Show VIII – Outfit: menstore

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 2. Tag - 26.10.2013 - Show VIII -  Pinktober - Outfit:  hunkemöller

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 2. Tag – 26.10.2013 – Show VIII – Pinktober – Outfit: hunkemöller

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 2. Tag - 26.10.2013 - Show VIII -  Präsentation für Juwelier ZERO, Outfit: Colloseum

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 2. Tag – 26.10.2013 – Show VIII – Präsentation für Juwelier ZERO, Outfit: Colloseum

Model Contest QUARREE 2014 - Finale 2. Tag - 26.10.2013 - Show VIII -  Schuhe von Görtz auf dem Tablett

Model Contest QUARREE 2014 – Finale 2. Tag – 26.10.2013 – Show VIII – Schuhe von Görtz auf dem Tablett …

FINALE
Was braucht ein Finale, um einen Sieger ermitteln zu können? Sehr richtig! Eine Jury!
Die Jury
Über die Sieger bei den Damen und Herren entschied in diesem Jahr eine fünfköpfige Jury, die sich aus drei männlichen und zwei weiblichen Teilnehmern zusammensetzte.
Mit dabei Rafael Khan, der Gewinner der letztjährigen Staffel der QUARREE GESICHTER, eine fachkundige Dame der CG-Partner Werbeagentur Hamburg GmbH, einer Firma, die Werbekampagnen für das EKZ Quarree durchführt und Center Manager Frank Klüter. Außerdem mit von der Partie Fritz Ahrens, der Kopf hinter „Pyrate Style“ (maßgeschneiderte schwarze Lederhosen, Gürtel, Jacken, Mäntel und Taschen sowie ebenfalls Anbieter von Schmuckkreationen) und als Fünfte im Bunde Christine Deck, Model, Moderatorin und Profitänzerin, die manch einem aus der Tanzshow „Let’s Dance“ bekannt ist, an der sie vor einigen Jahren als Partnerin des Sängers Ben teilnahm.
Die Juryteilnehmer, insbesondere die Dame vom Fach von CG-Partner, machten noch einmal deutlich, dass für sie hier generell ganz wichtig ist, dass ein Gewinner ermittelt wird, der das Quarree nach außen hin sympathisch vertreten kann. Fritz Ahrens betonte, dass es eine angeborene Eleganz gäbe, die man nicht erlernen könne. Bei ihm konnte man daher davon ausgehen, dass er darauf achten und dieser Punkt ein wichtiges Kriterium für seine Wahl darstellen würde.

Die Finalshow
Die Show vor der Jury wich noch einmal von allen vorangegangen Shows ab, war eine Kombination aus ihnen, kleinere Änderungen eingeschlossen.
Die Veranstaltungsfläche des Quarrees war ausgefüllt mit erwartungsfrohen Gästen, als die Models sich hinter der Bühne zum Entscheidungslauf sammelten und noch einmal lautstark einschworen. Während am Tag zu den regulären Öffnungszeiten des Centers mehrheitlich Kunden, die keinerlei persönlichen Kontakt zu einzelnen Wettbewerbsteilnehmern hatten, die Shows interessiert verfolgten, kamen nach Ladenschluss am Abend vorrangig die persönlich bekannten Fans. Die Freunde, Verwandten und Bekannten, die mitfiebern und vor allem anfeuern wollten. Das taten sie kräftig und lautstark! Zeitweilige Sprechchöre, Namensrufe, viel Applaus und der Einsatz von Trillerpfeifen sorgten dafür, dass die Fans nicht überhört wurden.

Fotos vom Finale/der Galashow:

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 -  Finale 26.10.2013 - Galashow - Fitness First

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 – Finale 26.10.2013 – Galashow – Fitness First

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 -  Finale 26.10.2013 - Galashow - Outfit AUST

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 – Finale 26.10.2013 – Galashow – Outfit: AUST

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 -  Finale 26.10.2013 - Galashow - Outfit:  AUST

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 – Finale 26.10.2013 – Galashow – Outfit: AUST

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 -  Finale 26.10.2013 - Galashow - Outfit:  C&A

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 – Finale 26.10.2013 – Galashow – Outfit: C&A

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 -  Finale 26.10.2013 - Galashow - Outfit: C&A

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 – Finale 26.10.2013 – Galashow – Outfit: C&A

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 -  Finale 26.10.2013 - Galashow - Outfit: C&A

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 – Finale 26.10.2013 – Galashow – Outfit: C&A

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 -  Finale 26.10.2013 - Galashow - Outfit: C&A

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 – Finale 26.10.2013 – Galashow – Outfit: C&A

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 -  Finale 26.10.2013 - Galashow - Outfit:  C&A

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 – Finale 26.10.2013 – Galashow – Outfit: C&A

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 -  Finale 26.10.2013 - Galashow - Outfit: C&A

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 – Finale 26.10.2013 – Galashow – Outfit: C&A

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 -  Finale 26.10.2013 - Galashow - Outfit Camp David

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 – Finale 26.10.2013 – Galashow – Outfit: Camp David

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 -  Finale 26.10.2013 - Galashow - Outfit Colloseum

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 – Finale 26.10.2013 – Galashow – Outfit: Colloseum

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 -  Finale 26.10.2013 - Galashow - Outfit Hard Rock Cafe

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 – Finale 26.10.2013 – Galashow – Outfit: Hard Rock Cafe

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 -  Finale 26.10.2013 - Galashow - Outfit:  Hard Rock Cafe

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 – Finale 26.10.2013 – Galashow – Outfit: Hard Rock Cafe

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 -  Finale 26.10.2013 - Galashow - Outfit hunkemöller

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 – Finale 26.10.2013 – Galashow – Outfit: hunkemöller

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 -  Finale 26.10.2013 - Galashow - Outfit:  hunkemöller

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 – Finale 26.10.2013 – Galashow – Outfit: hunkemöller

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 -  Finale 26.10.2013 - Galashow - Outfit Jack Jones

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 – Finale 26.10.2013 – Galashow – Outfit: Jack Jones

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 -  Finale 26.10.2013 - Galashow - Outfit Karstadt sports

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 – Finale 26.10.2013 – Galashow – Outfit: Karstadt sports

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 -  Finale 26.10.2013 - Galashow - Outfit Karstadt sports

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 – Finale 26.10.2013 – Galashow – Outfit: Karstadt sports

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 -  Finale 26.10.2013 - Galashow - Outfit Paparazzi

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 – Finale 26.10.2013 – Galashow – Outfit: Paparazzi

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 -  Finale 26.10.2013 - Galashow - Outfit: Paparazzi

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 – Finale 26.10.2013 – Galashow – Outfit: Paparazzi

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 -  Finale 26.10.2013 - Galashow - Outfit pimkie

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 – Finale 26.10.2013 – Galashow – Outfit: pimkie

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 -  Finale 26.10.2013 - Galashow - Outfit: SIGNUM

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 – Finale 26.10.2013 – Galashow – Outfit: SIGNUM

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 -  Finale 26.10.2013 - Galashow - Outfit Soccx

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 – Finale 26.10.2013 – Galashow – Outfit: Soccx

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 -  Finale 26.10.2013 - Galashow - Outfit:  Soccx

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 – Finale 26.10.2013 – Galashow – Outfit: Soccx

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 -  Finale 26.10.2013 - Galashow - Outfit Steffi-Moden

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 – Finale 26.10.2013 – Galashow – Outfit: Steffi-Moden

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 -  Finale 26.10.2013 - Galashow - Outfit:  Steffi-Moden

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 – Finale 26.10.2013 – Galashow – Outfit: Steffi-Moden

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 -  Finale 26.10.2013 - Galashow - Outfit TE

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 – Finale 26.10.2013 – Galashow – Outfit: TE

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 -  Finale 26.10.2013 - Galashow - Outfit Tom Tailor

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 – Finale 26.10.2013 – Galashow – Outfit: Tom Tailor

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 -  Finale 26.10.2013 - Galashow - Outfit Tom Tailor

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 – Finale 26.10.2013 – Galashow – Outfit: Tom Tailor

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 -  Finale 26.10.2013 - Galashow - Outfit:  Tom Tailor

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 – Finale 26.10.2013 – Galashow – Outfit: Tom Tailor

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 -  Finale 26.10.2013 - Galashow - Outfit:  Tom Tailor

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 – Finale 26.10.2013 – Galashow – Outfit: Tom Tailor

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 -  Finale 26.10.2013 - Galashow - Outfit Triumph

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 – Finale 26.10.2013 – Galashow – Outfit: Triumph

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 -  Finale 26.10.2013 - Galashow - Outfit:  Triumph

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 – Finale 26.10.2013 – Galashow – Outfit: Triumph

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 -  Finale 26.10.2013 - Galashow - Präsentation für Juwelier ZERO

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 – Finale 26.10.2013 – Galashow – Präsentation für Juwelier ZERO

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 -  Finale 26.10.2013 - Galashow - Präsentation für Medimax, Outfit ONLY

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 – Finale 26.10.2013 – Galashow – Präsentation für Medimax, Outfit: ONLY

Die Models liefen professionell, hatten neben aller Aufregung und allem Ehrgeiz, den Contest zu gewinnen, ganz offensichtlich trotzallem gleichzeitig sehr viel Spaß an diesem Höhepunkt des Wettbewerbs. Die vorangegangenen Shows hatten Routine gebracht, sorgten jetzt für mehr Sicher- und auch Lockerheit. So konnten sie bei aller Konzentration trotzdem eine gehörige Portion Charme zeigen und boten ein weitgefächertes Programm ihres Könnens. Die Jury war folglich sehr angetan, hatte dadurch im Anschluss allerdings das gar nicht so kleine Problem zu entscheiden, wer von allen wirklich den Sieg verdiente. Sie zog sich daher zu einer Beratung zurück und verkündete danach gegen kurz vor 23 Uhr die Resultate.

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 -  Finale 26.10.2013 - Galashow - Die Jury erhebt sich nach Ende der Show und applaudiert ...

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 – Finale 26.10.2013 – Galashow – Die Jury erhebt sich nach Ende der Show und applaudiert …

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 -  Finale 26.10.2013 - Galashow - Auf der Bühne Alexander Strauß, Moderatorin Nina-Marlisa Lenzi, links von ihr das Trainer- und Choreographenteam

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 – Finale 26.10.2013 – Galashow – Auf der Bühne von rechts Alexander Strauß, Moderatorin Nina-Marlisa Lenzi, links von ihr das Trainer- und Choreografenteam

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 -  Finale 26.10.2013 - Galashow - Auf die Bühne gebeten werden auch die beiden Visagistinnen Petra und Anne (Mitte)

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 – Finale 26.10.2013 – Galashow – Auf die Bühne gebeten wurden auch die beiden Visagistinnen Petra und Anne und Alexander Strauß‘ Assistent Philipp

Das Ergebnis des Online-Votings:
Bei der Online-Abstimmung lag bei den Damen Ronja Liza de Jesus vorn, bei den Herren Ali Said. Ihr Gewinn ist jeweils ein Quarree-Einkaufsgutschein im Wert von 100 Euro.
Die Gewinner des Wettbewerbs nach Juryentscheid sind:
Bei den Damen:

Jenny del Rey (Platz 3), Christin Peyman (Platz 2), und Jennifer Lange (Platz 1)
Bei den Herren:
Ali Said (Platz 3), Alexander Mauksch (Platz 2) und Fatih Subasoglu (Platz 1)

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 -  Finale 26.10.2013 - Galashow - Siegerehrung und Gruppenfoto mit einem Teil der Jurymitglieder sowie Alexander Strauß und Nina-Marlisa Lenzi

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 – Finale 26.10.2013 – Galashow – Siegerehrung und Gruppenfoto .Von rechts Ali Said, Christin Peymann, Jenny del Rey, Jennifer Lange, Fatih Subasoglu, Moderatorin Nina-Marlisa Lenzi, Fritz Ahrens, Alexander Strauß, Christine Deck, Frank Klüter und Alexander Mauksch.

Die Gewinner werden im nächsten Jahr (daher auch die Bezeichnung QUARREE GESICHTER 2014) in Werbekampagnen für das Quarree zu sehen sein. Sie haben Foto-Shootings im Wert von jeweils 500 Euro gewonnen, wobei die Drittplatzierten an einem, die Zweitplatzierten an zwei und die Gewinner an insgesamt drei Shootings teilnehmen dürfen.

An alle Gewinner herzliche Gratulation, ihnen sowie allen anderen Teilnehmern ein Dankeschön für die gelungene Show und weiterhin viel Erfolg auf ihrem Weg! Ein Dankeschön geht natürlich auch in Richtung des Veranstalters und des Wettbewerbteams!

Falls Sie gern weitere Fotos der offiziell für den Wettbewerb tätigen Profifotografen ansehen möchten, so werden deren Bilder im Laufe der nächsten Tage nach und nach veröffentlicht und sind dann z. B. auf folgenden Facebook-Seiten (via nachstehende Links) zu begutachten:

1) Andreas Grav -> https://www.facebook.com/pixelwerkstudio
2) Mandy Bartsch -> https://www.facebook.com/mandybartschphoto
3) Gregor Szielasko -> https://www.facebook.com/pages/Szielasko-Fotografie-und-Film/140056092837274

Und last but not least veröffentlicht das EKZ Quarree selbst natürlich auch und ist über diese Links zu erreichen.
Website: www.quarree.de
FB-Seite: https://www.facebook.com/QUARREE

Viel Spaß beim Stöbern!

©Oktober 2013 by Michèle Legrand
Michèle Legrand - WordPress.com - ©Foto Andreas Grav

, , , , , , , , , , , , , , , , ,

5 Kommentare

Unterwegs entdeckt: Alle machen’s! Marienkäfer, Bulldoggen, Polizisten, Angler …

Hamburg - St. Gertrud Kirche (Uhlenhorst-Hohenfelde), rechts die Mundsburg-Hochhäuser

Hamburg – St. Gertrud Kirche (Uhlenhorst-Hohenfelde), rechts die Mundsburg-Hochhäuser

Trauen Sie ihr noch? So wirklich? (Ich spreche von der Wettervorhersage) Und überhaupt, eigentlich ist es doch gar nicht vorstellbar! Es ist Ende Oktober!
Da können die noch so viel erzählen von Tief Zenith, das über dem Atlantik Kreise zieht, irgendeinem Hoch Nastassja im Osten und der warmen Mittelmeerluft bzw. einem extravaganten, lauen Nordafrikalüftchen, welches sich an der Ostflanke des Tiefs Richtung Norden vorbeischummelt. Ich habe ihnen die prophezeiten Temperaturen nicht geglaubt, den Wetterfachleuten!
Ja doch! Am Dienstagmorgen wirkte es tatsächlich recht nett draußen und von kürzlich morgendlichen 7° C war das Thermometer auf immerhin 13° C gestiegen. Im Schatten!
Nur trauen Sie dem Frieden?
Zu oft erlebten Sie doch schon die Bauchlandung, sind mit einem Flatterjäckchen losgezogen und hatten hinterher die Bescherung bzw. den Erkältungsinfekt. Weil es eben doch nicht so warm war wie angekündigt, weil es eben doch nicht trocken blieb, weil kein Mensch etwas von Hagel erwähnt hatte!

Ich wollte etwas erledigen und beabsichtigte, es bei dem passablen Wetter mit dem Fahrrad zu tun. Es ging zwar um eine längere Strecke, doch Licht, frische Luft und Radfahren tun bekanntlich gut. Ich dachte mir:
Kleide dich nur vernünftig, d. h. rechne mit allem.
Allem im Sinne von Wolkenbruch, Frost, Orkan, Gewitter.
Nur falls es (eher unwahrscheinlich) besser als angenommen werden sollte? Wie sähe es dann aus?
Ach, kleide dich – zumindest oben herum – nach dem Zwiebelprinzip: eine Schicht über die andere.
T-Shirt, Strickjacke, Halstuch, Lederjacke. Ansonsten Jeanshose und das Übliche, was der Mensch braucht, um sich draußen unbeanstandet aufzuhalten.

Es gibt eine wirklich empfehlenswerte Route, um mit dem Rad aus dem Hamburger Osten Richtung Stadt und Außenalster zu kommen. Sie müssen nicht entlang vielbefahrener, mehrspuriger Hauptverkehrsadern radeln und bleihaltige Luft inhalieren!
Es gibt stattdessen einen schön gelegenen Radweg, teilweise auch eine erst seit 2012 in dieser Form existierende eigene Fahrradstraße! Beides schlängelt sich anfangs entlang der Wandse, später (ab Mühlenteich) läuft der Weg zunächst parallel zur Eilbek, im weiteren Verlauf (ab Maxstraße) entlang des Eilbekkanals. Die Fahrradstraße (nur Anwohner dürfen sie mit ihren Wagen befahren) führt durch die Ufer- und Lortzingstraße und ist Teil der offiziellen Veloroute 6. Die Wege leiten einen direkt an die Außenalster zur Schwanenwik-Bucht. Der Ausdruck ist jetzt doppelt gemoppelt. Denn „Wik“ bedeutet schon Bucht.

Hamburg - Herbst - Am Mühlenteich

Hamburg – Herbst – Am Mühlenteich

An einem Tag gegen Ende Oktober, an dem unvermutet mit Macht die Sonne durchbricht, heiße Luft aus Afrika (oder woher auch immer, jedenfalls aus dem Süden) die Gradzahl bis zum Mittag auf 20° C im Schatten (!) steigert, das Herbstlaub immer noch an vielen Stellen einladend leuchtet – an solch einem Tag sind sie auf einmal alle draußen.
Die Hamburger, jung und alt, die Quiddjes (Dazugezogene) und die Gäste der Stadt, die Touristen. Manche erkunden auf den roten, zu mietenden „Stadträdern“ die Gegend. Fahrradausleihstationen gibt es hier in dieser Region mittlerweile mehrere seit der Einrichtung der Fahrradstraße. Es flanieren Spaziergänger, die Hundehalter führen ihre tierischen Freunde aus (manchmal auch umgekehrt), die Bankentdecker und -besetzer blinzeln abwechselnd in die Sonne und auf das glitzernde Wasser, die Jogger sind in besonders großer Anzahl unterwegs. Auf dem Eilbekkanal wird auch gerudert.

Hamburg - Herbst - Ruderer auf der Eilbek

Hamburg – Herbst – Ruderer auf der Eilbek

Hamburg - Ein sonniger und warmer Oktobertag  - An der Eilbek

Hamburg – Ein sonniger und warmer Oktobertag – An der Eilbek

Eine im Gras dösende, sonnenanbetende Bulldogge habe ich lieber nicht fotografiert, die sah so aus, als wenn sie das – überhaupt jegliche Art von Störung – nicht duldet, aber diesen (nächstes Foto) Hund mit Herrchen. Ich fand die Fähigkeit des Tiers bewundernswert.

Hamburg - An der Eilbek - Der dreibeinige Hund ...

Hamburg – An der Eilbek – Der dreibeinige Hund …

Sie können es auf dem Foto wahrscheinlich gar nicht erkennen, aber der braune Hund hat nur drei Beine, wobei ihm der linke Vorderlauf fehlt. Sie wissen vermutlich, dass Tiere das Fehlen von Gliedmaßen häufig sehr gut ausgleichen können, doch bei einem Hund lasten 60 % seines Gewichts auf den Vorderbeinen. Es ist wesentlich leichter, das Fehlen eines Hinterbeins zu kompensieren! Dieser hier muss schon die Kraft auf seiner Laufstrecke einteilen und wiederholt Pausen einlegen. Was sein Herrchen auch mit ihm tat!

Hamburg - An der Eilbek - ... Pause mit Hund

Hamburg – An der Eilbek – … Pause mit Hund

Hamburg - Fahrradweg entlang des Eilbekkanals ... traumhaft auch im Herbst!

Hamburg – Fahrradweg entlang des Eilbekkanals … traumhaft auch im Herbst!

Seit 2009 gibt es zehn Liegeplätze für Hausboote in einem speziellen Bereich des Eilbekkanals, die im Zuge des Pilotprojekts Wohnen auf dem Wasser eingerichtet wurden. Sie befinden sich zwischen Wagnerstraße und dem Lerchenfeld. Die Boote dort haben richtige Anschlüsse an die Kanalisation, verfügen über Strom und auch der Müll wird per Müllabfuhr entsorgt! Wenn Sie durch die Straßen wandern, sehen Sie, dass diese Hausboote oben an der Straße sogar eine eigene Hausnummer bekommen haben. Einige dieser Boote werden als Wohnung, andere als Büro genutzt und wie es heißt, lebt oder arbeitet der Bootsherr dort auf jeweils 130 bis 160 qm Wohn-/Bürofläche.

Hamburg - Eilbekkanal mit Hausbooten

Hamburg – Eilbekkanal mit Hausbooten

Hamburg - Die Richard-Wagner-Brücke in Pink. Rechts eines der Hausboote, das als Büro genutzt wird.

Hamburg – Die Richard-Wagner-Brücke in Pink. (Wagner und pink??)  Rechts eines der Hausboote, das als Büro genutzt wird.

Nachdem dieser Bereich mit den Liegeplätzen hinter Ihnen ist, durchfließt der Kanal den Kuhmühlenteich und nennt sich fortan Mundsburger Kanal. An ihm steht überaus fotogen die evang.-lutherische St. Gertrud Kirche (1881-1885). Und wenn Sie sich zwischen Kirchturm und Kuhmühlenteich einen Flecken vorstellen, dann haben Sie den geographischen Mittelpunkt von Hamburg.

Hamburg - Die Einmündung des Eilbekkanals in den Kuhmühlenteich. Rechts die St. Gertrud Kirche.

Hamburg – Die Einmündung des Eilbekkanals in den Kuhmühlenteich. Rechts die St. Gertrud Kirche.

Angler versuchen hier häufig ihr Glück. In dem Gewässer, das max. zwei Meter Tiefe und einen schlammigen Grund hat, fühlen sich Karpfen, Rotaugen und Brassen recht wohl. Einer der Herren erzählte mir, dass er Richtung Schwanenwik (dahin kommen wir gleich) auch schon einmal einen Zander gefischt hätte.

Hamburg - Herbst - Vom Kuhmühlenteich ein Blick zurück in den Eilbekkanal ...

Hamburg – Herbst – Vom Kuhmühlenteich ein Blick zurück in den Eilbekkanal …

Hamburg - Kuhmühlenteich mit St.-Gertrud Kirche - Die Brücke links dient der U-Bahn Überquerungsmöglichkeit. Im Hintergrund ist der Heinrich-Hertz-Turm (Fernsehturm) zu sehen.

Hamburg – Kuhmühlenteich mit St. Gertrud Kirche – Blick Richtung Mundsburger Kanal. Die Brücke links dient der U-Bahn als Überquerungsmöglichkeit. Ganz im Hintergrund ist der Heinrich-Hertz-Turm (Fernsehturm) zu sehen.

Direkt am Ausfluss des Teichs befand sich die Kuhmühle. Dass wir uns richtig verstehen: Es war eine Pulver- und Walkmühle! Sie hat jetzt keine Kühe zerkleinert!
Damals existierte dort allerdings Weideland, und zum Queren des Wassers trieb man seine Kühe über die – ganz klar! – Kuhbrücke. Später wurde ein Damm gebaut und der Stausee, der auf diese Art für den Betrieb einer Mühle entstand, war der Mühlenteich, bzw. eben wegen der vielen Kuhnachbarn – genau! – der Kuhmühlenteich. Die Mühle – immer noch dieser Logik folgend – also die Kuhmühle. Objwohl sie mit Kühen selbst herzlich wenig zu tun hatte.
Kommen Sie noch mit?
Heute ist rein gar nichts mehr davon zu sehen, doch früher standen sogar insgesamt acht Wassermühlen auf der Strecke entlang der Wandse bis zur Stadt! Sie dienten beispielsweise als Lack-, Pulver- oder Ölmühle. Der Kuhmühlenteich, diese Ausbuchtung der Eilbek, war – wie gerade gelernt – extra zum Betrieb der Kuhmühle angelegt worden, nur als man Ende des 19. Jahrhunderts den Eilbekkanal ausbaute und dabei den Wasserstand nivellierte, war das für das Betreiben einer Mühle absolut kontraproduktiv. Sie wurde abgebrochen.

Das hier ist noch einmal aus der Nähe gesehen die Überquerung für die U-Bahn, die via Uhlandstraße in Richtung Mundsburg und Hamburger Straße sowie in Gegenrichtung fährt.

Hamburg - Hochbahnbrücke am Ausfluss des Kuhmühlenteiches in den Mundsburger Kanal - Auch der Brückenpfeiler der gegenüber liegenden Seite zeigt symbolhafte Darstellungen ...

Hamburg – Hochbahnbrücke am Ausfluss des Kuhmühlenteiches in den Mundsburger Kanal – Der Brückenpfeiler zeigt symbolhafte Darstellungen …

Es lohnt sich durchaus, einen genaueren Blick auf die Granitpfeiler zu werfen. Es sind nämlich vier Bildfelder eingearbeitet, die – so heißt es – die Beherrschung der vier Elemente Luft, Erde, Feuer und Wasser darstellen. Teilweise in Szenen mit menschlichen Wesen (auf dem Foto oben raucht hinter den Personen ein Vulkan, was auf Feuer hinweist), aber auch mit vier verschiedenen Tierdarstellungen, die sich wie eine Banderole ein Stück um den Pfeiler wickeln (auf dem Foto weiter unten Vögel, die das Element Luft symbolisieren – es gibt auch noch Pflanzen, Fische, Schlangen und Feuersalamander)

Hamburg - Hochbahnbrücke (Strecke Uhlandstraße Richtung Mundsburg)

Hamburg – Hochbahnbrücke (Strecke Uhlandstraße Richtung Mundsburg)

Hamburg - Hochbahnbrücke am Ausfluss des Kuhmühlenteiches in den Mundsburger Kanal - Die Brückenpfeiler aus Granit haben symbolhafte Bilder ...

Hamburg – Hochbahnbrücke am Ausfluss des Kuhmühlenteiches in den Mundsburger Kanal – Die Brückenpfeiler aus Granit haben symbolhafte Bilder … Hier: Vögel als Symbol für Luft (s. auch Text)

Beim Weiterfahren mit dem Fahrrad fällt ab und zu etwas ins Auge, was dort nicht häufig auftaucht …

Hamburg - Am Mundsburger Kanal/Höhe HAW - Webversuche am Zaun: Guerilla Weaving statt Knitting ...?

Hamburg – Am Mundsburger Kanal/Höhe HAW – Webversuche am Zaun: Guerilla Weaving statt Knitting …?

Hamburg - Alster voraus - Blick vom Mundsburger Kanal Richtung Schwanenwik-Brücke und Außenalster

Hamburg – Alster voraus – Blick vom Mundsburger Kanal Richtung Schwanenwik-Brücke und Außenalster

Langsam kommt die Außenalster in Sicht. Die Schwanenwikbrücke befindet sich als letzte Straßenquerung noch vor Ihnen. An dieser Brücke werden gern Liebesschlösser befestigt und natürlich haufenweise Fotos aufgenommen. Mal mit Menschen, mal ohne Lebewesen im Bild, aber immer das Innenstadtpanorama inklusive der Kirchtürme im Hintergrund.

Hamburg  - Außenalster - Liebesschlösser an der Schwanenwik-Brücke

Hamburg – Außenalster – Liebesschlösser an der Schwanenwik-Brücke

Es ist herrlich dort, besonders, wenn Sie direkt hinunter ans Ufer wandern (oder wie ich Ihr Rad schieben bzw. abstellen). Die Wasservögel machen es sich hier gern bequem, die Menschen genießen die Atmosphäre und legen eine Pause ein. Gelegentlich dreht eines der Alsterfährschiffe seine Runde, von Zeit zu Zeit tuckert sogar der Rauch ausstoßende Dampfer, die St. Georg, vorbei. Erinnern Sie sich an unsere große Alsterrundfahrt mit einem der offenen Boote hier im Blog? Dort hatte ich Ihnen vieles von der Wasserseite aus gezeigt und erzählt. Von James Bond, dem anderen Mann, der im Wasser steht, dem Seehund, der Moschee etc. Falls Sie es nachlesen möchten, finden SIe nachstehend den Link zum Blogpost:
https://michelelegrand.wordpress.com/2012/07/03/sommer-sonne-alster-und-wie-ist-es-mit-ihnen/

Hamburg - Außenalster - Dampfer St. Georg ist auch unterwegs, begleitet von Teichrallen.

Hamburg – Außenalster – Dampfer St. Georg ist auch unterwegs, begleitet von Teichrallen.

Die Vögel relaxen allerdings nur so lange, bis wieder ein Nichtwissender (es ist gar nicht gestattet!) kommt und sie füttert. Dann werden sie unberechenbar! Ein über- und unter- und durcheinander Geflattere, ein Radau, man glaubt es nicht! Und ich schwöre Ihnen, es muss jede Möwe schreien! Jede! Ohne Ausnahme.

Hamburg - Außenalster - Schwanenwik - Ruhe und einträchtiges Beisammensein. Alles ist gut, bis jemand kommt, der füttert ...

Hamburg – Außenalster – Schwanenwik – Ruhe und einträchtiges Beisammensein. Alles ist gut, bis jemand kommt, der füttert …

Hamburg - Außenalster - Schwanenwik - Man verträgt sich, man döst, man steht auf einem Bein, man putzt sich ...

Hamburg – Außenalster – Schwanenwik – Man verträgt sich, man döst, man steht auf einem Bein, man putzt sich … Noch!

Hamburg - Außenalster - Schwanenwik - Dirigentengänse ...

Hamburg – Außenalster – Schwanenwik – Dirigentengänse … Oder haben Sie etwa gerade etwas entdeckt?

Hamburg - Außenalster - Schwanenwik - Fasts noch zivilisiert. Nur mal gucken ...

Hamburg – Außenalster – Schwanenwik – Fast noch zivilisiert. Wasservögel und Nicht-Wasservögel. Nur mal gucken …

Hamburg - Außenalster - Schwanenwik - .... und Action!

Hamburg – Außenalster – Schwanenwik – …. und Action!

Hamburg - Außenalster - Schwanenwik - Versammlung! Und JEDE Möwe schreit!

Hamburg – Außenalster – Schwanenwik – Versammlung! Und JEDE Möwe schreit!

Auch hier – wie am Eilbekkanal – entspannen die Menschen auf Bänken und sonnen sich. Darum ging es übrigens auch in der Überschrift! Sie glauben gar nicht, wer es noch alles tat – dieses sich dem Sonnenbad hingeben, dieses Blinzeln, sich Räkeln und Vitamin D tanken.

Hamburg - Außenalster - Schwanenwik - Entspannung am Wasser ... (Mitte: Drei Ruderer von E. Scharff)

Hamburg – Außenalster – Schwanenwik – Entspannung am Wasser … (Mitte: Drei Ruderer von E. Scharff)

Die Bulldogge erwähnte ich schon. Ein Streifenpolizist stand ans Fahrzeug gelehnt, hatte den Kopf in den Nacken gelegt, die Mütze noch ein Stück nach hinten geschoben und genoss die Sonnenstrahlen, während er wohl auf seinen Kollegen wartete, der offensichtlich länger ein Protokoll aufnahm. Die Angler am Kuhmühlenteich vorhin waren Sonnenanbeter, und an vielen Stellen saßen sie gehäuft und drängelten sich fast: Marienkäfer! So viele habe ich so spät im Jahr noch nie gesehen!

Und ich? Ich habe die Sonne auch genossen! Nur mir wurde sehr warm! Wer ahnt denn, dass es sich so entwickelt! Und dazu das Radeln! Die Jacke flog als erstes davon, dann die Strickjacke, das Halstuch … Mehr war nicht möglich. Sie wissen ja, Polizei in der Nähe, Anstand und so …

Hamburg - An der Schwanenwik-Brücke - Gondoliere ohne Gondel ... gewissermaßen.

Hamburg – An der Schwanenwik-Brücke – Gondoliere ohne Gondel … gewissermaßen.

Und irgendwann geht es erhitzt wieder heim. Noch ein letzter Blick über die Alster

Hamburg - Blick über die Außenalster Richtung Innenstadt

Hamburg – Blick über die Außenalster Richtung Innenstadt

Auf der Rückfahrt wurde ich überrascht. Ich wusste nämlich bisher nicht, dass ich offenbar auf einem Berg wohne! Einem unsichtbaren Berg, wie ich vermute. Sehr mysteriös! Ich dachte immer, in Hamburg gäbe es nördlich der Elbe nur in Blankenese nennenswerte Steigungen, dann die Hügel der Boberger Dünen, vielleicht noch den kleinen Rodelberg im Stadtpark und einen leichten Anstieg bei einer Straße in der Nähe, die bereits das verräterische, aber völlig unangebrachte Wort Berg in ihrem Namen trägt.
Doch eine Art schweißtreibende Passstraße zwischen Alster und meinem Wohnsitz in Hamburgs Osten …?
Mir fiel es bisher nie auf, nur Tatsache ist, dass ich auf dem Hinweg ohne großen Krafteinsatz dahinglitt, zurück aber die ganze Zeit rechtschaffen strampeln und mich anstrengen musste. Obwohl es nicht windig war!
Ist das jetzt Einbildung?
Tun Sie mir einen Gefallen und probieren Sie es bei Gelegenheit selbst aus. Ich muss das jetzt wissen! Ich will auch nicht drängeln, aber vielleicht kommen Sie noch in diesem Herbst dazu, wenn das Wetter weiterhin so schöne Tage bereithält. Falls wir wieder einen solch grauen und langen Winter wie 2012/2013 bekommen sollten, sollten Sie sich ohnehin vorher noch reichlich mit Sonne und blauem Himmel eindecken.
Es hat einen weiteren Riesenvorteil, sich der Sonne zuzuwenden und sie anzublinzeln. Walt Whitman formulierte es recht treffend: „Richte dein Gesicht immer zur Sonne, und die Schatten werden hinter dich fallen.“

©Oktober 2013 by Michèle Legrand
Michèle Legrand - Michèle. Gedanken(sprünge) @wordpress.com

, , , , , , , , , , , , , , ,

17 Kommentare

Een beetje van Amsterdam (1) – Klappbrücken …!

Amsterdam liegt bereits wieder hinter mir. Schon ein bisschen schade …
Soll ich Ihnen etwas verraten?
Amsterdam ist eine wunderschöne Stadt! Waren Sie auch schon einmal dort?
Die Niederländer – alle, mit denen ich bisher in meinem Leben beruflich oder privat zu tun hatte – sind obendrein ein äußerst freundliches, lockeres, irgendwie entspanntes Völkchen. Generell. Ausnahmen mag es geben. Die gibt es immer und überall.
Leider nutze ich meine Holländisch-Kenntnisse seit Jahren kaum noch. Es ergibt sich einfach nicht mehr, und dadurch ist alles etwas verkümmert. Vokabular im Nebel, Grammatik verbuddelt. Nur umso genauer hört man hin, versteht immerhin weiterhin relativ gut und reagiert zumindest gelegentlich – vor allem mit den Höflichkeitsbegriffen (Floskeln hört sich negativ an).
Man grüßt, sagte danke, und wenn jemand wissen will, ob man „wat eten“ (essen) möchte, dann lichtet sich der Vokabelnebel und immerhin zwei Worte schauen hervor. Es reicht für „een beetje“ als Antwort. Ein bisschen. Das passt praktischerweise für viele Sachen.
Ist Ihnen kalt? Een beetje. Haben Sie noch Durst? Een beetje. Warten Sie schon lange? Een beetje.  Ganz schön laut hier, oder? Een beetje. Sprechen Sie holländisch? Een beetje.
Wenn Ihnen die Tür aufgehalten wird, heißt es natürlich nicht „een beetje“. In dem Fall kommen Sie mit „Ik dank U zeer“ gut weiter. Bei tausend anderen Gelegenheiten hilft das ebenfalls.
Und grüßen Sie immer in Landessprache! Lächeln Sie dabei!
Dann haben Sie den ersten Schritt gemacht. Man sieht Ihre Bemühungen, das Entgegenkommen und hilft wiederum Ihnen, wenn etwas für Sie „niet zo eenvoudig“ (nicht so einfach) ist.

So gut diese Tipps sein mögen, die Sache hat einen Haken. Bei mir jedenfalls. Ich bin nach ein paar Tagen so in die neue, die andere Sprachwelt eingetaucht, dass ich bei der Rückkehr nie sofort ab- bzw. umschalten kann. Bei Dialekten behalte ich den Singsang bei, bei Fremdsprachen … nun, vorgestern zum Beispiel, am Sonntag.
Vorgestern bin ich zu meinem Wahllokal ein paar Straßen weiter marschiert. So weit, so gut. Kaum drinnen, habe ich fröhlich „Goedenmiddag“ gewünscht, und als ich den Wahlzettel ausgehändigt bekam, schickte ich auch noch ein „bedankt“ hinterher. Amsterdamsche Nachwirkungen. Daraufhin wurde natürlich noch einmal ganz genau kontrolliert, ob ich überhaupt bei der Bundestagswahl mitmachen darf …

Doch zurück zu Amsterdam.
Ich möchte Ihnen im Laufe der Zeit immer wieder einmal etwas von dieser Stadt zeigen. Eben hin und wieder – um Sie nicht mit allem zu überfrachten.
Heute geht es um Brücken. Um eine Brücke.
Sie wissen, Amsterdam hat unendlich viele Grachten, diese Wasserkanäle, die sich wie ein Netz durch die gesamte Stadt ziehen. Es sind mehr als in Venedig und die Zahl der Brücken, die diese Wasserwege überspannen, überschreitet die von Paris. Man spricht von 1.281!
Dieses Wasserwegenetz wird nicht nur für den Ausflugsverkehr von äußerst flachen Booten (auf denTiefgang, aber auch die Aufbauten bezogen) genutzt, dort liegen nicht nur zusätzlich noch zahllose, äußerst unterschiedliche Hausboote fest vertäut, sondern diese Fleete dienen genauso dem Warentransport. Zum Beispiel per DHL.

Amsterdam -  DHL nutzt die Grachten zum Transport  - "Hollands Glorie" fährt aus

Amsterdam – DHL nutzt die Grachten zum Transport – „Hollands Glorie“ fährt aus

Die Beförderung der Güter erfolgt aber durchaus auch in Schuten und anderen Gefährten. Manche ragen weit nach oben hinaus – haben z. B. einen eigenen Kran an Bord –  so dass eine feste Brücke mit einer bestenfalls mittelmäßig hohen Durchlassöffnung hier das Ende der Tour bedeuten würde.
Auf einigen wichtigen Strecken ist es daher möglich, Brücken zu öffnen. Entweder funktioniert es so, dass bei einem mittleren Brückensegment per Zugmechanismus jeweils ein Part dieses Abschnitts nach links, der andere Teil nach rechts in die Höhe gezogen wird. Das Schiff passiert, die Brückenteile werden wieder heruntergelassen

Amsterdam - Blick von der Blauen Brücke - rechts eine der "Zugbrücken"

Amsterdam – Blick von der Blauen Brücke – rechts eine der „Zugbrücken“

Oder es gibt die Variante, dass eine Brücke samt Straße mit allen Spuren, Schienen, Radwegen und dem Brückengeländer komplett einseitig hochgeschwenkt werden kann. Wie eine liegende Tür, die weit geöffnet wird. Ein Scharnier, das klappt.
Auf dem Weg zum Hortus Botanicus, dem Botanischen Garten, liegt direkt vor dessen Zugang die Hortusbrug, die genau nach diesem Prinzip des Klappens funktioniert. Ein Stück zuvor kommen Sie am Gebäude der Filmakademie vorbei. Vielleicht ist dies der Grund weshalb Sie, wenn Sie nun Zeuge des folgenden Geschehens werden, sofort an wildeste Verfolgungsjagden denken. Man hat schließlich entsprechende Filme gesehen.
Das ist fast wie dieser Pawlowsche Reflex!
Sobald das Bimmeln erklingt, welches die Schließung der Schranken ankündigt, spielen bzw. spulen sich vor Ihrem inneren Auge rasante Szenen ab! Bei Ihnen ist plötzlich Nacht, Lichter blitzen auf regennasser Fahrbahn. Sie sehen eine sich öffnende Brücke, das Aufklaffen der Fahrbahn und den immer größer werdenden, nun schon dramatisch breiten Spalt! Sie fühlen Spannung aufkommen! Sie vernehmen das Geräusch aufdrehender Motoren! Sie riechen Benzin!
Der Bösewicht (Auftragskiller oder so) jagt mit quietschenden Reifen dem Guten hinterher. Ohne Zweifel ein Rennen auf Leben und Tod! Er (der Böse) würde aus ihm (dem Guten) Hackfleisch machen, falls er ihn erwischte.
Doch Sie wissen natürlich, wie es ausgeht.
Der Gute (Weltretter oder so und selbstverständlich ein begnadeter Fahrer) nimmt bei seiner Flucht die Klappbrücke als Rampe, rast innerorts mit 140 km/h heran, hebt ab, fliegt … und landet – selbstredend ohne Achsenbruch – auf der gegenüberliegenden Uferseite. Sein Verfolger (nicht halb so talentiert am Steuer), kann in seriöseren, gehaltvolleren Filmen (dort ist er immerhin vorausschauend und halbwegs vernünftig) meist gerade noch rechtzeitig bremsen und blickt dem Flüchtenden lediglich extrem frustriert hinterher, während er bei der seichteren Filmvariante mit leicht überhöhtem Action-Anteil auf Kosten der sonstigen Handlung (hier ist er ein hitziger, unüberlegt handelnder, fieser Möpp) mit Karacho in die Lücke rauscht und kläglich versinkt.
Eventuell explodiert der Wagen noch. Über Wasser. Unter Wasser. Ach, egal. Jedenfalls Action und Totalschaden. Des Fahrzeugs. Und der Fahrer ist auch meist hin.

Wo waren wir?
Amsterdam. Hortusbrug. Hellichter Tag.
Oh, es ist wohl doch nicht so dramatisch …
Doch was passiert tatsächlich?
Die kleine Anzahl Fußgänger, die in diesem Augenblick vorbeikommt, bleibt stehen und schaut gemeinsam recht gebannt zu. Autos sammeln sich in den drei Minuten fast gar keine an. Amsterdam ist nämlich nicht unbedingt die Stadt der Autos, sondern eher die der Straßenbahnen (Trams) und Fahrräder. Bei Letzterem munkelt man etwas von 600.000 Exemplaren!
Infolgedessen entwickelt sich auch innerhalb kürzester Zeit eine beachtliche Warteschlange von fietsers (Fahrradfahrern) an der Schranke.

Amsterdam - Hortusbrug  am Botanischen Garten

Amsterdam – Hortusbrug am Botanischen Garten

Amsterdam - Hortusbrug - .... im geschlossenen Zustand. Autos, Straßenbahn, Motorräder, Fahrräder und Fußgänger queren hier die Gracht.

Amsterdam – Hortusbrug – …. im geschlossenen Zustand. Autos, Straßenbahn, Motorräder, Fahrräder und Fußgänger queren hier die Gracht.

Amsterdam - Hortusbrug  - ... es geht los!  Achten Sie auch auf die Leitungsmasten der Tram!

Amsterdam – Hortusbrug – … es geht los! Achten Sie auch auf die Leitungsmasten der Tram!

Amsterdam - Hortusbrug  - ... fast senkrecht. Der Durchlass ist frei für das nahende Boot.

Amsterdam – Hortusbrug – … fast senkrecht. Der Durchlass ist frei für das nahende Boot.