Beiträge getaggt mit Agave

Nichts wie hin! Planten un Blomens Himmelsstürmerin Agave weberi öffnet die Blüten!

Liebe Leser,
wenn Sie mir hier häufiger einen Besuch abstatten, erinnern Sie sich vielleicht an zwei Artikel dieses Jahres, in denen ich meine Bloggäste in eine wunderschöne Garten- und Parkanlage in Hamburg mitnahm: in das Reich von Planten un Blomen (Wallanlagen)
(Wer es nachlesen möchte: die Links zu den Posts finden Sie am Ende dieses Artikels)

Damals erzählte ich Ihnen auch von einer Besonderheit, die sich gerade im Sukkulentenhaus der Tropengewächshäuser an den Mittelmeerterrassen zu entwickeln begann.
Die größte dort wachsende Agavenart, eine Agave weberi J. F. Cels ex. J. Poiss mit einem geschätzten Alter von 30 bis 40 Jahren, hatte im Februar begonnen, einen Blütenstand auszubilden.

Planten un Blomen - Die einen Blütenstand ausbildende Agave weberi am 26.05.2012

Planten un Blomen – Die einen Blütenstand ausbildende Agave weberi am 26.05.2012

Planten un Blomen - Dachfenster entfernt, da die Agave zum Himmel strebt ...

Planten un Blomen – Dachfenster entfernt, da die Agave zum Himmel strebt …

Eine absolute Seltenheit – noch dazu in unseren Breitengraden – denn erstens blühen Agaven nur einmal in ihrem ganzen Leben, und zweitens brauchen Pflanzen gerade dieser Größenordnung Jahrzehnte, um überhaupt zur Blüte zu kommen. In diesem Zeitraum bauen sie ausreichend Pflanzenmasse auf und sammeln Reservestoffe, um danach in wenigen Monaten einen Riesenblütenstand auszubilden und Samen anzusetzen. Das wiederum ist derart kräftezehrend, dass sämtliche Reservestoffe verbraucht werden und die Pflanze danach abstirbt!
Normalerweise ist die Pflanze mit dem ihr zur Verfügung stehenden Platz im Gewächshaus zufrieden, doch der Blütenstand dieser Agavenart kann eine Höhe von sieben bis acht Metern erreichen! Die Gärtner überlegten kurz und entfernten bereits im Frühjahr eine Dachfensterscheibe, um der emporstrebenden Agave einen Durchlass zu schaffen.

Hamburg - Planten un Blomen am Abend des 20.07.2012 -  ... und sie wächst und gedeiht: Der Blütentrieb der Agave hat mittlerweile Seitentriebe

Hamburg – Planten un Blomen am Abend des 20.07.2012 – … und sie wächst und gedeiht: Der Blütentrieb der Agave hat mittlerweile Seitentriebe.

Sie genießt es offenbar, denn seitdem trieb sie munter weiter (die aktuelle Höhe wird mit 7,1 m angegeben), bildete im Frühsommer in schon recht luftiger Höhe Seitentriebe und zeigte im späten Juli/Anfang August die ersten Blütenansätze. Jetzt hat sie begonnen zu blühen, braucht vielleicht noch ein paar warme Sonnentage, wie wir sie gerade in Hamburg genießen können, um sich überall in voller Pracht zu entfalten.
Man schätzt die Zahl der Einzelblüten übrigens auf ca. 1.500! Ein schöner und gleichzeitig ungewöhnlicher, leicht bizarrer Anblick!

Planten un Blomen: Die Agave weberi am 06.09.2012 - Himmelsstuermerin ...

Planten un Blomen: Die Agave weberi am 06.09.2012 – Himmelsstuermerin …

Planten un Blomen: Agave weberi am 06.09.2012 - Einem Baum nicht unähnlich ...

Planten un Blomen: Agave weberi am 06.09.2012 – Einem Baum nicht unähnlich … (Gesamthöhe 7,1 m!)

Planten un Blomen am 06.09.2012 - Die Blüten der Agave weberi einmal aus der  Nähe betrachtet ...

Planten un Blomen am 06.09.2012 – Die Blüten der Agave weberi einmal aus der Nähe betrachtet …

Wie wäre es, wenn Sie sich die Himmelsstürmerin und dieses seltene Schauspiel einmal selbst ansehen? Von außen geht es immer, wenn Sie in das Tropenschauhaus hinein möchten, so ist dies zu folgenden Öffnungszeiten möglich:

März bis Oktober
– werktags 9.00-16.45 Uhr
– Sa/So/feiertags 10.00-17.45 Uhr
(Einlass bis 30 min. vor Schließung)

Links zu vorangegangenen Artikeln und Fotos:
https://michelelegrand.wordpress.com/2012/05/28/genuss-pur-mitten-in-hamburg-planten-un-blomen-und-das-geheimnis-der-fehlenden-fensterscheibe/
https://michelelegrand.wordpress.com/2012/07/27/erfrischend-wenn-die-hitze-uber-der-stadt-brutet-ein-abend-mit-wasserlichtorgelkonzert-und-mehr-in-planten-un-blomen/

Einen ähnlichen Artikel von mir mit Datum vom 10.09.2012, finden Sie auch im Hamburger Wochenblatt online:
http://www.hamburger-wochenblatt.de/wandsbek/unser_hamburg/es-geht-los-planten-und-blomens-himmelsstuermerin-agave-weberi-hat-angefangen-zu-bluehen-d4216.html/action/lesen/1/recommend/1/

©September 2012 by Michèle Legrand

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Erfrischend, wenn die Hitze über der Stadt brütet … Ein Abend mit Wasserlichtorgelkonzert und mehr in Planten un Blomen

 Hamburg - Planten un Blomen an einem Sommerabend ... Wasserlichtorgelkonzert

Planten un Blomen: Der Parksee an einem Sommerabend … Wasserlichtorgelkonzert!

Wir haben 2012 ziemlich lange darauf warten müssen – auf sommerliche Temperaturen. Jetzt sind sie da … Schön, oder?
War dort eben ein klitzekleines Zögern?
Nun, wie es in unseren Breitengraden inzwischen fast schon üblich ist, steigt die Quecksilbersäule des Thermometers recht spontan und leidenschaftlich gern unerhört rasant. Uns Nordlichtern sind nicht 22-24 Grad Celsius über einen längeren Zeitraum vergönnt – nein, wir knacken die 30° Grad im Schatten Grenze von heute auf morgen. Wobei übermorgen halt oft schon wieder der Schal fällig wird – es funktioniert tatsächlich auch umgekehrt so.
Etwas anderes. Hamburg. Sie kennen das Klischee bezüglich der Hanseaten? Zurückhaltend, zu Understatement neigend, gern in ein maritimes Blau (anglophil angehaucht) gekleidet, ergänzt durch goldene Knöpfe (Herren) bzw. eine einreihige Perlenkette (Damen). Eine Hanseatin, ich bin auch eine, würde Ihnen den momentanen Zustand der Städter wie folgt erklären:
Uns ist – fügen Sie hier bitte ein dezentes Räuspern und eine kleine Kunstpause ein – … ein wenig warm.
Und was mich angeht: doch, mir würde jetzt die Perlenkette solo ausreichen.

Dennoch habe ich vor, Sie heute wieder mitzunehmen. Da ich allerdings davon ausgehe, dass Sie den Besuch einer Backstube brüsk ablehnen würden, treffen wir uns stattdessen in Planten un Blomen. Ehe Sie mosern, dass wir dort Ende Mai schon waren …
Ja, und?
Glauben Sie, Sie haben damals schon alles gesehen?
Es gibt etwas Spezielles, was Sie heute kennenlernen werden, denn diesmal wird es aus gutem Grund einen Abendspaziergang geben. Das hat weiterhin den Vorteil, dass die Glut der Sonne vorbei ist, mit ihr die Sonnenbrandgefahr, und die Schweißausbrüche sind um die Zeit auf ein Minimum reduziert. Ein lindes Lüftchen weht, Sie werden einige Ihnen noch unbekannte Ecken bestaunen können und zum Abschluss ein erfrischendes, berauschendes Wasserlichtorgelkonzert erleben. Wir können uns dazu auch so setzen, dass sie – sobald eine kleine Brise aufkommt – in Maßen angenehm kühle Gischtspritzer zur Erfrischung abbekommen.
Wie klingt das?
Falls Sie im Mai nicht dabei waren oder noch einmal rekapitulieren möchten – hier ist der Link zum Vorgängerartikel:
https://michelelegrand.wordpress.com/2012/05/28/genuss-pur-mitten-in-hamburg-planten-un-blomen-und-das-geheimnis-der-fehlenden-fensterscheibe/

Erinnern Sie sich noch an die Mittelmeerterrassen und die fehlende Glasscheibe im Dach des Kakteenhauses? Richtig, die große Agave (Agave weberi J. F. Cels ex. J. Poiss) hatte begonnen, einen Blütenschaft auszubilden. Sie hatte begonnen, ihn wie einen Dorn, wie eine Fahnenstange himmelwärts zu treiben und dabei schon die vorhandene Dachhöhe um mindestens einen Meter überschritten. So war der Stand am 26. Mai, und neulich verrieten die Gärtner, dass sie mit der Blüte Mitte bis Ende August rechnen.
Mittlerweile ist einiges an Höhe hinzugekommen. Die Seitenverästelung, die Anfang Juli begann, ist mittlerweile fortgeschritten. Bereits jetzt gut zu erkennen, wo sich die Blütenstände ausbilden.

1_Hamburg - Planten un Blomen am Abend -  ... und sie wächst und gedeiht: Die einen Blütenstand ausbildende Agave weberi J. F. Cels ex. J. Poiss

Planten un Blomen am Abend – … und sie wächst und gedeiht: Die einen Blütenstand ausbildende Agave weberi J. F. Cels ex. J. Poiss am 20. Juli 2012

2_Hamburg - Planten un Blomen am Abend -  ... und fünf Sonnentage später (25.07.2012) am Abend (Agave weberi J. F. Cels ex. J. Poiss)

Planten un Blomen am Abend – … und fünf Sonnentage später (25.07.2012) am Abend (Agave weberi J. F. Cels ex. J. Poiss)

Ein Blick hinab auf den zu Füßen der Mittelmeerterrassen liegenden Alten Wallgraben. Hier ist am Abend eine beschauliche Ruhe eingekehrt. Nur wenige Spaziergänger und einzelne Jogger sind Richtung Alte Wallanlagen unterwegs. Bedingt durch seine recht tiefe Lage im Vergleich zum Niveau der ihn umgebenden Straßen, entsteht dieses Idyll am Wassergraben. Niemand vermutet den viel befahrenen Gorch-Fock-Wall oder die Jungiusstraße in unmittelbarer Nähe.

3_Hamburg - Planten un Blomen am Abend - Palmlilien, Gräser und Disteln - Blick von den Mittelmeerterrassen hinunter zum Alten Wallgraben

Planten un Blomen am Abend: Palmlilien, Gräser und Disteln – Blick von den Mittelmeerterrassen hinunter zum Alten Wallgraben

4_Hamburg - Planten un Blomen am Abend - Perückenstrauch  (Cotinus coggygria)

Planten un Blomen – Perückenstrauch (Cotinus coggygria) beim Tropenschauhaus. Er wird noch plusteriger, „perückiger“ im Laufe der Zeit …

5_Hamburg - Planten un Blomen am Abend - am Wallgraben

Planten un Blomen: Abends am Wallgraben …

6_Hamburg - Planten un Blomen am Abend - Kormorane im alten Wallgraben

Planten un Blomen – Kormorane im Alten Wallgraben (auf der Baumwurzel im Wasser, fast auf der anderen Uferseite)

6_Hamburg - Planten un Blomen am Abend - Staudenpracht am Alten Wallgraben unterhalb der Mittelmeerterrassen

Planten un Blomen – Staudenpracht am Alten Wallgraben unterhalb der Mittelmeerterrassen

8_Hamburg - Planten un Blomen am Abend - Zurückgeschnitte Eibe, die irgendwie ein Gesicht hat ...

Planten un Blomen – Abends am Wegesrand: Zurückgeschnitte Eibe, die irgendwie ein Gesicht hat …

Der Spazierweg ist frei.
Haben Sie Lust auf ein kleines Spiel, kein waghalsiges Experiment  – mehr  ein risikoarmes Abendabenteuer?
Stellen Sie sich bitte in die Mitte des relativ breiten Weges, drehen sich in Gehrichtung Alte Wallanlagen und schließen Sie die Augen.
Warten Sie einen Moment und lauschen Sie …

Was hören Sie?

Es ist Ihnen bisher vielleicht nicht aufgefallen, weil optische Reize Sie abgelenkt haben, aber irgendwoher rauscht es! Lassen Sie die Augen weiterhin geschlossen und gehen Sie langsam voraus. Der Weg führt leicht bergauf.
Es wird dunkler.
So etwas bemerken Sie auch mit geschlossenen Lidern! Ich verrate Ihnen, dass Sie links und recht von Bäumen umgeben sind, die über Ihnen zusammenwachsen und  ein grünes Dach bilden.
Das Rauschen kommt näher, wird intensiver, lauter …
Atmen Sie tief ein!
Sie riechen oder fühlen vielleicht auch auf der Haut, dass sich die Luft verändert hat. Sie ist reiner, kühler, leicht feucht.

Wenn Sie das Gefühl haben, jetzt sei das Rauschen unmittelbar neben Ihnen: Halten Sie!
Wenden Sie sich nach links und öffnen Sie die Augen!

Als ich es sah, erging es mir wie der Amerikanerin, die auch gerade aus der Gegenrichtung kommend dort eintraf, und ich möchte ihre treffenden Worte wiedergeben:
„Fucking gorgeous!“, war es, was ihr entfuhr.
Das erste Wort ist in seiner Bedeutung nicht unbedingt hanseatisch korrekt. Aber zusammen genommen sagt es alles. Es ist so traumhaft, umwerfend und großartig, bei dieser Geräuschkulisse auf die Steintreppen und die ihre Stufen hinabstürzenden und brodelnden Wassermassen zu schauen! Das Rauschen an den Niagara-Fällen kann doch kaum schöner sein!

10_Hamburg - Planten un Blomen am Abend - Wassertreppe

Hamburg – Planten un Blomen am Abend – Das Wasser rauscht die Steintreppen hinab …

Plötzlich werden Sie gewahr, dass es noch nicht alles war. Abgesehen von dem Rauschen, fällt Ihnen zusätzliches, vielfältiges Plätschern auf und Sie gehen, wie magisch davon angezogen, weiter. Neugierig, überzeugt, dass jetzt nicht noch etwas kommen kann, was Sie wieder derart umhaut. Vielleicht kommt Ihnen der Gedanke, dass das Wasser für diesen eben gesehenen Wasserfall irgendwoher stammen muss – eine Quelle braucht. Und richtig, kaum endet der baumbesäumte Weg am oberen Ende der Wassertreppe, entdecken Sie die Herkunft. Aus vielen offenen Rohrenden, die alle aus zwei sich gegenüberliegenden Steinwänden ragen, strömt Wassernachschub, fällt teilweise metertief hinunter in  Auffangbecken, von denen eines wiederum die Wassertreppe speist.
So schön!
So f…ing gorgeous!

11_Hamburg - Planten un Blomen am Abend - ... direkt an der Wassertreppe weiteres fröhliches Rauschen und Geplätscher fröhliches Rauschen und Geplätscher

Planten un Blomen am Abend – … direkt an der Wassertreppe weiteres fröhliches Rauschen und Geplätscher

12_Hamburg - Planten und Blomen

Planten und Blomen …

13_Hamburg - Planten un Blomen am Abend - ... direkt an der Wassertreppe weiteres fröhliches Rauschen und Geplätscher

Planten un Blomen am Abend – … aus den Rohrenden rauscht es hinab … Aus manchen wasserlosen Rohrstücken wachsen Pflanzen.

Wenn Sie die Kühle genossen und sich sattgesehen haben, unterqueren Sie gleich noch die folgende Brücke und werfen darunter und auch dahinter einen Blick auf den Boden. Hier wurden sehr schöne Mosaikmuster eingearbeitet!

14_Hamburg - Planten un Blomen am Abend -  Farbenfroh gelegte Muster am Boden

Planten un Blomen – Farbenfroh gelegte Muster am Boden

Ein Blick auf die Uhr zeigt mir, dass wir jetzt dringend zum Parksee aufbrechen müssen, denn pünktlich um 22 Uhr beginnt dort das Wasserlicht(orgel)konzert!
Wir streifen einfach quer durch die Parkanlage, kommen Sie vertrauensvoll mit mir mit …
Als Route zurück (wieder hinauf zum Tropenschauhaus), dient uns diesmal der rollstuhltaugliche Weg, der an der Wassertreppe beginnt und oben nahe der Bucerius Law School endet.

9_Hamburg - Planten un Blomen am Abend - Rechts das markante Gebäude der privaten Bucerius Law School mit dem Fernsehturm im Hintergrund

Planten un Blomen am Abend – Rechts das markante Gebäude der privaten Bucerius Law School mit dem Fernsehturm im Hintergrund

15_Hamburg - Planten un Blomen am Abend - ... steht am Eingang zum Spielplatz

Planten un Blomen am Abend – … am Spielplatz vorbei, wo dieser Herr steht …

16_Hamburg - Planten un Blomen am Abend - Richtung Parksee_Ein Meer in blau ...

Planten un Blomen am Abend – … weiter Richtung Parksee: Ein Meer in blau …

17_Hamburg - Planten un Blomen am Abend -  ... und immer wieder Wasser

Planten un Blomen am Abend – … und immer wieder Wasser

18_Hamburg - Planten un Blomen - Schön in der Abendämmerung: die weißen Silberkerzen (Cimicifuga) und blühende Funkien

Planten un Blomen – Schön in der Abendämmerung: die weißen Silberkerzen (Cimicifuga) und blühende Funkien

Na bitte, wer sagt es denn!
Wir sind gut in der Zeit.
Von Mai bis einschließlich August starten die Konzerte um 22 Uhr, den ganzen September über um 21 Uhr. Von Oktober bis Ende April hingegen herrscht Winterpause.

Haben Sie eine ungefähre Vorstellung, was Sie erwartet?
Die Kurzfassung könnte so lauten:
Musik an, Wasser an, Licht an!
Wie nüchtern, wie langweilig, wie uninspirierend!
Ich verrate Ihnen ein bisschen mehr.
Sie kommen heute in den musikalischen Genuss des Karnevals der Tiere. Gratis! Sie lauschen ihm in der Dunkelheit, und sie erhalten gleichzeitig zusätzlich etwas  für ihre Augen, das Gemüt,  für Ihre Seele. Ihnen werden Farbenpracht und wunderschöne, anmutige, aber auch mitreißende Wasserspiele geboten werden!
Einige Male könnte Ihnen möglicherweise  ein Ooooh! und Aaaaaah! herausrutschen …
Es wird Sie beeindrucken! Sie und all die anderen, die sich hier sammeln, um sich ein solches Erlebnis nicht entgehen zu lassen.

Möchten Sie wissen, wie dieses kleine Wunder entsteht?
In den Parksee sind sowohl Wasserdüsen für Fontänen als auch Lichtstrahler für buntes Licht eingebaut. Am Ufer stehen mehrere in großer Höhe montierte Lautsprecher, die zwar keine Hi-Fi Qualität haben, aber ihren Zweck hinreichend erfüllen. Sie verbreiten die Musik, die dort an den Konzertabenden erschallt. Oft Klassik, doch es gab auch schon Rockstücke oder Filmmusik, zu denen für die Wasserlichtorgel eine Choreographie erarbeitet wurde.

Wie das funktioniert?
Während der etwa 30 min. andauernden Darbietung, wird von zwei Künstlern (live!) an der „Wasserlichtorgel“ und am „Lichtklavier“ gespielt. Während der eine die 13 Pumpenhebel für die Fontänen bedient, steuert der andere eine sehr große Anzahl von Tasten über ein zweimanualiges Licht-Keyboard und regelt auf diese Art 762 Lampen in fünf Farben.
Um sehen zu können, was sie „anrichten“, befinden sich diese beiden Personen in einem kleinen Raum direkt am Parksee, der Fenster direkt in Höhe der Wasseroberfläche hat. Wenn Sie sich auf der Wiese befinden, ist dieser Raum von Ihnen aus gesehen links (Richtung Café Seeterrassen).
Die Musik selbst ist nicht live. Sie kommt von CD, Band, aus der Konserve …

19_Hamburg - Planten un Blomen am Abend - Das Café Seeterrassen am Parksee erleuchtet und für eine besondere Feier dekoriert

Planten un Blomen … Ein Blick hinüber zum Café Seeterrassen. Erleuchtet und für eine besondere Feier dekoriert …

Die Hitze des Tages ist angenehmen Abendtemperaturen gewichen. Kaum Wind, die Dunkelheit setzt jetzt rasch ein. Nehmen Sie Platz und genießen Sie die Vorstellung. Gerade eben wurden die erst kurz zuvor eingeschalteten Parklaternen wieder gelöscht.
Es geht los!

20_Hamburg - Planten und Blomen - Wasserlichtorgelkonzert Karneval der Tiere 20.07.2012

Planten und Blomen – Wasserlichtorgelkonzert „Karneval der Tiere“

21_Hamburg - Planten und Blomen - Wasserlichtorgelkonzert Karneval der Tiere 20072012

Planten und Blomen – Wasserlichtorgelkonzert „Karneval der Tiere“

22_Hamburg - Planten und Blomen - Wasserlichtorgelkonzert Karneval der Tiere

Planten und Blomen – Wasserlichtorgelkonzert „Karneval der Tiere“ – Mehr dazu (Artikel und Fotos) im Blog: Michèle. Gedanken(sprünge) – Juli 2012

25a_Hamburg - Planten und Blomen - Wasserlichtorgelkonzert Karneval der Tiere

Planten und Blomen – Wasserlichtorgelkonzert „Karneval der Tiere“

23_Hamburg - Planten und Blomen - Wasserlichtorgelkonzert "Karneval der Tiere"

Planten und Blomen – Wasserlichtorgelkonzert „Karneval der Tiere“

24_Hamburg - Planten und Blomen - Wasserlichtorgelkonzert Karneval der Tiere 20072012

Planten und Blomen – Wasserlichtorgelkonzert „Karneval der Tiere“

25_Hamburg - Planten und Blomen - Wasserlichtorgelkonzert "Karneval der Tiere"

Planten und Blomen – Wasserlichtorgelkonzert „Karneval der Tiere“

27_Hamburg - Planten und Blomen - Wasserlichtorgelkonzert "Karneval der Tiere" 25.07.2012

Planten und Blomen – Wasserlichtorgelkonzert „Karneval der Tiere“

Finale …

26_Hamburg - Planten und Blomen - Wasserlichtorgelkonzert "Karneval der Tiere" 25072012

Planten und Blomen – Wasserlichtorgelkonzert „Karneval der Tiere“

Vorbei. Schon … Eine halbe Stunde, die wie im Fluge verging.

Haben Sie gelegentlich die leichten Gischtspritzer gespürt? Empfanden Sie es nicht auch eher angenehm als störend an diesem warmen Tag?
Konnten Sie ein wenig erholen nach der brütenden Hitze des Tages oder sogar für einen Moment den Alltag vergessen und sich ein klein bisschen verzaubern lassen?
Falls es Ihnen gefiel – Sie dürfen selbstverständlich auch alleine wiederkommen! (Diese Wasserlichtorgel hat durchaus ein leichtes Suchtpotenzial …)

Bis zum Ende dieser Saison sieht das weitere Programm folgendermaßen aus:
01.-15. August Tango (Arr. Héctor Gonzáles-Pino)
16.-31. August (erneut) Karneval der Tiere (Arr. Birgit Winzler)
01.-15. September Filmmusik (Arr. Héctor Gonzáles-Pino)
16.-30. September Scheherezade (Arr. Tanja Naini)

Ich freue mich, dass Sie dabei waren und wünsche Ihnen noch weitere angenehme Sommertage! Vielleicht lesen wir uns demnächst wieder.

Anmerkung:
Ich hatte für Sie auch ein kleines Video vorbereitet, doch YouTube wies gleich nach Hochladen auf eventuelle urheberrechtliche Probleme hin (die Musik!).
Nun, reagieren wir mit einem gelassenen hanseatischen Pffft! sowie stoischem Blick darauf, greifen auf obige Fotos zurück und halten uns an unsere eh viel stärkere Kraft der Imagination.

©Juli 2012 by Michéle Legrand

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Genuss pur mitten in Hamburg: Planten un Blomen … und das Geheimnis der fehlenden Fensterscheibe

X -Planten un Blomen - Titelfoto, Blog Michèle. Gedanken(sprünge)
Es gibt etwas in meiner Stadt, was ich schon lange hier im Blog zeigen wollte. Etwas, von dem es zudem auch ein wenig zu berichten gibt  und wer hier öfter mitliest, der weiß, dass ich bezüglich ganz ausführlicher Fakten und Informationen zur (Vor-)Geschichte lieber auf die vorhandenen Quellen verweise, als diese hier erneut seitenweise haarklein wiederzugeben.
Mir geht es  eher um Dinge, die mir beim Besuch jenes Ortes durch den Kopf gehen, Erinnerungen und Gedanken, die hochkommen, Lebewesen – Mensch oder Tier –  die mir aus welchem Grund auch immer auffallen, um Fleckchen Erde, die einfach zu schön sind, um nicht gezeigt zu werden.
Meine Erkundungen geben idealerweise einen realistischen optischen Eindruck und Sie, als Leser, können bei dem persönlichen Touch, den jeder Blogpost enthält, entscheiden, ob Sie es genauso einschätzen und fühlen oder nie auf die Idee kommen würden, so zu denken.
Sie können sagen: Ja! Genau!  Sie können auch die Augenbrauen erstaunt hochziehend fragen: Echt?  Oder Sie brummeln: Also wirklich! Mir ist alles gleich lieb- denn Sie haben etwas empfunden! Darauf kommt es an.

Als es nach meinem Blogpost „Ich träume von Klatschmohnwiesen“ so vorzüglich mit dem Wetterwechsel geklappt hat (zwei Tage danach setzte der Sommer mit Temperaturen um 23-25°Celsius ein), machte  ich mich am Sonnabend, dem 26. Mai auf den Weg.  Mein Ziel: Planten un Blomen.
(Für Nichthamburger folgt nun doch eine kurze Erklärung:
Planten un Blomen ist ein Name aus dem Plattdeutschen und heißt ins Hochdeutsche übersetzt Pflanzen und Blumen. Es ist eine ca. 47 ha große Park- und Blumenanlage mit viel Wasser  (Bächen, Seen, Wassertreppen und –fontänen), mit Themengärten (Rosengarten, einem japanischen Garten u. a.), es gibt ein Tropenschauhaus (im Alten Botanischen Garten) und die davor liegenden Mittelmeerterrassen. Des Weiteren Freizeiteinrichtungen (großer Spielplatz, Wasserspiele für Kinder, in den Wallanlagen eine 4.300 qm große Kunsteis- bzw. Rollschuhbahn, Schachspielmöglichkeiten, Liegewiesen, Stühle, Restauration, Musikpavillon u. a.).
Schon in den Jahren zwischen 1930 und 1945 wurde die Grünanlage unter diesem Namen für die Niederdeutsche Gartenschau gestaltet. Bis 1930 war dort der zoologische Garten, dann ein Volks-, Vogel- und Vergnügungspark, der sich ab 1935 zu Planten un Blomen wandelte. In den 70er Jahren gestaltete man zusätzlich die Alten Wallanlagen (1616-1625 als Stadtbefestigung erbaut) zu öffentlichen Parks um und integrierte sie später. Alles zusammen trägt heute die Bezeichnung Planten und Blomen und ist ein Ort, der sehr gern von Hamburgern wie auch von auswärtigen Gästen der Stadt aufgesucht wird.)

Ich erwähnte gerade die Gartenschau der 30er Jahre. Auch danach war diese Gartenanlage noch dreimal Ort der IGA (Int. Gartenausstellung), nämlich in den Jahren 1953, 1963 und 1973.
Ich erinnere mich, dass ich die letzte als Kind mit meiner Mutter besuchte. Jeder spätere Besuch in der Parkanlage war und ist also auch ein wenig Rückkehr in Kindheitszeiten. Bei Orten, die Eindruck hinterließen, die das Gedächtnis einfach behält, findet immer eine Kombination aus Zeitreise und aktuellem Erleben statt. Es funktioniert bei positiven und negativen Erinnerungen gleichermaßen.
Wir wohnten damals im südlichen Schleswig-Holstein, eigentlich gar nicht so weit entfernt von Hamburg, doch es war zu der Zeit ein Abenteuer, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur IGA zu kommen. (Manche, die jetzt dort wohnen, stöhnen selbst heutzutage noch z . B. über Busfahrpläne und Linien, die ihren Betrieb grundsätzlich gegen 21 Uhr einstellen).
Unser Ausflug war daher minutiös geplant und musste akkurat eingehalten werden, denn wenn überhaupt ein Bus fuhr, dann mit mehrstündigem Abstand zum nächsten. Es ging  in aller Frühe los. Es bedeutete mehrmaliges Umsteigen und Anschlüsse erwischen, irgendwann das Erreichen der damals nördlichsten U-Bahnstation Hamburgs (Garstedt), um von dort aus in halbstündiger Fahrt zur Station Stephansplatz zu gelangen.
Man hatte es wirklich geschafft! Man war endlich dort!
Dort, wo sich die Welt traf, wo Trubel herrschte, wo alles bunt und prächtig war. In diesem Moment war es einem auch noch relativ egal, dass man irgendwann in ein paar Stunden in einem wesentlich ermüdeterem Zustand, die ganze Reise auch wieder zurück machen durfte …
Es gab die extra für diese Gartenausstellung aufgebaute IGA-Bahn, eine kleine Eisenbahn  (Seiten offen, jedoch mit Dach) auf Schienen, die durch das gesamte Gelände fuhr und haufenweise fußmüde oder generell lauffaule Menschen aufnahm. Vier Bahnhöfe wurden angefahren, etwa eine halbe Stunde dauerte die Rundfahrt. Wenn ich mich richtig entsinne, konnte man jedoch zwischendurch aussteigen, unterbrechen und wieder zusteigen. Es herrschte richtig Verkehr damals, denn ungefähr 15 farblich unterschiedlich aussehende Züge fuhren umher.
Ich weiß, dass es im Park seinerzeit Unmengen von Spatzen gab, ich sehe sie heute noch vor mir, wie sie durch die Gegend stoben, sich auf Banklehnen niederließen, immer in der Hoffnung, von den Besuchern die Krümel zu ergattern. Die Krümel von Brot und Keksen, nicht die Krümel von sich auflösenden Besuchern. Das hörte sich gerade missverständlich an …
Ist etwas davon geblieben? Die IGA-Bahn gibt es nicht mehr. Sie wurde noch ein paar Jahre weiter genutzt, dann fehlte Anfang der 80er Jahre ein Betreiber, und man mottete sie ein. Kurz danach wurden auch die weitaus meisten Gleise wieder entfernt. Eigentlich fast schade, denn es war eine schöne Idee, direkt durch blühende Beete fahren zu können.
Die Zahl der Spatzen ist extrem zurückgegangen! Vor einiger Zeit dachte ich, in Hamburg gäbe es fast keine mehr, doch seit etwa drei Jahren geht es wieder aufwärts. Der NABU fand bei seiner Winterzählung heraus, dass diese Vogelart hier in Hamburg zahlenmäßig an vierter Stelle steht. Bei mir im Garten sicher nicht. Dort kommen Rotkehlchen, Blau- und Kohlmeisen, Gimpel, Finken, Zaunkönige, Amseln, Tauben, Krähen, Elstern und sogar Grün- und Buntspecht sowie Eichelhäher eher vor als ein Spatz (Haussperling).
In Planten un Blomen sind mir vermehrt Amseln aufgefallen. Da fast alle, die mir über den Weg liefen,  Nahrung im Schnabel transportierten, vermute ich, dass viele gerade mit dem Füttern ihrer Jungen beschäftigt sind. Die Formulierung „über den Weg liefen“ war übrigens absolut wörtlich gemeint. Man könnte momentan annehmen, die schwarzen Sänger seien in diesem Stadium (Nahrungssuche) flugfaul, denn sage und schreibe insgesamt fünf Amseln hüpften vor mir die Treppen zu Fuß herauf bzw. herab. Ein merkwürdiger Anblick, besonders derart gehäuft.
Was geblieben ist, ist der wunderschöne Garten. Es hat sich einiges verändert. Es sind nicht mehr die auf kurzen Effekt ausgelegten Riesenbeete mit einjährigen Sommerblumen, die vorherrschen, es sind nun Staudenbeete in Kombination mit Gehölzen und viel Wasser. Es ist der japanische Landschaftsgarten, der hinzukam (wie auch das Teehaus, indem von Zeit zu Zeit Teezeremonien stattfinden). Es ist die Gesamtgestaltung und Ausweitung der Parkanlage, die unheimlich dazu beiträgt, dass man während des Aufenthaltes dort in eine andere Welt abtaucht.
Die Straßen und typischen Stadtgeräusche sind auf einmal unendlich weit weg, die Luft ist eine andere. Düfte kitzeln in der Nase, das Gurgeln des Wassers, das die vielen Wassertreppen herunterrinnt und -sprudelt, ist Balsam für die Ohren.
Die Vielseitigkeit der Anlage mit den großen, recht weitläufigen Rasenflächen am Parksee einerseits und andererseits ihren vielen schmalen, unvollkommenen, halb zugewachsenen Wegen und Stufen, die abzweigen und in kleine Bereiche führen, in dunkle, verwunschene Nischen und idyllische „Zimmer“, die Höhenunterschiede ausgleichen und einen von den hoch gelegenen Mittelmeerterrassen am Tropenschauhaus hinunter zum Wallgraben führen, diese Vielseitigkeit macht das Verweilen so interessant. Man möchte jeden Winkel erkunden, jeden Weg, der ins Nirgendwo zu gehen scheint, begehen, neugierig schauen, was sich hinter der nächsten Ecke verbirgt.

1 -Planten un Blomen - Eingang am Stephansplatz - Fernsehturm im Hintergrund

Planten un Blomen – Eingang am Stephansplatz – im Hintergrund ist der Heinrich-Hertz-Turm (Fernsehturm, Höhe ca. 279 m) zu sehen

2 -Planten un Blomen - Radisson Blu Hotel am CCH

Zwischen den Pflanzen taucht das Radisson Blu Hotel am CCH auf. Es ist das höchste Hotel Hamburgs (108 m), 32 Etagen (davon 27 bewohnbar), mit 556 Zimmern und Suiten

3 -Planten un Blomen - Die Liegende von Ludwig Kunstmann

Auf dem Weg zum Tropenschauhaus passiert man den Platz dieser Dame: Die Liegende von Ludwig Kunstmann

4 -Planten un Blomen - Brücke

Abgebogen ins Gebüsch und sie entdeckt: die Brücke …

5 -Planten un Blomen - Auch hier ein Schloss an der Brücke - Taura und Virgo haben es hinterlassen

Auch hier ein Schloss an der Brücke … Taura und Virgo haben es hinterlassen

Natürlich frage ich mich, wenn ich dieses Schloss sehe, wie lange es wohl schon dort festgemacht ist. Ich stelle mir Taura und Virgo vor. Ob es wirklich die realen Namen sind? Oder ist es eine Abwandlung der Sternzeichen beider (Stier und Jungfrau)? Sind sie noch zusammen? Werden die „Parkwächter“ das Schloss an der Brücke lassen? Oder kommt Virgo mit dem Bolzenschneider, weil er Taura inzwischen doof findet? Nein. Sie werden heiraten, und in ein paar Jahren mit ihren Kindern auf der Brücke stehen, um beim Anblick des Schlosses heimlich ein Tränchen wegzuwischen.
„Mama, warum weinst du denn?“
„Ich hab nur Staub ins Auge bekommen, Aquarius.“
Wir bleiben natürlich bei den Sternzeichennamen. Aquarius (Wassermann) für den Jungen und Libra (Waage) heißt das Mädchen. So einfach ist das … Virgo wird sich räuspern, Libra auf die Schultern setzen und ihr dann beim Weitergehen versuchen zu erklären, warum Papa da einfach ein Schloss anhängen durfte und warum er es auch jetzt nicht abmachen will.
Doch kommen wir langsam wieder zurück zu  … PLANTEN UND BLOMEN!

Ich wende mich dem Weg zu, der zum Tropenschauhaus und den Mittelmeerterrassen führt und habe einen schönen Blick auf den unter mir liegenden Wallgraben.

6 -Planten un Blomen - Blick auf den alten Wallgraben und blühende Iris am Ufer

Blick auf den alten Wallgraben und blühende Iris am Ufer

Die Mittelmeerterrassen sind im Alten Botanischen Garten. Daran angrenzend befindet sich das Tropenschauhaus. Im Grunde sind es mehrere Pflanzenschauhäuser, die alle unter Denkmalschutz stehen. Eröffnet wurden sie anlässlich der IGA 1963, und es existieren verschiedene Bereiche mit unterschiedlichen Klimazonen (Tropen, Subtropen, Kakteen und andere Sukkulenten sowie ein Farnhaus). Der Eintritt ist frei, Spenden erwünscht (es gibt einen Kasten am Ausgang).

8 -Planten un Blomen - Blick vom Wallgraben zu den Mittelmeerterrassen und zum Tropenschauhaus des Bot. Instituts derUniversität

Blick vom Wallgraben zu den Mittelmeerterrassen und zum Tropenschauhaus des Botanischen Instituts der Universität

9 -Planten un Blomen - Aquarium am Tropenschauhaus - Fisch schleckt Scheibe ab

Etwas unscharf, aber speziell. Im Aquarium am Eingang des Tropenschauhauses schleckte dieser Fisch hingebungsvoll die Scheibe ab …

10 -Planten un Blomen - Tropenschauhaus

Der Urwald in der Stadt – möglich im Tropenschauhaus

11 -Planten un Blomen - Beeindruckende Stämme (Formen) und Borken haben einige Palmen

Beeindruckende Stämme (Formen) und Borken haben einige Palmen …

12 -Planten un Blomen - Tropenschauhaus (Subtropen-Bereich)

Tropenschauhaus (Subtropen-Bereich)

13 -Planten un Blomen - Tropenschauhaus - Bereich Kakteen und andere Sukkulenten

Tropenschauhaus – Bereich Kakteen und andere Sukkulenten

14 -Planten un Blomen - Tropenschauhaus - interessante Blattanordnung ...

Interessante Blattanordnung …(es stand kein Name dran, dürfte aber wohl eine Euphorbia-Art sein)

Im Kakteenhaus (Sukkulentenhaus) ist zurzeit etwas Besonders zu sehen. Im Januar dieses Jahres stellte man hocherfreut fest, dass eine der Agaven einen Blütenstand ausbildet. Das war schon aufregend. Doch momentan ist man regelrecht aus dem Häuschen, weil seit Februar feststeht, dass auch die größte Agave blühen wird. Das ist so besonders, weil Agaven nur einmal in ihrem ganzen Leben blühen. Man erklärt dort, dass die Pflanzen, um dieses Blühen bewerkstelligen zu können, viele Jahre – bei großen Arten oft Jahrzehnte – brauchen, ehe sie ausreichend Pflanzenmasse aufgebaut und Reservestoffe gesammelt haben, um danach in wenigen Monaten einen Riesenblütenstand auszubilden und Samen anzusetzen. Das wiederum ist so kräftezehrend, dass alle Reservestoffe verbraucht werden und die Pflanze danach abstirbt.

Bei der Pflanze im Kakteenhaus handelt es sich um eine Agave (weberi J. F. Cels ex. J. Poiss), deren Alter man auf 30 bis 40 Jahre schätzt. Was die Herrschaften vom Tropenhaus – abgesehen von ihrer Begeisterung – zusätzlich ein bisschen ins Schwitzen bringt, ist die Tatsache, dass der Blütenstand eine Höhe von sieben bis acht Metern erreichen wird! Das ist höher als die vorhandene „Deckenhöhe“. Man hat überlegt, eine Dachglasscheibe zu entfernen und hat es mittlerweile auch getan. Solange noch Frostgefahr war, gab es eine vorübergehende Schutzkonstruktion gegen Kälte, und natürlich ist immer die Sorge da, wie sich das Wetter wohl weiter verhält.
Ich stelle mir schwere Güsse vor und weiß nicht, wie man in dem Fall verhindern will, dass das ganze Kakteenhaus geflutet wird …
Als ich dort war, wuchs die Agave recht munter gen Himmel und genoss die frische Luft ganz offensichtlich. Ich würde zu gern sehen, wie sie in voller Blütenpracht aussieht …

15 -Planten un Blomen - im Hintergrund die Agave, die einen Blütenstand ausbildet

Im Sukkulentenbereich -> im Hintergrund die Agave, die einen Blütenstand ausbildet

15a -Planten un Blomen - Agave (weberi J. F. Cels ex. J. Poiss)

Agave (weberi J. F. Cels ex. J. Poiss) – Die Pflanze ist auch als solche schon recht imposant.

16 -Planten un Blomen, Dachfenster entfernt, da die Agave zum Himmel strebt

Dachfenster entfernt, da die Agave zum Himmel strebt …

Beim Verlassen des Tropenschauhauses steige ich noch einmal die Stufen zum Wallgraben hinab, denn ich habe im Wasser etwas entdeckt, was ich mir näher anschauen möchte:

17 -Planten un Blomen - Zwei sich im Wallgraben auf einem Baumstumpf sonnende Schildkröten

Planten un Blomen – Zwei sich im Wallgraben auf einem Baumstumpf sonnende Schildkröten …

Vermutlich sind es Rotwangen-Schmuckschildkröten, die hier lässig abhängen. Ich habe ein Weilchen zugesehen, wie sie genüsslich den Hals streckten und ihr Gesicht Richtung Sonne drehten. Es hatte etwas enorm Friedliches und Erhabenes. Es drückte Wonne aus. Wohlbehagen. Deshalb war ich sehr erstaunt, als ein Spaziergänger neben mir zu seiner Begleitung sagte: „Können die nichts anderes als herumliegen? Muss das öde für die sein!“
Ich glaube es eigentlich nicht … (Sie sehen, hier ist auch wieder ein Punkt, an dem wir sehr unterschiedlich empfinden können).

17a -Planten un Blomen - Wieder auf dem Weg zum Hauptgang - vorbei an rotem Mohn

Wieder auf dem Weg zum Hauptgang – vorbei an rotem Mohn

17b -Planten un Blomen - Mohn mit enormer Leuchtkraft ...

Aus der Nähe: Mohn mit enormer Leuchtkraft …

18 -Planten un Blomen - Arkadengang am CCH (Dammtor)

Arkadengang am CCH (Dammtor)

19 -Planten un Blomen - Wassertreppen mit kleinem Wasserfall (rechts sind noch Beine eines ausruhenden Besuchers. Vorher wateten erhitzte Menschen durch das Wasser)

Wassertreppen mit kleinem Wasserfall (rechts sind noch Beine eines sich ausruhenden Besuchers. Vorher wateten erhitzte Menschen durch das Wasser)

20 -Planten un Blomen - in der Nähe des Parksees

In der Nähe des Parksees …

20a -Planten un Blomen - durch das Unterholz weiter zum Parksee ...

Durch das Unterholz weiter zum Parksee …

Mich zieht es weiter zum Parksee, der auch schon zur Zeit des Zoos dort war.  Selbst eine Fontäne gab es zu damaliger Zeit bereits, die manchmal, bei ganz speziellen Anlässen, auch beleuchtet wurde. Heute nun erleben wir im Parksee die Wasserfontänen, die ein bisschen wirken wie Orgelpfeifen. Wenn sie abends von den unter Wasser liegenden Scheinwerfern bunt erleuchtet werden und zudem Musik dazu erklingt (synchron zu Licht und Fontänen), dann wird auch gern von der Wasserlichtorgel gesprochen.

21 -Planten un Blomen - kurz danach ist der Blick auf den Parksee frei und wer Glück hat, sieht die Wasserfontänen

Kurz danach ist der Blick auf den Parksee frei und wer Glück hat, sieht die Wasserfontänen

22 -Planten un Blomen - So harmlos fängt es an (man sieht die Installationen unter bzw. im Wasser)

So harmlos fängt es an (man sieht die Installationen unter bzw. im Wasser)

23 -Planten un Blomen - Parksee - Wasserfontäne

Parksee – Wasserfontäne: nächste Stufe …

24 -Planten un Blomen - Wasserfontänen
25 -Planten un Blomen - Parksee: Wasserfontänen
25a -Planten un Blomen - Parksee: Wasserfontänen

26 -Planten un Blomen - Parksee: Wasserfontänen

Wieder geordneter …?

27 -Planten un Blomen - Parksee: Wasserfontänen

… doch noch einmal mit Power!

28 -Planten un Blomen - Gleiche Position einen Moment später  - als wäre nichts geschehen ...

Gleiche Position einen Moment später – als wäre nichts geschehen …

Spaziert man vom Parksee weiter in Richtung Messehallen und Fernsehturm (Heinrich-Hertz-Turm, ca. 279 m hoch), gelangt man an Blumen und Sonnenuhr vorbei zu den idyllisch gelegenen Wasserkaskaden. In einigen Becken befinden sich große, runde Trittsteine, die nicht nur von Kindern gern genutzt werden, um Tieren und Pflanzen noch ein wenig näher zu sein. Vereinzelte Bäume im Uferbereich sorgen für lichten Schatten, in dem wieder andere Pflanzen gedeihen. Hier entwickelt sich momentan der Wald-Geißbart (Aruncus dioicus) und besondere Iris-Arten gedeihen, wie zum Beispiel die gelbe Variante, die mit Vorliebe von Hummeln und anderen Insekten angesteuert wird.

29 - Planten un Blomen - gut besucht bei dem schönen Wetter

Planten un Blomen ist gut besucht bei dem schönen Wetter …

30 -Planten un Blomen - so viele Mohnknospen - ich muss wohl noch einmal wiederkommen ...

So viele Mohnknospen – ich muss wohl noch einmal wiederkommen …

31 -Planten un Blomen - Sonnenuhr (nahe Parksee)

Sonnenuhr (nahe Parksee)

32 -Planten un Blomen - besonders schön bei diesem Wetter - auch leicht schattige Bereiche

Besonders schön bei diesem Wetter – auch leicht schattige Bereiche

33 -Planten un Blomen - heißgeliebt von den Insekten - die gelbe Iris

Heißgeliebt von den Insekten – die gelbe Iris …

34 -Planten un Blomen - Die Sonnen- und Putzplätze der Enten. Hier wird auch der Nachwuchs aufgezogen.

Bei den Wasserkaskaden: Die Sonnen- und Putzplätze der Enten. Hier wird auch der Nachwuchs aufgezogen.

35 -Planten un Blomen - Entennachwuchs

Planten un Blomen – Entennachwuchs

36 - Planten un Blomen - Entennachwuchs und Kinder, die ihn gern oft ganz nah von den Trittsteinen aus beobachten

Entennachwuchs und Kinder, die ihn oft auch gern ganz nah von den Trittsteinen aus beobachten

37 -Planten un Blomen - Flamingogruppe von Hans Martin Ruwoldt

Flamingogruppe von Hans Martin Ruwoldt

Ist es nicht erstaunlich, dass Flamingos trotz ihres längeren Halses nur 17 Halswirbel haben, ein Schwan aber 25?

38 -Planten un Blomen - Storchenschnabel (Geranium) und Funkien (Hosta) am Wasser

Storchenschnabel (Geranium) und Funkien (Hosta) am Wasser

39 -Planten un Blomen - nahe Ausgang Messehallen: die Discokugeln ;)

Nahe Ausgang Messehallen: die Discokugeln ;)

40 -Planten un Blomen - Bronzeplastik von Barbara Haeger - eine von drei "Weiblichen Gestalten", die 1953 anlässlich der IGA aufgestellt wurden

Beim Apothekergarten die Bronzeplastik von Barbara Haeger – eine von drei „Weiblichen Gestalten“, die 1953 anlässlich der IGA aufgestellt wurden

Im Bogen geht es weiter zum Apothekergarten, der zur IGA 1963 angelegt wurde. Es ist ein Arzneipflanzengarten, bei dem man im Laufe der Zeit allerdings Giftpflanzen aus Sicherheitsgründen durch Kräuter ersetzt hat.  Nicht alle,  z. B. Fingerhut (Digitalis) habe ich noch entdeckt. Der Garten hat eine interessante Form, denn er verbirgt sich hinter weißen Mauern, die sieben einzelne Höfe mit Heilpflanzen umgeben. Man spaziert auf gewundenen Wegen und durchschreitet nach und nach Bereiche mit unterschiedlichen Pflanzen, die in einem „therapeutischen Bezug zu einem Organ oder Organgruppen des menschlichen Körpers stehen“.

42 -Planten un Blomen - Der Eingang zum Apothekergarten (Heilpflanzen- und Kräutergarten) ...

Der Eingang zum Apothekergarten (Heilpflanzen- und Kräutergarten) …

Kaum habe ich  das schmiedeeiserne Tor hinter mir gelassen, empfängt mich ein Schwall Oregano-Duft.  Jeder Hof riecht anders. Da keiner sonst dort war, konnte ich  mich teilweise mit geschlossenen Augen vorantasten und Stück für Stück erriechen, ohne Gefahr zu laufen, andere anzurempeln.
In den Mauern sind vereinzelt Öffnungen zum Durchgucken, wie auf dem Foto zu sehen. Als großer Ginkgo-Fan habe ich mich natürlich sehr gefreut, neben einem der „Fenster“ einen Ginkgo biloba zu entdecken …

43 -Planten un Blomen - Apothekergarten mit gewundenen Gängen und weißen Mauern - gelegentlich ein Durchguck ... (und ein Ginkgo biloba)

Apothekergarten mit gewundenen Gängen und weißen Mauern – gelegentlich ein Durchguck … (und ein Ginkgo biloba)

Ein Blick auf die Uhr sagte mir, dass ich schon mehrere Stunden im Park verbracht hatte. Und wenn einem das plötzlich bewusst wird, dann dauert es nicht mehr lange, bis das Gehirn sich  meldet und:
a) behauptet, dass die Füße weh tun
b) meint, dass es langsam Zeit wäre, an die Heimfahrt zu denken.
Gehört, getan.

41 -Planten un Blomen - Blüteninseln - immer wieder ...

Rückweg zur U-Bahnstation Stephansplatz: Blüteninseln – immer wieder …

44 -Planten un Blomen - schön die goldgelbe Laubfärbung des Baumes und die lilafarbenen Bälle des hohen Zierschnittlauchs (Allium) davor

Schön die goldgelbe Laubfärbung des Baumes und die lilafarbenen Bälle des hohen Zierschnittlauchs (Allium) davor. Verblüht sieht er (einige Sorten) ähnlich aus wie die Pusteblumen des Löwenzahns.

Der Ausgang ist erreicht, aber es war nicht das letzte Mal, und der zeitliche Abstand bis zum nächsten Besuch wird diesmal auch kürzer ausfallen.
Ich sage nur Mohnblüte, Agavenblüte, Laubfärbung Herbst …

Falls ihr/Sie auch Lust bekommen habt/haben, sei Ihnen gesagt, Planten un Blomen ist in jeder Jahreszeit einen Besuch wert, doch die schönsten Zeiten sind Frühsommer und Spätherbst. Demnächst, im  Juni, zeigen auch die Rosen im eigenständigen Rosengarten ihre ganze Pracht. Sie sind dieses Jahr etwas später dran, haben jedoch schon reichlich Knospen.
Es gibt genügend Sitzmöglichkeiten im Park (sowohl Bänke als auch schöne Stühle) und Liegewiesen (Decke mitnehmen!). Weiterhin bestehen die Möglichkeit sich zu verköstigen, falls kein Proviant mitgebracht wurde.
Oft ertönt Live-Musik (gratis) im Musikpavillon. Es kommt allerdings darauf an, welche Künstler auftreten. Von schön bis schaurig kann ein Besucher wirklich alles erleben. Heute war es Gebrüll ins Mikro, aber in einem verwunschenen Gang im Park spielten zwei Mädchen Querflöte und Geige, das klang gewaltig! Lassen Sie sich einfach überraschen!
Falls Sie mit Kinder kommen, nehmen Sie immer reichlich Wechselkleidung mit. Hier gibt es nicht nur den großen Spielplatz, sondern auch reichlich Wasserspiele. Da bleibt nichts lange trocken.
Und wenn Sie im Sommerhalbjahr abends durch den Park streifen, dann laufen Sie nicht vor 22 Uhr heim! Gehen Sie am Parksee vorbei und genießen Sie die das Konzert mit Wasserlichtorgel.

Das war es. Ich muss jetzt heim.  ;)

©2012 by Michèle Legrand

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