Auf ein Wort … an der Elbe bei Blankenese

Hamburg - Blankenese (Richtung Falkensteiner Ufer) - Elbe mit Segelschiff Mare Frisium

Hamburg – Blankenese (Richtung Falkensteiner Ufer) – Elbe mit Segelschiff „Mare Frisium“

August ist da.
Denken Sie eigentlich dabei grundsätzlich sofort an den Monat?
Oder kennen Sie persönlich einen August, der sie gerade mit seiner Anwesenheit beehrt (da ist)?
August löst bei mir immer mehrere Assoziationen aus. Ein weißhaariger Onkel meiner Mutter hatte diesen Namen, der Hamster eines Nachbarkindes aus eigenen Kindertagen hieß ebenso.
Es taucht auch sogleich Augustus „Gussie“ Fink-Nottle vor meinem inneren Auge auf. Dieser August ist eine Figur, die in den Jeeves (and Berti Wooster) Romanen von P. G. Wodehouse vorkommt. Ein bebrillter, etwas verhuschter, eher zurückgezogener und gern in (Liebes-)Dramen verwickelter junger Mann aus der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts mit einer immensen Vorliebe für Wassermolche. Ein leicht weltfremder, kolossaler „newt nerd“. Und da ich gerade – ebenfalls etwas weltfremd – an der Elbe in der Augustsonne sitze und ein dunkler Schatten durch das Wasser flitzt, kam August, der Molchfreak, mir automatisch mit in den Sinn.
Sie merken sicherlich, heute ist lockeres, entspanntes Gespräch angesagt. Geplänkel. Dies und das steht auf dem Programm.
Ich hätte Ihnen ja auch gern eher gesagt, dass ich an die Elbe gehe – falls Sie vorgehabt hätten mitzukommen – doch seit die Olympischen Spiele im Gange sind, habe ich den Eindruck, die Mehrzahl der Menschen ist momentan damit hinreichend beschäftigt und ausgelastet. Was ich völlig in Ordnung finde!
Sollten Sie zwischen Turmspringen, Fechten, Rudern, Reiten etc. kurz Zeit haben, setzen Sie sich zu mir, lassen sie die Füße in die Elbe baumeln und plaudern einfach mit.

Dies ist Blankenese, ein recht feiner Stadtteil im Westen Hamburgs, direkt am Fluss gelegen. Besonders und markant für Blankenese ist, dass es Berge hat.
Oder Hügel.
Wir wollen ja nicht übertreiben.

Hamburg, Blankenese, Blick auf den Süllberg - 01082012

Blankenese – Blick auf den Süllberg

Süllberg, Waseberg, Kiekeberg und Baurs Berg. Am höchsten ist der letzte, jedoch knackt keiner von ihnen die 100 m Marke. Möglicherweise haben die Sportfans unter Ihnen den Waseberg schon einmal im Fernsehen gesehen. Bei den Vattenfall Cyclassics müssen die Radsport-Athleten diesen Berg erklimmen. Die ersten 400 m sind noch erträglich, die letzten 300 m weisen jedoch eine Steigung von 16 % auf.
Also doch ein Berg …
Ansonsten gibt es viel Grün. In früheren Zeiten befanden sich hier ausgedehnte Wälder, in denen sich „heidnisches Raubgesindel“ herumtrieb. So schrieb man im 11. Jahrhundert. Später waren es eher Waldgeister, Trolle, Feen u. a., die Blankenese heimsuchten.
Ich habe bisher weder das eine noch das andere entdeckt.
Heute sind die Hänge dicht besiedelt und Trolle finden sich hier höchstens in Form von Gartenzwergen.

Wie ich hinunter zum Fluss gekommen bin bei all den Steigungen bzw. Abhängen?
Blankenese hat ein Treppenviertel. Von der Elbchaussee führen an vielen Stellen kreuz und quer über den Hang verteilt recht steile Treppen zu den einzelnen Häusern und letztendlich ganz hinunter zum Wasser. Es gibt einige schmale, kurvenreiche Straßen, auf denen zum Teil  sogar ein Bus verkehrt. Allerdings ein spezieller Bus, ein kürzeres und schmaleres Modell als das, was in Hamburg üblicherweise auf den Straßen anzutreffen ist. Die Linie 48  des HVV verkehrt zwischen dem oben gelegenen Blankeneser S-Bahnhof und dem Strandweg am Elbufer. Bergziege heißt passenderweise dieser Kletterkurzbus, und sein Fahrer braucht wirklich Nerven aus Stahl, um hier heil um die Kurven zu kommen, bzw. die Steigungen zu nehmen. Ein Falschparker und schon geht nichts mehr! Glätte im Winter? Albtraum!

Hamburg, Blankenese ... steil hinauf (oder herab) über eine der zahlreichen Treppen ..

Blankenese … steil hinauf (oder herab) über eine der zahlreichen Treppen.

Hamburg, Blankenese - Treppenviertel - 01082012

Blankenese – Treppenviertel

Hamburg, Blankenese - Treppauf, treppab ...

Blankenese – Treppauf, treppab …

Hamburg -  Blankenese - Das "Strandhotel" am Strandweg ...

Blankenese – Das „Strandhotel“ am Strandweg …

Hamburg -  Blankenese -  ... schön angelegt im Bauergarten-Stil

Blankenese – Am Strandweg … schön angelegt im Bauergarten-Stil

Wir haben aber keinen Winter. Im Gegenteil. Es ist wieder warm, die Sonne hat es am Nachmittag geschafft, sich gegen die Wolken durchzusetzen, und so glitzert das Wasser der Elbe verlockend. Einzelne Menschen und vor allem mehrere schwer begeisterte Hunde, haben sich in die Fluten gestürzt, Boote tuckern auf dem Strom, Containerfrachter erreichen und verlassen die Hansestadt.
Die Restaurants und Cafés am Ufer sind – obwohl es kein Wochenende ist – gut besucht, zahlreiche Spaziergänger und Radfahrer unterwegs. Es ist erholsam am Wasser, und so sitze ich nun hier und erzähle Ihnen davon.

Hamburg - Blankenese - Einlaufender Containerfrachter  ... und irgendwie schaut's aus, als hätte er oben ein Schiff quer geladen (Brücke)

Blankenese – Einlaufender Containerfrachter … und irgendwie schaut’s aus, als hätte er oben ein Schiff quer geladen (Brücke)

Hamburg - Blankenese - ... der Containerfrachter brachte übrigens die Anlieferung für das Baumhaus..

Blankenese – … der Containerfrachter brachte übrigens die Anlieferung für das Baumhaus (Vorhaben „Luxurious Elbtree Residence“)

Hamburg - Blankenese - Ab ins Wasser  ...

Blankenese (Richtung Falkensteiner Ufer) – Ab ins Wasser …

Hamburg -  Elbe - Falkensteiner Ufer - Sonne und glitzerndes Wasser am 1. August 2012

Falkensteiner Ufer – Sonne und glitzerndes Wasser am 1. August 2012

Dies und das.
Das war dies.
Das ist, dass ich Ihnen eine kleine Blog-Vorausschau liefern möchte. In nächster Zeit plane ich u. a. Posts zu folgenden Themen:

1)
Es gibt in Hamburg sogenannte Kontorhäuser, gebaut in  der Zeit von ca. 1890 bis vor den ersten Weltkrieg. Damals eindrucksvoll, oftmals während des zweiten Weltkriegs stark beschädigt, aber in den letzten Jahrzehnten saniert und restauriert. Viele von ihnen haben wunderschöne Treppenhäuser! Darüber werde ich künftig berichten. Da ich immer wieder welche entdecke, schwebt mir eine lockere Serie vor, die von Zeit zu Zeit ein neues Haus vorstellt.
Nicht wie ein Lexikon!
Ich habe einige schöne Aufnahmen und werde dazu und zu Besonderheiten einige Anmerkungen machen.
2)
Ich würde Ihnen gern ein bisschen Hagenbecks Tierpark schmackhaft machen.
3)
Bei den verbliebenen Teilnehmern des Model Contests QUARREE GESICHTER 2013 geht es in die nächste Runde. Die neuen Workshops starten an diesem ersten August-Wochenende, ein Event (die Models als lebende Schaufensterpuppen) findet Ende des Monats statt, und danach arbeiten die Finalisten darauf hin, im Oktober bei den finalen Modenschauen als Sieger hervorzugehen! Es gibt somit einiges zu berichten.

Zwischendurch werden höchstwahrscheinlich immer wieder Dinge einfach ungeplant „passieren“. Sie werden – wie bisher auch – kurzerhand eingeschoben.

So, langsam kriege ich kalte Füße hier am Wasser, und bei Ihnen geht sehr wahrscheinlich die Olympiade weiter. Nicht dass Sie die Entscheidung verpassen …

Es war nett, mit Ihnen zu plaudern. Bis demnächst!

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  1. #1 von Herschelmann Jürgen am 02/08/2012 - 19:39

    hallo michele,
    sehr schön geschrieben, obwohl ich heute computerarbeitstagundwohnungsaubermachtag hatte und nicht meine übliche radrundtour an der elbe machen konnte…ein paar kleine bemerkungen..trolle gibt es noch genug in blankenese. :-), man beobachte nur die menschen am elbstrand..und ja, es sind zwar nur hügel, aber wer sie einmal mit dem rad hochgefahren ist nennt sie ab dem zeitpunkt berge ( münchener bitte einen moment weghören)…die geschichte mit dem nördlichsten eisenbahntunnel kennst du ?….klare schlussfolgerung : hamburg liegt doch im gebirge, dem elbgebirge !
    lg, jürgen

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    • #2 von ladyfromhamburg am 02/08/2012 - 22:41

      Hallo Jürgen,
      vielen Dank für deinen netten und ausführlichen Kommentar. Habe deinen HInweis mit den Trollen natürlich zur Kenntnis genommen … ^^
      Ich kenne die Geschichte mit dem nördlichsten Eisenbahntunnel nicht. Magst du mir dazu mehr verraten? Ich bin neugierig geworden …

      LG Michèle

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  2. #3 von Silberdistel am 05/08/2012 - 12:32

    Danke für den Ausflug :-) Ich bin gern mitgekommen. Trotz oder gerade wegen der vielen Treppen hat mir der Spaziergang gefallen. Das erste Bild ließ bei mir gleich Heimatgefühle aufkommen. So MUSSTE ich einfach weiterlesen und weiterschauen und kam mir vor, als würde ich MIT Dir unterwegs sein. Es war sehr interessant und hat viel Spaß gemacht.
    Liebe Grüße von der Silberdistel aus dem Bücherstaub

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    • #4 von ladyfromhamburg am 05/08/2012 - 15:35

      Herzlichen Dank für den netten Kommentar, liebe Silberdistel ;) Die Lust und mehr noch das Gefühl dabei zu sein zu erwecken, ist tatsächlich auch häufig ein kleines, persönliches Anliegen. Ursprünglich für die zahlreichen blinden Besucher, die hier zu Gast sind, doch mittlerweile habe ich den Eindruck bekommen, dass viele andere (Sehende) genauso gern „mitkommen“.
      Ich habe mich gerade auf deiner „Über mich-„Seite ein wenig schlauer gemacht, wo ich dich – rein örtlich gesehen – einordnen kann. Nur kann ich es mir besser vorstellen.
      Freut mich also, wenn es dir in Blankenese gefiel. Ich war auch schon des Öfteren gern bei dir im Blog dabei, mag die interessanten Themen und schönen Fotos dazu.

      LG aus Hamburg
      Michèle

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  3. #5 von Lissi am 10/08/2012 - 11:07

    Ich war im sommer 2010 mal in Hamburg eine Freundin besuchen und habe dort unter anderem einen Elbspaziergang gemacht, der am sogenannten Elbstrand geendet hat. Was für mich erstaunlich war: Menschen die in der Elbe gebadet haben. Damit hatte ich nicht gerechnet. Aber die Ästhetik der Uferpromenade mit internationalem Hafenflair, Containerschiffen und Wassergeruch: Unschlagbar!

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    • #6 von ladyfromhamburg am 10/08/2012 - 17:05

      Lissi, nicht jeder Hamburger wäre bereit, in die Elbe zu hüpfen. Es bleibt immer noch die Ausnahme. Der Prozentsatz steigt höchstens bei zunehmender Hitze – die irgendwie noch nicht in Sicht ist. Den meisten ergeht es wie dir, wenn sie an der Elbe sind. Sie genießen einfach beim Spazieren die Mischung, die du nanntest.
      Danke schön für deinen Kommentar und viele Grüße aus Hamburg!
      Michèle

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