Emil von Elite oder wo es hingeht …

Michèle Legrand - WordPress.com - ©Foto Andreas GravWas sagen Ihnen die folgenden Begriffe?
Flach, Windmühlen.
Um welche Gegend geht es? Von welchem Land ist die Rede?
Möchten Sie weitere Hilfe?
Wohnwagen, Fahrräder, Tulpen, Rudi Carrell, Frau Antje, Käse, Genever, Hermann van Veen, orange Trikots …
Also, wer jetzt nicht …!
Sehr richtig! Es geht um Holland, die Niederlande. Nun weiter.
Wo genau dort? Ich hätte wieder Hinweise …
Hafen, Grachten, Coffee Shops, Rijksmuseum, ein Chanson von Jaques Brel …
Bitte? Exakt. Amsterdam!

Einen Teil der kommenden Woche werde ich in Amsterdam sein und hoffe, Ihnen dort nebenbei ein paar Eindrücke einsammeln und mitbringen zu können. Ich bin selbst sehr gespannt, wie es heute aussieht! Einmal war ich bereits dort, doch der Aufenthalt ist urlange her und war zudem extrem kurz.
Mir ist die Reise allerdings in Erinnerung geblieben, denn meine Großeltern spendierten diese Bustour nach Holland als ich Teenager und 14 oder 15 Jahre alt war. Ich war mir nie ganz sicher, ob sie mir selbstlos eine Freude machen wollten oder …
Wissen Sie, sie selbst buchten nämlich ebenfalls, und so fungierte ich vier Tage als ihre Begleitung und saß inmitten einer aufgekratzten Busladung *hüstel* etwas älterer Herrschaften mit der Aufgabe, als jugendlich-bewegliche, nicht knackende und knirschende, zudem mit intakter Sehkraft ausgestattete, helfende Hand einzuspringen und obendrein an Bord die Funktion eines Altersdurchschnittsreduzierer zu übernehmen. Er betrug danach wahrscheinlich nur noch 74 Jahre.
Es ging an verschiedene Orte. Der Tulpenpark Keukenhof wurde angesteuert, Madurodam – jener Park, der Holland in Miniatur zeigt, es ging nach Scheveningen, nach Alkmaar, um dort den besonderen Käsemarkt (an jedem Freitag) zu erleben, weiterhin zu einer Porzellanmanufaktur und an einem der Reisetage standen eben auch Amsterdam und eine Grachtenfahrt auf dem Programm. Ich glaube fast, für mehr hat die Zeit gar nicht gereicht. Jedenfalls ist mir kaum sonst etwas haften geblieben, während die anderen Stationen noch recht klar erscheinen.

Elite-Busreisen, so hieß das Unternehmen, das die Hollandtour veranstaltete, sein Fahrer Emil. Emil und sonst nichts. So wollte der Herr mittleren Alters genannt werden. Ein Mann für alle Fälle. Er fuhr nicht nur den Bus, er erzählte auch unterunterbrochen, war somit Reiseleiter, Bei-Laune-Halter und Fahrer in Personalunion. Er staute Unmengen von Gepäck, kümmerte sich um Tickets vor Ort, sah zu, dass alle ihr Essen bekamen, brachte abends die Herrschaften zu ihren festen, immergleichen Privatquartieren und ließ sich – ungeachtet seiner eigenen Quirligkeit – selbst durch nichts aus der Ruhe bringen. Sollte sich von Ihnen noch jemand an den Berliner Kabarettisten Wolfgang Gruner erinnern – Emil von Elite hätte sein Bruder sein können.

Ich glaube, er sorgte – neben den holländischen Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten, die mich natürlich schon interessierten! – damals dafür, dass ich die Tage als einzige Jugendliche unter ausschließlich Senioren nicht als pure Katastrophe (das denkt man in dem Alter manchmal), sondern durch ihn tatsächlich recht unterhaltsam fand – und dafür sage ich ihm heute verspätet vielen Dank! Er müsste mittlerweile wohl um die Achtzig sein, und ich hoffe sehr, dass er noch unter uns ist.

Dieses Mal wird die Anreise mit der Bahn erfolgen. Ohne einen Emil. Aber auch ohne Großeltern. Sie sind schon lange gegangen. Also keine Seniorenreise. Oder …
Warten Sie!
Wenn man es ganz genau nimmt vielleicht doch! Die Seniorenreise, meine ich. Denn zumindest in Sportlerkreisen oder bei der Einteilung in diese werberelevanten Altersgruppen, würde ich selbst schon als Seniorin zählen!
Unglaublich! Bodenlose Frechheit!  (Unter uns: mich kratzt das überhaupt nicht …^^)
Im Übrigen werde ich diesmal selbst eine junge Begleitung haben, die den Altersschnitt gehörig senkt. Wir befinden uns dann flugs wieder im flotten Mittdreißigerbereich.

Falls Sie in den nächsten Tagen nichts von mir hören, dann bin ich mit den holländischen Nachbarn beschäftigt und habe zu tun.
Doch ich komme wieder! Machen Sie sich da bitte nichts vor!
Met een beetje geluk ben ik vrijdag weer thuis.

Tot gauw! Bis bald!

©September 2013 by Michèle Legrand

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  1. #1 von finbarsgift am 16/09/2013 - 11:40

    Viel Freude in Amsterdam und Holland, travelling saleswomen *g*

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  2. #3 von Zeitreisender am 16/09/2013 - 20:42

    Tot ziens!

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  3. #5 von Fotografikum am 19/09/2013 - 22:08

    jetzt weiß ich, warum du mich nicht mitnimmst. ich hätte den altersdurchschnitt kräftig nach oben gebracht :)
    lge

    Gefällt mir

    • #6 von ladyfromhamburg am 21/09/2013 - 16:02

      Ach komm, dafür (als Altersdurchschnittsenker) hätten sich doch bestimmt noch andere gefunden! Das ist doch kein Grund, dass du hierbleiben musst! :-)

      LG Michèle

      Gefällt mir

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