Winter-Blues …

2017! Ein frohes neues Jahr und willkommen zurück!

Gerade erst habe ich gelesen, seine Neujahrsgrüße und -wünsche sollte man bis maximal Mitte Januar los-
werden. Losgeworden sein. Alles danach sei schlichtweg inadäquat. Je eher erledigt, je besser. Wer zu spät kommt, den bestraft der Knigge.
Mir geht es allerdings so, dass ich verfrühtes Verteilen als inadäquat empfinde. Ganz generell (man gratuliert doch auch nicht vor dem Geburtstag) und weil dadurch obendrein fast zwangsläufig – speziell via Internet – ein nicht mehr zu bremsendes, ständiges Hin- und Hergewünsche in Gang gesetzt wird, bei dem ich ehrlich gesagt letztendlich völlig den Überblick verliere, wer mit wem eigentlich schon fertig war und wer nicht.
Folglich habe ich bereits vor Jahren beschlossen, ich bin kein Wunschfrühverteiler, sondern pendele irgendwo zwischen zeitlich angemessen reagieren (bei Wunscheingang) und rechtzeitig kontaktieren (bei Wunschaus-
gang). Hin und wieder schleichen sich trotzdem ein paar Fälle von Neujahrsgrußspätverteilung ein. Der Blick auf den Kalender beruhigt mich allerdings gerade sehr; alles noch innerhalb der Frist, in der es sich offiziell schickt. Knigge muss sich nicht echauffieren.
Falls Sie diesbezüglich bisher irgendwo nicht zum Zuge kamen, halten Sie sich ran. Sie kennen die Konsequenz: Wer nicht wünscht zur rechten Zeit, muss sehen, was er stattdessen treibt.

Sie merken, ich bin heute ansatzweise aufmüpfig. Ich hätte Sie gleich zu Beginn vorwarnen sollen. Diesen Hauch von schnippischer Pingeligkeit, den Sie registrieren, der liegt nicht etwa an Langeweile oder Zoff, sondern am Winter-Blues. Mir schlägt das ewige Grau hier im Norden mittlerweile aufs Gemüt. Ungelogen!
Es wird einfach nicht hell. Die knapp drei Tage von immerhin möglichen 31, an denen im Dezember der Himmel blau aussah, waren zu wenig, und die fünf Stunden, in denen sich seit Jahresbeginn Sonnenschein durch-
schummelte, die waren klasse, aber reichten hinten und vorne nicht. Zumal es an dem Tag dermaßen kalt war, dass man gar nicht so lange draußen bleiben konnte, wie man theoretisch hätte bleiben müssen, um aus-
reichend nachzuholen und vorzutanken.
Nein, wenn es momentan tatsächlich einmal aufklart, dann bestimmt fünf Minuten bevor die Dunkelheit einsetzt. Die Tage lieben es grau, trüb und kalt. Das ist Standardprogramm. Es gibt keinen Schnee, der die Landschaft erhellt und winterkahle Stellen freundlich erscheinen lässt, es gibt höchstens Regen. Oder es stürmt! Sie erinnern sich an den letzten Blogpost? Das „büschen“ Wind? Kurz darauf ging es noch einmal gewaltig rund. Sturmflut, die zweite. Doch diesmal war die Ostseeküste viel schlimmer betroffen. Vielerorts Überflutungen und vor allem, es entstanden enorme Schäden durch Abbrüche an den Steilküstenabschnitten, speziell auf den Inseln!

Seien Sie mir nicht böse, aber heute schreibe ich wahrscheinlich hauptsächlich zur eigenen Ablenkung und weil das Wetter zu mistig ist, um lange draußen zu bleiben. Sprühregen, Windböen, Einheitsgrau. Zu verhangen, um überhaupt hinauszuschauen. Man kann einfach nur jegliche Kenntnisnahme verweigern und schreiben. Schreiben fürs Gemüt, Schreiben als Ersatz für eine Lichttherapie. Betrachten Sie sich, geschätzter Blogleser, mit Ihrer Anwesenheit durchaus gern als meine nicht vorhandene Tageslichtlampe, die für stimmungsmäßige Erhellung sorgt. Keine Sorge, Sie müssen gar nicht viel aktiv werden. Es reicht im Prinzip schon, dass sie das leichte Durchhängen tolerieren.

War bei Ihnen am vergangenen Sonnabend auch gefährliches Blitzeis? Nicht? Dann haben Sie wirklich Glück gehabt. Und falls doch, so hoffe ich, Sie haben alles gut und heil überstanden.
Es war obermies, auch wie sich alles fortentwickelte. Das gefährliche Überfrieren erreichte Hamburg von Nor-
den bzw. Nordwesten, zog südlich weiter, bahnte sich seinen Weg durch Niedersachsen und weiter Richtung Nordrhein-Westfalen. Jede Menge Unfälle; vorrangig Blechschäden, aber ebenso zahllose Stürze mit vielen Knochenbrüchen, Prellungen und Platzwunden.
Natürlich wurde davor gewarnt, letztendlich erwischt es trotzdem viele. Unter der Woche ist der Berufsverkehr unterwegs, am letzten Sonnabend waren es zahlreiche Urlaubsheimkehrer, da die Schulferien in mehreren Bundesländern endeten. Es nimmt sich sicher keiner willentlich extra für diese Zeit Autofahrten vor, nur lässt es sich kurzfristig nicht immer ändern und komplett vermeiden. Nicht jeder kann daheim bleiben, selbst wenn er es möchte.
Und der Moment des tatsächlichen Beginns, der Punkt, an dem es überfriert und die Glätte einsetzt, tritt letztendlich sehr plötzlich ein. Eben ging es noch, zwei Minuten später … Bis alle das erkannt haben, sind die ersten Unfälle schon passiert.
Wir hatten am späten Vormittag dieses Tages einen Anruf aus Pinneberg erhalten. Pinneberg liegt gut 20 km nordwestlich von Hamburg. Dort fing es genau zu dem Zeitpunkt an, glatt zu werden. Das schien ausreichend entfernt, um in Hamburg noch ungefährdet etwas zu erledigen. Zu Fuß. Also düste ich los, nachdem auch via Twitter und dortige Wetteraccounts die Information verbreitet wurde, mit Eis sei in Hamburg erst ab dem frühen Nachmittag zu rechnen.

Draußen war alles prima. Am Bordstein teilweise Pfützen, doch nirgends Eis. Die Gehwege zivil, an einigen Stellen Graupelreste, was jedoch kein Problem beim Laufen verursachte. Rutschfreier Untergrund. Ich erledigte das Nötige, traf danach unvermutet noch eine Bekannte, was einen gemeinsamen Kaffee nach sich zog. Der Blick ging natürlich immer wieder Richtung Fenster. Wurde es dunkler, kamen Regenwolken, spazierte draußen  bereits jemand mit Schirm, wie wirkte die Straße …? Obwohl nichts Verdächtiges zu entdecken war, verab-
schiedete ich mich nach nicht allzu langer Zeit. Ich hatte gerade die Hälfte des Heimwegs zurückgelegt, als der Gehweg zur Rutschbahn wurde. Wohlgemerkt, es gab weiterhin nicht den angekündigten Regen, doch die Luft war enorm feucht und schien noch kälter geworden zu sein. Die Nässe sank auf Platten und Asphalt, und zusammen mit dem schon liegenden Graupelrest bildete sich eine durchgängige Eisschicht. Das war ein Tanz wie auf rohen Eiern!
Daheim ankommen, schnappte ich als erstes den Sack mit Splitt und streute vorsichtig schlurfend den gesamten Gehweg ab. Bis zur Eingangstreppe ging alles gut. Dort hätte es mich allerdings fast flachgelegt.
Obwohl nichts passierte, weckte es unangenehme Erinnerungen. Ich bin mit 25 bei Glatteis gestürzt. Mir hatte es in einer Linkskurve, in der sich Eis unter einer dünnen Lage Neuschnee versteckt hatte, die Füße weg-
gezogen. Oberschenkelhalsbruch. Krankenhaus. Operation.
Ja, genau, diese Bruchstelle ist gewöhnlich den älteren Herrschaften nach Stürzen vorbehalten. Sommers
wie winters. Insofern ging der Stationsarzt am ersten Tag auch an meinem Bett vorbei. Er las auf der Akte Oberschenkelhalsbruch und suchte verzweifelt nach einer mindestens Siebzigjährigen.
Alles überstanden und verheilt. Selbst Stepptanz funktioniert. Doch das Gefühl bei Glatteis ist nach wie vor
ein sehr mulmiges …

Sie sind wirklich hilfreiche Stimmungserheller. Vielen Dank! Was könnte ich Ihnen also noch hinterlassen, damit Sie sich nicht nur wie ein eingespannter Grauvertreiber vorkommen? Eine Kleinigkeit fällt mir gerade ein …
Letztes Mal erfuhren Sie vom verbreiteten Hang eines Hanseaten zum Understatement. Sie entsinnen sich? Sturmböen in Orkanstärke, die als „büschen“ Wind deklariert werden. Die Reaktion auf einen überfluteten Fischmarkt? „Nee, dascha ’n Ding!“ Mehr kommt dazu wirklich selten.
Heute lernen Sie, dass wir natürlich auch anders können. Wind und Sturmfluten sind wir gewöhnt. Schnee eher nicht. Die Folge: Dort klappt es nicht mit dem Understatement. Im Gegenteil! Sobald mehr als drei Flocken herniedergleiten, sprechen wir von einer Schneekatastrophe. Dann bricht hier so ziemlich alles zusammen.
Uns fehlt einfach die Übung mit dem weißen Zeugs. Wer dann noch einen halbwegs kühlen Kopf behält, kramt in seinem Wortschatz und zaubert zur näheren Beschreibung der Lage das Wort „bannig“ hervor.
Nach „büschen“ lächelt Sie nun freundlich quasi das Gegenstück dazu an. Bannig ist sinngemäß ein „sehr“ oder „ordentlich, ganz schön + Ergänzung“. Es macht dabei alles groß, stark und intensiv. Sie können das Wort als Adjektiv oder Adverb sehen.
Blitzeis, das den Jungfernstieg in eine Eisbahn verwandelt? Bannig glatt. Tierischer Frost? Bannig kalt. Hohe Preise für Gas und Öl in einem solchen Winter? Bannig teuer. Das Heizen kostet entsprechend bannig viel. Motorradgottesdienst am Michel? Bannig laut. Konzert mit „Scooter“? Bannig am rumsen.
Sie haben das Prinzip verstanden, ja?
Understatement und Ironie kommen natürlich sowohl mit bannig als auch mit büschen gern  zum Einsatz. Wenn ich Ihnen jetzt sage, dass ich bannig Lust habe, gleich noch spazieren zu gehen, in Kombination mit der Annmerkung, es sei ja nur ein büschen grau, so können Sie sich angesichts des miesen Wetters mit Sprühregen vorstellen, dass ich bannig tühn (ordentlich Unsinn erzähle). Sie begreifen, dass ich Sie absolut nicht veräppeln will, sondern lediglich teste, ob Sie ein Gefühl für den Einsatz dieser Wörter bekommen haben.

Ach, so langsam geht es besser. Haben Sie ein wirksames Mittel gegen Winter-Blues? Ich habe für mich festgestellt, dass es weder etwas hilft, sich bunt zu kleiden noch sich blauen Himmel oder zauberhafte, sonnige Schneelandschaften vorzustellen bzw. sie sich vom Foto reinzuziehen. Fremde Bilder, aber auch eigene Aufnahmen von Schönwetterplätzen, an denen man war – beides bringt nichts. Sie können Ihren Kopf grundsätzlich zwar ein wenig austricksen, aber das geht nicht so weit, dass die Hormonproduktion anspringen würde und sich in Hinsicht auf Stimmung, Antrieb, Glücksgefühl etc. wirklich etwas täte. Es scheint beinahe so, als würde es der Rest des Körpers eher übelnehmen, wenn der Kopf ihm etwas vormachen will, ohne dass entsprechende Abläufe z. B. in den Drüsen folgen.

Mir helfen Sauerstoff und Bewegung. Stepptanz wirkt Wunder. Mir helfen Vitamine – in Form von Obst und Gemüse, nicht als Pille. Mir helfen heiße Getränke und Wärme insgesamt, und so ist es manchmal nicht verkehrt, ins Tropengewächshaus von Planten un Blomen zu gehen. Kurlaub, Therapie … etwas in der Art, denn dort gibt es sowohl Wärme als auch Licht und Farben.
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Calliandra haematocephala - Rote, kugelförmige Blüte eines Puderquastenstrauchs (Planten un Blomen, Hamburg - Tropengewächshaus)

Calliandra haematocephala – Blüte eines Puderquastenstrauchs (Planten un Blomen, Hamburg – Tropengewächshaus)

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Ein anregendes bzw. angeregtes Gespräch ist schön, guter Lesestoff ebenso. Mir hilft das Schreiben und besonders gut tut es, wenn ich Musik, die zum Winter-Blues passt, im Kopf habe. Sie muss nicht einmal wirklich laut laufen. Es darf keinesfalls eine bunte, wilde, vor gekünstelter Lebensfreude überbordende Beschallung sein. Bloß kein Kontrastprogramm, das der Kopf aus Vernunft gegen das Grau vorschlägt, weil er es für sinnvoll erachtet, was der Körper aber beleidigt als infamen Trick erkennt, mit dem er überlistet werden soll. Der reagiert wie ein trotziges Kind: Nö, nicht mit mir.
Meiner reagiert positiv auf melancholische, langsame, Sehnsucht auslösende Musik, Filmtitel … das ist seine Medizin. Und mit der Entspannung tauchen nach und nach Bilder auf, die wirklich Kontrastprogramm zum grauen Einerlei draußen bilden. Dem Winter-Blues wird auf diese Art ganz heimlich, still und leise ordentlich in die Seite geknufft.

Genug von winterlichen Stimmungstiefs. Nächstes Mal sieht alles anders aus. Es kann ja nicht immer trüb bleiben. Wenn es lediglich das Grau wäre! Aber es ist auch der Freiraum nach oben, der fehlt, wenn die Wolkendecke tief hängt. Irgendwann muss aus dem einengenden Flachdachschuppen mit zugezogenen Jalousien doch wieder eine helle Altbauwohnung mit hohen Decken und großer Fensterfront werden. An-
sonsten bliebe einem wirklich keine andere Wahl, als für ein Weilchen in eine andere Region flüchten.

Ich habe plötzlich „Moon River“ im Kopf. Bitte nicht den Sender verdrehen, es klingt und wirkt nämlich geradezu fantastisch  … Ich kuriere diesen Blues noch ein bisschen aus, und dann lesen wir uns wieder.

Ihnen einen gute Zeit! Ohne Sturm, Überflutung, Schneeverwehungen oder erneutes Blitzeis. Ohne Knochenbrüche und frei von niederdrückendem Winter-Blues. Bis bald!

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© by Michèle Legrand, Januar 2017
Michèle Legrand

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  1. #1 von mannisfotobude am 11/01/2017 - 19:11

    Also wenn ich das so lese haben wir viel gemeinsam ! Ich mag dieses trübe dunkle Wetter auch nicht , da bekommt man Depressionen ! Von dem Blitzeis sind wir hier im Süden einigermaßen verschont geblieben. Hat glaub hauptsächlich den Norden und Nordrhein Westfalen getroffen. Vor ein paar Jahren hat es mich aber auch bei Blitzeis auf die „Schnauze“ gehaut beim aussteigen vom Auto. Ruck Zuck Füße weggezogen und schon gelegen ! Habe mir damals ordnetlich das Handgelenk verstaucht. Klinik – röntgen und Gipsschiene das wars ! Ist natürlich mit einer Oberschenkelfraktur überhaupt nicht zu vergleichen ! Dann hoffen wir mal beide das das Wetter wieder in den nächsten Tagen besser wird und die Stimmung wieder in Richtung positiv geht !!! LG Manni

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    • #2 von ladyfromhamburg am 11/01/2017 - 19:24

      Hallo Manni, das ging ja seinerzeit bei dir mit dem Sturz bei Glätte gerade noch so halbwegs gut aus! Hat bestimmt auch schon ordentlich geschmerzt und seine Zeit gebraucht, bis alles wieder okay war.
      Du kannst dich mit dem Grau und dem sparsamen Licht überhaupt also auch nicht sonderlich gut anfreunden. Dann hoffen wir mal beide stark, dass bald wieder eine Veränderung eintritt. Immerhin verlagert sich mit jedem Tag der Zeitpunkt des Sonnenaufgangs und der des Untergangs ein wenig zu unseren Gunsten. Damit fällt irgendwann wenigstens dieser enorm frühe Eintritt der Dunkelheit weg.
      Ich wünsche dir alles Gute, mehr Sonne und sage danke schön für deinen Kommentar!

      LG Michèle

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      • #3 von mannisfotobude am 11/01/2017 - 19:26

        ja das mit dem Sturz habe ich auch schon lange vergessen wenn ich nicht deinen Beitrag gelesen hätte. Wie gesagt ist wirklich schon lange her ! Aber eine Verstauchung kann auch ordentlich weh tun !!! Dann hoffen wir mal das beste wenn man morgens zur Arbeit muss und es nicht stockdunkel ist. Kommste Abends heim wieder dunkel ! Da läuft doch was schief ! LG Manni

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  2. #4 von einfachtilda am 11/01/2017 - 19:22

    Winterblues, der hat mich voll erwischt und weiter geht es mit Sturm und Regen. Pieselwetter. Blitzeis zum Glück gut überstanden, denn das erwischte uns nach dem Einkaufen. Mein Mann geleitete mich wie ein altes Mütterchen unbeschadet bis zur Haustür, danach wurde gestreut.
    Etwas Sonne hatte ich an Weihnachten. Eine Woche Sizilien und Temperaturen von 20°.
    Jetzt liegt da auch Schnee, also Glück und Sonne gehabt. Reicht nur nicht.
    Frohes neues Jahr wünscht Mathilda 😊❤

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    • #5 von ladyfromhamburg am 11/01/2017 - 19:29

      Auch dir ein frohes neues Jahr, Mathilda! Ich freue mich zu lesen, dass das Blitzeis dir und deinem Mann nichts anhaben konnte! Bloß gut!
      Nun wünsche ich dir sehr, dass die Sonne dich recht kräftig dabei unterstützt, den ollen Winterblues davonzujagen. Der ist wirklich so unnötig wie ein Kropf!
      Danke für deine netten Zeilen und schön, dass Sizilien für dich – als Lichtblick und Wärmequelle zwischendurch – ein wenig Abwechslung vom Grau bot!

      LG Michèle

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  3. #7 von gajako am 11/01/2017 - 19:30

    Auch meineeine ist leicht Winterblues geschädigt. Ich nehme dich deshalb einfach mal ganz lieb virtuell in die Arme und bekuschel dich ein wenig. Also mir tut so etwas immer gut. Dir hoffentlich auch ☺
    Sei ansonsten ganz lieb gegrüßt …
    Gaby

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    • #8 von ladyfromhamburg am 11/01/2017 - 20:02

      Das ist aber nett! Danke schön, Gaby! Schade, dass du den Lichtmangel auch spürst und unter einem zumindest leichtem Winterblues leidest. Ich drücke die Daumen (und drücke natürlich überhaupt zurück), dass es sich bald gibt!
      Danke fürs Hereinschauen!

      LG Michèle

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  4. #9 von Plietsche Jung am 11/01/2017 - 19:37

    Ich hab mit Winterblues nichts am Hut. Vielleicht fehlt dir nur etwas Licht und Vitamin D. Nichts schwieriges.

    Diese tolle Blüte kenne ich aus Parks in Südkalifornien. Das Foto aus dem Tropenhaus ist aber nicht aus den letzten Tagen, oder ? Die Tage sind eigentlich viel zu dunkel.

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    • #10 von ladyfromhamburg am 11/01/2017 - 20:09

      Jo. Mir ist schon klar, dass es Lichtmangel ist. Vitamin D gleiche ich aus, wenn es lange „dunkel“ bleibt. So warte ich eben auch darauf, dass sich der Himmel wieder in einem Blau zeigt und die Sonne für ein heitereres Gemüt sorgt. ^^ Als Krankheit empfinde ich es nicht, aber als belastend. Freut mich, dass du damit keine Probleme hast und das locker so wegsteckst. Ich bemerke, dass ich seit etwa zehn Jahren einerseits eine stärkere Wetterfühligkeit habe (Luftdruckschwankungen) und dass mir andererseits Lichtmangel mehr ausmacht als in jungen Jahren.

      Die Blüte kennst du auch? Sieht schick aus, nicht wahr? Nein, es ist kein aktuelles Foto. Es enstand bei einem Besuch im Monat April. Zu dieser Zeit blüht dort der Puderquastenstrauch. Dann ist die Tageslichtausbeute ausreichend.

      Danke für deinen Kommentar!
      LG Michèle

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      • #11 von Plietsche Jung am 11/01/2017 - 20:21

        Wetterfühligkeit kenne ich auch, das entwickelt sich irgendwie. Oder man redet es sich ein :)

        Die Blüte ist klasse. Ein Wunderwerk. Ich muss mal in meinen Fotos suchen gehen.

        Ist ähnlich schön dem Callistemon laevis.

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  5. #12 von gsharald am 11/01/2017 - 19:43

    Hallo Michele,

    Das war jetzt aber ein bannig langer Beitrag. Auch mir macht das grau in grau zu schaffen. Im Dunkeln aus dem Haus und im Dunkeln ins Haus. Bei uns ist es oft so, dass es in der Rheinebene Nebel hat oder der Himmel grau ist während ein paar hundert Meter höher die Sonne scheint. Von Blitzeis sind wir bisher verschont geblieben. Dass man sich trotzdem verletzen kann, kann ich beweisen. Ich bin am 23.12. aus dem Auto ausgestiegen und umgeknickt: Wadenbeinbruch. Jetzt liege ich mit einem dicken Klotz am Bein auf der Couch und schlage die Zeit tot.

    Liebe Grüße nach Hamburg und einen schönen Abend
    Harald

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    • #13 von ladyfromhamburg am 11/01/2017 - 20:15

      Harald, ich habe bei dem Blitzeis und den vielen Knochenbrüchen automatisch an dich gedacht, denn ich las neulich beim Blick in deinen Blog, dass du enormes Pech hattest und dir den Wadenbeinbruch zugezogen hast. So kurz vor Weihnachten (und ganz ohne Glatteis, passieren kann einem immer etwas). Ich hoffe, es heilt komplikationslos und du bist in ein paar Wochen wieder auf dem Damm und deinen Gips los. Bereitet es noch Schmerzen, oder ist es einfach „nur“ beschwerlich und nervig? Alles Gute für dich!

      LG Michèle

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      • #14 von gsharald am 12/01/2017 - 08:13

        Zum Glück habe ich nur Schmerzen, wenn ich den Fuss falsch drehe. Weil ich nicht voll belasten darf muss ich mir den Krücken gehen. Es nervt mich schon gewaltig nichts machen zu können. Ich weiß, dass ich trotz allem Glück gehabt habe. Es hätte auch schlimmer kommen können.

        Danke für Deine lieben Wünsche.
        Harald

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      • #15 von ladyfromhamburg am 12/01/2017 - 22:11

        Es ist ja gerade erst knapp drei Wochen her, die Heilung braucht leider ihre Zeit, Harald. Was man natürlich als unheimlich lang empfindet. Ich kann dich gut verstehen und fühle mit.
        Ich durfte damals auch ein Vierteljahr nicht belasten und hatte ein Baby daheim. Mich haben die Krücken genervt, weil ich die Hände frei brauchte. Ich bin irgendwann mit Kind auf dem Arm auf einem Bein herumgehüpft … Und die Restzeit wollte gefühlt einfach nicht enden.
        Ich wünsche dir, dass der Bruch gut heilt, so dass du bald wieder partiell belasten kannst. Das erleichtert auch schon ein bisschen. Und pass weiterhin gut auf, dass du den Fuß möglichst nicht aus Versehen verdrehst. Schmerzen sind nicht so schön …

        LG Michèle

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  6. #16 von mannigfaltiges am 11/01/2017 - 19:47

    Na, Dir fehlen wenigsten nicht die Worte.
    :-D
    Maulfaule Grüße aus dem Schneesüden,
    Erich

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    • #17 von ladyfromhamburg am 11/01/2017 - 19:59

      Du sprichst das Tohuwabohu und deinen Frühjahrswarteschleifenkoller an, Erich? ^^ Das wird auch bei dir wieder herausperlen wie nix. Wart’s ab. Manche Menschen schwören bei Trockenheit auf die Wirksamkeit von Regentänzen. Wie wär’s mit einem Sonnentanz, Herr Mannigfaltiges? Frühlingseintreffensbeschleunigung.
      Amüsierte Grüße aus dem Regennorden,
      Michèle

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      • #18 von mannigfaltiges am 11/01/2017 - 20:05

        Herausperlen? Aus mir? Da musst Du mich wohl verwechseln. :-) . Apropos Sonnentanz – ich hör mir jetzt das Konzert in euerm Neubau an. Mal sehen bzw hören ob man dazu tanzen kann. Aber Musik geht ja immer.
        LG Erich

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      • #19 von ladyfromhamburg am 11/01/2017 - 20:11

        Das haben wir auch gerade an, bzw. momentan ist es durch die Tagesschau unterbrochen. Mit einem passenden Tanz hätte ich allerdings auch Probleme. Selbst Steppen wird schwierig. :-)

        LG Michèle

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      • #20 von mannigfaltiges am 11/01/2017 - 20:26

        Dann fuchteln wir eben ganz wild mit den Armen (so wie manche Dirigenten). Macht auch Laune.

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      • #21 von ladyfromhamburg am 11/01/2017 - 20:47

        :-D (Und sie hatten mächtig Spaß bei der mannigfaltigen Synchronfuchtelei …)

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  7. #22 von gerritjanappel am 11/01/2017 - 20:52

    Hach, „Moon River“… Das ist wirklich ein Lied, bei dem es einem trotz der leicht melancholischen Melodie ganz warm ums Herz wird. Am liebsten mag ich die 1963er Version von Connie Francis. Es gibt auch eine 1962er Version von ihr, aber hat die so eine – wie ich finde – unfertige Orchestrierung.

    Was den Winterblues betrifft – ich glaube, es kommt drauf an, wo man den Winter erlebt. Hier in der trüben Enge der Ruhr-Nekropole kommt der Winter auch wie ein echter Lebensfreudekiller daher. Wenn ich allerdings das Glück habe, im Winter oben im Norden zu sein, kann ich dieser Jahres durchaus auch Positives abgewinnen. Wahrscheinlich, im Norden alles irgendwie weiter und freier und der Himmel einfach noch ein bisschen höher zu sein scheint und dadurch das Grau nicht so trist wirkt. Stefan Gwildis singt nicht umsonst „Wunderschönes Grau“….

    LG
    Gerrit

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    • #23 von ladyfromhamburg am 11/01/2017 - 21:12

      Hallo Gerrit, guten Abend! Ich glaube, du musst noch weiter in den Norden oder direkt an die Küste, um zumindest in irgendeine Richtung freie Sicht zu haben. ^^ Ich erinnere mich an einen Winter in der Schweiz. Graubündner Berge. Glitzernder Schnee, blauer Himmel, die Sicht unendlich weit … Das hätte ich ewig ausgehalten. :-)
      „Moon River“ habe ich erst in der letzten Woche gehört, als „Frühstück by Tiffany“ wieder einmal lief. Dort wird es von Audrey Hepburn interpretiert, die dabei lässig auf dem Fensterbrett sitzt und sich selbst ganz versunken auf der Gitarre begleitet. Klingt schön. Ansonsten kenne ich noch eine Version von Andy Williams. Die ist aus dem Jahr, in dem auch „Breakfast at Tiffany’s“ entstand.
      Gwildis ist übrigens nicht schlecht! Seine Texte mag ich sehr!

      Danke fürs Hereinschauen und für deine Anmerkungen auch zum Song!
      LG Michèle

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  8. #24 von entdeckeengland am 11/01/2017 - 21:53

    Liebe Michele, ich habe dieses Jahr das richtige Gegenmittel gegen den Winter-Blues gefunden. An den Abenden kuschle ich mich mit einer Tasse Tee ein und lese Harry Potter. Und am Morgen auf dem Schulweg erzähle ich die Geschichte kapitelweise dem kleinen Entdecker. Da haben wir gar keine Gelegenheit, aus dem Bahnfenster ins Einheitsgrau zu schauen. Ich hoffe, der Frühling kommt, bevor ich mit allen Teilen durch bin 😎. Herzliche Grüße, Peggy

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    • #25 von ladyfromhamburg am 11/01/2017 - 22:08

      Das hört sich für mich sofort nach einer sehr schönen Möglichkeit an, sich vom Grau abzulenken und seinen Blick durch etwas sehr Phantasievolles auf etwas ganz anderes zu richten. Durch den Austausch miteinander verstärkt sich die Wirkung sicher noch. Eine richtig gute Idee, die also gleich zwei Menschen hilft! Peggy, ich dank dir für deinen Vorschlag, hoffe nun für euch natürlich, dass die Kapitel ausreichen und die Sonne sich spätestens zum Ende des Buchs wieder zeigt und der Frühling pünktlich einzieht. Hast du in Dubai zusätzlich ein wenig Sonnenlicht auf Vorrat tanken können?

      Liebe Grüße auch von mir zurück!
      Michèle

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      • #26 von entdeckeengland am 12/01/2017 - 07:34

        Ja, in Dubai haben wir ordentlich Sonne getankt. Um so größer war der Schock, als wir zurückkamen. Es war spät nachts und 8 Grad im Haus. Wir haben unsere Sachen anbehalten und uns mit einer Wärmflasche zusammen ins große Bett gekuschelt. 🌞Liebe Grüße und einen schönen Tag, Peggy

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      • #27 von ladyfromhamburg am 12/01/2017 - 22:04

        Nur acht Grad? Brrr … das ist aber sehr frisch, Peggy! Ich hoffe, das Haus hatte sich bis zum nächsten Morgen zumindest schon etwas ich will gar nicht sagen erwärmt, aber „entfrostet“. Nur so weit heruntergekühlte Räume brauchen vermutlich doch eine ganze Weile, ehe es einem wieder normal erscheint. Und was euch betrifft, bedeutet es nach den Außentemperaturen in Dubai für den Körper nach der Rückkehr insgesamt eine enorme Umstellung. Ich hoffe, es geht euch gut und ihr habt euch keine Erkältung eingehandelt.
        Ich dank dir fürs Hereinschauen und deine Reaktion hier! Liebe Grüße auch zurück!
        Michèle

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  9. #28 von Eberhard Heyne am 12/01/2017 - 07:06

    Liebe Michèle,
    auch wenn Du von schlechtem Wetter, wenig blauem und viel grauem Himmel, Blitzeis mit Glätte und Sturzgefahr und zuhause-Bleiben schreibst, tut es gut, Deinen Text zu lesen. Ich merke beim Lesen Deines Blogs, dass ich Weihnachten und Neujahr schon längst ausgeblendet habe. Am Montag bei einem Spaziergang war eine längere Strecke des Waldweges vereist, aber man konnte trotzdem sicher drüber laufen. Ich habe mich vorsichtig am Rand orientiert, wo Laub mehr Sicherheit bot. Ich habe mich ansonsten nach den Glatteis-Warnungen für Aachen gerichtet und bin zuhause geblieben.
    Ein sehr schöner Artikel; LG Eberhard

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    • #29 von ladyfromhamburg am 12/01/2017 - 21:49

      Hallo Eberhard! Es freut mich sehr, heute hier von dir zu lesen! Schön, wenn dir auch der aktuelle Beitrag hier im Blog wieder zusagt und der Inhalt trotz des gar nicht so amüsanten Grundthemas dennoch beim Lesen nicht gleich herunterzog bzw. automatisch trist und langweilig ausfiel.
      Es freut mich auch zu lesen, dass es bei dir trotz winterlicher Verhältnisse dennoch möglich war, sich draußen aufzuhalten und spazieren zu gehen. Entsprechend vorsichtig natürlich. Man fühlt sich doch gleich anders, wenn man an der frischen Luft war, sich bewegt hat und etwas andere Tapeten gesehen hat. Sobald die Warnungen sehr dringlich sind und schon für ganz konkrete Bereiche gemeldet werden, sollte man allerdings lieber nicht die Knochen riskieren. Das sehe ich auch so.
      Ich sage noch einmal vielen Dank fürs Lesen und fürs Hinterlassen deines Kommentars! Liebe Grüße gehen auch zurück zu dir nach Aachen!
      Michèle

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  10. #30 von Dagmar am 12/01/2017 - 07:29

    Nach so einem Winter wird der Frühling umso schöner. Und er kommt in diesem Jahr bestimmt auch nach Hamburg :-). Ganz liebe Grüße zu Dir Michèle nach Hamburg. Gerne würde ich Dir ein paar Sonnenstrahlen schicken, Dagmar

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    • #31 von ladyfromhamburg am 12/01/2017 - 21:53

      Ach, Dagmar, das ist wirklich nett von dir! Allein die Absicht! Ich glaube ja auch, dass Hamburg nicht noch Monate komplett ausgespart wird – was jetzt blauen Himmel und Sonnenschein angeht. Merkwürdig ist das schon; ich stöhne hier gestern via Blog ein wenig herum, und heute ist prompt ein wenig Sonne am Himmel erschienen. Werd einer daraus schlau … Oder waren die etwa schon aus Teneriffa geschickt? :-)

      LG Michèle

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  11. #34 von Ruhrköpfe am 12/01/2017 - 09:08

    Planten un Blomen geht immer und die anderen geeigneten Mittel hast du ja bereits. Der Frühling naht bald, die Tage werden bereits länger. Halt durch ;-) <3 Liebe Grüße aus dem trüben Do, gerade noch ohne Schnee, Annette

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    • #35 von ladyfromhamburg am 12/01/2017 - 22:14

      Bei dir ist es auch so trüb? Geht ja gar nicht … Annette, vielen Dank für die lieben Zeilen und die Aufmunterung! Du hast ja recht, der Frühling naht. Ich habe heute im Garten entdeckt, dass die Schneeglöckchen schon herauskommen! Hätte ich gar nicht gedacht!
      Liebe Grüße auch zurück!
      Michèle

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      • #36 von Ruhrköpfe am 13/01/2017 - 09:14

        Hallo Michèle, die Krokusse machen sich hier auch schon an manchen Stellen auf den Weg. Das geht jetzt ganz fix :-) Und wenn nicht, schreib wieder darüber. Deine Leser freuts :-D Bis bald, Annette

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  12. #37 von kowkla123 am 12/01/2017 - 13:37

    Liebe Michelle, du schreibst sehr interessant, die Wörter sprudeln so richtig und ja, auf Glatteis passe schön auf, besonders in Hamburg, schönen Donnerstag wünsche ich dir

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    • #38 von ladyfromhamburg am 12/01/2017 - 22:16

      Ich bedanke mich für das so positive Feedback und freu mich, wenn’s gefällt. Ich pass auf, versprochen. Klaus, auch dir und den Deinen alles Gute bei den winterlichen Verhältnissen!

      LG Michèle

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  13. #39 von juergen61 am 15/01/2017 - 11:18

    Hallo Michele,
    ich weiss gar nicht was du so gegen Blitzeis hast :-)
    Finde ich total gut, das erste Mal so vor ca. 15 Jahren musste ich an so einem Tag zu Fuss in die Stadt…es ging nur in Trippelschritten…und der Hit war : alle Menschen schauten sich an und lächelten …statt aufs Handy oder auf den Boden…denn jeder wusste das er eventuell Hilfe braucht…ich habe allein auf dem Weg 8 nette Menschen kennengelernt…das schafft auch keine Datingagentur :-)
    Seitdemhabe ich Schuhe mit Spikes für alle Fälle (Bergsteigerausrüstung) und hoffe jedes Jahr erneut aufs Blitzeis…vielleicht fällt mir dann meine Traumfrau in die Arme !
    In diesem Sinn: Herz aber kein Hals- und kein Beinbruch !
    Lieber Gruss, Jürgen

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    • #40 von ladyfromhamburg am 15/01/2017 - 13:50

      Man sieht also wieder einmal ganz deutlich, dass jedes noch so haarig erscheinende Ding seine zwei Seiten hat. Die Theorie mit der Chance auf Traumfrau bei Blitzeis leuchtet mir sofort ein. ^^
      Jürgen, ich habe auch diese Spikes. Ich habe sie mir damals nach meinem Bruch besorgt, weil mir die nächsten Winter doch etwas mulmig war. Nicht so sehr aus Angst vor einem neuen Bruch an sich, sondern vor den sich daraus ergebenden Konsequenzen. Man kann es sich mit Kind oder (bzw. später) Kindern überhaupt nicht leisten auszufallen.
      Nun bin ich bei Schnee natürlich immer am überlegen, ob die Lage schon Spikes erfordert oder nicht. Bei mir in den Nebenstraßen wirkt es häufig gleich total winterlich, wenn Schnee auf den Bäumen liegt und die Hälfte der Anwohner die Gehwege erst mit reichlich Verspätung zu räumen beginnt. Also schnalle ich die Metallkrampen um. Nähere ich mich jedoch den Hauptstraßen und vor allem dem EKZ, ist fast nur noch Getautes da. Freie Wege – Bäume sind da nicht so viel. Winter vorbei. Optisch. Auf dem Asphalt klackern und knirschen die Dinger dann, genauso wie auf den Bodenplatten in den Läden. Die, die im Zentrum wohnen oder stadtintern mit der U-Bahn angereist sind und nahezu trockenen Fußes ihr Ziel erreicht haben, schauen immer etwas erstaunt bis konsterniert über mein Alpen-Outfit. (Madame beliebt zu übertreiben …) Nur recht betagte Menschen mit Hinfallsorgen sprechen mich auf meine Rutschsicherung an, finden sie gut und wollen wissen, wo man die Spikes bekommt.
      Dir also viel Fangglück beim nächsten Blitzeis und ebenfalls eine bruchfreie Saison!

      LG Michèle

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  14. #41 von ernstblumenstein am 17/01/2017 - 16:17

    Trotz all meinem Verständnis für deinem ‚Winterblues‘ bleibt Hamburg für mich eine Traumstadt.

    Bei uns im Süden ist es zwar auch saukalt, aber die Landschaft kommt in Weiss daher, der Schnee lässt die Tage etwas freundlicher erscheinen, er schluckt Lärm und dämpft auf dem Land die Alltagshektik spürbar ein. Kinder schlitteln, es knirscht beim gehen, zwischendurch fällt Schnee und manchmal scheint sogar die Sonne. Es ist also selbst für mich als absoluter ‚Wintermuffel‘ zum aushalten. Aber ich zähle die Tage; sie werden länger und die Hoffnung auf den nahenden Frühling stirbt bekanntlich zuletzt.

    Dank deiner Schilderung über das Blitzeis (wir sprechen von Glatteis) ist dein Hinweis über Spikes an den Schuhen bei mir angekommen. Ich werde für mich alten Knaben und meine noch hübschere jüngere ‚bessere Hälfte‘ solche Spikes für den Fall aller Fälle anschaffen! Du siehst also, deine gekonnten Winterblues-Schilderungen werden vielleicht mal in Zunkunft noch ‚Gutes‘ bewirken. ^^
    Michèle, sich sende dir liebe Grüsse nach Hamburg. Hab eine gute Zeit. Ernst

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    • #42 von ladyfromhamburg am 17/01/2017 - 18:52

      Hallo Ernst, das ist eine gute Idee, sich die Spikes zuzulegen! Ihr habt ja noch viel öfter winterliche Verhältnisse mit Glätte als wir hier im Norden Deutschlands. Nicht, dass ihr euch die Knochen brecht.
      Ich hatte meine ersten Spikes vom Ende der 80er Jahre urlang (am Ende mit erheblichem Rostansatz). Sie hatten außen herum die Form des Schuhabsatzes, in der Mitte die Spikes, wurden unter die ganze Absatzfläche gelegt und mit einem Gurt festgezurrt. Der Nachteil bestand darin, dass bei Frauenschuhen der Absatzdurchmesser oft gar nicht so riesig war, die Form also dann darüber hinausstand und alles schepperte und wackelte.
      Ich habe seit einiger Zeit neue, die man jetzt am Ballen fixiert. Die sitzen richtig gut unter der Sohle und passen sich viel besser an. Auch die hält ein Gurt, der um den Vorderfuß herumläuft. Die würde ich persönlich immer empfehlen.

      Apropos Eis. Bei uns gibt es übrigens auch das ganz normale Glatteis. Wir sprechen nur von Blitzeis, wenn die Situation wirklich innerhalb kürzester Zeit für eine spiegelglatte Fläche sorgt. Grob gesagt, wenn Eisregen fällt oder der Regen auf frostkaltem Boden sofort gefriert. So etwas war bei uns für den Sonnabend vor einer Woche angekündigt – und es betraf auch sehr große Flächen bis hinunter ins Bundesland Nordrhein-Westfalen.

      Hat mich gefreut, dass du wieder hereingeschaut hast, Ernst. Auch schön, dass ihr wenigstens Schnee und Sonne habt. Dann hält man die Kälte gleich leichter aus. Wir hatten gestern einen wirklich schönen Tag und heute zumindest zeitweise aufgelockerte Bewölkung. Das ist sofort ein ganz anderes Gefühl. ^^

      Liebe Grüße von hier zurück zu dir in den Aargau! (Den? oder doch das?)
      Michèle

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  15. #45 von Silberdistel am 17/01/2017 - 20:09

    Während ich Deinen Post las, lief hier Leonard Cohen im Hintergrund ;-) Vorher waren es Brian Crain und Martin Herzberg. Die helfen mir gegen Winter-Blues :-D Aber ein warmes Gewächshaus mit viel Grün täte ganz sicher auch Wirkung.
    Liebe Grüße von der Silberdistel

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    • #46 von ladyfromhamburg am 18/01/2017 - 16:28

      Leonard Cohen ist sehr gut. Brian Crain („Piano Opus“) und generell Klaviermusik halte ich als Winterbluesgegenmittel ebenso für absolut tauglich. ^^ Aber das ist höchstwahrscheinlich einfach deshalb der Fall, weil ich diesen Stil ohne den Blues zu haben auch mag. Man hört eben gern das, was einem Wohlbehagen bereitet.
      Wie empfindest du denn deinen Wintergarten als Mittel? Der ist ja im Gegensatz zum (Tropen-)Gewächshaus im Winter nicht beheizt, aber bietet farblich schon einen Vorgeschmack auf den Frühling. (Ich sah den Fortschritt deiner Hyazinthe.) Hilft dir ein Platzwechsel dorthin, und kann man sich überhaupt jetzt schon dort aufhalten? Ich stelle mir nur vor, dass die Lichtausbeute durch die vielen Fensterflächen wesentlich höher ist als im normalen Raum und zusammen mit Pflanzen eine positive Wirkung besitzt.

      LG Michèle

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      • #47 von Silberdistel am 18/01/2017 - 17:04

        Unseren Wintergarten können wir zwar frostfrei halten, aber auf eine richtige Heizung haben wir dort verzichtet. Wir haben aber vom Wohnzimmer aus einen guten Blick hinein in den Wintergarten und der bringt durchaus durch die Pflanzen, die dort den Winter verbringen und z. T. gerade jetzt auch oder schon blühen, ein wenig das, was einem um diese im Grunde dunkle Jahreszeit fehlt, einen kleinen farbigen Lichtblick. Die Kamelie hat schon wieder Knospen und Alpenveilchen, für die ich sonst nie einen grünen Daumen hatte, blühen jetzt wie wild. Sie sind scheinbar dankbar, dass sie endlich den Standort haben, den sie brauchen.
        Aber ab Mitte/Ende März kann man dort schon wieder gut sitzen – zum Frühstück in der Morgensonne. Wir freuen uns schon wieder drauf.
        LG von der Silberdistel

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  16. #48 von Sartenada am 19/01/2017 - 08:01

    Hello Michèle.

    Thank You for this post. Blitzeis is known here also and when on walking tour, we have to be careful.

    I want to tell You that in our main newspaper „Helsingin Sanomat“ 13.1.2017 there was big story about Your new concert house – Elbphilharmonie. Maybe You will make a post from this building.

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    • #49 von ladyfromhamburg am 19/01/2017 - 15:27

      Hello Matti, that’s great to hear that your Finnish newspaper decided to tell about the opening of our new – or I should correctly talk about our additional – landmark, the Elbphilharmonie. This new concert house already got a nickname: they dubbed it „Elphi“. It’s not only kind of an abbreviation but also sounds like the female German name „Elfi“.
      As it lasted a rather long time to give the finishing touch and as the building outlay increased alarmingly over the course of the years, we had such a lot of articles in German newspapers during that time and same directly before and after the great opening of „Elphi“ (11th January). So I personally feel I should not post about it right now as even the international TV reported about it as well as worldwide the press published photos and delivered some more information. You see, presently you can’t add new things – or you would have to write a rather thick book about the development itself. ^^ Furthermore it’s hardly possible to furnish better photo material or at least photos of similar quality and variety as already shown. I think I might take up this topic again should I ever get a ticket and should I ever have the possibility to listen to a concert by myself. Presently people are a bit mad on getting a ticket and pay unrealistic high prices on the black market. In some cases tickets which orginally should cost around 6o Euro are now sold at a price of around 1,000 Euro. But I should stop now! Seems I cannot find an end … ;-)

      Thanks for visiting the blog again! I had a look at your gorgeous photo selection of the snow castle. Great!

      Have a nice day and till next time!
      Michèle

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  17. #50 von yaaffandina am 20/01/2017 - 01:47

    Liebe Michele,
    Herzlichen Dank für diesen Blog. Ich komme uhrsprünglich aus Ägypten wohne aber jetzt seit 20 Jahren in USA. Ich auch lebe im Norden in der Nähe von der Kanadischen Grenze. Das einzige was ich im Winter genieße ist der Blick über Schnee in einem offenen Land. Auch bei uns in den
    “ Fingerlakes “ Gegend in “ Upstate New York “ kann es gewaltig kalt und frierend sein. Das mage ich auch nicht.
    Bis zum Frühling !!!!
    Adel

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    • #51 von ladyfromhamburg am 20/01/2017 - 17:34

      Ich danke ebenfalls sehr herzlich – nämlich für die geschenkte Aufmerksamkeit und gratuliere gleichzeitig zu den exzellenten Deutschkenntnissen!
      Welch ein Klimaunterschied einerseits zwischen Ägypten und dem Bundestaat New York an der kanadischen Grenze (das muss vor 20 Jahren eine große Umstellung gewesen sein) und andererseits auch noch gegenüber unserem hier in Norddeutschland. Wenn ich mir die Lage des Lake Ontario denke oder die der Niagarafälle, dann bin ich etwa auf dem 42. bis 43. Breitengrad. (Hamburg ist auf dem 55.) Man würde annehmen, es könnte auch im Winter durchaus wärmer sein im Staat New York, doch der Einfluss der Appalachen ist nicht zu unterschätzen. Und manche Polartiefs machen sicher auch nicht automatisch einen Bogen um New York.
      Hoffen wir also, dass es bald wieder milder wird und der Frühling sich bald blicken lässt.
      Nochmals vielen Dank für das Interesse am Blog!

      LG Michèle

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