Model Contest QUARREE GESICHTER 2013: Andrang auch beim Recall!

Quarrée Gesichter 2013: Recall, Laufsteg m. Leinwand (Logo plusText, Montage)

Text: Fotomontage

An den vergangenen beiden Tagen galt es im Quarrée Wandsbek beim Modelwettbewerb QUARREE GESICHTER 2013 die nächste Hürde zu schaffen. Der Recall stand an. Die Wiedereinberufung der im Casting erfolgreichen Kandidaten.
Wir könnten es jetzt kurz machen, mit Kandidaten-Zahlen um uns schmeißen, drei möglichst klangvolle Namen in den Raum werfen, den nächsten Termin brav ankündigen und hätten eine halbwegs seriöse Zusammenfassung vom Fortgang des Contests. Die Fakten stimmten ja. Doch wollen wir das? Nein. Oder nein, nicht nur. Denn das wäre reine, trockene Information. Hinter einem solchen Wettbewerb stehen jedoch immer Menschen, und die kommen meines Erachtens dabei gewaltig zu kurz. Die, die teilnehmen, die, die es ausrichten, die, die zuschauen und letztendlich auch die, die darüber mehr erfahren möchten. Darum voraus die Ankündigung: hier wird es ausführlicher, und hier geht es um alles. Die Kandidaten, die Jury, das Publikum und die Stimmung insgesamt.
Knapp eine Woche ist vergangen seit dem letzten Castingtag. In der großen Halle war ein Teil der Werbung während der Woche gar nicht erst demontiert worden, doch aus Platzgründen verschwand der Laufsteg für ein paar Tage von der Aktionsfläche. Heute ist alles wieder an Ort und Stelle, die große Leinwand im Hintergrund ist aufgezogen, Musik ertönt, und zu beiden Seiten des Laufstegs stehen heute Stühle für die Zuschauer zur Verfügung. Dort wo der Laufsteg endet, befindet sich – mit etwas Abstand – der Platz, an dem die Jury an diesem Nachmittag und bis in den Abend hinein auf braunen Quarrée-Clubledersesseln Platz nehmen wird, bzw. auf Barhockern, die hinter diesen zusätzlich vorhanden sind.
Für den guten Ton ist hier die Hamburg Showtechnik zuständig, erfahre ich von dem Tontechniker, der seine Gerätschaften heute direkt an der Treppe neben dem Eisstand aufgebaut hat.

Die Moderatorin des Recalls (wie im Vorjahr wieder mit dabei): Nina-Marlisa Lenzi

Die Crew des Contests ist bereits anwesend. Heute ist Anne mit an der Anmeldung und auch Sebastian entdecke ich dort. Philipp hat wieder seinen eigenen Stand für die Teilnehmer, die hier erfolgreich sind und für den folgenden Workshop gelistet werden. Irgendwo überragt die Schirmmütze von Alexander Strauß andere Köpfe. Auch er ist vor Ort. Den Fotografen Andreas Grav erspähe ich minütlich an anderer Stelle. So wie ist aussieht, ist er schon voll im Einsatz.
Jetzt kommt der Moment, der mir persönlich höchst peinlich ist. Ich erzähle es trotzdem. Ich entdeckte die Moderatorin der Modenschauen vom Vorjahr. Damals stieß ich erst später dazu, und beschäftigte mich nicht vorrangig oder intensiv mit den einzelnen Namen. Ihr Gesicht und ihr Auftritt blieben mir allerdings in Erinnerung. Da sie offenbar auch diesmal wieder dabei ist, es hervorragend macht und ich berichte, wollte ich sie natürlich gern auch namentlich erwähnen. Sie wirkt überrascht, als ich sie nach ihrem Namen frage. Vielleicht bin ich tatsächlich die Einzige hier, die sie nicht kennt. Sie erwähnt RTL, doch ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich extrem wenig Fernsehen schaue. Meine Ignoranz tut mir also leid, liebe Nina-Marlisa Lenzi, dafür kenne ich Sie jetzt und freue mich darüber.

Die Halle füllt sich trotz der frühen Nachmittagsstunde. Wie ich erfahre, sind die Teilnehmer in Gruppen zu bestimmten Zeiten einbestellt, um sich dann in dieser Form auch auf dem Laufsteg zu präsentieren. Es wird zwar einzeln gelaufen, jedoch soll sich keiner völlig alleine fühlen. Die Mitantretenden bleiben auf dem Quersteg vor der Leinwand, bis die Entscheidung gefallen ist.

Wer trifft nun eigentlich die Entscheidung, wer gehört zur Jury?
Natürlich Alexander Strauß, der Mr. QUARREE GESICHTER 2012 und 2013, der dies alles in Kooperation mit dem EKZ Quarrée Wandsbek ausrichtet und auf die Beine stellt. Ihm zur Seite ist Nicki (Nicole), eine junge Frau vom Fach, die extra aus Los Angeles hinzugekommen ist. Später am Nachmittag wird die Jury noch ergänzt durch den dann eintreffenden Tanztrainer Ferik. Und mit anwesend und genau hinschauend sind die drei Vorjahressieger Anna-Marie, Kim und Kevin.

Quarrée Gesichter 2013, Recall. Die Jury: Nicki, Alexander Strauß. Tanztrainer Ferik fehlt noch. Mit dabei: Vorjahressieger Anna-Marie, Kim- und Kevin

Die Jury beim Recall: Vorne, von rechts: Nicki, Alxeander Strauß und Anna-Marie, hinten, von rechts: Kevin und Kim (Tanztrainer Ferik kam etwas später dazu)

Es hat begonnen. Nina-Marlisa Lenzi begrüßt als Moderatorin des Recalls und gibt erste Informationen.  Es hat die stolze Anzahl von insgesamt 813 Anmeldungen zum Casting gegeben! Davon übrig geblieben und wieder eingeladen zum Recall sind nur noch 320 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus den Kategorien Frauen, Männer, XL-Models. Mit dabei auch Teilnehmer, die zu den Best Agers zählen, d. h. zwischen 30 und 45 Jahren alt sind. Alexander Strauß hatte beim Casting zu Beginn des vorletzten Anmeldetages geschätzt, dass wohl ca. 50%  aller weiterkämen.
Zum einen war es nur eine Schätzung, zum anderen ließen sich jetzt Vermutungen anstellen, was die Abweichung verursacht hat. Vielleicht haben sich die aussichtsreichsten Kandidaten schon zu Anfang des Castings eingefunden, so dass eine recht hohe Annahmequote entstand. Oder die Unterschiede zwischen den einzelnen Bewerbern waren an den letzten beiden Tagen gravierender, was unter Umständen eine strengere Auswahl bewirkte als zu Beginn. Alles Mutmaßungen und letztendlich zählt für die 320 Recall-Teilnehmer nur: Wir haben die Hürde geschafft!
Mancher wird das Casting für sich als die erste Hürde bezeichnen, ein anderer vielleicht als die zweite oder dritte. Denn wie lange ging ein junger Mensch vorher schon mit dem Gedanken schwanger, bei einem Modelcontest mitzumachen? Welche innere Hürde musste erst einmal überwunden werden, um sich den letzten Schubs Richtung Quarrée und Richtung offizieller Anmeldung zu geben? Welche Stolpersteine, Barrieren und Hürden waren sonst noch im Weg? Haben die Eltern noch ein Wörtchen mitzureden (auch Kandidaten ab 16 J. sind mit Erlaubnis der Eltern zugelassen)? Wie reagieren Familie, Freunde und Bekannte? Hält deren Reaktion vielleicht eher ab?  Reicht das Selbstwertgefühl, reicht die Zeit, um dabei zu bleiben, reichen Einsatz und Lernwillen, reicht das Talent? Hürden, die wir uns selbst bauen …

Kommen wir wieder auf die 320 Glücklichen zurück, die am Freitag und Sonnabend erneut vorgebeten wurden. Ein Recall ist eine Veranstaltung, die in dieser Größenordnung gut organisiert werden will. Es soll weder als chaotisches Durcheinander, noch als sich zäh hinziehendes Ereignis in Erinnerung bleiben. Es soll die Sinne ansprechen. Augen, Ohren vor allem. Und Gefühle hervorrufen. Wo kein Herzblut ist, kommt entsprechend wenig zurück. Wo Desinteresse gegenüber dem Projekt, den Teilnehmern  und dem Publikum herrscht, sinkt rapide das Interesse. Ganz generell schlecht beraten ist, wer obendrein noch den Überblick verliert.
Alles Dinge, die hier anders laufen. Begeisterung ist allgegenwärtig und vom Team des Model Contests wurde sorgsam vorgearbeitet. Es gibt einen minutiösen Zeitplan, jeder kennt seine Aufgaben. Nur die Realität pfuscht natürlich wieder liebend gern mit hinein. In welcher Art?  Wir schauen es uns an:
Der Recall hat begonnen, die ersten Teilnehmergruppen stehen bereit. Als Gruppen erscheinen sie auch auf den Listen, die der Jury vorliegen. Sie sind vorher ordnungsgemäß an der Anmeldung vorstellig geworden und Sebastian steht bereit, um Ihnen letzte Instruktionen vor dem Gang auf den Laufsteg zu geben. Er koordiniert, hält gelegentlich nervöse Händchen und gibt notfalls den letzten Stups Richtung Treppchen und Moderatorin.
Am Anfang läuft es gut. Es läuft super. Zu super. Im Sinne von zu schnell. Gruppe ist da, Gruppe tritt auf, es kommt zu zügigen Entscheidungen, die nächste Gruppe steht in den Startlöchern, um sich auf dem Catwalk zu präsentieren. Nach kurzer Zeit ist damit Schluss, denn so schnell kommen neue Kandidaten gar nicht nach, da sie zu einer späteren Uhrzeit einbestellt wurden. Zusätzlich zeigt sich: je voller das Quarrée wird, desto weniger werden neu ankommende Recall-Teilnehmer gewahr, dass es einen Anmeldetisch gibt, an dem sie sich registrieren lassen sollten. Sie sind da, aber keiner weiß es. Irgendwann ist jedoch auch dieses kleine Problemchen gelöst, und ab jetzt wird der vorgefertigte Zeitplan mittels immer mal wieder  eingelegter kleiner Pausen eingehalten. In diesen lassen sich praktischerweise auch verschollene Teilnehmer aufspüren und zum nächsten Auftritt sammeln.
Es entsteht eine richtig schöne Veranstaltung im Quarrée. Die Stimmung ist sehr gut, der Zuschauerandrang nimmt kontinuierlich zu, und über die kleinen Pausen scheint keiner wirklich böse, denn eigentlich sind die meisten gekommen, um Einkäufe zu erledigen und bleiben jetzt hier hängen. Auf diese Art (mit Pause) lässt sich beides managen …

Was müssen die Kandidaten tun, was erwartet die Jury?
Es lässt sich am leichtesten beschreiben, wenn man hört, worauf beispielsweise Nicki von der Jury achtet bei ihrer Bewertung und Beurteilung. Für sie sind Lächeln und Körpergefühl wichtig. Wie ist das Auftreten? Ist der/die Kandidat/in ein „Typ“, jemand der herausragt in irgendeiner Form? Ist es auch jemand (von der Auftraggeberseite her betrachtet), der vielleicht gefragt sein könnte? Natürlich wird auch schon auf Styling geachtet oder darauf, wie die Teilnehmerin mit High Heels zurechtkommt.
Übertragen auf die hoffnungsvollen Nachwuchsmodels, die sich zum Recall eingefunden haben, heißt dies, sie laufen insgesamt zweimal über den Catwalk und versuchen dabei, neben einem möglichst ansprechenden Gang und ebensolcher Körperhaltung, auch Persönlichkeit zu zeigen. Sie versuchen, trotz ihrer Nervosität charmant zu lächeln, was in diesem Moment vor einem wildfremden Publikum und vor einer kritischen Jury gern in Vergessenheit gerät. Die Anspannung ist einfach enorm. Genau anhand der oben angesprochenen Kriterien entscheidet sich aber, ob es ein Weiterkommen gibt. Die Jury weiß um diese Nervosität und ist keine kaltherzige Truppe, die ohne eine Miene zu verziehen,  bei „Versagen“ nur abwinkt. In Zweifelsfällen gibt es oftmals Tipps. Dann erscheint ein Jurymitglied freundlich lächelnd bei dem ein wenig unglücklich dreinschauenden Menschlein und  spricht von Beckenboden anziehen sowie Schulterblätter zusammenziehen. Gelegentlich wird der Teilnehmer gebeten, ein weiteres Mal zu laufen, sich eines Schals oder einer Jacke mit Schulterpolstern zu entledigen oder ganz einfach das Tempo zu drosseln. Wer am Ende des Laufstegs kaum zum Halten kommt, hat etwas zu viel Speed.

Beim Casting gab es noch durchaus gemischtes Schuhwerk, hier beim Recall erwartet die Jury hochhackige Schuhe. Drei bis vier Teilnehmerinnen wussten dies nicht, haben auch keine anderen Schuhe dabei. Selbst hier bedeutet dies nicht automatisch das Aus. „Lauf bitte noch einmal auf Zehenspitzen!“ Und siehe da: es klappt!
Später taucht sogar ein Paar Pumps von Görtz auf, so dass eine XL-Model-Kandidatin darauf ihren zweiten Gang tätigen kann. Desweiteren wird sie am Stand von HAGEL umgestylt und geschminkt, da sie in dieser Hinsicht zu zaghaft ans Werk gegangen war. Auch für sie gibt es ein Weiter.
Ein männlicher Bewerber löste übrigens kurzzeitig immense Heiterkeit bei der Jury und dem Publikum aus. Der junge Mann hatte sich überlegt, mit seiner blau verspiegelten Sonnenbrille aufzutreten. Am Ende des Laufstegs, direkt vor der Jury, nahm er sie lässig ab und schenkte dem nichtsahnenden Team einen Christopher-Lambert-Blick, der es in sich hatte, wendete auf der Hacke, um seinen Walk cool zu beenden.
Vorweg: der Teilnehmer hatte es überhaupt nicht nötig, sich hinter einer Brille zu verstecken. Und nun: was sagt denn die Jury dazu?
Alexander Strauß erklärt ihm, dass er hocherfreut ist, dass dieser die Brille noch abgesetzt hat, denn „wir suchen hier „GESICHTER“ und nicht „DIE VERSPIEGELTE BRILLE“.  Danach bittet er ihn, noch einmal komplett ohne Brille zu laufen. Der Bewerber macht es, sichtlich irritierter, denn seine komplette geplante Choreografie ist jetzt (für ihn) irgendwie im Eimer. Er schafft es durchaus zufriedenstellend und bekommt für das brillenfreie Laufen ein Okay der Jury und damit sein Ja für den nächsten Workshop.

Quarrée Gesichter 2013 - Der Recall - Kandidat mit verspiegelter Sonnenbrille

Der junge Mann mit der Brillen-Performance. Er nähert sich dem Ende des Laufstegs …

Quarrée Gesichter 2013 - Der Recall - Kandidat mit verspiegelter Sonnenbrille vor der Jury

… bleibt stehen, nimmt die Brille lässig ab, schenkt den Christopher-Lambert-Blick …

Quarrée Gesichter 2013 - Der Recall, Heiterkeitsanfall der Jury

… löst damit einen spontanen Heiterkeitsanfall der verblüfften Jury aus!<

Quarrée Gesichter 2013. Der Recall - Der Kandidat kann es auch ohne die Sonnenbrille

Er kann es auch ganz ohne seine coole Brille. Der neben ihm stehende Mitkandidat darf sich auch über das Weiterkommen freuen. Glückwunsch!

Ein bisschen herumgehört … im Publikum, bei Kandidaten und allgemein
Ich erwähnte im Blog bereits, dass auch das Publikum diese Art von Geschehnissen im Quarrée honoriert und großes Gefallen daran findet. Manche sind zufällig mittendrin und bleiben, andere kommen gezielt. Das Interesse ist bei allen Altersgruppen da und in diesem Jahr auch ausgeprägter bei den Herren. In einer der kleinen Organisationspausen habe ich mich an das Publikum, das blieb und nicht sturzartig losschoss, um die vernachlässigten Einkäufe nachzuholen, herangemacht.
Zwei reifere Damen sitzen entspannt auf den Stühlen am Laufsteg. Ich frage sie ein bisschen aus. Nein, sie drücken jetzt keinem speziell die Daumen und nein, sie kennen auch keinen persönlich. Sie wussten aber, dass heute hier der Recall stattfindet und haben sich vorgenommen, sich das mit zu gönnen. Ihnen gefällt die Veranstaltung bisher sehr. Aufmerksam wurden sie Ende 2012, als eine Modenschau im Quarrée stattfand. Nun sind sie für die Plakate und Ankündigungen sensibilisiert. Doch ja, dass man hier Platz nehmen kann, ist sehr schön. Und hübsche Mädels sind dabei. Ich frage, was Ihnen eventuell nicht so gut gefällt. Die linke druckst herum und meint dann halb im Ernst und halb im Spaß: „Die könnten hier mal einen kleinen Sekt anbieten!“

Quarrée Gesichter 2013. Der Recall, Teilnehmerinnen und Zuschauerinnen mit Sektwunsch

Vorne im Bild die beiden Damen mit Lob und Sektwunsch. Sie verfolgen den Auftritt einer Recall-Teilnehmerin

Andere, mit denen ich mich unterhalte, hoffen noch auf mehr männliche Teilnehmer (die, wie ich weiß,  etwas gehäufter für den Sonnabend eingeplant sind). Ein Herr im besten Alter lehnt über der Brüstung auf der Galerie. Er hofft, dass seine Frau nicht so schnell wiederkommt, weil er noch weiter zugucken will. Ich horche auf. Er ist Fan? Und sie nicht?  Wo ist denn seine Frau? Bei Karstadt im Supermarkt. Lebensmittel einkaufen.
Wollte sie denn nicht den Recall sehen?
Nein, sie denkt, er sei nur hinter den vielen jungen Mädels her. „Sie meint, ich gaffe zu ungeniert.“ Aha.
Einige ca. dreijährige Mädchen habe ich eine Zeitlang in meiner Nähe. Sie sitzen auf einem niedrigen Podest, das zum Stand der Firma HAGEL gehört. Sie sitzen genau so lange, bis Musik ertönt und die Models laufen. Blitzschnell springen sie auf, reißen die Arme in die Höhe und hüpfen wie kleine Flummis. Beidbeinig, minutenlang. Schluss ist erst, als die Musik abbricht.
Eine alte Dame hingegen liebt es gesitteter und hat sich mit ihrem Rollator ein Plätzchen direkt am Laufsteg gesucht

Quarrée Gesichter 2013: Der Recall - Verlängerte Sitzreihe und Zuschauer jeden Alters

Verlängerte Sitzreihe und Zuschauer jeden Alters.

In einer Pause macht sich eine beim Casting ansonsten gänzlich unbeteiligte Dame auf einmal an den Klemmmappen der Jury zu schaffen. Blättert interessiert darin herum und lässt sich erst von Nicki davon abbringen. Was sie wohl wissen wollte? Schon ein bisschen dreist …
Ich lerne den Tanztrainer Ferik kennen, und wir unterhalten uns in der Pause bei den Stühlen der Jury. Ein uns beiden unbekannter Herr gesellt sich dazu. Stellt sich dicht daneben, verfolgt die Unterhaltung, sein Blick wandert von Feric zu mir und zurück. So, als würde er ein Tischtennisspiel verfolgen. Feric fragt vorsichtig, ob er helfen kann.
„Nö, ich höre nur zu.“  Spricht’s und bleibt da. Erklärt in die Stille hinein: „Man muss sich ja informieren als Presse …“
Der Herr wirkt nicht wie von der Presse. Aus dem einfachen Grund, weil er eine Fahne hat. Wäre er hier, um zu berichten, wäre er höchstwahrscheinlich nüchtern. Der Tanztrainer verweist nur auf Flyer, die ausliegen zwecks weiterer Information und hat danach auch anderweitig zu tun. Was macht Monsieur? Er schenkt mir seine ganze Aufmerksamkeit. Er berichtet, er komme vom Südwestfunk. Ich gerate ins Grübeln und beantworte ein paar seiner Fragen, bis mir irgendwann die Nackenhaare hochgehen. Er merkt es, und als Zeichen seiner Demut fällt er vor mir auf die Knie. Beteuert mir, er berichte für den Süden, der doch auch interessiert wäre und seine Frau, die sei eine ganze Große hier im Quarrée. Schön.
Sie können wieder aufstehen“, sage ich ihm. Damit hat er Schwierigkeiten. Wie auch mit dem Sprechen. Ich erfahre etwas stockend, dass er sich alles genau angesehen hat. Die Plakate und so.
Es heißt ja GESICHTER … (das Thema hatte ich mit ihm am Anfang schon)“, raunt er mir mit verschwörerischem Blick zu. Genau“, bestätige ich nochmals, „Gesichter.“
Sein Blick ist ein Weilchen nach innen gerichtet. Und dann kommt sie, die Frage des selbsternannten Fachmannes:
„Und wann singen die jetzt …?“
Dies war der Zeitpunkt meines endgültigen Abschieds … Leute, lasst die Finger von dem Fusel! Ihr seht ja, wohin das führt.

Ich habe auch Kandidaten gesprochen. Von denen erhoffe ich mir natürlich, manche noch während eines Workshops ein wenig näher kennenzulernen. Heute waren sie zu aufgeregt und zu beschäftigt. Denn nach dem Recall musste jeder, der weiterkam, zu einem Fotoshooting am Stand der Firma Probild, der ebenfalls gleich neben dem Laufsteg aufgebaut war. Stellvertretend für sie alle unterhielt ich mich mit Selen, die auch wieder eine Hürde geschafft hat. Die junge Dame ist hier allein erschienen, wirkt sehr ruhig und souverän. Sie erzählt mir ein bisschen von sich. Einerseits noch Schülerin, andererseits schon seit zwei Jahren tätig für ein Catering Unternehmen. Findet es interessant, Events zu planen, was sie sich auch für die Zukunft vorstellen kann.  Und/oder Webmanagement. Modeln gerne, aus heutiger Sicht eher zusätzlich, nebenbei. Selen ist eine der wenigen, die sich hinterher noch einmal an den Laufsteg gesetzt hat – einfach um zuzuschauen. Sie freut sich, dass sie heute hier erfolgreich war, und ich freue mich mit ihr und drücke die Daumen!

Quarrée Gesichter 2013: Der Recall -  Selen -  Recall geschafft jetzt kommen die Workshops

Selen – Sie hat den Recall geschafft und freut sich auf die Workshops

Was gab es heute noch zu erfahren über den Wettbewerb, den Recall und das, was kommt?
Man kann nicht oft genug hervorheben, dass dies kein typischer Schönheitswettbewerb ist. Hier gelten keine Normgrößen, Normgewichte und sonstige Normdinge, die einem aus der Mannequin- und Modelbranche geläufig sind. Eine gute Figur ist natürlich optimal, aber es sind die Gesichter, die Persönlichkeiten, die gesucht werden. Die, die irgendwo in der Erinnerung hängenbleiben, die, die sich abheben, die, die Interesse wecken. Theoretisch können hier Teilnehmer weiterkommen, die 1,50m groß sind oder aber ein Gardemaß von zwei Metern haben. Es spielt keine Rolle. Es wird erst wichtig bei der Einteilung in einzelne Gruppen, denn Philipp erklärt mir, dass hier für einzustudierende Choreografien darauf geachtet wird, dass etwa gleich große Models zusammenarbeiten. Es wirkt einfach harmonischer.
Mir kommt es am Freitag so vor, als würden es nur sehr wenige nicht schaffen, sich für die Workshops zu qualifizieren, und frage mich natürlich, wie lässt sich dann die Gesamtzahl von 320 auf etwa 200 Teilnehmer reduzieren. Alexander erzählt mir etwas für mich Erstaunliches: Ein Recall ist eine Selektion und zwar nicht nur, weil hier die Jury wählt und filtert (im Fernsehen würde man sich sicher so etwas ausdenken wie: Gesucht, gesichtet, gesiebt …), sondern auch, weil die Kandidaten selbst oft noch einmal in die Phase des Überdenkens kommen. Es ist nicht selten (auch an diesem Tag nicht), dass sie zum Recall zugelassen sind, aber nicht erscheinen. Man kann die Gründe nur vermuten. Von Termin vergessen bis hin zu Terminüberschneidungen, von Muffensausen bekommen über Unzuverlässigkeit bis hin zu Bedenken wegen der langen Laufzeit des Contests. Ein weiterer Grund ist sicher auch das Beichten der Teilnahme anderen gegenüber erst nach bestandenem Casting. Ist deren Reaktion positiv, ist alles gut. Halten andere das für Unsinn, kommt der Kandidat nicht wieder.
Ist der Contest Blödsinn? Alles nur Schau. Oberflächlich? Alexander Strauß hat eine andere Vorstellung von seinem Wettbewerb und spricht bezeichnenderweise auch gar nicht von einem Schönheitswettbewerb, sondern verwendet das Wort Arbeitswettbewerb. Hier werden Sachen gemeinsam erarbeitet, Stärken erkannt, Fähigkeiten erlernt, vertieft, verinnerlicht. Hier zählt Einsatz. Und so wird in den ab 24. März stattfindenden Workshops für die nun übriggebliebenen ca. 200 Titelaspiranten ein Training stattfinden, das ihr Körpergefühl stärkt. Bei dem einen vielleicht erst erweckt, bei dem anderen schon wesentlich mehr die Verbundenheit mit dem eigenen Körper schafft, für mehr Körperspannung und dadurch auch für eine wesentlich bessere (und gesündere) Haltung sorgt. Das ist etwas, was diese Teilnehmer gratis erlernen und für die Zukunft mitnehmen, unabhängig davon, wie für sie am Ende der Contest ausgeht. Gewinner sind alle irgendwie.
Ich hatte ein tolles Gespräch mit einer Teilnehmerin des letzten Jahres, die zu dem Zeitpunkt in einem persönlichen Tief steckte und die dies durch ihr gestärktes Selbstbewusstsein überwinden konnte. Der ihre neue aufrechte Körperhaltung und ihre Gesamtausstrahlung dazu verhalfen, einen neuen Job zu finden, mit dem sie hochzufrieden ist. Ihr geht es heute dadurch wieder gut!

Gratulieren wir zum Schluss den Gewinnern des Recalls, schauen gespannt auf die Workshops und freuen uns auf eine Modenschau, bei denen sich alle überzeugen können, was in diesen jungen Leuten doch so steckt.

Ich möchte, wie gehabt, am Ende wieder eine Reihe Fotos posten, um ein bisschen optische Eindrücke zu vermitteln oder Gesagtes zu unterstreichen.

Quarrée Gesichter 2013 - Der Recall - Teilnehmerinnen

Quarrée Gesichter 2013 – Der Recall – Teilnehmerinnen mit Moderatorin Nina-Marlisa Lenzi warten auf den Entscheid der Jury.

Quarrée Gesichter 2013 - Der Recall - Teilnehmerinnen

Weitere Recall-Kandidatinnen in ihrer Gruppe

Quarrée Gesichter 2013 - Der Recall - Männliche Teilnehmer am Contest

Männliche Teilnehmer beim Recall. Eine sehr interessante Typenvielfalt …

Quarrée Gesichter 2013 - Der Recall - Männliche Teilnehmer am Contest

… und hier noch ein bisschen besser zu erkennen.

Quarrée Gesichter 2013 - Der Recall - Zwei weitere hübsche Recall-Teilnehmerinnen

Zwei weitere hübsche Recall-Teilnehmrinnen, die weitergekommen sind. Die junge Frau in der Mitte sorgte ebenfalls für Heiterkeit durch besondere Bewegungsabläufe direkt vor der Jury ;)

Quarréegesichter 2013 - Der Recall: 4 Kandidatinnen der XL-Model Gruppe, die weiterkommen

Vier Kandidatinnen aus der Kategorie XL-Models, die allesamt weiterkommen

Quarréegesichter 2013 - Der Recall: Geschafft, nächster Schritt Anmeldung und Einteilung für die Workshops sowie Fotoshooting nebenan bei Probild

Drei im Recall erfolgreiche Damen werden jetzt in Listen für die Workshops eingetragen bzw. dort in Gruppen eingeteilt. Nebenan wartet schon das Fotoshooting bei Probild.

Quarrée Gesicher 2013 - Der Recall, Moderatorin Nina-Marlisa Lenzi im Gespräch mit Teilnehmerin Katharina

Nina-Marlisa Lenzi im Gespräch mit Teilnehmerin Katharina

Quarrée Gesichter 2013 - Der Recall - Die Jury berät sich ...

… und immer wieder berät sich die Jury.

Quarrée Gesichter 2013 - Der Recall: Ferik (Tanztrainer) und noch hinzugekommenes Jurymitglied

Ferik (Tanztrainer), und ein weiteres Mitglied der Jury

Quarrée Gesichter  2013 - Der Recall  -  charmante Teilnehmerin

Eine weitere charmante Teilnehmerin, die vor einem mittlerweile großem Publikum und den kritischen Augen der Jury laufen muss … und trotzdem lächelt.

Quarrée Gesichter 2013: Der Recall - Aussichtsreiche Kandidatin mit pfiffigem Outfit

Aussichtsreiche Kandidatin mit pfiffigem Outfit …

Quarrée Gesichter 2013: Der Recall -  Ein "Weiter" für beide Recall Teilnehmerinnen

Beide Recall Teilnehmerinnen sind weiter mit dabei.

Quarrée Gesichter 2013: Der Recall - eine weitere Teilnehmerin

Auch diese Kandidatin kann sich auf die Teilnahme an den Workshops freuen.

Quarrée Gesichter 2013 - Der Recall - Lucy auf dem Laufsteg

Hier ist Lucy auf dem Laufsteg – und überzeugt!

Quarrée Gesichter 2013 - Der Recall- Lucy ohne Jacke

… allerdings muss auch sie noch einmal ohne Jacke laufen.

Quarrée Gesichter 2013 - Der Recall - Lucy und Anastasia

Lucy und Anastasia im Gespräch mit Nina-Marlisa Lenzi und von Sebastian fotografiert. Beide Teilnehmerinnen sind weiterhin mit dabei.

Quarrée Gesichter 2013 - Der Recall: Jennifer - Sie hat bei Alexander Strauß starken Eindruck hinterlassen (sicheres Zeichen Gänsehautbildung)

Zum Abschluss noch Jennifer – eine Teilnehmerin beim Recall, die bei Alexander Strauß starken Eindruck hinterlassen hat. Sicheres Anzeichen dafür: Gänsehautbildung

©März 2012 by Michèle Legrand

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  1. #1 von Alexander Strauß am 03/03/2012 - 22:32

    einfach Genial

    Gefällt mir

    • #2 von ladyfromhamburg am 03/03/2012 - 22:58

      Schön, wenn es gefallen hat ;). Es war mir wie immer ein Vergnügen dabeizusein und zu berichten! Gerne wieder, Alexander!

      LG Michèle

      Gefällt mir

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