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Durch Hamburgs City im Advent / Ein Streifzug über die Weihnachtsmärkte 2016

Vergangenen Montag (21. 11.) wurde vielerorts die Weihnachtsmarktsaison für eröffnet erklärt. Vor der eigentlichen Adventszeit, jedoch nach den Trauer- und Gedenktagen des Novembers. Schwupps, es weihnachtet über Nacht. Ich hoffe, Sie sind nun auch ordnungsgemäß und prompt adventlich gestimmt.
Falls nicht, sollten Sie gleich mit mir eine kleine Erkundungstour durch das vorweihnachtlich geschmückte Hamburg unternehmen und sich ein bisschen in Stimmung versetzen lassen. Falls Sie selbst bereits vor-
gearbeitet haben und nun sowieso schon ständig Weihnachtslieder singen, können Sie dennoch mitkom-
men und sozusagen im passenden Ambiente trällern.

Weihnachtsmärkte 2016

Ich war am Mittwoch in Hamburgs Innenstadt. Wie Sie richtig vermuten, gibt es dort nicht nur einen, sondern diverse Weihnachtsmärkte, die alle nicht weit entfernt voneinander liegen. Wer nicht nur an einem einzigen Glühweinstand anwachsen und seinen Promillegehalt hochtreiben möchte, kann sich eine kleine Rundtour zusammenstellen und auf diese Weise außer der Stimmung und Dekoration auf den Märkten zugleich die Adventsatmosphäre in den Straßen erleben.
Nach vielen Jahren des Bloggens überlege ich – speziell bei wiederkehrenden Ereignissen – natürlich mittlerweile häufiger, ob ich ein Thema überhaupt noch einmal im Blog aufnehme. Wiederholt sich alles nur? Optisch gesehen verändert sich zumindest nicht sehr viel von einem Jahr zum anderen … So habe ich es diesmal auf mich zukommen lassen, die Entscheidung auf hinterher vertagt. Nur unterwegs stellte ich fest,
jeder neue Streifzug ist doch immer noch gut für kleine Überraschungen. Es geht heute daher mehr um Feinheiten am Rande.
Außerdem bin ich diesmal bereits vor der Dunkelheit unterwegs gewesen; das Hauptaugenmerk liegt somit
nicht auf der Illumination. Wenn Sie gerade die jedoch gern sehen möchten, dann huschen Sie einfach hin-
über zu einem der Vorjahresposts, die Ihnen ganz unten angezeigt werden („Ähnliche Beiträge“).

Weihnachtsmarkt Spitaler Straße

Startpunkt ist in der Spitaler Straße auf der zum Hauptbahnhof gewandten Seite. Während beim Historischen Weihnachtsmarkt auf dem Rathausplatz oft jahrelang dieselben Händler an meist gleicher Stelle aufzufinden sind, wechseln Angebot und Platz im Fall des Weihnachtsmarkts in der Spitaler Straße häufiger. Stände zur Verköstigung sind immer genügend vorhanden, dazu (Silber-)Schmuck, Gebrauchsgegenstände, Wöllernes, Nippes zum Hinstellen, die obligatorischen Sterne, die von innen beleuchtet werden können. Hier, wie auch auf weiteren Märkten, sind wie bereits im letzten Jahr Produkte aus Olivenholz angesagt. Schüsseln, Brettchen, Untersetzer, Löffel … Speziell die Schalen sind sehr schön gemacht!
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Hamburg - Weihnachtsmärkte 2016 - Spitaler Straße - Artikel aus Olivenholz

Hamburg – Weihnachtsmärkte 2016 – Spitaler Straße – Artikel aus Olivenholz

Am anderen Ende der Spitaler Straße, am Mönckebergbrunnen, befindet sich die altbekannte Weihnachts-
krippe, die Fassade des Barkhofs ist geschmückt. Doch hier herrscht immer noch Großbaustellenatmosphäre,
denn die ehemalige Landesbank-Galerie befindet sich weiterhin im Umbau und ist nur teilweise zugänglich.

Wussten Sie, dass es direkt am Mönckebergbrunnen etwas „Elbphiharmonisches“ gibt?  In dem Gebäude mit den tempelartigen Säulen (von Fritz Schumacher), in dem früher Burger King sein Domizil hatte und Whooper verkaufte, wurde 2009 das Elbphilharmonie Kulturcafé eröffnet.
Eine zugegebenermaßen zunächst gewöhnungsbedürftige Kooperation zwischen Starbucks als Cafébetreiber im Erdgeschoss (als hätten wir überhaupt keine hanseatischen Kaffeeröstereien, die es betreiben könnten) und einem Kulturbereich im Obergeschoss, der als Theaterkasse und Information fungiert und in dessen Räumen auch immer wieder (kostenlos) Konzerte, Vorträge oder Lesungen von Kulturschaffenden stattfinden. Ursprünglich war im Zuge der Entstehung des Cafés sogar die Rede davon, eine zentral gelegene, richtig große Touristeninformation zu integrieren, doch es ist nichts Offizielles daraus geworden. Der Rathausplatz ist dafür als Standort ebenfalls im Gespräch und aufgrund seiner zentralen Lage prädestiniert, doch auch dort gibt es diverse Probleme, es zu realisieren.
Elbphilharmonie … Ob ein Sponsor aus dem Bereich der klassischen Musik seinerzeit für die Namensvergabe verantwortlich war? Oder ob man im Jahr 2009 bereits geahnt hat, dass es mit der Fertigstellung der echten Elbphilharmonie noch ein geraumes Weilchen dauern wird (2007-2016) und dieses Café vorsichtshalber stellvertretend den Namen erhielt? Man weiß es nicht …
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Hamburg - Am Mönckebergbrunnen - Elbphilharmonie Kulturcafé

Hamburg – Am Mönckebergbrunnen – Elbphilharmonie Kulturcafé

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Weihnachtsmarkt am Gerhart-Hauptmann-Platz

Ein kleines Stück weiter am Gerhart-Hauptmann-Platz ist der nächste Weihnachtsmarkt. Kunsthand-
werkliches sowie Hunger und Durst Stillendes hat hier Priorität.

Es gibt „Hamburg-Armbänder“. Die sind aus fein gedrehten Kordeln (einreihig, doppelreihig, erhältlich in verschiedenen Farben) und haben am Ende jeweils einen kleinen Anker. Das Motto lautet: Ich wünsche dir
stets einen Anker, der dich hält.

Eine Steinschleiferei präsentiert u. a. Halbedelsteine. Aufgebrochen, so dass man nicht nur die unscheinbare graue Ummantelung sieht. Es erinnert mich an Amethystdrusen zum Hinstellen, die funkeln und glitzern. Die Stücke hier sind kleiner und präsentieren sich eher wie ein liegender Stein oder eine Schale. Ein kleines Mädchen bestaunte alles und fragte den Standbetreiber:
„Sind die selbst gezüchtet?“
„Nein, selbst aufgelesen“, lautete seine Antwort, und ich habe mich gewundert. Zum einen über so eine spezielle Frage eines höchstens sieben Jahre alten Kindes und ebenso über die Antwort. Die Steine liegen doch nicht so lose herum … Oder gibt es das etwa auch?

Hamburg - Weihnachtsmärkte 2016 - Gerhart-Hauptmann-Platz - Vor Einsetzen der Dunkelheit: Warten auf Kundschaft ... (beleuchtete Holzbuden)

Hamburg – Weihnachtsmärkte 2016 – Gerhart-Hauptmann-Platz – Vor Einsetzen der Dunkelheit: Warten auf Kundschaft …

Was Sie dort außerdem erstehen können, sind Vogelvillen. Extrem bunte Holzhäuser, zudem beschriftet und mit  bewusst schiefen, geschwungenen Formen erstellt. Während der Begriff für die eigenwilligen Kreationen im Deutschen einfach „Vogelvilla“ und im Französischen entsprechend  „Villa des oiseaux“ ist, lautet die englische Bezeichnung „Crazy bird house“. Das trifft es offen gestanden wesentlich besser. Egal, ob gemeint ist, dass das Vogelhaus selbst verrückt ist oder ob es um einen verrückten Vogel ginge. Wahrscheinlich fliegt so einer am ehesten darauf … Neonschockfarben, gewagt kombiniert, dazu lose Sprüche.  Die eine Futtervilla nennt sich „Katzenkino“, die andere „Für deine Meise“ oder  „Schnatterstube“. Meine erste Reaktion ist durchaus amüsiert ausgefallen, doch wenn das bunte Etwas als Dauerbehausung im eigenen Garten hängt … So ein Witz hält nicht ewig vor …
Wem muss es eigentlich hauptsächlich gefallen? Dem Menschen, der es kauft oder dem Vogel, der es nutzt? Der wiederum kann den Spruch nicht lesen. Gut oder schlecht? Unter uns: Wäre ich ein Vogel, ich würde bei den Hausfarben vermutlich schon pikiert den Blick abwenden und im Busch sitzen bleiben.
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Weihnachtsmarkt rund um St. Petri

Schräg gegenüber beim Weihnachtsmarkt an der Petrikirche sind zusätzlich zu den diversen Buden für Kinder in Glasvitrinen Märchenszenen nachgestellt.

Hamburg - Weihnachtsmärkte 2016 - Petrikirche

Hamburg – Weihnachtsmärkte 2016 – Petrikirche

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Hamburg - Weihnachtsmärkte 2016 - Märchenszenen für Kinder an der Petrikirche

Hamburg – Weihnachtsmärkte 2016 – Märchenszenen für Kinder an der Petrikirche

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Hamburg - Weihnachtsmärkte 2016 - Märchenszenen für Kinder an der Petrikirche

Hamburg – Weihnachtsmärkte 2016 – Märchenszenen für Kinder an der Petrikirche

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Wenn Sie auf etwas anderes als Glühwein zum Durchwärmen Appetit haben, gibt es an der Petrikirche einen guten Suppenstand. Den „Suppenheini“. Das Angebot wechselt, doch Kartoffelsuppe, Karotten-Mango-Suppe, Linsensuppe oder aus Käsecremesuppe mit Pfifferlingen sind häufig zu bekommen.
Wer Schaumküsse (politisch inkorrekt: Negerküsse) mag, kann auf diesem Weihnachtsmarkt ebenfalls schamlos zuschlagen. Eine unglaubliche Vielfalt wird angeboten. Verschiedene Schokoladenüberzüge von hell bis dunkel, mit und ohne Flocken oder Streusel  und zahlreiche Geschmacksrichtungen der Füllung wie z. B. Honig-Mandel, Rocher, Glühwein, Kokos Bounty, Whisky, Marzipan, Stracciatella etc.  stehen zur Auswahl.

Historischer Weihnachtsmarkt am Rathaus

Vom Markt an der Petrikirche aus ist die nächste Station der Historische Weihnachtsmarkt am Rathaus. Einer der schönsten aufgrund der Lage (Kulisse), seiner Gestaltung und der Vielfalt des Kunsthandwerks. Leider auch einer der immer übervollen Märkte. Vor Einsetzen der Dunkelheit haben Sie dort die besten Chancen in Ruhe zu schauen oder etwas zu erstehen, ohne ewig anstehen zu müssen. Die thematisch ge-
gliederten Gassen helfen bei der Suche nach bestimmten Ständen und Artikeln.
(In vorangegangenen Beiträgen finden Sie dazu mehr.)
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Hamburg - Weihnachtsmärkte 2016 - Historischer Weihnachtsmarkt am Rathaus - Der Andrang nimmt bei Dunkelheit schnell zu ...

Hamburg – Weihnachtsmärkte 2016 – Historischer Weihnachtsmarkt am Rathaus – Der Andrang nimmt bei Dunkelheit schnell zu …

Bei den Spielzeugen treffen Sie in diesem Jahr auf Geduldsspiele, Holzartikel, Plüschtiere (ich hätte fast ein junges Wildschwein, einen zauberhaften Frischling, erstanden) und auf etwas, was ich noch gar nicht gehört hatte: auf Perlsacktiere. Der Begriff hört sich für meine Ohren im ersten Moment merkwürdig an, doch die Bezeichnung ist durchaus treffend. Es sind Wesen, deren textile Körper offenbar mit einer Art Granulat gefüllt sind. Perlen im Sack eben …
Doch mit den Tieren hat es wesentlich mehr auf sich. Sie werden vom Menschen „adoptiert“ und in der Folgezeit überall hin mitgeschleppt.  Erwachsene nehmen ihre Perlsackwesen mit auf Reisen und posten von unterwegs Fotos in den diversen sozialen Netzwerken. Es ranken sich Geschichten um sie und sie haben Namen wie z. B. Herbert Hasenbommel. Ich hatte ja keine Ahnung, und offen gestanden, so ganz schlau bin ich aus der Entstehung des Kults um die Perlsacktiere und hinsichtlich all der Zusammenhänge immer noch nicht geworden.
Wenn einer von Ihnen Ahnung oder Erfahrung damit hat – bitte immer her mit weiteren Informationen!

Die elektrische Eisenbahn schuffelt auch wieder über die Gleise und dreht über den Köpfen der Besucher ihre Runden …

Hamburg - Weihnachtsmärkte 2016 - Am Rathaus - Die elektrische Eisenbahn über den Köpfen der Besucher ...

Hamburg – Weihnachtsmärkte 2016 – Am Rathaus – Die elektrische Eisenbahn über den Köpfen der Besucher …

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Hamburg - Weihnachtsmärkte 2016 - Rathausmarkt mit elektr. Eisenbahn ....

Hamburg – Weihnachtsmärkte 2016 – Rathausmarkt mit elektr. Eisenbahn …

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Blicken Sie durch das „Tor zur Welt“,  sehen Sie in diesem Jahr dahinter auf dem „Platz der Nationen“ Stände chinesischer Partner. Seit 30 Jahren besteht die Städtepartnerschaft zwischen Shanghai und Hamburg, und so können Sie 2016 auf dem Historischen Weihnachtsmarkt z. B. eine chinesische Massage genießen oder Peking-Ente speisen.
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Hamburg - Weihnachtsmärkte 2016 - Rathausmarkt - Das "Tor zur Welt" mit dem Chinabereich dahinter ....

Hamburg – Weihnachtsmärkte 2016 – Rathausmarkt – Das „Tor zur Welt“ mit dem Chinabereich dahinter ….

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Vom Rathausmarkt aus geht es über die Schleusenbrücke
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amburg - Weihnachtsmärkte 2016 - Dammerung an der Schleusenbrücke - Seifenblasen treiben in der Abendsonne ...

Hamburg – Weihnachtsmärkte 2016 – Dammerung an der Schleusenbrücke – Seifenblasen treiben in der Abendsonne …

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Hamburg - Rathausschleuse - Blick von der Schleusenbrücke Richtung Adolphsbrücke

Hamburg – Rathausschleuse – Blick von der Schleusenbrücke Richtung Adolphsbrücke

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Hinter der Brücke nach rechts, entlang der Alsterarkaden mit Blick auf die Kleine Alster  …
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Hamburg im Advent - An der Kleinen Alster - Gedanken an Vogelgrippe? (Möwen)

Hamburg im Advent – An der Kleinen Alster – Gedanken an Vogelgrippe?

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… direkt zum
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Weihnachtsmarkt am Jungfernstieg (Weißer Zauber)

Der Jungfernstieg sorgt wieder umfassend für unterschiedlichstes kulinarisches Angebot (auch heiße Maronen!), hält Accessoires (feine Schals, Hüte, Tücher, textile Gamaschen) bereit und zeigt reichlich Kunsthandwerk (Lichterketten aus Pflanzen, Gefilztes, Dekorationsgegenstände, Lederwaren etc.).
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Hamburg - Weihnachtsmärkte 2016 - Weißer Zauber am Jungfernstieg - Sterne und andere Lichter ...

Hamburg – Weihnachtsmärkte 2016 – Weißer Zauber am Jungfernstieg – Sterne und andere Lichter …

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Für Kinder finden sich freundlich aussehende, kuschlige Wärmtiere, die allerdings nicht mehr wie die Wärmflaschen früher mit Wasser befüllt werden, sondern in Backofen oder Mikrowelle vorzuwärmen sind.

Was sich am Mittwoch am Anleger Jungfernstieg noch getan hat, sehen Sie hier. Die große Weihnachts-
tanne
, die alljährlich in der Vorweihnachtszeit mitten auf der Binnenalster erstrahlt, traf in der Nacht zuvor in Hamburg ein, wurde bereits auf dem Ponton montiert und zu dem Zeitpunkt am Mittwochnachmittag gerade geschmückt.

Hamburg - Anleger Jungfernstieg - 23.11.2016 - Die Alstertanne 2016 wird geschmückt ...

Hamburg – Anleger Jungfernstieg – 23.11.2016 – Die Alstertanne 2016 wird geschmückt …

Es gehörte ein bisschen Glück und Improvisation dazu, ehe es dazu kam, denn kurzzeitig standen wir komplett ohne Tanne da. Die Alstertanne wird jedes Jahr gespendet. Meist von Privatbürgern, die einen zu groß gewordenen Nadelbaum im eigenen Garten stehen haben und sich mehr oder weniger schweren Herzens davon trennen möchten. Sie stiften den Baum, die Stadt organisiert das Fällen und den Abtransport. Die Genehmigung zum Fällen muss der Eigentümer natürlich vorher einholen. An der fehlenden Erteilung dieser Fällerlaubnis scheiterte in diesem Jahr die erwartete Spende aus Harburg. Die alle überraschende Absage traf erst vor drei Tagen ein. Es wurde fieberhaft herumgefragt und nach Ersatz gesucht. Mit Erfolg. Nun kommt die diesjährige Tanne aus Schleswig-Holstein, genauer gesagt aus Alt-Erfrade im Kreis Segeberg. Inzwischen ist sie präpariert, der Ponton wurde auf den See hinausgezogen, verankert, und seit Donnerstag strahlen ihre 1000 Lichter weithin sichtbar. Wenn die Weihnachtszeit vorbei ist, wird aus ihrem Holz etwas Nützliches geschreinert. Gut möglich, dass das Ergebnis am Ende die Kinder einer KITA erfreut.

Vom Jungfernstieg aus geht es weiter Richtung Gänsemarkt.
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Weihnachtsmarkt am Gänsemarkt
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Hamburg - Weihnachtsmärkte 2016 - Gänsemarkt - Teils noch Schotterfläche ....

Hamburg – Weihnachtsmärkte 2016 – Gänsemarkt – Teils noch Schotterfläche ….

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Dieser Markt ist relativ klein, dennoch als Treff recht beliebt. Ob er dieses Jahr überhaupt an diesem Ort stattfinden kann, geriet gerade in den letzten Wochen noch einmal in die Diskussion.
Der Gänsemarkt wird bereits seit über fünf Monaten umgestaltet, und die Arbeiten, die bis Weihnachten bzw. zum Jahresende abgeschlossen sein sollten, konnten nicht rechtzeitig beendet werden. Es tauchten plötzlich unerwartete Schwierigkeiten auf. Zum einen kamen unter dem bis dato verlegten Pflaster an einigen Stellen ungeahnt dicke Betonschichten hervor, die mühevoll und zeitaufwändig abgetragen werden mussten, bevor überhaupt umgestaltet und neu verlegt werden konnte. Zum anderen entstand ein Hin und Her bei der Auswahl der Steine. Man benötigte Pflaster in Dunkelgelb und in Hellgelb, nur die hellgelbe Sorte traf nicht ein. Alternativ sollte hellgraues Material aus Portugal angeliefert werden, doch diese Farbkombination ist optisch weitaus weniger ansprechend.
Nun verzögert sich alles bis Mitte Februar. Für den Weihnachtsmarkt bedeutet es, dass er teilweise auf neuer Pflasterung und teilweise auf Schotter oder Holzschnitzeln stattfindet. An den zu erkennenden unfertigen Stellen sind Sitzbänke geplant, dort fehlen die Baumanpflanzungen und erst im Zuge dieser Arbeiten wird die restliche Pflasterung fertiggestellt.
Immerhin ist das Lessing-Denkmal, das während der Umbauzeit entfernt wurde, schon wieder an seinen Platz zurückgekehrt.
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Hamburg - Weihnachtsmärkte 2016 - Gänsemarkt - Die Pflasterung ist noch nicht komplett, aber Lessing ist zurück ...

Hamburg – Weihnachtsmärkte 2016 – Gänsemarkt – Die Pflasterung ist noch nicht komplett, aber Lessing ist zurück …

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Vom Gänsemarkt können Sie durch Gerhof- und Poststraße, vorbei an der Einkaufspassage „Hanseviertel“
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Hamburg City - Das Hanseviertel in der Adventszeit

Hamburg City – Das Hanseviertel in der Adventszeit

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… zurück zum Rathausmarkt spazieren, den Weihnachtsmarkt noch einmal bei Dunkelheit überqueren …
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Hamburg - Weihnachtsmärkte 2016 - Rathausmarkt - Und jeder macht ein Foto vom Eingangsportal ...

Hamburg – Weihnachtsmärkte 2016 – Rathausmarkt – Und jeder macht ein Foto vom Eingangsportal …

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… und über die Mönckebergstraße hinauf zum Hauptbahnhof  gelangen.
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Hamburg - Weihnachtsmärkte 2016 - Gerhart-Hauptmann-Platz - Auch der Mann mit dem Klavier ist wieder mit von der Partie ....

Hamburg – Weihnachtsmärkte 2016 – Gerhart-Hauptmann-Platz – Auch der Mann mit dem Klavier ist wieder mit von der Partie …

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Die mit Lichterketten durchzogenen kahlen Laubbäume der Mönckebergstraße sehen hauptsächlich in der Dunkelheit attraktiv aus. Bei Tageslicht präsentiert sich eher ein heilloses Kettenwirrwarr.
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Hamburg City - Barkhof an der Mönckebergstraße im Advent - dahinter der Beginn der Spitaler Straße (mit Krippe)

Hamburg City – Barkhof an der Mönckebergstraße im Advent – dahinter der Beginn der Spitaler Straße (mit Krippe)

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Auf dem Weg Richtung Bahnhof stoppen Sie noch einmal kurz am Levantehaus mit seiner Einkaufspassage, die in der Weihnachtszeit immer besonders schön geschmückt ist. Mit Girlanden, einem großen Tannenbaum und Sternen am Glashimmel.
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Hamburg - City im Advent - Mönckebergstraße - Eingang zur Passage im Levantehaus ...

Hamburg – City im Advent – Mönckebergstraße – Eingang zur Passage im Levantehaus …

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Hamburg - City im Advent - Mönckebergstraße - Weihnachtlich geschmücktes Levantehaus

Hamburg – City im Advent – Mönckebergstraße – Weihnachtlich geschmücktes Levantehaus

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Hamburg - City im Advent - Mönckebergstraße - Levantehaus mit Sternenhimmel

Hamburg – City im Advent – Mönckebergstraße – Levantehaus mit Sternenhimmel

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Im Levantehaus (mit Eingang ebenfalls zur Mönckebergstraße hin) hat im November vergangenen Jahres das Roncalli Grand Café eröffnet. Auf zwei Ebenen. Ganz in Rot. Es wirkt sehr ansprechend, man bietet leckere hauseigene Torten an … Nur wenn Sie dort nicht einen Platz vorbestellt haben, ist die Lage schwierig bis aussichtslos. Ich habe es jedenfalls bisher noch nicht geschafft, spontan auf einen Kaffee einzukehren. Es ist sind immer alle Plätze besetzt.

Für Liebhaber weihnachtlicher Dekoration, Geschenkartikelsucher oder Tee- und Kakaofans, lohnt sich ein Blick hinein in die „Compagnie Coloniale“
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Hamburgs City im Advent - Compagnie Coloniale in der Mönckebergstraße - Ein Blick durch die geöffnete Tür ...

Hamburgs City im Advent – Compagnie Coloniale in der Mönckebergstraße – Ein Blick durch die geöffnete Tür …

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Apropos Tee. Mir wäre jetzt nach einer Teepause. Es sind immerhin schon über 12.000 Schritte zusammen-
gekommen, während Sie sich hier mit mir Hamburg angesehen haben. Lassen Sie uns Feierabend machen.
Feierabend mit einem Blick auf Peek & Cloppenburg in Hauptbahnhofnähe. Auch hier leuchtet es mächtig aus dekorierten Fenstern …
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Hamburg im Advent - Peek & Cloppenburg - Mönckebergstraße

Hamburg im Advent – Peek & Cloppenburg – Mönckebergstraße

 

Hamburg - City im Advent - An Peek & Cloppenburg scheint gerade ein Eilzug vorbeizurasen ....

Hamburg – City im Advent – An Peek & Cloppenburg scheint gerade ein Eilzug vorbeizurasen …

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Bevor ich Richtung U-Bahn verschwinde, weise ich noch schnell auf meinen (Heimat-)Weihnachtsmarkt in Wandsbek hin. Den Winterzauber im Winterdorf mit Feuerwerk am Abend des Nikolaustages, Kinderkarussell und einer künstlichen Schlittschuhbahn
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Hamburg - Weihnachtsmärkte 2016 - Winterzauber im Wandsbeker Winterdorf ...

Hamburg – Weihnachtsmärkte 2016 – Winterzauber im Wandsbeker Winterdorf …

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Hamburg - Weihnachtsmärkte 2016 - Winterzauber in Wandsbek - Künstliche Eisbahn ...

Hamburg – Weihnachtsmärkte 2016 – Winterzauber in Wandsbek – Künstliche Eisbahn …

 

Wenn Sie noch mehr Weihnachtsmärkte suchen, finden Sie in der City zusätzlich den Markt auf der Fleetinsel beim Steigenberger Hotel, weiterhin den Weihnachtsmarkt in der HafenCity am Überseeboulevard,, ebenfalls mit Eislaufbahn und den Santa Pauli auf St. Pauli. Er hält eine unkonventionelle Mischung aus klassischem Weihnachtsmarkt und Erotik parat.

Sollte Ihnen Hamburg im Advent jetzt zusagen, kommen Sie doch selbst einmal zum Weihnachtsmarktbummel in die City. Abends, wenn die Lichter strahlen oder am Nachmittag, wenn jeweils an den vier Sonnabenden vor Heiligabend die Weihnachtsparaden durch die gesamte Mönckebergstraße stattfinden!

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Ich wünsche Ihnen einen schönen ersten Advent und eine stimmungsvolle und entspannte Vorweihnachtszeit!

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© by Michèle Legrand, November 2016
Michèle Legrand

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55 Kommentare

Hafenmuseum Hamburg: Saisonstart 2016 und Lange Nacht der Museen

Kennen Sie schon das Hafenmuseum Hamburg? Bitte im ersten Moment nicht mit dem Maritimen Museum (Schifffahrtsmuseum, International Maritime Museum) in der HafenCity verwechseln!
Ich spreche von dem Museum, welches sich im ehemaligen Freihafen befindet und bei dem nicht nur das eigentliche Gebäude und die dort untergebrachten Exponate sehr speziell sind, sondern auch das Areal, auf dem es sich nebst seinen Außenattraktionen befindet. Es spielt eine ganz entscheidende Rolle.

Hamburg - Kaianlagen am Hafenmuseum

Hamburg – Kaianlagen am Hafenmuseum

Das Hafenmuseum Hamburg ist in einem über 100 Jahre alten Kaischuppen untergebracht, dem Schuppen 50A, der wiederum Teil einer historischen Strecke ist, zu denen ursprünglich die Schuppen 50 bis 53 gehörten.
Wo das ist? Sie haben gerade gar keine Vorstellung vom Hafen und seiner Aufteilung? Der Lage der Schuppen?
Sehen Sie die Elbe vor sich? Denken Sie sich von den Landungsbrücken flussaufwärts. Sie kommen an der Elphilharmonie vorbei und ungefähr in Höhe der neuen HafenCity hat die Norderelbe gegenüber einen Abzweiger. Genau an der Insel, die sich Kleiner Grasbrook nennt. Folgen Sie gedanklich diesem abzweigenden Elbteil ein Stück.

Hamburg - Hansahafen - Richtung Norderelbe und HafenCity mit Elbphilharmonie gesehen (2015)

Hamburg – Hansahafen – Richtung Norderelbe und HafenCity mit Elbphilharmonie gesehen (2015)

Stellen Sie sich nun eine Landzunge mit Kais zu beiden Seiten vor. Der Elbarm umschließt besagte Landzunge und bildet auf der einen Seite den Hansahafen mit dem Bremerkai. Dort wurden die Schuppen 50 und 51 erbaut. Etwa zur selben Zeit (zwischen 1908 und 1912) entstanden auf der anderen Seite, am zum Indiahafen hin gelegenen Australiakai, die Schuppen 52 und 53.
Den Schuppen 53 hat man im Frühjahr 2002 abgerissen, Nr. 50-52 sowie ein Wohnhaus für Kaibeamte an der Stirnseite hingegen stehen seit dieser Zeit unter Denkmalschutz  – und ansonsten betrachten Sie diese Anlage als das letzte geschlossene Kaiensemble aus der Kaiserzeit.

Hamburg - Elbe - Hansahafen mit Kaispeicher 52A

Hamburg – Elbe – Hansahafen mit Kaispeicher 52A

Wenn exakt in dieser geschichtsträchtigen Umgebung, direkt am Kai und umgeben von vielen früher genutzten (schwimmenden) Fahrzeugen und Gerätschaften, ein Hafenmuseum seinen Sitz hat, dann hat das Flair. Manchmal ein etwas rostiges, doch die Atmosphäre trägt entschieden dazu bei, dass man als Besucher und Betrachter Geschichte und Entwicklung des Hafens, des Seegüterumschlags und des Schiffbaus sehr lebendig erlebt und leicht nachvollziehen kann.

Hamburg - Am Hafenmuseum - VanCarrier/Portalhubwagen - (7/2015)

Hamburg – Am Hafenmuseum – VanCarrier/Portalhubwagen – (7/2015)

Draußen finden Sie VanCarrier oder Portalhubwagen, wie sie im Deutschen heißen. Weiterhin Fahrzeuge, die in der Anfangszeit des Containerumschlags für den Betrieb des Terminals eingesetzt wurden. Am Ponton liegt u. a. die Kastenschute H 11327 und es gibt z. B. auch den fast 100 Jahre alten Schwimmkran Saatsee sowie den ebenso alten Schutendampfsauger Sauger IV.

Hamburg - Der alte Schutendampfsauger (Sauger IV) im Hansahafen ...

Hamburg – Der alte Schutendampfsauger (Sauger IV) im Hansahafen …

Da jetzt am Sonnabend (9. April 2016) in Hamburg die Lange Nacht der Museen stattfindet, an der sich auch das Hafenmuseum beteiligt, haben Sie die Gelegenheit, die betagten, aber nichtsdestotrotz einsatzfähigen Fahrzeuge, einmal direkt in Aktion erleben. Die eindrucksvollen Dampfanlagen werden dafür extra in Betrieb genommen!
Und es wird Tauchgänge in die Elbe mit dem Kupferhelmtauchgerät geben!

All die Gegenstände, die nicht ans Wasser gebunden oder generell besser drinnen aufgehoben sind, sind auf insgesamt 2.500 qm in Schuppen 50A untergebracht. Dort hat das Hafenmuseum seinen Sitz.
Eigner der gesamten 50er Strecke ist die Stiftung Hamburg Maritim, die sich auch darum kümmert, dass alles an den Gebäuden denkmalkonform restauriert und der am Bremerkai liegende Frachter MS Bleichen instand gesetzt wird. Man sorgt sich um die historische Hafenbahn genauso wie um die dort befindlichen Kräne.

Hamburg - Kaianlagen am Hafenmuseum - Kräne gucken ....

Hamburg – Kaianlagen am Hafenmuseum – Kräne gucken ….

Das Hafenmuseum ist übrigens eine Außenstelle des Museums für Arbeit (Hamburg-Barmbek).
Auch eine recht interessante Entwicklung! Bereits seit 1986 hat man dort die maritimen Sammlungsstücke aus den letzten 100 Jahren zusammengetragen, begann ab 1999 alles Zusammengestellte aus Güterumschlag, Schiffbau und Schifffahrt sowie Meerestechnik am zukünftigen Museumsstandort im Hafen zu konzentrieren, und offizielle Geburtsstunde für das heutige Hafenmuseum Hamburg war schließlich der 1. Januar 2008.

Hamburg - Hansahafen - Die alte MS "Bleichen" liegt nach Verschönerung auch wieder am Bremerkai ...

Hamburg – Hansahafen – Die alte MS „Bleichen“ liegt nach Verschönerung auch wieder am Bremerkai …

Die neunte Saison wurde gerade am vergangenen Sonntag (3. April) eröffnet. Mit dem Shanty-Chor der HHLA, mit frischem Kuchen aus der Kaffeeklappe, mit Ansprachen, Sekt, einer Fahrt auf dem alten Feuerlöschboot Repsold im Hansahafen u. v. m.  Saisoneröffnung deshalb, weil das Museum jeweils in den Wintermonaten von Anfang November bis Ende März schließt. Der Kaischuppen ist ein Gebäude, das in leichter Holzbauweise errichtet wurde und unbeheizt ist. Daher sind die Räumlichkeiten im Winter einfach zu kalt für Publikumsverkehr und längeren Aufenthalt.

Dennoch wird weitergearbeitet. Von der fest angestellten Belegschaft, die im Kopfgebäude (gemauert und beheizt) weiter aus den Büros agiert, und von den zahlreichen Ehrenamtlichen, die sich auch von Kälte nicht unbedingt abhalten lassen.
Sie glauben gar nicht, wie viele sich dort engagieren und langfristig mitmischen, auf diese Art den Betrieb des Museums überhaupt erst möglich machen! Beim Räumen, Archivieren, Führen der Besucher, beim Übernehmen der Aufsicht, beim Instandsetzen, Pflegen, Herrichten, Auftreiben, Reparieren … Es werden beispielsweise viele Exponate zunächst restauriert und dadurch erst ausstellungsreif gemacht!
Ein anderes Langzeitprojekt ist der Bau einer Jolle nach alten (kaiserlichen) Plänen. Sie entsteht in Spantenbauweise als Gemeinschaftsarbeit von Schülern einer Klasse der Stadtteilschule Wilhelmsburg und ihren Mentoren des Hafenmuseums bzw. ihrem Lehrer.

Hamburg - Hansahafen - Kranparade mit Rost ....

Hamburg – Hansahafen – Kranparade mit Rost ….

Ein Großteil der freiwilligen Mitarbeiter hat eine besondere Verbindung zum Hafen. Diese Menschen haben ursprünglich dort gearbeitet (die sogenannten Hafensenioren) oder sind immer noch im Hafen tätig. Viele sind also Teil der Geschichte und Entwicklung, kennen Techniken und Fertigkeiten, die es heute so gar nicht mehr gibt, weil sie überholt sind. Sie haben zahlreiche Veränderungen hautnah miterlebt und können daher einiges aus früheren Zeiten erzählen.
Das werden sie übrigens auch anlässlich der Langen Nacht der Museen! Sollten Sie keine Gelegenheit haben an diesem Abend, treffen Sie sie sonst beim regulären Besuch des Museums und haben die Möglichkeit, ihnen Ihre bereits unter den Fingernägeln brennenden Fragen zu stellen. Wenn es Sie packt, können Sie sogar eine komplette Führung buchen!

Hamburg - Hansahafen - Am Bremerkai / Ponton (alte Boote)

Hamburg – Hansahafen – Am Bremerkai / Ponton

Was momentan alle dort beschäftigt, ist die Frage, wie die Zukunft des Museums aussehen wird. Es ist nicht von Schließung bedroht, es geht um etwas anderes.
Vielleicht haben Sie dazu im letzten November eine Nachricht aus den Medien vernommen. Seinerzeit hat der Bund in Berlin den Hamburgern erhebliche finanzielle Mittel zugesagt. Es erfolgte die Zusicherung eines Betrags von insgesamt 120 Mio. Euro, der einerseits für die Schaffung eines großen Deutschen Hafenmuseums gedacht ist und gleichzeitig die Überführung (Rückführung aus New York) und Restaurierung der „Peking“ sowie die Einrichtung eines Liegeplatzes für den historischen Viermaster mit einschließt. Der Flying-P-Liner soll anschließend als Ausstellungsstück Teil des Museums werden.

Hamburg - Hansahafen mit alten Kränen - Kabelrolle ...

Hamburg – Kaianlagen am Hafenmuseum

Nun stellt sich natürlich die Frage, ob für ein großes Deutsches Hafenmuseum der alte Standort beibehalten und der zur Verfügung stehende Raum in irgendeiner Form erweitert wird (angrenzender Schuppen?) oder ob an ganz anderer Stelle ein Neubau entsteht.
Anderer Standort? Womöglich gar nicht an der Elbe?
Wäre ein Hafenmuseum ohne Hafen und ohne Kaianlagen ein richtiges, ein echtes Hafenmuseum? Was wäre mit  den schwimmenden Objekten, die doch dazugehören und alles erst komplett machen?

Und was sicher auch gut im Auge behalten werden muss, ist die Tatsache, dass die „Peking“, die kurz vor der Verschrottung stand, sich in einem mehr als desolaten Zustand befindet. Ihre Restaurierung ist folglich umfangreich. Ein Umstand, der schnell dazu führen könnte, dass sich da das berühmte Fass ohne Boden entwickelt. Nicht unvorstellbar, dass sie klammheimlich einen Großteil des genehmigten Geldes schluckt und am Ende nur noch ein Bruchteil des Ursprungsbudgets für das dann immer noch zu schaffende Deutsche Hafenmuseum zur Verfügung steht.
Im November 2015 war kurzzeitig einmal von einer Aufsplittung der Gesamtsumme die Rede. 94 Mio. Euro für das Museum, 26 Mio. Euro für die „Peking“. Ob es dabei bleibt? Zwei separate Geldtöpfe von Anfang an scheinen ratsam …

Auf jeden Fall wäre es dem Hafenmuseum Hamburg und seinem engagierten Team sehr zu wünschen, dass sie für ihre Sammlung weiteren Platz und für ihre Arbeit zusätzliche Mittel erhalten. So viel wurde und wird bisher durch die Stiftung, durch nicht unbeträchtliche private Spenden und den enormen und unermüdlichen Arbeitseinsatz Freiwilliger realisiert. Was diese Arbeitszeit allein umgerechnet schon für einen Riesenbetrag darstellt!
Dies wird auch weiterhin notwendig sein, denn die angekündigten Berlin-Mittel gelten nicht für hinterher, für die laufenden Betriebskosten nach Eröffnung. Deren Finanzierung wäre ein Fall für den Hamburger Kulturetat – oder mit anderen Worten: Man ist weiter auf Unterstützung von privater Seite und durch die Stiftung angewiesen.

Hamburg - Hafenmuseum - Am Kai (Sauger IV und Kräne im Hintergrund)

Hamburg – Hafenmuseum – Am Kai – Dampfschutensauger „Sauger IV“

Ein Deutsches Hafenmuseum. Das klingt nicht schlecht. Eine Stadt wie Hamburg, mit dem größten deutschen Hafen und der Wichtigkeit, die dieser für sie hat, sie sollte doch idealer Standort für ein zukünftig zusätzlich überregional aktives und mehr als nur Hamburgs Hafengeschichte präsentierendes Hafenmuseum sein. Obendrein ein Museum, welches nationale und weltweite Bezüge und „Verstrickungen“ verdeutlicht.

Die Planung ist gestartet. Eine Fertigstellung ist für das Jahr 2021 anvisiert. Bis dahin ist noch ein wenig Zeit. Doch bis es soweit ist, gibt es auf jeden Fall das bestehende Hafenmuseum Hamburg mit seinen vielen Aktivitäten und vielseitigem Programm.
Schnuppern Sie ruhig anlässlich der Langen Nacht der Museen einmal herein.

Wie Sie zum Museum hinkommen, zusätzliche Programmdetails etc. finden Sie hier.

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© by Michèle Legrand, April 2016
Michèle Legrand - freie Autorin - ©Fotograf Andreas Grav

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38 Kommentare

Die Minute Zeit, die es braucht …

Heute kam die Meldung vom Tod Roger Ciceros. Haben Sie auch zweimal hingesehen und gedacht, Sie
hätten sich verlesen? Das kann doch gar nicht sein!  
Hat es Sie auch geschockt? War es das völlig Unerwartete? Was verursacht dieses Erschrecken und Innehalten?

Es ist nicht zwingend wichtig, ein Jazzfan zu sein, Swing zu mögen oder dem Big Band Sound verfallen zu sein. Man muss noch nicht einmal ein ausgesprochener Fan der Musik des Künstlers Cicero gewesen sein, ein Konzertgänger, einer, der all seine Alben im Schrank hat. Nein, man musste auch den Menschen Roger nicht zwangsläufig persönlich gekannt haben.
Es reicht, von ihm – dadurch, dass er in der Öffentlichkeit stand –  ein persönliches Bild zu haben. Ein talentierter Mann. Bodenständig. Sympathisch wirkend. Das vor dem inneren Auge auftauchende Bild zeigt ein Gesicht, das noch fast faltenfrei ist, das Lächeln wirkt beinahe jungenhaft. Etwas vorwitzig und meist leicht nach hinten gekippt der obligatorische Hut. Das Bild eines Mannes, der noch jung ist, gefühlsmäßig erst die Hälfte seines Lebens hinter sich hat.
Es genügt anscheinend völlig zu wissen, dass dieser Mann Familie hinterlässt, Vater eines siebenjährigen Sohnes ist, eine Mutter hat, die ihr eigenes Kind nun überlebt und zahlreiche Menschen zurückbleiben, die einen guten Freund verloren haben. Was muss es für ein Schock für sie gewesen sein! So plötzlich …!
Es reicht aus zu wissen, dass es diesem Menschen gerade erst gelungen war, erfolgreich aus einer Phase der Erschöpfung wieder herauszufinden, der sich daher durchaus seines Körpers und des Werts seiner Gesundheit bewusst war und offenbar den richtigen Weg gefunden hatte, auf dem es jetzt weitergehen sollte. Ein Mensch, der sich erholt hatte, der wieder voller Pläne steckte und vor dem Start seiner verschobenen Tournee stand. Gerade heute ist in meiner Tageszeitung ein Bild von Roger Cicero. Es ist die Anzeige für das anstehende Hamburg-Konzert. Geplant am 12. April …
Und dann wird so ein Mensch, dem es überhaupt nichts nützt, erst 45 Jahre alt zu sein, mitten aus dem Leben gerissen. Ohne Vorwarnung. Innerhalb von Sekunden ist alles aus. Er mag nicht sofort verstorben sein, doch ab dem Moment, als der Infarkt im Hirn entstand, ließ sich nichts mehr aufhalten.

Roger Cicero, eine im Grund fremde Person für mich, doch es hat mich getroffen. Mein Mitgefühl gilt seiner Familie. Gilt all denen, denen er etwas bedeutete und die mit ihm verbunden waren. Ich wünsche ihnen viel Kraft.

Mich hat es außerdem, als ich die Nachricht heute realisierte, in der Zeit zurückgeschleudert. Hin zu dem Tag, als meine beste Freundin starb. Im Alter von 33 Jahren. Bei ihr war es nicht aus heiterem Himmel, doch hat ihr früher Tod damals – neben Trauer – Gedanken in mir ausgelöst, Gedanken, die jetzt beim Tod von Roger Cicero erneut hochkamen.
Als junger Mensch ist man lange Zeit überzeugt davon, dass Sterben nur etwas für alte Menschen ist. Dass man vorher einfach nicht dran ist! Genauso verhält es sich mit schwerwiegenden Krankheiten. Man kann sich zunächst überhaupt nicht vorstellen, dass es einen auch jung erwischen könnte. Schon gar nicht, wenn man nie viel Kontakt zur Arztpraxis hatte, nie mit einem Bruch im Krankenhaus war, es zuletzt bei der Geburt erlebte.
Nein, nein, unverwundbar. Unbesiegbar …
Wenn sie eines Tages das erste Mal geschieht, die unmittelbare Konfrontation mit sehr ernster Erkrankung und vor allem dem Tod einer jungen Person, eines Familienangehörigen, eines Freundes, eines Arbeitskollegen etc. eintrifft, ist auf einmal alles anders. Man hat das Gefühl, seine eigene körperliche Unversehrtheit ebenfalls verloren zu haben. Von gestern auf heute ist nichts mehr wie es war. Nichts ist eindeutig, nichts ist vorhersehbar und nichts mehr garantiert.

Es gibt Menschen, die daraufhin in Panik und wilden Aktionismus verfallen. Hektisch das umsetzen, was ihnen ein Spruch aufträgt: Lebe jeden Tag so, als würde es keinen nächsten geben.
Es gibt Menschen, die sich als Reaktion darauf unheimlich unter Druck setzen, weil sie nun stets alles sofort erledigen wollen. Gemäß einer anderen Weisheit: Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.
Es gibt Menschen, die sofort ihre persönliche Bucket List anlegen, ihre Aufstellung von Dingen, die sie alle noch vor ihrem Tod erledigt, erlebt und abgehakt haben wollen. (Hier geht es im Gegensatz zum im Akkord abarbeiten von Alltäglichem und Notwendigkeiten mehr um die Erfüllung von Wunschträumen und Sehnsüchten.)
Es gibt Menschen, die sich auf einmal gar nichts mehr trauen. Sie fangen überhaupt nichts mehr an, weil „es sich ja doch nicht lohnt. Wozu? Vielleicht bin ich morgen schon tot.“
Und es gibt Menschen, die zum Hypochonder werden. Jedes Zucken und Reißen ist nun das Symptom einer unheilbaren Krankheit oder ein Zeichen des nahenden Todes.

Mich hat das alles nicht in dieser Form berührt. Ich könnte mich in keine dieser Gruppen einsortieren. Ich musste lernen, mit dem Fortsein eines wertvollen Menschen fertig zu werden. Ansonsten schien es mir nur wichtig, Prioritäten noch besser zu setzen. Außerdem verspürte ich plötzlich einen anderen dringenden Wunsch: Ich wollte eine bestimmte Sache geregelt haben. Für mich. Für andere. Dieses leidige Wegschieben, das sorglose Verfrachten in irgendeine ferne Zukunft oder auch das Einstufen als Petitesse, als Unwichtigkeit, hörte auf. Ich spreche vom Letzten Willen und den damit verbundenen Dingen.
Es geschah nicht aus Furcht, dass es mich morgen träfe, es geschah mit der Einsicht, dass es nicht in meiner Macht steht, den Zeitpunkt des Endes zu bestimmen oder zu erahnen.

Das wäre heute auch meine Anregung oder einfache Bitte an Sie, wenn Sie dies lesen:
Nehmen Sie sich eine Minute Zeit zu überlegen, ob – sollte Sie plötzlich und unerwartet etwas aus diesem Leben reißen – ob alles Wichtige geregelt ist. Ob ihre Familie von dem, was Sie bewegt, Ahnung hat.
Ob Sie weiß, was Sie gewollt hätten! Wie Sie Regelungen arrangiert hätten. Für deren Zukunft.
Ob Sie etwas Persönliches aufschreiben, für den Fall, dass Sie völlig unplanmäßig nicht selbst mit Worten und Gesten Abschied nehmen können. Ob Sie etwas hinterlassen, was Ihren Hinterbliebenen helfen würde in der Extremsituation und der ersten Zeit danach …

Es muss Ihnen einfach bewusst sein:
Sie haben manchmal keine Chance mehr, es auf den letzten Drücker zu tun!
Das Leben nimmt vielleicht Rücksicht, der Tod aber nicht.

Was ist das schon, die Minute Zeit, die es braucht ….

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© by Michèle Legrand, März 2016
Michèle Legrand - freie Autorin - ©Fotograf Andreas Grav

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Couchgespräch …

Am Übergang zum Wochenmarkt spielte gestern ein älterer Straßenmusikant mit Hingabe auf seiner Querflöte.
„Every night in my dreams, I see you, I feel you …”
Erkannt?
My Heart Will Go On. Der Céline-Dion-Titel aus dem Film „Titanic“. Es folgte das „Ave Maria“.
Ich habe keine Ahnung, ob er sein Repertoire bewusst den Umständen angepasst hatte. Alles schöne, traurige, etwas schwermütige Lieder angesichts der allgemeinen Lage und der vielen Todesfälle unter prominenten Künstlern? Angesichts des Todes von René Angélil, Céline Dions Ehemann? Auf jeden Fall wirkte es wie ein Gedenken. Klang zugleich nach Trauerfeier, nach Beerdigung.

Krebs ist die Pest. Egal, wessen Tod in den letzten zwei Wochen gemeldet wurde, er war durch Krebs verursacht. Maja Maranow, Lemmy Kilmister, David Bowie, Alan Rickman, René Angélil
Keiner von ihnen hatte gegen diese Krankheit auf Dauer eine Chance!
Da kann man den Weltraum erkunden, technischen Schnickschnack höchsten Grades entwickeln, um sich gegenseitig abzumurksen, aber dem Krebs Herr werden … Das scheint ein anderes Kaliber zu sein.
Trotz aller Therapieverbesserungen und Fortschritte im Laufe der Jahre; für manche Krebsarten gibt es nach wie vor kaum irgendeine Aussicht auf völlige oder dauerhafte Genesung. Manchmal scheint es, als wäre alles überstanden, nur um kurz darauf – häufig in Form von Metastasen – mit Wucht zurückzukehren.
54 Jahre. Das ist doch kein Alter! Auch 69 nicht.
Die Betroffenen werden immer jünger, oder? Vielleicht täuscht der Eindruck auch. Liegt es daran, dass wir selbst älter werden? Es gab auch früher junge Opfer. Meine Freundin starb damals mit 33 an einer Variante dieser Pest. Nur diese Häufung der Fälle …?

Alan Rickman. Den habe ich sehr gemocht. Als Künstler, als Menschen. Seinen feinen Charakter. Soweit man ihn eben kennt. Einen Prominenten. Einen Schauspieler.
Ich werde bei Menschen zunächst bei einer Stimme hellhörig, dann auf den Blick aufmerksam. Ich bin ein relativ ruhiger, stiller Vertreter, reagiere eher auf Augen. Auf Menschen, deren Augen reden. Wenn einer ohne großen Kasperkram und übertriebene Gesichtsverrenkung zu unzähligen Gefühlsausdrücken in der Lage ist, werde ich davon eingenommen. Mich fasziniert ebenso die Fähigkeit, durch pure Anwesenheit absolut präsent zu sein. Durch feinste Mimik, nicht durch angestrengte, laute Aktion. Es beeindruckt mich dauerhaft. Die entstandene Anziehung bleibt tatsächlich über Jahre bestehen. In den meisten Fällen bis zum Tod.

Kommen nebenher – wie bei Alan Rickman – eine spezielle, wohlklingende Stimme hinzu oder die Fähigkeit, obendrein Aquarelle malen zu können, vor denen man sich hinknien könnte, dann ist es soweit, dass ich sogar Filme wie Robin Hood schaue, nur, weil dieser Mensch mitwirkt. Schinken dieser Art haben es sonst recht schwer bei mir. Auch für einen Kevin Costner schalte ich nicht automatisch meinen Fernseher an. Wenn allerdings Alan Rickman den Sheriff von Nottingham verkörpert …
Zack! Sofaplatz. Bitte Ruhe jetzt hier!

Haben Sie ihn einmal Shakespeare rezitieren hören? Sie geraten in seinen Bann, schmelzen dahin!
Selbst wenn Sie mehr auf den Gruber aus Stirb langsam stehen, auf den Harry aus Tatsächlich Liebe, den Colonel Brandon aus Sense & Sensibility oder auf Severus Snape, seine Glanzrolle in Harry Potter:
Mr. Rickman hat viele Menschen beeindruckt.
Ich hoffe, er hat nicht so leiden müssen …

Ein bisschen Gegenprogramm zum Schluss? Als Kontrast zu Krebs, Abschied nehmen und trauriger Querflötenmusik?
Wie das Leben so spielt, präsentierte sich auch mir heute direkt im Anschluss gleich wieder ein Aufmunterer, während ich mir Pflanzen bei Blume 2000 ansah. Genauso wie es ein etwa Fünfjähriger mit seiner Mutter tat.
„Was willst du Oma denn für eine Blume mitbringen“, fragte er.
„Ich glaube, die haben gar nicht das, was ich suche …“, lautete die Antwort.
„Was denn?“, hakte er neugierig nach.
„Omas Yucca-Palme ist eingegangen. Ich hätte ihr gern eine neue geschenkt.“
„Nein, das darfst du nicht!“ Heftiger Protest!
„Warum denn das nicht?“ Seine Mutter war völlig perplex.
„Dann muss sie sich doch immer kratzen!“

Es dauerte auch bei mir einen Moment, ehe ich begriff, dass er von einer hinterhältigen Juckerpalme ausging, die einer älteren Dame das Leben zur Hölle machen würde …

Beenden wir doch so das heutige Couchgespräch. Ich wünsche Ihnen einen schönen Sonntag!

Ich soll Sie übrigens grüßen von meinem gelegentlich auftauchenden Stadtreiher, der nach sozialer Vernetzung und Ansprache dürstet.
Momentan beschränkt sich sein Kontakt nämlich auf einen Wetterhahn …

Einsamer Stadtreiher sucht Anschluss beim Wetterhahn ...(Reiher auf dem Dachfirst)

Einsamer Stadtreiher sucht Anschluss beim Wetterhahn …

 

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© by Michèle Legrand, Januar 2016
Michèle Legrand ©Foto Andreas Grav (Ausschnitt)

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Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 – Casting-Eindrücke

Michèle Legrand auf WordPress / Bericht Model Contest Ein erfreutes Hallo, liebe Blogstammleser  (nach nun bereits wiederholter, kurzer Abstinenz durch Zeitmangel meinerseits), sowie ein ebenso herzliches Willkommen allen neu Hinzustoßenden, welche durch die Suche nach dem Begriff Model-Wettbewerb oder einem artverwandten Thema hierher geführt wurden.

Es geht um die QUARREE GESICHTER, und wer tatsächlich nur kurz Resultate braucht, den verweise ich vorweg ohne Umschweife auf  folgenden Artikel, den es ebenfalls von mir im Wochenblatt gibt:
http://www.hamburger-wochenblatt.de/marienthal/unser_hamburg/gut-besuchtes-casting-beim-model-contest-quarree-gesichter-2014-d8224.html
Die anderen, mit mehr Zeit, bleiben bitte an meiner Seite, erfahren zusätzliche Details und sind dadurch noch ein bisschen näher dran am Geschehen.

Sagen Sie, würden Sie mir kurz eine Tätigkeit nennen, der 822 Menschen in der vergangenen Woche nachgegangen sind?
Was könnte diese zahlenmäßig recht beachtliche Gruppe getan haben? Höre ich Vorschläge?
Aufgestanden? Gefrühstückt? U-Bahn gefahren …?
Die Zahl derer dürfte höher liegen.
Ein Bild gemalt, eine Klausur geschrieben, Wäsche gewaschen, einen Zahnarzttermin wahrgenommen, sich aufgeregt, Fieber bekommen, einen Absatz verloren …?
Es trifft alles nicht zu.
Die Menschen, von denen heute die Rede ist, haben etwas völlig anderes unternommen. Diese 822 vorwiegend jungen Damen und Herren haben den Entschluss gefasst, am Wettbewerb QUARREE GESICHTER 2014 teilzunehmen und bewarben sich daher in der Casting-Woche (04. bis zum 09. Februar 2013) als Kandidaten.

QUARREE GESICHTER 2014 - Casting Februar 2013

QUARREE GESICHTER 2014 – Casting Februar 2013

Der Blogpost heute soll Ihnen u. a. einen kleinen Überblick verschaffen, wer in diesem Jahr auf Organisationsseite wieder dabei ist, in welcher Größenordnung sich die Teilnehmerzahl – speziell vor dem nun folgenden Recall – bewegt, und was Sie generell während dieser Staffel diesbezüglich hier bei mir erwartet.
Für Blog-Neuankömmlinge der Hinweis, es gibt Berichte der vorangegangenen Wettbewerbe, die Sie alle rechts über die Kategorie MODE finden und bei Interesse auch jetzt noch nachlesen können.
Für alle die Information, dass sich die diesjährige Begleitung des Contests im Blog einerseits natürlich auf die Hauptevents konzentriert, doch zusätzlich geht es diesmal um einzelne Akteure, ohne die ein solcher Wettbewerb nichts wäre.
Nicht möglich wäre!
Wir werden versuchen, im Laufe der Zeit den ein oder anderen Aktiven (Stylist/Coach, Fotograf, Kameramann, Visagisten-Team, etc.), für ein Interview zu gewinnen, und wir sprechen auch das ein oder andere zukünftige Model (weiblich und männlich) an, um  mehr über Beweggründe oder persönliche Eindrücke zu erfahren.
Sie sehen, Sie werden von Zeit zu Zeit auch wieder hinter die Kulissen schauen dürfen. Im letzten Jahr waren es die Workshops, jetzt geht es gezielt um Mitwirkende.

Casting-Eindrücke. So lautet es im Titel, daher sollten wir uns nun diesem Bereich widmen.
Die Vorstellungsmöglichkeit an einem von sechs Auswahltagen, bot vielen die Gelegenheit, die Bewerbung mit dem persönlichen Terminkalender zu vereinbaren und sich zu einem Probe-Walk auf dem Laufsteg einzufinden. Der vom EKZ Quarree Wandsbek veranstaltete und von Alexander Strauß und seinem Team umgesetzte Wettbewerb, findet – wie viele bereits wissen – mittlerweile zum dritten Mal statt.
Vielleicht interessiert es Sie auch herauszufinden, wie die diesjährigen Kandidaten überhaupt auf den Wettbewerb aufmerksam geworden sind, wer oder was sie  animiert hat, sich vorzustellen.
Waren es bei der Erstausgabe im Jahr 2011 lediglich kleine Ankündigungen in der lokalen Presse, Flyer/Aufkleber im EKZ oder Informationen und Aufrufe via Social Web, die das Casting bewarben, so ließen sich bereits ab Staffel II  Veränderungen bemerken. Die Mundpropaganda hatte eingesetzt, und der Titel des Wettbewerbs war sehr vielen inzwischen ein Begriff.
Staffel II, die ich im vergangenen Jahr komplett begleitete, bewirkte, dass sich zahlreiche neue Freunde fanden, die das Geschehen verfolgten. Ich wiederum verfolge bei mir im Blog (Statistik und Kommentare) oder bei den Online-Zeitungsartikeln, die es von mir im Netz gibt, dass Berichte begierig aufgesogen und Fotos im Netz gesucht werden. Tendenz steigend.
Durch die stark gewachsene Aufmerksamkeit, hat sich nicht nur lokal der Bekanntheitsgrad vergrößert. Via Internet wurde Wettbewerbsbezogenes in großer Menge sehr weit verbreitet, so dass sich plötzlich auch der Radius, aus dem nun Anfragen für das neue Casting vorliegen, sehr erweitert hat. Viele bedauern, dass es nicht in z. B. Köln, Stuttgart, Wien oder gar in Schweden derartige Wettbewerbe gibt.

Das Thema eingangs war jedoch, woher unsere Kandidaten dieses Jahres wissen, dass eine neue Ausgabe des Contests startet. Wieso standen sie pünktlich und zahlreich in den Startlöchern?
Am Montag sprach ich Kandidaten an und fragte:
Wie habt ihr vom Contest erfahren?

Zwei junge Männer, 17 und 22, befreundet, die sich gleich beide anmeldeten, hatten über das Wochenblatt davon Kenntnis gehabt. Weitere, die mir diese Informationsquelle nannten, folgten.
Mehrere junge Mädchen hingegen hörten über Freundinnen davon, Freundinnen oder Bekannte, die schon mitgemacht hatten oder die ihrerseits wieder jemanden kannten, der Kandidat war. Kontakte in der Schule und Universität eigneten sich hervorragend zum Informationsaustausch.
Facebook wurde genannt als Quelle der Information. Dort waren es Freunde, die Kommentare posteten, auf Links verwiesen, oder es waren Facebookseite bzw. Homepage des Einkaufzentrums selbst, die – nachdem man erste Tipps erhalten hatte – zurate gezogen wurden.
Auch bei den Herren kannten einige Bewerber Teilnehmer der Vorjahre, was sie bewogen hat, jetzt selbst mitzumachen.
Es gab Geschwister, die die gleiche Laufbahn einschlugen. Im Vorjahr ein Familienmitglied, in diesem Jahr die Schwester oder der Bruder.

GESICHTER 2014 - Casting 04.02.2013 - Schwestern ... die eine (Rose, links) im Vorjahr bis zum Finale dabei - die andere (Ronja, rechts) macht dieses Mal mit.

QUARREE GESICHTER 2014 – Casting 04.02.2013 – Schwestern … die eine (Rose, links) im Vorjahr bis zum Finale dabei – die andere (Ronja, rechts) macht dieses Mal mit.

Und nicht zuletzt erwischte es mehrere junge Menschen ganz unvermutet. Sie waren ohne jegliche Kenntnis des Castings rein zufällig im Quarree einkaufen, fielen einem Mitglied des Wettbewerbs-Teams ins Auge, wurden angesprochen und überlegten sich spontan, es einfach zu probieren.
Ein letzte kleine Gruppe bilden diejenigen, die in den beiden Vorjahren aus irgendeinem Grund früh ausschieden oder ausstiegen (Zeitmangel, Krankheit, etc.) und nun die Möglichkeit haben, ihr Glück erneut zu versuchen.
Lediglich für die Finalisten der Vorjahre ist die Rückkehr zum Contest nicht möglich.

Außer den Kandidaten – wer war beim Casting sonst noch dabei?
Wie in den Vorjahren auch der Stylist und Coach Alexander Strauß, sein Anmeldungs- und Organisationsteam bestehend aus Nina Stevens, Anne Paul und Claudia Igel.

QUARREE GESICHTER 2014 - Casting 09.02.2013 - Anmeldung bei Nina Stevens

QUARREE GESICHTER 2014 – Casting 09.02.2013 – Anmeldung bei Nina Stevens …

QUARREE GESICHTER 2014 - Casting 04.02.2013 - Teambesprechung - Anne Paul (sitzend) und Claudia Igel

QUARREE GESICHTER 2014 – Casting 04.02.2013 – Teambesprechung – Anne Paul (sitzend) und Claudia Igel. Das provisorische Schild „Anmeldung“ wurde übrigens sehr schnell ersetzt durch … (s. u.)

QUARREE GESICHTER 2014 - Casting 09.02.2013 - ... diesen gerahmte Aufsteller. Wen erkennen Sie in der Spiegelung? Richtig, Priscilla Kuhlmann!

QUARREE GESICHTER 2014 – Casting 09.02.2013 – … diesen gerahmten Aufsteller. Und wen erkennen Sie in der Spiegelung? Richtig, Priscilla Kuhlmann! ^^

Weiterhin dabei Philipp, der wachen Blickes im Quarree umherzog und Talente sichtete. Daneben Vanessa, die zudem an einigen Tagen zusammen mit Kollegin NancyFitness First“, einen der Partner dieses Wettbewerbs, an einem Stand in der Halle repräsentierte.
Während Nina, Anne und Claudia Finalisten aus dem Jahr 2011 sind, waren Vanessa, Philipp und Nancy im gerade abgelaufenen Jahr bei den finalen Modenschauen dabei.

QUARREE GESICHTER 2014 - Casting 09.02.2013 - Kommen Ihnen diese beiden hübschen Damen bekannt vor? Es sind Nancy (r.) und Vanessa (l.) von den QG 2013

QUARREE GESICHTER 2014 – Casting 09.02.2013 – Kommen Ihnen diese beiden hübschen Damen bekannt vor? Es sind Nancy (r.) und Vanessa (l.) von den QG 2013

Ebenfalls im Team erneut dabei ist Priscilla Kuhlmann, Finalistin der ersten Staffel, mittlerweile selbst eine ausgebildete Laufstegtrainerin und weiterhin Yasemin, die Gewinnerin des Vorjahres in der Kategorie XL-Models.

QUARREE GESICHTER 2014 - Casting 04.02.2013 - Eine Bewerberin auf dem Laufsteg, nachdem sie von Vorjahres-Siegerin Yasemin (XL-Models) wertvolle Ratschläge und prof. Anleitung erhielt ...

QUARREE GESICHTER 2014 – Casting 04.02.2013 – Eine Bewerberin auf dem Laufsteg, nachdem sie von Vorjahres-Siegerin Yasemin (XL-Models) wertvolle Ratschläge und prof. Anleitung erhielt …

Bei den Fotografen ist zum dritten Mal Andreas Grav („PixelWERK“, http://www.andreasgrav.com ) mit von der Partie, dessen traumhafte Bilder aus Staffel I und II viele sicher erinnern.
Neu im Team bei den QUARREE GESICHTERN 2014 der Fotograf und Kameramann Gregor Szielasko (http://www.szielasko.com/), dessen ruhige, vertrauenerweckende Art sowie freundliche Anleitung bereits viele Kandidaten schnell davon überzeugt hat, dass sie eine kurze Selbstvorstellung mit Mikrofon vor seiner Kamera  hinbekommen werden. (Auch er hat mir netterweise schon mehrere seiner Profibilder für einen Blogpost zur Verfügung gestellt  Das während des Castings entstandene Video, dessen Link Sie am Ende des Berichts noch finden werden, stammt von ihm).

QUARREE GESICHTER 2014 - Casting 09.02.2013 - In diesem Jahr neu mit im Team Fotograf und Kameramann Gregor Szielasko ("Szielasko Fotografie und Film")

QUARREE GESICHTER 2014 – Casting 09.02.2013 – In diesem Jahr neu mit im Team Fotograf und Kameramann Gregor Szielasko („Szielasko Fotografie und Film“)

Das Casting
An diesen Tagen wurde gesichtet. Verständlicherweise konnte leider nicht jeder Kandidat weiterkommen. Die Aufgabe, diejenigen unter den Bewerbern herauszufiltern, bei denen Talent und Potential erkennbar sind, fiel neben Alexander Strauß u. a.  Priscilla Kuhlmann zu.
Mit ihr sprach ich darüber, wie sie mit den Bewerbern bei deren erster Vorstellung auf dem Laufsteg agiert.
Sie nimmt über Gesichtszüge und anhand der Haltung (locker, entspannt oder aber steif, verkrampfte Finger, etc.) wahr, wie groß die innere Anspannung ist, und so ist es oft primär ein Nehmen der Aufregung, was sie als vorrangige Aufgabe für sich selbst sieht.
Es gibt Anleitung, kurze Instruktionen für den Probelauf auf dem Steg.
Es gibt Tipps, wie mit Nervosität (Publikum ausblenden, Punkt in der Ferne fixieren, etc.) umgegangen werden kann. Notfalls läuft sie einmal mit, um die Aufregung oder gar Angst zu nehmen und um nicht nur zu erklären, sondern auch zu demonstrieren.
Priscilla muss für sich selbst bestimmen, wie viel sie dem einzelnen Bewerber an Information zumuten kann. Wie viel in dieser Situation verarbeitet werden kann. Wie viel kann sie ihm/ihr überhaupt zutrauen?
Also heißt es immer wieder für sie: beobachten, zeigen, korrigieren und so zu einer Entscheidung gelangen.

QUARREE GESICHTER 2014 - Casting 09.02.2013 - Kurze Anleitung durch Laufstegtrainerin Priscilla Kuhlmann ...

QUARREE GESICHTER 2014 – Casting 09.02.2013 – Kurze Anleitung durch Laufstegtrainerin Priscilla Kuhlmann …

QUARREE GESICHTER 2014 - Casting 09.02.2013 - ... und auf geht's - Priscilla Kuhlmann mit einem Casting-Teilnehmer

QUARREE GESICHTER 2014 – Casting 09.02.2013 – … und auf geht’s – Priscilla Kuhlmann mit einem Casting-Teilnehmer

QUARREE GESICHTER 2014 - Casting 09.02.2013 - Auch diese junge Dame machte sich berechtigt Hoffnung auf ein Weiterkommen im Wettbewerb. Sie ist zum Recall geladen.

QUARREE GESICHTER 2014 – Casting 09.02.2013 – Auch diese junge Dame machte sich berechtigt Hoffnung auf ein Weiterkommen im Wettbewerb. Sie ist zum Recall geladen.

QUARREE GESICHTER 2014 - Casting 04.02.2013 - Das Ende des Laufstegs ist erreicht ... Die Kandidatin mit Alexander Strauß

QUARREE GESICHTER 2014 – Casting 04.02.2013 – Das Ende des Laufstegs ist erreicht … Die Kandidatin mit Alexander Strauß

QUARREE GESICHTER 2014 - Casting 09.02.2013 - Die Sache mit den Füßen ... Und wer lacht von den Bildschirmen? Anna-Marie, die Gewinnerin der 1. Staffel des Wettbewerbs

QUARREE GESICHTER 2014 – Casting 09.02.2013 – Die Sache mit den Füßen … Und wer lacht von den Bildschirmen? Anna-Marie, die Gewinnerin der 1. Staffel des Wettbewerbs

QUARREE GESICHTER 2014 - Casting 04.02.2013 - ... prüfender Blick bezüglich Gang, Fußhaltung, etc.

QUARREE GESICHTER 2014 – Casting 04.02.2013 – … prüfender Blick bezüglich Gang, Fußhaltung, etc.

QUARREE GESICHTER 2014 - Casting 09.02.2013 - Mit Freude und einem entspannten Lächeln dabei ... Ein weiterer Kandidat.

QUARREE GESICHTER 2014 – Casting 09.02.2013 – Mit Freude und einem entspannten Lächeln dabei … Ein weiterer Kandidat.

Apropos Entscheidung. Sie ist gefallen, das Ergebnis nach dem Casting sieht wie folgt aus:

Von den insgesamt 822 Bewerbern (neun mehr als im Vorjahr), haben es 350 Teilnehmer in den Recall geschafft.

Eingeladen, sich erneut am Freitag und Sonnabend (15. bzw. 16.Februar 2013) vorzustellen, sind 80 Herren, 251 Damen und 19 XL-Models. Der Andrang vielversprechender und gut aufgelegter, gutaussehender männlicher Talente, ist diesmal wieder erfreulich hoch. Bereits im letzten Jahr stieg die Bewerberquote signifikant, in diesem Jahr scheint es noch besser zu laufen.

QUARREE GESICHTER 20

QUARREE GESICHTER 2014 – Casting 04.02.2013 – Vorstellung und Probelauf auf dem Catwalk – Alexander Strauß mit einem Bewerber

Die zum Recall zugelassenen Kandidaten präsentieren sich an einem der beiden Tage einer vierköpfigen Jury. Wer hier überzeugen kann, schafft es in die nächste Runde und sichert sich gleichzeitig einen Platz im Workshop. Workshop I enthält Laufstegtraining und bereitet auf die erste Modenschau im EKZ Quarree Wandsbek Ende April vor.

Vielleicht haben Sie, wenn Sie aus Hamburg oder Umgebung kommen, Lust, am nächsten Wochenende im Quarree vorbeizuschauen und ihren Favoriten die Daumen zu drücken. Oder Sie schauen ggf. hier wieder herein, denn das Geschehen wird weiter im Blog mitverfolgt.

Ich möchte Sie zum Abschluss heute auch ein bisschen neugierig machen. Es dauert nicht mehr lange, dann werden die ersten Werbefotos der letztjährigen Gewinner (d. h. der GESICHTER 2013) auftauchen. Die Sieger haben im Oktober 2012 mehrere Fotoshootings für Werbekampagnen in 2013 gewonnen und repräsentieren dabei das Quarree im laufenden Jahr.
Ich sage nur: Lassen Sie sich überraschen! Halten Sie die Augen auf und seien Sie nicht nur direkt auf das EKZ Quarree Wandsbek fixiert. Man kann nie wissen … ^^
Auch dazu gibt es natürlich zu gegebener Zeit mehr hier im Blog.

Lesen wir uns wieder? Nach dem Recall?
Es würde mich freuen!

Zum Abschluss für Sie der Link zu dem im Text angekündigten Video von Gregor Szielasko, in dem Sie u. a.  Alexander Strauß, Priscilla Kuhlmann, die Vorjahresgewinner Mariam und Rafael sowie einige der neuen Bewerber während des gerade abgeschlossenen Castings sehen können.
Das Video wurde via Facebook veröffentlicht. Ich hoffe, dass es vielen von Ihnen möglich ist, bei Interesse diesen Link aufzurufen.

Video Casting:
–>>   www dot facebook dot com/photo.php?v=4472725822810
(Bitte dot jeweils durch einen Punkt ersetzen. Zum Schutz Ihrer Daten und Privatsphäre kein aktiver, direkter Link zu Facebook.)

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©Februar 2013 by Michèle Legrand

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Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 – Die dritte Staffel läuft demnächst an!

Für alle Interessierten die gute Nachricht, dass es auch in diesem Jahr wieder eine weitere Ausgabe des beliebten Model Contests gibt.

In Kürze beginnt erneut das große Casting im EKZ QUARREE Wandsbek
Ein kleines Jubiläum, denn bereits zum dritten Mal nach 2011 und 2012, können sich junge Menschen vorstellen und bei Talent, Ausstrahlung, Ehrgeiz, Einsatz  und natürlich auch mit etwas Glück, das Gesicht 2014 – nämlich für die Werbekampagnen des kommenden Jahres – werden.
Wie zuvor dürfen Damen und Herren ab 18 Jahren (16-18jährige mit einer Einverständniserklärung der Eltern) daran teilnehmen.
Es werden Models für die Kategorien Männer, Frauen und XL (ab Gr. 42) gesucht.

Model Contest QUARREE GESICHTER 2014 startet im Februar 2013

Wie in den Vorjahren, wird sich der Wettbewerb über mehrere Monate erstrecken. Im Laufe dieser Zeit, werden im Wechsel Trainingseinheiten (Profi-Workshops) und Veranstaltungen stattfinden, bei denen das Erlernte gezeigt wird,  Erfahrung gesammelt werden kann, bei denen aber gleichzeitig auch entschieden wird, wer weiterhin dabei ist und wer es letztendlich bis zum Finale im Oktober schafft.

Die Sieger der ersten Staffe des Model Contest im Jahre 2011: QUARREE GESICHTER 2012 - Kevin, Anna-Marie und Kiml

Die Sieger der ersten Staffel des Model Contest im Jahre 2011: QUARREE GESICHTER 2012 – Kevin, Anna-Marie und Kim – Foto EKZ QUARREE – Fotograf: Andreas Grav

Bei Interesse an dem bisherigen Verlauf, schauen Sie gern in die ausführlichen Blogberichte, die Sie hier alle in der KATEGORIE MODE finden.
Oder geben Sie im Suchfeld oben rechts Model Contest ein und scrollen dann zu den Berichten über Casting, Recall, Workshops, Modenschauen, Living Doll Event und dem reich bebilderten Finale.

Sieger Model Contest QUARREE GESICHTER 2013 - offizielles Foto (Fotograf: Andreas Grav)l

Sieger Model Contest QUARREE GESICHTER 2013 – Rafael, Denise (2.), Mariam (1.), Alina (3.) und Yasemin (Siegerin XL-Models) – offizielles Foto (Fotograf: Andreas Grav)

Wenn Sie die Lust packt oder Sie jemanden kennen, dessen Wunsch es schon immer war, an einem derartigen Wettbewerb teilzunehmen, jemanden, der seine Chance nutzen möchte, dann melden Sie sich entweder selbst in der Castingwoche vor Ort  oder geben diese Information netterweise an Interessenten weiter.

Das Casting findet statt in der Woche vom 04. bis zum 09. Februar 2013.
Ort der Veranstaltung: EKZ QUARREE Wandsbek
Genaue Zeiten folgen bzw. Sie werden sie demnächst auch auf der Homepage des Quarrees entdecken oder können sie auf der entsprechenden Facebook-Seite nachlesen.
Die Links dorthin finden Sie nachstehend.

Die Homepage: http://www.quarree.de/
Das Quarree bei Facebook: https://www.facebook.com/QUARREE

Kommen Sie doch vorbei! Bis bald!

Vielen Dank an Andreas Grav für die erneute Genehmigung, Ihnen hier im Blog seine Fotos  zu zeigen!

©January 2013 by Michèle Legrand

Nachtrag am 11.01.2013:

Das Casting  findet an allen Tagen in der Zeit von 14.00 – 18.30 Uhr statt  (Mo – Sa, Halle Quarree I,   große Aktionsfläche).
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Teilnehmer, die hier weiterkommen, finden sich bitte zum Recall am 15.-16.02.2013 wieder im Quarree ein.

Und ein weiterer Nachtrag am 19. 01.2013:

Wollen Sie vielleicht einmal schauen? ^^
Auf YouTube gibt es jetzt ein Video mit Eindrücken vom Finale der QUARREE GESICHTER 2013 (enthält auch Szenen von QUARREE GESICHTER 2012)

http://www.youtube dot com/watch?v=jezdBNpi6qg&feature=youtu dot be

Die beiden dots bitte jeweils durch einen Punkt (ohne Abstand) ersetzen. Zum Schutz Ihrer Daten und Privatsphäre ist hier keine aktiver, direkter Link zu You Tube eingefügt.

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Kostbare Zeit … und das Thema Weltuntergang wird jetzt zu den Akten gelegt!

Michèle Legrand  ©Foto: Andreas Grav (Ausschnitt)Vorweihnachtszeit. Und prompt kommt man zu nichts mehr! Hier herrscht schon seit einer kompletten Woche Funkstille.
Eine Woche … gähnende Leere!
Und Sie! Sie melden sich natürlich auch nicht! Sagen keinen Ton! ^^
Wie darf ich denn das auslegen, hm?
Geben Sie es ruhig zu, Sie sind heilfroh, dass wenigstens einmal Ruhe ist.
Nicht?
Ach, Sie sind selbst auch am rotieren?
Klar, das adventliche Zeitknappheitsproblem ist Ihnen nicht neu …
Bitte?
Exakt! Sie haben natürlich völlig recht, es ist nicht nur die generell vorbereitungsintensive Zeit vor Weihnachten, es ist auch dieser zusätzliche Zeitdruck durch den unsäglichen Weltuntergang am 21. Dezember.
Wenn es danach geht, ist die aufkeimende Weihnachtshektik eigentlich völlig für die Katz …
Stopp!
Soll ich Ihnen einmal hier – so unter uns – etwas verraten?
Kommen Sie bitte etwas näher, ich muss es leiser sagen, denn einige werden mich jetzt sicher steinigen. Es ist nämlich so:
Ich kann dieses Weltuntergangs-Gedöns nicht mehr hören!
Alles, was jetzt daraus entsteht!

Haben Sie schon einmal beobachtet, welches Verhalten diese Ankündigung bei vielen Menschen auslöst?
1)
Es gibt den Typ 1, der plötzlich überhaupt nichts mehr anpackt, weil die Welt in ein paar Tagen sowieso am Ende ist. Er glaubt selbstverständlich nicht daran, aber er nutzt es für alles und jedes als Ausrede, um sich vor Dingen zu drücken oder sich etwas zu gestatten.
Was soll ich die Aufgabe jetzt erledigen/aufräumen/helfen, wo doch hier bald Schluss ist?
– Ich kann weiter (fr)essen – denn ich sterbe ja eh am 21. Dezember!
– Was soll ich diese Sache klären, „bis dahin“ geht es auch gut ohne Einigung.
– Ich rauche/trinke/ rase, etc. weiter. Auf die paar Tage kommt es wirklich nicht an.
Typ 1 ist klar, dass er schwafelt, doch eine gute Ausrede ist es allemal – aus seiner Sicht.
2)
Typ 2 glaubt zwar auch nicht an den Weltuntergang, aber seine Logik weicht leicht ab. Sie sieht so aus:
Weil es theoretisch doch passieren könnte, vertagt er alle Aktivitäten auf einen Termin nach dem 21.12.2012. Rein vorsichtshalber.
– Du, ich warte mal ab, wegen Weltuntergang und so …
Mit Menschen des Typs 2 ist zurzeit auch nichts anzufangen.
3)
Mensch Typ 3 erlebt momentan einen Ausbruch von Kreativität. Er malt sich diesen Tag des Weltuntergangs in bunten Farben aus und schreibt irrwitzige Szenarien. Er erfindet quasi Stundenpläne für den Ablauf. Wo es wann startet, wer sich mit wem versammelt, wie das Menü (Apokalypse-Brunch) aussieht, wer zur Eröffnung singt, wie lange alles dauert.
Natürlich ist der UN-Sicherheitsrat involviert! Alles wird ein einziges Happening! Eine große Weltuntergangsfeier, bei der Brasilien gegen eine Weltauswahl Fußball spielt – letzteres las ich bei Facebook.
4)
Mensch Typ 4 ist von der ernsthaften Sorte und stets bemüht, die Hintergründe um die These des kommenden Untergangs zu klären. Auch zu erklären. Er möchte sich damit auseinandersetzen und versucht, seriös Fachwissen zu vermitteln.

Es gibt sicher weitere Wesen anderer Art, doch dabei wollen wir es vorerst bewenden lassen und kommen stattdessen zu meinem Einwand, es nicht mehr hören zu können.
Warum diese Abneigung?
Mir könnte es im Grunde herzlich egal sein, was wer wie oder wann über den Weltuntergang zu sagen hat.
Zu schreiben hat. Oder welche Informationen es darüber gibt.
Wer welche Späße dazu erfindet. Wie abgedroschen, überholt oder  überhaupt nicht witzig sie teilweise auch sein mögen.
Ich könnte auch die zweihundertfünfzigste Wiederholung milde lächelnd hinnehmen.
Kann ich es?
Weiterhin habe ich durchaus die Hintergründe verfolgt, studierte die Geschichte vom Langzeit-Maya-Kalender, die Theorien bezüglich des Sonnensystems und der Sternenkonstellation. Dort ist nicht unbedingt von einem Untergang im eigentlichen, ganz wörtlichen Sinn die Rede! Kein Versinken wie bei Atlantis o. ä. Oft wird von einem Übergang geredet …
Wir wissen demnach gar nicht, was genau uns erwartet!
Dennoch lähmt es die Leute in ihrem Handeln. Nicht, weil es sich so entsetzlich darstellt, vorgestellt wird – nein, es ist zu abstrakt, zu schwer greifen und zu begreifen – daher ist die Reaktion irrational, eher kindisch.

Für mich wirft die derzeitige Weltuntergangs-Beschau jedoch eine andere Frage auf, die ich für viel naheliegender halte. Ein Szenario, das greifbarer ist und mit dem wir uns daher besser auseinandersetzen oder darauf geeigneter reagieren können:
Hat schon einmal jemand daran gedacht, dass jeden Tag irgendwo für irgendeinen Menschen gerade die Welt untergeht?
Seine Welt?
Dass es gar nicht so selten ist?
Dass es nicht derart vage oder abstrakt ist wie die Ankündigung, mit der wir uns gerade herumschlagen oder mit deren Berichten uns die Medien zupflastern?
Naturkatastrophen, Terrorakte, Amokläufe, Kriege, Unfälle, Krankheiten, familiäre Zerwürfnisse, Tod eines nahestehenden Menschen, Notsituationen aller Art … alles Auslöser, die eine (persönliche) Welt untergehen lassen.
Die Welt eines oder auch mehrerer Menschen.
Immer wieder!

Würden auch diese betroffenen Menschen immer nur davon reden, dass sie jetzt gerade nichts tun könnten, weil doch Weltuntergang sei oder sich nicht getrauten mit dem Hinweis auf ein vielleicht kommendes Ende ihrer Welt?
Nein, sie würden für sich überlegen, ob sie damit weiterleben könnten und dann handeln. Und das Wissen um die Möglichkeit des Verlustes, würde sie dazu bewegen, sich ihrer Zeit bewusst zu sein und Dinge noch vorher zu tun – weil manche Momente und Gelegenheiten unwiederbringlich sind!

Mich stört das sinnlose Vergeuden der Zeit.
Mich irritiert das Verhalten, als hätten wir grundsätzlich noch alle Zeit der Welt – nämlich nach dem Untergang, an den nicht geglaubt wird.
Wir wissen nie, wie viel Zeit noch ist!

Es wird kein Langzeit-Mayakalender sein, der uns persönlich darauf hinweist, wann unser Ende gekommen ist. Es wird auch nicht als Neuigkeit in der Zeitung zu finden sein. Überhaupt sollte sich jeder darüber im Klaren sein, dass es nicht unbedingt erst dann passiert, wenn er damit rechnet! Es wird nicht immer gewartet, bis wir unseren Kram endlich geregelt haben!
Und was bedeutet das?
Es bedeutet nicht, dass Sie jeden Tag Angst haben müssen, dass Sie dran sind.
Es heißt nicht, dass Sie nicht heute noch etwas beginnen können – selbst wenn sich herausstellen sollte, dass Sie es nicht mehr lange fortführen könnten …
Es heißt nicht, dass Sie von nun an grundsätzlich vorpreschen müssen, panisch alles erledigen müssen …
Es heißt nur, dass Sie die Zeit nutzen sollen und bedeutet, dass sie wirklich kostbar ist!
Zu schade zum Vergeuden.
Schieben Sie nicht alles auf die lange Bank!
Und schieben Sie nicht diesen dämlichen Weltuntergang vor!

Wenn Sie noch irgendetwas Unerledigtes zu tun haben, irgendetwas, das Ihnen am Herzen liegt, dann tun Sie es jetzt!
Sie können es nicht vorher wissen – aber es könnte die letzte Chance sein!
Tun sie es deshalb.
Nicht, weil die Zeitung schon wieder reißerisch den 21. Dezember erwähnt.

Diese Art Weltuntergangs-Gedöns legen wir nun zu den Akten.

©Dezember 2012 by Michèle Legrand

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Bis in alle Ewigkeit …

Michèle Legrand  - Michèle. Gedanken(sprünge) - BLOGViele Menschen haben bereits erlebt, wie es ist, einen Menschen gehen lassen zu müssen.
Endgültig.
Sie möglicherweise auch …
Manchmal kam es erwartet, in vielen Fällen auch völlig überraschend.
Was ist geblieben?
Nur der Stein auf dem Grab, der ausdrücken soll „Ich war hier“?
Nur Schmerz um den Verlust, womöglich sogar Groll? Die Angst vor Künftigem, vielleicht sogar die vor dem eigenen Gehen müssen?
Oder ist da auch Dankbarkeit? Für gemeinsame Erinnerungen, einfach dafür, dass man einen Teil seines Lebens mit diesem Menschen verbringen durfte?
Ihm überhaupt über den Weg lief!

Ich habe eine Geschichte bei mir im Blog, die ich 2010 veröffentlichte. Die wahre Geschichte einer Freundschaft.
Heute am Totensonntag, der auch Ewigkeitssonntag genannt wird, möchte ich Ihnen den Link dazu hier hinterlassen.
Manche Menschen werden einem immer fehlen und bleiben einem gleichzeitig bis in alle Ewigkeit nahe …

Sie – Die Geschichte einer Freundschaft
-> https://michelelegrand.wordpress.com/2010/11/21/sie/

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Interaktive Grabsteine? Der QR-Code auf dem Friedhof …

Neuer Friedhof Niendorf (Hamburg)

Neuer Friedhof Niendorf

November naht und mit ihm wieder die Zeit, in der Menschen vermehrt zum Friedhof streben. Um zu gedenken, auch um Grabpflege zu betreiben. Der Winter naht.
Jemand mit diesem Ansinnen und diesem Ziel weiß genau, wo sich die angestrebte Grabstelle befindet, wer dort begraben liegt. Wen er besucht!
In neblig-grauen Gängen werden hier und dort in der Stille klamme Finger mit einer kleinen Harke das Erdreich lockern, Tannenzweige als Frostschutz ausbreiten, vielleicht ein Gesteck oder eine Kerze hinterlassen, um danach bei schon wieder einsetzender Dunkelheit nach Hause zu eilen.

Personen, auf die der Grabgänger trifft, verhalten sich ähnlich. Die wenigen, die herkommen, um diesen Ort der Ruhe lediglich für einen Spaziergang zu nutzen, die keinen „Bewohner“ kennen, sind in der Minderzahl. Sie verhalten sich unauffällig, zurückhaltend und bleiben meist auf den Hauptwegen.

Neuer Friedhof Niendorf (Hamburg), Engel

Engel auf dem Neuen Friedhof Niendorf (Hamburg)

So war es bisher.
Es könnte sich ändern.
Bald …

Vielleicht noch nicht hier – bei uns in Deutschland – doch eine bestimmte Szene könnte sich sehr wohl demnächst in England, genauer gesagt in Poole, Dorset abspielen.
Beim Aufsuchen des dortigen Friedhofs erwartet Sie unter Umständen folgendes Schauspiel:
Sie entdecken Menschen, die nicht für sich an einem Grab verharren und stumm Zwiesprache halten, sondern die von Stein zu Stein huschen. Sich manchmal etwas zurufen:
Hast du den schon?Mist, kein Empfang …!
Menschen, die sich lang strecken oder aber auch niederkauern, die sich verrenken, um mit der Kamera ihres Smartphones eine bestimmte Stelle am Grabstein zu erreichen.
Sie müssen dort einfach möglichst nah heran!
(Oh, auf die Blumen getreten …!)
Sie wollen etwas fotografieren.
Nein, keine besondere Skulptur, keine stilisierte Rose, keine besonders geschwungenen Namenszüge und auch nicht die glänzend polierte Granitplatte!

QR-Code_Blogadresse_michelelegrand.wordpress.com

So sieht z. B. meine Blogadresse (michelelegrand.wordpress.com) als QR-Code aus …

Diese Menschen möchten partout den im Stein eingelassenen QR-Code ablichten!
Diese kleine quadratische Matrix aus schwarzen und weißen Punkten, aus denen auf Anhieb keiner schlau wird, die aber kodierte Daten binär darstellen.
Das Ding, von dem Unwissende beim Anblick des gemusterten Quadrats denken, es sei ein neuartiges Online-Schachspiel.
(Endlich, das Foto ist im Kasten …)
Sobald der unvermeidliche Schnappschuss gelungen ist, dekodiert eine auf dem Handy installierte App diese merkwürdigen Zeichen, wandelt sie um in Daten und somit lesbare Informationen oder ruft gleich Web-Adressen auf, zeigt Texte an, Telefonnummern, etc.

Wozu?
Ja, nun!
Liebe, sehr verehrte Blogleser!
Man hat doch auf dem Friedhof bestimmt Fragen!
Welche? Ich bitte Sie!
Solche – beispielsweise – brennen einem mit Sicherheit förmlich unter den Nägeln:

Wer war das, der dort liegt? Was hat er gemacht?
Wie sah er aus? Wer war seine Familie?
Wo hat er gearbeitet?
Vermögend? Erben da, oder könnte man …?
Wie viele uneheliche Kinder gab es?
Mochte er Rollmops?
Spielte er Bratsche?
Lief die Bewährung noch?
usw.
Der schnelle und umkomplizierte Zugang zu einer Art Online-Biographie würde dieses dringende Bedürfnis nach Information natürlich stillen helfen …
Sehe ich in Ihren Augen eine gewisse Skepsis?
Bitte? Sie haben eine Frage?
Warum per Mobile-Tagging und QR-Code (QR= quick response)?
Ich gebe zu, auch für mich kam diese Neuigkeit, die der britische The Guardian am 05. Sept. 2012 verbreitete, doch leicht überraschend. Und auch ich stelle mir natürlich diese und andere Fragen:

Neuer Friedhof Niendorf (Hamburg)

Neuer Friedhof Niendorf (Hamburg)

Wie kommt jemand darauf?
Ist dieser QR-Code das Mittel der Wahl?
Wie dringend brauchen wir es? Besteht tatsächlich ein Bedürfnis?
Wäre es Segen oder Fluch? Was sind die Tücken?
Wie macht es sich dort, auf einem Grabstein?
Wird es sich durchsetzen?
Gibt es so etwas vielleicht schon andernorts?

Beginnen wir am Ende der Frageliste.
Doch, es gibt Ähnliches durchaus, dorther hat auch der im The Guardian-Artikel zitierte englische Bestattungsunternehmer seine Eingebung.
Er entdeckte während eines Besuchs in Moskau das Teilstück der Kremlmauer, welches direkt am Roten Platz steht und sich Nekropole an der Kremlmauer nennt. Eine Begräbnisstätte, der Sowjetunion als Ehrenfriedhof dienend. Offenbar gibt es dort bereits besagte QR-Codes für Informationssuchende, die mehr zu den dort geehrten Personen erfahren möchten.
Nur, ist dies (zumindest meinem Empfinden nach) eine etwas andere Situation.

Neuer Friedhof Niendorf (Hamburg), Engel

Ein weiterer Engel auf diesem Friedhof (Niendorf) …

Es geht nicht um den traditionellen Friedhof auf dem die Bürger des Ortes, einer Stadt oder Region ihren letzten Ruheplatz finden. Ruheplatz wohlgemerkt, mit einer gewissen Privatsphäre …
An Stellen, an denen berühmter und bekannter Persönlichkeiten gedacht wird, ist sicherlich häufiger der Wunsch nach mehr Information vorhanden, doch auch dort kann sie sich sicher vorweg oder notfalls im Anschluss an den Besuch der Gedenkstätte beschafft werden. Vielerorts werden  an diesen Orten des Gedenkens heutzutage Erklärungen mittels Audioführer angeboten. Wenn es sich denn um Berühmtheiten von allgemeinem Interesse handelt …
Auch das ist eine Möglichkeit, die zumindest nicht direkt das Grab „verschandelt“.
Es muss demnach nicht unbedingt auf der Grabplatte getagged – oder nennen wir es doch gleich „darauf getackert“ – werden.
Die Frage nach dem Bedürfnis oder auch dem wirklichen Brauchen ist schwer zu beantworten. Das eigene Bedürfnis ist nicht das Bedürfnis eines anderen, was der eine von sich weist, meint sein Gegenüber zu benötigen. Es ist wohl ein sehr subjektives Empfinden.

Aber es geht doch so schön schnell und einfach damit!
Ja, und?
Wozu?
Um Neugier zu befriedigen? Um sein Handy jetzt endlich auch auf dem Friedhof zu benutzen? Um das Einsatzgebiet und den Siegeszug des QR-Codes zu erweitern bzw. voranzutreiben?
Es wird betont, jeder hätte die Möglichkeit, nun mehr über den Verstorbenen zu erfahren.
Oder jemand könnte Details für einen Familienstammbaum in Erfahrung bringen.
Ist das überzeugend?
Vorher ging so etwas natürlich überhaupt nicht …
Ich bin bereit zuzugegeben, dass es schon Grabstellen gab, an denen ich vorbeikam, an denen ich stehenblieb, die Inschrift auf dem Stein las:
„Hier ruht Jette Hansen, geliebte Ehefrau von … geb. …. gest. …“. Dazu ein wunderschönes Bild in den Stein graviert.
Und die Jahreszahlen zeigten, dass sie jung starb.
Natürlich frage ich mich, was war Jette für eine Frau? Wie war ihr Mann? Hatten sie Kinder? Warum starb sie so jung? Und vieles mehr.
Es ist spontanes Interesse, Neugier, Mitgefühl. Nur – sie ist nicht meine Familie. Ich habe sie nie gekannt. Niemanden dieser Menschen.
Warum sollte ich hier ihre Ruhe stören, in dem ich auf ihrem Grab herumtrampele und versuche, Aufnahmen irgendwelcher Codes zu machen, die Dinge über sie preisgeben, die sie mir selbst vielleicht nie hätte erzählen wollen – einer Unbekannten …

Im Bericht des The Guardians erklärt der britische Unternehmer genauer, wie  – nun, äußerst geschmackvoll – alles gefertigt und montiert wird. Die QR-Codes werden auf Granit- oder Metallvierecke aufgebracht und dann entweder auf den Grabstein geklebt oder aber eingelassen.
Das ist der Plan. Die Theorie.
Ich habe leider immer zusätzliche Gedanken, die sich in meinem Kopf herumtreiben …
Jetzt stellen Sie sich doch bitte einmal vor, jemand treibt damit Schindluder und wechselt kurzerhand ein paar der Plaketten aus.
Mischt den Friedhof ein bisschen auf!
Aus Hubert Meier wird Ronald Bergmann, aus Henry Emil und aus Karola Achim, was plötzlich irgendwem auffällt …
Heute kann sich jeder kostenlos im Netz einen QR-Code erstellen (den Code oben habe ich mir so generiert).
Was, wenn Begeisterte auf die glorreiche Idee kommen, überall ungefragt die Grabsteine damit zu pflastern? Biographien zu kreieren und zu verbreiten? Weiß dann noch jemand, was stimmt und was nicht?
Falls die Codes hingegen stimmen sollten:
Wie ist es mit dem Datenschutz? Dürfen alle jeden fremden QR-Code fotografieren und decodieren? Erinnern wie uns: Wenn sonst jemand irgendwo Zugang zu Daten erhält, die nicht seine eigenen sind,  ist das Geschrei immer ziemlich groß …
Eine andere Frage:
Wollte der Verstorbene, dass jeder alles abrufen kann? Oder veranlassen Verwandte es quasi posthum gegen seinen Willen? Weil sie es klasse finden oder aus Rache (…das erzählen wir jetzt der Nachwelt!)?
Falls der Verblichene es tatsächlich selbst vor seinem Tod in Auftrag gab und so verfügte:
Hat er es ernst gemeint? Wollte er Wildfremden, die sich zu seinen Lebzeiten nicht für ihn interessierten, nach seinem Tod die Gelegenheit geben, das schleunigst nachzuholen?
Ist das wahrscheinlich?
Was veranlasst überhaupt jemanden, über seinen Tod hinaus vom Grab aus online präsent sein zu wollen?
Schwer zu beantworten.

Wir könnten es natürlich auch mit einem Spaßvogel zu tun haben, der in seinen QR-Code eine Schnitzeljagd nach seinem Testament integriert.
Jemanden, der einen Link zu seinem Blog hinterlässt mit dem Hinweis:
Leute, so schnell kommt hier nichts Neues! Aus Gründen …
(Dieser Nachsatz wird übrigens in Sozialen Netzwerken überaus gerne genutzt: Bin sauer! Aus Gründen …!Habe gerade mit einer Person telefoniert. Sage nicht mit wem. Aus Gründen …!)

Sie sehen, diese kleine Neuigkeit über interaktive Grabsteine in einer englischen Zeitung wirft Fragen über Fragen auf. Auch die, ob eine solche Idee in Zeiten der Globalisierung eine reelle Chance hat sich durchzusetzen, zu uns auf den Kontinent herüberzuschwappen.
Beobachten wir vorerst die Entwicklung in Dorset. Bisher gibt es wohl nur wenige Interessenten bzw. lediglich den ein oder anderen Grabstein, der mit QR-Code versehen wurde.

Ob es am derzeitigen Preis von £300 für den „QR-Code all inclusive“  liegt?

Ich fragte einen englischen  Twitter- und Facebookfreund, der selbst Pfarrer ist, nach seiner Reaktion auf die Grabstein-Innovation.
„What do you think about it?“
Und seine Antwort lautete:
„We have strict rules about the gravestones we are allowed to install in church grounds – will not allow this sort of thing.“

Neuer Friedhof Niendorf (Hamburg) - Auch bei den Kindern ein QR-Code ...?

Neuer Friedhof Niendorf (Hamburg) – Auch bei den Kindern ein QR-Code …?

Und Sie?
Was halten Sie denn davon?  Könnten Sie sich damit anfreunden, entfacht es gar Ihre Begeisterung?

Wenn Sie selbst im The Guardian nachlesen möchten, hier kommt der Link:
http://www.guardian.co.uk/lifeandstyle/2012/sep/05/interactive-gravestones-dead-live-online

Und wenn Sie sich auch einen QR-Code erstellen möchten, hier ist der Link zum QR-Code Generator , über den ich meinen obigen eigenen QR-Code mit der Blogadresse erstellt habe:
http://goqr.me/de/

©Oktober 2012 by Michèle Legrand

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