Klappt sie nun zu oder nicht …?

Stehen Sie gelegentlich mitten in der Nacht auf, um kurz nach draußen zu gehen? Um spontan nachzuschauen, wie die Lage um 2 Uhr im Dunkeln so ist …?
Nicht?
Ja, sehen Sie, ich auch nicht. Und daher sorgt es doch immer wieder für Verblüffung, wenn man sich irgendwann rein zufällig doch spät im Freien aufhält, vielleicht sogar ein längeres Stück Weg zu Fuß vor sich hat und sich plötzlich etwas offenbart, womit man nicht gerechnet hat. Etwas, was man grundsätzlich zwar kennt und weiß, was einem allerdings ein Weilchen komplett entfallen war. Sie wissen, wovon ich spreche?
Bitte?
Der Anblick des Vollmonds? Nein! Das meine ich nicht. Sich prügelnde Kater? Ein schmusendes Liebespärchen? Igel unterwegs? Das Zirpen der Grillen? Alles nicht schlecht, nicht verkehrt und gut möglich, aber heute und hier daneben getippt.
Ich rede von diesen absolut genialen Blüten!
Insgesamt! Keine spezielle oder extrem seltene. Ich spreche einfach von einer gewissen Technik, von den Genen, vom Verhalten, was so simpel wie grandios ist! Und wenn Sie jetzt meinen Enthusiasmus nicht nachvollziehen können, dann denken Sie doch bitte einmal an die, die zuklappen, die, die geöffnet bleiben, jene, die nur kurzzeitig aufgehen und diejenigen, die sowieso erst nachts blühen!
Und zwar nur nachts!

Wenn einem nicht lange Schlechtwetterphasen mit viel Regen, dunklem Wolkenhimmel und kühlem Wetter den Genuss des Anblicks einer üppigen Blütenfülle grundsätzlich vereiteln, ist der Mensch es am Tag prinzipiell gewohnt, dass ihn weit geöffnete Blüten anlachen. Schnell folgt die Ansicht, Blüten seien eben wie der Mensch selbst: tagsüber wach und nachts schlafend. Natürlich alle. Denkste!
Dieser Eindruck entsteht:
a) weil Sie in Ihrem Umfeld immer nur eine relativ begrenzte Anzahl verschiedener Pflanzen zu sehen bekommen, von denen ein Großteil sich tatsächlich als Hauptblühzeit den Tag  oder einen Großteil desselben wählt und einem diese Allgemeingültigkeit des Verhaltens vorgaukelt und
b) weil Sie an milden Sommertagen mit lang anhaltender Helligkeit nie mitbekommen, ob eine offene Blüte vorhat, sich später im Dunkeln zu schließen oder nicht. Sie selbst sind nämlich schon vorher müde und gehen eher hinein. Sollten Sie obendrein ein Mückenmagnet sein, müssen Sie zudem in den Abendstunden in die Innenräume flüchten. Tür zu, Rollladen herunter.
Doch blüht nun noch etwas weiter oder nicht? Wann schließt sich der Blütenkelch? Tut er es überhaupt? Blüht vielleicht erst jetzt etwas auf …? Ganz klammheimlich? Was geht draußen vor sich?

Stellen Sie sich eine Löwenzahnwiese im Frühjahr vor. Was passiert, wenn Sie vormittags vorbeikommen? Sie sehen ein gelbes Blütenmeer. Mitten am Nachmittag ändert sich bereits das Bild. Und nachts? Nachts ist es dort dunkel. Auch am Boden! Alle Blüten sind geschlossen. Komplett. Kompletter geht’s nicht. Da leuchtet rein gar nichts mehr!
Hier können Sie es alternativ am Habichtskraut beobachten:

Orangerotes Habichtskraut (Hiracium aurantiacum) - Am Tag strahlend bei geöffneter Blüte ...

Orangerotes Habichtskraut (Hiracium aurantiacum) – Am Tag strahlend bei geöffneter Blüte …

Orangerotes Habichtskraut (Hiracium aurantiacum) - Am Abend mit geschlossenene Blüten ...

Orangerotes Habichtskraut (Hiracium aurantiacum) – Am Abend mit geschlossenene Blüten …

Gänseblümchen gehen auch „richtig“ schlafen. Sobald sie das zierliche, strahlende Blütenrad zuklappen, ist es so, als würde das Notlicht im Hotel ausgeknipst. Dieses Stolpern-Sie-nicht-an-der-Treppe-Licht. Der Boden ist mit einem Mal duster.

Gänseblümchen - Zeit: 16 Uhr - Heller Tag, noch geöffnet ...

Gänseblümchen – Zeit: 16 Uhr – Heller Tag, noch geöffnet … (Später komplett geschlossen.)

Verlassen Sie morgens das Haus und spazieren an einer Delosperma vorbei, ist deren Blüte auch zu. Noch! Kehren Sie um elf zurück, ist sie aufgewacht. Zeigt massenhaft Blüten. Leuchtet! Vorher nicht. Sie heißt auch Mittagsblume, weil sie um diese Tageszeit blüht. Nicht zu verwechseln mit der Gazanie, die im Volksmund ebenfalls Mittagsblume genannt wird. Bei ihr zeigt sich jedoch – man kann es sich durch den verräterischen Beinamen bereits denken – ein ähnliches Verhalten. Spät am Vormittag geht es los, im Laufe des Nachmittags ist bereits Feierabend. Die Blüten schließen sich.
Und Oenothera? Kommen Sie ihr nicht mit dem Tag! Sie möchte erst um 20 Uhr aktiv werden. Sie ist nach nächtlicher Aktivität um 6 Uhr in der Früh müde und klappt die Blüte zu. Eine Nachtkerze halt.
Eigenartig. Oder vielleicht doch nicht?

Sie ahnen, dass es da insgesamt einen Zusammenhang gibt zwischen den Blütenpflanzen, der Zeit ihrer Blütenöffnung und den tierischen Bestäubern.
Man kann sich vorstellen, dass es nicht sonderlich gut klappt, wenn sämtliche Blüten der Welt alle nur zwischen 10 und 17 Uhr öffneten und in diesen wenigen Stunden auf Besuch der Insekten oder Vögel warteten. Was für eine Konkurrenz! Viel zu viele Pflanzen, die auf dann viel zu wenige Besucher warteten. Nektar und Pollen derart konzentriert vorrätig zu halten wäre das nächste Problem. Beispielsweise beim Energiestoffwechsel sowie der Reproduktion!
Unterschiedliche Bedürfnisse, unterschiedliche Eigenschaften, andere Blütenformen u. v. m. erfordern ebenso unterschiedliche Bestäuber.
Was nützt es nun aber einer Blume oder anderen Blühpflanze, wenn ihre Blüte tags strahlt, sie sich komplett hergibt, die Anstrengung nur völlig sinnlos ist, da sie im Grunde auf Bestäuber wie Nachtfalter, Schwärmer, Motten oder den Besuch einer Fledermaus wartet.
Sie konnten einander nicht finden, …
Es gehen halt nicht alle tierischen Bestäuber zur gleichen Zeit auf Futtersuche und ihre Aktivität ist nicht auf den hellichten Tag beschränkt. Pflanzen müssen sich folglich anpassen bzw. die Bestäuber selbst sind ihnen mit ihrem eigenen Verhalten bei der Nahrungssuche im Laufe der Evolution mit Sicherheit ebenfalls ein Stück entgegengekommen. Koevolutionen entstehen auf diese Weise.
Wenn das alles nur so leicht funktionierte!
Die Pflanze hat nämlich darauf aufzupassen, dass sie ihre doch empfindlichen Fortpflanzungsorgane schützt. Bei Regen oder sehr kühler Nacht sind die Staubbeutel mit den Pollen oder auch der Stempel mit der Narbe natürlich gewissen Gefahren ausgesetzt, die am Tag geringer ausfallen. Logischerweise schließt sie daher tendenziell die Blütenblätter zu ihrem eigenen Schutz gern eher.

Bestäuber unterwegs - Andrang im Lavendel ...

Bestäuber unterwegs – Andrang im Lavendel …

Cosmea (Schmuckkörbchen)  um 12 Uhr mittags - Blüte weit geöffnet  ...

Cosmea (Schmuckkörbchen) um 12 Uhr mittags – Blüte weit geöffnet …


Und wie geht das? Dieses Schließen und dieses Wissen wann?

Prinzipiell wird das Zusammenziehen der Blütenblätter durch Druckveränderungen ausgelöst (Wasserdruck in den Zellen erfährt Änderung, Zuckerkonzentration erhöht sich etc.). Und in vielen Fällen – technisch betrachtet – auch durch Temperaturunterschiede an Ober- und Unterseite der Blütenblätter, was das Ausrollen oder Einrollen beeinflusst.
Doch abgesehen davon besitzt die Pflanze schon so etwas wie die entsprechenden Gene und eine innere Uhr. Natürlich spielen Lichtreize, Lichtdauer und Grad der Helligkeit eine nicht unerhebliche Rolle. Die Pflanze hat dafür eigens Rezeptoren, um die Intensität zu messen! Auch Luftfeuchtigkeit, Temperatur etc. vor Ort sind relevant. Nur eben nicht in jedem Fall auf die gleiche Weise. Diese Einflüsse können somit sowohl Hemmfunktion haben als auch Auslöser sein. Pflanzenabhängig. Was für die eine Pflanze etwas anschiebt, löst bei der nächsten unter Umständen gar nichts aus.

Den nachtblühenden Pflanzen ist Licht relativ schnuppe, sie wissen, sie müssen unbedingt bei Dunkelheit Flagge zeigen, sonst kommt ihr nachtaktiver Bestäuber (Insekt o. a.) nicht. Nächster wichtiger Punkt: Der Bestäuber ist inzwischen zwar unterwegs und willig, doch er muss sie natürlich auch finden können! Finsternis hin oder her.
Was ist die Konsequenz?
Die meisten Nachtblüher haben relativ große und vor allem helle Blüten, die wie kleine Strahler in ansonsten fast schwarzer Umgebung leuchten. Restlicht wird dadurch verstärkt, wenn der Mond scheint, entstehen zusätzliche Reflektionen.
Bestäuber haben überdies ein Näschen für den Geruch. Die Pflanze weiß das. So wird häufig als Lockmittel entweder herrlich geduftet oder ordentlich gestunken. Je nachdem, wen die Pflanze anziehen will und muss. Aasliebende Insekten sind mit Lilienduft leider nicht glücklich, die erscheinen eher, wenn es mieft.

Reger Betrieb am Tag auf weit geöffneten Blüten der Lykkefund-Rose   ...

Reger Betrieb am Tag auf weit geöffneten Blüten der Lykkefund-Rose

Tagblüher haben ebenfalls ihre Eigenarten. Sie reagieren sehr häufig sogar auf Lichtveränderungen, die mittendrin, also untertags, auftreten. Schieben sich unvermittelt dunkle Wolken vor, schließen sich bei einigen Arten bereits in diesem Moment die Blüten, obwohl sie es sonst nur am Abend täten. Es wäre jedoch ein Fehlurteil anzunehmen, die Pflanze müsse strohdumm sein, weil sie darauf hereinfällt und es womöglich für den Einbruch der Nacht hält. Nein, sie ist schlau und lediglich vorsichtig. Sie vermutet, dass die dunkle Wolkenfront einen Schauer mit sich bringen wird. Regen? Stempel wird nass? Pollen gefährdet? Blüte zu.
Oder sie ist – wie z. B. Enzian – extrem lichtempfindlich und reagiert nun einmal auf kleinste Veränderungen (Nachlassen der Intensität) mit einem Schließen ihrer Blüte.

 Rosenblüten zeigen sich abends  lediglich nicht mehr komplett geöffnet ...

Rosenblüten zeigen sich abends lediglich nicht mehr komplett geöffnet …

Wissen Sie, was ich sehr intelligent finde?
Angenommen, eine Pflanze hat einen inneren Tagesrhythmus, der ihr vorgibt, jeweils um 15 Uhr die Blüte zu schließen. Aus welchem Grund auch immer es ihr so behagt oder in den Genen liegt ist nebensächlich. Vielleicht kommen Vogel oder Insekt, welche in dem Fall Bestäubungsaufgaben übernehmen, grundsätzlich einfach durchweg viel eher.
Ist nun aber einmal keine Bestäubung bis 15 Uhr erfolgt, lassen einige Pflanzen die Blüten kurzerhand länger auf. Sie können also erkennen, ob oder auch wie intensiv schon bestäubt wurde. Und sie können die Blütenöffnungszeit dementsprechend anpassen! Umkehrt ist es ebenfalls zu beobachten. War der Bestäuber bereits aktiv, wird durchaus eher geschlossen.
Da sag mir einer, Pflanzen empfänden oder könnten nichts! Erstaunlich, diese Natur …

Und die Bienen oder andere Insekten? Was machen sie, wenn bei einer Pflanzenart mittags Toresschluss ist, sie aber noch nicht satt geworden sind? Sie sind so flexibel, dass sie nicht partout auf einer einseitigen Ernährung beharren. Hat der Löwenzahn oder überhaupt eine Pflanze der löwenzahnartigen Korbblütler auf der Wiese bereits völlig typgerecht früh am Tag seine Blühzeit abgeschlossen, wandert der Bestäuber mit dem Restappetit eben zur Schafgarbe (Achillea millefolium), die am Nachmittag noch länger die Blüten geöffnet lässt.
Man hat sich arrangiert …

Schafgarbe, gelb  (Achillea millefolium) im Hintergrund

Schafgarbe (Achillea millefolium), gelb (im Hintergrund)


Eine Blumenuhr?

Kennen Sie den schwedischen Botaniker Carl von Linné? Er hat im 18. Jahrhundert dieses Phänomen der unterschiedlichen Blühzeiten (über den Tag gesehen) entdeckt und eine dementsprechende Blumenuhr entworfen. Ein Beet wurde wie das Zifferblatt einer Uhr in zwölf Abschnitte unterteilt und anschließend die einzelnen Felder mit jeweils den Blumen bepflanzt, die zur jeweiligen Stunde (z. B. 12 Uhr resp. 24 Uhr) zu blühen begannen.
Es wuchsen Wegwarte, Klatschmohn, Zaunwinden, Disteln, Margeriten, Enzian, Wunderblumen, Nachtkerzen und vieles mehr. Wenn Herr von Linné gefragt wurde, wie spät es sei, reichte ihm ein Blick aus dem Fenster. Waren die Blüten des Waldsauerklees und der Stockrose schon geöffnet, die der Mittagsblume jedoch nicht, war es ungefähr halb elf. Zeigte die Zaunwinde bereits geschlossene Blüten, die Seerose hingegen blühte noch, musste es  vor 17 Uhr, aber bereits nach 16 Uhr sein.
Es heißt, der Botaniker konnte die Zeit bis auf wenige Minuten genau benennen. Der kannte seine Freunde im Beet eben sehr gut.

Stockholm - Humlegården - Das Linné-Denkmal nahe der Nationalbibliothek

Stockholm – Humlegården – Das Linné-Denkmal nahe der Nationalbibliothek

Ein genaues Hingucken erspart einem offenbar das Tragen der Armbanduhr. Und mit dem Wissen um die genauen Blühzeiten werden vielleicht begeistert Blüten entdeckt, die vorher noch nie gesehen wurden, weil man dummerweise immer zur falschen Zeit anwesend war.

Halten Sie also Ihre Augen offen, speziell wenn Sie nach Sonnenuntergang unterwegs sind. Vielleicht begegnen Ihnen die geöffneten Blüten der Mondblume (Ipomoea alba), des Sternbalsams (Zaluzianskya capensis, auch Duftender Nachtphlox genannt), die der Nachtviolen (Hesperis matronalis), des Gemshorns (Matthiola bicornis), der Taglilien (besonders helle Blüten z. B. Hemerocallis citrina und H. liloasphodelus) oder eben der Nachtkerzen (Oenothera , z. B. Oenothera biennes). Engelstrompete und Oleander sind weitere Kandidaten. Sie blühen außer im Dunklen jedoch ebenfalls während des Tages!

Sollten Sie nach durchfeierter Nacht – Ihre Uhr haben Sie dabei im wüsten Gemenge verloren – an einer Nachtkerze vorbeikommen, die ihre Blüten schon wieder geschlossen hat, dann verrät Ihnen dies, dass Sie es tatsächlich extrem lang ausgehalten haben bei dieser Party. Der Pflanzenzustand zeigt: Es muss inzwischen nach 6 Uhr morgens sein!
Oder müsste. Theoretisch.
Denn was mich im eigenen Garten irritiert, ist, dass meine Nachtkerze Tag und Nacht blüht.
Was will man machen. Ein Dickkopf halt …
(Oder eine besondere Züchtung, was vermutlich eher zutrifft.)

Kohlweißling am Lavendel und meine tags blühende Nachtkerze hinten ...

Kohlweißling am Lavendel und meine tags blühende Nachtkerze hinten …

Nachtkerze (Oenothera), Blütezeit 20 Uhr bis 6 Uhr früh -  Diese hier blüht munter auch bei Sonnenschein ...

Nachtkerze (Oenothera), Blütezeit 20 Uhr bis 6 Uhr früh? – Diese hier blüht munter auch bei Sonnenschein …

Genug für heute. Feierabend. Gleich klappt die Sumpfdotterblume ihre Blüte zu (21 Uhr), und morgen muss ich bereits aufstehen, sobald die Distelblüte sich öffnet, während sich die Nachtkerze just dann zum Schlafen entschließt. (Um 6 Uhr aufstehen ist immerhin etwas humaner als zum Kürbistagesblühstart. Der wäre um 4 Uhr!)

Ein letzter Blick nach draußen. Was macht jetzt die rote Cosmea (Schmuckkörbchen), die Sie von weiter oben kennen? Klappt sie nun zu oder nicht? Aha, sie wird um 21 Uhr sichtlich müde …

Abends geht sie schlafen (Cosmea) ...

Abends geht sie schlafen (Cosmea) …

Bis demnächst!
Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche mit viel Sonnenschein bei nicht zu heißen Temperaturen! Die Wettervorhersage ließ aufhorchen und ein wenig an Sahara-Verhältnisse denken …
Das Trinken nicht vergessen!

 

© by Michèle Legrand, Juni 2015
Michèle Legrand - freie Autorin - Michèle. Gedanken(sprünge) @wordpress.com

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  1. #1 von Ulrike am 30/06/2015 - 07:16

    Da hab ich ja richtig was gelernt! Und noch dazu auf so lockere leichte Art! Danke! Ich wünsche einen tollen Tag. Leider habe ich keinen Garten, so dass ich jetzt auf die Uhr gucken muss, um zu wissen, wie spät es ist. LG Ulrike

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    • #2 von ladyfromhamburg am 30/06/2015 - 17:04

      Ulrike, danke schön fürs Vorbeischauen und auch für deinen Kommentar! Selbst ohne eigenen Garten hat man unterwegs manchmal die Gelegenheit, auf Pflanzen in Vorgärten oder in Parks und auf Wiesen zu achten. Mehr spaßeshalber, sozusagen „zur Kontrolle“, als um sich die Uhr jetzt tatsächlich komplett zu ersparen. Es ist einfach interessant, wie unterschiedlich die Pflanzenwelt sich auf der einen Seite verhält (Arten, Gattungen, Familien) und andererseits, wie sich alle mit äußeren Umständen und vor allem abrupten Veränderungen zu arrangieren versuchen.

      LG Michèle

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  2. #3 von Fred Lang am 30/06/2015 - 07:48

    Vielen Dank für diese sehr interessanten und zum Nachdenken anregenden Informationen. Schön, die Geheimnisse von Mutter Natur auf diese im wahrsten Sinne bildhafte Weise erklärt zu bekommen.
    Herzliche Grüße nach Hamburg aus dem ALTEN LAND an der Elbe!

    Gefällt mir

    • #4 von ladyfromhamburg am 30/06/2015 - 17:08

      Gern geschehen, Fred! Ich freue mich immer, wenn Interesse für Naturthemen besteht, und manchmal lässt sich ein Phänomen auf bildhafte Weise am eindrücklichsten und anschaulichsten vermitteln. Vielen Dank für deine Zeilen, und liebe Grüße aus Hamburg auch zurück Richtung York!
      Michèle

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  3. #5 von donna213 am 30/06/2015 - 12:33

    Very good post. You are very observant going out in the evening and noticing the flowers that greet the night time visitors. Tonight on GWGT, I am profiling a night bloomer that I got just for the moths. While I never venture out late at night, I do know the plant is doing its job. I suppose you are right that plants that open at different times are being available to certain insects. It keeps peace in the gardens.

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    • #6 von ladyfromhamburg am 30/06/2015 - 17:32

      Thank you very much, Donna. Glad to hear that you liked the new post. I’ll have to check out a little bit later which night bloomer is presented by you! One for the moths? I’m curious! ^^ Thanks for visiting and leaving your comment! It meant a lot to me!

      Best wishes from Hamburg!
      Michèle

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  4. #7 von Josef am 30/06/2015 - 13:18

    Liebe Michèle, Deinen abschließenden Ratschlag werde ich anschließend im Biergarten auf dem Viktualienmarkt gerne befolgen. Vorher teile ich Dir aber meine Bewunderung Deiner Kenntnisse von Botanik und Zusammenhängen in der Natur mit. Du bestätigst auf eindrucksvolle Weise das Goethezitat: „Man sieht nur, was man weiß.“ Herzliche Grüße vom tropischen Tivoli in München nach Hamburg, Josef

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    • #8 von ladyfromhamburg am 30/06/2015 - 17:14

      Lieber Josef, ich habe mich sehr über deinen Kommentar gefreut! Es ist schon so, dass man anders hinschaut, wenn einen jemand vorher in irgendeiner Weise ein wenig „angestupst“ und etwas vorinformiert hat. Wir haben es ansonsten grundsätzlich schon im periphären Blick, nur nehmen es nicht immer automatisch auch wahr.
      Ich freue mich, das du die Trinkempfehlung beherzigen willst.^^ In gemütlicher Atmosphäre – so ist es richtig! Such dir ein leicht beschattetes Plätzchen und lass es dir schmecken.
      LG Michèle

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  5. #9 von regenbogenlichter am 30/06/2015 - 13:26

    Das ist ein genialer Artikel liebe Michèle. Dann kann dir bei der Gartenarbeit ja nie unbemerkt die Zeit davon laufen. 😉Ebenso genial wie die Natur. Die noch viel mehr in der Hinterhand hat. Auch so ein Pflänzchen ist die „Prinzessin“ Wegwarte, die eher wild wächst und unbekannter ist, außer, sie nennt sich Zichorie oder Endivie… ;-)
    Liebe Grüße
    Ute

    Gefällt mir

    • #10 von ladyfromhamburg am 30/06/2015 - 17:21

      Hallo Ute! Wie schön, dass es dir gefiel und vielen Dank für deinen Hinweis auf die Wegwarte! Sie ist auch eine der für die Blumenuhr geeineten Pflanzen. Man hat festgestellt, dass sie ab 5 Uhr morgens blühen und gegen 14 Uhr Feierabend machen. ^^ Stell dir einmal vor, wir änderten unsere Zeitangaben! „Wann gibt es denn heute Mittagessen?“- „Sei daheim, wenn die Wegwarte die Blüte schließt.“

      LG Michele

      Gefällt 1 Person

      • #11 von regenbogenlichter am 30/06/2015 - 17:45

        Also ich fände so ein Leben nach der Blumenuhr schon cool. Ob Arbeitgebern und Co. das auch gefällt? 😜
        LG
        Ute

        Gefällt mir

      • #12 von ladyfromhamburg am 30/06/2015 - 17:57

        Ich weiß nicht. :-) Spätestens dann gibt’s Diskussionen, wenn du sagst, dass du selbstverständlich pünktlich warst, weil deine Huflattichblüte sich noch nicht geöffnet hatte. (Macht sie um 7 Uhr.) Dein Arbeitgeber hat seine „Zeiger- und Kontrollhuflattichpflanze“ jedoch im morgendlich sonnigen Vorgarten stehen. Sein Exemplar ist immer 5-10 Minuten flotter …

        Gefällt 1 Person

      • #13 von regenbogenlichter am 30/06/2015 - 18:00

        Loool, ja das kann natürlich passieren…

        Gefällt mir

  6. #14 von regenbogenlichter am 30/06/2015 - 13:31

    Schafgarbe kenne ich übrigens anders… http://www.kraeuter-verzeichnis.de/kraeuter/Schafgarbe.htm
    Und immer wieder wird vergessen zu erwähnen, wie gut sie (das junge wilde Kraut) fein gehackt auf ein Butterbrot schmeckt. 😉

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    • #15 von ladyfromhamburg am 30/06/2015 - 17:25

      In der Form kenne ich sie einmal von Wiesen, und ich entsinne mich auch an Urlaube auf Föhr. Da wuchsen die einfachen, wilden und weißen Formen in Dünennähe. Das junge Kraut würde ich sehr gern probieren! Das habe ich noch nie gegessen! Schön, dass ich davon nun durch dich weiß, Ute!
      (PS: Ich habe meine hohe Gartenstauden-Schafgarbe genommen, weil mir ein Foto der wilden Form fehlt. ^^)

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      • #16 von regenbogenlichter am 30/06/2015 - 17:51

        Ja und mir fehlt die aus dem Garten. ^^ Unten rund um das Haus gibt es viele verschiedene Stauden, aber die nicht. Ja die jungen Triebe sind sehr würzig. Geht auch mit Gundermann und Co. im Salat. Musst nur aufpassen, dass nicht gerade Gift gesprüht wurde. Und etwas weg von Straße und intensiv genutzten Flächen.

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  7. #17 von kowkla123 am 30/06/2015 - 17:29

    meine Güte, du kannst so wunderbar schön umfassend und spannend schreiben, ich bewundere dich, einen guten Tag wünsche ich, Klaus

    Gefällt mir

    • #18 von ladyfromhamburg am 30/06/2015 - 17:44

      Es ist äußerst erbaulich, wenn umfangreiche, textlastige Artikel, die zudem noch die Botanik behandeln, vom Leser dennoch als spannend empfunden werden. Das passt häufig nach Meinung vieler Menschen nicht zusammen. Ich behaupte frei weg, dass Natur und Wissenschaft sowie Informationen dazu nicht per se langweilig sind oder sein müssen, sondern vielfach durch extrem dröge Formulierungen, fehlende Praxisnähe oder ausbleibende verständliche Beispiele recht schnell langatmig und anstrengend wirken. Das Interesse abflauen lassen.
      Ich freue mich daher sehr über deine Zeilen, Klaus!
      Vielen Dank und liebe Grüße!
      Michèle

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  8. #20 von Silberdistel am 30/06/2015 - 21:05

    Liebe Michèle, das war wieder einmal ein Post nach meinem Geschmack. Auch wenn ich einiges schon wusste, habe ich doch noch viel Neues gelernt. Mir war bisher nicht bekannt, dass es auch Blüten gibt, die registrieren, ob sie bereits bestäubt wurden oder nicht und danach sozusagen ihre Blütenöffnungszeiten richten. Schon toll, was die Natur so alles eingerichtet hat.
    Ich kann Klaus nur zustimmen, auch ich fand Deinen Beitrag nicht nur hochinteressant, sondern auch sehr spannend. Aber, wie Du auch schreibst, es ist alles eine Frage, wie man seine Kenntnisse verpackt und für den Leser rüberbringt. Dir ist das wieder einmal großartig gelungen.
    Liebe Abendgrüße schickt Dir die Silberdistel

    Gefällt mir

    • #21 von ladyfromhamburg am 30/06/2015 - 22:07

      Wie schön, dass auch für dich – als Pflanzen- und Naturliebhaberin mit ganz erheblichen Vorkenntnissen und umfangreicher eigener Gartenerfahrung! – sogar noch etwas dabei war, was neue Erkenntnisse lieferte, liebe Silberdistel. :-) Aber wie ich höre, hat es dir generell gefallen, und das freut mich ungemein! Danke für dein Lob und den heutigen Kommentar!
      Liebe Grüße aus Hamburg zu dir Richtung Küste!
      Michèle

      Gefällt 1 Person

  9. #22 von marliesgierls am 01/07/2015 - 21:47

    Da habe ich einiges neues erfahren, liebe Michèle, das war sehr schön. Vor der Blumenuhr stand ich auch schon einmal, aber jetzt kann ich etwas mehr damit anfangen. Meine Nachtkerzen blühen auch durch, allerdings riechen sie abends stärker. Früher waren sie am Tag mehr geschlossen, das hat sich mit der Zeit verändert, ob das an den vorhandenen Insekten liegt, vielleicht ist nachts bei uns nicht genug los? LG Marlies

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    • #23 von ladyfromhamburg am 02/07/2015 - 23:33

      Das Erscheinen oder Nicht-Erscheinen bestäubender Insekten bzw. Vögel spielt sicherlich mit hinein und beeinflusst auch hier die Blühzeit und -dauer.
      Wenn du vermutest, dass nachts vielleicht zu wenig Aktivität seitens der Bestäuber stattfindet, Marlies, würde es bedeuten, dass die Konkurrenz in der Pflanzenwelt zunimmt. Was für länger geöffnete Blüten und ggf. die Anlockung anderer, neuer (zusätzlicher) Besucher sprechen würde (Reaktion, Anpassung an die neue Lage).

      Doch ich vermute andererseits auch, dass sich die Gemeine Nachtkerze, die Wildform (zweijährig), einfach von Staudenzüchtungen unterscheidet. Meine – ich bin nicht sicher, aber es könnte eine Oenothera fruticosa, Syn. Oenothera tetragona sein – ist offenbar anders ausgerichtet. Sie ist eindeutig auch Tagesblüher. Irgendwannn hatte ich daneben noch eine sehr niedrige Variante, nicht höher als Teppichphlox. Oenothera macrocarpa. Auch sie liebte es, zusätzlich während eines Großteil des Tages zu blühen.
      Nachtkerzen unterscheiden sich in dieser Hinsicht offenbar erheblich.

      LG Michèle

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      • #24 von marliesgierls am 04/07/2015 - 12:30

        Ich habe Wildformen der Nachtkerze, die sollte doch wirklich Nachts blühen, oder? Ich werde mal recherchieren. LG MArlies

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      • #25 von ladyfromhamburg am 08/07/2015 - 22:39

        Heute habe ich die Wildform am Bahndamm gesehen. Am Tag, bei trübem Licht. Diese Blüten waren geschlossen …

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      • #26 von marliesgierls am 09/07/2015 - 07:03

        Alles sehr verwunderlich!

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  10. #27 von kowkla123 am 03/07/2015 - 13:31

    es ist heiß, passe auf dich auf, Klaus

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  11. #30 von ernstblumenstein am 14/07/2015 - 17:28

    Danke Michèle für deinen Beitrag, der wie immer sehr informativ und interessant daherkommt. Ich merke aus deinen Texten die Liebe zur Natur.
    Wünsche dir eine frohe Sommerzeit. Ernst

    Gefällt mir

    • #31 von ladyfromhamburg am 19/07/2015 - 21:35

      Danke schön, Ernst! Auch dir eine gute Zeit! Ich hoffe, die Temperaturen sind momentan nicht zu hoch bei euch.

      LG Michèle

      Gefällt mir

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