Sofathemen …

Sofathemen? Stellen Sie es sich bitte so vor, dass entweder Sie bei mir auf die Couch rutschen oder ich ein Eckchen Ihres Sofas kurzzeitig mit belagere und wir – egal, wer nun bei wem hockt – einen zwanglosen Plausch abhalten. Diverses anschneiden, was gerade in den Sinn kommt oder ins Auge springt.
Sofagespräche verlaufen in den meisten Fällen in einer sehr entspannt-privaten Atmosphäre. Die Vermischung einzelner Themen, Verwunderung, minimale Süffisanz … das ist erlaubt.
Im Grunde alles außer Sofakissen knüllen.

Die Woche verging wieder einmal wie im Flug. Bei Ihnen auch?
Zu besonderen Dingen, die ich heute hier präsentieren könnte, kam ich gar nicht. Es sei denn, Sie fänden jetzt Gefallen daran, wenn ich Ihnen erzählte, dass mir reichlich Moos um die Ohren geflogen ist. Richtiges! Ich spreche nicht etwa symbolhaft von Geld! Oh, nein!
Ich habe nebenher vertikutiert. Dummerweise haben wir die Tage recht frischen Wind. Alles, was an Moos und Unkrautresten aus der Rasenfläche herausgeholt und sorgsam zu einem Haufen zusammenkehrt wird, zischt bei der nächsten Windböe schon wieder durch die Gegend. Hin und wieder entstehen obendrein diese hinterhältigen Hochlupfer. Der Wind schiebt sich dabei erst wie eine Kehrschaufel unter das watteleichte, lose, feine Moos und wirbelt es anschließend mit einer Kraft auf, als würde ein isländischer Geysir seine Fontäne hochschießen. Schon hängt Ihnen das Grünzeug im erhitzten Gesicht. Heimtückisch!
Doch davon wollten Sie bestimmt gar nichts wissen.

Gestern früh, als ich die Tageszeitung hereinholte, blickte mich von einem Foto auf der Titelseite ein gehörntes Klettervieh auf einer Riesengranitstatue an. Nach näherem Hinsehen – und vor allem Lesen des Begleittextes – stellte sich heraus, es war eine Fotomontage. Man hatte einen täuschend echt wirkenden Steinbock auf das 34,3 m hohe Denkmal des Altkanzlers von Bismarck gebastelt. Das steht hier in Hamburg im Alten Elbpark, und der samt seiner Hörner drei Meter große Bock trampelt Fürst Otto direkt auf dem Kopf herum.
Im Mai soll es Realität werden.
Im Zuge des Hamburger Architektur Sommers beabsichtigt das Wiener Künstlerkollektiv Steinbrener/Dempf & Huber diese „parasitäre Intervention“. Dieser Ausdruck stammt nicht von mir, der ist offiziell. (In der Hauptkirche St. Katharinen wird dann übrigens auch ein riesiger Felsbrocken (8 m hoch, 5 m breit, 4 m tief) im Kirchenschiff direkt über den Bänken schweben …).
Das werden natürlich Hingucker! So etwas wird angesteuert und mit Sicherheit hunderttausendmal fotografiert. Künstlerisches Statement, Wahrnehmung in der Öffentlichkeit, Staunen, Diskussion … Zweck mehr als erfüllt.

Man kann dazu jetzt stehen wie man will, es als hinreißend originelle oder aber alberne Idee, als innovativ-mutiges oder kitschiges Vorpreschen ansehen; worauf ich hinaus möchte, ist etwas ganz anderes:
Was passiert, wenn ein Normalbürger – ein Privatmensch – derartige Pläne hat?
Nicht übermäßig kreative, gehen wir eher davon aus, dass er mit einem ganz alltäglichen Anliegen, mit einer durchdachten Anfrage, einer angemessenen und äußerst risikoarmen Bitte um eine Genehmigung für ein Vorhaben (stilvolle Umgestaltung, unkritischen, kleineren Anbau, maßvolles Stutzen eines Baumes) an eine Behörde herantritt?
Er muss bis zur Durchführung Extrazeit einplanen, reichlich Zusatzkosten einkalkulieren und viel Geduld zeigen. Und bangen, ob seinem Antrag überhaupt stattgegeben wird!
Selbst wenn es um Änderungen auf seinem eigenen Grund geht, die wirklich keinen Nachbarn stören, kann er ohne das offizielle Okay der Ämter rein gar nichts machen. Unser Privatmensch muss zunächst Papiere gefühlt 50-fach einreichen und hierfür bereits diverse – teils sinnvolle, teils komplett unsinnige – Regularien beachten. Er muss Gebühren entrichten, einen riesigen Fragenkatalog beantworten und sich auf Einwände, Auflagen oder negative Bescheide gefasst machen.
Man hat gern „erhebliche Bedenken“, ob alles rechtens ist, ob es nicht einer erneuten Untersuchung oder eines weiteren Gutachtens bedarf, ob es nicht jemanden gefährden, beeinträchtigen oder gar diskreditieren könnte. Manchmal ist zwar theoretisch durchaus alles in Ordnung – doch komischerweise hört der Antragsteller trotzdem nichts mehr! Dann liegt der eingereichte Papierwust irgendwo herum, wurde vergessen und altert still vor sich hin.

Doch hier – ist ja schließlich Kunst – darf ruckdizuck sogar einem Altkanzler, einem offiziellen Denkmal (!), ein Bock aufs Haupt gesetzt werden. Wenn sich Otto da nicht doch heimlich in seinem Grab umdreht.
Stellen Sie sich einmal vor, unser imaginärer Privatmensch würde so etwas vorhaben. Streichen Sie den öffentlichen Raum. Nehmen Sie an, er würde lediglich anfragen, ob er einen drei Meter hohen Steinbock auf den Schornstein seines eigenen Hauses montieren dürfte.
Was müsste er sich wohl anhören?
Erfordert das Einverständnis sämtlicher umliegender Nachbarn. Geht nicht, weil es vom Bebauungsplan abweicht. Ein Kran kann dafür nicht korrekt platziert werden. Ist sowieso nicht sicher, Gefährdung der Allgemeinheit. Behindert den Abzug der Abgase. Könnte herunterplumpsen und den Briefträger treffen. Bräuchte eine rote Positionslampe. Wegen eventuell im Landeanflug befindlicher Flugzeuge …
Sie sehen, keine Chance.
Und wäre der Mensch lediglich sporadisch kreativ und würde dabei ertappt, wie er spontan ein Denkmal mit einem Schal oder einer Brille „verschönerte“?
Drama! Respektlos! Erregung öffentlichen Ärgernisses! Sachbeschädigung! Anzeige!
Was sagen eigentlich die adeligen Nachfahren im Sachsenwald zu dieser Aktion mit dem Gehörnten? Sie werden wahrscheinlich damit beschwichtigt, dass es ja nur zeitlich begrenzt ist und der Herr von Bismarck seinen Kopf wieder freibekommt, sobald der Bock im Juli oder spätestens August absteigt.
Widmen wir uns weiteren Sofathemen.

Ein ganz junges Giraffenkind sprang in Hagenbecks Tierpark bei seinem ersten Ausflug ins Freie furchtlos in den Wassergraben und drohte zu ertrinken. Weil ein Team von Tierpflegern sofort hinterhersprang und das Kleine herausholte, konnte es gerettet werden. Teamwork. Alle für einen.
Irgendwie denke ich gerade an einen bestimmten Fußballverein. Stellen Sie sich so etwas einmal für den HSV vor. Ohne Wasser. Aber Teamwork und Aktionen mit Herz und vollem Einsatz als Rettung vor dem Untergang. Ungeahnte Möglichkeiten …

Sind Sie eigentlich gut durchgekommen? Bei der Blitzaktion am Donnerstag, diesem Wir-kriegen-dich-vielleicht-Marathon? Betonung auf vielleicht. Es ist schon recht zweckkillend, das Blitzen anzukündigen und dazu auch noch sämtliche betroffenen Straßen zu veröffentlichen. Genau einen Tag lang und genau in diesen Straßen zeigt man sich artig, doch ab Freitag wird wieder gerast wie eh und je. Das lehrt notorische Regelübertreter und Verkehrsgefährder doch rein gar nichts!
Mich wundert es immer wieder, dass trotz der massiven Vorwarnungsphase an einem solchen Achtung-du-weißt’s-heute-ist’s-Tag immer noch welche ein Foto von sich bekommen …

Vermutlich haben Sie es auch gelesen: Schleswig-Holstein konnte sich nicht am Blitzmarathon beteiligen, weil sämtliche Polizisten in Lübeck zur Sicherung des G7-Gipfels benötigt wurden. Schließlich kam u. a. Herr Kerry. (Konnte doch keiner vorher ahnen, dass er nicht beide Tage komplett, sondern nur vier Stunden anwesend sein würde. Da waren die Scharfschützen auf den Dächern schon fest eingeplant und konnten nicht plötzlich doch blitzen gehen …)

Lübeck - Blick auf die St.-Marien-Kirche von der Aussichtsplattform der Petrikirche

Lübeck – Blick auf die St.-Marien-Kirche von der Aussichtsplattform der Petrikirche

Ich habe seitdem eine Theorie. Eine heimliche, ganz vage …
In Hamburg ist oft das Geschrei groß, wenn die Polizei – unerhört! – unangekündigt blitzt. Es könnte doch sein, dass Hamburg sich nur deshalb als Olympiastadt beworben hat, weil im Fall des Stattfindens der Spiele in der Hansestadt, sämtliche vorhandenen Polizisten für diesen Sondereinsatz gebraucht würden. In der Zeit würden weder Raser geblitzt werden, noch hätte man Personal, das Knöllchen schreiben könnte …
Eine Theorie. Aber denkbar wär’s! Man müsste halt einmal herausfinden, wer da ursprünglich so kräftig für die Spiele geworben hat. Punktestand abgleichen und so.

Sie möchten jetzt als Abschluss etwas weniger Lästerei? Etwas Versöhnliches, Friedliches? Verzicht auf Ironie, milden Sarkasmus etc.? Gut. Letztes Sofathema für heute: ein Eichhörnchen.

Ich ertappte es morgens auf der Terrasse dabei, wie es in aller Seelenruhe Erdnüsse aus der für die Vögel gedachten Futterschale klaute. Ertappen kommt grundsätzlich überraschend. Ein Fotoapparat ist dann nicht zur Hand – allerdings das Handy. Ich halte den Nussdiebstahl kurz fest, öffne langsam die Terrassentür und bezeichne das rote Etwas als Gauner. Ich sage dem Tischbesetzer, er habe doch sowieso schon alle Nüsse vom Haselstrauch allein vertilgt, solle daher bitte schön etwas vom Futter für das fliegende Volk übriglassen. Und ich bemängele das schlechte Timing. Keine Kamera in der Nähe etc.
Das Hörnchen horcht gebannt. Die Ohren drehen sich leicht. Plötzlich huscht es davon.
Eichhörnchen beim Vogelfutter ...
Am späten Nachmittag komme ich von meinem Termin zurück, spaziere entlang der Hecke Richtung Haustür, und wer begrüßt mich fröhlich herumscheckernd? Das rote Wesen vom Morgen. Es wetzt oberhalb des Ligusters auf der Holzpergola hin und her, verschwindet kurz, kommt mit einer Nuss (?) zwischen den Zähnen zurück und posiert. In aller Seelenruhe. Als würde es mir nach der Gardinenpredigt vom Morgen nun einen extra Shooting-Termin gewähren. Es lässt mich die Kamera aus der Handtasche ziehen …

Eichhörnchen mit Nuss auf Pergola

Da ich damit rechne, dass es weiterhin hier auftauchen wird, suche ich momentan nach einem Namen für den Kleinen. Oder ist er eine sie? Ich kann es nicht unterscheiden. Vielleicht wäre ein geschlechtsneutraler Name eine gute Idee.
Kim. Oder Bo?
Nur Vorname oder auch Familienname?
Rotschwanz-Luca? Nicky Red? Puschel Nutthief?
Haben Sie nicht einen Vorschlag?

Bevor der Sofaplatz völlig durchgesessen ist, sollten jetzt alle wieder aufstehen. Wir haben die heutigen Themen auch durch.
Ihnen ein schönes Wochenende und gute Entspannung!

© by Michèle Legrand, April 2015
Michèle Legrand - freie Autorin - Michèle. Gedanken(sprünge) @wordpress.com__

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  1. #1 von absengeralois am 18/04/2015 - 16:17

    Danke,gleichfalls puschel? Gruß Alois

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  2. #3 von Dina am 18/04/2015 - 16:48

    Ekke Ekorn? :-) So ein Süßer!
    Schönes Wochenende,
    Dina

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    • #4 von ladyfromhamburg am 18/04/2015 - 20:36

      Es ist schon sehr drollig, das finde ich auch. :-) Dein Namensvorschlag klingt richtig nett. Sehr munter! Die Lautwiederholung macht sich besonders gut.
      Ist Ekke ein reiner Jungennamen (Abkürzung eines Namens) im Norwegischen, Dina? Oder kann man das eventuell auch zu einem Eichhörnchenmädchen sagen? Wobei ja eh keiner weiß, was es wirklich ist. ^^

      Danke für deine Idee und ebenfalls ein schönes Wochenende!
      LG Michèle

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  3. #5 von finbarsgift am 18/04/2015 - 17:12

    Feine Bilder vom Eichhörnchen und von dir! :-)
    Liebe WE-Grüße vom Lu

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  4. #7 von FOTOGRAFIKUM® am 18/04/2015 - 18:08

    war grad so schön gemütlich in der Sofaecke. na denn, schönes Wochenende.
    LG Ernst

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    • #8 von ladyfromhamburg am 18/04/2015 - 20:39

      Wenn das Polster wieder hochgekommen ist, kannst du dich ja noch mal setzen … :-)

      Auch dir ein schönes Wochenende und danke fürs Vorbeischauen und Platz nehmen, Ernst!
      LG Michèle

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  5. #9 von gsharald am 19/04/2015 - 10:24

    Liebe Michèle,

    gern bin ich ein bisschen auf meinem Sofa zur Seite gerutscht um Deinen Artikel zu lesen. Das sind interessante Themen, die Du da anschneidest.

    Dein Teil über den Garten zeigt: „Ohne Moos nix los!“ Vertikutieren? Das ist ja ganz schön anstrengend. Ist da keine starke Hand im Haus, die Dir diese Arbeit abnehmen kann. Ich darf bei uns nicht vertikutieren. Meine Frau meint, dass danach vom Rasen nicht mehr viel übrig wäre. Das Moos oder abgestorbener Rasen ist dann auf jeden Fall weg.

    Über Kunst kann man streiten. Da gibt es ja schon mal Fettflecken oder Staub unter einem Stuhl die Kunst darstellen. Ich kann das nicht nachvollziehen. Bei euch will sich der „Künstler“ selbst verwirklichen. Neben den Kosten für das Aufstellen des Steinbocks lässt er sich diese Idee wohl auch noch teuer bezahlen. Dann heißt es später vielleicht in der Zeitung, dass sich Bürger dieses schöne Denkmal geschenkt haben.

    Normalmensch? Der ist ja kein Künstler und ist der Willkür vieler Behörden ausgesetzt. Und oft wiehert der Amtsschimmel ganz gewaltig. Bei uns soll ein neues Windrad entstehen. Der künftige Betreiber musste einen Antrag stellen (Umfang ca. 1.200 Seiten) und ein Gutachten für 250.000 Euro erstellen lassen. Wie ist das? Man soll in erneuerbare Energien investieren.

    Ein Fehltritt zeigt, dass an dem Spruch „Einer für alle und Alle für einen“ doch was dran ist. Das ist auch ein Teil des gemeinschaftlichen Zusammenlebens („Gemeinsam sind wir stark“). Zivilcourage fehlt oft in der heutigen Zeit sonst müssten nicht immer wieder Opfer beklagen, die sich getraut haben was zu sagen oder tun.

    Der Blitzermarathon wäre bestimmt erfolgreicher, wenn unangekündigt geblitzt werden würde. Bei uns haben sie trotzdem 16.000 Zuschnellfahrer ermittelt. Einer hat es sogar fertig gebracht bei einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 100 km mit über 200 km geblitzt zu werden. Abschreckend sind die zu erwartenden Strafen für diese Rowdys nicht. Wenn einer mit 200 km über die Autobahn fahren kann, hat es bestimmt ein teures und PS-starkes Auto. Der zahlt dann die Strafe aus der Portokasse.

    Jetzt muss ich aufhören, denn ich weiß nicht wie viel Text die Kommentarbox verkraftet. Es gäbe noch viel zu sagen.

    Liebe Grüße, einen schönen Sonntag uns eine schöne Woche
    Harald

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    • #10 von ladyfromhamburg am 19/04/2015 - 16:03

      Hallo Harald, vielen herzlichen Dank für deinen ausführlichen Kommentar zu gleich mehreren Themen! Die Kommentarbox ist in dieser Hinsicht großzügig, da wird nicht so schnell zugemacht.
      Ich habe gestaunt, als du schriebst, wie viele Personen bei euch trotz des angekündigten Blitzens im Endeffekt doch in die (Blitz-)Falle gegangen sind. Ich habe keine Ahnung, ob es sich bei diesen Rasern immer um begüterte Personen handelt, denen die Strafen nicht sehr weh tun. Überleg mal, hinsichtlich einer Geldstrafe mag das vielleicht noch so sein, dass es dem einen oder anderen egal ist, doch wenn das Punktekonto anschwillt oder der Entzug des Führerscheins droht, müssten doch eigentlich auch diese Kandidaten so langsam ins Schwitzen kommen und zukünftig den Fuß auf der Bremse haben …
      Interessant, was du über das Genehmigungsverfahren einer Windkraftanlange berichtest. Eine teure Sache …

      Ich wollte noch ebenauf das Vertikutieren des Rasens eingehen. Es gibt da durchaus geteilte Meinungen, doch ich habe festgestellt, dass es hier bei meinen herrschenden Bedingungen (Licht, Bodenverhältnisse, Feuchtigkeit etc.) konsequent zu vermehrter Moosbildung kommt. Ich bin kein Freund von Chemieeinsatz und verzichte auf mineralische Dünger und Zusätze für den Boden. Da ich rundherum Pflanzen habe, die gut mit eher saurem Boden klarkommen, kann ich auch nicht wie wild die Rasenfläche kalken, um den Boden dort basischer (= automatisch weniger Moos) zu bekommen. Der höhere Ph-Wert würde sich dadurch (unerwünscht) auch in den Beeten daneben auswirken.
      Es bleibt also nur organische Düngung (Kompost, spezielle org. Rasendünger) und das manuelle Entfernen des Mooses, wenn es Überhand nimmt. Deine Frau hat durchaus recht, wenn sie sagt, dass danach nicht so viel übrig ist. Zunächst muss ich dazusagen. Denn dadurch, dass wieder Luft und Raum und Nährstoffe für die Graswurzeln da ist, legen diese mit Macht los und bald ist wieder alles grün. Saftig grün, ohne abgestorbene Partien oder Filz. Wenn tatsächlich irgendwo größere Lücken entstehen, kann man einfach nachsäen. Die Saat geht gut auf.
      Ich habe voriges Jahr bewusst einmal das Vertikutieren ausgelassen, aber der Resultat ist, dass fast nur noch Moos da ist. Auch nicht schön. Immer feucht, leicht glitschig, wenig andere Wenigkräuter. Es lockt zu wenig Insekten and und dadurch auch wieder weniger Vögel. Das ganze Gefüge gerät durcheinander. Der einzige, der es gut fand, war der Maulwurf. Der war letztes Jahr Dauergast.

      So, ehe nun meine Kommentarbox die rote Karte zeigt, ende ich ebenfalls und wünsche dir noch einen schönen Sonntag!
      LG Michèle

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  6. #11 von kowkla123 am 19/04/2015 - 11:06

    danke, herzliche Grüße, Klaus

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  7. #14 von donna213 am 19/04/2015 - 12:43

    I suspect your cute squirrel will continue to show up too. It brought a nut back to you? That was nice.

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    • #15 von ladyfromhamburg am 19/04/2015 - 15:39

      I’m not quite sure whether the squirrel actually wanted to bring it back – or if it only stopped there to show it to me. It seemed to be rather happy with his precious nut! ^^
      Thanks Donna for commenting! Happy Sunday!

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  8. #16 von marliesgierls am 19/04/2015 - 19:03

    Leider kein Sofa, aber trotzdem gute Unterhaltung, dafür fehlt mir dann ein Laptop, damit ich mich dort bei Dir durchlesen kann, so muss der Schreibtisch für Atmosphäre sorgen. Eichhörnchen erregen unsere Hunde immer sehr, den Grund kenne ich nicht, vielleicht, weil sie auf die Bäume können, und sie nicht? Oder sie an Katzen erinnern? Heute morgen ist Greta im Wald dem Halsband entschlüpft, weil sie so wild wegen eines Eichhörnchens herumsprang, sie war aber so brav und lief nicht weg, da hatten wir Glück,. Vor einigen Jahren haben wir ein Eichhorn-Junges aufgezogen, es hieß Fritz, war definit männlich, weil ich es später sogar kastrieren ließ, aber das ist eine längere Geschichte. Einen schönen Sonntag-Abend, liebe Grüße Marlies

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    • #17 von ladyfromhamburg am 22/04/2015 - 17:12

      Marlies, entschuldige, ich habe irgendwie versehentlich gar nicht mehr auf deinen Kommentar reagiert!Ich war ja sehr froh zu lesen, dass Greta nicht einfach entwischt ist.
      Eine gute Bekannte von mir hat vor ein paar Jahren auch einmal zwei kleine Eichhörnchen per Hand aufgepäppelt. Karl, der Hund hatte sie auf dem Balkon bemerkt. Der Kobel war in einem Baum direkt daneben gewesen und ist aus irgendeinem Grund heruntergerissen worden. Die beiden waren sehr agil und haben sich prächtig entwickelt. Leider weiß man nur nicht, wie sie es in der wiedergewonnenen Freiheit danach so geschafft haben. Sie kamen anfangs noch zur Ersatzmama, aber nach einer Woche ungefähr hörte die Besuche auf. Ob das ganz normal ist oder ihnen etwas passiert war, ließ sich nicht feststellen.
      Wenn du mal Zeit und Lust hast, erzähl doch im Blog (oder so) ein bisschen von deinem Fritz. Das hört sich sehr spannend an!

      LG Michèle

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      • #18 von marliesgierls am 22/04/2015 - 17:21

        Leider endet die Geschichte nicht gut, bzw. ungeklärt, aber sie ist spannend, da hast Du Recht. Ich werde es mir merken, und wenn die Gelegenheit sich bietet, schreibe ich.
        LG MArlies

        Gefällt 1 Person

  9. #19 von Zeitreisender am 20/04/2015 - 12:04

    Einige deiner Sofathemen habe ich am Wochenende auch erlebt. Rasenmäher und Vertikutierer waren am Samstag sehr aktiv und ich habe das rausgerissene Moos sofort verstaut. Ob es was nützt und das Moos zurückgeht, mal schauen.
    In unserem Vogelnest halten sich überwiegend Eichhörnchen auf und die Vogelschar wartet in Reih und Glied, bis das Eichhörnchen irgendwann mal wieder weg ist.
    Und gestern Abend flog dann noch ein riesiger Ballon über unseren Garten ziemlich tief hinweg (werde ich heute Abend im Blog noch posten). Du hast das Video ja schon gesehen.
    Also: Action am Wochenende ohne Ende. Heute Abend bei einem kurzen Blogbeitrag erstmal entspannen :-)
    Liebe Frühlings-Grüße in den Norden!
    Volker

    Gefällt mir

    • #20 von ladyfromhamburg am 20/04/2015 - 22:10

      Hallo Volker, danke fürs Vorbeischauen!
      Das Moos kommt mit Sicherheit im Laufe der Zeit wieder. Aber im Moment ist erst einmal Luft für das Gras.
      Hier bei uns scheinen sich Vögel und Eichhörnchen auch zu arrangieren. Ich beobachte dann innerhalb der Vogeltruppe noch einmal eine gewisse Hierarchie.
      Deine Ballongeschichte habe ich vorhin auf deinem Blog weiterverfolgt. Schon eigenartig, dass die so tief vorbeizogen … Ich habe bei dir direkt noch einen Kommentar dazu hinterlassen.

      Aus dem Norden nun Richtung Süden frühlingshafte Grüße zurück!
      Michèle

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  10. #21 von ernstblumenstein am 03/05/2015 - 16:18

    Also, bevor ich es vergesse, toi toi toi für die Kandidatur. Ich halte die Daumen für euch und hoffe, dass es klappt.
    Zum Rotschwanz : Warum nicht Langhorn?

    Leider hatte ich keine Zeit, mit dir gemütliche Sofathemen zu erörtern, war doch das Wetter zu schön und Arbeit wartete im Garten. Auch ich hatte Moos, kratzte es in einem 1. Schritt mit einer dreizinkigen Mistgabel richtig an und durch, bevor ich es dann in einem 2. Schritt mit dem Gartenrechen aus meiner Wiese entfernte. Ich nehme dabei Grasverluste auch in Kauf, die sich die Natur Gottseidank bald wieder zurückholt. Also auch eine mechanische Methode!

    Apropos öffentliche Kunst gilt der Grundsatz: Erfolgreich ist, was in aller Munde ist, süss oder sauer, positiv oder negativ. Also nicht was gefällt – sondern über was man redet. Das hat die Stadt Zürich letztes Jahr bewiesen, als sie an der Limmat, die in der Stadt den See verlässt, einen riesigen verrosteten Hafenkran aus Hamburg „einfliegen“ herankarren liessen und für ein halbes Jahr aufbauten. Scheinbar hatten die Zürcher keine grösseren Probleme zu lösen. Somit war der Erfolg den Machern gewiss; das „Saure“ jedoch trug mehr zum Erfolg bei.

    Uebrigens wie immer toll geschrieben! Ich wünsche dir eine frohe Woche.
    Grüess Ernst

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    • #22 von ladyfromhamburg am 03/05/2015 - 17:50

      Hallo Ernst! Ich danke dir für deinen ausführlichen Kommentar, das Lob, die Vorschläge, das Daumen drücken … UND die zusätzliche Geschichte über den ollen Rostkran an der Limmat. Was hatten die sich denn dabei gedacht? :-) Tja, zum Glück war es dann wenigstens (auch) keine ewig verweilende Sache, sondern ihr seid es wieder los.
      Dir auch einen schönen Start in die neue Woche! Liebe Grüße kommen gleich mit!
      Michèle

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