Ein Sockenbaum!? Wenn Deherainia smaragdina im Tropenschauhaus blüht …

Socken unterschiedlicher Farbe hängen an seinen Ästen lang herab. Eben ein Sockenbaum …
Man bezeichnet ihn hier so – aber gibt es den wirklich? Sie erinnern den realen Leberwurstbaum neulich? Danach wäre im Grunde nichts mehr verwunderlich …

Ich muss Sie vorweg etwas fragen. Sie können ruhig offen und ehrlich antworten – wir sind hier ja schließlich unter uns!
Wie? Nicht allein? Sind Sie sicher? Ach, pfeifen wir drauf, ja?
Wenn Sie etwas hervorheben möchten, wenn Ihnen daran liegt, dass andere eine bestimmte Sache wahrnehmen, tricksen Sie dann manchmal ein bisschen herum, wenn das Ding jetzt von sich aus nicht so viel hergibt und voraussichtlich kein Mensch genauer hinschauen würde?
Doch, oder? Nein? Ach, kommen Sie!
Gut, also anders herum. Was würden Sie sagen, worauf Sie selbst am ehesten achten? Was lenkt Ihren Blick zielsicher auf eine Sache oder auch eine Person? Wann fällt Ihnen etwas sofort auf?
Bitte, was meinten Sie gerade?
Wenn es farblich herausragt? Wenn es ordentlich Lärm macht? Wenn es mit merklichem oder ungewöhnlichem Geruch verbunden ist? Wenn bizarre Dekorationsgegenstände dazu arrangiert oder ein starker Kontrast (Stil, Farbe etc.) erzeugt wurde?
Nun, vielleicht fallen Ihnen jetzt doch Beispiele ein, Begebenheiten, wo Sie selbst schon nachgeholfen haben, damit es augen– oder generell auffällig wurde. Sie haben laut Musik aufgedreht oder Parfum versprüht, um den Ohren bzw. der Nase zusätzlich einen Reiz zu bieten. Als optische Optimierung bekam ein öder, lehmbrauner Kuchen eine farbenfrohe Obstauflage oder einen bunten Zuckerguss, Ihre Frisur wurde durch Haarspangen und asymmetrisches Festklipsen aufgepeppt, der unscheinbar taubenblaue VW Polo erhielt überdimensionale, weiße Rallyestreifen.
Falls Sie das alles weit von sich weisen, kennen Sie aber bestimmt jemanden, der – normalerweise leicht zu übersehen – plötzlich Aufmerksamkeit erlangte, weil er trendige Hosenträger mit Edelweißblütendessin anlegte oder weil ihn auf einmal ein (abwischbares) Riesentattoo mit aufgerichteter, zischender Kobra zierte.

Anstrengungen dieser Art werden meist aus zwei Gründen auf sich genommen: Entweder – was seltener ist – um vom eigentlichen Objekt z. B. wegen Makeln abzulenken bzw. sie damit zu kaschieren oder aber, um durch einfallsreiche Vorkehrungen ganz gezielt auf es hinzuweisen.
Und nun wären wir im Gewächshaushaus von Planten und Blomen und beim ungewöhnlichen Sockenbaum (Deherainia smaragdina).

Wer den gewundenen Gang im Tropenteil der Schauhäuser entlangschlendert, erlebt eine große Vielfalt von Pflanzen. Alle Größen sind vertreten, von Bodendeckern bis hin zu Palmen, die einige Meter hoch bis an die Glashausdecke stoßen. Es versammeln sich sämtliche Blattformen, von zierlichem,  lanzettlichem oder fast nadelförmigem Grün bis hin zu großen Wedeln und Riesenlaubblättern (z. B. die der Bananenstaude Musa x paradisiaca u. a.). In diesem Dschungel aus Formen und Grüntönen wird automatisch speziell auf Blüten geachtet. Denn jede andere Farbe als Grün fällt besonders ins Auge.
Das ist schön für die Pflanzen, die knallrote Blüten oder leuchtendgelbe Früchte aufweisen können. Auch besondere Blütenformen fallen sofort auf. Sie alle werden wahrgenommen. Hier von den Besuchern, in der freien Natur glücklicherweise auch von Vögeln, Insekten, Schmetterlingen … all jenen, die bei der Bestäubung wichtig sind, wenn der Wind alleine nicht ausreicht.

Planten un Blomen - Tropenschauhaus - Pachystachys coccinea (Aubl.) Nees, (Familie der  Acanthaceae)

Planten un Blomen – Tropenschauhaus – Pachystachys coccinea (Aubl.) Nees, (Familie der Acanthaceae)

Planten un Blomen - Tropenschauhaus - Kakao (Theobroma cacao) - Jede Frucht enthält 20 bis 50 Samen (Kakaobohnen)

Planten un Blomen – Tropenschauhaus – Kakao (Theobroma cacao) – Jede Frucht enthält 20 bis 50 Samen (Kakaobohnen)

Planten un Blomen - Tropenschauhaus - Die Blüte des Schößlings-Drachenbaums (Dracaena surculosa) wirkt sehr filigran

Planten un Blomen – Tropenschauhaus – Die Blüte des Schößlings-Drachenbaums (Dracaena surculosa) wirkt sehr filigran

Nur sind andere, unauffälligere Pflanzen deshalb weniger besonders? Nehmen wir die Deherainia Smaragdina, den „Sockenbaum“.
Die Blätter sind hübsch, dennoch würden Sie vielleicht  daran vorbeilaufen, weil sich sowohl Strauch als auch Blattgrün nicht kolossal von anderen Pflanzen abheben. Die Blätter wachsen rosettenförmig, der Zuwachs bildet sich etwas etagenförmig.
Nett. Und sonst?

Planten un Blomen - Tropenschauhaus - Deherainia Smaragdina -  Ein Blick nach oben ins Grün des Strauchs ... unauffällig.

Planten un Blomen – Tropenschauhaus – Deherainia Smaragdina – Ein Blick nach oben ins Grün des Strauchs : Die Blätter formen Blattrosetten und wachsen etagenförmig … eher unauffällig.

Sie spazierten vorbei und – speziell morgens! – würden Sie auf Höhe des Bäumchens die Nase rümpfen, mit mühsam unterdrückter Empörung Ihre Begleitung anschauen oder – falls Sie alleine kamen – einen leicht vorwurfsvollen Blick auf den Ihnen am nächsten stehenden Besucher werfen. Sie hätte den Verdacht, jemand wäre in lang nicht gewaschenen Socken erschienen bzw. hätte im Rucksack relativ streng, auch etwas säuerlich riechenden Käse mit eingeschleppt. Selbst wenn Ihre Nase etwas unempfindlicher und toleranter wäre, käme Ihnen beim Schnuppern trotzdem der Gedanke:
Mensch, die könnten hier aber auch mal lüften! Riecht ganz schön abgestanden … Schnell weiter!
Und schon hätten Sie es verpasst!
Die Blüte des Strauches, der in Wirklichkeit für das Müffeln zuständig ist. Ein gar nicht so großes Bäumchen mit dem Namen Deherainia smaragdina. Das Smaragdgrün bezieht sich auf die Farbe der kleinen, nur zwei bis max. vier Zentimeter großen Blüten, die fast das Grün des Laubs besitzen und somit auf den ersten Blick kaum auffallen. Wir wissen, das ist unvorteilhaft, weil Insekten eben auf leuchtende Farben fliegen und – ganz im Sinne der Pflanze – die Bestäubung doch gesichert sein sollte. Nun, wenn sie schon farblich nicht mit Auffälligkeit punkten kann, dann eben mit Geruch. Üblem Geruch!
Beides, grüne Blüten und Gestank, deuten auf Fliegen als Bestäuber hin.
Sie ist trotz allem irgendwie hübsch! Man muss nur wissen, dass diese Blüte da ist und genau hinschauen!

Planten un Blomen - Tropenschauhaus - Die smaragdgrünen Blüten der Deherainia Smaragdina-

Planten un Blomen – Tropenschauhaus – Die smaragdgrünen Blüten der Deherainia Smaragdina

Interessant bei dieser Blüte ist, dass sie zwittrig ist. Es gibt unterschiedliche Reifezeitpunkte der männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane, was die Blüte nun wieder funktionell eingeschlechtlich macht.
Sehr speziell!
Bei dieser Pflanze  erfolgt die Bestäubung, wenn sich die Blüte in der ersten, der männlichen Phase befindet. Diese Phase erkennt man daran, dass die Staubblätter in der Mitte der Blüte alle am Griffel angelagert sind. Der Pollen wird abgegeben, sobald sich die Staubbeutel nach außen öffnen. Der Pollen (männliches Geschlechtsorgan) ist also in dieser Phase bereits ausgereift, während der Stempel (weibliches Geschlechtsorgan) noch unausgereift ist.
Wenn die sterilen Staubbeutel den Weg zur Narbe für den Pollen freigegeben haben, ist die Blüte in der zweiten, der weiblichen Phase. Erst dann ist die Narbe des Stempels empfängnisbereit.

Durch diese zeitliche Trennung ist es fast unmöglich, dass eine Selbstbestäubung stattfindet und sich somit auf Dauer zu wenige genetische Möglichkeiten zur Rekombination ergeben. Das birgt immer die Gefahr, dass die Pflanze auf Dauer nicht überleben kann.
Praktisch, oder? Die Natur ist schon ziemlich schlau, wenn Sie durch diesen Trick der versetzten Reife die Fremdbestäubung durch den Pollen einer anderen Pflanze begünstigt.
Nach und nach bewegen sich die Staubblätter jetzt nach außen. Am Ende schaut es so aus, als würde ein Stern auf den Kronblättern liegen.
Auf dem folgenden Foto können Sie beim genauen Hinsehen Blüten in unterschiedlichen Stadien der Reife erkennen. Oben im Foto ein Exemplar im ersten Stadium, weiter unten und zurückliegend zwei Blüten, die bereits in die zweite Phase eingetreten sind.

Planten un Blomen - Tropenschauhaus - Die smaragdgrünen Blüten der Deherainia smaragdina - Unterschiedliche Reifezeitpunkte von männl. u. weibl. Geschlechtsorganen.

Planten un Blomen – Tropenschauhaus – Die smaragdgrünen Blüten der Deherainia smaragdina – Unterschiedliche Reifezeitpunkte von männl. u. weibl. Geschlechtsorganen.

So, hätten Sie denn nun im Vorbeigehen auf diese kleinen, smaragdgrünen Blüten geachtet?
Die Mitarbeiter im Tropenhaus waren sich dessen nicht so sicher, und so hat man etwas getrickst. In Anlehnung an den üblen Käsemauken- und Sockengeruch, hängte man als Blickfang formschöne Exemplare eines roten, weißen und schwarzen Strumpfes in den Strauch und nannte die Neukreation kurzerhand „Sockenbaum“.

Planten un Blomen - Tropenschauhaus - Deherainia Smaragdina -  Damit man ihn wahrnimmt ... In Anlehnung an seinen müffelnden Geruch wurde aus ihm ein gut sichtbarer Sockenbaum

Planten un Blomen – Tropenschauhaus – Deherainia Smaragdina – Damit man ihn wahrnimmt … In Anlehnung an seinen müffelnden Geruch wurde aus ihm ein gut sichtbarer Sockenbaum

Was wir mit Hosenträgern, Haarspangen, Rallyestreifen, Tattoos oder Tortenguss hinbekommen, können die nämlich auch:
Aufmerksamkeit gewinnen!

©April 2014 by Michèle Legrand
Michèle Legrand ©Foto Andreas Grav (Ausschnitt)

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  1. #1 von anglogermantranslations am 25/04/2014 - 19:02

    Das verhält sich so wie mit der stolzen Eiche und dem Schwein, das sich an ihr reibt … Und die Aufmerksamkeit der Besucher dürfte diesem Baum ziemlich wurscht sein.

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    • #2 von ladyfromhamburg am 25/04/2014 - 19:21

      Das wird sicher so sein. Bei Lessings Fabel war es allerdings schon ein wenig anders. Und auch hier geht weniger darum, dem Baum narzisstische Züge anzudichten, als vielmehr darum, (als Botanischer Garten) dafür Sorge zu tragen, dass – wenn er schon im Tropenhaus gedeiht und sogar blüht – ihn möglichst viele in seiner ganzen Pracht und Besonderheit wahrnehmen und nicht nur die Hälfte mitbekommen.

      LG Michèle

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  2. #6 von helago am 25/04/2014 - 20:14

    Es ist schon ewig her seit ich das letzte Mal in Hamburg war. Anno 2005 anlässlich eines Gespräches mit einer bekannten Persönlichkeit über die ich einen Artikel geschrieben habe.
    Deine Bilder machen Lust das Tropemschauhaus mal selbst zu besuchen. Von der Blume (erstes Foto) habe ich bisher nichts gehört. Bloggen bildet auch noch.
    bon week-end
    Salut
    Helmut

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    • #7 von ladyfromhamburg am 25/04/2014 - 21:40

      Vielleicht führt dich dein Weg ja wieder einmal nach Hamburg, Helmut. Dann spricht auch nichts gegen einen kleinen Abstecher zur Parkanlage Planten un Blomen mit einem Besuch der Gewächshäuser. Irgendeine aktuelle Besonderheit gibt es immer zusätzlich zu der ohnehin wunderschönen Pflanzenwelt. Hier im Blog finden sich bereits einige Ausflüge dorthin, die man rechts (in einer eigenen Kategorie) auf der Startseite leicht aufspüren kann. Vielen Dank für den Blogbesuch und deinen Kommentar!

      LG Michèle

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  3. #8 von Josef am 25/04/2014 - 21:19

    Liebe Michèle, langsam, aber kurzweilig und geschickt kommst Du mit dem Text zum Thema. Du bietest den Leserinnen und Lesern einen unterhaltsamen und heiteren Spiegel an. Bei der Beschreibung der Wahrnehmung des Geruchs musste ich sehr lachen. Die Vorgänge um die Fortpflanzung habe ich natürlich als anständiger Münchner nicht verstanden. Der Höhepunkt ist jedenfalls die kleine Gaudi der Mitarbeiter mit den Socken. Vielen Dank für den schönen, informativen und amüsanten Beitrag. Herzliche Grüße vom Tivoli in München, Josef

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    • #9 von ladyfromhamburg am 25/04/2014 - 21:49

      Lieber Josef, schön dich hier zu lesen! Danke für deinen Kommentar! Freut mich, wenn es kurzweilig und zugleich informativ für dich war. Du musst dich ja auch nicht lang an den Feinheiten der Fortpflanzung aufhalten – so als „anständiger Müncher“ :-D. (Die Begründung fand ich umwerfend und musste heimlich lachen). Jeder sucht sich das heraus, was für ihn interessant ist und ihn anspricht. So ist das hier gedacht.

      Ich wünsche dir ein schönes Wochenende! Liebe Grüße zurück!
      Michèle

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  4. #10 von regenbogenlichter am 25/04/2014 - 21:45

    Das war wieder klasse liebe Michéle. Bei Pflanzen bin ich eh immer dabei .;-)
    Und die Blüten sind wirklich interessant, hübsch und sehenswert. Schade, wenn man sie verpassen würde.Wofür „rote Socken“ doch gut sein können. *gg*

    Liebe Grüße
    Ute

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    • #11 von ladyfromhamburg am 25/04/2014 - 21:57

      Liebe Ute, ich weiß nicht, wem die jetzt jeweils einen roten, weißen und schwarzen Socken gezockt haben, aber ich hoffe, der Eigentümer bekommt sie nach der Blüte zurück. ^^ Mir geht es wie dir, ich finde diese zuerst kaum sichtbaren Blüten sehr apart, zart und irgendwie zauberhaft. Auch den unterschiedlichen Zustand im Innern (mal ganz einfach gesagt). Wäre so schade, wann man daran achtlos vorbeiginge.
      Es freut mich, dass ich dich mit einem Pflanzenblogpost auch wieder erfreuen konnte! Danke fürs Dabeisein und den Kommentar!

      LG Michèle

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      • #12 von regenbogenlichter am 26/04/2014 - 04:04

        Lach, ja vielleicht geht es dann auch ohne die Socke. Ich hätte auch noch welche zu spendieren, rote “Schlafsocken von einer Fluggesellschaft. Ungebraucht, fast neu… in irgendeiner Schublade müssen die noch rumfliegen. ;-)
        Und manchmal offenbart sich Schönheit erst beim genauen Hinschauen. Diese Blüten gehören dazu. Die gefallen mir sehr gut. Deine Beschreibung passt genau.
        Hab ein schönes Wochenende!
        LG
        Ute

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  5. #13 von twilight am 25/04/2014 - 22:10

    Wieder ein sehr schöner Text mit tollen Bildern. Ich sollte bei Gelegenheit mal wieder nach HH fahren!

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  6. #15 von Silberdistel am 26/04/2014 - 18:09

    :-D Tja, wie war das noch? “Man muss sich nur zu helfen wissen”, sprach die Frau und wischte mit der Katze den Ofen aus :-D Auch wenn es dem Baum egal ist, ob der Mensch ihn anschaut oder nicht, schade wär es trotzdem, wenn man diesen durchaus sehr hübschen Blüten keine Beachtung schenken würde. Ich finde, die Idee mit den Socken hat irgendwie etwas. Auf jeden Fall hat einer der Mitarbeiter des Tropenschauhauses Humor :-D
    Liebe Grüße von der Silberdistel

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    • #16 von ladyfromhamburg am 27/04/2014 - 15:30

      Liebe Silberdistel, ich sah gerade vor meinem inneren Auge deine beiden zauberhaften, plüschigen Hausgenossen und dachte mit Schrecken daran, dass sie zum Ofenputzmittel mutieren könnten. Schnell vergessen! :-)
      Genauso habe ich die Sonderdekoration auch gesehen – als humorvolle und absolut taugliche Aktion, die gewährleistet, dass die Blütezeit mit ihren smaragdgrünen Schätzen nicht (ungewollt) unbeachtet verstreicht. Ich vermute Sven Bernhard und/oder Heiko Lüdke vom Tropenschauhaus hatten dabei ihre Finger im Spiel … ^^

      Liebe Grüße
      Michèle

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      • #17 von Silberdistel am 27/04/2014 - 16:58

        Liebe Michèle, Du musst ganz sicher keine Angst um meine beiden plüschigen Hausgenossen haben :-) Sie zum Ofenputzen zu benutzen … nein, das würde ich ganz sicher nicht fertigbringen. Also, Du musst nicht den Tierschutz anrufen ;-) Mir fiel nur schlagartig, als ich Deine Geschichte mit den Socken im Baum las, dieses Beispielsprichwort aus einem kleinen Büchlein, das in unserem Bücherschrank steht, ein. Es heißt: “Irren ist menschlich : alte und neue Beispielsprichwörter”. Es ist vor ewig langer Zeit einmal im Eulenspiegel Verlag Berlin erschienen (1976 in 2. Aufl.) Ich schaue immer noch gern hinein, weil man darin viele solcher schrägen Sprichwörter findet. Als ich jetzt noch einmal darin nachschaute, habe ich bemerkt, dass ich doch glatt ein neues Beispielsprichwort kreiert habe – sozusagen aus zwei mach eins. Eines heißt: “Man muss sich daran gewöhnen, Miez, sagte der Bäcker, da fegte er mit der Katze den heißen Ofen aus.” (S. 12) Das zweite heißt: “Man muss sich nur zu helfen wissen, meinte die Frau und wischte den Tisch mit der Katze ab.” (S. 40)
        Liebe Grüße und einen schönen Sonntagabend wünscht die Silberdistel :-D

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  7. #18 von marliesgierls am 27/04/2014 - 18:31

    Was es alles gibt, immer wieder erstaunlich. Jetzt muss ich aber doch bald mal wieder hin, Diese Blüten finde ich wunderschön, ich mag es, wenn sie so grünlich Ton in Ton sind, und sich wirklich nur beim genau hinschauen zeigen, geheimnisvoll. Trotzdem eine lustige Idee mit den Socken, das Tropenschauhaus soll ja nicht nur für den Experten sein, und so etwas hat auch einen guten Erinnerungswert. Einen schönen Sonntagabend, lg MArlies

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    • #19 von ladyfromhamburg am 27/04/2014 - 22:59

      Liebe Marlies, da hast du gerade etwas sehr genau getroffen! Es ist nicht nur für Experten! Wer es so weiß – prima! Doch hier versammeln sich nicht ausschließlich Botaniker, hier kommen alle. Manchmal auch ganz spontan, weil sie beim Anblick des Tropenschauhauses Lust bekamen. Nicht jeder bringt umfangreiches Vorwissen oder den geschulten Blick automatisch mit – dafür etwas anderes: Interesse, Neugier, Lust! Warum soll ein unbedarft und eher ahnungsloser, dennoch potenziell interessierter (und vielleicht auch wiederkehrender) Gast des Gewächshauses, nicht auf unkonventionelle Art aufgemerksam gemacht werden, wenn ein „Bewohner“ des Gewächshauses gerade etwas besonders ausgeheckt hat. Eine Schrifttafel erfüllt natürlich auch oft diesen Zweck, nur je mehr davon aufgestellt werden, desto eher wird beim Lesen eine ausgelassen. Hier gab es auch weiterführende Angaben – nur der Eyecatcher, das waren defintiv zu Beginn die Socken.
      Eine spanische Familie mit einer etwa 10jährigen Tochter war auch dort. Sie verstanden die Texttafel nicht, aber bestaunten die Socken. Wir haben uns auf Englisch und Spanisch darüber unterhalten. Als das Mädchen den Sinn und Zweck verstanden hatte, bestaunte sie die BLüten und die gesamte Pflanze, machte noch viele Fotos und wollte gar nicht so schnell wieder weg von dort. Ich denke, dass manchmal auch Besucher untereinander so leichter ins Gespräch über die Pflanzen kommen. Und dann hast du – ganz eindeutig – auch absolut recht mit deinem Erinnerungswert!
      LG Michèle

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      • #20 von marliesgierls am 28/04/2014 - 08:18

        Fein, dass ich deine Ansicht auch getroffen habe. Bei mir ist es häufig, dass ich durch bildliche Verbindungen mir einiges deutlich besser merken kann, als nur abstrakt, aber das ist wohl eigentlich bei allen Menschen so. Außerdem bin ich so wie so immer für neue, ungewöhnliche Wege, Methoden. Die Museen u.a. haben ja in den letzten Jahre auch gemerkt, dass sie neue Wege beschreiben müssen, um Besucher zu bekommen. Einen schönen Wochenstart, lg MArlies

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  8. #21 von Franks Pflanzenlexikon am 30/04/2014 - 13:18

    Eine schöne amüsante Beractungsweise und nebenbei noch mit der Beschreibung der vormännlichen Blüten, die gar nicht so selten sind, ein botanisches Lehrstück.
    Weiter so!
    LG Frank

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    • #22 von ladyfromhamburg am 01/05/2014 - 18:12

      Danke für deinen netten Kommentar, Frank! Sicher geht es weiter, dazu mag ich Pflanzen und botanische Besonderheiten viel zu sehr, als sie von jetzt ab zu ignorieren. ^^ Es ist hier schon einiges im Blog gelandet Die Blüte der Titanenwurz (Amorphophallus titanum), ein Jahr mit der Aralia elata, der Leberwurstbaum (Kigelia africana), die Menschenfressertomate und weitere Dinge in Garten und Parks. Freut mich, wenn es dir gefallen hat – Schaue auch sehr gern bei dir vorbei!

      LG Michèle

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  9. #23 von ernstblumenstein am 05/05/2014 - 12:47

    freu… wieder ein schöner und “habichnichtgewusst” Planten un Blomen – Bericht ! Danke Michèle.
    Grüess Ernst

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