Verschollene Flugobjekte und Gebumse …

Michèle Legrand - Michèle. Gedanken(sprünge) @wordpress.comIm Grunde bin ich dabei, für Sie etwas völlig anderes im Blog vorzubereiten, doch manchmal geschehen kuriose kleine Dinge zwischendurch, die möchte ich Ihnen einfach nicht vorenthalten.
Falls Sie mit mir via Twitter oder Facebook in Kontakt stehen, widmen Sie sich doch bitte einen Moment etwas anderem, denn Sie haben dort den Früherfahrervorteil, das Erstleserprivileg. Dort plaudere ich gelegentlich Erlebnisse aus, die nie den Weg in den Blog finden.
Das sei schade, meinten Blogleser, die es zufällig bemerkten. Vielleicht haben sie recht … Sie (klein- und großgeschrieben) sollen nicht im Nachteil sein. Daher erscheinen ab jetzt an dieser Stelle hin und wieder auch solche Kleinigkeiten.

Heute Nachmittag klingelte es unvermittelt an der Tür.
Stürmisch, mit einer deutlich erkennbaren Dringlichkeit!
Ein mir bisher nur vom Sehen bekannter Herr, der in einer Parallelstraße wohnt, stand leicht erhitzt und errötet auf der Fußmatte. Zunächst wortlos.
Ich schickte also einen fragenden Blick in seine Richtung.
„Ja, hallo, guten Tag. Also ich bin der von hinten dran. Im Garten meine ich. Zweiter von rechts – oder links, wenn Sie es von sich aus sehen.“
„Ah ja … Was führt Sie denn zu mir?“
Nun brach es auch ihm heraus und seine Worte überschlugen sich beinahe:
„Ich … er … Wissen Sie, plötzlich …! Und dann …“
Ich hatte das Gefühl, er musste erst einmal überflüssige Spucke herunterschlucken. Mein etwas entfernter wohnender Nachbar versuchte krampfhaft sich zu sammeln und schließlich presste er einen kompletten Satz heraus. Eine Bitte.
„Kann ich mal in Ihrem Garten nach meinem Hubschrauber suchen?“
Schnappatmung beim ihm, Verblüffung bei mir. Vielleicht wurde ihm klar, dass ein Hubschrauber im privaten Staudenbeet nicht an der Tagesordnung ist und es weiterer Erklärungen bedurfte. So erbarmte er sich und ratterte – nun relativ flüssig – Ergänzungen herunter.
Er hätte einen Modellhubschrauber. Ganz neu sei der! Ein sagenhaftes Flugobjekt. Vor allem sei der verdammt teuer gewesen! Gemessen an seiner Aufregung ein Objekt im Gegenwert eines Goldbarrens. Mindestens!
Er hätte den Hubschrauber heute das erste Mal fliegen lassen.
Macht das doofe Ding doch was es will und haut ihm unerlaubt ab!
Oder – wenn ich es mit meinen eigenen Worten ausdrücken sollte: Er stand mit der Fernsteuerung noch erheblich auf Kriegsfuß.
Ach, die Chose war jedenfalls tragisch.
Ist es noch!
Denn leider, leider, hat sich das Flugobjekt bisher nicht wieder angefunden. Sollten Sie also bei sich einen recht luxuriösen, herrenlosen Hubschrauber entdecken, dann melden Sie sich doch netterweise bei dem Herrn, dem zweiten von rechts, nein links, dem hinten dran – ach, Sie wissen schon.

Ich hätte da auch noch die Sache mit der Rolltreppe, falls Sie die erfahren möchten …?

Manche Menschen sind mir vielleicht Kandidaten! Sie haben die Angewohnheit abrupt zu stoppen, sobald ihre Rolltreppenfahrt oben oder unten endet und sie gerade eben wieder festen Boden unter den Füßen haben. Eine ältere Dame gestern zeigte auch dieses Verhalten, blieb oben stehen, verharrte regungslos und blockierte damit den Durchlass. Komplett!
Der forsche Herr hinter ihr lief prompt auf.
Ein Kleinkind beobachtete den Vorfall und stellte ernsthaft fest:
„Mama, der Mann da hat gerade die Frau gebumst!“
Gut, dass das mal geklärt wurde.

Schönes Wochenende und bis demnächst!

©September 2013 by Michèle Legrand

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  1. #1 von Follygirl am 06/09/2013 - 17:46

    :) !!!

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  2. #2 von Silberdistel am 06/09/2013 - 19:34

    Diese Hubschrauber scheinen eine Landplage zu sein. ;-) Mit schwirrte vor gar nicht so langer Zeit auch einer ums Haupt – ebenso aus dem Nachbargarten.

    Was an Rolltreppen doch heutzutage alles passiert :-D

    Liebe Grüße von der Silberdistel

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    • #3 von ladyfromhamburg am 08/09/2013 - 14:49

      Kaum hatte ich das Erlebnis mit diesem abtrünnigen Hubschrauber, las ich just am nächsten Tag in der Zeitung ebenfalls von einem – etwas schlechter ausgehenden – Fall von sich verselbständigendem Flugmodell.
      Und über Twitter schickten mir Menschen Beispielvideos von YouTube, die belegten, dass diese Hubschrauber nicht ohne sind!
      Dass du selbst auch schon Hubschrauberbekanntschaft gemacht hast, zeigt mir, dass keine Region vor dem Zeug sicher ist. Gut, dass du ihn damals nicht abbekommen hast!

      LG Michèle

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  3. #4 von luentje am 06/09/2013 - 21:39

    Eine lustige Geschichte. Fliegerische Grundkenntnisse sind absolut notwendig um nicht in Nachbars Garten abzustürzen.^^

    Grüße von Lüntje

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    • #5 von ladyfromhamburg am 08/09/2013 - 14:52

      Es scheint häufiger vorzukommen, dass Hubschrauber sich etwas unberechenbar zeigen. Ich hatte schon überlegt, ob ich meinem entfernteren Nachbarn vielleicht mit meine Annahme, es käme mit seiner FB nicht zurecht, unrecht getan hätte. Doch du, leiber Lüntje – als Mensch mit Ahnung vom Fliegen – meinst also, man braucht nicht nur die Fernsteuerung, sondern auch generell ein bisschen Ahnung und Fachwissen.
      Scheint mir logisch und überzeugt mich irgendwie.

      LG Michèle

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  4. #6 von regenbogenlichter am 07/09/2013 - 07:31

    Wäre der Hubschrauber in deinem Fenster gelandet, hättest du ihn wahrscheinlich sofort gefunden. ;-)
    Und Männer habt ihr in Hamburg, an der Rolltreppe… tzzzz… :mrgreen:

    Danke für die erheiternden Geschichten und dir auch ein wundervolles Wochenende liebe Michėle.
    Liebe Grüße
    Ute

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    • #7 von ladyfromhamburg am 08/09/2013 - 14:57

      Ute, der Herr suchte ziemlich genau – doch eigentlich hätte ich ihm gleich sagen können, dass bei mir nichts gelandet ist. Ich war davor länger auf der Terrasse gewesen und hätte es vermutlich irgendwie gehört, wenn sich die Rotorblätter eines wildgewordenen Hubschraubers bei mir durch die Büsche geschlagen hätten. Ich höre ja schon, wenn der Gimpel durchs Geäst hüpft. ^^ Ich bin schon sehr froh, dass er das Ding weder ins Fenster, noch an meinen Kopf o. ä. geleitet hat. Mich interessiert allerdings, ob sein teurer Hubi irgendwann und irgendwo wieder auftaucht. Mein einer Nachbar hat ja einen Teich … :-)

      Dir auch einen schönen Sonntag!
      LG Michèle

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      • #8 von regenbogenlichter am 08/09/2013 - 16:52

        Dann ist auftauchen eventuell dann im wahrsten Sinne des Wortes… ;-)
        Das glaube ich dir gern, so ein Teil kann an Fenster oder Kopf sicher ganz schön Schaden anrichten.

        Günstiger wäre es vielleicht auch, mit solchem Spielzeug auf eine freie Fläche zu gehen.

        Liebe Grüße
        Ute

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  5. #9 von Fotografikum am 07/09/2013 - 19:19

    es gibt wohl menschen, die stehen auf abenteuer an der rolltreppe. ich musste auch einmal eine dame banrempeln
    lge

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    • #10 von ladyfromhamburg am 08/09/2013 - 15:01

      Blieb sie auch so unvermutet völlig stehen? Das kommt relativ häufig vor. Sowohl bei Damen als auch bei Herren. Und nicht nur bei Rolltreppen, sondern ebenfalls bei normalen Stufen. Dort gern auch schon mittendrin, um mitten auf den Stufen in Ruhe mit dem Handy zu telefonieren.

      LG Michèle

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