Am Bodensee: Der Affenberg von Salem … (2)

Es kann gut sein, dass Sie jemanden ziemlich aufs Glatteis führen, wenn Sie ihm zum Erraten eines Ortes hilfreich folgende Stichworte nennen: Wasser / Meer, südlich gelegen, Felsen / Berg, viele Berberaffen.
„Gibraltar!“
Messerscharf geschlossen, die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen – und ist dennoch verkehrt! Ich spreche heute nämlich vom Süden Deutschlands. Der tatsächlich gemeinte Ort liegt nicht an der Bucht von Algeciras, sondern am Schwäbischen Meer, genauer an einem Ausläufer des Bodensees, dem Überlinger See. Zwischen Überlingen und Meersburg, ein Stückchen ins Landesinnere hinein gelegen, befinden sich Salem und sein Affenberg, auf dem jede Menge Berberaffen (Macaca sylvanus) leben.
Salem? Gibt es dort nicht ein Schloss? Und ein Internat?
Richtig. Das ist auch Salem, außerhalb jedoch, mitten im Grünen, befindet sich ein 20 ha großes Waldgebiet. Ein besonderes! Wenn Sie sich auf einer schmalen Straße, die sich anfangs zwischen Feldern hindurchschlängelt, diesem Waldbereich nähern, fällt Ihnen an einigen Stellen ein durch die Bäume blitzender, recht hoher Zaun auf, der oben mit einem schräg gestellten, glatten Metallblech endet. Ein Zeichen, dass sich hinter dieser Absperrung etwas befindet, was nicht ausbüxen soll.
Es ist keine Strafanstalt! Beileibe nicht!
Im Gegenteil! Nirgendwo sonst können über 200 Berberaffen derart frei leben wie gerade hier. Das riesige Affenbergareal ist ihr Reich. Großzügig, abwechslungsreich, artgerecht, klimatisch günstig. Umstände beinahe wie in freier Wildbahn. Sie leben hier auf drei Gruppen mit jeweils zwischen 50 und 80 Tieren verteilt. Die ursprüngliche Heimat dieser Makakenart ist Marokko und Algerien, dort fühlen sie sich in bergigen Regionen sogar bis hinauf in Höhen um die 2.000 Meter wohl!
Wer bei Nordafrika nur an Wüste und Hitze denkt, sollte sich schnell erinnern, dass es in den Bergen und generell nachts recht kühl werden kann. Für die Affen ist das Bodenseeklima also gerade richtig. Mild genug, dass sie sogar im Winter draußen bleiben können. Eine natürliche Umgebung und eine natürliche Haltung erlauben ein recht naturgemäßes Leben, welches wiederum von den Menschen in Salem recht genau studiert wird. Die Erkenntnisse daraus können für eine optimale Haltung berücksichtigt werden.  Das Beobachten lässt häufig Rückschlüsse auf ganz artspezifisches Verhalten zu und deckt Besonderheiten auf.
In den einzelnen Gruppen leben Tiere aller Altersstufen zusammen. Jedes Jahr ab Mai gibt es Nachwuchs bei den Berberaffen.
Und das ist gut!
Denn sie stehen auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten und gelten somit als stark gefährdet. Ein Reservebestand, der unter diesen natürlichen Bedingungen heranwuchs, konnte im Jahr 1986 sogar wieder ausgesiedelt werden. Damals kehrte eine komplette Gruppe ins nordafrikanische Freiland zurück.

Heute können Sie sich am Affenberg von Salem auf eine sehr schöne Art und Weise vom Wohlbefinden der Primaten überzeugen. Sie haben nämlich die Möglichkeit, direkt das große umzäunte (was Sie schnell völlig vergessen) Areal zu betreten und auf Tuchfühlung mit den Berberaffen zu gehen. Ein Erlebnis für Groß und Klein, denn Sie dürfen die Affenbergbewohner sogar mit speziellem, Ihnen extra zur Verfügung gestelltem Futter, füttern!
Es gibt allerdings für beide Seite Regeln.
Sie – als Besucher – fassen die Affen nicht an und bleiben ausschließlich auf den Wegen, das andere Gebiet ist für Sie tabu. Entlang dieser Wege führt ein halbhoher hölzerner Geländerlauf. Sitzen auf ihm Affen, so dürfen Sie sich ihnen bis auf einen Meter nähern, die Hand ausstrecken und auf Ihrer Handfläche Futter anbieten. Der Affe nimmt es sich selbst.

Salem - Affenberg - Berberaffen füttern ...

Salem – Affenberg – Berberaffen füttern …

Salem - Affenberg  - Die kleine Hand des Berberaffen nähert sich vorsichtig

Salem – Affenberg – Die kleine Hand des Berberaffen nähert sich vorsichtig …

Für die Affen und Sie gleichermaßen gilt die Regel, dass sie ausschließlich auf diesem Geländer Futter erhalten. Auf diese Art wird verhindert, dass die felligen Gesellen hinter Ihnen herhechten und Sie quasi wegen des Futters überfallen. Sie erhalten beim Betreten des Geländes sowieso nur eine kleine Menge, die in eine Hand gerade hineinpasst – und die halten Sie tunlichst geschlossen.
Treffen Sie auf Muttertiere mit Jungen, bleiben Sie auf zwei Meter Abstand.

Salem, Affenberg - Auch dieser Berberaffe wartet bereits auf Futter ...

Salem, Affenberg – Auch dieser Berberaffe wartet bereits auf Futter …

Klare Verhältnisse. Vom Weg aus lässt sich jedoch viel beobachten. Zusätzlich erklären von Zeit zu Zeit Mitarbeiter weitere interessante Details.  Sie entdecken kleine Gruppen von Affen, die gelegentlich auch mit ihrem Nachwuchs unterwegs sind. Die zarten, noch sehr dunklen Affen, sind übrigens die Babys dieses Jahres.

Salem, Affenberg - Berberaffen

Salem, Affenberg – Berberaffen

Salem - Im Wald der Affen ...

Salem – Im Wald der Affen …

Salem, Affenberg - Berberaffe

Salem, Affenberg – Berberaffe

Salem, Affenberg - Leben in der Gruppe, mit Jungtieren ...

Salem, Affenberg – Leben in der Gruppe, mit Jungtieren …

Salem, Affenberg - ... und sogar Babys!

Salem, Affenberg – … und sogar Babys!

 

Eine wirklich besondere Gelegenheit, diesen Tieren näherzukommen. Wesentlich schöner, als sie hinter einem engmaschigen Zaun in einem kleinen Zoogehege oder -käfig vorzufinden. Gelangweilt, ohne viel Auslauf oder Beschäftigung und meist mit nur wenigen Artgenossen.

An diesem Tag habe ich weitere Lebewesen entdeckt, die sich noch freier bewegen konnten. Da der Ausflug zum Affenberg recht spontan beim Anblick eines Hinweisschildes an der Straße erfolgte, fiel die Gelegenheit fort, sich vorab darüber zu informieren – was manchmal das Beste ist, denn so kommt es zu grandiosen Überraschungen.
Wenn Sie von dem auf der gegenüberliegenden Straßenseite gelegenen Parkplatz zum Gelände des Affenbergs hinüberwandern, kann es Ihnen gehen wie mir: Sie vernehmen mit einem Mal mächtiges Klappern, ohne dass sich vorerst der Auslöser entdecken ließe. Sie haben eine Vermutung.
Ein Storch? Hier?
Dem Klappern nach zu urteilen mehr als einer … Sie spazieren weiter, haben nur wenige Meter später zu Ihrer Linken freie Sicht auf mehrere ältere Häuser und trauen Ihren Augen kaum! Auf allen Dächern befinden sich Storchennester! Unzählige!  Und überall, in jedem Horst, auf jedem Dachfirst stehen Störche! Wie auf Kommando entscheiden sich plötzlich mehrere von ihnen zu starten und kreisen hoch über Ihrem Kopf.
Der Rest veranstaltet Wettklappern. Das, was Sie kurz zuvor schon vernommen haben.

Storchenkolonie in Salem am Affenberg

Storchenkolonie in Salem am Affenberg

Storchenkolonie in Salem am Affenberg - Nest auf dem Dach, gelandet wird aber auch im Baum ...

Storchenkolonie in Salem am Affenberg – Nest auf dem Dach, gelandet wird aber auch im Baum …

Storchenkolonie in Salem am Affenberg - Steht ein Storch auf dem Baum ...

Storchenkolonie in Salem am Affenberg – Steht ein Storch auf dem Baum …

Storchenkolonie in Salem am Affenberg - Action auf dem Dach ...

Storchenkolonie in Salem am Affenberg – Action auf dem Dach …

Ich habe Störche in dieser Anzahl und Nester in dieser Vielzahl auf solch recht begrenztem Raum noch nie gesehen! Hier am  Affenberg in Salem gibt es eine große, freilebende Storchenkolonie mit etwa 20 Brutpaaren. Gerade im Juli und August, wenn die Jungstörche flügge sind, rauschen unter Umständen bis zu 100 Störche durch die Gegend!
Jetzt erschloss sich mir auch der Sinn eines Schildes am Straßenrand, das ich –  lediglich aus den Augenwinkeln heraus – während der Anfahrt gesehen und angenommen hatte, es zeige einen fliegenden Reiher. Diese Vögel hatte ich bisher schon einige Male  am Bodensee erblickt.
Von wegen Reiher! Es war ein Hinweis auf all die Störche!
Speziell den Jungstörchen fehlt es anfangs bei ihren Flugversuchen an Erfahrung und dem korrekten Einschätzungsvermögen der tatsächlichen Geschwindigkeit eines herannahenden Fahrzeugs. Wenn Sie nicht mit aufpassen und notfalls rechtzeitig reagieren, kommt es womöglich zur Kollision mit einem der jungen Tiefflieger!

Warum gibt es in Salem so viele Störche? Was zieht sie gerade hierher bzw. hält sie hier?
Vielleicht sollte man eher andersherum fragen: Woran scheitert es oft, dass sich Störche in einer Gegend niederlassen, wiederkehren, sich vermehren, dass eine Brut Chancen hat, komplett, ohne Ausfall, aufgezogen zu werden etc.
Es fehlt oft die passende Umgebung, der geeignete Lebensraum – sowohl für die Nahrungssuche als auch für Nistzwecke. Oder vorhandener Lebensraum wird vernichtet. Wiesen, die beackert, Feuchtgebiete, die trockengelegt werden.
Manch Storch käme vielleicht auch wieder, wäre ihm nicht zuvor ein ungesicherter Strommast oder ein Wasserturm zum Verhängnis geworden.
Und am Bodensee, hier in Salem?
In dieser Region wird verstärkt renaturiert („Biotopverbund Bodensee“). Es geht um die Schaffung und die Vernetzung von Biotopen, die Erhaltung von Feuchtgebieten, um zusätzliches Grünland für das Nahrungsangebot. Es geht ebenfalls um die Reduzierung des Pestizideinsatzes, um die Vermeidung von Gefahren, um Aufklärung schlechthin.
Direkt am Affenberg kümmert man sich zudem um Nistgelegenheiten, montiert Plattformen. Nicht nur auf den Häusern! Es existieren zusätzlich diverse weitere Einzelnester auf Pfählen.
Damit ist es allerdings nicht getan, denn ein Horst muss auch gepflegt werden, um sicherzustellen, dass möglichst viele, wenn nicht sogar alle Jungtiere einer Brut, überleben. Störche haben die (leider dumme) Angewohnheit, beim Nestbau Plastikmaterial mitzuverwenden. Was im ersten Moment nicht so dramatisch klingt (Hauptsache, er verschlingt es nicht!), hat jedoch ernste Auswirkungen. Plastik dichtet den Horst ab, Regen und Feuchtigkeit können nicht abziehen, Wasser staut sich. Der Jungvogel sitzt – besonders bei länger andauernden Regenwettertagen – lange im nassen Kalten und kühlt folglich aus. Verendet häufig!
Also werden jedes Jahr die Horste gereinigt und ihre oberste Schicht abgetragen.

Salem - Zu fünft im Nest ...

Salem – Zu fünft im Nest …

Storchenkolonie in Salem am Affenberg - Offenbar gibt es im Nest etwas Interessantes zu begucken ...

Storchenkolonie in Salem am Affenberg – Offenbar gibt es im Nest etwas Interessantes zu begucken …

Wir sprachen vorhin bereits das Nahrungsangebot an. In freier Natur  – und speziell bei widrigen Wetterverhältnissen – ist es häufig viel zu wenig, was ein Elternpaar für seinen Nachwuchs findet und heranschaffen kann.
Was schätzen Sie, wie viel Futter für vier halbwüchsige Störche notwendig ist?
Es sind vier bis fünf Kilo, die ein Storchenelternpaar heranträgt! Ein gutes Kilo pro Jungtier. Pro Tag! Wenn Sie jetzt noch überlegen, wie viel bzw. wenig Insekten, Frösche, Fische und anderes Getier wiegen, dann können Sie sich vorstellen, welche Unmengen nötig sind und wie oft die Eltern unterwegs sind. In der freien Natur bedeutet es, dass ein Storchenpaar im Endeffekt im Schnitt nur ein oder zwei Junge durchbringen kann. Der Rest des Nachwuchses schafft es nicht.
Bleibt rein rechnerisch immer noch ein Zuwachs, doch der Bestand an Störchen erhöht sich so trotzdem nicht automatisch, denn beim Flug in den Süden verenden noch einmal überdurchschnittlich viele Jungtiere.
Zufütterung
In Salem wird daher zugefüttert. Das erfreuliche Resultat: Im Durchschnitt fliegen hier drei Jungstörche pro Nest aus! Zusätzlich nimmt man verwaiste Jungstörche auf, die meist von den anderen ohne Probleme mit aufgezogen werden. Ebenso wird sich um verletzte Tiere gekümmert.
Schon eine beeindruckende Sache!

Wenn Sie ihr Weg einmal in diese Region führt, dann schauen Sie vorbei! Es lohnt sich! Zusätzlich befindet sich auf dem Gelände ein großer Teich mit vielen Wasservögeln und ein Bereich mit Damwild. Zu diesen Tieren haben Sie genauso freien Zugang wie zu den Berberaffen. Das Gelände ist  barrierefrei, hat allerdings einige Steigungen.

Dass auch manch anderer Besucher nicht unbedingt vorab von der Existenz der Storchenkolonie wusste, zeigte sich später am Parkplatz. Dort entdeckten Neuankömmlinge einen einzelnen Storch und waren hellauf entzückt. Knipsten sofort Fotos und stießen laute Aaahs! und Ooooohs! der Begeisterung aus.
Ein Storch! Betonung auf ein
Ich hätte sie gern beobachtet, wenn sie Minuten später all die anderen entdeckten …

Liebe Leser, das war’s mal wieder. Feierabend für heute.
Beim nächsten Mal geht es zu den Pfahlbauten. Vielleicht sind Sie wieder mit dabei, es würde mich freuen.

Anmerkung zu den heutigen Fotos:
Eine vermeintlich besonders günstige Einstellung an der Kamera entpuppte sich als die falsche Wahl. An einem recht trüben Tag wurde dadurch die Belichtungszeit extrem verlängert – zulasten der Schärfe.
Ich wollte Ihnen jedoch unheimlich gern vom Affenberg berichten und hatte leider nur die Wahl zwischen unscharfen oder gar keinen Fotos. Sie wissen nun, wie die Entscheidung ausfiel …

©August 2014 by Michèle Legrand
Michèle Legrand  ©Foto Andreas Grav (Ausschnitt)

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  1. #1 von Ulrike vom Bambooblog am 21/08/2014 - 07:02

    Was für ein schöner und interessanter Bericht! Es scheint, ich muss da auch mal hin! LG Ulrike

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    • #2 von ladyfromhamburg am 21/08/2014 - 11:41

      Merke es dir vor, Ulrike. ^^ Es ist schon etwas Besonderes! Wenn du auf die Website vom Affenberg Salem gehst, sieht du auch von wann bis wann im Jahr geöffnet ist und findest weitere Details. Freut mich, dass dir der Bericht gefiel.

      LG Michèle

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  2. #3 von s7hummel am 21/08/2014 - 07:02

    so schön Störche wohl noch in Polen gibt es keine …

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    • #4 von ladyfromhamburg am 21/08/2014 - 11:38

      Hallo Stan,
      habe ich dich richtig verstanden, dass es in Polen keine Störche gibt? Oder meinst du, es gibt nicht so eine große Kolonie?
      Dein Land zählt grundsätzlich schon als Storchenland, denn gerade im Nordosten (Masuren)leben viele, denn dort sind die Lebensbedingungen für sie recht gut (zumindest bisher).
      Vielleicht habe ich deine Worte auch falsch interpretiert, also nichts für ungut. Danke schön für deinen erneuten Blogbesuch und das Kommentieren!

      LG Michèle

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      • #5 von s7hummel am 22/08/2014 - 06:50

        Natürlich gibt es in Polen ist, dass viele der Störche, (die größte in Europa), aber natürlich sind sie nicht so schön. In Deutschland ist es alle schön, fast perfekt! Natürlich, wie ein Pole, ich sollte nicht vergessen die großen deutschen Autos.

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      • #6 von ladyfromhamburg am 23/08/2014 - 22:46

        Ah, so hast du das gemeint! Danke für die Erklärung. Doch ich bin sicher, dass eure polnischen Störche mindestens genauso schön sind! Es hängt doch sehr von den Lebensumständen, der Ernährung, dem Klima, dem angebotenen Lebensraum ab, wie gesund (schön) ein Tier aussieht. Und in dieser Hinsicht geht es ihnen in einigen Teilen deines Landes doch sehr gut! Sonst gäbe es sie dort auch gar nicht.

        LG Michèle

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  3. #7 von kowkla123 am 21/08/2014 - 11:58

    Du kannst so schön und umfangreich schreiben,ist echt interessant, danke dafür, beste Grüße, Klaus

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  4. #9 von Josef am 21/08/2014 - 12:10

    Liebe Michèle, danke für die schönen und lehrreichen Geschichten. Eingeschränkte Schärfe ist gar nicht so auffällig, den trüben Tag bemerkt man aber deutlich. Ich verwende bei solchen Wetterlagen einen hohen Weißabgleich mit bis zu 8000 Kelvin bei der Aufnahme oder in der Nachbearbeitung. Vielleicht probierst Du das bei der Suche nach günstigen Kameraeinstellungen auch aus. Auf die Pfahlbauten freue ich mich schon, weil ich sie auch schon gesehen habe, damals aber noch ohne Fotoapparat. Herzliche Grüße aus München, Josef

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    • #10 von ladyfromhamburg am 21/08/2014 - 22:01

      Lieber Josef, vielen Dank für das positive Feedback und natürlich auch für den Tipp bezüglich der Kameraeinstellung. Bei meiner lässt sich letztendlich leider nicht ganz so viel manuell einstellen, wie ich es gern hätte. Doch manchmal muss es dann halt so gehen, d. h. ich muss mit dem Resultat vorlieb nehmen.

      Die Pfahlbauten habe ich (leider – wettermäßig betrachtet) am selben Tag besucht, also ist die Ausbeute (inkl. Regenschleier) dort ähnlich. Doch immerhin blieben die Häuser wenigstens still stehen und bewegten sich nicht wie die höchst aktiven Störche und Affen. ^^

      Liebe Grüße zurück aus Hamburg
      Michèle

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  5. #11 von marliesgierls am 21/08/2014 - 19:48

    Jetzt weiß ich nicht, was mich mehr fasziniert, die Affen oder die Störche. Dass es solch ein Affenpopulation in Deutschland gibt, hab eich nicht gewusst und zeigt wieder, dass man nicht in die Ferne schweifen muss. Störche sieht man bei uns auch nur vereinzelt und dann bin ich begeistert, klappern habe ich sie noch nie gehört. Ich denke, der Bodensee ist eine Reise wert!
    Danke schön Michèle für diesen wieder sehr informativen Bericht und die Bilder,
    liebe Grüße Marlies

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    • #12 von ladyfromhamburg am 21/08/2014 - 22:29

      Die Region um den See herum und der Bodensee selbst sind wirklich schön, Marlies. Sowohl für eher aktive, bewegungsfreudige respektive unternehmungslustige Menschen, als auch für die, die einfach nur ausspannen möchten. Landschaftlich schön, abseits der größeren Städte herrlich ruhig – was einem erst richtig bewusst wird, wenn man als Städter wieder an seinen Heimatort zurückkehrt und dort unerwartet Eingewöhnungsschwierigkeiten aufgrund des Lärms hat. Man ist schlichtweg entwöhnt!
      Ich könnte auch nur sehr schwer entscheiden, ob mich in Salem die Affen oder Störche mehr faszinierten. Beides war besonders! Auf eine Art fast beglückend zu sehen, dass die Berberaffen trotz der natürlich generellen Einfriedung des großen Areals, diesen Freiraum, diese Freiheiten, ihren völlig eigenen Lebensraum auf dem Berg haben oder auch – im Fall der Störche – komplett frei in ihrem Kommen und Gehen sind, aber aufgrund der Erfahrung in Salem freiwillig in großer Zahl wiederkommen. Einige Störche (und ihre Routen in den Süden) verfolgt man per Sender, generell sind die Vögel beringt, so dass sich sicher erkennen lässt, welches Tier schon einmal da war.
      Solltest du einmal an den See reisen, schau es dir unbedingt an! Ich könnte mir vorstellen, dass es auch deinem Sohn gefallen würde.

      LG Michèle

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      • #13 von marliesgierls am 22/08/2014 - 06:08

        Danke Michèle, als ich das alles meinen Mann erzählte, meinte er gleich, dass wir dort mal hin müssten, vielleicht wird das ja mal was. lg Marlies

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  6. #14 von regenbogenlichter am 21/08/2014 - 21:44

    Dein Bericht wird durch die Worte „scharf“… und der ist klasse… ich weiß nicht, was es mir mehr angetan hat… vom Affenberg wusste ich, von den Störchen nicht. Die sind sicher schon bald am Koffer packen… einige sind schon weg, habe ich beim Nabu gelesen. ;-)
    Auf Bali war es am besten, du hast keine Tasche erst mitgenommen… dort gab es keine bestimmte Futterzone. ;-)
    Liebe Grüße
    Ute

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    • #15 von ladyfromhamburg am 21/08/2014 - 22:40

      Scharfer Bericht … Soso. :-D
      Danke schön, Ute, es ist für mich natürlich kolossal beruhigend, dass somit doch gleich Ausgleich für die B-Qualität-Fotos mitgeliefert wurde.^^
      Stimmt, die Störche rüsten sich schon wieder für den Abflug, und auch die von Salem (die meisten) verlassen die Stätte und kehren erst im zeitigen Frühjahr zurück.
      Du hast auf Bali schon direkt Kontakt mit Affen gehabt, Ute? Wahrscheinlich nicht Berberaffen, aber wohl auch eine Makakenart. Wie haben sich die denn verhalten, wenn sie wussten, der Mensch hat Futter dabei?

      LG Michèle

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      • #16 von regenbogenlichter am 22/08/2014 - 08:03

        Liebe Michėle,

        deine Fotos zeigen trotzdem, was sie zeigen sollen… die netten Affen…. ;-)

        Ja auf Bali gab es auch einen Affenwald und ich meine, das waren auch solche. Und klar, wussten die, dass sie was kriegen. Und genau deswegen, besser keinen Rucksack oder so. Es hat schon Leute gegeben, denen ist nichts anderes übrig geblieben, als den Affen ihren Rucksack zu „überlassen“, weil die sie regelrecht „angefallen“ und keine Ruhe mehr gegeben haben. Gäbe es die Verhaltensregeln in Salem nicht, würde das wohl ähnlich aussehen.

        Die Tiere wissen das übrigens sehr schnell, nicht nur Affen. An der Ostsee musstest du die Schwäne auch erst in die Leinentasche schauen lassen, damit sie sich überzeugen konnten, dass da kein Brot mehr drin ist. ;-)
        Zumindest, wenn du vorher gefüttert hast. Wenn man so vorbeigegangen ist, wollten sie auch nichts.
        Und auf der einen Alp hier, gab es mal eine Haflinger-Stute, die hat sich direkt an das Drehkreuz an der Weide gestellt. Durchgang nur gegen Zoll. ;-)

        LG
        Ute

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      • #17 von ladyfromhamburg am 23/08/2014 - 22:41

        Ganz schön schlau, die tierischen Herrschaften. ^^ Ich fand daher gerade die Regeln in Salem sehr positiv, denn genau die Folgen, die du beschrieben hast, treten sonst ein. Es tut keinem gut so.
        Man sieht es hier z. B. bei den Wasservögeln an der Alster in Hamburg (die gar nicht gefüttert werden sollen, aber irgendwer macht’s dann doch immer). Da werden Reste verfüttert, die für Vögel völlig ungeeignet sind und obendrein sorgt dieses ab und zu Häppchen verteilen dafür, dass sich auf Vogelseite wie wild gebärdet wird. Könnte ja was Tolles sein, und wer weiß, wann wieder einer kommt …
        Konkurrenzkampf, Klopperei, Aggressivität, Geschrei … Inzwischen kommt es dort gar nicht so selten vor, dass speziell die Möwen die Menschen attackieren. Sturzflüge auf Eiswaffeln und aus der Hand geklaute Brötchen sind Standard.
        Nein, nein, dann lieber wie in Salem, da geht es wirklich gesittet zu.^^
        Mir gefällt es ebenfalls, dass durch das Wegesystem dafür gesorgt wird, dass die Tiere Rückzugsmöglichkeiten haben und nicht jeder überall herumtrampeln kann. Stört. Ein großer Bereich des Affenbergs bleibt dadurch für den Besucher nämlich unzugänglich, ist allein den Berberaffen vorbehalten. Und wenn ich das richtig verstanden habe, dann haben auch nur zwei der drei dort lebenden Gruppen diesen Kontakt zu Menschen. Die dritte lebt fast wie in der freien Wildbahn in Nordafrika – und könnte theoretisch sogar ausgewildert werden. Wie die 1986.

        LG Michèle

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  7. #18 von ernstblumenstein am 23/08/2014 - 08:57

    Dank deinem wie immer interessanten und lehrreichen Bericht über die Berberaffen in diesem Naturpark erinnerte ich mich an meinen Besuch in Salem vor vielen Jahren. :-) Auch bezüglich der Storchenkolonie ist zu sagen, dass im Elsass, im Badischen und in der Schweiz vor vielen Jahren erfolgreich begonnen wurde, mit Kolonien die stolzen Vögel wieder anzusiedeln. Parallel dazu waren, wie Du im Report beschreibst, auch Renaturierungen und ökologische Massnahmen nötig.
    Liebe Grüsse Ernst

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    • #19 von ladyfromhamburg am 23/08/2014 - 22:55

      Schön, deine Information bezüglich der Störche zu lesen, Ernst! Wenn es auch andererorts Storchenkolonien gibt, umso besser. Ich habe hin und wieder beim Stöbern in anderen Blogs (bei Bloggern, die gern Natur- und Tierfotos veröffentlichen) gesehen, dass es schon Gebäude gibt, auf denen sich mehr als nur ein Storchennest befindet und mehr als ein einziges Elternpaar Nachwuchs großzieht. Doch in diesem Umfang war es eine große Überraschung für mich.
      So, du warst also auch schon einmal in Salem! War es denn noch so, wie du es in Erinnerung hattest?

      LG Michèle

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      • #20 von ernstblumenstein am 25/08/2014 - 10:23

        es ist beruhigend zu wissen, dass es grenzüberschreitend sehr viele Menschen gibt, die die Natur lieben und sich dafür engagieren. Ja, Salem ist mir so in Erinnerung geblieben.
        Danke für deine Antwort und eine gute Zeit wünscht Dir Ernst

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  8. #21 von s7hummel am 25/08/2014 - 06:59

    leider schon Störche fliegen weg, eigentlich fast schon weg geflogen. Aber das Schlimmste, Mauersegler (Apodidae) fliegen weg, die beste Verteidigung gegen Mücken! so ich verschwinde auch! ich grüße herzlich!

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  9. #22 von kowkla123 am 25/08/2014 - 11:01

    Übrigens haben wir hier bei uns auch so einen Affenwald, aber nicht in solchen Ausmaßen, eine gute Woche für dich, Klaus

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    • #23 von ladyfromhamburg am 25/08/2014 - 22:04

      Ihr habt auch einen? Das finde ich toll! Vermute ich richtig, dass es der Affenwald von Malchow ist? Ich war noch nicht dort, habe aber bereits etwas darüber gelesen, Klaus.
      Dir auch eine schöne Woche!

      LG Michèle

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  10. #24 von Sartenada am 26/08/2014 - 06:41

    This was new to me. I am glad that You made this high quality post. Thank You. I’ll remember this next time when on road trip in Germany.

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  11. #26 von Silberdistel am 26/08/2014 - 20:43

    Ein toller und hochinteressanter Bericht. Eine relativ große Storchenkolonie gibt es auch im Vogelpark in Marlow. Aber ich denke, in einem Vogelpark staunt man nicht unbedingt so sehr darüber, obwohl auch dort die Störche freiwillig Quartier bezogen haben. Es hat wieder viel Spaß gemacht, Deine Schilderungen zu lesen.
    Liebe Grüße von der Silberdistel

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    • #27 von ladyfromhamburg am 27/08/2014 - 21:41

      Freut mich, dass es dir gefiel, liebe Silberdistel. Danke für deine Zeilen!
      Jetzt im Zuge der Kommentare und Reaktionen erfahre ich von einigen Storchenkolonien (D,CH,F), was sehr schön ist. Zum einen, weil ich die Plätze genannt bekomme und mir überlegen kann, sie vielleicht einiges Tages selbst zu besuchen. Zum anderen freut es mich jedoch besonders, weil es mir zeigt, dass die Renaturierungsmaßnahmen etwas gegriffen haben, dass die Unterstützung der Störche regional vorangetrieben wird und sich somit ihr Bestand ziemlich erholt hat. Wenn man bedenkt, dass die Anzahl der brütenden Storchenpaare einmal so gering geworden war, dass man bereits vom Aussterben der Störche in Deutschland sprach, ist diese Tendenz schon beachtlich.

      Dir wünsche ich nun noch schöne Urlaubstage in eurem gegenwärtigen Feriendomizil!
      LG Michèle

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