Wenn Sie dieses Ding verlieren, dann … doch lesen Sie selbst

Haben Sie gelegentlich Langeweile, möchten mehr telefonieren, häufiger fremde Menschen treffen, mehr kommunizieren?
Fehlt Ihnen manchmal einfach ein Gesprächsthema?
Fahren Sie gern sinnlos herum – also im Sinne von umsonst?

Auf mich traf das eben Genannte im Grunde überhaupt nicht zu, doch entdeckte ich in den letzten acht Wochen eine sichere Methode, wie Sie all dies mühelos praktizieren können.
Sie müssen sich vorher lediglich einen Hochentaster anschaffen.
Sehen Sie?
Schon kommen wir ins Gespräch!
Gut, möglicherweise wissen ein paar Versprenkelte unter Ihnen gleich Bescheid, doch ich vermute, die Mehrheit liest dieses Wort, stockt verwundert, beginnt abermals, ändert die Betonung und startet einen neuen Versuch. Die Rätselnden tendieren irgendwann zum Taster, können jedoch nichts mit Hochen anfangen und tippen daher – irgendetwas muss es ja schließlich bedeuten – auf Toaster, was aber auch nicht weiterführt …
Es ist fa-halsch!

Ich helfe Ihnen, so wie man auch mir einmal auf die Sprünge half.
Bitte trennen Sie den ominösen Begriff folgendermaßen: Hoch-ent-aster.
A-haaa!
Ein Gerät am langen Teleskopstiel, an dessen Ende sich eine – in meinem Fall elektrisch betriebene – Kettensäge befindet. Ein hervorragendes Mittel, um in großer Höhe störende Äste an Bäumen und Gehölzen zu entfernen, ohne sich auf eine wackelige Leiter begeben zu müssen. Gerade, wenn Sie alleine im Garten arbeiten, ist es Gold wert, denn niemand reicht Ihnen etwas zu, wenn Sie vorher aus Sicherheitsgründen „erst einmal“ ohne Ballast die Leiter erklimmen und keiner ist Ihr Leiterhalter, während Sie in schwindelnder Höhe herumsägen.
Ein weiterer Pluspunkt dieses Entasters ist die Kraft- und Zeitersparnis bei den Arbeiten. Was ackern Sie sonst manuell herum und fluchen, wenn der alte Fuchsschwanz wieder im Holz steckenbleibt, ehe Sie es letztendlich mühsam und mit schmerzenden Oberarmen geschafft haben, den armdicken Trieb der Haselnuss zwecks Auslichtung  zu zersägen.

Die Kette einer solchen Aufsatzsäge muss während des Betriebs ständig geschmiert werden. Dafür hat das Gerät einen Öltank, der mittels eines kleinen Schraubverschlusses zugänglich bzw. abzudichten ist. Sie füllen immer wieder nach, den Rest erledigt das Gerät.

Es war lange kalt, so arbeitete ich auch Anfang April noch mit dem Hochentaster. An einem trockenen Tag kam er gleich an mehreren Stellen im Garten zum Einsatz.

Auslichten mit dem Hochentaster ...

Auslichten mit dem Hochentaster …

Ich hatte abends den großen Haufen Schnitt noch zerkleinert und das Gerät weggeräumt. Es war eine beachtliche Menge Abfall entstanden, so dass der Komposter und die Biomülltonne nicht mehr ausreichten.

Reichlich Überbleibsel beim Auslichten ...

Reichlich Überbleibsel beim Auslichten …

Es füllten sich zusätzlich zwei große Müllsäcke, die – wie praktisch – gleich am nächsten Morgen von der Müllabfuhr mitgenommen wurden.

Am darauffolgenden Nachmittag beschloss ich, doch noch einen weiteren Busch zu beschneiden und vorsichtshalber vorher neues Öl in den Tank nachzufüllen. Ich holte mir die Ölflasche und traf diverse Schutzvorkehrungen, weil es aufgrund der kleinen Einfüllöffnung gerne eine Sauerei gibt (selbst mit Trichter).

Und da war er weg!
Es war kein Deckel mehr auf dem Tank!

ochentaster - Der Deckel des Öltanks  ist weg ...

ochentaster – Der Deckel des Öltanks ist weg …

Das Blöde ist, Sie können zwar immer noch Öl einfüllen, müssten das Gerät dann aber in der waagerechten Position belassen.
Was nicht der Sinn der Sache ist!
Sobald Sie das Gerät aufrecht halten und einsetzen, fließt das Schmieröl auf Sie herab.
Was auch nicht Sinn der Sache ist!
Sie müssen aber Schmiermittel bereithalten, da sonst die Kette, respektive Ihr Entaster im Nu im Eimer ist!
Kurz und gut, dieser kleine, unscheinbare Deckel gibt den Ausschlag, ob das ganze Gerät weiterhin für Sie nutzbar sein wird oder eingemottet werden kann.

Was habe ich gemacht?
Ich habe überlegt, wo ich überall gewesen bin. Suchte Stellen ab, doch – haha! – der Deckel hat nur einen Zentimeter Durchmesser und ist schwarz!
Schwarz … Erde … Sie wissen Bescheid.

Hütte im Juni - eingewachsen

Hütte im Juni – eingewachsen

Mein Garten ist nicht großflächig asphaltiert. Er ist generell auch nicht wie geleckt. Mein Garten hat unter den Gehölzen wilde Bepflanzung!

Waldgeißbart (Aruncus dioicus) - Juni

Waldgeißbart (Aruncus dioicus) – Juni

Nach einer Weile gab ich die Suche auf. Ich glaube, es war in dem Moment, als mir einfiel, wie unsicher es war, dass sich der Deckel überhaupt noch im Garten befand.
Stichwort: Müllsäcke!
Vielleicht war er beim Einsammeln mit in den Abfall geraten. Müllsäcke ausschütten und kontrollieren ging nur leider nicht mehr.
Stichwort: morgendliche Müllabfuhr!
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich vorerst für mich allein genügend Action und Unterhaltung.

Dann startete Phase II.
Ich versuchte, eine Alternative zu dem verlorenen Deckel zu finden. Einen Ersatzdeckel oder zumindest eine Möglichkeit, die Öffnung abzudichten.
An diesem Punkt begann ich, mit anderen Menschen darüber zu reden und führte höchst interessante, hilfreiche Gespräche, die sich teilweise auch extrem amüsant entwickelten – immer dann, wenn es phantasievoll wurde und die Ideen nur so sprudelten. Die abstrusesten Ideen verursachen bekanntermaßen die größten Lacher.
Doch Schluss mit lustig. Wir befassen uns mit einer sehr ernsten Sache!
Doch, doch …

Sie glauben gar nicht, wie schwer es ist, einen solchen Deckel aufzutreiben!
Das Ding ist, es müssen nicht nur der Durchmesser und die Deckelhöhe übereinstimmen!
Die Schwierigkeit sind die Gewindesteigungen, diese Ringe, die innen das Gewinde bilden!
Kleine Deckel, die optisch dem Fehlenden ähneln, finden Sie z. B. auf Miniatur-Alkoholfläschchen. Nur ist zu große Vorfreude nicht angebracht.
Problem I: Ich trinke nicht.
Ich wäre natürlich trotzdem bereit gewesen, in solch ein Fläschchen zu investieren, den Inhalt zu verschenken („Hier! Trink!“) und den Deckel (den eigentlichen Schatz) zu behalten.
Doch Problem II: Es ist das falsche Material!
Spirituosendeckel sind aus Metall, mein Deckel jedoch aus Kunststoff.
Weiterhin haben solch kleine Verschlüsse tendenziell ein überaus feines, zartes Gewindeprofil.
Problem III: MEINER NICHT!

Ich lief fortan mit ganz anderem Blick durchs Leben, Supermärkte und Warenhäuser. Ich fand Soßenflaschen, erspähte Badesalz in Fläschchen, entdeckte Knopfröhrchen mit Schraubverschluss, Arzneimittelgläschen usw.
Vergessen Sie es! Es passt alles nicht!
Dann stieß ich auf die kleinen Plastikbehälter, die man zum Abfüllen benutzt, um auf Reisen Flüssigkeiten mit ins Flugzeug nehmen zu dürfen.
Immerhin stimmte das Material: Kunststoff! Sogar der Durchmesser entpuppte sich als tauglich. Leider hatte das Gewinde lediglich zwei Steigungen.
Mein Deckelgewinde hatte natürlich vier davon.
Es war ja klar, dass wieder irgendetwas nicht passte.
Ich nannte das Ding fortan nur noch Eigenbrödler.

Die Tipps, die ich zwischendurch weiterhin erhielt, gingen in eine ganz andere Richtung. Weg vom Gedanken Ersatzdeckel. Hin zur Alternative, die da lautete:
– Kondome abschneiden, drüberstülpen. (Gibt es so schmale, dünne?)
– Fingerkuppen von Gummihandschuhen abtrennen, Korken zuschneiden als Pfropfen, einstöpseln, mit dem Gummi sichern
– Holzpfropfen mit eingearbeitetem Herausziehbändsel
– Folienüberspannung und Fixierung mittels Umwicklungs des Stutzens
Auf diese Art entdecken Sie die heimlich kreativen Menschen, die Sie sonst nie gefunden hätten. Ich erwähnte bereits eingangs, wie sich generell Ihre Kommunikation mit anderen in dieser Zeit verbessert und füge hinzu,  dass Sie bisher sicher selten so gut durchblutete, heiße Ohren hatten wie  während Ihrer langen Telefonate, bei denen der Hörer an Ihrer Ohrmuschel klemmte.

Mittendrin – während Sie noch darüber plaudern – läuft Phase III an.
Sie entsinnen sich, dass Sie zwar keine Garantie mehr auf das Gerät haben, wollen aber dennoch den Versuch starten, über den Verkäufer Ihres Hochentasters an einen Ersatzdeckel zu kommen. Der Baumarkt Max Bahr vertreibt das Gerät als Eigenmarke, so können Sie sich nur an ihn wenden, denn den Hersteller selbst kennen Sie gar nicht.
Ein Anruf in der Gartengeräteabteilung und die Schilderung meines Anliegens stoßen auf große Hilfsbereitschaft. Der Verkäufer hat sogar die Idee, eventuell den Deckel vom Tank des Ausstellungsstücks zu entfernen und an mich herauszurücken.
Er muss jedoch zuvor fragen, ob er das darf …
Er darf nicht.
Mir wird zugesichert, dass ein Schraubverschluss vom Hersteller angefordert wird und in etwa einer Woche abholbereit sei. Ich müsste ihn aber bezahlen.
Alles gut, gar kein Thema! (Hauptsache, ich kann den Hochentaster weiter nutzen)
„Sie werden dann angerufen …!“, informiert mich der freundliche Mensch.

Die Wochen vergehen. Vier Wochen nach der Aktion – es ist nun Ende Mai – beschließe ich, den Baumarkt mit einem Besuch zu beehren und persönlich nachzufragen.
Der nächste Mitarbeiter ist ebenso hilfsbereit und freundlich, weiß aber nichts von einer Deckelanforderung. Auch er denkt an das Ausstellungsexemplar, fragt zum Glück gar nicht erst nach einer Erlaubnis, sondern erklimmt die Leiter an einem Hochregal und durchwühlt knapp unter der Decke den Hochentaster-Karton mit der Absicht, mir den darin befindlichen Deckel zu schenken.
Nur leider hat auch das Ausstellungsstück bereits keinen Deckel mehr!
Jetzt frage ich mich natürlich, ob das Ding so lose ist, dass alle Geräte es irgendwann von sich schmeißen (natürlicher Deckelschwund) – oder aber, ob bereits ein anderer Kunde seinen Tankdeckel während der Gartenarbeit verlor und nun stolzer Besitzer des Ausstellungsstück-Ersatzdeckels wurde.
Vor mir!

Der Mitarbeiter ist betrübt, überlegt rasch und macht etwas, was in mir die Hoffnung weckt, dass es diesmal besser klappen könnte. Er ruft in meinem Beisein den Hersteller an, klärt die Frage der Deckellieferung, fertigt im Computer eine offizielle Bestellung an und reicht mir einen Beleg. Eine richtige Auftragsbestätigung!
„In einer Woche ist Ihr Deckel da. Kostet etwa zwei bis drei Euro plus Versandkosten. Die allerdings betragen dann noch einmal knappe fünf Euro. Tut mir leid!“ Bedauernder Blick. „Ist das okay?“
Ich unterschreibe alles!
Ich brauche diesen Deckel!

Eine Woche später klingelt das Telefon. Ein Herr von Max Bahr verkündet mir, die Bestellung sei da. Mein Herz hüpft.
„Ich komme morgen vorbei!“, versichere ich beglückt.
„Prima! Schönen Abend noch!“, lautet die gutgelaunte Antwort am anderen Ende.

Ich erzähle dem Gatten die Neuigkeiten.
„Du, die Bestellung ist da!“
„Ach, ist mein Holz fertig?“, ist seine erfreute Reaktion.
„Dein Holz?“ Ich bin doch etwas irritiert.

Es stellt sich heraus, dass er vor zwei Tagen einen Zettel mit Maßen abgegeben hat und auf einen Holzzuschnitt wartet. An dem Tag seines Besuchs hatte Max Bahr kein Holz vorrätig gehabt.
Kurz überlegt: Bei dem Telefongespräch wurde Holz nicht erwähnt. Allerdings auch kein Deckel …
Wofür galt jetzt die Benachrichtigung?
Der Gatte drückt mir indes eine neue Aufgabe aufs Auge.
„Frag mal nach, ob inzwischen wieder Holz da ist und wenn nicht, dann bring bitte den Zettel mit den Maßen wieder mit! Dann hole ich mir das woanders. Ich möchte nicht ewig darauf warten.“
Na ja, und wenn es doch das zugeschnittene Holz ist, soll ich natürlich das mitbringen.
Ich möchte aber meinen Deckel!

Es ist spannend. Am Sonnabend finde ich mich im Baumarkt ein. Denke, dass ich den kleinen Deckel vermutlich in der Gartenabteilung an der Kasse bekomme. Irgendwo aus einer Schublade, in der er deponiert wurde.
Nix da!
„Da müssen Sie runter zur Warenausgabe!“
Ich fahre mit der Rolltreppe hinab, darüber nachdenkend, wo diese Warenausgabe sich eigentlich befindet. Passe nicht auf und pralle fast gegen einen Bahr-Mitarbeiter, der mich gleich darauf enthusiastisch begrüßt.
„Ach, Sie sind auch mal hier! Wir haben uns ja lange nicht gesehen!“
Uiii, kennen mich die Bahr-Angestellten?
Haben die so ein phänomenales Gedächtnis?

Nein, es ist ein Herr, der ab und zu im gleichen Eiscafé wie ich seinen Kaffee trinkt. Man hat sich immer nur gegenseitig gegrüßt. Hallo und Auf Wiedersehen gesagt über die Tische hinweg. Ab und zu ein Wie geht’s? im Vorbeilaufen. Kann sein, dass er auch dabei war, als sich diese Sache mit Robert Redford und dem Krokantbecher zutrug …
Nun nimmt er mich unter seine Fittiche, marschiert mit mir und dem Abholzettel zur Warenausgabe und geht auf die Suche.
Dort ist – wie praktisch – gleich gegenüber die Holzausgabe.
Ich frage nach, wie es mit der Holzsituation ausschaut und ob der Notizzettel noch da ist. Der Zettel ist weg. Doch offenbar wurden mittlerweile Zuschnitte gefertigt.
„Was ist das denn für Holz, das Ihr Mann bestellt hat?“
Was weiß ich … So genau hat er das auch nicht erzählt.
„Eine Platte, mehrere kleinere Sachen … es soll ein Modul für eine Eisenbahnanlage werden“, lautet meine magere Beschreibung.
„Ach so, dann weiß ich schon …“, sagt er, geht zum Regal, sucht und bringt mir kurz darauf die bestellten zugesägten Teile.

Holzzuschnitt ... - und wo ist mein Deckel?

Holzzuschnitt … – und wo ist mein Deckel?

Es ist fertig?
Ich muss da jetzt was klären …
„Haben Sie gestern angerufen und Bescheid gesagt, dass die Ware abholbereit sei?“
„Nein, garantiert nicht!“, kommt es sehr bestimmt. „Wir haben das erst spät gesägt, da hat keiner mehr angerufen, und heute Morgen war es zu früh. Sonnabends rufen wir nicht so zeitig bei unseren Kunden an!“ (Es ist mittlerweile 9.30 Uhr).
Gut, dann galt das Telefonat dem Deckel, und ich habe wohl Glück und bekomme nun sogar beides.

Wo bleibt bloß der „alte Bekannte“…? Er taucht gar nicht wieder auf. Inzwischen haben sich zwei weitere Kunden angefunden, die hinter mir auf einen Mitarbeiter für die Ausgabe ihrer Waren warten.
Der Plastikvorhang, der den Eingang der Warenausgabe verhängt, teilt sich, mein „Freund“ erscheint und verkündet:
„Ich kann nichts finden. Das ist ja merkwürdig.“
Er wendet sich an den Kollegen vom Holzzuschnitt. Daraufhin verschwinden beide und suchen gemeinsam. Die Wartenden werden ungeduldig.
Es vergehen etliche Minuten. Die Suche war bedauerlicherweise wieder nicht von Erfolg gekrönt. Nun wird ein spezieller Mitarbeiter – ich vermute der Einkäufer oder auch der Leiter der Warenausgabe – über Handy angerufen. Nach weiteren fünf Minuten taucht dieser persönlich auf und nimmt sich der Angelegenheit an.
Drei Männer verschwinden hinter dem Vorhang …
Drei Herren, die sich alle um mich und meinen kleinen Deckel kümmern, während die anderen Herrschaften leider noch einen Moment weiter warten müssen.
Die finden das … nicht schön – wirken aber auch verblüfft.
Mir wird es ein bisschen unangenehm.
Der „Chef“ kehrt zurück, tritt zu mir und fragt überaus vorsichtig:
„Hm … , sind Sie ganz sicher, dass man Sie angerufen hat?“

Selbstverständlich bin ich mir sicher, aber ich erzähle ihm von den zwei gleichzeitig laufenden Bestellungen, und wir kommen zu dem Schluss, dass es eben doch um das Holz ging – selbst wenn angeblich deshalb keiner angerufen hat.
Mir tut der Aufwand leid, den die drei Bahr-Männer hatten, und das sage ich auch. Bedauere das Missverständnis. Meine offenbar leicht geknickte Miene war nicht so ideal. Sie hat zur Folge, dass mich nun drei Herren wortreich zu beschwichtigen versuchen:
„Das macht doch nichts!“
„Ach, dafür können Sie doch auch nichts …!“
„Ich bitte Sie, das konnten Sie doch jetzt nicht wissen!“
Die nachfolgenden Kunden sind leicht genervt.

Nun sind sie endlich dran und nur bei einem kippt noch entsetzt die Kinnlade herunter, als einer der Angestellten spontan beschließt, mir das Holz noch bis zur Kasse zu tragen und somit wieder zu entschwinden droht.
Ich wehre mich vehement, sage, dass ich das doch selbst machen kann – doch es stößt auf taube Ohren.

Daheim angekommen, freut sich die bessere Hälfte über das Holz, moniert aber, dass noch Schrauben fehlen und stellt weiterhin fest, dass er sein Holz bestimmt selbst hätte zur Kasse tragen müssen.

Gestern kam wieder ein Anruf von Max Bahr.
„Ihre Bestellung ist da.“
„Meinen Sie den Deckel für den Hochentaster?“
„Ja, wieso? Haben Sie noch eine andere Bestellung …?“

Ich fahre hin. Bekomme einen kleinen Umschlag und kann es kaum glauben.

Ein kleiner - aber lang erwarteter - Umschlag ...

Ein kleiner – aber lang erwarteter – Umschlag …

Ich halte durch bis zu Hause, öffne ihn, in seinem Innern verbirgt sich das lang ersehnte, kostbare kleine, schwarze Ding und es und ich fiebern der Anprobe entgegen.

... sein wertvoller Inhalt in einem Plastiktütchen.

… sein wertvoller Inhalt in einem Plastiktütchen.

... sieht doch irgendwie speziell aus. Ob er auch passt?

… sieht doch irgendwie speziell aus. Ob er auch passt?

Es sitzt, passt und … hoffentlich hält es! Während der Sägerei vibriert das Gerät, was vermutlich das Lösen des Verschlusses verursacht.
Vielleicht hätte ich jetzt gleich zwei bestellen sollen …?
Oder dem Deckel ein Verhüterli überziehen?
Ach, was!

Deckel passt! Gerät wieder komplett ...

Deckel passt! Gerät wieder komplett …

Ende gut, alles gut. Der Hochentaster muss nicht außer Dienst gestellt werden, die Redewendung von Klein, aber oho! hat sich wieder einmal bestätigt, Gut Ding will wirklich Weile haben, und ich weiß jetzt meinen Baumarkt richtig zu schätzen!

Fazit:
Wenn Sie dieses Ding verlieren, dann … passieren all die Dinge, die ich am Anfang beschrieb.
Wenn ich dieses Ding verliere, dann … schreibe ich zusätzlich im Blog darüber und halte Sie ohne Bedenken ein Weilchen auf.

So sieht das nämlich aus. ^^

Schönes Wochenende!

©Juni 2013 by Michèle Legrand
Michèle Legrand - Michèle. Gedanken(sprünge) @wordpress.com

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  1. #1 von Asta Toril am 08/06/2013 - 12:39

    Wieder eine wonnige Story über den alltäglichen Wahnsinn mit Ruhe zu überstehen.

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  2. #2 von Silberdistel am 10/06/2013 - 20:25

    Ich hatte ge“hofft“, das ursprüngliche kleine Ding würde noch einmal wieder auftauchen :-D Gewöhnlich geht mir das so. Kaum habe ich das Ersatzteil, ist das andere wie durch ein Wunder wieder da.
    Liebe Grüße von einer amüsierten Silberdistel

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    • #3 von ladyfromhamburg am 10/06/2013 - 21:54

      Liebe Silberdistel, genauso reagierte ein Facebook-Freund, der auch meinte, ich würde jetzt in Kürze wahrscheinlich den verlorenen Deckel im Garten wiederfinden. Und auch mir selbst kam der Gedanke in dem Moment, als ich nach all den Wochen den begehrten neuen Deckel in der Hand hielt.
      Es würde mich aber nicht ärgern – im Gegenteil, ich hätte dann einen Ersatzdeckel für zukünftige verlustreiche Ausschneidearbeiten. ^^

      LG Michèle

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  3. #4 von Ménard am 12/06/2013 - 17:06

    Ach, schön. Ich jage ständig Teilen nach, die nicht zusammenpassen wollen. Ich habe mir ein echtes Kuriositätenkabinett sinnloser Dinge angelegt, von denen ich nicht mal mehr weiß, was ich damit wollte. Aber wegwerfen kommt auch nicht in Frage… ;-)

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    • #5 von ladyfromhamburg am 13/06/2013 - 10:37

      Ich glaube fast, bei dir hätte ich unter Umständen einen passenden Ersatzdeckel gefunden. ^^
      Danke für deine Zeile hier, Oliver. Sammel gern weiter, es ist beruhigend, dass sich jemand of die sinnlosen Sachen mitkümmert. :-)

      LG Michèle

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