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Von Stelzenmenschen, Nebelwäldern, Geysiren, rettenden Strohhalmen und begrabenen Ideen – Die IGS in Hamburg: Mehr als Beete gucken …!

IGS 2013 in Hamburg - Mehr als nur Beete gucken ...

IGS 2013 in Hamburg – Mehr als nur Beete gucken …

Es gibt viele Menschen, die würden niemals zu einer Gartenausstellung gehen.
Oh, Gott, bloß nicht!
Sie waren noch nie dort, aber sie haben Vorstellungen. Sie sind felsenfest davon überzeugt, dass Gartenausstellungen sich darauf beschränken, dem Besucher auf sehr begrenztem Raum ein – dadurch bedingt – einerseits geballtes, doch andererseits (Anzahl und Vielfalt betreffend) auch relativ überschaubares Angebot an gerade blühenden Pflanzen zu bieten. Natürlich auch ein paar Besonderheiten. Nett, künstlich arrangiert. Gut, schon etwas fürs Auge … Aber sonst?
Nichts für Anfänger! Nichts für Unwissende! Man erkennt den Kram ja nicht einmal! Blamiert sich womöglich!
Nein, nein!
Eine Gartenausstellung ist der Sammelort für ehrgeizige Hobbygärtner, ein Muss-Treff für absolute Zierpflanzenliebhaber! Ausschließlich! So sieht’s aus.
Ansonsten ist alles eher unattraktiv, langweilig. Beete ablaufen halt. Wenn es ganz dicke kommt, heißt es: Das ist sowieso nur etwas für Ältere. Solche mit grüner Schürze, Gartenzwergkolonie und einem Bin-im-Garten-Schild in Form eines grinsenden Frosches an der Zaunpforte.
Nichts da!
Und denken Sie bitte nicht, was ich eben beschrieb, sei aus der Luft gegriffen! Ich kenne ähnliche Statements und Vorurteile und genauso kenne ich auch großes Erstaunen, wenn sich unerwartet herausstellt, dass alles ganz anders ist.
Sie ahnen, was jetzt kommt?
Richtig! Heute besuchen Sie und ich eine Gartenausstellung.
Halt! Hiergeblieben!
Passen Sie auf, wir klären jetzt das Allernötigste und dann streifen wir übers Gelände.

IGS, Hamburg - September 2013 - Die Int. Bauausstellung (IBA) ist gleich nebenan. Ich schwöre, die Häuser sind nicht schief!

IGS, Hamburg – September 2013 – Die Int. Bauausstellung (IBA) ist gleich nebenan. Die Häuser sind übrigens nicht wirklich schief!

Worum geht’s?
In Hamburg läuft seit April und noch bis in den Herbst hinein die IGS. Da nun aber darüber schon seit einigen Monaten zahllose Sachberichte nebst viel Information durch Presse und Netz geistern und zudem die offizielle Website der IGS wirklich auf sehr viele Fragen und Themen eingeht, verzichte ich auf eine Menge unnötigen Ballaststoff und möchte Ihnen heute stattdessen vorrangig optisch einen Eindruck vermitteln und zudem spezielle Dinge vorstellen, die beeindrucken, verdutzen, amüsieren, ansprechen … in irgendeiner Form Aufmerksamkeit erregen und anziehen.

IGS, Hamburg - September 2013 - Hängt ein Kronleuchter draußen ...

IGS, Hamburg – September 2013 – Hängt ein Kronleuchter draußen …

Gehen wir auf Entdeckung und Sie werden merken, dass es mit einem eintönigen nur zwischen Beeten Herumschliefen wenig zu tun hat.
Sie kennen herumschliefen?
Es ist nicht die Vergangenheit von herumschlafen. Es heißt so viel wie herumschlurfen. Doch mehr im Sinne von müde und träge herumkriechen. Ich habe das andere Wort daher bevorzugt, weil es an den einschläfernden Charakter einer solchen Tätigkeit gleich passend mit erinnert.

Was ist denn nun anders bei dieser Gartenveranstaltung?
Sie sollten auf eine Feinheit bei der Namensgebung achten, denn diese zeigt Ihnen bereits den Unterschied. Es heißt nicht mehr IGA (A für Ausstellung) sondern IGS. Internationale Gartenschau oder gern auch International Garden Show. Und Show bedeutet etwas anderes als lediglich Ausstellung! Dieser Begriff enthält weitaus mehr. Es heißt, da tut sich etwas! Und es sagt außerdem, Sie können mitmischen.
In 80 Gärten um die Welt lautet das Motto dieser Gartenschau. Achtzig grundverschiedene Ideen, die in insgesamt sieben Erlebniswelten umgesetzt wurden. Es geht um eine Reise durch Kulturen und Kontinente, die Schau zeigt Kontraste, versucht gleichzeitig zu verbinden und führt in verschiedene Vegetations- und Klimazonen. Die Veranstalter und teilnehmenden Gartenbaubetriebe haben sich zudem einiges einfallen lassen, um Themen – besonders Zukunftsvisionen – fantasievoll umzusetzen.

Die IGS mutiert nebenher zum Kulturveranstaltungszentrum. Während der gesamten Zeit finden immer wieder Konzerte auf Freilichtbühnen statt, es gibt viele Mitmachaktionen und einen Bereich, in dem Bewegungsfreudige und speziell auch Familien mit Kindern viele Möglichkeiten haben, sich sportlich zu betätigen und auszuprobieren.
Die Gastronomie ist natürlich ebenfalls vertreten!

IGS, Hamburg - September 2013 - Live-Musik, Dosenwerfen, Rodeo-Reiten ...

IGS, Hamburg – September 2013 – Live-Musik, Dosenwerfen, Rodeo-Reiten …

Es ist auch beileibe kein kleines, bedrängtes Areal! Auf einer Flussinsel in der Elbe stehen für die Gartenschau insgesamt ca. 100 ha Fläche zur Verfügung.  Falls Sie gern einen Größenvergleich hätten: Auf dem Gelände würden Sie locker 140 große Fußballfelder unterbringen können. Eine Million Quadratmeter! Etwa 1/5 davon ist für den Naturschutz bedeutend und besteht größtenteils aus Wasser- und Uferflächen.

IGS, Hamburg - September 2013 - Parkähnliche Anlage mit Schnitthecken und schönem Uferbereich im Hintergrund

IGS, Hamburg – September 2013 – Parkähnliche Anlage mit Schnitthecken und schönem Uferbereich im Hintergrund

IGS, Hamburg - September 2013 - Auch große Wasserflächen sind auf dem Gelände der Gartenschau anzutreffen ...

IGS, Hamburg – September 2013 – Auch große Wasserflächen sind auf dem Gelände der Gartenschau anzutreffen …

IGS, Hamburg - September 2013 - Geschickt getarnt zwischen Blättern: Wasservögel entdeckt man erst auf den zweiten Blick

IGS, Hamburg – September 2013 – Geschickt getarnt zwischen Blättern: Wasservögel entdeckt man erst auf den zweiten Blick

Vier Kleingartenvereine, die sich bereits vorher dort befanden, nehmen etwa 50 ha der Fläche ein und sind in vielen Fällen Teil der Ausstellung. Eine große Anzahl von Gartenbesitzern hat ihre Parzellen entsprechend sorgfältig hergerichtet und gewährt den Besuchern Einblick. Ich bewundere die Haltung, denn offen gestanden würde es mich als Schrebergartenbesitzer schon gehörig irritieren, wenn ich auf einmal über Monate mitten im Geschehen wäre. Tausende Besucher täglich, keine ruhige Minute und dazu die Gartenschaubahn, die permanent über oder am Kopf vorbeischwebt.

IGS, Hamburg - September 2013 - Ein Arrangement aus Stauden und Gräsern in herbstlichen Farbtönen - Im Hintergrund eine der integrierten Kleingartensiedlungen

IGS, Hamburg – September 2013 – Ein Arrangement aus Stauden und Gräsern in herbstlichen Farbtönen – Im Hintergrund eine der integrierten Kleingartensiedlungen

IGS, Hamburg - September 2013 - Die Monorailbahn auf ihrer Fahrt direkt entlang des Kleingartenvereins

IGS, Hamburg – September 2013 – Die Monorailbahn auf ihrer Fahrt direkt entlang des Kleingartenvereins

Mitten durch das große Gelände führt die vielbefahrene Wilhelmsburger Reichsstraße, die man sogar zu verlegen gedachte. Es ist zur Schau nichts geworden, das Thema (ganz generell) hat sich dennoch nicht erledigt. Als Lösung für den Moment verbinden Fußgängerbrücken (eine ist barrierefrei) beide Teile der Gartenschau, und es vibriert schon ein wenig, wenn Sie sich darauf befinden …

IGS, Hamburg - September 2013 - Fußgängerbrücken über die vielbefahrene Wilhelmsburger Reichstraße. Vorne einer der sieben Monorailzüge.

IGS, Hamburg – September 2013 – Fußgängerbrücken über die vielbefahrene Wilhelmsburger Reichstraße. Vorne einer der sieben Monorailzüge.

IGS, Hamburg - September 2013 - Ein Blick von unten: Brückenkonstruktion über die Wilhelmsburger Reichsstraße

IGS, Hamburg – September 2013 – Ein Blick von unten: Brückenkonstruktion über die Wilhelmsburger Reichsstraße

Neun Hektar Bahngelände wurden dazugekauft. Heute befinden sich dort Parkanlagen und Veranstaltungsflächen. Auch in Hallen wird ausgestellt – immerhin auf einer Fläche von insgesamt ca. 5.000 m²

IGS, Hamburg - September 2013 - Umpflanztes Fenster einer Halle in Haupteingangsnähe ...

IGS, Hamburg – September 2013 – Umpflanztes Fenster einer Halle in Haupteingangsnähe …

IGS, Hamburg - September 2013 - In einer der Hallen ...

IGS, Hamburg – September 2013 – In einer der Hallen …

IGS, Hamburg - September 2013 - Ton in Ton bepflanzte weiße Container in der Nähe des Haupteingangs.

IGS, Hamburg – September 2013 – Ton in Ton bepflanzte weiße Container in der Nähe des Haupteingangs (Welt der Häfen)

IGS, Hamburg - September 2013 - Pflanzarrangement in der Halle ...

IGS, Hamburg – September 2013 – Pflanzarrangement in der Halle …


Wenn Sie das gesamte Gelände zu Fuß erkunden möchten und dabei keine Wege doppelt laufen, warten gut sechs Kilometer Strecke auf Sie, die Ihnen aber wesentlich kürzer vorkommen, weil sie enorm abwechslungsreich sind und Ihnen viele Möglichkeiten geboten werden, mittendrin zu pausieren. Es sind Sitzgelegenheiten vorhanden und außerdem stehen großzügige Rasenflächen immer wieder zum Platz nehmen zur Verfügung.

IGS, Hamburg - September 2013 - Schöne Stellen, schattiger - mit entsprechendem Bewuchs. Sitzgelegenheit in Höhe der Treppe, dazu Tische aus großen, runden Steinplatten

IGS, Hamburg – September 2013 – Schöne Stellen, schattiger – mit entsprechendem Bewuchs. Sitzgelegenheit in Höhe der Treppe, dazu Tische aus großen, runden Steinplatten. Picknickgerecht.

IGS, Hamburg - September 2013 - Zwischendurch Wege durch alten Baumbestand ...

IGS, Hamburg – September 2013 – Zwischendurch Wege durch alten Baumbestand …

IGS, Hamburg - September 2013 - Auch das Wurzelwerk erinnert an Sumpf und andere Klimazonen ...

IGS, Hamburg – September 2013 – Auch das Wurzelwerk erinnert an Sumpf und andere Klimazonen …

IGS, Hamburg - September 2013 -  Efeuberankte Bäume erinnen an Urwald, Lianen (und Tarzan)

IGS, Hamburg – September 2013 – Efeuberankte Bäume erinnern an Urwald, Lianen (und Tarzan)

Wer überhaupt nicht mehr laufen mag, kann die Gartenschaubahn (Monorailbahn) benutzen, die das gesamte Gelände bedient. Sie verschafft einen Überblick und kann mit tollem Ausblick punkten. Alle drei Minuten schwebt ein Zug in bis zu sechs Meter Höhe über der Erde. Insgesamt bis zu 2.000 Gäste können auf diese Art und Weise pro Stunde befördert werden. Insgesamt gibt es drei Haltepunkte, an denen zu- oder ausgestiegen werden kann. Es sieht immer so aus, als müssten Sie – egal an welchem Bahnhof – Stunden Schlange stehen, doch dem ist gar nicht so. In jeden der sieben Züge mit jeweils 13 Waggons passen 80 Besucher. Bei der Häufigkeit der Fahrten wird die Schlange schnell abgebaut. Der Rundkurs per Bahn geht über eine Distanz von 3,5 km.

IGS, Hamburg - September 2013 - Stets großer Andrang an den Kassen und Bahnhöfen der Monorailbahn

IGS, Hamburg – September 2013 – Stets großer Andrang an den Kassen und Bahnhöfen der Monorailbahn

Da die aneinandergekoppelten Waggons für sich gesehen extrem kurz sind und in jeder Biegung einzeln „mitgehen“, scheint es in den Kurven, als wäre es nicht ein Zug, sondern als seien es die sich verschiebenden Glieder eines Raupenkörpers, die sich dort langsam weiterbewegen.

Egal, ob mit Zug oder zu Fuß, Sie kommen irgendwann an speziellen Stellen vorbei oder sehen Sie zumindest von oben.
Besonders – weil völlig anders – sind die Naturwelten, wobei der Begriff leicht irreführend ist. Es ist wohl Natur in Form einer großen, höheren Riedfläche außen herum, doch die eigentlichen Ausstellungsorte sind fünf Gärten in jeweils einer Art oben offenem Container, die die Natur der Zukunft zu interpretieren versuchen. Und die sieht dort mehrheitlich eher pflanzenarm und recht gestylt aus.
Ich habe mich extra von der falschen Seite – vom Ende her – heranbegeben, um die Erläuterungstafeln erst hinterher zu lesen. Mich interessierte:
Was erkennt man selbst, wie deutet man das Gesehene ohne Beeinflussung?
Wäre ich je auf die „richtige“ Interpretation gekommen?
Was fällt Ihnen hierzu ein?

IGS, Hamburg - September 2013 - Naturwelten - hier: Marsgarten

IGS, Hamburg – September 2013 – Naturwelten – hier: Marsgarten

Hintergrund ist die folgende Idee: Angenommen, es gäbe irgendwann eine Art kosmischen Klimawandel, der auch das Klima auf dem Mars so veränderte, dass dort Vegetation und Leben möglich wären. Und weiter angenommen, dies sei ein Prototyp. Der erste Marsgarten. Samenkapseln, die abgeworfen oder ausgebracht würden, könnten durch die neuen, vorteilhafteren Bedingungen keimen und ganz langsam und zaghaft entwickelte sich auf diesem mageren, kargen Boden eine Wiese. Im Verlauf des Weges nimmt die Bepflanzung zu. So, als sei dort bereits mehr von der Saat aufgegangen …

Und dies hier?

IGS, Hamburg - September 2013 - Naturwelten - Der rettende Strohhalm vor Flut und Dürre ...

IGS, Hamburg – September 2013 – Naturwelten – Der rettende Strohhalm vor Flut und Dürre …

In diesem Fall wird auf die Klimaveränderung mit ihren Folgen eingegangen. Wir haben mehr Hochwasser (Fluten) und gleichzeitig nimmt die Wüstenbildung anderenorts zu. Dürre, Hunger auf der einen Seite, Ertrinken auf der anderen. Strohhalme symbolisieren die Rettung – vor dem Verdursten und ebenso als Halt vor dem Untergehen in Fluten. In den roten Halmen schweben Bilder klimaschädlicher Aktionen, in den grünen verbergen sich die positiven, klimaschützenden und zukunftsweisenden Beispiele. Es findet sich auch noch eine kleine, treibende Rettungsinsel … Für den äußersten Notfall?

Die IGS hat ständig wechselnde Aktionswochen, die sich beispielsweise nach der Blütezeit bestimmter Pflanzen richten. Jetzt, Anfang September, ging gerade die Dahlien-Woche zu Ende.

IGS, Hamburg - September 2013 - Im Südbereich: Dahlien, Sonnenhut und Gräser

IGS, Hamburg – September 2013 – Im Südbereich: Dahlien, Sonnenhut und Gräser

IGS, Hamburg - September 2013 - Dahlienblüte, die in diesem Bereich sehr natürlich wirkt. Der NDR (Hintergrund) ist ständig vor Ort vertreten.

IGS, Hamburg – September 2013 – Dahlienblüte, die in diesem Bereich sehr natürlich wirkt. Der NDR (Hintergrund) ist ständig vor Ort vertreten.

IGS, Hamburg - September 2013 - Dahlienblüte

IGS, Hamburg – September 2013 – Dahlienblüte

IGS, Hamburg - September 2013 - Oder auch in dieser Farbkombination: Dahlien

IGS, Hamburg – September 2013 – Oder auch in dieser Farbkombination: Dahlien

Die Wasserwelten sind hochinteressant! Wenn Sie auf eine kiesbedeckte Fläche mit spärlicher Vegetation (Sedum, Moose) treffen, an einem Findling halt machen und ein Schild entdecken, dass dies hier kein Spielplatz sei und nicht betreten werden sollte, werden Sie vielleicht neugierig. Was hat es damit auf sich? Und wo ist denn hier Wasser im Spiel?

IGS, Hamburg - September 2013 - Hier gibt es Geysire. Nur wann sind sie aktiv? Warten, dass es losgeht

IGS, Hamburg – September 2013 – Hier gibt es Geysire. Nur wann sind sie aktiv? Warten, dass es losgeht …

Bleiben Sie dort!
Es ist das Terrain, auf dem sich Geysire befinden. Inmitten der Steinlandschaft kommt  von Zeit zu Zeit einer von ihnen zum Ausbruch. Dann schießt eine bis zu 12 m hohe Wasserfontäne aus dem Boden. Sehr beeindruckend, spannend (weil Sie nie so genau wissen, wann es losgeht) und definitiv etwas, was alle Generationen fasziniert.

IGS, Hamburg - September 2013 - Achtung: Es geht los! Geysir!

IGS, Hamburg – September 2013 – Achtung: Es geht los! Geysir!

Sie werden immer wieder auf den Fotos entdecken, dass unter den Besuchern der IGS vom Kind bis zum Greis alles vertreten ist. Warum? Weil hier tatsächlich jeder zu seinem Recht kommt!

Was könnte an diesem grünen Fleckchen speziell sein?

IGS, Hamburg - September 2013 - Dunst und Nebel wie im Regenwald?

IGS, Hamburg – September 2013 – Dunst und Nebel wie im Regenwald?

Es ist ein kleines Mini-Wäldchen, in dem gelegentlich Dunst und Nebel herrschen, Regenwaldklima erzeugt wird. Die Bepflanzung ist den feuchten und eher schattigen Verhältnissen angepasst. Sumpfzypressen und Erlen, Japananemonen, Fingerhut, Farne und Kletterpflanzen. Blattschmuckstauden sowie Gräser des Waldes vervollkommnen das Bild. Das absolute i-Tüpfelchen ist das Einschalten von Düsen, die ganz fein Wasser versprühen und auf diese Weise Dunst aufsteigen und Nebelschwaden durch das Unterholz ziehen lassen.

IGS, Hamburg - September 2013 - Dunst und Nebel an! Feine Sprühdüsen sorgen für Regenwaldklima und -feeling.

IGS, Hamburg – September 2013 – Dunst und Nebel an! Feine Sprühdüsen sorgen für Regenwaldklima und -feeling.

Hier sammelt sich Wasser im Eimer. Er leert sich von Zeit zu Zeit mit einem enormen Schwall auf das darunterliegende, gespannte Segeltuch. Wer mutig und nicht wasserscheu ist, stellt sich darunter. Man kann den Aufprall fühlen, die Wucht, die dahintersteckt, spüren!
Allerdings gehen oft Spritzer daneben, wenn die Ladung seitlich herunterplätschert… Ganz trocken bleiben Sie nicht!

IGS, Hamburg - September 2013 - Der Eimer füllt sich mit Wasser und kippt seinen Inhalt hin und wieder auf das Segeltuch darunter. Wer mutig ist, kann sich darunterstellen ... Spritzerwarnung!

IGS, Hamburg – September 2013 – Der Eimer füllt sich mit Wasser und kippt seinen Inhalt hin und wieder auf das Segeltuch darunter. Wer mutig ist, kann sich darunterstellen … Spritzerwarnung!

Ein Kino bei der Gartenschau. Das Cinéma Aquatica. Die Leinwand ist aus Keramikfliesen hergestellt und zeigt in zahllosen Blautönen und unterschiedlichen Strukturen eine Unterwasserlandschaft. Es rinnt Wasser über die gesamte Fläche und verändert im Zusammenspiel mit den auftreffenden Sonnenstrahlen ständig das Bild. Neue Reflexionen, neue Farbeindrücke …

IGS, Hamburg - September 2013 - Das Cinéma Aquatica. Die Kinoleinwand ist eine Unterwasserlandschaft. Über die Fliesen rinnt Wasser und im Zusammenspiel mit der Sonne ...

IGS, Hamburg – September 2013 – Das Cinéma Aquatica. Die Kinoleinwand ist eine Unterwasserlandschaft. Über die Fliesen rinnt Wasser und im Zusammenspiel mit der Sonne …

IGS, Hamburg - September 2013 - Dazwischen überall wieder Blumeninseln die farbenprächtige Farbkleckse hinterlassen

IGS, Hamburg – September 2013 – Dazwischen überall wieder Blumeninseln die farbenprächtige Farbkleckse hinterlassen

IGS, Hamburg - September 2013 - Die Holzterrassen stellen die Wände einer Schlucht (Canyon) dar, zwischendurch schlängelt sich ein Fluss.

IGS, Hamburg – September 2013 – Die Holzterrassen stellen die Wände einer Schlucht (Canyon) dar, zwischendurch schlängelt sich ein Fluss. Klettern nicht erlaubt – aber kaum einer kann widerstehen …

Zwischendurch begegnen Ihnen vielleicht einige dieser hochgewachsenen Herrschaften:

IGS, Hamburg - September 2013 - Auch solche farbenprächtig gekleideten und hochgewachsenen (Stelzen-)Menschen begegnen Ihnen hier ...

IGS, Hamburg – September 2013 – Auch solche farbenprächtig gekleideten und hochgewachsenen (Stelzen-)Menschen begegnen Ihnen hier …

IGS, Hamburg - September 2013 - Laufend und von hinten gesehen beeindruckt es noch ein bisschen mehr. Diese Höhe ...

IGS, Hamburg – September 2013 – Laufend und von hinten gesehen beeindruckt es noch ein bisschen mehr. Diese Höhe …

IGS, Hamburg - September 2013 - Beim obligatorischen Foto mit den Stelzenwesen wird es manchmal fast kritisch. Nicht dass dabei jemand umgerissen wird ...

IGS, Hamburg – September 2013 – Beim obligatorischen Foto mit den Stelzenwesen wird es manchmal fast kritisch. Nicht dass dabei jemand umgerissen wird …

Auch Madame ist unterwegs mit ihrem Hund Tutu. Er ist quasi Gallier (also Tütü), war – sagt sie jedenfalls – auf einer französischen Hundeschule und tut nichts. Man kann ihn streicheln, ihren Attrappen-Tutu …

IGS, Hamburg - September 2013 - Madame ist mit Hund Tutu (gesprochen Tütü) unterwegs ...

IGS, Hamburg – September 2013 – Madame ist mit Hund Tutu (gesprochen Tütü) unterwegs …

Manchmal kommt Ihnen unter Umständen der Verdacht, dass die Pflanzgefäße nicht ausgereicht haben könnten. Sehen Sie selbst:

IGS, Hamburg - September 2013 - Bepflanzte Hosen

IGS, Hamburg – September 2013 – Bepflanzte Hosen

Irgendwie hängt denen ziemlich viel vorne heraus …

IGS, Hamburg - September 2013 - Bepflanzte, weiße Container in der Nähe des Haupteingangs.

IGS, Hamburg – September 2013 – Bepflanzte, weiße Container in der Nähe des Haupteingangs.

IGS, Hamburg - September 2013 - Über allem die Monorailbahn ...

IGS, Hamburg – September 2013 – Über allem die Monorailbahn …

IGS, Hamburg - September 2013 - Nachgebildete Früchte und Gewürzpflanzen ragen aus Fässern ...

IGS, Hamburg – September 2013 – Nachgebildete Früchte und Gewürzpflanzen ragen aus Fässern …

IGS, Hamburg - September 2013 - Leuchtkraft

IGS, Hamburg – September 2013 – Leuchtkraft

IGS, Hamburg - September 2013 - Kunterbunt ...

IGS, Hamburg – September 2013 – Kunterbunt …

IGS, Hamburg - September 2013 - Rot herrscht vor ...

IGS, Hamburg – September 2013 – Rot herrscht vor …

IGS, Hamburg - September 2013 - Vielfalt ...

IGS, Hamburg – September 2013 – Vielfalt …

Wieder etwas völlig anderes:

IGS, Hamburg - September 2013 - Bücherturm zu Babel - Eine Turmlandschaft aus Büchern verschiedener Kulturen und Länder (inkl. integrierter Leseecke)

IGS, Hamburg – September 2013 – Bücherturm zu Babel – Eine Turmlandschaft aus Büchern verschiedener Kulturen und Länder (inkl. integrierter Leseecke)

Vers um Vers. Der Bücherturm zu Babel. Ein Rückzugsgelegenheit für Bücherfreunde. Ein introvertierter Ort, so heißt es.
Hocker in Buchstabenform laden ein, und es gibt tatsächlich auch weitere Bücher dort, die sie lesen können.
Bei den aufgeschichteten Türmen habe ich natürlich bewundert, wie genau man die Höhen ausgeglichen hat und offenbar immer den Buchrücken mit der richtigen Breite zum Weiterbauen fand. Der „Pferdeflüsterer“ musste auch daran glauben. Der Titel, den ich dort als den am meisten vertretenen Baustein entdeckt zu haben meine, lautet Chilischarfes Teufelszeug.
Wären Sie als Autor hocherfreut oder traurig über die Tatsache, dass ihr Buch zu diesem Zweck verwendet wird?

IGS, Hamburg - September 2013 - ... und eine dem Standort angepasste Staudenbepflanzung.

IGS, Hamburg – September 2013 – Garten Klangvoll in den verschiedensten Grüntönen … und eine dem Standort angepasste Staudenbepflanzung.

IGS, Hamburg - September 2013 - Blühende Vielfalt - und jemand, der sie festhalten möchte.

IGS, Hamburg – September 2013 – Blühende Vielfalt – und jemand, der sie festhalten möchte.

IGS, Hamburg - September 2013 - Fackellilie

IGS, Hamburg – September 2013 – Fackellilie

IGS, Hamburg - September 2013 - Im Eingangsbereich sind es einzelne, von unterschiedlichen Gartenbaubetrieben und Gärtnereien bepflanzte Kästen, die entlang des Weges platziert sind.

IGS, Hamburg – September 2013 – Im Eingangsbereich sind es einzelne, von unterschiedlichen Gartenbaubetrieben und Gärtnereien bepflanzte Kästen, die entlang des Weges platziert sind.

IGS, Hamburg - September 2013 - Zur IBA gehörende Häuser nebenan .. Die Water Houses ergänzen die Welt der Häfen der IGS .

IGS, Hamburg – September 2013 – Zur IBA gehörende Häuser nebenan … Die Water Houses ergänzen die Welt der Häfen der IGS

IGS, Hamburg - September 2013

IGS, Hamburg – September 2013

Es gibt sogar einen Ort auf dem Gelände, den Sie wahrscheinlich dort nicht erwarten. Einen Friedhof. Einen ganz speziellen.  Auf ihm können Sie all ihre guten Ideen begraben lassen, von denen sie annehmen, dass daraus wohl nichts mehr wird. Sie  fassen sie in Worte, formulieren es möglichst präzise und knapp aus, und letztendlich erscheint sie als Inschrift auf einem der Grabsteine. Das ist übrigens sehr ernsthaft gemeint – weitaus mehr, als ich nach Durchlesen manch eingravierter (nicht immer ernsthafter) Grabsteininschrift dachte!
Hier mehr dazu:
http://www.igs-hamburg.de/gartenschau/kunstprojekt-igs-2013/friedhof-der-guten-ideen/

IGS, Hamburg - September 2013 - Der Friedhof der guten (begrabenen) Ideen ...

IGS, Hamburg – September 2013 – Der Friedhof der guten (begrabenen) Ideen …

Ansonsten treffen Sie noch auf zwei Container, die den Beatles gewidmet sind. In einem erklingen die wohlbekannten Songs der Pilzköpfe. Während ich in der Nähe war, standen viele Menschen dort, hörten zu, schauten sich Bilder an den Innenwänden an und manche sangen spontan mit. Bei Beatles-Songs kann kaum einer widerstehen.

IGS, Hamburg - September 2013 - Von Treibholz und Baumfarnen (Neuseeland und Tasmanien)

IGS, Hamburg – September 2013 – Von Treibholz und Baumfarnen (Neuseeland und Tasmanien)

IGS, Hamburg - September 2013 - Chien-Tung Orakel (chin. Weissagung)

IGS, Hamburg – September 2013 – Chien-Tung Orakel (chin. Weissagung)

IGS, Hamburg - September 2013 - Blühendes Ziergras soweit das Auge reicht ...

IGS, Hamburg – September 2013 – Blühendes Ziergras soweit das Auge reicht …

IGS, Hamburg - September 2013 - In dem holzverkleideten Haus findet eine separate Ausstellung zum Thema Wald statt.

IGS, Hamburg – September 2013 – In dem holzverkleideten Haus findet eine separate Ausstellung zum Thema Wald statt.

Das Deutsche Baumschulmuseum stellt alte Geräte aus:

IGS, Hamburg - September 2013 - Aus dem Deutschen Baumschulmuseum: Alte landwirtschaftliche Geräte. Pflug, eine Holder-Fräse mit Anbau-Rillenscheibe (ca. 1958) und ein Holder Einachs-Schlepper (ca. 1940)

IGS, Hamburg – September 2013 – Aus dem Deutschen Baumschulmuseum: Alte landwirtschaftliche Geräte. Pflug, eine Holder-Fräse mit Anbau-Rillenscheibe (ca. 1958) und ein Holder Einachs-Schlepper (ca. 1940)

Auch ein recht modernes Gerät können Sie aus der Nähe betrachten. Wissen Sie, worum es sich handelt?

IGS, Hamburg - September 2013 - Können Sie erkennen, worum es sich hier handelt? Dieses Gerät ist ein Ballenstecher.

IGS, Hamburg – September 2013 – Können Sie erkennen, worum es sich hier handelt? Dieses Gerät ist ein Ballenstecher.

Und achten Sie bei dieser Ausstellung (und natürlich auch sonst) auf Kinder! Sie sind die wahren Entdecker und mit Begeisterung dabei. Sie sehen wirklich Nebel und ein FIndling zum Besteigen oder Baumstamm zum Balancieren wird zum Riesenabenteuer. Natur fasziniert Kinder! Nutzen Sie die Neugier, um sie an vieles heranzuführen und profitieren Sie gleichzeitig davon. Kinder sehen aus ihrer geringeren Höhe und mit ihren Augen Dinge, die Sie selbst gar nicht beachten würden.
Diese beiden hier waren mit ihrem Vater auf Erkundungstour und bestaunten Insekten und Schmetterlinge.

IGS, Hamburg - September 2013 - Es gibt auch viel für Kinder zu entdecken ... Insektenbegutachtung.

IGS, Hamburg – September 2013 – Es gibt auch viel für Kinder zu entdecken … Insektenbegutachtung.

„Papa, kann man Hummeln streicheln?“
Was meinen Sie? Ja? Nein? Manche?
Dieser Vater war nicht nur der Meinung, dass Hummeln selbstverständlich gestreichelt werden sollten, er wusste auch wie und machte es gleich vor. Leicht mit dem Zeigefinger über den Kopf und den Rücken. Von vorne nach hinten. Nicht gegen den Strich! Es erinnerte mich an eine Anweisung für Katzen, die ich als Kind einmal erhielt.
Der Hummel gefiel es. Sie blieb sitzen.

IGS, Hamburg - September 2013 - Das ist das Innere der sogenannten Salad Bowl (Salatschüssel) - Untertitel: Multikulti im Blumentopf

IGS, Hamburg – September 2013 – Das ist das Innere der sogenannten Salad Bowl (Salatschüssel) – Untertitel: Multikulti im Blumentopf

IGS, Hamburg - September 2013 - Garten der Symbolik: Beziehungskisten

IGS, Hamburg – September 2013 – Garten der Symbolik: Beziehungskisten

Die Frage eines anderen Kindes an seine Eltern in der Nähe eines Wasserlaufs:
„Wie viele Tropfen hat das Meer?“
„Unendlich viele!“
„Mehr als 700?“
„Viel, viel mehr …“
„Noch mehr?“
Sie hätten diese großen, ungläubigen Augen sehen sollen!

IGS, Hamburg - September 2013 - Spiegel der Eitelkeiten werden sie genannt und ziehen Jung und Alt magisch an ...

IGS, Hamburg – September 2013 – Spiegel der Eitelkeiten werden sie genannt und ziehen Jung und Alt magisch an …

IGS, Hamburg - September 2013 - Spaß bei den verzerrenden Spiegeln

IGS, Hamburg – September 2013 – Spaß bei den verzerrenden Spiegeln

Es gäbe noch viel mehr zu berichten, doch es soll reichen.
War der Gartenschaubesuch nun so todlangweilig, wie manche denken? Oder ist es doch mehr als Beete angucken? Nicht nur für Ältere, nicht nur für die Experten? Ist es auch ein bisschen Show?

Vielleicht verspüren Sie Lust, sich die IGS selbst anzusehen. Lassen Sie sich nur bitte nicht zu viel Zeit zum Überlegen, denn in genau einem Monat schließt sie die Pforten! Sie haben noch bis zum 13. Oktober Gelegenheit und kommen mit der Bahn (S-Bahn Wilhelmsburg) bis fast direkt an den Haupteingang.
Mir gefiel dort besonders die Fußgängerampel. Endlich auch einmal bei uns die sympathischen Ostmännchen mit dem Hut …

IGS, Hamburg - September 2013 - Ungewohnt im Norden, jedoch überaus sympathisch: Das Ampelmännchen aus dem Osten ...

IGS, Hamburg – September 2013 – Ungewohnt im Norden, jedoch überaus sympathisch: Das Ampelmännchen aus dem Osten …

Ansonsten, sollten Sie zu weit entfernt wohnen und ein Besuch nicht möglich sein, so haben Sie heute hier den Anfang gemacht, den virtuellen Weg eingeschlagen und könnten noch die Homepage der IGS besuchen. Sie erreichen sie per nachstehenden Link:
http://www.igs-hamburg.de/igs-2013/

Das Gelände selbst wird nach Schließung der Pforten den Bewohnern der Elbinsel überlassen. Als Park, als Freizeitanlage mit attraktivem Angebot. Auch ein Kanukanal und der Hochseilgarten werden bleiben. Die Installationen und ganz besonderen Gärten hingegen werden nicht alle von Dauer sein, und auch die Monorailbahn wird im Oktober mit dem Ende der IGS abgebaut.

Ich selbst ging mit einer unbeantworteten Frage heim, die mich immer noch beschäftigt.
An einer Hallentür befand sich dieses Hinweisschild:

IGS, Hamburg - September 2013 - Halle bei Gewitter verlassen? Warum wohl?

IGS, Hamburg – September 2013 – Halle bei Gewitter verlassen? Warum wohl?

Haben Sie vielleicht eine Ahnung, warum man sich dann dort nicht mehr aufhalten darf? Was macht es gefährlich?

©September 2013 by Michèle Legrand
Michèle Legrand  ©Foto Andreas Grav (Ausschnitt)

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Hamburg – Zeit: später Nachmittag – Zustand: weihnachtlich / Zum Advent ein kleiner Streifzug durch die City

Sonntag, 02. Dezember 2012. Der erste Advent!
Wir haben diesen November tatsächlich herumgekriegt!
Es ist geschafft, erledigt, vorbei!
In der letzten Woche gab es allerdings noch ein Ableben.
Nein, nicht was Sie denken!
Kein Mensch, es handelt sich lediglich um meine Kamera, an der ich jedoch hing. Das gute Stück kränkelte schon länger. Nun ist sie verstorben, letztendlich doch unerwartet, recht abrupt  und überaus stilecht im November. Am Totensonntag! Da sag noch einer,  ein Fotoapparat hätte kein Gefühl für Timing.
Zumindest aus der Sicht der Apparats.
Aus meiner Sicht ein eher bescheidenes Timing, denn hätte sie nicht noch bis Weihnachten durchhalten können? Nein, natürlich nicht …!
Ja, wie? Und hier? Die Fotos heute …
Ein Glücksfall! Ich habe eine Kamera ausgeliehen bekommen für meinen Streifzug durch die Stadt.

Ich hatte am Freitag einen Termin in der City. Leider relativ früh, als es noch hell war. Nichtsdestotrotz habe ich die Gelegenheit genutzt, um im Anschluss eine Ausstellung im Rathaus zu besuchen und ein wenig die Stadt in ihrer vorweihnachtlichen Pracht zu erleben. An vielen Stellen haben in der vergangenen Woche die Weihnachtsmärkte geöffnet und mit zunehmender Dunkelheit erwartet den Flaneur überall ein Lichtermeer bestehend aus beleuchteten Girlanden, Tieren, Tannen, Pyramiden u. a.

Das ist bei Ihnen sicher auch so, oder?

Was mir im November noch zu viel war, was nicht recht zur Zeit, zur Gemütslage und zum Wetter passen wollte – jetzt wirkt es tatsächlich anders. Der Advent ist inzwischen wirklich da!
Offenbar bringt das für einen Teil des Handels noch nicht genug Action mit sich. Das Einkaufzentrum „Hamburger Meile“ (U-Bahn Mundsburg), das generell schon sagt: Wir shoppen nicht, wir kaufrauschen!, dieses EKZ spricht jetzt auch nicht vom Advent sondern von Adventure!
Es ruft bei mir Bilder von rasanten Fechtduellen um den Adventskranz hervor …

Schauen Sie einmal, wie die Innenstadt Hamburgs am Nachmittag bei erst leichter Dämmerung aussieht:

Hamburg - Weihnachtliche City - Ein Blick vom Jungfernstieg in den Neuen Wall

Hamburg – Weihnachtliche City – Ein Blick vom Jungfernstieg in den Neuen Wall

Hamburg - Weihnachtliche City - Der Hingucker im Dunkeln: Der "Hamburger Hof" wünscht Frohe Weihnachten in mehreren Sprachen!

Hamburg – Weihnachtliche City – Der Hingucker, wenn es ganz dunkel geworden ist: Der „Hamburger Hof“ wünscht Frohe Weihnachten in mehreren Sprachen!

Hamburg-Weihnachtliche City - Selbst um 16 Uhr schon gut zu erkennen: Die Rehe bei Juwelier Wempe

Hamburg-Weihnachtliche City – Selbst um 16 Uhr schon gut zu erkennen: Die Rehe bei Juwelier Wempe

Hamburg - Weihnachtliche City - die Märchenschiffe am Anleger Jungfernstieg

Hamburg – Weihnachtliche City – die Märchenschiffe am Anleger Jungfernstieg

Hamburg - Weihnachtliche City - Die umgestylten Alsterdampfer ...

Hamburg – Weihnachtliche City – Die umgestylten Alsterdampfer …

Es herrscht momentan lebhaftes Treiben am Anleger Jungfernstieg. Die Alsterdampfer haben festgemacht, sind „umgestylt“ zu Märchenschiffen und bieten z. B. Backen für Kinder an. Ich begegnete einer Gruppe kleiner Mädchen und Jungen, die gerade mit ihren Eltern eine Dampferbackstube verließen. Eine aufgeregte Stimme verkündete: „Ich habe einen großen Schneemann gemacht!“
Nein, nein, es hat nicht geschneit!
Es ging um Riesenkekse. Alle Jungkeksproduzenten hatten noch rote Bäckchen und teilweise Mehlstaub im Gesicht sowie verräterische Kekskrümel um den Mund. Hüpfend entfernten sie sich …
Die Kinder, nicht die Krümel!
Sie verstehen schon.

Wenn Sie den Neuen Wall bis zur Kreuzung Poststraße vorgehen und dort nach rechts abbiegen, erreichen Sie das Haus 2-4, in dem sich die Parfümerie Sahling befindet. Sie hat in diesem Jahr eine besondere Schaufensterdekoration. Eine Winterlandschaft mit erstaunlich viel Bevölkerung, die zahlreichen Aktivitäten nachgeht. Eine Art Diorama. Faszinierend, wenn man erst einmal genauer hinschaut.
Eine Amerikanerin stand wie ich davor. Wir kamen uns unbeabsichtigt etwas ins Gehege, als wir beide fotografieren wollten. Natürlich die gleiche Szene im Fenster! Minimales Handgemenge, leichte Verlegenheit, und jeder wollte daraufhin den anderen vorlassen. So kam es überhaupt zum Gespräch.
Sie stammt aus Lancaster  (westlich von Philadelphia) im Staat Pennsylvania.  Auf meine Frage, was sie nach Hamburg führt, antwortete sie:
„Christmas shopping!“
Es stellte sich heraus, dass Hamburg nicht die einzige Station ihrer Tour ist. Sie war schon in Kopenhagen, will weiter nach München und Rom. Danach Paris und über London wieder heim. Sie sagte das so entspannt, als würde ich erzählen, dass ich heute den Weihnachtsmarkt in Hamburg besuche, morgen nach Lüneburg fahre und übermorgen Itzehoe anpeile.
Sie fühlte in anderen Dimensionen. Verständlich, denn in Anbetracht der Entfernung zwischen Hamburg und Pennsylvania, liegen die Städte, die sie sich hier ausgesucht hat, nur einen Katzensprung voneinander entfernt.
Um noch einmal auf das Diorama zurückzukommen: Sie fand die Szenen rührend.
„How lovely! I never saw anything like this! It’s amazing!“
Sie entdeckte immer wieder neue Kleinigkeiten und rief jedes Mal aufgeregt:
„Dear, did you see this? Look here! Did you see it?“
Es ist wirklich mit unheimlich viel Liebe zum Detail gemacht. Einige Gegenstände bewegen sich tatsächlich! Menschen kurven auf dem Eis, fliegen in den Sitzen des Kettenkarussells … – und die, die still stehen, wirken trotzdem aktiv! Sie sind mitten bei einer Schneeballschlacht, mit einem Luftgewehr am Schießstand, tanzend im Ballsaal …

Hamburg - Weihnachtliche  City - Winterliche Szenen im Schaufenster der Parfümerie Sahling in der Poststraße 2-4 - ein sich drehendes Kettenkarussell

Hamburg – Weihnachtliche City – Winterliche Szenen im Schaufenster der Parfümerie Sahling in der Poststraße 2-4 – ein sich drehendes Kettenkarussell

City - (Bewegte) winterliche Szenen im Schaufenster der Parfümerie Sahling in der Poststraße 2-4Hamburg - Weihnachtliche

Hamburg – Weihnachtliche City – (Bewegte) winterliche Szenen im Schaufenster der Parfümerie Sahling

Hamburg - Weihnachtliche City - (Bewegte) winterliche Szenen im Schaufenster der Parfümerie Sahling in der Poststraße 2-4 - Trubel auf der Eisbahn ...

Hamburg – Weihnachtliche City – (Bewegte) winterliche Szenen im Schaufenster der Parfümerie Sahling in der Poststraße 2-4 – Trubel auf der Eisbahn …

Sehr lustig zu beobachten: Wenn sich zwei vor dem Fenster unterhalten und mit Fingerzeig auf Dinge aufmerksam machen, noch dazu fotografieren – dann bleiben andere Passanten sofort stehen.
Was ist da los? Gibt es was umsonst? Was fotografieren die denn …?
Plötzlich herrscht Gewimmel vor dem Geschäft und Sie haben mindestens acht bis zehn Leute um sich, die Ihr Handy oder eine Kamera für Fotos zücken und mitdiskutieren.
Ich habe mich dann verdünnisiert …

Wie sieht es aus? Sind Sie inzwischen wieder mit dabei?
Dann kommen Sie doch noch ein Stückchen weiter mit!

Hamburg - Weihnachtliche City - Auch die Alsterarkaden sind mit Girlanden geschmückt ...

Hamburg – Weihnachtliche City – Auch die Alsterarkaden sind mit Girlanden geschmückt …

Wir sind einerseits recht früh dran (noch Tageslicht), andererseits zu spät. Der Weihnachtsmann schwebt dreimal täglich (um 16, 18 und 20 Uhr) mit seinem historischen Schlitten über den Rathausplatz.
Es ist kurz nach vier Uhr. Wir erwischen ihn vielleicht gerade noch …

Hamburg - Weihnachtliche City - Der Weihnachtsmann im Schlitten über dem Rathausmarkt ...

Hamburg – Weihnachtliche City – Der Weihnachtsmann im Schlitten über dem Rathausmarkt …

Lassen Sie uns heute nicht ausschließlich auf den Rathausplatz gehen, um den Weihnachtsmarkt dort zu besuchen, sondern kommen Sie vorher mit in die Diele des Rathauses.
(Vielleicht ist es danach auch schon so dunkel, dass die Dekoration draußen noch schöner leuchtet!)

Hamburg - Weihnachtliche City - Ein Blick in die Diele des Rathauses mit der geschmückten Tanne  ...

Hamburg – Weihnachtliche City – Ein Blick in die Diele des Rathauses mit der geschmückten Tanne …

Ich möchte Ihnen im Rathaus gerne eine Ausstellung vorstellen und empfehlen, die sich
„Auch Hände können sehen!“
nennt. Sie läuft noch bis zum 13. Dezember 2012 und zeigt Werke von
Horst W. Müller.
Der Maler stellt besondere, reliefartige, dreidimensionale Bilder her, denn er möchte, dass auch Nichtsehende oder Sehbehinderte seine Werke erfühlen und ertasten können.
Anfassen zum Erfassen, auf diese Art eine Vorstellung von der Darstellung erhalten!
Sehende selbstverständlich auch!
Kunst sei eine Weltsprache, sie dürfe doch nicht Blinde und Sehbehinderte aufgrund dieser Behinderung ausschließen!

Wenn Sie mehr darüber lesen möchten, folgen Sie gern den folgenden Links.
http://www.mueller-artroom.com/
http://www.hamburg.de/ausstellung-hamburg/3695982/auch-haende-koennen-sehen.html
In den vergangenen acht Jahren hat der in den USA lebende Maler Horst W. Müller auch schon in London, Miami, Stuart/Florida, in Toronto, Moskau und Berlin ausgestellt.

Hamburg - Weihnachtliche City - In der Diele des Rathauses zurzeit die Ausstellung "Auch Hände können sehen" mit Kunstwerken von Horst W. Müller

Hamburg – Weihnachtliche City – In der Diele des Rathauses zurzeit die Ausstellung „Auch Hände können sehen“ mit Kunstwerken von Horst W. Müller

Ich habe es sehr genossen, mit geschlossenen Augen einige der Bilder zuerst zu ertasten. Ich bin merkwürdigerweise anfangs mit einer etwas anderen Vorstellung bezüglich der Themen der Bilder in diese Ausstellung gegangen.
Ich nahm an, für Nichtsehende wären es eher realistische Motive, die so tastend nachempfunden werden könnten. Doch hier finden Sie (überwiegend) abstrakte Motive, die genauso interessant sind beim Befühlen.
Was mich jedoch als Sehenden zusätzlich besonders fasziniert, das sind die Farben! Und in diesem Moment bedaure ich unheimlich, dass sich zwar Formen, aber nicht diese Farben und Farbharmonien für Blinde darstellen lassen …

Fertig?
Dann lassen Sie uns das Rathaus verlassen und über den Weihnachtsmarkt gehen. Es riecht nach Glühwein, nach Bratwurst und Kartoffelpuffern. Es gibt viel Gelächter, und eben liefen vier Damen leicht fortgeschrittenen Alters vorbei, die alle rosa Hasenplüschohren auf ihrem Kopf trugen. Hochaufragend!
Ich nehme an ein Erkennungszeichen, etwas zum Wiederfinden, falls man sich hier verlieren sollte …

In der Handwerkergasse gibt es viel zu sehen:
Zwei junge Damen, die rote Mützen wie Rotkäppchen tragen, präsentieren modische Stulpen in allen Varianten. Es gibt Schmuck, Fossilien, …

Hamburg - Weihnachtliche City -  ... netter Empfang auf dem Rathausmarkt (Bilder vom Vorjahr in absoluter Dunkelheit siehe Link unten)

Hamburg – Weihnachtliche City – … netter Empfang auf dem Rathausmarkt (Bilder vom Vorjahr in absoluter Dunkelheit siehe Link unten)

Hamburg - Weihnachtliche City - Interessante Fossilien und Mineralien beim Steinkauz auf dem Rathausmarkt

Hamburg – Weihnachtliche City – Interessante Fossilien und Mineralien beim Steinkauz auf dem Rathausmarkt

Hamburg - Weihnachtliche City - Speiseuhus, Körnerkauze, Futtereulen ... wie auch immer. Auch auf dem Rathausmarkt zu finden.

Hamburg – Weihnachtliche City – Speiseuhus, Körnerkauze, Futtereulen … wie auch immer. Sie sind auf dem Rathausmarkt zu finden.

Und es gibt Holzskulpturen. Tiere!
Ich habe mich von einem Hund hereinlegen lassen! Dieser Lump!
Er saß regungslos aufrecht zwischen den anderen Skulpturen eines Holzbildhauers, und ich dachte, er wäre ein besonders gelungenes Werk!
Wahrscheinlich hielt er sogar die Luft an!
Als ich knipsen wollte, wurde es ihm anscheinend zu blöd. Er ging plötzlich weg!
Hinterließ mich derart verdutzt, dass ich im ersten Moment vergaß, auf den Auslöser zu drücken …

Hamburg - Weihnachtliche City - Holzschnitzereien ... und der echte Hund (siehe Text)

Hamburg – Weihnachtliche City – Holzschnitzereien … und der echte Hund (siehe Text)

Hamburg - Weihnachtliche City - Holzschnitzereien auf dem Rathausmarkt

Hamburg – Weihnachtliche City – Holzschnitzereien auf dem Rathausmarkt

Auch das machen manche Besucher des Weihnachtsmarktes: sie lassen sich wahrsagen!

Hamburg - Weihnachtliche City - ... Sie können sich auch wahrsagen lassen! - Rathausmarkt

Hamburg – Weihnachtliche City – … Sie können sich auch wahrsagen lassen! – Rathausmarkt

Geht es Ihnen vielleicht auch  so, dass es Ihnen ab einem bestimmten Punkt einfach zu voll wird? Ja?
Bei mir ist der Punkt gerade erreicht.
Wir laufen lieber weiter Richtung Mönckebergstraße, zur Petrikirche. Denn auch dort ist ein kleiner Weihnachtsmarkt.

Hamburg - Weihnachtliche City - die Weihnachtsstände an der Petrikirche

Hamburg – Weihnachtliche City – die Weihnachtsstände an der Petrikirche

Ein Stück voran auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich der Gerhart-Hauptmann-Platz – ebenfalls mit einem Weihnachtsmarkt.

Hamburg - Weihnachtliche City - Der Weihnachtsmarkt am Gerhart-Hauptmann-Platz

Hamburg – Weihnachtliche City – Der Weihnachtsmarkt am Gerhart-Hauptmann-Platz

Wenn Sie jetzt Richtung Hauptbahnhof schauen, dann liegen Mönckebergstraße und Barkhof/Spitaler Straße vor Ihnen. Gut besucht, überall herrscht Jubel und Trubel.

Hamburg - Weihnachtliche City - ... immer wieder etwas verwegen: Die Lichterketten in den Laubbäumen der Mönckebergstraße ...

Hamburg – Weihnachtliche City – … immer wieder etwas verwegen: Die Lichterketten in den Laubbäumen der Mönckebergstraße …

Hamburg - Weihnachtliche City -  ... ein Blick auf die Weihnachtstanne, -pyramide und in die Spitaler Straße hinein.

Hamburg – Weihnachtliche City – … ein Blick auf die Weihnachtstanne, -pyramide und in die Spitaler Straße hinein.

Hamburg - Weihnachtliche City - Die geschnitzten Figuren der Pyramide

Hamburg – Weihnachtliche City – Die geschnitzten Figuren der Pyramide

Hamburg - Weihnachtliche City - Weihnachtskrippe (hinter Glas, Barkhof-Beginn Spitaler Straße)

Hamburg – Weihnachtliche City – Weihnachtskrippe (hinter Glas, Barkhof/Beginn Spitaler Straße)

Hamburg - weihnachtliche City - gut besucht auch die Spitaler Straße ...

Hamburg – weihnachtliche City – gut besucht auch die Spitaler Straße …

Zum Abschluss unserer kleinen Tour, möchte ich Sie gern noch einmal mit zum Levantehaus in der Mönckebergstraße nehmen. Blogstammgäste waren schon mit mir dort und haben sich den Tierfries von Barry Baldwin angeschaut (Link zum Post siehe unten).
Heute besuchen wir die Einkaufspassage, weil u. a. die große Weihnachtstanne auf eine besondere Art geschmückt wurde.
Das Levantehaus feiert 100. Geburtstag (1912 war das Jahr der Fertigstellung), und aus diesem Grund wurde es im Stil dieser Zeit dekoriert! Historischer Schmuck nicht nur an der Tanne, sondern im ganzen Haus. Insgesamt 1.800 Dekorationsteile heißt es …

Hamburg - weihnachtliche City - Der Eingang zur Einkaufspassage im Levantehaus, welches in diesem Jahr 100 Jahre alt wird (Bj. 1912)

Hamburg – weihnachtliche City – Der Eingang zur Einkaufspassage im Levantehaus, welches in diesem Jahr 100 Jahre alt wird (Bj. 1912)

Hamburg - weihnachtliche City - Der im Stil von vor 100 Jahren (Geburtstag) geschmückte Weihnachtsbaum. Oben der Tierfries von Barry Baldwin (siehe Link unten für mehr Fotos)

Hamburg – weihnachtliche City – Der im Stil von vor 100 Jahren (Geburtstag) geschmückte Weihnachtsbaum im Levantehaus. Oben der Tierfries von Barry Baldwin (siehe Link unten für mehr Fotos)

Ein Blick auf die Uhr.
SO SPÄT?
Tut mir leid, ich muss mich los!
Ich habe einen älteren Herrn daheim, den ich füttern muss. Er hat Zahnprobleme. Drücken Sie mir bitte die Daumen, dass der acht Jahre alte Kaninchenbock bald wieder fit ist. Brei mit der Spritze zu füttern und ständig nach Hause zu flitzen, ist nicht die ideale Dauerlösung.

Nett, dass Sie wieder dabei waren!
Ich wünsche Ihnen einen schönen und geruhsamen ersten Adventssonntag!

Link zum letztjährigen Weihnachtsmarktbummel:
https://michelelegrand.wordpress.com/2011/11/24/richtig-tollen-%E2%80%9Eschrott-gesehen-weihnachtsmarkte-in-hamburgs-city/
Link zum Levantehaus (u. a.):
https://michelelegrand.wordpress.com/2011/12/17/hamburg-eindrucke-aus-der-city-heute-drinnen/

©Dezember 2012 by Michèle Legrand

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