Leipziger Allerlei – Teil 5: Leipzig – Die City. An verschiedenen Ecken und in unterschiedlichem Licht

Gewandhaus mit Mendebrunnen bei abendlicher Beleuchtung

Gewandhaus mit Mendebrunnen davor bei abendlicher Beleuchtung

Morgens im Hotelbett liegen und stöhnen … Nein, leider nicht deshalb! So schön das Hotel nahe der Nikolaikirche ist (zentral, hell, ordentlich), so nett die Mitarbeiter sich verhalten, ich bin nicht ganz glücklich mit meiner Wahl. Der Grund: Ich bin müde und etwas gerädert und schuld ist der Lärm in meinem Quartier. Das Hotel ist ausgebucht, viele feiern das Ende der Buchmesse und bleiben noch eine weitere Nacht, bevor sie abreisen. Doch das allein ist es nicht. Was den Schlaf raubt, ist Folgendes: Die eng aneinander liegenden Zimmertüren lassen sich alle per Karte öffnen und sind zu diesem Zweck mit einer entsprechenden Apparatur ausgerüstet. Ein Riesenkasten mit Elektronik befindet sich unterhalb der Türklinke. Jeder, der kommt oder geht, stopft sein Kärtchen oben in den Schlitz, zieht es wieder heraus, öffnet zwar noch per Klinke die Tür und drückt sein Körpergewicht dagegen, konzentriert sich dann allerdings auf die Apparatur innen an der Eingangswand des Hotelzimmers. Es gilt dort den nächsten Schlitz zu treffen, der gewährleistet, dass es im Zimmer Strom gibt. Die Schulter ist an der Tür, der Fuß im Schlitz, den Trolley nicht vergessen, Karte zirkeln …
Mit Multitasking ist es so eine Sache. Mehr als zwei Hände hat der Mensch nicht. Der Gast quetscht sich folglich ganz in den Raum, die recht schwere Tür wird für die kommende Fummelei losgelassen und fällt augenblicklich mit gewaltigem Rums und mittelschwerer Erschütterung der Umgebung ins Schloss. KRAWUMM!
Gefühlt sind in dieser Nacht die letzten Hotelgäste etwa um 4 Uhr Richtung Bett marschiert (RUMS!), während die ersten Frühaufsteher sich ab 5 Uhr auf den Weg nach draußen machten (RUMS!). Das Wasser aus den Bädern rauschte durch die Leitungen sämtlicher Geschosse, die Toilettenspülungen liefen auf Hochtouren. Mein Schlaf war wohl auch nicht besonders tief, denn mir war kühl. Sich eine in einen Bettbezug gezogene, dünne Wolldecke umzuwickeln, reicht nur mäßig, um die Körperwärme zu halten, sie sich als Lärmschutz über die Ohren zu ziehen, ist völlig sinnlos. Dass ich in dem Zimmer eine Klimaanlage habe, bemerkte ich zwar und erhöhte die Temperatur ein wenig, doch es brachte nur etwas, wenn ebenfalls das Gebläse mehr leistete. Die Wahl der Höchststellung hatte natürlich Konsequenzen. Das Brummen einer Propellermaschine im 1. Weltkrieg war mit Sicherheit leiser.

Der Morgen. Gegen halb acht Uhr wird es auf einmal ruhiger. Ich beschließe, ausnahmsweise noch ein halbes Stündchen Bettruhe dranzuhängen, doch nach zehn Minuten ist es schon wieder vorbei mit der Stille, denn jetzt startet der Reinigungstrupp mit dem Staubsaugen der ersten Zimmer von Gästen, die zeitig abreisten.
Es ist zwecklos. Ich stehe auf, ziehe die Gardine auf. Es sieht gar nicht schlecht aus. Noch bewölkt, aber irgendwo versteckt sich die Sonne. Die Wettervorhersage war bisher für jeden Tag viel zu negativ ausgefallen. Zum Glück! Inzwischen glaube ich sie nicht mehr und habe meinen Schirm längst wieder im Koffer verbuddelt. Doch weil es sich immerhin ändern könnte, nehme ich mir vor, die trockene Zeit auf jeden Fall für Spaziergänge an der frischen Luft zu nutzen. Museen, Galerien, selbst Passagen – all das ist etwas, was man sich für schlechtes Wetter aufheben kann.
Klingt das nicht gut und logisch? Es hat aber einen Haken. Ich habe bemerkt, wenn es überhaupt nicht schlecht wird, sehe ich relativ wenige Museen … Immerhin kenne ich sie alle von außen!

Warum reist der Mensch bloß immer wieder in die gleiche Stadt? Er wird es aus dem gleichen Grund tun, aus dem manch einer auch immer wieder an den gleichen Urlaubsort zurückkehrt. Er findet dort etwas, was ihm gut tut. Für den einen ist es Erholung, für den anderen Anregung. Oder er trifft dort auf Menschen, die ihm sympathisch sind, mag die Mundart. Was sonst? Gute Erfahrungen, schöne Umgebung, appetitliches Essen, verträgliches Klima. Natur vorhanden, Kulturangebot ebenso, auf Wunsch Ruhe, die Mischung aus ländlich und städtisch, besondere Geräusche, Gerüche … All das spielt eine Rolle.
(Siehe auch: -> https://michelelegrand.wordpress.com/2011/10/03/leipziger-allerlei-teil-2-die-stadt-leipzig-verfallen-ihr-nicht-sie%E2%80%A6/ )
Und ich? Warum musste ich das vierte Mal nach Leipzig? Die Buchmesse war ein Grund. Ja. Aber hinzu kam all das andere, was ich gerade erwähnte.
Kennst du denn nicht langsam jeden Winkel? Wird es nicht langweilig?
Diese Frage stelle ich mir selbstverständlich auch und entdecke dabei, dass eben diese Vertrautheit mit einer Stadt häufig der Grund der Wiederkehr ist. Vertraut, aber nie gleich. Man kommt zu einer anderen Jahreszeit, und schon ergibt sich ein völlig anderes Bild. Winter heißt nicht ausschließlich kahl, es heißt auch, dass alles weiter und offener wirkt, sonst Verstecktes auf einmal hervortritt. Die Umwelt klingt anders im Winter! Im Sommer hingegen unterteilt das Grün der Bäume und Parks die Stadt in Einzelräume, die es zu erkunden gilt. Manches hemmt die Sicht, aber bietet Schutz. Die Tierwelt ist plötzlich präsenter. Sichtbar. Hörbar. Die Luft hat einen anderen Geruch.
Bei Regen wirkt vieles unauffällig und bleibt schnell unbeachtet. Oder das genaue Gegenteil tritt ein. Etwas glänzt besonders. Asphalt, polierte Granitplatten von Denkmälern, Metallverzierungen jeglicher Art.
Bei Regen entsteht übrigens ganz plötzlich der Eindruck, Leipzig hätte nur noch halb so viele Einwohner und viel breitere Gehwege. Die unzähligen „Freisitze“ (ein typischer Begriff – bei uns im Norden würde man Außenplätze sagen) sind zusammengeschoben, und nur wenige Hartgesottene (Raucher) harren etwas fröstelnd draußen aus.
Straßen verändern sich. Etwas wird abgerissen, etwas renoviert, Baustellen eingerichtet. Großbaustellen für Großprojekte. Bei jeder Rückkehr stellt sich die Frage: wie sieht es dort jetzt aus? Wie weit sind sie inzwischen? Erkenne ich es noch?
Oder ein Phänomen anderer Art: losgehen ohne bestimmtes Ziel und auf einmal magnetisch angezogen werden. (Fern-)gesteuert werden. Wieder und wieder ein Ziel anvisieren. Zum vierten Mal nicht daran vorbeigehen können.
Es gibt Dinge, die ich bei Tag gesehen habe und die in der Dunkelheit völlig anders wirken. Manches gewinnt durch tolle Abendbeleuchtung, sieht vielleicht nur dann pompös aus, anderes trumpft eher am Tag bei Sonnenlicht auf. Etwas wird bei Dunkelheit völlig geschluckt, doch Restteile ragen dafür umso deutlicher hervor. Bei einem einzigen Besuch lässt sich das gar nicht alles wahrnehmen.

Zu guter Letzt: die Menschen. Es geht immer auch darum, wie ich die Menschen erlebe, wen ich treffe, mit wem ich ins Gespräch komme. Heute beispielsweise, freue ich noch einmal auf ein Stündchen Nachmittags-Abschieds-Kaffeeklönschnack im Café de Ville mit Torte, vor allem aber mit meinem ‚alten’ Twitter-/Facebook-Freund Christian Scheinhardt.
Daher für mich ein weiteres , aber das erste Mal im März: Leipzig!
Soviel vorweg, damit ich gleich Fotos mit kleinen Kommentaren versehen posten und jeder sich vorstellen kann, warum ich gerade sie ausgewählt habe. Schöne und/oder interessante  Stellen in Leipzig, Orte, an denen ich mich wohlfühle, Gebäude, die Eindruck hinterlassen, Dinge, die mir ins Auge gefallen sind. Auch wenn es sehr willkürlich wirkt – durcheinander – es ist gerade diese enorme Vielseitigkeit, die Leipzig ausmacht!
Die grünen Stellen in Leipzig bekommen ihren eigenen Teil Leiziger Allerlei (in Teil 7) und bleiben hier außen vor.

Für mich ein Punkt des Wiederkehrens: der Augustusplatz. Das (Neue) Gewandhaus mit dem davor befindlichen Mendebrunnen ist besonders in der Dunkelheit mit Beleuchtung unheimlich schön anzusehen (siehe auch Foto zu Beginn)

Mendebrunnen, Gewandhaus, Panorama-Tower (MDR) am Tage

Mendebrunnen, Gewandhaus, Panorama-Tower (MDR) am Tage. Das Wasser sprudelt noch nicht, die Bäume lassen sich noch etwas Zeit mit dem Austrieb.

Am Abend wird alles plötzlich zu einem großen Kunstwerk:

Gesang vom Leben - Deckenmalerei im Hauptfoyer des Gewandhauses - Künstler Sighard Gille, 712 m², 1979-1981

Gesang vom Leben – Deckenmalerei im Hauptfoyer des Gewandhauses – Künstler Sighard Gille, 712 m², 1979-1981

Der hohe Panorama Tower (MDR-Tower) befindet sich gleich nebenan, ebenso die Moritzbastei, der letzte Rest der alten in den 70er Jahren entdeckten Stadtmaueranlage, die 1551-53 im Auftrag von Kurfürst Moritz von Sachsen ausgebaut wurde.

Leipzig - Moritzbastei (Anfang der 70er Jahre wiederentdeckt)

Moritzbastei (Anfang der 70er Jahre wiederentdeckt). Heute kultureller Treff.

Steingeschosse aus dem 30-jährigen Krieg - An der Moritzbastei (am Wirtschaftseingang)

Steingeschosse aus dem 30-jährigen Krieg – An der Moritzbastei (am Wirtschaftseingang)

Daran an schließt sich das neu gestaltete Unigebäude, das in Teilen an eine Kirche erinnert. Und wirklich, hier stand früher zuerst die Klosterkirche St. Pauli, nach Auflösung des Dominikanerklosters die Universitätskirche St. Pauli, die aber 1968 auf Betreiben der SED und letztendlich mit Zustimmung der Universität gesprengt wurde.
Der Neubau „Paulinum“ nimmt die Form der Kirche auf. Hier gibt es eine Aula und einen Andachtraum.

Universität Leipzig ... am Tag

Universität Leipzig … am Tag

Ich erwähnte im Text, wie unterschiedlich Gebäude am Tag oder bei Nacht wirken, daher auch hier zusätzlich ein Bild bei Nacht.

Blick auf die Uni bei Dunkelheit. Das helle zylinderförmige Gebilde im Vordergrund ist ein Aufgang aus dem Parkhaus.

Blick auf die Uni bei Dunkelheit. Das helle zylinderförmige Gebilde im Vordergrund ist ein Aufgang aus dem Parkhaus.

Im weiteren Verlauf erreicht man das Krochhochhaus (in dem sich auch das ägyptische Museum befindet). Es wurde 1927/1928 erbaut. Das erste Hochhaus (43m) damals inmitten von Bürgenhäusern, die von Historismus, Renaissance und Barock geprägt waren und das sich neben gotischen Hallenkirchen plötzlich als prägend für die Stadtmitte darstellte. Vorbild war der Uhrenturm auf dem Markusplatz in Venedig. Auch die im Relief ausgearbeiteten Markuslöwen an der Fassade zeigen das italienische Vorbild deutlich an.

Krochhochhaus - das erste Hochhaus im Zentrum Leipzigs

Krochhochhaus – das erste Hochhaus im Zentrum Leipzigs

3,30 m hoch sind die Glockenschlägerfiguren, die Leipzig die Zeit schlagen. Die Inschrift lautet: OMNIA VINCIT LABOR (Arbeit überwindet alles)
Einen Kreis schlagend, gelangt man zur Oper mit ihrem Vorplatz aus Pflastersteinen. Im Sommer befindet sich hier ein großes, rundes Wasserbecken mit einer Wasserfontäne in der Mitte.

Oper am Abend - der vordere Bereich (rund) enthält im Sommer Wasser

Oper am Abend – der vordere Bereich (rund) enthält im Sommer Wasser

Krochhochhaus, Oper und Mendebrunnen am Abend.

Und der schönen Stimmung wegen noch einmal am Abend: Krochhochhaus, Oper und Mendebrunnen.

Zurück zum Vorplatz des Gewandhauses mit seinem Mendebrunnen. Ich saß im Kaffeehaus Riquet und kam mit einem Paar am Nebentisch kurz ins Gespräch. Sie waren auch in Leipzig zu Besuch, aber gebürtige Sachsen.

Mendebrunnen vor dem Gewandhaus Leipzig

Mendebrunnen vor dem Gewandhaus Leipzig

„Ach, den Brunnen wollen Sie anguggen? Nu, der is scheen. Der Nuttenbrunnen …“
Bitte? Nuttenbrunnen? Ich dachte Mendebrunnen?! Nutten wegen der barbusigen Figuren?
Ich werde aufgeklärt, dass es mal eine Verwechslung hinsichtlich der Stifterin dieses Brunnens gab. Frau Marianne Pauline Mende war eine ehrbare, wohlhabende Witwe, die 150.000 Goldmark für die Errichtung stiftete. Ein Journalist verwechselte sie mit einer gleichnamigen Dame, die ein Bordell betrieb, behauptete von ihr, sie sei die edle Spenderin, und seither hält sich wohl der Name Nuttenbrunnen.
Mir gibt dieser Brunnen ein Rätsel auf. Am Abend sah ich eine der Figuren etwas haltend, von dem ich dachte, jemand hätte sich einen Spaß erlaubt, wäre hochgeklettert und hätte ihr eine Art Zwille, eine Krampenschleuder in die Hand gedrückt. Ich konnte es nicht richtig glauben, und als ich am Sonntag wieder vorbei kam, um dort in die Straßenbahn zur Messe zu steigen, schaute ich es mir wieder an. Bei Tageslicht wirkte es wiederum so, als gehöre es wirklich dazu.

Mendebrunnen - Krampen schießende Dame?

Mendebrunnen – Krampen schießende Dame?

Eine verkehrt herum gehaltene Wünschelrute, eine Zwille ohne Band. Was ist das eigentlich wirklich? Die anderen Figuren halten Fische, einen Seestern, einen Dreizack, eine Perlenkette (!), etc. und haben alle mit der griechischen Mythologie zu tun. Ich habe es nicht herausbekommen …

Das genannte und von mir enorm geschätzte Kaffeehaus Riquet, befindet sich in einem Eckhaus am Schuhmachergässchen 1. Die beiden die Eingangstür flankierenden, kupfergetriebenen Elefantenköpfe stellen das Markenzeichen der Firma Riquet dar. Es ist urgemütlich dort, und wer noch in Erinnerung hat, dass es mir in meinem Hotelzimmer  ein bisschen zu kühl und zu laut war, der ahnt, dass ich auch dort gesessen habe, weil sich neben mir eine warme Heizung befand, die Sonne hereinschien und der Geräuschpegel verursacht durch halblaute Gespräche einfach ein anderer und angenehmer war.

Eckgebäude mit Kaffeehaus Riquet und dem Wiener Café im 1. Stockwerk.

Eckgebäude mit Kaffeehaus Riquet und dem Wiener Café im 1. Stockwerk.

Kaffeehaus Riquet, Schuhmachergässchen 1, mit den markanten Elefantenköpfen

Kaffeehaus Riquet, Schuhmachergässchen 1, mit den markanten Elefantenköpfen

Kaffeehaus Riquet - In dem Tresen links befinden sich die tollsten Torten ...

Kaffeehaus Riquet – In dem Tresen links befinden sich die tollsten Torten …

Ich habe Schmandkuchen mit Mandarine probiert, am anderen Tag Schokoladen-Sahnetorte mit kleinen Zebra-Keksröllchen als Dekoration. Sehr delikat! Freundliche, prompte Bedienung, nette Umgebung, und wer tatsächlich einmal die sanitären Anlagen benutzen muss, steigt hinab ins Untergeschoss, kommt an einem Holzlattengitter vorbei (dem versperrten Zugang zum Weinkeller), vermutet daraufhin ein Uraltklosett und stößt stattdessen auf höchstmoderne Ausstattung mit sich drehender und automatisch selbst reinigender Klobrille.

Auf meinen Spaziergängen gelange ich immer wieder zur oder durch die sehr zentral gelegene Straße Am Brühl nahe dem Hauptbahnhof. Dort ist ein Großprojekt im Bau. Ein neues Einkaufszentrum der gehobenen Klasse mit dem Namen „Höfe am Brühl“. Als ich im September 2010 das erste Mal Leipzig besuchte, war gerade alles, was sich vorher dort befunden hatte,  abgerissen worden. Es war auch der Standort des ehemaligen Konsument-Warenhauses, das die Leipziger aufgrund der charakteristischen Aluminiumfassade Blechbüchse nannten.

Rückblick: Bauzaun September 2010 -  Bauvorhaben Höfe am Brühl

Rückblick: Bauzaun September 2010 – Bauvorhaben Höfe am Brühl

Beim darauffolgenden Besuch war die Baugrube ausgehoben, die Untergeschosse im Bau. Im September 2011 sah man schon an einigen Stellen mehrere Geschosse, aber alles im Rohbau. Und heute?

Baustelle Höfe am Brühl - Das Neue wächst ... Bezug Herbst 2012

Baustelle Höfe am Brühl – Das Neue wächst … Bezug Herbst 2012

Man kann sich vorstellen, dass im Herbst 2012 Eröffnung von 130 Geschäften (und Fertigstellung von 70 Wohnungen) sein wird.
Beim Neubau erkennt man, dass ein Teil der typischen, charakteristischen, denkmalgeschützten Aluminium-Fassade an gleicher Stelle wieder in das Gebäude integriert wird (Parkhaus).

Höfe am Brühl - ein Stück der alten, charakteristischen Aluminiumfassade wird  integriert

Höfe am Brühl – ein Stück der alten, charakteristischen Aluminiumfassade wird integriert

Etwas anderes möchte ich auch gern noch herauspicken: Die Alte Handelsbörse am Naschmarkt (beim Alten Rathaus). Dort, wo ich  im Festsaal im ersten Stock zur Lesung mit Peter Fricke eingeladen war.
Bekannt und berühmt ist die vor der Börse stehende Goethe-Statue. Es heißt, das Denkmal von 1903 erinnert an den jungen Goethe, der 1765-68 in Leipzig Jura studierte. Jung ist gut. Johann Wolfgang war 1765 erst 16 Jahre alt! Das Standbild wirkt aber nicht wie das Abbild eines schlaksigen Teens, sondern eher wie das eines gestandenen Mannsbilds. Oder war Jung-Goethe so extrem weit entwickelt?  Was lese ich dazu in der „Freien Presse“?  Ein 26-jähriger Sportlehrer hat damals für den Bildhauer Seffner Modell gestanden! … Alles klar.

Im Hintergrund die Alte Handelsbörse, im Vordergrund das Goethe-Standbild

Im Hintergrund die Alte Handelsbörse, im Vordergrund das Goethe-Standbild

Leipzig - Alte Handelsbörse - Zwei geflügelte Knaben, einer mit einem Merkurstab, halten ein prunkvolles Leipziger Stadtwappen

Leipzig – Alte Handelsbörse – Zwei geflügelte Knaben (einer mit einem Merkurstab) halten ein prunkvolles Leipziger Stadtwappen

Und wenn man von Goethe nach rechts schaut, entdeckt man quasi "meine" Brassérie

…und wenn man von Goethe nach rechts schaut, entdeckt man quasi „meine“ Brassérie ;)

Einen Halt würde ich auch bei der so geschichtsträchtigen Nikolaikirche empfehlen. Mehr Information zur Kirche im Anschluss an den Artikel bei den Link-Empfehlungen.

Blick auf die Nikolaikirche von der Ecke Nikolaistraße/Grimmaische Straße. Vorne im Bild der Fürstenerker.

Blick auf die Nikolaikirche von der Ecke Nikolaistraße/Grimmaische Straße. Vorne im Bild der Fürstenerker.

Nikolaikirchhof mit Gedenksäule (Nachbildung einer Dauthe'schen Säule des Künstlers Andreas Stötzner)

Nikolaikirchhof mit Gedenksäule (Nachbildung einer Dauthe’schen Säule des Künstlers Andreas Stötzner)

Leipzig - Nikolaikirche - Blick Richtung Altarraum

Leipzig – Nikolaikirche – Blick Richtung Altarraum

Leipzig - Nikolaikirche - Blick zur Orgel

Leipzig – Nikolaikirche – Blick zur Orgel

Die Palmenwedel an den Säulen

Die Palmenwedel an den Säulen

Nikolaikirche - Vorraum

Nikolaikirche – Vorraum

Die restaurierte Nikolaischule direkt auf der anderen Seite des Nikolaikirchhofs

Die restaurierte Nikolaischule direkt auf der anderen Seite des Nikolaikirchhofs

Leipzig - An der  Nikolaikirche - einzelne Pflasterscheine sind gegen Leuchtsteine ausgewechselt

Leipzig – An der Nikolaikirche – einzelne Pflasterscheine sind gegen Leuchtsteine ausgewechselt

Diese Steine entdeckte ich abends. Sie sind auf dem Kirchhof der Nikolaikirche eingelassen und ersetzen an vielen Stellen die Pflastersteine. Erst leuchteten sie nur vereinzelt bei gerader einsetzender Dunkelheit, wurden dann mehr und mehr. Insgesamt sind es  ca. 150 Leuchtsteine (Die Zahlenangaben variieren). Es ist eine Lichtinstallation, die nach folgendem Prinzip funktioniert: Im Abstand von einer Minute wird in der Dämmerung jeweils ein Lichtstein dazugeschaltet. Nach zweieinhalb Stunden leuchten alle auf. Grün, blau, pink-rötlich. Diese Installation soll das langsame Aufbauen friedlicher Versammlungen demonstrieren.

Immer wieder schön: die Malereien im Specks Hof. Und – man höre und staune – ich habe es diesmal geschafft, den Klangbrunnen, der in dieser Passage steht,  zum Tönen und das Wasser zum Kräuseln zu bringen!

Wandmalerei - Specks Hof

Wandmalerei – Specks Hof (bei Tageslicht)

Wandmalerei - Specks Hof (ebenfalls bei Tage)

Wandmalerei – Specks Hof (ebenfalls bei Tage und aus einer anderen Perspektive)

Wandmalerei - Specks Hof (bei Beleuchtung am Abend)

Wandmalerei – Specks Hof (bei Beleuchtung am Abend)

Kleinigkeiten am Rande

Auerbachs Keller - Szene 1

Auerbachs Keller – Szene 1

... der blankgerubbelte Schuh (weil es Glück bringen soll oder man zurückkommen möchte)

… der blankgerubbelte Schuh (weil es Glück bringen soll oder man zurückkommen möchte)

Auerbachs Keller - Szene 2

Auerbachs Keller – Szene 2

Wandbrunnen von J. Hartmann (Altes Rathaus), geweiht 1906

Wandbrunnen von J. Hartmann (Altes Rathaus), geweiht 1906

Der mit der langen Nase (man sieht noch den Finger eines kleinen, sehr beeindruckten Kindes, das stehenblieb und staunte)

Der mit der langen Nase (man sieht noch den Finger eines kleinen, sehr beeindruckten Kindes, das stehenblieb und staunte)

Leipzig - Diesmal nicht in den Zoo und dennoch eine kletternde Spezies entdeckt ...

Leipzig – Diesmal nicht in den Zoo und dennoch eine kletternde Spezies entdeckt …

Leipzig - Commerzbankgebäude nahe der Thomaskirche

Leipzig – Commerzbankgebäude nahe der Thomaskirche

Wanddekor 1

Wanddekor 1

Wanddekor 2 (Die Fortsetzung des Graffitis, das ich schon im früheren Blogpost veröffentlichte)

Wanddekor 2 (Die Fortsetzung des Graffitis, das ich schon im früheren Blogpost veröffentlichte)

und noch so viel mehr ….

Ein langer Tag, ein langer Marsch. Die Beine möchten ausgestreckt werden, das Hotel wird angesteuert. Wieder das Spielchen mit der Karte an der Tür und der Strominbetriebnahme. Was mich fürchterlich irritierte: am ersten Tag begann es  im Zimmer daraufhin zu knacken und zu knistern!
Ein Service des Hotels. Ich habe einen Flachbildschirm an der Wand, der mir Kaminfeuer simuliert. Sobald ich meine Karte zwecks Stromaktivierung in die Apparatur stecke, geht nicht nur Licht an, sondern auch ungefragt der Fernseher. Mit Ton. Lagerfeuer mitten in Leipzig. Kaum habe ich mich daran gewöhnt, narren sie mich heute mit etwas Neuem. Es passiert erst einmal gar nichts. Das Fernsehbild baut sich langsam auf. Oh, Abwechslung! Heute schaue ich in ein Aquarium. Nichts knackt und knistert, also lasse ich es an. Nach ein paar Minuten, als ich selbstvergessen in einem Buch lese, beginnen klagende Laute, die mich zusammenfahren lassen. Etwas schräge Unterwassermusik ist angesagt,  so lästig, dass ich nur noch auf AUS drücke. Anscheinend muss hier immer etwas laufen …
Ich beende den Tag in Leipzig  – und auch den mit Ihnen/euch. Ich hoffe, die Bilder gaben einen kleinen Eindruck von dieser sich rasant fortentwickelnden Stadt, die trotzdem versucht, die Tradition zu erhalten.

Der nächste Teil (Teil 6 und sicher nicht ganz so lang) wird sich mit einer vermeintlichen Demo befassen, die sich bald als Festakt anlässlich des 800-jährigen Bestehens des Thomanerchors entpuppte.
Vielleicht ist auch dann wieder einer mit dabei, wenn es heißt:
„Gugge mal, der Bräsident kommt nach Leibzsch!“

Abschließend Links zu den genannten Sehenswürdigkeiten und Orten, die ich in zwei Fällen auch als Quelle herangezogen habe:

Generell vielseitige Informationen:
http://www.schoenes-leipzig.de/
Die Alte Handelsbörse
http://www.leipzig-info.net/Info/Handelsboerse.html
Das Krochhochhaus
http://www.gko.uni-leipzig.de/aegyptisches-museum/ueber-das-museum/krochhochhaus.html
Die Moritzbastei
http://www.leipzig-info.net/Info/Moritzbastei.html
Informationen zum Unibau, der alten Paulinerkirche und dem Paulinum
http://de.wikipedia.org/wiki/Paulinerkirche_%28Leipzig%29
http://de.wikipedia.org/wiki/Paulinum_%28Universit%C3%A4t_Leipzig%29
Kaffehaus Riquet
http://www.riquethaus.de/kaffeehaus.php
Nikolaikirche
http://de.wikipedia.org/wiki/Nikolaikirche_%28Leipzig%29
Auch hier generell sehr interessante Berichte:
http://www.lebendige-stadt.de/

©März 2012 by Michèle Legrand

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  1. #1 von Hotel in Leipzig am 28/04/2012 - 17:20

    Ein toller und kurzweiliger Bericht,danke dafür!Die Bilder sind hervorragend gemacht und öffnen auch einem Leipziger neue Blickwinkel.An vielen schönen Dingen geht man täglich vorbei und nimmt sie gar nicht mehr wahr. Bei der Auswahl des Hotels,für den nächsten Besuch,wünschen wir viel Glück. Gerade kleinere ,familengeführte,Hotels in Leipzig bieten guten Service und moderne Zimmer.
    Im nächsten Jahr feiert Leipzig das riesen Doppeljubiläum, 200-Jahre Völkerschlacht zu Leipzig und 100-Jahre Leipziger Völkerschlachtdenkmal. Schon heute erstrahlt das Völkerschlachdenkmal in neuem/alten Glanz. Die umfangreichen Sanierungsarbeiten sind so gut wie abgeschlossen.
    Also,wenn es hier nicht die tollsten Fotomotive gibt,wo dann?

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    • #2 von ladyfromhamburg am 28/04/2012 - 20:18

      Vielen Dank für Ihren Kommentar und die Anregungen bezüglich Leipzig (Anlässe und Fotomotive). Habe mir natürlich auch ihre Seite angesehen und werde mir Ihr Hotel gerne merken.
      Gruß aus Hamburg – M.

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  2. #3 von Sartenada am 21/05/2012 - 11:12

    Nikolaikirche ist schön.

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    • #4 von ladyfromhamburg am 21/05/2012 - 12:08

      Danke für den Besuch im Blog! Das finde ich auch. Die Nikolaikirche ist wirklich schön ;) Thanks for commmenting! I answered also to your other remark which you left regarding the Vasa.

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  3. #5 von Swen am 23/12/2015 - 21:14

    Ein wirklich schöner Bericht über eine schöne Stadt. Ich finde es sehr schön, einmal genügend Informationen über Leipzig auf einmal lesen zu können. Auch ein Leipziger selbst kann nicht alles über die Stadt wissen, in der er lebt und deswegen finde ich das hier zusammen gefasste sehr interessant.
    Gruß aus Leipzig

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    • #6 von ladyfromhamburg am 24/12/2015 - 15:56

      Danke schön für deinen Kommentar, Swen. Es ist ulkigerweise häufig so, dass man in der Stadt, in der man lebt, gar nicht so viel selbst auf Entdeckungstour geht, geschweige denn alles kennt. Das geschieht eher anderswo, daheim ist ein bisschen außen vor und schließlich wäre ja (gefühlt) „später immer noch Zeit“ dafür. Und so erzählt einem häufig ein Besucher ganz Erstaunliches, was sich in allernächster Nähe befindet.
      Es freut mich, dass dir Leipzig in einem Bericht von mir als einer Auswärtigen gefallen hat!

      Liebe Grüße
      Michèle

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