„Das liegt an den Pferden …“

Kürzlich kullerten mir ein paar weiße Zuchtpilze vor die Füße. Sie und ein Verteilerkasten sind die Auslöser für den Beitrag, der heute auf Sie zukommt.
Verwundert? Nun, dieser Blog trägt nicht grundlos die Bezeichnung Gedankensprünge als Teil seines Namens. Die gibt es hier halt. Ein Erlebnis, die vor einem ablaufenden Bilder, ein auftauchendes Geräusch, ein Duft … So etwas ruft sehr häufig Assoziationen hervor und lenkt Gedanken im Nu um. In eine gänzlich neue Richtung. Bei mir ist es jedenfalls so. Sie führt ein solcher Gedankensprung heute in meine Wohngegend und nebenbei zeitlich zurück.

Wieso mir die Pilze überhaupt …? Das auslösende Moment gehört gar nicht zum Endthema, doch wenn Sie wollen, erzähle ich Ihnen gern davon gleich mit.
Ich fuhr eine Rolltreppe hinauf. Direkt vor mir stand eine Frau mit einem proppevollen Einkaufsbeutel. Oben angekommen, erfolgte der obligatorische Schritt auf festen Boden – und da blieb sie stehen. Mitten im Auslauf! Dort, wo es noch zu eng ist, um auszuweichen und seitlich an ihr vorbeizuhuschen. Hinter mir folgten weitere Leute, eine Rolltreppe stoppt prinzipiell nicht, und so stieß ich von hinten an sie an. Es ließ sich absolut nicht verhindern.

Sie reagierte entrüstet. Verblüfft hielt ich mich zunächst zurück, denn – wäre ich an ihrer Stelle gewesen – ich hätte mich wohl eher entschuldigt. Sie begann erstaunlicherweise, sich lautstark zu beschweren und erklärte, dass alle Auflaufenden (ich, aber auch die danach Kommenden) besser hätten aufpassen müssen. Das wäre
so wie beim Autofahren: der, der auffährt, hätte Schuld.

Dem Herrn, der auf der Treppe direkt hinter mir gestanden hatte und der genauso in die Bredouille geraten war (er klebte nun noch halb an mir), platzte fast der Kragen, als er das vernahm. „Wir hätten alle stürzen können!“, war noch das Mildeste, was er von sich gab. Danach wurde es inhaltlich etwas ausfallend, was natürlich in keiner Form zu einem gütlichen oder halbwegs einvernehmlichen Ende führte.
Ich stand dazwischen und kam nicht weg. Natürlich ärgerte es mich auch! Was hatte das mit Aufpassen zu tun! Es gab doch keinerlei Anzeichen für einen kommenden Blitzstopp! Und wohin hätte man ausweichen sollen?
Überhaupt dieser Vergleich mit dem Straßenverkehr … Was wäre denn eine in etwa vergleichbare Situation? Vielleicht ein in einem engen, einspurigen Tunnel unvermittelt bremsender Autofahrer, der den Motor von jetzt auf gleich abschaltet und sein Fahrzeug grundlos stehen lässt? Wobei sich dort wenigstens nicht noch die Fahrbahn hinter ihm wie ein Transportband weiterbewegen würde.
Ich wandte mich ihr zu:
„Darf ich Ihnen einen Vorschlag machen? Wir werden die Fahrt wiederholen. Es scheint, Sie können sich nicht vorstellen, dass Ihr Hintermann keine Chance hat, einen solchen Aufprall zu vermeiden. Also probieren wir es aus. Diesmal fahre ich vor Ihnen, Sie stellen sich hinter mich. Oben werde ich mich genauso verhalten wie Sie vorhin. Und Sie haben jetzt sogar noch den Riesenvorteil, dass Sie wissen, was kommt. Wir werden sehen, wie Sie die Lage meistern.“
Oooh! Das war gar nicht ihr Ding. Sie bezeichnete es als „bekloppte“ Idee und weigerte sich vehement. Vor lauter Empörung geriet der Einkaufsbeutel ins Schwanken, die obenauf liegende Papiertüte vom Gemüse-
händler fiel heraus, riss, und eine Ladung weißer Kullerpilze verteilte sich auf dem Boden. Vor meinen Füßen …

Ansonsten hat sich der kleine Menschenauflauf danach auseinanderdividiert. Es hatte keiner mehr Lust auf den Zirkus. Einsammeln musste sie ihre Pilze alleine.

Direkt nach diesem Theater stieß ich auf dem Heimweg auf besagten Verteilerkasten, der seit Kurzem über-
haupt nicht mehr grau und trostlos aussieht, sondern sehr positiv auffällt, nachdem er farblich gestaltet wurde. Es ist nicht der erste Stromkasten, der in meinem Bezirk (Wandsbek) durch das kunstvolle Bemalen und Aufsprühen von farbigen Motiven eine solche Schönheitskur erfährt – und wieder ist es ein Werk von Vincent Schulze!
Können Sie sich noch dunkel entsinnen? Bereits vor fünf Jahren (2012) habe ich den Hamburger Künstler
ein erstes Mal im Blog erwähnt. Inzwischen hat er in vielen Stadtteilen seine Spuren hinterlassen. Außer in Wandsbek wird man u. a. in Eimsbüttel, Curslack, Neugraben, Lohbrügge sowie Niendorf oder auch an der Alster fündig. Seine Werke entstehen jedoch nicht nur draußen, als Kunst im öffentlichen Raum (Fassaden, Verteilerkästen etc.) für alle sichtbar, sondern natürlich vermehrt auch als Innengestaltung in Wohn- und
Nutzräumen (z. B. Badgestaltung) oder nicht allgemein zugänglich als Wandmalerei auf Privatgrund (Innenhöfe). Auftraggeber sind sowohl Privatpersonen als auch Vereine sowie Firmen unterschiedlichster Branchen, die ihren Traum vom geschäftsbezogenen Motiv oder von Skylines, Dünenlandschaften, Tieren, Gebäuden etc. verwirklicht haben möchten.
Was mir – abgesehen von seiner Arbeit ganz generell – besonders gefällt, ist, dass die Außenmotive in der Mehrheit der Fälle einen unmittelbaren, meist geschichtlichen, Bezug zur Umgebung haben.

Der recht breite Verteilerkasten, um den es zunächst geht, steht auf dem Wandsbeker Marktplatz. Er besitzt auf Vorder- und Rückseite unterschiedliche Motive.
Die der Straße abgewandte Ansicht verschafft einen Eindruck davon, wie der Marktplatz im Jahre 1866 ausgesehen hat. Zu der Zeit gab es dort tatsächlich noch eine Art Wald.
Erkennen Sie die Freifläche rechts neben der Kirche? 22 Jahre später (1888) startete dort der Bau des Matthias-Claudius-Gymnasiums, das es heute noch gibt, wenngleich auch die Schäden am ursprünglichen Gebäude im Krieg enorm waren und es inzwischen einige Neu- und Erweiterungsbauten gibt.
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Hamburg - Wandsbeker Marktplatz - Verteilerkasten mit alter Ansicht (Blick stadtauswärts) - Gestaltung: Vincent Schulze,, HH

Hamburg – Wandsbeker Marktplatz – Verteilerkasten mit alter Ansicht (Blick stadtauswärts) – Gestaltung: Vincent Schulze,, HH

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Auf dem zur Straßenseite ausgerichteten Bild, ist als größter Bau das Karstadt-Haus zu erkennen und zwar um das Jahr 1900 herum. (Für Nichthamburger zur Information. Karstadt gibt es bis heute dort, eines der wenigen Gebäude, die sogar den Krieg überstanden haben.) Wer ein bisschen in diese Zeit zurückgeht, findet heraus, dass es zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht Rudolph Karstadt, dem bekannten Begründer der Dynastie, gehörte, sondern seinem Bruder Ernst, der es ihm jedoch nicht lange danach verkaufte.
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Hamburg - Wandsbeker Marktplatz - Alte Ansicht der Wandbeker Marktstraße mit Karstadt-Haus - Gestaltung: Vincent Schulze, HH

Hamburg – Wandsbeker Marktplatz – Alte Ansicht der Wandbeker Marktstraße mit Karstadt-Haus – Gestaltung: Vincent Schulze, HH

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Auf zwei weiteren, nebeneinander stehenden, kleineren Kästen, die ebenfalls durch Vincent Schulze ein neues Gesicht erhielten, sind Matthias Claudius, der hier in Wandsbek lebte, sowie seine Frau Rebecca (Rebekka) porträtiert (Ecke Claudiusstraße/Schloßstraße).
Und noch ein sehr schöner und vom selben Künstler enorm aufgewerteter Verteilerkasten mit Wandsbek-Bezug hat seinen Platz Ecke Neumann-Reichardt-Straße/Schädlerstraße. Auf ihm ist das ehemalige Wandsbeker Schloss zu sehen, das einst nah des Wandsbeker Marktes stand. Leider existiert es nicht mehr. Dabei würde es sich sehr gut machen …

An seinem Platz entstand zunächst die Wandesburg, eine Wasserburg, die Heinrich Rantzau ab 1564 er-
bauen ließ. Nach diversen Eigentümerwechseln gelangte 200 Jahre später Heinrich Carl von Schimmelmann in ihren Besitz. Wir Wandsbeker (und noch ein paar andere, z. B. die Altonaer) gehörten früher lange zum Königreich von Dänemark. So erklärt sich die zunächst erstaunlich klingende Aussage, dass der neue Eigen-
türmer 1764 gleichzeitig Finanzminister von Dänemark war. So wie übrigens auch schon zuvor Rantzau die Funktion eines dänischen Statthalters ausübte.
Von Schimmelmann ließ die Burg bald danach abreißen, um auf ihr sein Wandsbeker Schloss (1772 bis 1778) zu errichten – inklusive eines Barockparks und eines Landschaftsgartens. Und natürlich entstanden Gebäude für die Bediensteten sowie Stallungen. Große Teile des heutigen Stadtteils Marienthal zählten früher zum Gebiet des ausgedehnten Guts.
Ungünstig war nur, dass bereits die Nachfahren Schimmelmanns im 19. Jahrhundert Geldprobleme hatten und das Anwesen verkaufen mussten. Ein Herr von Carstenn (tatsächlich mit Doppel-n) übernahm es, teilte flink das Land in Parzellen auf, verkaufte diese und ließ das schöne Schloss 1861 abreißen.
Achtzig oder knapp neunzig Jahre sind in meinen Augen keine sonderlich lange „Lebenszeit“ für ein Barockschloss.
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Hamburg - Wandsbek - Verteilerkasten mit Wandsbeker Schloss (Vorderseite) - Gestaltung: Vincent Schulze

Hamburg – Wandsbek – Verteilerkasten mit Wandsbeker Schloss – Gestaltung: Vincent Schulze

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Vor zehn Jahren – bevor ein Neubauvorhaben mit umfangreichen Bodenbewegungen gestartet wurde – führte man vor Ort Ausgrabungen durch. Dabei wurden Ziegelmauerreste entdeckt, die auf Felssteinfundamenten errichtet waren. Außerdem kamen  hölzerne Zu- und Abwasserleitungen zum Vorschein.

Auf alten Ansichten ist zu erkennen, dass einst zwei steinerne Löwen links und rechts der Auffahrt zum Schloss Wache hielten. Die Originale gibt es noch, sie stehen heute im WBZ (Zentrum für Wirtschaftsförderung, Bauen und Umwelt, Schlossgarten 9), also fast an ihrem ursprünglichen Platz, nur drinnen, damit der Sandstein nicht der Witterung ausgesetzt sind. Es sind Abgüsse der beiden Skulpturen, die seit 2004 den Wandsbeker Marktplatz bewachen.
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Hamburg - Wandsbek - Einer der Löwen (Abguss) des ehemaligen Wandsbeker Schlosses

Hamburg – Wandsbek – Einer der Löwen (Abguss) des ehemaligen Wandsbeker Schlosses

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Und bis heute existieren zwei Exemplare der Sandsteinvasen, die ebenfalls die Außenanlage des Schlosses zierten …
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Hamburg - Wandsbek - Eine der existierenden Sandsteinvasen, die einst am alten Wandsbeker Schloss standen

Sandsteinvase, die einst am alten Wandsbeker Schloss stand …

Dass mich die Malereien auf dem Verteilerkasten zu Vincent Schulze und dessen Wandsbek-Motive wiederum zum Thema Schloss führten, können Sie leicht nachvollziehen. Doch warum auch die Pilze?

Als ich vor recht langer Zeit hierher in eine Parallelstraße zum „Schloßgarten“, eben jener Straße zog, in der sich in früheren Zeiten das Schloss befand, hatte ich nur eine sehr vage Idee davon gehabt. Und die eher vom Bauwerk als von den Ausmaßen der Ländereien!
Während ich südwestlich vom ehemaligen Standort des Schlosses lebe, zogen sich die angelegten Gärten
mehr in östlicher Richtung, dort, wo heute die Überreste des alten Baumbestandes das Gehölz bilden.
Gab es auch eine Ausdehnung in die andere Richtung, mehr zu meiner Seite hin?

Als ich in den Anfangsjahren einmal im Garten werkelte, spazierte eines Spätsommernachmittags eine betagte Dame vorbei, die in der Nachbarschaft, nur ein paar Häuser weiter, wohnte. Wir kamen ins Gespräch, und ich verriet ihr, dass ich erstaunt darüber sei, schon das dritte Jahr in Folge haufenweise Champignons auf meinem Rasen zu entdecken. Echte Wiesenchampignons!
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Wiesenchampignon im Garten ...

Wiesenchampignon im Garten …

Sie schaute verschwörerisch drein und verkündete mir dann:
„Das liegt an den Pferden.“
„Ich habe keine Pferde.“
„Nein, die von früher …“
Ich verstand immer noch nicht, worauf sie hinaus wollte. So erklärte sie die Umstände etwas genauer:
„Schauen Sie, ich spreche von dem alten Schloss. Hier waren früher Pferdekoppeln, die Weiden der herrschaftlichen Pferde. Die haben damals natürlich überall ihre Pferdeäppel abgelegt. Den Mist aus den Ställen verteilte man in den Nutzgartenbereichen. Beste Voraussetzung dafür, dass auf dem Boden Champignons gedeihen. Selbst heute hat das Erdreich immer noch etwas davon in sich. Von diesem Pferdedung, meine ich. Ich habe auch Champignons im Garten!“

Ich weiß bis heute nicht, ob ich dem Glauben schenken soll oder nicht … Was meinen Sie?
Als nach dem Abriss des Wandsbeker Schlosses die Grundstücke verkauft wurden, also auch die Weide- und Anbauflächen, errichtete man dort nach und nach Villen und zog neue Straßen durch das Gebiet. Später, im Krieg, war diese Gegend u.  a. während der Operation Gomorrha Ziel zahlreicher Bombenabwürfe. Ein ganz erheblicher Teil der Villen lag danach in Trümmern oder hatte den Feuersturm nicht überstanden.
Man ließ damals den Schutt an Ort und Stelle, verteilte ihn großflächig, planierte alles und baute so bald es ging direkt darauf neue Häuser. Aus eigener Erfahrung weiß ich, nur eine dünne Lage Erde bedeckt die Ziegelgeröllschicht von damals.
Schauen Sie einmal, was ich vor Jahren bei jedem Stück Garten, das ich neu anlegen und gestalten wollte, zuvor alles auszugraben hatte …
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Hamburg - Wandsbek/Marienthal - Schuttreste aus Kriegszeiten sind immer noch im Boden ...

Hamburg – Wandsbek/Marienthal – Schuttreste aus Kriegszeiten sind immer noch im Boden …

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Selbst wenn einige Stellen im Umkreis des Schlosses tatsächlich noch „original“ sein sollten, d. h. der Boden ohne Schuttschicht … Kann es sein, dass sich der damals reichlich ausgebrachte Pferdedung in Form von Weideäpfeln und Stallmist noch nach 100 bis 150 Jahren auf die Erdbeschaffenheit auswirkt? Sie eine champignontaugliche Zusammensetzung besitzt? Zumindest, wenn weitere Gegebenheiten ebenfalls passen, wie beispielsweise ein Stück vorhandene, natürliche Rasenfläche/Wiese, möglicherweise Gehölze als Anrainer, neutraler bis leicht basischer Untergrund, keine mineralischen Dünger, überhaupt wenig Nährstoffe bei gleichzeitig genügend hohem Stickstoffanteil. Ideal dazu wäre eindeutig halb verrottetes, fermentiertes Material (wie eben Pferdemist).

Vielleicht ist das, was mir die alte Dame erzählte, lediglich ein schönes Märchen. Allerdings mag ich solche Geschichten!
Wann immer bei mir Champignons vorwitzig aus der Erde oder zwischen Gräsern des Rasens hervorlugen,
sich strecken und ihre erstaunlich großen Hüte ausbreiten, denke ich automatisch an die Rösser des Herrn Schimmelmann, die womöglich ausgerechnet in meinem Garten den Drang verspürten, Äppeldung mit Langzeitwirkung zu hinterlassen.
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Schluss machen für heute? Ja, es ist schon wieder dunkel draußen. Nur noch ein kleiner Schlenker und gedanklicher Sprung zurück zur Wandmalerei und Verteilerkastengestaltung.
Wenn Sie neugierig geworden sind und Lust auf weitere Motive bekommen haben, dann finden Sie auf der Website des Künstlers Vincent Schulze im Blogbereich vielfältige und wirklich sehenswerte Fotobeispiele.

Hier geht’s zur Homepage, hier direkt zum Blog.
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Und nun ist endgültig Feierabend!  Denn, um es mit den Worten von Matthias Claudius zu sagen, „Der Mond ist aufgegangen“.

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Hamburg - Wandsbek/Christuskirche - Zur Erinnerung an Matthias Claudius die Bronze "Der Mond ist aufgegangen" von Waldemar Otto.

Hamburg – Wandsbek/Christuskirche – Zur Erinnerung an Matthias Claudius die Bronze „Der Mond ist aufgegangen“ von Waldemar Otto.

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Vielleicht schauen Sie gelegentlich wieder vorbei, es würde mich freuen.  Bis demnächst!

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© by Michèle Legrand, Januar 2017
Michèle Legrand

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  1. #1 von absengeralois am 26/01/2017 - 03:24

    Rolltreppe:Es gibt Leute die wollen oder können es nicht kapieren.
    Stromkasten-Kunst: SUPER! Gruß Alois

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    • #2 von ladyfromhamburg am 26/01/2017 - 15:47

      Hallo Alois, freut mich, dass dir die kunstvoll gestalteten Verteiler-/ Stromkästen auch gefallen! Danke für deine Reaktion hier im Blog!

      Bezüglich der Rolltreppenfahrerei stelle ich für mich fest, dass es – wie auch beim (nicht) Aufhalten von Türen, Stoppen mitten auf Treppen (um zu telefonieren) etc. – immer ein paar Menschen gibt, die irgendwie komplett abwesend sind, drum herum nichts wahrnehmen. Eine Portion Gleichgültigkeit und ein gewisser Egoismus gehören sicher mit dazu. Nur zum Glück sind wiederum nicht alle in solchen Situationen gleich am granteln. Einem Großteil ist es im Nachhinein eher peinlich.

      LG Michèle

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  2. #3 von Dagmar am 26/01/2017 - 07:25

    Danke Michèle für die interessanten Gedankensprünge. Unterhaltsam geschrieben und natürlich wahnsinnig interessant. Werde mir gleich einmal die Homepage anschauen. Ich liebe gute Graffiti. Viele Grüße nach Ha,burg, Dagmar

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    • #4 von ladyfromhamburg am 26/01/2017 - 15:58

      Dagmar, vielen Dank fürs Hereinschauen! Mit dem „gute“ Graffiti triffst du den Nagel auf den Kopf. Dafür kann ich mich auch schwer begeistern. Ich lege mich überhaupt nicht auf bestimmte Motive, Farben oder Größen etc. fest, allein Idee und Wirkung sowie die künstlerisch-professionelle Ausarbeitung sind ausschlaggebend. Die Veränderung, die ein Gegenstand oder eine Wand durch diese Gestaltung erfahren, haut mich immer wieder um. Positiv. ^^

      Liebe Grüße auf die Insel. Und stell dir vor, heute ist er aufgerissen. Der Himmel. Endlich mal wieder! ^^
      Michèle

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  3. #5 von mannisfotobude am 26/01/2017 - 07:44

    was für eine Geschichte mit der Rolltreppe ! Es gibt eben immer uneinsichtige Menschen die sich schwer tun einen Fehler auch zuzugeben. Ich kann mir sehr gut vorstellen wie es in solchen Sitiuationen eskalieren kann ! Solche Momente erlebst du fast täglich im Straßenverkehr. Manchmal alle sehr freundlich und zuvorkommend und im nächsten Moment wenn einer einen evtl. Fehler macht folgen die übelsten Beschimpfungen und Handzeichen ! Es herrscht einfach „Krieg“ !!!
    Was ich sehr gut finde ist die Idee die Fahrt mit der Rolltreppe zu wiederholen was ja die Dame nicht angenommen hat ! Damit wurde sie in einen Zwiespalt gebracht ob ihr reagieren nun richtig oder falsch war !
    PS: Die Verteilerkästen finde ich cool , macht optisch mehr her als die grauen Dinger !!! LG Manni

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    • #6 von ladyfromhamburg am 26/01/2017 - 16:16

      Hallo Manni, danke für deinen Kommentar zur Situation auf der Rolltreppe bzw. dem neuen Aussehen der Verteilerkästen!

      Situationen und entsprechende Reaktionen auf Rolltreppen scheinen mit denen im Straßenverkehr viel gemeinsam zu haben. Sobald etwas sich bewegt, geht es wohl einerseits darum, wer Vorfahrt hat oder Vorrechte besitzt und andererseits darum, dass geltende Regeln unterschiedlich und recht frei ausgelegt werden. Dann geht es um das „Recht haben“ selbst. Dafür wird oft mit harten Bandagen gekämpft. ^^

      Freut mich, dass auch du den kunstvoll besprühten Strom- oder allgemein gesprochen Verteilerkästen mit Sympathie begegnest. Es ist auch einfach ein wesentlich angenehmerer Anblick und hat zudem oft eine interessante Aussage oder einen konkreten Bezug. Zusätzlicher Vorteil: Wenn solche Flächen schon gestaltet sind, wird selten irgendetwas Hässliches darübergekritzelt.

      Liebe Grüße Richtung Süden!
      Michèle

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      • #7 von mannisfotobude am 26/01/2017 - 16:48

        eigentlich hast du schon alles geschrieben und ich bin bei dir !!!!
        Harte Bandagen genau richtig ! Es haben sich schon welche wegen einem Parktplatz geprügelt ect. Ab 6 Zylinder aufwärts den Fahrern gehört eh die Strasse ! lach hoffe du hast keinen 8 Zylinder !!!!
        LG Manni

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      • #8 von ladyfromhamburg am 26/01/2017 - 17:01

        Ich? Ich schwöre auf meinen stadttauglichen Panda! :-) Wenn mich nicht alles täuscht, hat der vier Zylinder. Ich hatte allerdings auch schon merkwürdige Genossen auf der Straße, die in Klein- und Kleinstwagen daherkamen. SMART-Fahrer, zum Beispiel.

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      • #9 von mannisfotobude am 26/01/2017 - 18:54

        einen Panda hatten wir früher auch mal als Zweitwagen. War ein dankbares Auto ohne Elektronik und sonstigen Kram ! Wir hatten ihn bis der TÜV uns geschieden hat ! LG Manni

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  4. #10 von mannigfaltiges am 26/01/2017 - 07:58

    Die Wiese, die Pilze und die Dame: Kommt daher das Wort „veräppeln“?
    Aber ich glaube ihr sogar – fast.
    LG Erich

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    • #11 von ladyfromhamburg am 26/01/2017 - 16:06

      Das ist nicht von der Hand zu weisen, Erich. Klingt logisch und durchaus möglich. Aber ich sehe, du schwankst auch, ob du dieser Theorie vom „Jahrhundertdung“ trauen kannst oder nicht … :-)

      LG Michèle

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  5. #12 von kowkla123 am 26/01/2017 - 14:34

    wieder eine tolle Beschreibung, liebe MIchelle, vielen Dank, alles Gute wünsche ich dir für Heute

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  6. #14 von Heartafire am 26/01/2017 - 19:27

    I thought your suggestion to recreate the escalator incident was superb, though to any one with common sense or who is willing to admit a „problem“ would have gracefully begged your pardon. „)
    Thank you for the beautiful tour of the castles, the lion statues and vase ornaments adorning such opulence is beautiful as would one expect, of course the most intriguing and fascinating history is what captivates me most as a history buff. Thank you Michele, another very beautifully intricate journey, and the delightful addition of a tale of peeping mushrooms and how they came to grow so bountiful…. charming indeed. Best regards with many wishes for a lovely week! Holly

    Gefällt mir

    • #15 von ladyfromhamburg am 27/01/2017 - 16:56

      Thank you, Holly! Oh, you are enthusiastic about history? Great! I like it, too. And I agree in history it’s often all about what captivates one most. Even small details or remains, unremarkable at first glance, might be of considerable interest and therefore might become my personal highlight.

      I noticed that you again translated the whole blogpost and didn’t miss anything. :-) Marvelous!
      Thanks for your kind comment and for visiting the blog again! Best regards, Holly! Have a nice and relaxing weekend!
      Michèle

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      • #16 von Heartafire am 27/01/2017 - 19:21

        Dear Michèle, it is always a pleasure to read your posts, they are beautifully written, informative and entertaining. I enjoy translating German to English, though I am not that good. My good friend from Munich once set up a blog in an effort to teach me German, having lived in Trier and Bitburg for some time back in the 90’s I have a small grasp, but am still sorely lacking in language skills. Please continue to gift us with your wonderful blog posts and tours of Hamburg, one of the worlds most beautiful cities. have a lovely and peaceful weekend. LG, Holly.

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  7. #17 von entdeckeengland am 26/01/2017 - 21:52

    Ach hättest Du doch einfach mit einem Gedankensprung über die Rolltreppendame hinweg hüpfen können. Aber wer weiß, vielleicht hätten wir ja dann nicht die schöne Verteilerkastentour gemacht und die Champignons-Dame hätte uns auch nicht veräppelt. Es war wie immer sehr unterhaltsam, Dir zu folgen, liebe Michele. Herzliche Grüße, Peggy

    Gefällt mir

    • #18 von ladyfromhamburg am 27/01/2017 - 15:44

      Es wäre des Öfteren praktisch, nicht nur rein gedanklich hinweghüpfen zu können. ^^ Peggy, es freut mich, dass es dich gut unterhalten hat und schicke ein Dankeschön hinüber für deine netten Zeilen! Liebe Grüße auch zurück zur dir ins Königreich!
      Michèle

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  8. #19 von Eberhard Heyne am 26/01/2017 - 23:24

    Da gefallen mir mal wieder die unterschiedlichen Themen und die Sprünge dazwischen. Die Reaktion der uneinsichtigen Dame an der Rolltreppe ist so plastisch erzählt, dass ich mich richtig dabei fühle: Ich bin häufig in Bus und Bahn mit Rollator unterwegs, auch auf Rolltreppen, wenn es keine Affzüge gibt, Die Situation beim Ausstieg aus Bussen ist manchmal ähnlich.
    Herzliche Grüße, Eberhard

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    • #20 von ladyfromhamburg am 27/01/2017 - 16:36

      Hallo Eberhard, dir hat’s wieder gefallen? Feine Sache! Vielen Dank für die nette Reaktion!

      Ich glaube, fast jeder muss sich hin und wieder mit solchen Situationen unterwegs auseinandersetzen. Du erwähnst das Beispiel im Bus. Das kenne ich auch. Ebenso, wenn man versucht, aus U- und S-Bahnen auszusteigen. Wobei es nicht nur die Stopper sind, die für Zwischenfälle sorgen, sondern auch gern die Oberdrängler. Doch glücklicherweise läuft es in der Folge mehrheitlich so zivilisiert, dass bei Karambolagen schon der Richtige sich als Verursacher erkennt und sich dafür wenigstens knapp entschuldigt.
      Ich grüße herzlich zurück, Eberhard!
      Michèle

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  9. #21 von Stefanie am 27/01/2017 - 08:23

    Die Waldemar-Otto-Bronze ist ja toll. Danke für´s Zeigen – ich muss sie mir unbedingt mal „in echt“ ansehen. (Hab sowieso schon seit Deinem Beitrag über den Botanischen Sondergarten Dein Wandsbek auf der Liste. Gerade mal nachgeschaut – den Beitrag hast du im April 15 veröffentlicht. Aber man kommt ja zu nix…. ) Liebe Grüße, Stefanie

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    • #22 von ladyfromhamburg am 27/01/2017 - 15:54

      Mir gefällt die Bronze auch sehr! Sie ist noch recht neu, wurde anlässlich des 200. Todestages von Matthias Claudius 2015 aufgestellt. Immerhin sechs Meter breit und ca. drei Meter hoch! Und unten am Sockel ist von links nach rechts der siebenstrophige Text des bekannten Abendliedes mit eingearbeitet. Sehr schick!
      Lass dich mit Wandsbek und deinen Erkundungen nicht jagen. Ich würde dir den Botanischen Sondergarten auch etwas später im Jahr noch wärmer empfehlen, dann ist von den vielen verschiedenen Pflanzen mehr zu sehen. Je nach Witterung und Fortschritt des Frühlings wäre Ende April oder Anfang Mai gar nicht schlecht. Dann blüht der Taschentuchbaum. Das ist ein toller Anblick!

      LG Michèle

      Gefällt 1 Person

      • #23 von Stefanie am 28/01/2017 - 06:46

        Danke für den Tipp, Michèle, so rutscht der Wandsbekbesuch von „irgendwann mal“ auf Ende April – das erhöht die Wahrscheinlichkeit auf Umsetzung um ein Vielfaches. Liebe Grüße

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  10. #24 von Sartenada am 01/02/2017 - 12:38

    Escalator – excellent story. :)

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  11. #26 von kowkla123 am 03/02/2017 - 12:55

    Wochenende ist immer schön, genieße es

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  12. #27 von ernstblumenstein am 07/02/2017 - 17:18

    Danke für diesen mit viel Liebe für das Quartier Wandsbek verfassten Beitrag, Michèle. Es ist eine schöne Geschichte über diese störrische Frau, die deine Idee einer Wiederholung mit umgekehrten Vorzeichen nicht so gut fand. ;-)

    Auch der Bericht mit dem von dir ausgegrabenen Steinhaufen war für mich kaum zu glauben. Die Idee des Künstlers, auf den grauen Verteilerkasten geschichtsträchtigen Malereien über das Viertel anzubringen finde ich super. Die sehr schöne Bronze von Matthias Claudius ist das Pünktchen auf das i deines tollen Beitrages.

    Einen lieben Gruss nach Hamburg. Ernst

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    • #28 von ladyfromhamburg am 08/02/2017 - 13:09

      Hallo Ernst, ich danke dir für deine Zeilen und freue mich, dass du mit der bunten Mischung so gut zurechtkamst. Schön, dass dich gleich mehreres ansprach.
      Diese neu hinzugekommene Bronze gefällt mir auch sehr gut! Durch die Verbindung von Wandsbek und Matthias Claudius gibt es hier einige Punkte, an denen an ihn und sein Wirken erinnert wird. Durch z. B. Gedenktafeln, die gestalteten Verteilerkästen, durch eine weitere Bronze und die Grabkreuze von ihm und seiner Frau finden sich auch an der Christuskirche (nahe dem Platz, wo jetzt die neue Bronze ihren Standort hat). Und natürlich gibt es viele Institutionen, die seinen Namen tragen. Ein Heim, ein Gymnasium, eine Gesellschaft etc.

      Lieben Gruß auch zurück in die Schweiz!
      Michèle

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  13. #29 von Follygirl am 24/02/2017 - 13:30

    WOW… was für ein interessanter Beitrag.
    Ich liebe Geschichte und ganz besonders solch schön erzählte & gemalte!
    LG, Petra

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    • #30 von ladyfromhamburg am 24/02/2017 - 21:51

      Dann hat es doch hervorragend zusammengepasst. ^^ Petra, das freut mich ungemein!
      Danke dir für die so positive Rückmeldung!

      LG Michèle

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